Freitag, 2. Januar 1987
VfL-Damen am Sonntag gegen Lüneburg ohne die Ungarin
Das lange Warten auf Magdolna
(gg). Doch ohne die 67fache ungarische Nationalspielerin Magdolna Csiha gehen die Regionalligadamen des VfL Oldesloe ins erste Spiel im neuen Jahr gegen Eintracht Lüneburg.
Hatten die Mannschaft und Trainer Claus Schilk zunächst noch gehofft, die Ungarin schon in der Partie am Sonntag (Anpfiff 14.45 Uhr) einsetzen zu können, müssen sie sich jetzt noch mutmaßlich bis Mitte Januar gedulden. Das lange Warten auf Magdolna Csiha hält an.
Eigentlich hätte zeitlich auch alles klappen können, doch eins ist bei dem in der Tat beschwerlichen Weg durch die Behörden schlicht und ergreifend übersehen worden: die deutsche Botschaft hatte über die Weihnachtsfeiertage geschlossen und macht erst wieder am 5. Januar auf. Wann sich auch die Tore für die Ungarin Magdolna Csiha öffnen, wird sich dann herausstellen. Vor dem 5. Januar jedenfalls rührt sich überhaupt nichts.
Zum Pokalspiel in Munkbarup am 18. Januar hofft Trainer Claus Schilk die Ungarin, die zuletzt für Ferencvaros Budapest aktiv war, einsetzen zu können. Die offizielle Freigabe vom ungarischen Handballverband und vom Verein ist bereits erteilt worden. Über die deutsche Botschaft geht der Antrag dann zum Deutschen Handball-Bund und der erteilt dann die Spielberechtigung. Wenn alles glatt abläuft, dann wird Magdolna Csiha am 25. Januar gegen HT 16 zum ersten Mal im Trikot des VfL um Meisterschaftspunkte kämpfen.
Das heißt, gespielt wird beim VfL als Tabellenletzter ja weniger um Punkte für die Meisterschaft, als um Punkte gegen den Abstieg. Um so entscheidender ist daher auch der Ausgang im ersten Rückrundenspiel gegen den punktgleichen Tabellenvorletzten. Eintracht Lüneburg. Ungewiß ist dabei allerdings noch der Einsatz von Kirstin Timm und Anja Müller.
Beide befinden sich noch im Urlaub und kommen erst am Sonnabend abend beziehungsweise in der Nacht zum Sonntag wieder. Trainer Schilk: „Ich habe aber nicht die Hoffnung aufgegeben. daß wir mit ein, zwei Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft verstärkt werden.“
Eine besondere Taktik gegen die beiden gefährlichen Rück-raumspielerinnen Sigrid Bernd (ehemals Nationalspielerin) und Iris Klemm (Junioren-Nationalmannschaft) hat Schilk nicht vorgesehen: „Wir spielen nur das, was wir auch können. Alles andere geht schief. Hauptsache, wir stehen die 60 Minuten konditionell gut durch.“
Im Hinspiel gab es immerhin ein 16:16 gegen Lüneburg. „Da hat die Mannschaft aber auch weit über ihre Verhältnisse gespielt“, erklärt Schilk. Dennoch: Eine Chance haben die VfL-Damen gegen die Lüneburgerinnen, die zuletzt Tabellenführer Buxtehude die erste Heimniederlage seit zwei Jahren beibrachten, allemal. „Denn“, weiß Claus Schilk, „die Mannschaft ist heiß auf das Spiel.“
STORMARNER TAGEBLATT vom 2.1.1987
Sonntag, 4. Januar 1987
Eintracht Lüneburg – VfL Oldesloe 17:14 (6:7)
14:17 gegen den Vorletzten
Am Ende fehlte die Kraft
Mangels Masse: Mit Mini-Aufgebot keine Chance gegen Lüneburg
(gg). Es war ein trauriger Anblick: Nicht von allen guten Geistern, sondern von allen guten Spielerinnen verlassen, saßen Trainer Claus Schilk und Betreuer Peter Stäcker einsam und allein auf der „Reservebank“ der Handballdamen des VfL Oldesloe. Von Ersatzspielerinnen war keine Spur.
Petra Finnern – die eine der zwei (!) Reservisten – versuchte sich gerade auf dem Parkett gegen SV Eintracht Lüneburg und Doris Looft begleitete Kirstin Timm, die sich verletzt hatte, in die Kabine. Von einer Reservebank konnte mangels Masse dann auch wahrlich nicht die Rede sein, auf der Claus Schilk und Peter Stäcker saßen.
Und genau das scheint der Punkt zu sein, warum die VfL-Damen Letzter in der Regionalliga sind und es ist auch der Grund, warum sie im wichtigen Spiel gegen den bis dahin noch punktgleichen Vorletzten aus Lüneburg mit 14:17 (6:7) verloren haben.
Fast alle Spielerinnen gehen über die volle Distanz – Pausen gibt's nur bei Zeitstrafen. Klar, daß den VfL-Damen spätestens Mitte der zweiten Halbzeit langsam aber sicher die Puste ausgeht. So geschehen auch gegen Lüneburg, als die Oldesloerinnen bis zum 12:13 noch gut mithielten, die Gäste aber dann bis auf 12:16 wegziehen lassen mußten. Nicht etwa, weil sei grundsätzlich schlecht spielten, sondern, weil ihnen die Kraft und somit die Konzentration fehlt. Fehler sind nur konsequente und logische Folge.
Claus Schilk: „Wir haben nicht schlechter gespielt und verfügen eigentlich über bessere Kondition, aber mit nur sechs Feldspielerinnen hält man das nicht durch.“ Der Trainer fordert, daß ihm mehr Spielerinnen der zweiten VfL-Mannschaft zur Verfügung stehen und richtet – wie immer – harte Worte an die Abteilungsleitung: „Die Frauenabteilung wird vorsätzlich heruntergewirtschaftet.“
Abteilungsleiter Jürgen Dorn verweist indes auf die vielen Abgänge, wie Güldenpfennig, Schröder, Payka. Schütt, Fandrey, die man nicht hat halten können und für die man auch nicht so schnell Ersatz finden kann. „Ich kann doch nicht zaubern“, verteidigt sich Dorn. Spielerinnen aus der zweiten VfL-Mannschaft wollen nicht in der ersten Garnitur aushelfen, weil sie sich dort sonst „festspielen“ würden.
Zur Zeit jedenfalls deutet alles auf den Abstieg hin, was bleibt, ist höchstens Hoffnung. Verbunden mit der Hoffnung ist dabei in erster Linie der Name Magdolna Csiha. Die 67fache ungarische Nationalspielerin wird Mitte Januar vom VfL erwartet. Ob sie das Problem jedoch alleine lösen kann, muß bezweifelt werden, wenngleich sie natürlich für den VfL eine große Verstärkung sein wird.
Wünschenswert wäre es, daß die Ungarin für die VfL-Damen ein ähnlich starker Rückhalt wird, wie die ehemalige Nationalspielerin Sigrid Bernd für Eintracht Lüneburg. Zusammen mit der Junioren-Nationalspielerin Iris Klemm zog sie im Spiel die Fäden, dirigierte lautstark und warf auch noch vier Tore.
Zunächst aber hatten die VfL-Damen die Nase vorn, gingen durch einen herrlichen Rückhandwurf von Anja Müller mit 3:1 in Führung, hielten auch weiter einen Ein-Tore-Vorsprung, der sich bis zum 6:7-Halbzeitstand allerdings in einen Rückstand verwandelte.
Im zweiten Durchgang blieb es spannend. Über 8:7. 9:8 und 10:10 gerieten die VfL-Damen mit 12:13 ins Hintertreffen und hatten dann keine Kraft mehr für den Endspurt, während Lüneburg laufend munter auswechselte und so relativ locker zum 17:14-Sieg kam.
Bewundernswert beim VfL ist und bleibt, wie sich die Spielerinnen gegen ihr Schicksal wehren und aufopferungsvoll kämpfen. Doch wenn sich der Erfolg nicht bald einstellt, dann bricht auch beim VfL die Moral und die Motivation zusammen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 5.1.1987
Freitag, 16. Januar 1987
Schaffen die VfL-Damen im Pokal beim TSV Munkbrarup endlich wieder einen Erfolg?
(mth). … Die Damen-Regionalliga-Mannschaft greift erstmals in dieser Saison in den Pokalwettbewerb ein. In der ersten Runde auf Regionalebene muß die Truppe von Trainer Claus Schilk den TSV Munkbrarup aufsuchen.
Der VfL hat in der Vergangenheit schon mehrfach mit dem Team aus dem Landkreis Schleswig/Flensburg die Klingen gekreuzt. Dabei behielten die Oldesloerinnen letztendlich zwar immer die Oberhand, aber oft taten sie sich dabei reichlich schwer. Als klassenhöhere Mannschaft ist der VfL auch für die Partie am Sonntag – gespielt wird um 15 Uhr in der Scheersberghalle in Quern, einem kleinen Ort südlich der B 199 Flensburg-Kappeln – favorisiert, aber auf die leichte Schulter darf er das Spiel deswegen nicht nehmen.
Seine Chancen aber werden gewiß steigen, wenn die frühere ungarische Nationalspielerin Magdolna Csiha erstmals in den Reihen der Oldesloerinnen mitwirken darf, was bei Redaktionsschluß noch nicht endgültig feststand. Unabhängig davon bietet das Pokalspiel sicher eine gute Chance, mit einem Erfolgserlebnis neue Motivation für die noch anstehenden Punktspiele zu finden.
Die Mannschaft wird die Fahrt in den Norden mit einem Bus antreten. In dem können auch noch ein paar Zuschauer/Schlachtenbummler (Nichtraucher während der Fahrt!) gegen einen Fahrpreis von zehn Mark mitreisen. Sie sollten sich rechtzeitig vor Abfahrt des Busses, die um 10.15 Uhr erfolgt, auf der Teerplatte im Bürgerpark einfinden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.1.1987
Sonntag, 18. Januar 1987
TSV Munkbrarup – VfL Oldesloe 15:14 (3:3)
Mit den Oldesloer Damen geht's weiter bergab
Im Pokalwettbewerb ausgeschieden
(mth). Mit den Handballdamen des VfL Oldesloe geht es weiter bergab. Im Pokalwettbewerb – in den vergangenen Jahren oft der Lieblingswettbewerb der Oldesloer Damen und des
Oldesloer Publikums – bedeutete der Anfang auch zugleich das Ende. Beim Bezirksligisten TSV Munkbrarup (Bezirksliga Nord) unterlagen die Stormarner Kreisstädterinnen mit 14:15 (3:3). Insbesondere in der ersten Halbzeit bot der VfL dabei eine so erschreckend schwache Vorstellung, so daß man sich in den kommenden Wochen eine Wende zum Guten in der Regionalliga eigentlich kaum noch vorstellen kann. Im zweiten Spielabschnitt wußten sich die Oldesloerinnen, in deren Reihen die ungarische Ex-Nationalspielerin Magdolna Csiha noch immer nicht mitwirken konnte, zwar kämpferisch zu steigern, aber zu einem Sieg reichte es wieder nicht.
In der 56. Minute konnte der VfL zwar noch mit 13:12 in Führung gehen – nach zuvor ständig wechselnder Führung –‚ aber in einer dramatischen Schlußphase zog die Mannschaft dann doch noch den kürzeren. Wie so oft in dieser Saison, wenn es zum Schluß eines Spieles knapp und dramatisch wird!
Ein wenig Pech war für die Oldesloerinnen sicher auch mit im Spiel, denn der Siegtreffer für den TSV Munkbrarup fiel erst in der Schlußsekunde durch einen verwandelten Siebenmeter, über den man zumindestens geteilter Meinung sein konnte.
Aber es ist ja eine im Sport altbekannte Tatsache, daß Mannschaften das Pech förmlich hinterherläuft, wenn sie erst einmal „im Keller“ stehen. Die Umkehrung dieser „Weisheit“ haben ja gerade die VfL-Handballdamen in der Vergangenheit auch oft genug genossen.
Unverdient war im übrigen der Erfolg des TSV Munkbrarup, mit dem der VfL ja schon früher mehrfach seine liebe Mühe und Not gehabt hatte, auch wenn er letztendlich immer gewann, nicht. Der Bezirksligist, der zuvor ja schon Oberligaspitzenreiter SV Oldenburg (im letzten Jahr Sieger im Pokal über den VfL Oldesloe ebenfalls schon in der ersten Runde auf Regionalebene) aus dem Rennen geworfen hatte, war der Regionalligatruppe des VfL spielerisch zumindest ebenbürtig. Bezeichnend dafür ist schon, daß Torhüterin Martina Pusch beste Oldesloer Spielerin war, aber auch sie konnte das Verhängnis nicht aufhalten.
STORMARNER TAGEBLATT vom 19.1.1987
Freitag, 23. Januar 1987
Chance für die Damen bei HT 16?
(mth). … Die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe muß mit der Hamburger Turnerschaft von 1816 am Sonntag die Mannschaft aufsuchen, gegen die sie bislang ihren einzigen Saisonsieg verbuchte.
Damals im September sah es für die Oldesloerinnen noch ausgesprochen gut aus. Der Mannschaft war vor Saisonbeginn eigentlich kaum noch etwas zugetraut worden, aber dann startete sie mit 3:1 Punkten in die Serie. Plötzlich kam wieder Optimismus auf und das Saisonziel, der Klassenerhalt, schien gut erreichbar zu sein.
Von diesem Optimismus ist inzwischen nichts mehr übrig geblieben. Dem VfL gelangen in der Folgezeit nur noch einige wenige Unentschieden und inzwischen ist man auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Spätestens seit der Heimniederlage im ersten Heimspiel dieses Jahres gegen Eintracht Lüneburg müssen die Aussichten für den VfL, sich die Zugehörigkeit zur Regionalliga ein drittes Jahr sichern zu können, als außerordentlich gering eingestuft werden.
Die Pokalniederlage am letzten Wochenende beim TSV Munkbrarup. der immerhin zwei Klassen tiefer als der VfL spielt, war natürlich auch nicht dazu angetan, die Stimmung der Truppe zu heben.
Noch aber gibt es für den VfL natürlich Chancen, sich am eigenen Schopf, wie weiland der sagenhafte Baron von Münchhausen, aus dem Sumpf zu ziehen. Nötig dazu aber wären eine ganze Reihe von Siegen in Folge und anfangen müßte die Mannschaft damit am Sonntag ab 11 Uhr in der Sporthalle in Wandsbek gegen die junge Truppe von HT 16. Möglich aber wird dies wohl nur dann sein, wenn endlich die ungarische Ex-Nationalspielerin Magdolna Csiha beim VfL mitwirken kann und auch sonst alle Stammspielerinnen des viel zu kleinen Kaders „an Bord sind“
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.1.1987
Sonntag, 25. Januar 1987
Hamburger TS 1816 – VfL Oldesloe 22:13 (10:8)
Wieder Niederlage der VfL-Damen
(mth). … Die Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe kassierte mit 13:22 bei der Hamburger Turnerschaft von 1816 eine weitere Niederlage und verliert als Tabellenletzter nun langsam aber sicher den Anschluß an die Mannschaften des unteren Tabellendrittels. Nur ein kleines Wunder kann die Oldesloerinnen nun noch vor dem Abstieg bewahren. …
Obwohl der VfL gegen die Hamburgerinnen den bislang einzigen Sieg in dieser Serie in der Hinrunde errungen hatte, ging er auch in diese Partie nur als Außenseiter. Die personellen Voraussetzungen waren wieder einmal wahrlich nicht die besten. Mit Andrea Hasenberg fiel eine der Leistungsträgerinnen durch Verletzung aus und an eine Spielberechtigung für die ungarische Ex-Nationalspielerin Magdolna Csiha ist offensichtlich noch immer nicht zu denken.
Dazu war Kirstin Timm, die vor einer Woche bei der Pokalniederlage in Munkbrarup gefehlt hatte, noch immer nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte. Immerhin aber konnte VfL-Trainer Claus Schilk mit Silke Lauschke, Heike Büttner und Marion Leihe auf drei Spielerinnen der zweiten Mannschaft zurückgreifen, so daß er wenigstens ein komplettes Team auf die Beine stellen konnte.
Dennoch nahm die Partie zunächst den erwarteten Verlauf. Die junge Hamburger Mannschaft übernahm sofort das Kommando und die Führung und baute sie, ohne jemals in Rückstand zu geraten und ohne auf allzu großen Widerstand zu stoßen, bis kurz vor Halbzeit auf 10:6 aus, Damit schien das Spiel eigentlich schon gelaufen zu sein, zumal der VfL es in der ersten Halbzeit nur Stefanie Bernecker zu verdanken hatte – sie warf im ersten Spielabschnitt gleich fünf Tore –‚ nicht noch deutlicher zurückzuliegen.
Plötzlich aber ging ein Ruck durch das Oldesloer Team. Bis zur Pause konnte man den Rückstand noch auf 8:10 verkürzen und fünf Minuten nach dem Wechsel führte man dann gar mit 11:10.
Dann aber bekamen die Stormarnerinnen Angst vor der eigenen Courage und es brach angesichts der Möglichkeit, endlich wieder einmal einen Sieg erringen zu können, so etwas wie Panik in der Mannschaft aus. Acht Tore konnten nun die Hamburgerinnen in Folge erzielen. Damit war die Partie dann natürlich endgültig entschieden, zumal die Oldesloerinnen bis zum Schlußpfiff nur noch zwei Treffer zustande brachten.
Mit ihren fünf Toren aus der ersten Halbzeit blieb Stefanie Bernecker erfolgreichste VfL-Werferin. Auf je drei Treffer brachten es Martina Gliewe und Dörte Knickrehm und zwei Tore – darunter ein verwandelter Siebenmeter – steuerte Kirstin Timm bei. Außerdem kamen noch Anke Petersen, Martina Pusch, Petra Finnern, Silke Lauschke, Heike Büttner, Marion Leihe und Anja Müller zum Einsatz.
STORMARNER TAGEBLATT vom 26.1.1987
Montag, 2. Februar 1987
Trainer der VfL-Damen, Claus Schilk, legte sein Amt endgültig nieder
Andrea Güldenpfennig wieder dabei?
(mth). Die Handballmannschaften des VfL Oldesloe hatten eigentlich ein ruhiges Wochenende, denn die beiden Spitzenmannschaften der Abteilung – die Damen-Regionalliga-Mannschaft und die A-Jugend-Oberliga-Mannschaft – waren spielfrei. Die A-Jugend hatte dabei schon am Donnerstag letzter Woche gespielt und sich mit einem 16:11-Erfolg den zweiten Tabellenplatz zurückerobert.
Aber einen „Knüller“ gibt es doch zu vermelden: Der Trainer der Damenmannschaft, Claus Schilk, der vor ein paar Wochen ja schon einmal seinen Rücktritt erklärt hatte, dann aber doch noch weitermachte, hat am Wochenende nun endgültig sein Amt als Trainer und Betreuer der Damenmannschaft zur Verfügung gestellt.
Wie es nun weitergeht ist noch nicht geklärt, aber die Mannschaft ist fest entschlossen, dem drohenden Abstieg doch noch zu entgehen. Nicht ausgeschlossen ist, daß auch Andrea Güldenpfennig, die ja mit Claus Schilk zu keiner Einigung hatte kommen können, wieder ständig in der ersten Damenmannschaft mitwirken wird, nachdem sie zuletzt ja nur in der zweiten Damenmannschaft mitwirkte.
STORMARNER TAGEBLATT vom 2.2.1987
Sonnabend, 7. Februar 1987
Die Weichen sind für die VfL-Damen nun neu gestellt
(mth). Wiederum nur ein sehr kleines Programm gibt es am Wochenende für die Handballmannschaften des VfL Oldesloe. Dabei ist von den Mannschaften, die in Ligen oberhalb des Kreises spielen, keine dabei. Ursprünglich war für die Damen-Regionalliga-Mannschaft für das Wochenende ein Spiel vorgesehen, aber der Verband hat die Partie bei der zweiten Mannschaft des VfL Oldenburg wegen eines Länderspiels in Oldenburg abgesetzt. Es wird nun voraussichtlich ein Wochenende später stattfinden.
Für die Oldesloer Mannschaft gewiß eine gute Gelegenheit, sich noch intensiver auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Nach dem Rücktritt von Trainer Claus Schilk am letzten Wochenende sind die Weichen inzwischen neu gestellt. Horst Leihe, Trainer der zweiten Damenmannschaft, und Ralph Ge-ricke werden bis zum Saisonende die Ämter als Trainer und Coach der Mannschaft übernehmen.
Das Training der ersten und zweiten Damenmannschaft ist dafür zusammengelegt worden. Auch werden sich in Zukunft Spielerinnen der zweiten Mannschaft uneingeschränkt für den Einsatz in der Regionalliga-Mannschaft zur Verfügung stellen – bislang taten es ja nur einige wenige unter dem Vorbehalt, sich dort nicht festzuspielen –‚ womit die Personalnot der Regionalligatruppe ein Ende haben dürfte.
Zu den Spielerinnen, die (wieder) in die erste VfL-Mannschaft aufrücken, gehört mit Sicherheit auch Andrea Güldenpfennig, die mit Claus Schilk ja nicht auf einen Nenner gekommen war. Von ihrem Einsatz in der Regionalligatruppe versprechen sich Mannschaft und Abteilungsleitung – und sicher auch die Zuschauer – natürlich einiges. Vielleicht gelingt es ja nun doch noch, in einem Kraftakt die Regionalligazugehörigkeit für ein weiteres Jahr zu sichern.
STORMARNER TAGEBLATT vom 7.2.1987
Freitag, 13. Februar 1987
VfL wieder mit Andrea Güldenpfennig
Gelingt den VfL-Damen bei VfL Oldenburg II am Sonntag der Aufbruch zu neuen Ufern?
(mth). Nach dreiwöchiger Pause, in der ja allerlei passiert ist, greift am Wochenende die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe wieder in das Punktspielgeschehen ein. Die Mannschaft holt am Sonntag um 19 Uhr bei der zweiten Mannschaft des VfL Oldenburg das Spiel nach, das am letzten Sonntag wegen eines Länderspiels der Herren gegen Ungarn in Oldenburg (in Oldenburg) abgesetzt worden war.
In Oldesloe hat es ja inzwischen einen Trainerwechsel gegeben. Claus Schilk, der ja schon im letzten Herbst einmal drauf und dran gewesen war, „die Brocken hinzuwerfen“, hat vor zwei Wochen nun endgültig seinen Rücktritt vom Traineramt im VfL vollzogen.
Er fühlte sich von Verein und Abteilung im Stich gelassen und letztendlich auch von der Mannschaft, als diese, weil sie alle vorhandenen Chancen auf den Klassenerhalt suchen und nutzen will – so Mannschaftsführerin Anke Petersen –, auf die eigene zweite Mannschaft und hier insbesondere Andrea Gül-denpfennig zuging, um das gelinde gesagt „gespannte“ Verhältnis zur Regionalliga-Mannschaft im Interesse der Sache zu entkrampfen.
Das war nicht mehr im Sinne Schilks, der kompromißlos seinen Weg weiter beschreiten wollte, koste es auch den Abstieg. Nach dem Rücktritt Schilks ist die Sache dann im Sinne der Mannschaft entschieden worden. Spielerinnen der zweiten Mannschaft, einschließlich Andrea Güldenpferinig, stehen nun uneingeschränkt für die vorher personell unterbesetzte Regionalliga-Mannschaft zur Verfügung, die nun von Horst Leihe (bislang nur für die „Zweite“ verantwortlich) und Masseur Ralph Gericke trainiert und betreut wird.
Ob's schon in Oldenburg den erhofften Aufschwung geben wird, bleibt abzuwarten. Nötig wäre es allemal, denn Niederlagen gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel kann sich der VfL nun nicht mehr leisten, wenn die Lage nicht gänzlich aussichtlos werden soll. Vier Tage später stellt sich die Mannschaft nach langer Pause dann auch wieder in einem Heimspiel dem eigenen Publikum vor. Gegner ist am Donnerstag um 20.15 Uhr in der Vogler-Halle die SG Union/Bramfeld aus Hamburg, immerhin der Spitzenreiter der Liga.
STORMARNER TAGEBLATT vom 13.2.1987
Sonntag, 15. Februar 1987
VfL Oldenburg II – VfL Oldesloe 16:21 (10:11)
Mit Andrea Güldenpfennig kehrt zu den VfL-Handballdamen auch der Erfolg zurück
(mth). Bei den Handballdamen des VfL Oldesloe hofft man nun wieder auf den Klassenerhalt. Auf diesen kurzen Nenner kann man den ersten Auftritt der Mannschaft nach dem Trainerwechsel bringen. Bei der zweiten Mannschaft des VfL Oldenburg gewannen die Oldesloerinnen mit 21:16 (11:10) und konnten damit auch gleich die rote Laterne in der Regionalliga an den TV Oyten weiterreichen.
Für die Oldesloerinnen war es erst der zweite Saisonsieg, aber es sollte nicht der letzte gewesen sein, denn durch den Wiedereinsatz von Andrea Güldenpfennig hat die Mannschaft urplötzlich wieder ein ganz anderes Gesicht bekommen, mit dem der VfL für alle Regionalligisten nun wieder ein ernstzunehmender Gegner ist.
Der Erfolg in Oldenburg trägt eindeutig den Namen Andrea Güldenpfennig. Sie gestaltete ihren ersten Auftritt in der Regionalliga in dieser Saison zu einer wahren Gala-Show. Sie warf alleine mehr als die Hälfte aller Treffer der Stormarnerinnen (12), trat als Spielmacherin und Torevorbereiterin in Erscheinung, erwies sich als sichere Siebenmeterwerferin (5) und schaltete dazu in der Deckung noch Oldenburgs Spielmacherin Karin Becker aus.
Die Stimmen in Oldesloe, die im Zusammenhang mit den Handballdamen vom „VfL Güldenpfennig“ statt vom VfL Oldesloe sprechen, werden schlagartig wieder zunehmen und auch der Zuschauerstrom zu den Spielen, der zuletzt doch reichlich gering geworden war, wird gewiß wieder ansteigen.
Erste Gelegenheit, die Mannschaft in ihrer neuen (alten) Formation zu erleben, ergibt sich schon am kommenden Donnerstag, wenn um 20.15 Uhr kein Geringerer als Spitzenreiter SG Union/Bramfeld in der Vogler-Halle seine Visitenkarte abgibt. Dieses Spiel gehört noch zur Vorrunde, denn im Herbst hatte es ausfallen müssen, weil Union Spielerinnen für internationale Aufgaben hatte abstellen müssen.
Zum Spiel in Oldenburg: Der Gastgeber konnte in der ersten Halbzeit, obwohl Andrea Güldenpfennig fast nach Belieben schalten und walten konnte, noch gut mithalten. Allerdings geriet der VfL Oldesloe dabei nie in Rückstand. Ein Gefühl, das die Mannschaft in dieser Saison sonst noch nie hatte genießen können. Und genau diese Tatsache gab der Mannschaft Rückhalt und Selbstvertrauen. Selbstvertrauen, das die Truppe in der zweiten Halbzeit auch gut gebrauchen konnte, denn nun versuchten die Oldenburgerinnen Andrea Güldenpfennig mit konsequenter kurzer Deckung auszuschalten.
Diese Maßnahme aber schlug wieder einmal – früher ist Ähnliches oft zu beobachten gewesen – gegen die Initiatoren aus. Andrea Güldenpfennig nämlich war in ihrem Aktionsradius auch in „Manndeckung“ nicht auszuschalten und ihren Mitspielerinnen wurde dadurch reichlich Raum geschaffen.
Den wußte vor allem Anja Müller zu nutzen, die eine ihrer besten Saisonleistungen zeigte und mit vier Treffern so erfolgreich wie nie zuvor in diesem Jahr war. Der Sieg der Oldesloerinnen geriet in der zweiten Halbzeit dann auch niemals mehr ernsthaft in Gefahr.
Für die restlichen Torerfolge waren Stefanie Bernecker (3), Martina Gliewe und Kirstin Timm verantwortlich. Außerdem kamen noch Anke Petersen, Martina Pusch, Andrea Hasenberg, Dörte Knickrehm und Petra Finnern zum Einsatz.
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.2.1987
Donnerstag, 19. Februar 1987
20.15 Uhr in der Vogler-Halle
VfL-Damen heute gegen Spitzenreiter Union
(mth). Eine „englische Woche“ hat die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe zu absolvieren. In der Vogler-Halle ist heute um 20.15 Uhr Spitzenreiter SG Union/Bramfeld Gast der Oldesloerinnen, die seit dem letzten Wochenende wieder Hoffnungen auf den Klassenerhalt hegen.
Der Wiedereinsatz von Andrea Güldenpfennig in der Regionalliga-Mannschaft hat der Mannschaft nicht nur auf spielerischem Sektor Impulse gegeben, auch Moral und Selbstbewußtsein der Mannschaft sind dadurch erheblich angewachsen.
Gegen den Spitzenreiter aus Hamburg, der sich anschickt, in diesem Jahr wieder an alte Glanzzeiten anzuknüpfen – Union 03 Hamburg hat früher viele Jahre in der 1. Bundesliga gespielt und gehörte in den sechziger Jahren zur absoluten Spitze im Damenhandball – sind die Oldesloerinnen trotz des unverkennbaren Aufschwungs natürlich nur Außenseiter.
Im Hinblick auf den Klassenerhalt ist gewiß die Partie am Sonntag beim TV Oyten, den man in der Tabelle durch den Erfolg in Oldenburg schon hat überflügeln können, von größerer Bedeutung. Aber auch in die heutige Partie geht der VfL, der mutmaßlich die gleiche Truppe wie in Oldenburg aufbieten kann und wird, mit neuem Mut.
Schließlich hat man nichts zu verlieren und will sich mit einer erfrischenden Leistung wieder in die Herzen der Oldesloer Zuschauer zurückspielen. Der Zuspruch von dieser Seite war bislang in dieser Saison ja reichlich zurückgegangen, aber im Endspurt des Kampfes um den Klassenerhalt würde den VfL-Damen Unterstützung von dieser Seite sicher sehr gut tun.
STORMARNER TAGEBLATT vom 19.2.1987
Donnerstag, 19. Februar 1987
VfL Oldesloe – SG Union/Bramfeld 20:26 (9:12)
Vor fast 250 Zuschauern in der Vogler-Halle
VfL-Damen hielten sich gegen den Spitzenreiter achtbar, verloren aber dann doch mit 20:26
(mth). Gegen den Spitzenreiter der Damen-Regionalliga SG Union/Bramfeld kassierte die Mannschaft des VfL Oldesloe in der mit rund 250 Zuschauern überfüllten Vogler-Halle mit 20:26 (9:12) eine erwartete Niederlage. Das als Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt zu werten – der VfL fiel mit dieser Niederlage wieder auf den letzten Platz zurück, den man ja gerade erst am letzten Sonntag nach dem Sieg bei VfL Oldenburg II abgegeben hatte – ist sicher verfehlt oder zumindestens verfrüht.
Mit dieser Niederlage gegen eine außerordentlich ausgeglichen besetzte Mannschaft hatte man mit Sicherheit trotz des Wiedereinsatzes von Andrea Güldenpfennig rechnen müssen. Als Rückschlag könnte sich aber noch herauskristallisieren, daß die Mannschaft in diesem Spiel zu viel Kraft gelassen hat vor der für den Abstiegskampf ungleich wichtigeren Begegnung am Sonntag um 16 Uhr beim TV Oyten.
Voll verausgabt nämlich hat sich die Truppe des Trainergespanns Horst Leihe/Ralph Gericke allemal. Sie wollte auch gegen die Hamburgerinnen ihre Chance suchen und bot dem Spitzenreiter einen offenen Schlagabtausch.
Dabei gelang es den Stormarnerinnen sogar, Union im ersten Spieldrittel zu überraschen. Der VfL legte nämlich einen Blitzstart hin. Nach vier Minuten führte man schon mit 3:0 und nach neun Minuten gar mit 5:1. Bis zur 13. Minute konnte der Gast dann zwar auf 4:5 verkürzen, aber noch einmal zog der VfL bis zur 17. Minute auf 8:5 davon.
Dann aber hatte sich der Spitzenreiter endgültig auf den VfL, der wieder von dem überragenden Spielwitz von Andrea Güldenpfennig lebte, eingestellt. Elf Minuten lang blieb der VfL nun ohne Treffer – unter anderem verwarfen in dieser Zeitspanne Andrea Güldenpfennig und Dörte Knickrehm zwei Siebenmeter – und die SG Union/Bramfeld, die in der 20. Minute zum 8:8 erstmals in der Partie den Gleichstand herstellte, zog auf 12:8 davon. Bitter für die Oldesloerinnen war dabei, daß sie gleich zweimal Überzahlspiel nicht zu Ergebnisverbesserungen nutzen konnten, sondern sogar noch Rückschläge hinnehmen mußten.
Bei einer Halbzeitführung von 12:9 schien zumindest eine Vorentscheidung zugunsten der Gäste gefallen zu sein. Aber der VfL gab deswegen noch lange nicht auf. Bis zur 38. Minute kämpfte er sich wieder auf 13:14 heran und hatte mehrfach die Chance zum Ausgleich, als Torhüterin Anke Petersen ein paar Mal glänzend reagierte.
Ansonsten aber hatte die VfL-Torsteherin nicht ihren besten Tag erwischt. Insbesondere bei Würfen von den Außenpositionen sah sie durchgehend schlecht aus. Das trug sicher auch wesentlich mit dazu bei, daß die Unionerinnen ab der 40. Minute ziemlich mühelos wieder davonziehen konnten, obwohl sie auch weiterhin in regelmäßigen Abständen in Unterzahl agieren mußten, denn sie kassierten insgesamt sieben Zeitstrafen, denen nur eine beim VfL gegenüberstand.
Der VfL kämpfte zwar bis zum Schluß unverdrossen weiter, konnte aber die am Ende noch glatte 20:26-Niederlage nicht verhindern. Mit sieben Treffern war Andrea Güldenpfennig auch in ihrem zweiten Spiel nach ihrem Comeback erfolgreichste VfL-Werferin. Auf je vier Treffer brachten es Dörte Knickrehm und Kirstin Timm, wobei die letztere durchweg mit Siebenmetern erfolgreich war.
Stefanie Bernecker, Martina Gliewe (je 2) und Anja Müller erzielten die restlichen VfL-Tore. Andrea Hasenberg, die von ihrer Bestform ein gutes Stück entfernt ist, ging leer aus.
Um am Sonntag in Oyten im so wichtigen Abstiegskampf erfolgreich bestehen zu können, wird der VfL sein Abwehrverhalten sicher konzentrierter gestalten müssen, als das gegen Union der Fall war. Gelingt das, hat die Truppe allen Grund, optimistisch in das „Kellerduell“ zu gehen. Mit einem Sieg in Oyten würden die Chancen auf den Klassenerhalt enorm ansteigen.
STORMARNER TAGEBLATT vom, 20.2.1987
Sonntag, 22. Februar 1987
TuS Oyten – VfL Oldesloe 17:13 (5:7)
Ohne Andrea Güldenpfennig war der VfL in Oyten wieder ohne Chance
(mth). Die Hoffnungen der Damenmannschaft des VfL Oldesloe auf eine dritte Saison in der Regionalliga sind auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Drei Tage nach der 20:26-Heimniederlage gegen Spitzenreiter SG Union/Bramfeld, mit der man wohl hatte rechnen müssen, verlor die Truppe des neuen Trainergespanns Horst Leihe/Ralph Gericke nun auch beim Tabellennachbarn TV Oyten mit 13:17.
Die VfL-Damen sind damit wieder klar auf den letzten Platz in der Tabelle abgerutscht und nun kann sie wirklich nur noch ein „Handballwunder“ vor dem Abstieg retten. Der VfL mußte beim Schicksalsspiel in Oyten auf Andrea Güldenpfennig verzichten. Andrea, die ja nach dem Trainerwechsel in die Regionalligatruppe zurückgekehrt war, hatte für dieses Wochenende seit langem einen Kurzurlaub geplant und fehlte der Mannschaft sofort wieder an allen Ecken und Enden.
Mit Heike Büttner und Marion Leihe standen zwar dafür zwei andere Spielerinnen zur Verfügung, die ansonsten zur zweiten Mannschaft gehören, aber auch sie konnten dies Lücke nicht füllen. An kämpferischem Einsatz hat die Truppe es zwar auch in Oyten vor gut 250 Zuschauern nicht fehlen lassen. aber ohne Andrea Güldenpfennig ist die Truppe einfach zu wenig torgefährlich, um in der Regionalliga ein Spiel für sich entscheiden zu können.
Mit nur 13 Treffern in 60 Minuten sank die Mannschaft wieder auf genau die Quote zurück, mit der sie vor dem Trainerwechsel „in den Keller“ gegangen war. In den beiden Spielen mit Andrea Güldenpfennig war der VfL dagegen pro Spiel auf 20 und mehr Treffer gekommen, wozu die Spielmacherin und Torjägerin zusammen alleine 19 Tore beigesteuert hatte.
In der Rolle als erfolgreichste Torwerferin wurde sie in Oyten von Dörte Knickrehm abgelöst, die viermal erfolgreich war und neben Anja Müller und Torhüterin Martina Pusch auch zu den stärksten Spielerinnen in der Mannschaft gehörte. Drei Treffer verbuchte Kirstin Timm und je zwei Tore steuerten Stefanie Bernecker, Anja Müller und Andrea Hasenberg bei. Außerdem kamen noch Anke Petersen, Martina Pusch, Martina Gliewe, Petra Finnern, Heike Büttner und Marion Leihe zum Einsatz.
Der VfL bot in Oyten in der ersten Halbzeit eine schwache und konfuse Leistung. Da aber auch der TV Oyten überaus nervös agierte, war bei einem Rückstand von 5:7 noch nichts verloren. Nach der Pause konnten sich die Stormarnerinnen, bei denen nun Anja Müller die Fäden in die Hand nahm, dann zunächst erheblich steigern und Mitte der zweiten Halbzeit hatten sie den Rückstand nicht nur wettgemacht, sondern gingen sogar ihrerseits erst- und einmalig in Führung (12:11 in der 48. Minute).
Aber damit hatte man dann auch sein Pulver verschossen. TV Oyten glich nicht nur schnell wieder aus, sondern ging auch schnell wieder in Führung und baute die bis zum Schlußpfiff noch kontinuierlich aus.
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.2.1987
Mittwoch, 25. Februar 1987
Ferencvaros Budapest gastiert in Stormarn
Zu einem internationalen Freundschaftsspiel erwartet morgen die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe den vierfachen ungarischen Meister Ferencvaros Budapest. Die Ungarinnen weilen zur Zeit zu einem Trainingsaufenthalt in Norddeutschland und nutzen dabei die Gelegenheit zu zahlreichen Freundschaftsspielen. In Stormarn treten sie dabei sogar zweimal an. Einen Tag nach dem Spiel In Oldesloe – die Partie beginnt um 20.15 Uhr in der Vogler-Halle, da die Stormarnhalle nicht frei ist – spielt eine Stormarnauswahl gegen die mit zehn Junioren-Nationalspielerinnen gespickte ungarische Meistermannschaft. In der Stormarnauswahl stoßen noch Spielerinnen des SSV Großensee und der HSG Trittau/Lütjensee zu den VfL-Damen. Dieses Spiel beginnt um 20 Uhr in der Sporthalle in Trittau. Der „Star“ der Stormarner Handballszene, Andrea Güldenpfennig, steht in beiden Spielen wegen eines Urlaubs nicht zur Verfügung. Das mindert natürlich die Aussichten der einheimischen Teams auf ein ehrenvolles Abschneiden, aber hervorragenden Sport wird es für die Stormarner Handballfreunde deshalb dennoch zu
sehen geben.
STORMARNER TAGEBLATT vom 25.2.1987
Donnerstag, 26. Februar 1987
VfL Oldesloe – Ferencvaros Budapest 18:26 (7:14)
Nur 80 Zuschauer sahen die Erstliga-Truppe aus Ungarn
Ferencvaros Budapest tanzte Polka mit den VfL-Damen
(gg). Gewissermaßen im Vorbeigehen, ohne sich zu überanstrengen, gelang der ungarischen Handballspitzenmannschaft Ferencvaros Budapest in der Heinrich-Vogler-Halle ein erwarteter Sieg gegen die Regionalligisten des VfL Oldesloe.
Doch zogen sich – großes Kompliment – die Oldesloerinnen bei ihrer 18:26 (7:14)-Niederlage so gut aus der Affäre, wie man es nicht unbedingt hätte erwarten müssen. Trotzdem tanzten die durchtrainierten und athletischen Ungarinnen, die privat bei Spielerinnen und Betreuern wohnen, über weite Strecken der Partie eine ausgelassene Polka mit den Damen des VfL.
Ohne Andrea Güldenpfennig (Urlaub) und auch ohne Kirstin Timm (verletzt) waren die Gastgeberinnen vor nur knapp 80 Zuschauern natürlich restlos überfordert, doch darauf schließlich kam es bei dieser Begegnung auch gar nicht an. Vielmehr war es eine Augenweide, den Gästen aus Ungarn zuzusehen, die trotz ständig wechselnden Aufgebots nie ihre Linie, geschweige denn ihre Führung verlor.
Daß die VfL-Damen dennoch auf achtbare 18 Tore kamen, lag daran, daß sie eine ganze Reihe von Siebenmetern zugesprochen bekamen, die auch fast alle verwandelt worden sind. Doch auch über die Außenpositionen (Dörte Knickrehm, Heike Büttner) und vom Kreis (Andrea Hasenberg) erzielten die VfL-Damen schöne Tore. Bei Ferencvaros Budapest war zumindest im ersten Durchgang fast jeder Wurf ein Treffer. Gerade aus dem Rückraum mit der wurfgewaltigen Ungarin Dejtari hagelte es Wurfgeschosse auf das VfL-Tor.
Für die leider sehr wenigen Zuschauer hat sich der Weg aber allemal gelohnt. Auch wenn Ferencvaros, das sich in der letzten Vorbereitung für die Meisterschaft befindet, nicht nach allen Regeln der Kunst „gezaubert“ hat, so war die faire Partie, so wie es sich Abteilungsleiter Jürgen Dorn in seinen Begrüßungsworten gewünscht hatte, doch mit einer Menge Paprika gewürzt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.2.1987
Freitag, 27. Februar 1987
Vor der prächtigen Kulisse von gut 300 Zuschauern stellte in Trittau noch einmal die ungarische Handball-Erstliga-Mannschaft von Ferencvaros Budapest ihr Können unter Beweis. Die Damen der europäischen Spitzenmannschaft gewannen erwartungsgemäß hoch gegen eine von Claus Schilk und Ingo Naths betreute Stormarnauswahl. Beim Stande von 9:7 führten die Stormarnerinnen aufgrund einer tollen Torwartleistung von Janine Hildebrand sogar kurze Zeit, ehe die Ungarinnen dann doch „kurzen Prozeß“ machten. Für die Stormarnauswahl trafen Margitta Kops (SG Großensee/Möhnsen/4), Stefanie Bernecker (4), Dörte Knickrehm (beide VfL Oldesloe/4), Andrea Ketzel (SGM/2), Anja Müller, Martina Gliewe (beide VfL/je 1) und Bettina Kreidenberg (HSG Trittau/Lütjensee/1).
STORMARNER TAGEBLATT vom 2.3.1987
Freitag, 6. März 1987
Die Regionalligadamen des VfL sind gegen den Spitzenreiter Außenseiter
(mth). … Die Damen-Regionalliga-Mannschaft steht am Sonntag um 11.15 Uhr in der Sporthalle Steilshoop in Hamburg vor einer kaum lösbaren Aufgabe. Andrea Güldenpfennig wird nach Beendigung ihres Kurzurlaubs der Mannschaft zwar wahrscheinlich wieder zur Verfügung stehen, aber auch mit ihr war man vor zweieinhalb Wochen gegen Spitzenreiter SG Union/Bramfeld ja auf verlorenem Posten. Die Hamburgerinnen sind außerordentlich ausgeglichen besetzt und werden sich auf ihrem Weg zur Meisterschaft sicher nicht ausgerechnet vom Schlußlicht der Tabelle aufhalten lassen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.3.1987
Sonntag, 8. März 1987
SG Union/Bramfeld – VfL Oldesloe 22:15 (9:2)
15:22-Niederlage beim Spitzenreiter
Die Handballdamen des VfL scheinen Abstiegskampf aufgegeben zu haben
(mth). Die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe hat den Kampf um den Klassenerhalt offensichtlich zu den Akten gelegt. Zu diesem Schluß verleitet dabei nicht unbedingt die neuerliche Niederlage, die die Mannschaft mit 15:22 (2:9) beim Spitzenreiter der Klasse, SG Union/Bramfeld, in Hamburg einstecken mußte. Mit dieser Niederlage hatte man sicher rechnen müssen.
Aber die Umstände, die zu dieser Schlappe führten, sprechen doch Bände. Als das Spiel angepfiffen wurde, hatte der VfL gerade eine spielfähige Mannschaft mit einer Torhüterin (Anke Petersen) und sechs Feldspielerinnen beisammen. Später konnte man sich dann zwar noch durch zwei weitere Feldspielerinnen ergänzen, denn Andrea Hasenberg und Petra Finnern trafen zur zweiten Halbzeit noch in der Hansestadt ein, aber da waren Hopfen und Malz natürlich längst verloren.
Im übrigen hätte dem VfL dann auch eine zweite Torhüterin für diese Begegnung gut zu Gesicht gestanden, denn Anke Petersen verletzte sich nach 45 Minuten und mußte durch eine Feldspielerin (Dörte Knickrehm) in den Schlußminuten ersetzt werden.
In den Rahmen der mißlichen Umstände paßt dann auch noch, daß Andrea Güldenpfennig entgegen allen Ankündigungen nun auch für diese Partie nicht zur Verfügung stand, aber auch das konnte und mußte man schließlich verdauen, denn gegen diesen spielstarken Gegner hatte man ja vor zweieinhalb Wochen auch mit Andrea deutlich verloren.
Zum Spiel selbst: In der ersten Halbzeit hatte die Partie nicht den Schimmer von Regionalliga-Niveau. Schon gar nicht der VfL, der in den 30 Minuten ganze zwei Tore zustande brachte. Aber auch der Spitzenreiter paßte sich diesem Niveau an und verdankte seine deutliche 9:2-Führung hauptsächlich guten Einzelleistungen seiner Leistungsträgerinnen Hehr und Eydeler.
Im zweiten Spielabschnitt rissen sich die Oldesloerinnen, bei denen Kirstin Timm, die mit sieben Treffern auch mit Abstand erfolgreichste Torwerferin ihrer Mannschaft war, die beste Form und Leistung zeigte, dann zusammen und bewiesen immerhin noch eine gute Moral. Sie kamen schnell auf 7:11 heran und konnten diesen Vier-Tore-Rückstand eine ganze Zeit halten.
Erst nach der Verletzung von Anke Petersen erlahmte dann der Widerstand der Stormarnerinnen, und bei einem Stand von 11:22 in der 54. Minute schien sich doch noch eine Katastrophe abzuzeichnen. Aber dann wuchs „Ersatztorfrau“ Dörte Knickrehm noch über sich hinaus, so daß der VfL, der noch vier Tore erzielen konnte, das Ergebnis noch erträglicher gestalten konnte.
Außer Kirstin Timm waren für den VfL noch Dörte Knickrehm (3), Martina Gliewe (2), Andrea Hasenberg, Stefanie Bernecker und Dagmar Warncke erfolgreich. Die Oldesloerinnen haben nach dieser Niederlage nun schon vier Minuspunkte Rückstand zu sämtlichen Konkurrenten im Abstiegskampf, so daß eine Rettung bei nur fünf noch ausstehenden Spielen so gut wie aussichtslos erscheint.
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.3.1987
Donnerstag, 12. März 1987
SV Buxtehude Gast in der Stormarnhalle
Können sich die VfL-Damen noch zu einem Neubeginn aufraffen?
(mth). Heute um 20.30 Uhr muß die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe in der Stormarnhalle ihr nächstes Punktspiel austragen. Gegner der Oldesloerinnen ist der Tabellenzweite SV Buxtehude. Ursprünglich war diese Partie für den Sonnabend vorgesehen gewesen. Da dann aber die Stormarnhalle anderweitig belegt ist, hat man die Begegnung auf heute vorgezogen.
Das Schicksal der Oldesloer Damen in der Regionalliga scheint inzwischen endgültig besiegelt zu sein. Vier Punkte beträgt inzwischen der Rückstand der Stormarnerinnen gegenüber der Konkurrenz im Abstiegskampf und diese Distanz dürfte unüberbrückbar sein bei nur fünf noch ausstehenden Spielen in dieser Saison. Um nun noch eine Chance zu haben, müßten die VfL-Damen sämtliche Spiele gewinnen und daran vermögen Realisten nun wirklich nicht zu glauben.
In welcher Aufstellung der VfL heute antreten wird, ist eher unklar. Der Plan, die Mannschaft, deren Hauptmanko ja die zu dünne personelle Decke in dieser Saison gewesen ist, nach dem Trainerwechsel durch Spielerinnen der zweiten Mannschaft aufzustocken, scheint inzwischen zu den Akten gelegt zu sein.
Am letzten Sonntag jedenfalls waren für die erste Mannschaft gerade genügend Kräfte vorhanden, um eine vollzählige Mannschaft aufzustellen. Während die zweite Mannschaft in Bestbesetzung versuchte, ihre vage Chance auf einen Aufstieg in die Bezirksklasse wahrzunehmen. Beim „Schicksalsspiel“ in Oyten war es ja schon ähnlich gewesen.
Unabhängig davon aber, wie die Mannschaft heute aufläuft und wie sie sich gegen den Tabellenzweiten, der sich durchaus noch Meisterschafts- und Aufstiegschancen ausrechnet, aus der Affäre zieht, muß man beim VfL nur darangehen, die Weichen für die kommende Saison umgehend zu stellen. Geschieht das nicht und werden dabei nicht Nägel mit Köpfen gemacht, wird der Damenhandball. der so viele Jahre Aushängeschild des Oldesloer, ja des Stormarner Sports war, in der Kreisstadt „ganz den Bach runtergehen“.
Nicht zuletzt gilt es, den Spielerinnen der jetzigen A-Jugend-Oberligamannschaft eine vernünftige Perspektive anzubieten, damit sich diese Truppe, die sich mit ihrem Platz in der höchsten schleswig-holsteinischen Spielklasse ja wirklich glänzend geschlagen hat, nicht in alle Winde verstreut. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 12.3.1987
Donnerstag, 12. März 1987
VfL Oldesloe – Buxtehuder SV 19:24 (10:9)
(mth). … Die VfL-Mannschaft bot in der ersten Halbzeit gegen einen wirklich starken Gegner eine ihrer besten Saisonleistungen und führte zur Pause mit 10:9. Nach dem Seitenwechsel ging die Führung dann zwar schnell wieder verloren, aber bis weit in die Schlußphase des Spiels hinein – nach 51 Minuten stand es nur 17:15 für Buxtehude – war der VfL alle andere als chancenlos. auch wenn im zweiten Durchgang bei weitem nicht mehr so viel zusammenlief. wie vor der Pause. Erst im Schlußspurt setzte sich dann die eindeutig harmonischere und auch konditionsstärkere Gastmannschaft noch klar durch.
Mehr als das Endergebnis von 19:24 aber, könnte die VfL-Damen für die Zukunft schmerzen, daß Andrea Güldenpfennig nun mutmaßlich bis zum Saisonende ausfällt. Sie ließ sich nämlich eine Minute vor Spielschluß zu einer derben Schiedsrichterbeleidigung hinreißen, sah dafür die rote Karte und wird so um eine Sperre von mehreren Wochen nicht herumkommen.
Dabei war ihr Zorn auf die Schiedsrichter Kossen und Voigt aus Gruppenbühren bei Delmenhorst schon verständlich, denn die beiden Herren in Schwarz pfiffen wirklich erbärmlich schlecht, entschuldigen aber kann das die Entgleisung nicht.
An den 19 Treffern waren alle Feldspielerinnen des VfL beteiligt. Am erfolgreichsten war Dörte Knickrehm mit sechs Treffern vor Andrea Güldenpfennig (5), Anja Müller (3), Stefanie Bernecker (2), Andrea Hasenberg, Kirstin Timm und Martina Gliewe. Im Tor war Martina Pusch anfangs in glänzender Form, ehe ihr in der zweiten Halbzeit dann mit einem wahren Hagel schwerster Würfe der Schneid abgekauft wurde.
Überraschend bietet sich im übrigen den VfL-Damen mutmaßlich doch noch eine Chance auf den Klassenerhalt. Aller Voraussicht nach nämlich werden ihr die Punkte aus den beiden Spielen gegen SG Union/Bramfeld, die ja beide klar verloren gingen, gutgeschrieben, denn die Hamburgerinnen haben in ihren letzten vier oder fünf Spielen eine Spielerin (Roswita Hehr) eingesetzt, die offensichtlich keine gültige Spielgenehmigung hatte. Eine Entscheidung des Verbandes in diesem Fall wird noch für dieses Wochenende erwartet.
STORMARNER TAGEBLATT vom 13.3.1987
Freitag, 13. März 1987
Schon wieder ein Trainerwechsel bei den VfL-Damen
Jörg Fischer löste das Gespann Horst Leihe/Ralph Gericke ab
(mth). Aller guten Dinge sind drei, sagt der Volksmund. Wenn das richtig ist dann ist die Damen-Regionalliga-Mannschaft des VfL Oldesloe nun wieder auf dem Weg in eine bessere Zukunft. Seit gestern nämlich hat die Mannschaft wieder einen neuen Trainer, den dritten dieser Saison.
Claus Schilk, mit dem die Mannschaft ja die Saison begonnen hatte, hatte ja Ende Januar das Handtuch geworfen und war vom Gespann Horst Leihe/Ralph Gericke abgelöst worden. Deren Tätigkeit war – von ihnen selbst und vom Verein – von vornherein bis zum Ende der Punktspielsaison begrenzt gewesen.
Hoffnungen und Erwartungen waren damit aber dennoch verbunden gewesen, denn es war vollmundig eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen erster und zweiter Mannschaft – Horst Leihe ist Coach der zweiten Damenmannschaft im VfL – angekündigt worden. Davon aber ist in den letzten Wochen dann kaum etwas zu bemerken gewesen, sieht man einmal davon ab, daß nun Andrea Güldenpfennig gelegentlich der Regionalliga-Mannschaft zur Verfügung stand.
Auch deswegen, aber nicht nur deswegen – schließlich soll es ja auch in der nächsten Saison weitergehen und dafür müssen schleunigst die Weichen gestellt werden –, hielt man beim VfL Ausschau nach einem Trainer für die kommende Serie und wurde dabei im eigenen Verein „fündig“.
Jörg Fischer. der seit einigen Jahren mit Erfolg die A-Jugend-Oberligamannschaft trainiert, wurde für die Aufgabe verpflichtet. Gedacht war daran, daß er sich unmittelbar nach Abschluß der Punktspiele der A-Jugend (ab 24. März) seiner neuen Aufgabe widmen sollte, um unverzüglich in die Vorbereitung der nächsten Saison – gleich ob in der Regionalliga oder Oberliga – einzusteigen.
Mit einem Wechsel noch vor Beendigung der Punktspiele der Damen aber waren Horst Leibe und RaIph Gericke nun gar nicht einverstanden, und aus Protest warfen sie die Brocken sofort hin, so daß Jörg Fischer die Mannschaft schon das für das gestrige Punktspiel in der Stormarnhalle gegen den SV Buxtehude übernehmen mußte. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 13.3.1987
Freitag, 20. März 1987
Heimspiel am Sonnabend um 16.45 Uhr in der Stormarnhalle
VfL-Damen: Genug Motivation für die Partie gegen Bad Schwartau?
(gg). Andrea Güldenpfennigs Auftritt auf der Oldesloer Handballbühne war kurz und heftig – und es war vor allem ihr vorerst letzter. Denn nachdem sie beim letzten Heimspiel gegen Buxtehude wegen einer Schiedsrichterbeleidigung („Schwarze Sau“) via rote Karte vom Platz flog, ist sie vom Verband für vier Wochen und damit für den Rest der Saison gesperrt worden.
Für die Damen-Regionalliga-Mannschaft des VfL Oldesloe heißt das, daß sie ohne die wurfgewaltige Andrea gegen den VfL Bad Schwartau antreten muß (Sonnabend, 16.45 Uhr, Stormarnhalle). Das ist um so bitterer, weil nun ja doch wieder Hoffnungen auf den Klassenerhalt aufkeimen.
Spitzenreiter SG Union/Bramfeld hatte gegen die VfL-Mannschaft und auch gegen andere Teams – offenbar unwissentlich – eine nicht spielberechtigte Akteurin eingesetzt. Das flog auf und die vier Minuspunkte, die Union dem VfL Oldesloe verpaßt hatte, stehen zur Zeit jetzt auf Oldesloes Habenseite.
Für das Tabellenschlußlicht VfL bietet sich deshalb noch die Möglichkeit, durch einen Sieg gegen Schwartau, die Chance zum Klassenerhalt zu wahren. Grund zur Euphorie ist das aber noch lange nicht. Es wird sich zeigen, ob der neue Trainer Jörg Fischer, der schon Mitte vergangener Woche sein Amt antrat, die VfL-Damen noch einmal neu motivieren kann.
Unterdessen grollt Ralph Gericke, mit Horst Leihe noch bis vor wenigen Tagen Trainer der Damen, über das Verhalten der Abteilung während des Trainerwechsels. Als feststand, daß Jörg Fischer schon vor Ablauf der Punktspielserie das Amt übernehmen sollte, warf das Gespann Gericke/Leihe die Brocken vorzeitig hin. Gericke: „Nach so vielen Jahren im VfL habe ich es nicht nötig, mich vom VfL rausschmeißen zu lassen.“
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.3.1987
Sonnabend, 21. März 1987
VfL Oldesloe – VfL Bad Schwartau 12:12 (8:7)
VfL-Damen wieder in Minimalbesetzung
Nur 12:12 gegen Schwartau
Aber Jörg Fischer sorgt für Nachschub
(gg). Mit einem mageren 12:12 (8:7)-Unentschieden mußten sich am die Handball-Regionalligadamen des VfL Oldesloe in der Partie gegen den VfL Bad Schwartau zufrieden geben. Gewiß ein gerechtes Remis. denn beide Teams – das sieht man in der geringen Torausbeute – waren gleich schlecht.
Bedenkt man allerdings, daß die VfL-Damen mit nur sieben einsatzfähigen Spielern antraten, während die Gäste eine vollbesetzte Ersatzbank zur Verfügung hatten, ist der eine Punkt eher ein Gewinn als ein Verlust. So sieht es auch der mittlerweile dritte Trainer der Oldesloerinnen, Jörg Fischer: „Mit dieser Minimalbesetzung von nur sieben Spielerinnen, ist das ein ganz ordentliches Ergebnis. Ich bin mit der Leistung zufrieden.“
Damit die VfL-Damen nicht auch noch in den letzten Spielen, in denen es ja wieder um den Klassenerhalt geht, so hoffnungslos unterbesetzt sind, sorgt Jörg Fischer für Nachschub. Aus der A-Jugend, die er ja auch trainiert, will er Torhüterin Jeanine Hildebrand sowie Jugendnationalspielerin Melanie Bernecker, Maike Winkler und Nicole Röhrs mit in den Liga-Kader einbringen.
Über eins kann diese quantitative Anhäufung aber nicht hinwegtäuschen. Den VfL-Damen fehlt schlicht und ergreifend eine Spielerpersönlichkeit, die vor allem in den entscheidenden Momenten die Nerven behält und eine Mannschaft dirigieren und im Zweifel auch ein Spiel aus dem „Feuer reißen“ kann.
Einen Neuaufbau allerdings muß es unter Jörg Fischer geben, ob in der Regional- oder in der Oberliga. „Wir müssen eine neue Mannschaft formen“, sagte Fischer. Ein Neuanfang wäre in der Oberliga natürlich leichter zu vollziehen, weil wir da nicht so unter Erfolgszwang stehen. Aber trotzdem wollen wir alles tun, um jetzt noch die Klasse zu erhalten."
Die Chancen darauf waren ja nach dem Vier-Punkte-Geschenkpaket von Union Bramfeld wieder um einiges gestiegen. Doch mit einem Sieg gegen Schwartau sähe die Welt doch schon viel rosiger aus.
Dazu langte es aber nicht. Nicht ein einziges Mal waren die Gäste in Führung gegangen, doch der VfL verstand es nicht, sich einmal mit mehr als zwei Toren abzusetzen. Besonders auffällig: die Angst vor der eigenen Courage, wenn es um den Torabschluß geht. Mit jedem Paß wird die Verantwortung weitergeworfen, mit jedem Fehlwurf sinkt das Selbstvertrauen.
Und so hatten die VfL-Damen am Schluß der Partie sogar noch bange Sekunden zu überstehen, als sie sich in Unterzahl – Martina Gliewe bekam anderthalb Minuten vor Schluß eine Zeitstrafe – gegen die allerdings ebenfalls harmlosen Schwartauer Angriffe wehren mußten. Die Oldesloer Tore warfen Martina Gliewe (3), Dörte Knickrehm (2/1), Kirstin Timm (1/2), Anja Müller (2), Stefanie Bernecker (1). Außerdem spielten Martina Pusch (Tor) und Andrea Hasenberg.
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.3.1987
Dienstag, 24. März 1987
(mth). … Empört und verärgert ist zur Zeit Andrea Güldenpfennig, seit vielen Jahren Aushängeschild des Oldesloer Handballsports. Sie war ja beim Spiel der Damen-Regionalliga-Mannschaft gegen den SV Buxtehude kurz vor Spielschluß des Felder verwiesen worden wegen einer Schiedsrichterbeleidigung.
Im Spielbericht – und der war auch vom Tageblatt zitiert worden – hatte der Unparteiische angegeben, Andrea hätte ihn als „schwarze Sau“ bezeichnet. Dagegen verwahrt sich Andrea Güldenpfennig, die erst viel später von dieser Eintragung erfuhr – sie hatte die Halle unmittelbar nach der roten Karte verlassen – mit aller Entschiedenheit.
„Den Ausdruck habe ich erst jetzt kennengelernt, als man ihn mir fälschlich in den Mund legte. Er gehört nicht zu meinem Sprachschatz. In der Verärgerung überschlechte Schiedsrichterleistungen habe ich den Unparteiischen vielmehr einen „Scherzkeks“ genannt. Gewiß kann man auch eine solche Äußerung noch als Schiedsrichterbeleidigung ansehen und mit Strafe belegen, aber ich bin nicht bereit, mit Unterstellungen meinen sportlichen Ruf, den ich in mehr als zehn Jahren Handball erworben habe, ruinieren zu lassen.“ Über ihren Verein hat Andrea Güldenpfennig inzwischen beim Handballverband gegen die Angaben im Spielbericht Einspruch erhoben.
STORMARNER TAGEBLATT vom 24.3.1987
Freitag, 27. März 1987
Erstmalig mit vollständiger Mannschaft
Beim TSV Hastedt geht es für die VfL-Damen schon um die letzte Chance
(mth). Langsam aber sicher neigt sich die Hallenhandballsaison ihrem Ende entgegen. Am Wochenende sind nur noch vier Mannschaften des VfL Oldesloe im Einsatz. Um die letzte Chance, vielleicht doch noch den Klassenerhalt in der Regionalliga zu schaffen, geht es dabei für die erste Damenmannschaft, die am Sonnabend um 19.15 Uhr beim Hastedter SV in Bremen anzutreten hat.
Die Chancen des VfL auf den Klassenerhalt sind dabei nur noch minimal. Der letzte Tabellenplatz konnte zwar inzwischen an Eintracht Lüneburg abgegeben werden, aber dennoch ist es noch ein weiter Weg zum mutmaßlich rettenden viertletzten Platz. Mindestens fünf wenn nicht gar sechs Punkte müßte der VfL noch aus den letzten drei noch ausstehenden Spielen – nach dem Spiel in Hastedt kommt TS Kaltenkirchen nach Bad Oldesloe und zum Saisonabschluß muß der VfL bei Wandsbek 72 antreten – holen, um dort noch hinzukommen.
Beim VfL gibt man sich diesbezüglich auch keinen Illusionen hin. Man ist zwar fest entschlossen, noch einmal alles zu versuchen, aber man richtet sich auch darauf ein, für die kommende Saison eine schlagkräftige Oberligatruppe aufzubauen. Als Maßnahme in beide Richtungen ist dabei zu verstehen, daß Trainer Jörg Fischer ab sofort mit Melanie Bernecker, Maike Winkler, Nicole Röhrs und Jeanine Hildebrand vier Leistungsträgerinnen aus der A-Jugend-Oberligamannschaft, die ihre Punktrunde ja schon beendet hat, in das Regionalligateam einbaut.
Obwohl Andrea Güldenpfennig (gesperrt) und Anke Petersen (verletzt) nicht zur Verfügung stehen, kann der VfL damit erstmalig in dieser Saison in Hastedt mit einem kompletten Team antreten. Vielleicht platzt dadurch ja bei der Truppe endlich der Knoten.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.3.1987
Sonnabend, 28. März 1987
Hastedter TSV – VfL Oldesloe 24:16 (13:10)
16:24: Der Abstieg der VfL-Damen nun fast perfekt
(mth). Die Hoffnungen der Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe, den Klassenerhalt vielleicht doch noch schaffen zu können, sind durch eine 16:24 (10:13)-Niederlage beim Hastedter TSV in Bremen fast gänzlich erloschen und nun, zwei Spieltage vor Saisonende, wohl nur noch theoretischer Natur.
Mit 13:27 Punkten ist die Mannschaft auch wieder auf den letzten Tabellenplatz hinter Eintracht Lüneburg zurückgerutscht und der Abstand zum mutmaßlich rettenden viertletzten Platz, den zur Zeit der TV Oyten belegt, beträgt drei Punkte.
Selbst wenn die Truppe um den neuen Trainer Jörg Fischer nun ihre beiden letzten Spiele – am kommenden Sonnabend gegen TS Kaltenkirchen und eine Woche später dann bei Wandsbek 72 – gewinnen sollte, wovon man im Normalfall sicher nicht ausgehen kann, könnte man sich noch nicht in Sicherheit wiegen, sondern wäre auf fremde Hilfe angewiesen.
Voraussetzung wäre dann, daß TV Oyten überhaupt keinen weiteren Punkt mehr holt und auch TS Kaltenkirchen und Eintracht Lüneburg weniger Punkte verbuchen als die Oldesloerinnen aus ihrem Restprogramm. Reichlich „Wenn“ und „Aber“ also und da alle Theorie bekanntlich grau ist, kann man wohl davon ausgehen, daß der Abstieg der VfL-Damen besiegelt ist.
Die Mannschaft hat sich dabei auch beim Hastedter TSV durchaus teuer verkauft und aufopferungsvoll gekämpft. Die Hoffnungen, endlich einmal mit einem kompletten Team antreten zu können und so Möglichkeiten für Auswechselungen in größerem Umfang zu haben, war allerdings schon vor der Anreise nach Bremen zerstoben. Jeanine Hildebrand und Melanie Bernecker nämlich, die ebenso wie ihre Mannschaftskameradinnen aus der A-Jugend-Oberligatruppe, Nicole Röhrs und Maike Winkler, den Kader der Mannschaft aufstocken sollten, mußten wegen Verletzungen passen.
Aber auch ohne sie und die ja noch immer gesperrte Andrea Güldenpfennig hatte der VfL bis zur 21. Minute das Helft in der Hand und lag bis zu diesem Zeitpunkt stets mit einem oder zwei Toren in Führung. Dann aber wandelten die Hastedterinnen binnen sechs Minuten einen 8:9-Rückstand in eine 13:10-Führung um, woran vor allem die Rückraumwerferin Cornelia Lindenar ihren Anteil hatte, gegen deren gewaltige Würfe kein Kraut gewachsen war.
Sie war auch in der zweiten Halbzeit nicht zu stoppen, obwohl sie bisweilen von Kirstin Timm und Martina Gliewe kurz gedeckt wurde und kam auf insgesamt zehn Tore. Der VfL hielt im zweiten Spielabschnitt noch bis zur 43. Minute recht gut mit (Spielstand zu diesem Zeitpunkt 14:16), ging dann aber in der Schlußviertelstunde noch mit fliegenden Fahnen unter.
Die Tore für den VfL in Hastedt erzielten: Stefanie Bernecker (4), Dörte Knickrehm (4/3), Martina Gliewe (3), Andrea Hasenberg, Kirstin Timm (je 2) und Anja Müller. Außerdem kamen noch Torhüterin Martina Pusch und Maike Winkler zum Einsatz, während Nicole Röhrs ihre erste Regionalligaluft nur auf der Bank „schnupperte“.
STORMARNER TAGEBLATT vom 30.3.1987
Freitag, 3. April 1987
Gegen den alten Rivalen Kaltenkirchen
In der Vogler-Halle steigt morgen das letzte Regionalliga-Spiel in Oldesloe
(mth). Zwei Jahre lang hat die erste Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe in der Regionalliga, der dritthöchsten Klasse in der Bundesrepublik, gespielt. Morgen nun findet in der Vogler-Halle ab 16.45 Uhr das vorerst letzte Spiel dieser Klasse in Bad Oldesloe statt.
Gegner der VfL-Damen, deren Abstieg so gut wie perfekt ist, ist die Turnerschaft aus Kaltenkirchen, eine Mannschaft also, mit der der VfL in der Vergangenheit in der Oberliga so manche heiße Schlacht geschlagen hat. Auch die Kaltenkirchenerinnen haben den Klassenerhalt noch lange nicht in der Tasche, werden also mit Sicherheit noch einmal voll zur Sache gehen.
Rein theoretisch könnte ja auch der VfL noch auf den viertletzten Platz, der mutmaßlich den Klassenerhalt mit sich bringen würde, vorstoßen. Er müßte dazu die Partie am Sonnabend gegen Kaltenkirchen ebenso gewinnen wie eine Woche später das Saisonabschlußspiel bei Wandsbek 72 und die drei Mannschaften, die jetzt direkt vor ihnen liegen, dürften keine Punkte mehr holen.
Aber das sind nur noch theoretische Gedankenspiele, denn beim VfL hat man sich inzwischen damit abgefunden, im nächsten Jahr in der Oberliga einen neuen Anlauf zu nehmen. Dennoch will der neue Trainer Jörg Fischer natürlich alles versuchen, mit seiner Mannschaft einen guten und achtbaren Abgang aus der Regionalliga zu schaffen.
Fraglich ist allerdings, ob er denn wenigstens mit halbwegs kompletter Truppe in die morgige Partie gehen kann. Die Hoffnungen darauf zerstoben ja auch am letzten Wochenende beim Gastspiel in Hastedt buchstäblich in letzter Minute, weil die freigeholten A-Jugendspielerinnen Jeanine Hildebrand und Melanie Bernecker wegen Verletzungen passen mußten. Ob sie nun morgen eingesetzt werden können, ist noch zweifelhaft.
Durch ein Urteil des Sportgerichts hat die Tabelle im übrigen in dieser Woche wieder einmal ein anderes Gesicht bekommen. Von den ursprünglich 14 aberkannten Punkten hat die SG Union/Bramfeld inzwischen zehn wieder zurückbekommen. Nur je zwei Punkte aus Spielen gegen VfL Bad Schwartau und VfL Oldesloe bleiben ihnen weiter vorenthalten. Für den Abstiegskampf allerdings sind die Punkteverschiebungen – gottlob – nicht von Bedeutung.
STORMARNER TAGEBLATT vom 3.4.1987
Sonnabend, 4. April 1987
VfL Oldesloe – Kaltenkirchener TS 17:20 (5:12)
Jetzt ist der Abstieg der VfL-Damen endgültig perfekt
(mth). Nun ist der Abstieg der Handballdamenmannschaft des VfL Oldesloe aus der Regionalliga auch theoretisch endgültig perfekt. Zu zweifeln war daran ja schon seit geraumer Zeit nicht mehr ernsthaft, aber amtlich ist es erst seit der 17:20 (5:12)-Niederlage im letzten Heimspiel gegen die Turnerschaft aus Kaltenkirchen.
Die VfL-Damen boten dabei in der ersten Halbzeit eine erschreckend schwache Vorstellung in Abwehr und Angriff. Im Abwehrbereich wurde Torhüterin Martina Pusch von ihren Mitspielerinnen völlig im Stich gelassen, so daß auch sie keine Einstellung fand, weil ihr die Bälle nur so um die Ohren pfiffen. Fast jeder Wurf der Kaltenkirchenerinnen auf das VfL-Tor war in der ersten Halbzeit auch ein Treffer.
Davon konnte beim VfL im Angriff nun wahrhaftig nicht die Rede sein. Er brachte im ersten Spielabschnitt nur zwei Tore aus dem Spielfluß heraus an – Stefanie Bernecker zum 2:3 in der 8. Minute und Andrea Hasenberg zum 5:11 in der 23. Minute – und war ansonsten nur noch mit drei Siebenmetern erfolgreich.
Die 12:5-Führung der Kaltenkirchenerinnen zur Pause ging dann auch völlig in Ordnung, denn die Mannschaft war energisch und mutig zur Sache gegangen. In der zweiten Halbzeit verschoben sich die Akzente dann ein wenig zugunsten der Oldesloerinnen, was nicht zuletzt daran lag, daß bei KT Rosemarie Gudella nach 40 Minuten verletzt ausscheiden mußte und Beate Stegemann die Puste ausging.
Eine ernsthafte Chance, dem Spiel noch eine Wende zu geben, aber bestand für den VfL zu keinem Zeitpunkt. Bezeichnend für die wenig gute Tagesform der Oldesloerinnen war, daß sie ihr letztes Gegentor zum 14:20 in der 57. Minute einstecken mußten, als gleich drei Kaltenkirchenerinnen eine Zeitstrafe absitzen mußten.
Die Tore für den VfL erzielten Andrea Hasenberg, Dörte Knickrehm, Kirstin Timm (je 4), Stefanie Bernecker, Anja Müller (je 2) und Melanie Bernecker, die in der Schlußminute ihr erstes Regionalligator warf. Außerdem kamen noch Nicole Röhrs, Martina Gliewe und Martina Pusch zum Einsatz.
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.4.1987
Freitag, 10. April 1987
Letztes Regionalliga-Spiel
VfL-Damen wollen sich einen achtbaren Abgang verschaffen
(mth). Der Abstieg der Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe lag in dieser Saison, die für das einstige Aushängeschild der Oldesloer, ja des Stormarner Sports ja alles andere als programmgemäß gelaufen ist, schon lange in der Luft. Seit dem letzten Wochenende ist dieser Abstieg nun auch amtlich.
Die Saison aber klingt für die VfL-Damen endgültig erst an diesem Wochenende aus. Zu ihrem letzten Regionalliga-Spiel nach zweijähriger Zugehörigkeit zur dritthöchsten nur denkbaren Spielklasse tritt die Truppe am Sonnabend um 19 Uhr in der Sporthalle der Otto-Hahn-Schule in Hamburg-Jenfeld bei Wandsbek 72 an,
Bleibt zu hoffen, daß es der Mannschaft, die zwar bei weitem nicht immer optimal gespielt hat, die aber stets untadelig gekämpft hat, gelingt, sich einen achtbaren Abgang aus der Regionalliga zu verschaffen. Ein Sieg wird dabei allerdings wohl kaum im Bereich des Möglichen liegen, denn gegen die Hamburgerinnen, die einen Mittelplatz in der Tabelle belegen, hat man schon in der Vergangenheit oft sehr schlecht ausgesehen.
Ansonsten hat man bei den VfL-Damen den Abstieg schon abgehakt. Inzwischen laufen bei Trainer Jörg Fischer schon die Vorbereitungen auf die kommende Oberligasaison auf Hochtouren. Er wird sich dabei neben den meisten Stammspielerinnen aus diesem Jahr – alle Entscheidungen sind noch nicht gefallen – auf Nachwuchskräfte, mit denen er schon in der, Vergangenheit in der A-Jugend-Oberliga zusammenarbeitete, stützen können.
STORMARNER TAGEBLATT vom 10.4.1987
Sonnabend, 11. April 1987
Wandsbek 72 – VfL Oldesloe 15:21 (8:10)
Toller 21:15-Erfolg bei Wandsbek 72
VfL-Damen verabschiedeten sich mit einer prächtigen Leistung aus der Regionalliga
(mth). Siege hat es für die Damen-Regionalliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe in dieser Saison ja nur ganz wenige gegeben. Die Folge: Der Abstieg stand nach zweijähriger Zugehörigkeit zur dritthöchsten Spielklasse im Damenhandball schon vor dem letzten Spieltag auch theoretisch endgültig fest, nachdem er sich ja schon lange abgezeichnet hatte.
Allen Rückschlägen und Niederlagen zum Trotz, die ja auch sonst noch von allerlei Turbulenzen und Unzulänglichkeiten – beispielsweise wurden drei Trainer „verschlissen“ – begleitet waren, aber hat die Mannschaft nie ihre sportliche Haltung verloren. Stets hat sie bis zur letzten Minute gekämpft und ihr Bestes gegeben.
Zum Abschied aus der Regionalliga ist die Mannschaft für diese vorbildliche Haltung dann auch noch einmal belohnt worden. Bei Wandsbek 72, einem Gegner, gegen den es in der Vergangenheit nicht viel zu erben gab – auch nicht im glanzvollen ersten Regionalligajahr – gewann die Truppe von Trainer Jörg Fischer sensationell mit 21:15 (8:10) und verschaffte sich damit einen wahrlich ehrenvollen Abgang aus der Klasse.
Dabei war es beileibe nicht so, als hätten die Wandsbekerinnen, für die es ja auch um nichts mehr ging. „klein beigegeben“, was heißen soll, kein Interesse an einem Sieg mehr gehabt. Im Gegenteil: Sie wollten es noch einmal wissen, scheiterten aber an einem VfL, der streckenweise – insbesondere in der zweiten Halbzeit – über sich hinauswuchs.
Die Akzente setzten dabei neben Kirstin Timm, die jetzt zum Saisonende in beste Form gekommen ist, nachdem sie gesundheitliche Probleme hat beiseite schieben können, zwei Spielerinnen. die erst jetzt zum Saisonende vorzeitig aus der A-Jugend-Oberligamannschaft in die Regionalligatruppe gewechselt sind: Im Tor brachte Jeanine Hildebrand eine überragende Leistung über die vollen 60 Minuten und mit Melanie Bernecker steht jetzt endlich wieder eine torgefährliche Rückraumspielerin im VfL-Team.
Mit ihnen – hinzu kommen ja auch noch Nicole Röhrs (wegen einer Verletzung nicht eingesetzt) und Maike Winkler – kann der VfL, bei dem auch der Stamm der diesjährigen Mannschaft im wesentlichen zusammenbleibt, zuversichtlich in die nächste Oberligasaison gehen. Wenn man auch nicht unvernünftigerweise einen sofortigen Wiederaufstieg in die Regionalliga verlangen sollte, so müßte sie doch in der höchsten schleswig-holsteinischen Klasse eine gute Rolle spielen können.
Zum Spiel in Wandsbek: In den ersten 20 Minuten war die Partie sehr ausgeglichen. Bis zum Spielstand von 7:7 konnte keine Mannschaft je mit mehr als einem Tor in Führung gehen. Dann aber gelangen den Wandsbekerinnen. die in Torhüterin Dagmar Rindelaub ihre beste Spielerin hatten, drei Treffer in Folge, denen nur Dörte Knickrehm noch einen verwandelten Siebenmeter bis zur Pause entgegensetzen konnte.
Nach dem Seitenwechsel rückte dann aber Kirstin Timm mit drei Treffern in Folge die Verhältnisse für ihre Mannschaft wieder zurecht, danach verlief das Spiel bis zur 45. Minute wieder ausgeglichen, was auch bei einem Spielstand von 13:13 zum Ausdruck kam.
Als dann der VfL aber auf 15:13 davonzog und auch noch eine Strafzeit von Andrea Hasenberg. die sich mit Barrit Schust wieder einen temperamentvollen Zweikampf lieferte, schadlos überstand, war der VfL nicht mehr zuhalten. Nach dem 14:15-Anschlußtreffer versetzte dann Melanie Bernecker mit vier Toren in Folge den Wandsbekerinnen den k.o.-Schlag.
In den Schlußminuten gingen die Gastgeber dann zu offener Manndeckung über, aber damit konnten sie das Blatt auch nicht mehr wenden. Vielmehr konnte der VfL seinen Vorsprung sogar noch vergrößern.
Mit sieben Treffern war Melanie Bernecker erfolgreichste VfL-Werferin. Die weiteren Tore erzielten Kirstin Timm (4), Andrea Hasenberg (3), Stefanie Bernecker, Martina Gliewe, Dörte Knickrehm und Maike Winkler. Im Tor spielte Jeanine Hildebrand volle 60 Minuten durch, so daß Martina Pusch nicht zum Einsatz kam. Wegen Verletzung fehlte außer Nicole Röhrs auch noch Anja Müller.
STORMARNER TAGEBLATT vom 13.4.1987
