Freitag, 3. Januar 1986
Handballdamen des VfL Oldesloe morgen im Pokal gegen Langelsheim
Trainer Ulli Meyer hat große Aufstellungssorgen
(gg). Zu einem ungünstigeren Zeitpunkt hatte das erste Spiel der Handball-Regionalligadamen des VfL Oldesloe um den Deutschen Handballpokal auf NHV-Ebene wohl schwerlich kommen können. Vor dem Spiel beim Tabellendritten der Oberliga-Niedersachsen, HSG Langelsheim, am Sonnabend um 17 Uhr, ist die Verletzten- und Abwesenheitsliste so lang wie nie.
Trainer Ulli Meyer telefonierte sich die Finger schon wund. „Bis jetzt habe ich noch nicht mal eine vollzählige Mannschaft zusammen,“ stöhnte er noch am Donnerstag. Möglicherweise muß er sogar „ohne acht“ nach Langelsheim bei Goslar reisen.
Neben den „Dauerverletzten“ Antje Schütt, Susanne Paetz und Sonja Taut fehlt außerdem noch die zweite Torhüterin Anke Petersen, die arbeiten muß und auch Andrea Hasenberg und Anja Müller, die zur Zeit die die Urlaubssonne auf Gran Canaria genießen. Besonders bitter wäre es natürlich, wenn Ulli Meyer auch noch auf Kirstin Timm und Andrea Güldenpfennig verzichten müßte.
Vor allem hinter Kirstin Timm, die sich erst kürzlich einer Operation unterziehen mußte, steht noch ein großes Fragezeichen. Bei Andrea Güldenpfennig, die sich beim Squash-Spielen eine Oberschenkelzerrung zugezogen hat, stehen die Chancen, daß sie wieder rechtzeitig fit ist, immerhin 50:50. Auf jeden Fall mit dabei sind Wiebke Rickert, Gudrun Fandrey, Maren Schröder, Steffi Bernecker, Dörte Knickrehm und Petra Payka.
Ihre Zusage gegeben hat schon Birte Höppner aus der dritten Damenmannschaft des VfL Oldesloe. Ulli Meyer will versuchen, noch ein oder zwei Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft, die am Sonntag selber ein Spiel hat, zu bekommen.
Völliges Neuland betreten die VfL-Damen, wenn sie beim niedersächsischen Oberligisten HSG Langelsheim antreten, denn bislang trafen beide Teams noch nie aufeinander. Einiges hat Ulli Meyer aber dennoch in Erfahrung gebracht. Der Trainer von MTV Moringen, der im Pokal auf den VfL Bad Schwartau trifft, holte sich beim VfL-Trainer einige Informationen über diesen Gegner und lieferte im Austauschverfahren dafür einige Tipps vom Nachbarn aus Langelsheim.
Demnach verfügen die Langelsheimerinnen über zwei starke und große Rückraumspielerinnen. Außerdem ist es eine Mannschaft, die das Spiel sehr schnell machen kann. Über mangelnde Unterstützung kann sich die HSG Langelsheim auch nicht beschweren. 350 Zuschauer werden in der Halle erwartet.
Die Voraussetzungen für die VfL-Damen in der ersten Runde um den DHB-Pokal sind nicht gerade die günstigsten. Dennoch ist der Truppe von Ulli Meyer auch auf auswärtigem Boden und trotz der argen Personalsorgen ein Sieg zuzutrauen. Ein vorzeitiges Ausscheiden der Oldesloerinnen und dann auch noch gegen einen klassenniedrigeren Gegner würde denn auch so überhaupt nicht in die Erfolgsserie der VfL-Damen gerade in Pokalspielen passen.
Zu sehr noch sind die großartigen und begeisternden Pokalspiele auch gegen ranghöhere Mannschaften in Erinnerung. Wer ein vorzeitiges Aus im Pokal als Schlachtenbummler mit eigener Stimme vereiteln möchte, hat noch die Möglichkeit, mit dem Bus (11 Uhr ab Jugendherberge) mitzufahren. Voranmeldungen bei Manfred Fandrey unter der Telefonnummer 04531/7988.
STORMARNER TAGEBLATT vom 3.1.1986
Sonnabend, 4. Januar 1986
HSG Langelsheim – VfL Oldesloe 11:18 (4:8)
VfL-Damen erreichten die zweite Pokalrunde
Auch mit sieben Spielerinnen war der VfL in Langelsheim nicht zu stoppen
(mth). Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe begann das neue Jahr mit einem Sieg in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs auf Regionalebene. Beim Tabellendritten der niedersächsischen Oberliga, der HSG Langelsheim (bei Goslar), siegte der Regionalliga-Spitzenreiter mit 18:11 (8:4).
Ein standesgemäßer Sieg, so kann man natürlich dieses Ergebnis zur Kenntnis nehmen, vor allem, wenn man noch zusätzlich zum Klassenunterschied zugunsten der Oldesloerinnen deren reiche Pokalerfahrung aus den letzten Jahren hinzuzieht.
Bei näherem Hinsehen allerdings ist dieser klare und ungefährdete Erfolg bei weitem nicht mehr so selbstverständlich, wie er auf den ersten Blick erscheint. Der VfL mußte nämlich einen „Grand ohne acht“ spielen. Außer den „Langzeitverletzten“ Antje Schütt und Susanne Paetz und der von einer Blinddarmoperation noch nicht vollständig wiederhergestellten Sonja Taut, fehlten auch noch die Urlauberinnen Anja Müller und Andrea Hasenberg. und Torhüterin Anke Petersen stand aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung.
Ein Einsatz von Andrea Güldenpfennig in Langelsheim wäre zwar unter Umständen möglich, aber mit einem ziemlichen Risiko nach ihrer Oberschenkelzerrung behaftet gewesen und so entschieden Spielerin und Trainer, es erst am kommenden Sonnabend im Regionalligapunkspiel gegen SG Union Bramfeld Hamburg wieder zu versuchen. Zu allem Überfluß meldete sich am Spieltag dann noch Maren Schröder grippekrank, so daß Trainer UIli Meyer schon auf Birte Höppner zurückgreifen mußte – sie spielt sonst in der dritten VfL-Damenmannschaft – um überhaupt eine komplette Truppe zusammenzubekommen.
Der Tross, der die Reise in den Harz dann antrat – An- und Abreise verliefen trotz der winterlichen Verhältnisse gottlob problemlos –, war dann auch entsprechend klein und überschaubar. Sieben Spielerinnen, zwei Betreuer und zehn Schlachtenbummler, die sich im Spiel dann im übrigen unter den rund 200 Zuschauern lautstark bemerkbar machten, machten sich auf, und viele von ihnen mögen geglaubt haben, es sei der erste und letzte Pokalerfolg der VfL-Damen in dieser Saison, denn die Aussichten für ein Weiterkommen waren mit diesem Miniaufgebot natürlich denkbar gering.
Ungläubiges Staunen über das Aufgebot des VfL gab es dann auch beim Gegner. In Langelsheim hatte man sich gewissenhaft auf die Partie vorbereitet und ein Konzept ausgearbeitet, wie man denn Andrea Güldenpfennig, Maren Schröder und Andrea Hasenberg würde stoppen können. Das Fehlen dieser Leistungsträgerinnen beim Gegner verwirrte die Niedersachsen ganz offensichtlich. Sie wußten mit dem dezimierten VfL überhaupt nichts anzufangen und waren dazu derart nervös, daß sie minutenlang kaum einen Ball festhalten, geschweige denn das Tor von Gudrun Fandrey bedrohen konnten.
So führte der VfL, der entgegen seinen sonstigen Gewohnheiten ausschließlich ruhig und langsam sein Spiel aufbaute, schon durch Tore von Stefanie Bernecker (2) und Kirstin Timm mit 3:0, ehe den Gastgeberinnen in der 14. Minute der erste Treffer gelang. Stefanie Bernecker erhöhte dann auf 4:1 (16. Minute) und dem Gastgeber schien endgültig der „Nerv gezogen zu sein“, als Gudrun Fandrey in der 17. Minute sogar einen Siebenmeter parierte.
Zwei glückliche Treffer (abgefälschte Würfe) ließen die Harze-rinnen dann bis zur 21. Minute auf 3:4 herankommen und viele glaubten nun an die große Wende im Spiel. Aber es kam wieder ganz anders. Wiebke Rickert erhöhte postwendend auf 5:3 und Stefanie Bernecker stellte in der 24. Minute den alten Abstand wieder her.
HSG Langelsheim baute nun seine Deckung um und ließ Stefanie Bernecker kurz decken, hatte damit aber keinerlei Erfolg. „Steffi“ selbst kam von nun an zwar nur noch bei zwei Siebenmetern (in der zweiten Halbzeit) zum Zuge, aber ihre Mitspielerinnen hatten nun reichlich Platz und konnten nach Belieben schalten und walten. Dörte Knickrehm, die in der 25. Minute mit einem Siebenmeter am Pfosten gescheitert war – in der gleichen Minute hielt Gudrun Fandrey ihren zweiten Strafwurf –, und Petra Payka schraubten das Ergebnis dann noch vor der Pause auf 8:3, ehe den Gastgeberinnen Sekunden vor dem Halbzeitpfiff der vierte Treffer gelang.
Eigentlich war der VfL trotz seiner sicheren Führung nach dem Wechsel noch auf einen „Generalangriff“ der Harzerinnen gefaßt, aber der blieb aus. Vielmehr konnte der VfL seinen Vorsprung regelmäßig noch immer weiter ausbauen.
Die meisten Chancen boten sich dabei für Kirstin Timm, die endlich einmal wieder als Schützin mehrerer Treffer auffiel. Sie warf allein nach dem Wechsel noch fünf Treffer und kam dabei ebenso wie Stefanie Bernecker auf sechs Tore. Drei Treffer konnte Kreisläuferin Dörte Knickrehm verbuchen. …
Zwei Tore steuerte schließlich Wiebke Rickert zum VfL-Sieg bei und einmal war, wie schon erwähnt, Petra Payka erfolgreich. Birte Höppner konnte zwar keinen Treffer er-zielen, aber auch sie hatte am Sieg der Stormarnerinnen natürlich ihren Anteil.
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.1.1986
Dienstag, 7. Januar 1986
(mth). … Bereits gestern fand die Auslosung für die zweite Runde des Pokalwettbewerbs der Damen auf Regionalebene statt, für die sich die VfL-Damen ja mit einem 18:11-Erfolg bei HSG Langelsheim qualifiziert hatten. Die Truppe von Trainer Ulli Meyer muß am 26. Januar um 18 Uhr bei Eintracht Hildesheim antreten. Die Hildesheimerinnen spielen wie HSG Lan-gelsheim in der Niedersachsen-Oberliga und schlugen in der ersten Runde den Regionalligisten SG Schortens mit 23:18.
Außer Schortens sind mit Eintracht Lüneburg, VfL Bad Schwartau, TSV Kronshagen, Wandsbek 72 und TuS Alstertal noch weitere fünf Regionalligisten bereits in der ersten Runde gegen klassenniedere Teams ausgeschieden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 7.1.1986
Freitag, 10. Januar 1986
Zum Spitzenspiel gegen die SG Union/Bramfeld können die VfL-Damen fast komplett antreten
(mth). Zum ersten Punktspiel des neuen Jahres wartet auf die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe gleich ein ganz dicker Brocken. Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer ist am Sonnabend um 18 Uhr in der Stormarnhalle die SG Union 03/Bramfeld aus Hamburg.
Die Hamburgerinnen, die in diesem Jahr eigentlich nicht dem Favoritenkreis der Regionalliga zugerechnet wurden, haben nach eher verhaltenem Saisonstart inzwischen zu einer starken Form gefunden und rangieren hinter dem VfL und TuS Alstertal auf dem dritten Tabellenlatz. Mit 15:9 Punkten haben sie nur zwei Pluspunkte weniger als Spitzenreiter VfL Oldesloe, sind allerdings mit vier Minuspunkten mehr belastet, da sie schon ein Spiel mehr ausgetragen haben.
Auf jeden Fall aber haben die Hamburgerinnen den Kampf um die Meisterschaft noch lange nicht aufgegeben und auf einen entsprechend ehrgeizigen Gegner haben sich die Stormarnerinnen einzurichten. Noch dazu, weil die Unionerinnen es gegen den VfL nun endlich einmal wissen wollen. Schon dreimal standen sich beide Teams in der Vergangenheit gegenüber und jedesmal ging der VfL dabei als Sieger aus den Partien hervor.
Zweimal in den letzten Jahren als klassenniedere Mannschaft im Pokalwettbewerb (beide in der Stormarnhalle) und auch das Hinspiel in Hamburg konnten die Oldesloerinnen für sich entscheiden. Beim 24:20 in Hamburg boten die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer dabei ihre bislang beste Auswärtsleistung in dieser Saison.
Daran werden sie morgen auch anknüpfen müssen, wenn sie ihren Heimnimbus – sie haben in eigener Halle noch keinen Punkt abgegeben – auch weiter wahren wollen. Zuletzt sind die VfL-Damen ja von ziemlichen Aufstellungssorgen geplagt gewesen. Beim Pokalspiel am letzten Sonnabend in Langelsheim waren es gar nur noch sieben Spielerinnen, die der VfL-Coach „zusammenkratzen“ konnte, wobei noch Kräfte aus der zweiten und dritten Mannschaft mit aushelfen mußten.
Zum morgigen Schlagerspiel aber hat sich die Personalsituation gegenüber dem Langelsheim-Spiel, das ja trotzdem mit 18:11 sicher gewonnen werden konnte, merklich entspannt. Ganz sicher werden nur Antje Schütt, die ja noch die ganze Saison ausfällt, und Sonja Taut, nicht mit von der Partie sein können. Fraglich ist auch noch der Einsatz von Maren Schröder, die Mitte der Woche ihre Grippe noch immer nicht auskuriert hatte.
Susanne Paetz hat inzwischen nach ihrer Verletzung zwar das Training wieder aufgenommen, auf sie will Ulli Meyer aber nur im Notfall schon jetzt zurückgreifen. Der wäre erst dann gegeben, wenn Maren Schröder tatsächlich ausfällt und Dörte Knickrehm vom DHB-Lehrgang in Kamen nicht gesund zurückkommt.
Auf Andrea Güldenpfennig, Anja Müller, Andrea Hasenberg und Anke Petersen dagegen kann der VfL wieder fest rechnen. Die Halle wird auch zu diesem Spiel sicher wieder gut besucht sein. Wer einen guten Platz ergattern will, sollte sich also frühzeitig auf den Weg in die Stormarnhalle machen.
Ursprünglich sollte die Partie, weil die Stormarnhalle ansonsten am Wochenende mit der Hallenmeisterschaft der Fußballjugend voll ausgelastet ist, zu einem früheren Zeitpunkt in der Vogler-Halle stattfinden, aber da man mit großem Zuschauerspruch rechnet, ist man bei der VfL-Handballabteilung froh, daß man doch noch in die Stormarnhalle ausweichen konnte.
STORMARNER TAGEBLATT vom 10.1.1986
Sonnabend, 11. Januar 1986
VfL Oldesloe – SG Union 03/Bramfeld 19:19 (6:7)
Die VfL-Damen gaben ersten Punkt in eigener Halle ab
Sechs Minuten vor Schluß sah der VfL wie der sichere Verlierer aus, schaffte aber noch ein 19:19
(mth). Zu Beginn der Rückrunde tut sich die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe, die als Neuling ja Herbstmeister in der Regionalliga geworden war, schwer. Nachdem es zum Auftakt der Rückrunde am Vorabend des vierten Advent in Altenholz eine 21:22-Niederlage gegeben hatte, gab es nun auch im ersten Rückrunden-Heimspiel gegen die SG Union 03/Bramfeld Hamburg keinen Sieg.
Gegen den Tabellendritten mußten sich die Oldesloerinnen mit einem 19:19 (6:7)-Unentschieden begnügen. Für die Oldesloerinnen war es der erste Punktverlust in eigener Halle in dieser Saison und zugleich konnte man die Hamburgerinnen im vierten Treffen erstmals nicht besiegen. Insofern mag man ja das Endresultat natürlich als eine leichte Enttäuschung einstufen. Dennoch war nach dem Spiel eher bei den Hamburgerinnen Enttäuschung und bei den Oldesloerinnen Freude über das Endergebnis zu spüren.
Diese überraschenden Reaktionen hatten ihre Ursache im Spielverlauf. Der VfL nämlich war in dieser Partie mehrfach ganz klar auf der Verliererstraße, schien noch sechs Minuten vor dem Abpfiff bei einem 14:18-Rückstand „klinisch tot“ zu sein, und niemand der rund 500 Zuschauer gab noch einen Pfifferling für die Truppe von Trainer Ulli Meyer.
Aber die Mannschaft, bei der spielerisch zur Zeit manches im Argen liegt, hat sich ihren beispielhaften Kampfgeist bewahrt. Mit einem Kraftakt sondergleichen, der an heißeste Pokalfights vergangener Tage erinnerte, riß die Mannschaft das Steuer doch noch herum. Innerhalb von vier Minuten warf sie nun fünf Tore in Folge, ging damit sogar selbst noch einmal mit 19:18 in Führung und viel hätte wahrlich nicht gefehlt, und sie hätte die Partie, in der sie über weite Strecken die klar unterlegene Mannhaft war, tatsächlich noch gewonnen.
Aber auch mit dem Remis war der VfL am Ende wirklich gut bedient. Kraftakte wie diesen, als die Stormarnhalle, in der es zuvor schon reichlich ruhig geworden war, noch einmal zum Hexenkessel wurde, hat die Mannschaft in der Vergangenheit ja schon wiederholt geschafft. Auf die Dauer aber sind sie natürlich kein gutes Rezept, um an der Regionalliga in der Spitzengruppe mitzumischen.
In der Hinrunde hat der VfL nicht zuletzt auch davon gelebt, daß vielen Gegnern die Art der Oldesloerinnen, Handball zu spielen, die ja ein wenig unorthodox ist, nicht geläufig war. Der daraus resultierende Überraschungseffekt aber hat sich nun natürlich abgenutzt und man wird sich beim VfL in spielerischer und taktischer Hinsicht einiges einfallen lassen müssen, wenn man nicht von zumeist routinierteren Gegner auf's Kreuz gelegt werden will.
Und man wird nach dem Spiel tüchtig das Werfen von Siebenmetern üben müssen. Ein wesentlicher Grund, warum der VfL gegen Union/Bramfeld streckenweise so sehr ins Hintertreffen geriet, war nämlich auch in einer merkwürdigen Mißerfolgsserie bei den Strafwürfen zu finden.
Insgesamt bekam der VfL in der Partie acht Siebenmeter vom Schiedsrichtergespann Langer/Nowak (Uelzen) zugesprochen, aber nachdem Dörte Knickrehm den ersten zum 1:0 verwandelt hatte, scheiterten mit Dörte Knickrehm, Andrea Güldenpfennig, Susanne Paetz, Maren Schröder und Kirstin Timm gleich fünf VfL-Spielerinnen hintereinander, ehe Dörte Knick-rehm in der Schlußphase dann doch noch zwei Siebenmeter im Netz unterbringen konnte.
Natürlich hatte daran auch die glänzende Hamburger Torhüterin Anette Sturm ihren Anteil, aber der machte man das Leben auch ziemlich leicht, weil man immer wieder – nicht nur bei Siebenmetern – auf ihre „Schokoladenseiten“ zielte.
Womit wir inzwischen beim Spielgeschehen selbst sind. Der VfL, der Anwurf hatte, kam nur ziemlich mühsam in Gang und warf sein erstes Feldtor erst nach neun Minuten, schien aber dennoch sicher auf die Siegesstraße gelangen zu können, denn die Hamburgerinnen wachten noch viel später auf. Nach zehn Minuten nämlich führte der VfL mit 3:0, ehe der Gegner per Siebenmeter in der 11. Minute zu seinem ersten Treffer kam.
Das erste Feldtor für die Hamburgerinnen fiel gar erst nach 15 Minuten zum 3:2. Zwischen dem dritten und vierten Tor des VfL (zum 4:2) lagen genau acht Minuten und die gleiche Zeitspanne ließ man bis zum fünften Treffer in der 26. Minute verstreichen. Inzwischen aber waren die Hamburgerinnen auf Touren gekommen und hatten mit vier Toren in Folge zum 6:4 das Heft in die Hand genommen.
Besonders turbulent ging es dabei in der 25./26. Minute zu, als innerhalb von 60 Sekunden gleich drei Siebenmeter von den Torhüterinnen gehalten wurden. Andrea Güldenpfennig und Susanne Paetz hatten es beim VfL Dörte Knickrehm nachgemacht, die schon in der 17. Minute an Anette Sturm gescheitert war, und zwischendurch hielt auch Gudrun Fandrey einen Strafwurf von Lydia Wesche.
Die VfL-Torhüterin war besonders in der Schlußphase der ersten Halbzeit der große Rückhalt ihrer Mannschaft. Sie parierte serienweise schwerste Würfe und blockte auch Tempogegenstöße erfolgreich ab. Sonst hätten die Gäste sicherlich nach einem 6:6-Zwischenstand zur Pause deutlicher als mit 7:6 geführt.
Auch im zweiten Spielabschnitt hatte der VfL zunächst den besseren Start und lag bis zur 35. Minute wieder mit 9:8 in Führung, obwohl zwischendurch sich auch Maren Schröder in die Phalanx der Siebenmeter-Fehlschützen eingereiht hatte.
Als dann in der 36. Minute Gudrun Fandrey ihren zweiten Siebenmeter halten konnte – insgesamt aber hatten die Hamburgerinnen mit vier Treffern bei sechs Strafwürfen eine wesentlich bessere Ausbeute als der VfL –, war es gewiß eine Chance für den VfL, erneut weiter davonzuziehen, aber die Abwehr der Stormarnerinnen war nicht auf dem Posten, verursachte sofort einen weiteren Siebenmeter, der dann zum 9:9 führte.
Für die Hamburgerinnen war es das Signal, das Heft nun endgültig in die Hand zu nehmen. Insbesondere Ulrike Eydeler, mit acht Treffern erfolgreichste Spielerin auf dem Parkett, war auf dem Linksaußenposten nicht zu stoppen, aber auch die Zwillinge Claudia und Lydia Wesche. die zusammen mit Dörte Knickrehm beim Sichtungslehrgang der DHB-Juniorinnenauswahl letzte Woche in Kamen weilten, wirbelten den VfL gehörig durcheinander.
Bis zur 45. Minute waren die Hanseaten auf 15:11 davongezogen und diesen Vier-Tore-Vorsprung hielten sie bis zur 54. Minute (18:14). Die Überlegenheit der Hamburgerinnen auf fast allen Gebieten war dabei augenfällig und die erste Heimniederlage für den VfL schien perfekt. Der schon beschriebene Kraftakt der Oldesloerinnen hatte dann ja aber doch noch Erfolg, auch wenn am Ende ja „nur“ noch ein Teilerfolg heraussprang.
Mit jeweils sechs Toren waren Dörte Knickrehm und Andrea Güldenpfennig erfolgreichste Werferinnen für den VfL. Insbesondere Andrea Güldenpfennig aber war dennoch nicht in Bestform. Ihrem Spiel merkte man an, daß sie in den letzten Wochen wegen einer Verletzung kürzer hatte treten müssen.
Außerdem zeigen sich bei ihr erste Abnutzungserscheinungen, was sich in erhöhter Fehlerquote ausdrückt, weil ihr in der Mannschaft einfach zuviel aufgebürdet wird. Sie wird der VfL in Zukunft stärker entlasten müssen, um ihre Stärken besser und nutzbringender zur Geltung zu bringen. In der Beziehung wird sicher einiges auf Maren Schröder, die nach kaum überstandener Grippe noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte war, zukommen, aber auch andere Schultern werden mittragen müssen.
Die weiteren Treffer für den VfL erziehen Andrea Hasenberg (3), Maren Schröder (2), Susanne Paetz und Anja Müller. Stefanie Bernecker, Kirstin Timm und Petra Payka gingen leer aus.
Im Tor spielte Gudrun Fandrey die 60 Minuten voll durch, hatte dabei jede Menge guter Momente, ließ bei Würfen von der Außenposition aber auch ihre letzte deutlich Schwäche gelegentlich aufblitzen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 13.1.1986
Freitag, 17. Januar 1986
Die Oldesloer Damen müssen morgen bei TuS Alstertal Farbe bekennen
(mth). Ein volles Programm gibt es am Wochenende für die Handballmannschaften des VfL Oldesloe. Alle Spiele der Stormarner Kreisstädter finden dabei auswärts statt. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei natürlich auch an diesem Wochenende wieder die Damen-Regionalligamannschaft, die am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Halle Lüthkoppel in Hamburg-Fuhlsbüttel auf dem TuS Alstertal trifft.
Die Hamburgerinnen, die im letzten Jahr Dritter der Regionalliga waren und gegen die sich der VfL schon in Jugendzeiten der heutigen Damenmannschaft spannende Duelle geliefert hat, konnten am letzten Wochenende ja die Oldesloerinnen von der Tabellenspitze verdrängen. Allerdings hat der VfL, der gegenüber dem Konkurrenten ein Spiel weniger ausgetragen hat, noch immer einen Minuspunkt weniger auf dem Buckel und liegt als Aufsteiger weiterhin aussichtsreich im Meisterschaftsrennen.
Die Liste der Ausfälle beim VfL, auf die ja nicht zuletzt die Rückschläge in jüngster Vergangenheit zurückzuführen waren, ist auch in dieser Woche wieder kleiner geworden. Nach Susanne Paetz und Andrea Güldenpfennig hat nun auch Sonja Taut das Training wieder aufnehmen können, so daß nun nur noch auf Antje Schütt, die in dieser Saison sicher nicht mehr zum Einsatz kommen kann, verzichtet werden muß.
Allerdings gibt es bei verschiedenen VfL-Spielerinnen natürlich noch Trainingsrückstände. In wieweit die abgebaut und überprüft werden können, wird sicher mit ausschlaggebend für die Spitzenpartie in Hamburg sein. Das Hinspiel konnten die Oldesloerinnen knapp mit 18:17 für sich entscheiden. Eine Wiederholung dieses Resultates wäre für den VfL natürlich ein absolutes Wunschergebnis. Aber auch mit einem Remis wäre man schon sehr zufrieden.
Dafür müßten sich die Spielerinnen um Andrea Güldenpfennig aber in jedem Fall gegenüber den letzten Spielen erheblich steigern. Als Favorit jedenfalls geht der VfL nicht in die Partie. Eigentlich keine schlechte Voraussetzungen für einen Erfolg, denn aus dieser Position heraus haben die Stormarnerinnen in der Vergangenheit ja ihre größten Erfolge geholt.
Auch für dieses Auswärtsspiel besteht für Fans wieder die Möglichkeit, die Mannschaft zum Spiel zu begleiten und ihr lautstarke Unterstützung angedeihen zu lassen. Die Abfahrt von der Stormarnhalle erfolgt um 17.30 Uhr. Anmeldungen nimmt Betreuer Manfred Fandrey unter der Oldesloer Telefonnummer 7988 entgegen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 17.1.1986
Sonnabend, 18. Januar 1986
TuS Alstertal – VfL Oldesloe 17:17 (9:8)
Starke Formverbesserung der Stormarnerinnen im Spitzenspiel
Andrea Güldenpfenmg war mit kurzer Deckung nicht zu stoppen und legte Grundstein zum Remis
(mth). Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe scheint aus dem kleinen Tief, in das sie zu Beginn der Rückrunde in der Damen-Regionalliga geraten war, wieder herausgekommen zu sein. Spitzenreiter TuS Alstertal jedenfalls – die Hamburgerinnen waren ja an den Stormarnerinnen am letzten Wochenende vorbeigezogen, weil sie einen Plus- und einen Minuspunkt mehr als der Herbstmeister, der mit einem Spiel gegenüber der Konkurrenz im Rückstand ist, aufweisen – kam die Truppe von Trainer Ulli Meyer im Spitzenspiel der Klasse zu einem hochdienten 17:17 (8:9)-Unentschieden und wahrte damit ihre gute Ausgangsposition in der Spitzengruppe.
Natürlich kann man das Ergebnis, wenn man so will, auch negativ bewerten und einordnen. In der Rückrunde sind die Oldesloerinnen, die in der Hinrunde als Neuling von Sieg zu Sieg eilten, auch nach drei Spielen noch immer ohne Sieg.
Aber diese Betrachtungsweise ist wohl allzu negativ und pessimistisch. Sie berücksichtigt nicht die eindeutige Steigerung um mehr als 100 Prozent der Mannschaft in Alstertal gegenüber dem Heimspiel gegen SG Union 03/Bramfeld und sie trägt vor allen Dingen nicht dem Umstand Rechnung, daß
Punktgewinne bei TuS Alstertal doppelt schwer wiegen. Dort nämlich hat bislang noch kaum ein Gegner einen Punkt entführt.
So gesehen muß man das Remis nun ganz gewiß als einen großen Erfolg für den VfL werten, zumal wenn man bedenkt, daß nach der SG Union 03/Bramfeld die Alstertalerinnen nun der zweite direkte Konkurrent im Meisterschaftskampf sind, gegen die Andrea Güldenpfennig und Co. im direkten Vergleich bei Zusammenzählung von Hin- und Rückspiel 3:1 Punkte geholt haben.
Bis zur Meisterschaft in der Regionalliga ist es zwar noch ein weiter Weg und niemand sollte von der Mannschaft verlangen, daß sie dorthin unter allen Umständen gelangen muß, aber so ganz auszuschließen ist die Möglichkeit mit Sicherheit nicht, und auf jeden Fall haben es die Oldesloerinnen in der Hand, noch für reichlich Spannung und Aufregung bis zum Saisonende zu sorgen.
Daß dabei zur Zeit auch weiterhin TuS Alstertal in der Tabelle vorne liegt, kommt den Stormarnerinnen sicherlich eher entgegen, denn die Rolle des Jägers liegt ihnen allemal mehr als die des Gejagten.
Auch in Alstertal konnte der VfL bei weitem noch nicht in Bestformation antreten. Zusätzlich zu der „Langzeitverletzten“ Antje Schütt konnte auch Kirstin Timm, die sich in der Woche einem operativen Eingriff hatte unterziehen müssen, nicht mitwirken und auch Sonja Taut stand nicht zur Verfügung.
Dennoch war der VfL in Alstertal von der ersten Minute an hellwach und topfit. Die Hamburgerinnen konnten zwar in der zweiten Minute mit 1:0 in Führung gehen, aber nur Sekunden später glich Andrea Hasenberg aus. Mit zwei herrlichen Treffern vom Kreis brachte darin Dörte Knickrehm den VfL bis zur 5. Minute mit 3:1 in Führung – zwischendurch hatte Anja Müller nur die Querlatte getroffen – und Andrea Güldenpfennig, die von der ersten bis zur letzten Minute kurz gedeckt wurde, erhöhte in der 6. Minute mit einem verwandelten Siebenmeter gar auf 4:1.
Dann aber fingen sich die Alstertalerinnen, die mit ihrer blutjungen Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute Tempohandball spielten und binnen fünf Minuten hatten sie den Spieß mit vier Toren in Folge umgedreht. Aber Andrea Güldenpfennig ließ ihre Mannschaft trotz der engen Deckung, der sie sich erfreute, nicht verkommen. Wie schon so oft in der Vergangenheit, stachelte sie gerade diese Maßnahme des Gegners, auf die man beim VfL im übrigen gefaßt war, ganz besonders an und motivierte sie zu einer Spitzenleistung. die ihr in dieser Klasse so leicht niemand nachmacht.
Sie wurde schnell zur überragenden Spielerin auf der „Platte“ und brachte den VfL auch wieder mit zwei Toren mit 6:5 in Führung (19. Minute). Dann dauerte es bis zur 23. Minute, ehe die erst 16jährige Jugendnationalspielerin Brit Hoffmann, ein riesiges Talent, das nur bisweilen noch etwas ungestüm agiert, den nächsten Treffer (6:6) markierte.
Bis zur Pause ging es im Wechselspiel der Führungen noch ein paar mal weiter. Schließlich führten die Gastgeberinnen zur Halbzeit mit 9:8, wobei für den VfL noch Andrea Hasenberg und Maren Schröder erfolgreich gewesen waren.
Der VfL hatte bis zu diesem Zeitpunkt vielfach in der Alstertaler Torhüterin Erika Stüven seinen Meister gefunden und war dazu mit Würfen aus der zweiten Reihe, die vielfach überhastet und durchsichtig angesetzt wurden, oft in der Deckung hängen geblieben. Dazu hatte es doch eine ganze Reihe überflüssiger Ballverluste durch technische Fehler gegeben, aber in dieser Beziehung standen die Alstertalerinnen dem VfL nicht nach.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte dann die VfL-Mannschaftsführerin Anja Müller, die im ersten Spielabschnitt etwas unglücklich agierte, ihren großen Auftritt. Mit zwei blitzsauberen Toren brachte sie ihre Mannschaft bis zur 35. Minute wieder mit 10:9 in Führung. Weitere Tore schaffte sie selbst dann zwar im weiteren Verlauf nicht mehr, aber ihre Form stabilisierte sich nach diesen Erfolgserlebnissen noch zusehends.
Brit Hoffmann konnte zwar erneut ausgleichen und auch das 11:10 von Andrea Güldenpfennig beantwortete die Jugendnationalspielerin prompt, aber in Rückstand geriet der VfL nun für lange Zeit nicht mehr. Vielmehr schienen die Oldesloerinnen zwischenzeitlich sogar endgültig auf die Siegesstraße zu kommen, denn Andrea Güldenpfennig war nun überhaupt nicht mehr zu halten und warf in der 37. und 40. Minute das 12:11 und 13:11 heraus und Gudrun Fandrey könnte innerhalb weniger Minuten gleich zwei Siebenmeter (von Brit Hoffmann und Maike Schlorf) abwehren.
Das nervte die Alstertalerinnen doch ziemlich, zumal auch Nicola Plage in der ersten Halbzeit schon einen Strafwurf neben das Tor gesetzt hatte. Aber die Hamburgerinnen steckten noch lange nicht auf. Bis zur 50. Minute konnte der VfL zwar einen Zwei-Tore-Vorsprung behaupten (15:13, wobei Andrea Güldenpfennig auch die nächsten beiden Oldesloer Tore erzielt hatte). aber bis zur 54. Minute hatte TuS Alstertal dann wieder auf 15:15 gleichgezogen.
Letztmalig brachte dann Maren Schröder den VfL in der 54. Minute mit 16:15 in Front, aber die Freude darüber währte nur kurz, denn gleich im Gegenzug glich Brit Hoffmann wieder aus. Brenzlig drohte es für den VfL dann zu werden, als ebenfalls noch in der gleichen Minute TuS Alstertal gar mit 17:16 in Führung ging, aber per Siebenmeter glich Andrea Güldenpfennig in der 56. Minute zum 17:17 aus. Das war gleichzeitig dann auch schon der Endstand. In den letzten vier Minuten wogte das Spiel hin und her, aber Treffer fielen hüben wie drüben nicht mehr.
Außer den schon genannten Spielerinnen kamen beim VfL noch Petra Payka, Stefanie Bernecker und Susanne Paetz zum Einsatz. Alle drei waren weiß Gott nicht in Bestform. Auf der rechten Seite, auf der sie vornehmlich zum Einsatz kamen, klafften – nicht zum ersten Mal in dieser Saison – in der Abwehr die größten Lücken und im Angriff ging von dieser Seite auch kaum Torgefährlichkeit aus.
Susanne Paetz, das ist offensichtlich, hat dabei die Folgen ihrer Verletzung noch nicht hundertprozentig überstanden und bei Stefanie Bernecker macht sich noch der Mangel an Erfahrung bemerkbar. Petra Payka scheint dagegen so langsam an der Grenze ihrer Möglichkeiten angelangt zu sein, aber besseres hat der VfL halt nicht in der Hinterhand.
Die Tore teilten sich beim VfL Andrea Güldenpfennig (9, davon drei Siebenmeter), Dörte Knickrehm, Andrea Hasenberg, Anja Müller und Maren Schröder (je 2). Verworfene Siebenmeter brauchte der der VfL im übrigen in diesem Spiel nicht zu beklagen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.1.1986
Freitag, 24. Januar 1986
In der zweiten Pokalrunde wartet Hildesheim auf die VfL-Damen
(mth). Eine weite Reise muß die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe auch für ihr zweites Pokalspiel in dieser Serie in Kauf nehmen. Nachdem die Mannschaft von Trainer Ulli Meyer zu Beginn dieses Jahres in der ersten Runde beim niedersächsischen Oberligisten SG Langelsheim (bei Goslar) antreten mußte, heißt der Gegner in der zweiten Runde auf Regionalebene Eintracht Hildesheim.
Die Hildesheimerinnen spielen ebenso wie SG Langelsheim in der niedersächsischen Oberliga. Im letzten Jahr gehörten sie noch der Regionalliga an, schafften dort aber nicht den Klassenerhalt, sind nun aber wieder auf dem Sprung dorthin, denn mit 16:2 Punkten führen sie die Niedersachsen-Oberliga zur Zeit an.
Daß sie auch klassenhöheren Mannschaften gewachsen sind, zeigten die Hildesheimerinnen in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs auf Regionalebene, als sie die SG Schortens klar und deutlich mit 23:18 besiegten.
Der VfL Oldesloe hat also keinen Grund, die Aufgabe am Sonntag auf die leichte Schulter zu nehmen, wenn wie in den letzten Jahren die erste Runde des Pokalwettbewerbs auf Bundesebene erreicht werden soll. Diese steigt im übrigen am 8./9. Februar und da hätte der VfL unter Umständen – bei etwas Losglück – die Chance, einen Bundesligisten oder Zweitligisten in der Stormarnhalle empfangen zu können.
Der VfL, der im letzten Punktspiel bei Regionalliga-Spitzenreiter TuS Alstertal ja stark ansteigende Form zeigte, kann auch in Hildesheim noch nicht in Bestbesetzung antreten. Außer Antje Schütt fehlen auch weiterhin Kirstin Timm und Sonja Taut im VfL-Aufgebot. Kann die Mannschaft aber dennoch etwa ihre Leistung vom letzten Wochenende wiederholen, müßte sie auch in Hildesheim eine gute Siegchance haben.
Auch zu diesem Spiel, das am Sonntag um 18 Uhr angepfiffen werden soll, setzt der VfL wieder einen Reisebus ein, in dem auch Fans mitreisen können. Da nur noch wenige Plätze frei sind. sollten sich Interessenten möglichst umgehend mit Manfred Fandrey unter der Oldesloer Telefonnummer 7988 in Verbindung setzen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 24.1.1986
Sonntag, 26. Januar 1986
Eintracht Hildesheim – VfL Oldesloe 25:29 (15:8, 23:23, 24:25) n.V.
Der Pokalkampf in Hildesheim übertraf an Dramatik alle bisherigen Spiele
(mth). … Nach einem dramatischen Pokalkampf, wie ihn die Oldesloerinnen bisher wohl noch nicht erlebten, zogen sie nach einem Acht-Tore-Rückstand erst nach der notwendigen Verlängerung in die erste DHB-Hauptrunde ein.
Trainer Ulli Meyer hatte lediglich acht Spielerinnen zur Verfügung, ließ seine erste Sieben voll durchspielen. Gegen die starken Hildesheimerinnen hatten die VfLerinnen in der ersten Halbzeit überhaupt keine Chance. Nach sieben Minuten stand es schon 0:3, ständig bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung aus (7:4, 10:5, 12:6) und nach dem 15:7 in der 28. Minute schien sich für den VfL ein Debakel anzubahnen. Kurz vor der Pause gelang Dörte Knickrehm per Siebenmeter das 8:15.
Wie verwandelt kamen die VfL-Damen aus der Kabine zurück. Sie erzielten sechs Tore in Folge und auf einmal stand es nur noch 14:15. 23 Minuten lang gelang dem Tabellenführer der Oberliga Niedersachsen kein einziges Feldtor. Lediglich drei Siebenmeter wurden verwandelt. So erzielte die überragende Feldspielerin Andrea Güldenpfennig (11 Tore) mit einem Tempogegenstoß in der 51. Minute die erste VfL-Führung (18:17).
Es entwickelte sich ein dramatischer Pokalfight vor etwa 200 zahlenden Zuschauern. 90 Sekunden vor dem offiziellen Spielende führte Hildesheim mit 23:21. Nun kam der große Auftritt von Siebenmeterspezialistin Dörte Knickrehm. Sicher warf sie zum 22:23 ein, Zwei Sekunden vor dem Abpfiff wurde die gegenstoßlaufende Steffi Bernecker so schwer gefoult, so daß die Unparteiischen Rot und auf den Punkt zeigten. Dörte verwandelte zum Ausgleich.
In der notwendig gewordenen Verlängerung wurden die Gastgeber immer nervöser, der VfL immer ruhiger. Torhüterin Gudrun Fandrey zeigte sich in bestechend guter Form und wehrte drei Siebenmeter ab. Die VfLerinnen hielt nun nichts mehr. Trotz einer Zeitstrafe von Andrea Güldenpfennig zogen sie auf 29:24 davon.
Für den VfL spielten weiter: Petra Payka (3), Stefanie Bernecker (5), Dörte Knickrehm (7/5), Anja Müller (2) und Andrea Hasenberg (1).
STORMARNER TAGEBLATT vom 28.1.1986
Mittwoch, 29. Januar 1986
VfL-Damen müssen nach Oldenburg
(mth). Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe muß auch ihr drittes Pokalspiel in dieser Saison auswärts austragen. Bei der gestrigen Auslosung der ersten Pokalrunde auf Bundesebene wurde den Oldesloerinnen der Oldenburger SV zugelost. Die Oldenburgerinnen liegen zur Zeit auf dem zweiten Platz in der schleswig-holsteinischen Oberliga.
Da laut Ausschreibung in dieser Runde die klassenniedrigeren Mannschaften automatisch Heimrecht haben – in der nächsten Runde, in der dann auch die Mannschaften aus der 1. Bundesliga mit in das Geschehen eingreifen, im übrigen auch noch –‚ muß der VfL die Reise nach Ostholstein antreten.
Ganz ungelegen kommt den Oldesloern diese Auslosung nicht, denn bei einem Heimspiel hätten sie Schwierigkeiten mit der Hallenfindung gehabt, denn am 8./9. Februar, an dem diese Runde ausgespielt wird, ist die Stormarnhalle fest in der Hand der Oldesloer Karnevalisten.
STORMARNER TAGEBLATT vom 29.1.1986
Freitag, 31. Januar 1986
„Pflicht“ und „Kür“ für die VfL-Handballdamen
Zwei Knüller für die Oldesloer Handballfreunde
(mth). Ein volles Programm gibt es am Wochenende wieder für die Handballmannschaften des VfL Oldesloe. Mit dabei sind natürlich auch die drei „Vorzeigemannschaften“ der Abteilung, von denen aber nur die Damen-Regionalligamannschaft Heimrecht genießt. Die Truppe von Trainer Ulli Meyer hat am Sonntag um 14.45 Uhr Wandsbek 72 in der Stormarnhalle zu Gast.
Aber das ist gewissermaßen nur die „Pflicht“ für die VfL-Damen. Am Dienstagabend steigt dann die „Kür“ denn dann kommt der ungarische Erstligist Veszpremi Sportegyesület (vormals Bakony Veszprem) zu einem Freundschaftsspiel in die Stormarner Kreisstadt. In dieser Spitzenmannschaft stehen nicht weniger als fünf ungarische Nationalspielerinnen, von denen drei auch bei der B-Weltmeisterschaft im Dezember in Norddeutschland eingesetzt wurden.
Das Hauptaugenmerk der Oldesloerinnen aber gilt zunächst erst einmal dem Punktspiel am Sonntag gegen Wandsbek 72. Gegen diesen Gegner haben die Oldesloerinnen etwas gutzumachen, denn im Hinspiel in Wandsbek bezogen sie seinerzeit ihre erste Saisonniederlage Mit 16:24 fiel die dann sogar noch besonders derb aus und sie wurde als Sensation empfunden, denn der VfL war als verlustpunktfreier Spitzenreiter in diese Partie gegangen und die Wandsbekerinnen lagen vor dem Spiel noch ohne Punktgewinn am Tabellenende.
Inzwischen haben sich die Gewichte aber ziemlich verschoben. Der VfL ist zwar trotz einiger Rückschläge noch immer in der Spitzengruppe zu finden und hat von allen Regionalligamannschaften die wenigsten Minuspunkte, aber die Konkurrenz sitzt den Oldesloerinnen inzwischen wesentlich dichter im Nacken, und zu dieser Konkurrenz zählt inzwischen auch Wandsbek 72.
Die Hamburgerinnen nämlich haben sich, wie schon Im letzten Jahr, als sie ebenfalls schlecht in die Saison gestartet waren, um dann am Ende noch Dritter zu werden, von ihrem Fehlstart inzwischen prächtig erholt und sind in der Tabelle mächtig auf dem Vormarsch. Zur Zeit nehmen sie den fünften Rang ein, aber sollte ihnen auch in Bad Oldesloe nun ein Sieg gelingen, können sie auch ganz vorne noch mitreden.
Der VfL will dieses natürlich unter allen Umständen vermeiden. Mit Unterstützung des eigenen Publikums soll endlich der erste Sieg in der Rückrunde gelingen und außerdem ist die Mannschaft heiß darauf, für die Hinspielniederlage, als sie – vor allem in der ersten Halbzeit – förmlich überrollt wurde, Revanche zu nehmen.
Trainer Ulli Meyer kann dabei seinen Kader gegenüber dem Pokalspiel am letzten Sonntag in Hildesheim wieder aufstocken. Maren Schröder, Susanne Paetz und Wiebke Rickert werden nach ihren Verletzungen und Erkrankungen aller Voraussicht nach wieder zur Verfügung stehen. Auf Antje Schütt, Sonja Taut und Kirstin Timm dagegen muß der VfL-Coach weiter verzichten. Schwer wird es für den VfL am Sonntag allemal, aber mit Unterstützung ihrer Fans im Rücken – die Halle wird gewiß wieder hervorragend besucht sein – hat die Mannschaft ja schon so manche harte Nuß geknackt.
Voll wird die Halle sicherlich auch am Dienstagabend sein, wenn Andrea Güldenpfennig und Co. gegen die ungarische Spitzenmannschaft antreten. Die Zuschauer können sich da natürlich auf einen besonderen Handball-Leckerbissen freuen, denn in der Partie, die um 19.30 Uhr beginnt, spielt das Ergebnis letztendlich keine Rolle, so daß alle Beteiligten frei aufspielen und „zaubern“ können.
Die Mannschaft aus Ungarn ist vom 2. bis zum 10. Februar Gast von Eintracht Lüneburg und trägt in dieser Zeit vier Freundschaftsspiele aus. Die Partie in Oldesloe ist dabei die erste. Anschließend geht es noch gegen TuS Alstertal (5. Februar.), eine Hamburger Juniorenauswahl (6. Februar) und gegen Eintracht Lüneburg (9. Februar).
STORMARNMER TAGEBLATT vom 31.1.1986
Sonntag, 2. Februar 1986
VfL Oldesloe – Wandsbek 72 18:14 (9:8)
Die Revanche für die Hinspielniederlage gelang
Ausgangsposition für die VfL-Handballdamen hat sich durch den Sieg über Wandsbek verbessert
(mth). Die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe hat in der Rückrunde endlich ihren ersten Sieg perfekt gemacht, und behielt damit ihre glänzenden Aussichten, gleich in ihrer ersten Saison in der Regionalliga einen Platz ganz vorne in der Tabelle zu belegen. Mit 18:14 (9:8) gelang der Truppe um Mannschaftsführerin Anja Müller eine erfolgreiche Revanche gegen Wandsbek 72.
In Wandsbek hatte der VfL im Herbst ja mit 16:24 seine bislang deutlichste Saisonniederlage eingesteckt. Die Hamburgerinnen dürften im übrigen mit dieser Niederlage endgültig aus dem Kreis der Meisterschaftsanwärter ausgeschieden sein. Sieben Punkte Rückstand gegenüber dem VfL sind für sie im letzten Saisondrittel ganz gewiß nicht mehr aufzuholen.
An die 500 Zuschauer erlebten dabei eines der besten und spannendsten Punktspiele dieser Saison. So deutlich, wie es das Endergebnis aussagt, nämlich war der VfL seinem Gegner nicht überlegen. Vielmehr stand die Partie rund 50 Minuten lang auf des Messers Schneide. Die Wandsbekerinnen hatten bis dahin selbst zwar nur zweimal Führungspunkte (1:0 und 10:9) herauswerfen können, aber sie ließen sich erst spät von den Oldesloerinnen „abhängen“.
VfL-Trainer Ulli Meyer hatte erstmals seit langer Zeit wieder für ein Spiel mit zwölf Spielerinnen einen vollzähligen Kader beisammen. Außer Maren Schröder, Susanne Paetz und Wiebke Rickert stand überraschend auch Kirstin Timm wieder zur Verfügung. Allerdings machte der VfL-Coach von seinem erstmals wieder „üppigen“ Aufgebot nur sparsam Gebrauch. Insgesamt setzte er nur acht Spielerinnen ein, wobei mit Andrea Güldenpfennig, Gudrun Fandrey, Maren Schröder, Anja Müller, Dörte Knickrehm und Andrea Hasenberg gleich sechs Spielerinnen voll durchspielten, während sich Stefanie Bernecker und Petra Payka abwechselten. Susanne Paetz, Wiebke Rickert, Kirstin Timm und Anke Petersen kamen nicht zum Einsatz.
Im Hinspiel in Wandsbek hatte sich der VfL ja in der ersten Halbzeit vom Gegner völlig überfahren lassen. Entsprechend vorsichtig und konzentriert ging die Mannschaft in diese Partie. Konsequent blieb man von der ersten bis zur letzten Minute bei einer 6:0-Deckung, um sich nicht noch einmal von Spielzügen mit kurzen Wechseln über die Außenpositionen verladen zu lassen.
Damit hatte man dem Spiel der Hamburgerinnen einiges von der Gefährlichkeit genommen. Die waren nun im wesentlichen auf Aktionen aus dem Rückraum angewiesen und dort liegen nicht gerade ihre Stärken, zumal auch noch ihre vermeintlich stärkste Werferin aus der zweiten Reihe, Nicole Zarse, ihr Visier falsch eingestellt hatte.
Durch Karin Buhmann ging Wandsbek 72 dennoch in der 2. Minute mit 1:0 Führung und es dauerte immerhin bis zur 4. Minute, ehe der VfL durch Andrea Güldenpfennig selbst sein erstes Tor erzielte. In der 6. Minute brachte Andrea Hasenberg dann die Oldesloerinnen mit 2:1 in Führung und auch den 2:2-Ausgleich durch Michelle Milewski konnte „Hasi“ postwendend mit einem schönen Tor vom Kreis beantworten.
In den folgenden Minuten verpaßte der VfL erstmalig die Möglichkeit, einen klaren Vorsprung herauszuholen. Dem stand aber die glänzend aufgelegte Gäste-Torhüterin Dagmar Rindelaub entgegen, die dem VfL schon im Hinspiel das Leben schwer gemacht hatte und die wieder über sich hinauswuchs. Unter anderem konnte sie sogar zwei Tempogegenstöße von Andrea Güldenpfennig abblocken. In Verbindung mit einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Heike Claussen (12. Minute) hätte da eigentlich schon eine kleine Vorentscheidung für den VfL fallen können, aber so kam statt dessen Wandsbek 72 in der 13. Minute in Unterzahl durch Corinna Schöffler zum 3:3.
Als dann in der 16. Minute Gudrun Fandrey nach der 4:3-Führung durch Stefanie Bernecker einen Siebenmeter von Nicole Zarse parieren konnte, schaffte dann Maren Schröder mit einem ihrer gefürchteten Gewaltwürfe erstmalig einen Zwei-Tore-Vorsprung. Aber daran hatte der VfL nicht lange Freude. Dem 5:4 durch Barit Schust konnte Petra Payka zwar noch prompt das 6:4 entgegensetzen, aber bis zur 22. Minute hatte Wandsbek durch Barit Schust und Corinna Schöffler schon wieder ausgeglichen.
Die nächsten beiden VfL-Tore markierte dann Dörte Knickrehm per Siebenmeter, wobei zwischendurch Karin Buhmann für die Gäste erfolgreich war.
Von der 24. Minute bis zur Schlußminute der ersten Halbzeit blieben weitere Tore dann ganz aus. Statt dessen häuften sich plötzlich die Zeitstrafen, wobei das Schiedsrichtergespann Scholz/Klemmer (Cuxhaven) nicht immer eine glückliche Hand bewies. Trotz Unterzahl konnte der VfL eine halbe Minute vor dem Seitenwechsel durch Andrea Güldenpfennig noch auf 9:7 erhöhen, aber auch diesen Zwei-Tore- Vorsprung vermochte man nicht in die Kabine zu retten, denn das letzte Wort hatte noch einmal Barit Schust.
Im zweiten Durchgang kam der VfL, nicht zuletzt wegen einer weiteren umstrittenen Zeitstrafe gegen Anja Müller, nur schwer in Gang und Wandsbek nutzte die Chance durch Michelle Milewski und Barit Schust bis zur 36. Minute mit 10:9 in Führung zu gehen. Maren Schröder glich in der 37. Minute, aus, Minuten später konnte Dörte Knickrehm einen Siebenmeter nicht im Netz unterbringen.
Andrea Güldenpfennig war es dann vorbehalten, mit einem gekonnten Heber in der 42. Minute das 11:10 zu markieren und eine Minute später erhöhte Andrea Hasenberg auf 12:10. Von da an gab der VfL die Initiative nicht mehr ab, wobei die Mannschaft von den Schiedsrichtern, die nun ein paar Mal merkwürdig mit dem VfL umsprangen, zu einer Trotzreaktion animiert wurde.
Auch das Oldesloer Publikum ging nun mehr aus sich heraus und seine Unterstützung konnte der VfL gut gebrauchen, denn die Hamburgerinnen gaben noch lange nicht auf. Bis zum 14:12 in der 49. Minute (Karin Buhmann) – zwischendurch hatten Maren Schröder und Andrea Güldenpfennig für den VfL und ebenfalls Karin Buhmann für Wandsbek getroffen – war die Partie auf des Messers Schneide und erst mit dem 15:12 durch Stefanie Bernecker (51. Minute) hatte sich die Waagschale ein wenig mehr zugunsten des VfL geneigt.
Spätestens das 16:12 durch Andrea Güldenpfennig in der 54. Minute per Siebenmeter war dann die endgültige Entscheidung. Die restlichen Treffer erzielten Corinna Schöffler und Nicole Zarse für Wandsbek und Andrea Güldenpfennig und Maren Schröder für den VfL. Dabei war der Treffer von Maren Schröder in der Schlußsekunde besonders sehenswert. Ihr Wurf hätte in Bezug auf Wucht und Genauigkeit auch jeden Herren-Handballspieler zur Ehre gereicht.
Andrea Güldenpfennig, mit sechs Treffern wieder einmal erfolgreichste VfL-Werferin, konnte es sich ungestraft leisten, in der 56. Minute einen Siebenmeter zu verwerfen, ohne daß ihrer Mannschaft daran noch einmal Gefahr erwuchs.
Maren Schröder, deren Form aufsteigende Tendenz zeigt, brachte es auf vier Tore. Drei Treffer markierte Andrea Hasenberg, je zwei Dörte Knickrehm und Stefanie Bernecker und ein Tor ging auf das Konto von Petra Payka. Mannschaftsführerin Anja Müller blieb zwar ohne Torerfolg und entwickelte im Angriff auch einiges Pech, ihr Einbau in die Grundaufstellung zeigte aber in der Deckungsarbeit positive Ergebnisse.
STORMARNER TAGEBLATT vom 3.2.1986
Dienstag, 4. Februar 1986
Ungarisches Spitzenteam in der Stormarnhalle
Den Oldesloer Handballfreunden wird heute besonderer Leckerbissen geboten
(mth). Einen neben Handball-Leckerbissen gibt es bereits heute um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle. Die Damen-Regionalligamannschaft des VfL, die sich ja am Sonntag mit dem 18:14-Erfolg im Spitzenspiel gegen Wandsbek 72 in hervorragender Form präsentierte, erwartet zu einem Freundschaftsspiel die ungarische Spitzenmannschaft Veszpremi Sportegyesület.
Die Ungarinnen, die zur Zeit zu einem Trainingslager in Lüneburg weilen, haben in ihren Reihen nicht weniger als fünf Nationalspielerinnen, von denen drei, Zsuzsa Nyari, Erzsebet Sulyok und Csilla Orban, auch bei der B-Weltmeisterschaft im Dezember in Niedersachsen, bei der die Ungarinnen hinter der DDR den zweiten Platz belegten, zum Einsatz kamen.
Der VfL, der mit dem gleichen Aufgebot wie gegen Wandsbek auflaufen wird, wobei heute mit Sicherheit alle zwölf Spielerinnen zum Einsatz kommen, wird gegen diesen renommierten Gegner sicher seine Grenzen aufgezeigt bekommen, eine Demonstration für guten Damenhandballsport aber verspricht die Partie allemal zu werden.
Ähnlich wie am Sonntag wird die Halle auch heute gewiß wieder gut besetzt sein, so daß sich für Fans, die einen guten Sitzplatz ergattern wollen, ein frühzeitiger Anmarsch zur Stormarnhalle anbietet.
STORMARNER TAGEBLATT vom 4.2.1986
Dienstag, 4. Februar 1986
VfL Oldesloe – Veszpremi Sportegyesület 22:20 (11:8)
Die VfL-Damen wuchsen über sich hinaus
Andrea Güldenpfennig und Co „zauberten“ nach alle Regeln der Kunst
22:20-Sieg
(mth). Einen Leckerbissen besonderer Art hatte die Handballabteilung des VfL Oldesloe für das Freundschaftsspiel ihrer Damen-Regionalligamannschaft gegen die ungarische Spitzenmannschaft Veszpremi Sportegyesület versprochen, und sie hatte dabei den Mund nicht zu voll genommen. Eine tolle Werbung für die in Oldesloe ja ohnehin beliebte Sportart „Damenhandball“ ist das Spiel vor rund 400 Zuschauern allemal gewesen.
Nach Herzenslust „gezaubert“ haben dabei weiß Gott nicht nur die mit reichlich Nationalspielerinnen besetzten Ungarinnen. Ohne den Druck und Streß aus den Pflichtspielen wuchs auch die VfL-Mannschaft, die ansonsten ihre Stärken ja eher im Kampfgeist und Willenskraft hat, in spielerischer Hinsicht über sich hinaus. Andrea Güldenpfennig, Maren Schröder, Andrea Hasenberg, Kirstin Timm, Dörte Knickrehm und Stefanie Bernecker setzen einen spielerischen Glanzpunkt nach dem anderem und auch Susanne Paetz, Wiebke Rickert, Anja Müller und Petra Payka gefielen durch große Spielfreude.
So zeigten die Oldesloerinnen Kombinationen, wie man sie von ihr noch selten zuvor gesehen hatte, in Hülle und Fülle und da auch Einsatz und Konzentration nicht zu kurz kamen, fielen Tore wie reife Früchte. Der VfL war dabei von Anfang an in Führung gegangen. Dabei schien es die Ungarinnen kaum zu stören, daß der Gegner schon nach einer Viertelstunde mit 6:2 Toren führte. Sie „zauberten“ und experimentierten weiter und als sie dann innerhalb von vier Minuten auf 5:6 herankamen, waren sie sich wohl ganz sicher, daß sie die Partie jederzeit würden zu ihren Gunsten „umbiegen“ können, wenn sie das Tempo anzogen.
Aber sie hatten diese Rechnung ohne den VfL gemacht. Der nämlich steigerte sich in einen wahren Spielrausch hinein und verteidigte zäh, ohne dabei aber je verbissen zu wirken, seinen Vorsprung. 11:8 lagen die Stormarnerinnen zur Halbzeit in Führung und spätestens, als diese Führung bis zur 42. Minute auf 17:13 ausgebaut worden war, obwohl die Gäste inzwischen auch kämpferisch mehr aus sich herausgegangen waren, sahen die Ungarinnen ihre Felle davonschwimmen und machten endgültig ernst.
Verlieren wollten sie in Oldesloe nun wirklich nicht, aber der VfL gab auch gegen einen nun voll aufdrehenden Gegner nicht klein bei. Näher als bis zwei Treffer ließen Andrea Güldenpfennig und Co den Gegner nie herankommen – auch nicht, als die Ungarinnen ab der 52. Minute beim Stande von 21:18 den gesamten VfL-Rückraum in kurze Deckung nahmen – und spätestens in der 59. Minute, als Andrea Güldenpfennig zum 22:19 einwarf, stand fest, daß der VfL das Freundschaftsspiel als Sieger beenden würde. Der Endstand lautete schließlich 22:20.
Nun ist das Ergebnis sicher nicht überzubewerten und daraus Rückschlüsse über das Abschneiden der VfL-Damen in den kommenden Pokal- und Punktspielen zu ziehen, ist sicherlich verfehlt. Ein toller Erfolg aber ist der Sieg allemal gewesen und gezeigt hat das Spiel auch nachdrücklich, daß von einer Krise bei den VfL-Damen, in die sie ja zu Beginn der Rückrunde geraten waren, keine Rede mehr sein kann.
Die Tore für den wie entfesselt aufspielenden VfL erzielten Andrea Güldenpfennig (6), Andrea Hasenberg (5), Maren Schröder (4), Stefanie Bernecker (3/1), Dörte Knickrehm (2/1) und Susanne Paetz (2). Ins Feld wurden außerdem noch Kirstin Timm, Wiebke Rickert, Anja Müller, die in der 43. Minute mit einer Verletzung ausscheiden mußte, und Petra Payka eingesetzt.
Im Tor standen jeweils für eine Halbzeit Gudrun Fandrey und Anke Petersen, Beide präsentierten sich in glänzender Form und hatten gehörigen Anteil am Sieg ihrer Mannschaft und daß nicht nur, weil sie ja auch einen Siebenmeter abwehren konnten. Ein wenig Glück hatten sie noch dazu, weil die Ungarinnen, allen voran die baumlange Iren Szabo, oft nur Pfosten und Latte trafen, aber Glück hat auf die Dauer bekanntlich nur der Tüchtige.
Mit dem Schiedsrichtergespann Holger Winkler/Horst Hil-debrandt (Lütjensee/Oldesloe) waren die Gäste in der Schluß-phase – deutet man ihre Gesten richtig – nicht mehr so recht zufrieden. Zu unrecht, wie wir meinen, denn die beiden Unparteiischen boten nach unserer Auffassung eine durchgehend hervorragende Leistung.
STORMARNER TAGEBLATT vom 5.2.1986
Freitag, 7. Februar 1986
Die VfL-Damen werden sich strecken müssen, um im Pokal weiterzukommen
(mth). … Die Regionalligatruppe von Trainer Ulli Meyer muß beim schleswig-holsteinischen Oberligisten SV Oldenburg antreten. Das Spiel beginnt am Sonnabend um 16.30 Uhr in der Großsporthalle „Neuer Markt“ in Oldenburg. Schlachtenbummler, die die Mannschaft bei diesem Pokalspiel unterstützen wollen – ein Bus wird diesmal nicht eingesetzt – sollten rechtzeitig nach Oldenburg anreisen, denn die wenigen Sitzplätze in der Halle sind dort immer schnell vergeben, weil in der ostholsteinischen Kleinstadt ähnliches „Handballfieber“ ausgebrochen ist, wie in Oldesloe.
Vor drei Jahren haben beide Mannschaften im Pokal schon einmal die Klingen gekreuzt. Damals spielten die Oldesloerinnen in der Oberliga und die Oldenburgerinnen steckten noch in der Bezirksliga. Seinerzeit konnte der VfL das Spiel nur denkbar knapp in den letzten Minuten für sich entscheiden.
Ein Spaziergang wird die morgige Partie für den Regionalligisten mit Sicherheit auch nicht. Der SV Oldenburg nämlich spielt als Aufsteiger in der Oberliga eine glänzende Rolle. Lange Zeit sah es sogar so aus, als könnte der OSV in die Fußstapfen des VfL treten, inzwischen aber hat TS Kaltenkirchen den Neuling in der Tabelle überholt.
Dazu steht noch nicht fest, ob der VfL zu diesem Pokalspiel mit bestem Aufgebot antreten kann. Ungewiß ist noch, ob Mannschaftsführerin Anja Müller nach ihrer Verletzung vom Freundschaftsspiel am Dienstag – mutmaßlich eine Knieprellung – schon wieder einsatzfähig ist.
Fraglich ist auch die Mitwirkung von Dörte Knickrehm. Sie hat nämlich kurzfristig von Bundestrainer Ekke Hoffmann eine Einladung zu einem Trainingslager der Junioren-Nationalmannschaft in Steinbach (Südbaden) vom 7. bis 12. Februar erhalten, und es stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest, ob sie dieser ehrenvollen Einladung würde Folge leisten können. Wenn ja, steht sie in Oldenburg natürlich nicht zur Verfügung.
In ähnlicher Form wie in den letzten beiden Spielen müßte der VfL aber auch – wenn es denn so kommt – ohne diese beiden Spielerinnen eine gute Chance haben, sich wieder, wie in den letzten Jahren, für die zweite Pokalrunde auf Bundesebene zu qualifizieren.
STORMARNER TAGEBLATT vom 7.2.1986
Sonnabend, 8. Februar 1986
Oldenburger SV – VfL Oldesloe 21:20 (11:12)
VfL-Damen im Pokal ausgeschieden
Beim 20:21 in Oldenburg fühlten sich die Oldesloerinnen ganz gehörig „verschaukelt“
(mth). Die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe ist etwas überraschend in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs auf Bundesebene ausgeschieden. Beim Zweiten der schleswig-holsteinischen Oberliga, dem SV Oldenburg, unterlag die Truppe von Trainer Ulli Meyer mit 20:21, nachdem sie zur Pause noch mit 12:11 geführt hatte.
Nun ist das Ausscheiden der Mannschaft „schon“ in der ersten Runde auf Bundesebene für sich gesehen ganz sicher keine Schande, auch wenn in den letzten drei Jahren stets die zweite Runde dieses Wettbewerbs erreicht worden war. Und auch die Tatsache, daß man gegen eine klassentiefere Mannschaft ausgeschieden ist, ist – abstrakt betrachtet – sicher kein Beinbruch. Schließlich hat gerade der VfL in den vergangenen Jahren als „Pokalschreck“ laufend höherklassige Teams aus dem Rennen geworfen und daß nun einmal das Gegenteil eintraf, mag zwar für den Augenblick schmerzen, müßte aber gerade vom VfL als „normal“ angesehen werden.
Wenn es aber dennoch im Lager der Oldesloer nach dem Spiel in Oldenburg hängende Köpfe und eine gehörige Portion Wut über das Ausscheiden gegeben hat, dann hat das nichts damit zu tun, daß die Mannschaft etwa nicht verlieren konnte, also ein schlechter Verlierer wäre. Im Gegenteil: Die Mannschaft hat in der Vergangenheit immer, wenn es so weit war – alzu oft mußte sie das ja nicht auskosten –, mit Anstand Niederlagen ertragen und nie nach billigen Ausflüchten und Entschuldigungen gesucht.
In Oldenburg aber fühlte sich die Mannschaft verraten und verkauft. Nicht vom Gegner und auch nicht von 400 (!!) zahlenden Zuschauern, die natürlich wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft standen, sondern vorn Schiedsrichtergespann Battefeld/Schwark (Schleswig/Flensburg). Die nämlich erwiesen sich als ausgesprochene Heimschiedsrichter. Die Oldesloerinnen konnten ihnen einfach nichts recht machen. Insbesondere Andrea Güldenpfennig und Andrea Hasenberg hatten sie sich aufs Korn genommen. Besonders in der zweiten Halbzeit, als die Partie in die entscheidende Phase kam, trafen sie ein paar glasklare Fehlentscheidungen und jede Menge zweifelhafter Entscheidungen und alle gingen zu Lasten der Oldesloerinnen.
Das war im übrigen nicht nur die Meinung der Stormarner, auch die einheimischen Zuschauer und neutrale Beobachter schüttelten bei vielen Entscheidungen mit den Köpfen und selbst die Oldenburger Spielerinnen, die sich natürlich mächtig freuten, daß sie den Favoriten ein Bein gestellt hatten – was ihnen niemand verdenken kann – gaben zu, daß ihnen die Unparteiischen geholfen hatten.
Irgendwo muß dieses den Herren Battefeld und Schwark (immerhin Schiedsrichterwart des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes) auch gedämmert haben, denn nach Spielschluß verließen sie eher fluchtartig das Feld und waren auch nach Aufforderung durch den Hallensprecher nicht dazu zu bewegen, die Partie ordnungsgemäß mit dem Sportgruß beider Mannschaften zu beenden. Mag sein, daß sich da ein schlechtes Gewissen bei den beiden Herren in Schwarz gerührt hat.
Der VfL kann sich nach dem Ausscheiden aus dem Pokalwettbewerb nun natürlich ganz und gar auf die Punktspiele in der Regionalliga konzentrieren und dort hat man als Mannschaft mit den wenigsten Minuspunkten ja noch alle Chancen. Insofern kann man dem Pokal-K.o. natürlich auch einen positiven Aspekt abgewinnen.
Ansonsten wird man den Pokalwettbewerb dieser Saison eher in schlechter Erinnerung behalten. Nicht nur wegen des Ausscheidens in Oldenburg, sondern auch in finanzieller Hinsicht. Mit ausschließlich Auswärtsspielen, von denen die Spiele in Langelsheim und Hildesheim ganz schön ins Geld gingen, ist der Wettbewerb in diesem Jahr nämlich trotz der Einnahmebeteiligung ein Zuschußunternehmen für den VfL gewesen. Ein Spiel in der nächsten Runde daheim gegen einen Bundesligisten, wäre in dieser Beziehung ein „warmer Regen“ und damit herzlich willkommen gewesen.
Zum Spiel in Oldenburg selbst: Unter einem sonderlich glücklichen Stern stand die Partie für die Partie für die Truppe von Trainer Ulli Meyer von vornherein nicht. Anja Müller konnte wegen ihrer Verletzung vom letzten Dienstag nicht mitwirken, und Maren Schröder, die ja in Kiel zu Hause ist, blieb im Schnee stecken und stand so auch nicht zur Verfügung.
Dennoch bestimmte der VfL stets das Spielgeschehen und lag immer in Führung. In der ersten Halbzeit allerdings nur knapp, denn die aufopferungsvoll kämpfenden Oldenburgerinnen blieben, auch jetzt schon mit Schiedsrichterunterstützung, stets auf Tuchfühlung.
In der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit aber konnte sich der VfL dann dank einer überragenden Leistung von Andrea Güldenpfennig, die mit zehn Treffern wieder einmal alle anderen Spieler weit übertraf, absetzen. 18:14 führte der VfL in der 47. Minute und die überragende Andrea erzielte noch zwei weitere Treffer hintereinander, die gewiß die Partie endgültig entschieden hätten. Aber aus unverständlichen Gründen wurde diesen Treffern die Anerkennung versagt.
Damit nahm das Verhängnis für den VfL seinen Lauf. Bis zur 54. Minute kam Oldenburg nicht zuletzt durch eine Reihe von Siebenmetern – dem Gastgeber wurden gleich acht solcher Strafwürfe zugesprochen, dem VfL nur ein einziger – zum 19:19-Ausgleich und die 21:20-Führung in der Schlußminute – die einzige Führung der Ostholsteinerinnen im ganzen Spiel – konnte der VfL nicht mehr erfolgreich beantworten.
Und noch eine Hiobsbotschaft traf den VfL in der Schlußphase. Stefanie Bernecker zog sich eine Handverletzung zu, die sich im Nachhinein als Bänderriß im Daumen herausstellte, so daß sie ihrer Mannschaft in den nächsten Wochen mit Sicherheit fehlen wird.
Neben Andrea Güldenpfennig waren für den VfL in Oldenburg noch Andrea Hasenberg (4), Stefanie Bernecker (2), Kirstin Timm, Susanne Paetz, Petra Payka und Dörte Knickrehm, die den einzigen Siebenmeter der Stormarnerinnen verwandelte, als Torschützen erfolgreich. Im Tor wechselten sich Gudrun Fandrey und Anke Petersen, die zwei Siebenmeter halten konnte, ab.
STORMARNER TAGEBLATT vom 10.2.1986
Freitag, 14. Februar 1986
Beim VfL Bad Schwartau stehen die VfL-Damen vor ganz schwerer Aufgabe
(mth). Eine schwere Aufgabe hat am Wochenende die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe. Am Sonntag um 11 Uhr müssen die Stormarnerinnen bim VfL Bad Schwartau antreten. Nach dem Tabellenstand müßte diese Aufgabe für den VfL eigentlich leicht lösbar sein, denn die Schwartauerinnen rangieren nur im unteren Mittelfeld, während die Oldesloerinnen ja nach wie vor beste Aussichten auf den Gewinn des Meistertitels haben.
Aber Vorsicht ist für die Truppe von Trainer Ulli Meyer allemal angesagt. Das Hinspiel im letzten Herbst und auch ein Pokalspiel vor gut 14 Monaten konnten die Oldesloerinnen zwar für sich entscheiden, aber beide Spiele waren außerordentlich hart umkämpft – in jedem Sinne des Wortes – und letztlich gab in beiden Fällen wohl der Heimvorteil den Ausschlag zugunsten der Stormarnerinnen.
Die Schwartauerinnen würden sich dafür natürlich zu gerne in eigener Halle revanchieren, zumal sie ohnehin wurmt, daß ihnen Andrea Güldenpfennig und Co. die angestammte Vormachtstellung im Bezirk weggenommen haben.
Und noch aus einem anderen Grund wird die Fahrt nach Bad Schwartau für den VfL ein schwerer Gang. Die Personalprobleme, die man gerade überwunden glaubte, sind nämlich wieder erheblich größer geworden. Nach Antje Schütt fällt nun auch Stefanie Bernecker langfristig aus und auch der Einsatz von Mannschaftsführerin Anja Müller ist noch höchst ungewiß. Sonja Taut hat ohnehin niemand mehr so recht auf der Rechnung. Sie ist nach ihrer Blinddarmoperation im Dezember noch nicht wieder in Bad Oldesloe aufgetaucht, und da sie beruflich am Wochenende stark engagiert ist, scheint eine Rückkehr in die VfL-Mannschaft ziemlich ausgeschlossen.
Aber diesen widrigen Umständen zum Trotz hat sich die Mannschaft für das Spiel in Bad Schwartau einiges vorgenommen. Die Mannschaft will gerade nach dem unglücklichen Ausscheiden im Pokalwettbewerb in Oldenburg ihre Chance in der Meisterschaft nun um so energischer wahrnehmen. Ein Erfolg in der morgigen Partie wäre dafür gerade der richtige Ansatz.
STORMARNER TAGEBLATT vom 14.2.1986
Sonntag, 16. Februar 1986
VfL Bad Schwartau – VfL Oldesloe 21:19 (11:9)
Wieder ein Rückschlag für die Oldesloer Damen
Beim 19:21 in Bad Schwartau hatten die VfLerinnen in jeder Halbzeit nur Luft für 25 Minuten
(mth). Einen neuerlichen Rückschlag mußte die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe hinnehmen. Beim VfL Bad Schwartau unterlag die Truppe von Trainer Ulli Meyer mit 19:21 (9:11) und da am Tag zuvor der TuS Alstertal das Hamburger Lokalderby gegen die SG Union 03/Bramfeld knapp für sich entschieden hatte, ist der Neuling aus der Stormarner Kreisstadt nun auch nicht mehr die Mannschaft mit den wenigsten Minuspunkten in der Klasse.
TuS Alstertal, der wegen eines mehr ausgetragenen Spieles ja schon seit einigen Wochen die Tabellenführung inne hatte, ist nun auch „echter“ Spitzenreiter der Regionalliga mit drei Pluspunkten mehr und einem Minuspunkt weniger als die Oldesloerinnen.
Beim VfL Oldesloe war man nach der Niederlage in Schwartau natürlich ein wenig traurig und niedergeschlagen, weil man den doppelten Punktverlust als überflüssig und ärgerlich empfand, aber die Mannschaft hat keinerlei Grund, die Köpfe nun hängen zu lassen. Die Ausgangsposition ist für die Truppe nach wie vor so, daß ihr noch alle Möglichkeiten offen bleiben.
Natürlich kann man nun die Alstertalerinnen nicht mehr aus eigener Kraft einholen, denn Hin-und Rückspiel gegen diese Truppe sind ja schon durch, aber auch die Hamburgerinnen werden gewiß noch Federn lassen, denn sie haben nur noch ein einziges Heimspiel aber noch fünf Auswärtspartien zu bestreiten.
Dazu ist der Gewinn der Meisterschaft ja nun wahrhaftig kein „Muß“ für die junge Oldesloer Truppe. Für einen Klassenneuling ist es schon ein riesiger Erfolg, auf Anhieb gleich über Monate im Spitzenkampf erfolgreich mitzumischen, und ein Platz unter den ersten drei Mannschaften in der Endabrechnung, der ja nach wie vor greifbar nahe ist, ist sicher mehr, als man von der Oldesloer Mannschaft für diese Saison eigentlich erwarten und erhoffen durfte.
Natürlich wäre es die absolute Krönung der Saison, wenn am Ende gar der Gewinn der Meisterschaft herausschauen würde, aber ob sich die Mannschaft mit dem damit verbundenen Aufstieg in die 2. Bundesliga tatsächlich einen Gefallen täte, darf man getrost skeptisch betrachten. So gefestigt ist nämlich die Mannschaft spielerisch und physisch noch nicht, als daß man ihr so ohne weiteres gleich einen neuerlichen Klassensprung empfehlen kann.
Vielmehr ist der Lernprozeß der VfLerinnen noch lange nicht abgeschlossen und Rückschläge wie in Bad Schwartau sind insofern als völlig „normal“ und fast unausweichlich zu betrachten.
Was den Lernprozeß angeht: In Bad Schwartau konnte der VfL vor allem lernen, daß ein Handballspiel über eine Stunde, also zweimal 30 Minuten, geht. Wären es nur zweimal 25 Minuten gewesen, so hätten die Stormarnerinnen sicher die mit 300 Zuschauern – davon kam gut die Hälfte aus Oldesloe – hervorragend besuchte Schwartauer Halle als Sieger verlassen.
Die ersten 25 Minuten im ersten Durchgang nämlich gestalteten die Gäste ausgeglichen (8:8) und in den ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit hatten sie sogar ein deutliches Plus (10:6), aber dann bauten sie beide Male mächtig ab und zogen so noch den kürzeren.
Dabei fühlten sie sich – ähnlich wie bei der Pokalniederlage eine Woche zuvor in Oldenburg – vom Schiedsrichtergespann, diesmal Axelsen/Mai aus Flensburg, nicht gut behandelt. Anders als in Oldenburg aber sollte und wollte (Trainer Ulli Meyer) man die Niederlage nicht auf die Unparteiischen schieben, auch wenn diese in der Schlußphase der zweiten Halbzeit bisweilen merkwürdige Entscheidungen zu Lasten der Oldesloerinnen fällten.
Vielmehr waren die Ursachen dafür bei der Mannschaft selbst zu suchen. Kaum eine Spielerin, vielleicht abgesehen von Torhüterin Anke Petersen, spielte voll ihre Möglichkeiten aus, und die Anzahl der technischen Fehler war in der Mannschaft wieder einmal ungewöhnlich hoch. So war die Niederlage am Ende dann auch nicht unverdient, wiewohl sie sicher unglücklich ausfiel.
Zum Spielverlauf selbst: Der VfL ging schon in der 1. Minute durch Dörte Knickrehm mit 1:0 in Führung und konnte auch in den folgenden 20 Minuten zumeist ein Tor vor den Gastgeberinnen vorlegen, ohne die jedoch jemals auf Distanz halten zu können. Vielmehr schafften die Schwartauerinnen immer wieder den Ausgleich und nach einem groben Schnitzer von Gudrun Fandrey gingen sie in der 22. Minute erstmals mit 8:7 selbst in Führung.
Da die sonstige Stammtorhüterin auch sonst nicht gerade ihren besten Tag erwischt hatte, wechselte Trainer Ulli Meyer schon zu diesem Zeitpunkt Anke Petersen ein. Die führte sich in der 24. Minute auch gleich prächtig ein, indem sie einen Siebenmeter parierte, und im Gegenzug kam der VfL Oldesloe noch einmal zum Gleichstand.
Dann aber zog Schwartau auf 10:8 davon und dem 10:9 von Andrea Güldenpfennig in der Schlußminute der ersten Halbzeit ließ der Gastgeber zwei Sekunden vor dem Schlußpfiff noch das 11:9 folgen. Als die Stormarnerinnen dann zu Beginn der zweiten Halbzeit trotz Überzahl sogar das 9:12 hinnehmen mußten, sah es für die Mannschaft nicht gut aus.
Das hatte gewiß auch damit zu tun, daß Andrea Güldenpfennig nicht an ihre letzten großartigen Leistungen anknüpfen konnte und sich, statt sich auf's Spiel zu konzentrieren, ständig mit den Schiedsrichtern auseinandersetzte. Trainer Ulli Meyer nahm sie dann auch vorübergehend aus dem Spiel und setzte für sie die wiedergenesene Mannschaftsführerin Anja Müller ein.
Das Oldesloer Spiel lief nun streckenweise besser. Andrea Hasenberg, Dörte Knickrehm (2) und Kirstin Timm warfen zwischen der 35. und 40. Minute vier Tore hintereinander für den VfL, der damit wieder mit 13:12 in Führung ging, und nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich gingen die Stormarnerin-nen in der 42. Minute nach Toren von Maren Schröder und Anja Müller gar erstmalig mit zwei Treffern in Front (15:13).
Aber auch die Freude darüber dauerte nicht lange, denn bis zur 46. Minute hatte Schwartau den Spieß schon wieder umgedreht. Für Dörte Knickrehm, die von Elke Kallweit in der Abwehr mehrfach „verladen“ wurde, kam nun Marion Leihe, die ja erst kürzlich aus der A-Jugendmannschaft in die zweite Damenmannschaft gewechselt war und nun den Kader der ersten VfL-Damen, bei denen nun ja auch Stefanie Bernecker bis zum Saisonende ausfällt, ausfüllte, aufs Feld.
Sie erzielte auch prompt das 16:16; (50. Minute) und nach zwei weiteren Treffern in der 51. (17:16) und 52. Minute (Kirstin Timm zum 17:17) kam auch Andrea Güldenpfennig wieder zum Einsatz. Sie schien mi: zwei erfolgreichen Tempogegenstößen bis zur 55. Minute die Partie dann auch für die Oldesloerinnen wieder herumreißen zu können, für die letzten fünf Minuten war der Zwei-Tore-Vorsprung (19:17) nicht genug, denn die Oldesloerinnen trafen nun überhaupt nicht mehr und bei den Schwartauerinnen war jeder Versuch ein Treffer.
Die Tore für den VfL erzielten: Dörte Knickrehm (6/4), Andrea Güldenpfennig (4), Andrea Hasenberg (3), Maren Schröder, Kirstin Timm (je 2), Marion Leihe und Anja Müller. Außerdem kamen noch Susanne Paetz, Petra Payka und die Torhüterinnen Anke Petersen und Gudrun Fandrey zum Einsatz.
STORMARNER TAGEBLATT vom 17.2.1986
Freitag, 21. Februar 1986
Gegen den TSV Hastedt müssen die VfL-Damen gewinnen, wollen sie weiter im Rennen bleiben
(mth). Wiederum ein Spitzenspiel hat am Sonnabend um 16.45 Uhr die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe zu bestreiten. Gast der Truppe von Trainer Ulli Meyer in der Stormarnhalle ist der Hastedter TSV aus der Nähe von Bremen.
Die Hastedterinnen liegen hinter dem VfL auf dem dritten Tabellenplatz, haben, weil sie schon ein Spiel mehr austragen konnten, die gleiche Anzahl von Pluspunkten wie die Stormarne-rinnen und rechnen sich, wie natürlich auch die Oldesloerinnen, noch eine gute Chance auf den Gewinn des Meistertitels und den Aufstieg in die 2. Bundesliga aus.
Gewinnen die Damen aus dem Bremer Vorort, verdrängen sie den VfL vom zweiten Platz und die Chancen der Truppe um Mannschaftsführerin Anja Müller, am Ende der Saison ganz oben zu landen, wären dann nur noch gering. Andererseits würde der VfL bei einem Sieg den Meisterschaftskampf wohl endgültig zu einem Zweikampf zwischen TuS Alstertal und den Oldesloerinnen machen. Ein Remis im Spitzenspiel am Sonnabend in der Stormarnhalle würde mutmaßlich nur den Alstertalerinnen nutzen.
Unentschieden endete im übrigen das Hinspiel im Herbst in Bremen. Der VfL bot dabei eine seiner besten Auswärtsleistungen in dieser Saison, schien bei einer 15:10-Führung nicht lange nach der Pause einen Sieg schon in der Tasche zu haben, scheiterte dann aber immer wieder an den hervorragenden Torhüterinnen des TSV Hastedt und mußte am Ende mit einem 18:18-Unentschieden zufrieden sein.
Eine solche Führung, kann er sie denn morgen hinauswerfen, will sich der VfL in eigener Halle vor sicherlich wieder reichlich Zuschauern nicht noch einmal wegnehmen lassen. Beim VfL baut man darauf, daß man in eigener Halle in dieser Saison noch nicht ein einziges Punktspiel verloren und überhaupt erst einen Punkt (gegen SG Union/Bramfeld) abgegeben hat.
Diesen Nimbus würde man nur zu gerne verteidigen, denn nach den beiden unglücklichen Niederlagen in Oldenburg (Pokal) und Bad Schwartau braucht die Mannschaft unbedingt ein Erfolgserlebnis, will sie guten Mutes in den Saisonendspurt gehen. Auf Zuschauerunterstützung wird sie dabei mehr denn je angewiesen sein, denn nach wie vor hat sie ein paar Ausfälle zu beklagen.
Mutmaßlich wird Trainer Ulli Meyer die gleichen Spielerinnen wie in Bad Schwartau aufbieten, wobei Anja Müller und Susanne Paetz wieder voll einsetzbar sind, so daß der VfL-Coach auf einen erneuten Einsatz von Marion Leihe (erst kürzlich von der A-Jugend in die zweite Damenvertretung übergewechselt) wohl verzichtet.
Nachteilig könnte sich für den VfL auch bemerkbar machen, daß die Mannschaft in dieser Woche nicht hat zusammen trainieren können. Die auswärtigen Spielerinnen nämlich konnten bei den widrigen Straßenverhältnissen unter der Woche nicht zum Training nach Oldesloe anreisen. Hoffen wir, daß wenigstens morgen alle Spielerinnen rechtzeitig in der Halle ankommen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 21.2.1986
Sonnabend, 22. Februar 1986
VfL Oldesloe – Hastedter TSV 13:24
Erste Niederlage in der Stormarnhalle
Höhenflug der VfL-Damen ist vorerst beendet
Beim 13:24 vom Hastedter TSV „vorgeführt“
(mth). Der Höhenflug der Handballdamen des VfL Oldesloe in der Regionalliga Nord ist vorerst gestoppt. Dem Pokal-K.o. vor zwei Wochen im hoIsteinischen Oldenburg und der Niederlage vor einer Woche beim VfL Bad Schwartau, folgte in der mit gut 400 Zuschauern wiederum glänzend besetzten Stormarnhalle im Spitzenspiel gegen den Hastedter TSV aus der Nähe von Bremen die erste Heimniederlage der Saison für die Truppe von Trainer Ulli Meyer.
Nun hatten Mannschaft, Mannschaftsführung und auch die Fans – wenigstens der realistisch denkende Teil von ihnen – eine Niederlage der Oldesloerinnen auch vor der Partie schon als Möglichkeit ins Kalkül ziehen müssen, aber daß der VfL mit 13:24 am Ende von den Hastedterinnen regelrecht deklassiert wurde, hatte wohl niemand erwartet und niemand erwarten können,
Mit dieser Niederlage haben die Stormarnerinnen den zweiten Tabellenplatz an die Bremerinnen abgeben müssen, die bei gleicher Anzahl von Minuspunkten zwei Pluspunkte mehr auf dem Konto haben und außerdem über das deutlich bessere Torverhältnis verfügen. Die Aussicht des VfL, gleich in seinem ersten Regionalligajahr die Meisterschaft zu gewinnen und damit den „Durchmarsch“ in die 2. Bundesliga zu schaffen, sind nun mit dem Rückschlag erheblich geringer geworden.
Aus eigener Kraft kann es die Mannschaft schon gar nicht mehr packen, denn auf beide Mannschaften, die in der Tabelle vor ihr liegen – außer den Hastedterinnen ja noch Spitzenreiter TuS Alstertal –‚ trifft sie in dieser Saison nicht mehr. Ihre Chance liegt vielleicht darin, daß sie in ihren restlichen sechs Spielen, abgesehen vom SV Buxtehude, ausschließlich noch auf Gegner aus der unteren Tabellenhälfte trifft, während Alstertal und Hastedt auch noch ein paar „dicke Brocken“ zu bewältigen haben.
Aber auf diese eher minimale Hoffnung sollten die Fans – die Spielerinnen geben sich da ohnehin keinen Illusionen hin – keine Luftschlösser bauen. In der gezeigten Form und Verfassung wird der VfL auch das Restprogramm nicht ungeschoren überstehen, während die Hastedterinnen, spielen sie immer ähnlich konzentriert und motiviert wie in der Stormarnhalle – wobei an Letzterem bei ihrem schon beinahe peinlich temperamentvollen Trainer Jörn Franke nicht zu zweifeln ist –‚ keinen Gegner mehr zu fürchten haben. Ganz zu schweigen von den Alstertlalerinnen, die ohnehin alle Trümpfe in der Hand haben.
Die Zeiten, in denen sich der VfL mit Bravour über alle Gegner hinwegsetzen konnte, gehören offensichtlich endgültig der Vergangenheit an. Nicht erst seit jetzt, sondern, wenn man einmal nüchtern rückschauend Bilanz zieht, spätestens seit der Niederlage kurz vor Weihnachten in Altenholz.
Gründe dafür, daß der VfL als Neuling nun das Lehrgeld in der Regionalliga zahlen muß, das er in der Hinrunde so beharrlich verweigerte, gibt es eine ganze Menge. Da sind sicher die personellen Probleme zu nennen, mit denen der VfL seit geraumer Zeit zu kämpfen hat. Die Langzeitverletzten Antje Schütt und Stefanie Bernecker und der sang- und klanglose Abschied von Sonja Taut aus der Mannschaft, haben in der nicht eben üppig besetzten VfL-Truppe Lücken hinterlassen.
Die wurden noch dadurch größer, daß zwischenzeitlich immer wieder auch noch andere Spielerinnen mit Verletzungen und Erkrankungen für Spiele oder zumindestens gemeinsames Training ausfielen. Das hat Spuren im Team hinterlassen, die nur noch selten – beispielsweise im Freundschaftsspiel gegen die ungarische Spitzenmannschaft – ganz überdeckt werden können.
Aber da sind sicher auch ein paar objektive Kriterien, die nun gegen die Oldesloerinnen zu Buche schlagen. Die Mannschaft hat mit ihrem nicht eben konventionellen Stil in der Hinrunde so manchen Gegner, der spielerisch und taktisch eigentlich über die größeren Möglichkeiten verfügt, überraschen können.
Erste Erfolge, die mit toller Kampfmoral und einer Summe von Einzelleistungen errungen wurden, führten zu einer kleinen Euphorie im Oldesloer Damenhandball, die niemand im Nachhinein verdammen sollte, denn sie bescherte dem Stormarner Publikum eine ganze Reihe stimmungsvoller „Handballfeste“ und gebar eine zeitlang neue Erfolge. Aber Erfolgsbilanz und Leistungsvermögen der Mannschaft klafften auseinander, und die Schere beginnt sich langsam zu schließen.
Unter einem ähnlichen Gesichtspunkt kann man die Inanspruchnahme von Glück und Pech, zwei im Sport ja nicht wegzudiskutierende Begleiter, betrachten. Zu behaupten, den VfL-Damen sei im Herbst das Glück förmlich nachgelaufen, hieße ihnen unrecht tun. Denn das würde ihre damals errungenen Erfolge unverdient schmälern.
Aber gelegentlich stand Fortuna den Oldesloerinnen doch dabei ein wenig zur Seite. In den eigenen Spielen und auch bei den Resultaten der unmittelbaren Konkurrenz, was dazu führte, daß der Neuling überlegen Herbstmeister wurde.
Inzwischen aber klebt dem VfL ein wenig das Pech an den Händen. Insbesondere meinen es die Schiedsrichter nicht mehr gut mit den Oldesloerinnen. Schon in Oldenburg und in Bad Schwartau fühlte man sich von den „Männern in Schwarz“ übervorteilt, und auch gegen Hastedt war das Gespann Goetzke/Kupka (Schenefeld) den Oldesloerinnen nicht gut gesonnen.
Um es gleich vorweg zu sagen: Der VfL hat gegen Hastedt verdient gegen einen in allen Belangen besseren Gegner verloren. Aber vielleicht hätten die Zuschauer ein spannenderes Handballspiel zu sehen bekommen, hätten die Unparteiischen nicht mit einer Reihe von merkwürdigsten Entscheidungen den VfL doch ziemlich benachteiligt.
Besonders auf Kriegsfuß standen sie mit der Vorteilsregel. Nicht weniger als fünf Treffer „stahlen“ sie so dem VfL – den Hastedterinnen im übrigen auch eines – und man hatte eigentlich den Eindruck, sie würden hüben (VfL) kleinlich und drüben (HTSV) großzügig pfeifen.
Womit wir endlich beim Spiel selbst wären. Spannend ist es, rückschauend betrachtet, nur 20 Minuten bis zum Spielstand von 6:6 gewesen. Denn den Drei-Tore-Vorsprung, den der TSV Hastedt in den folgenden drei Minuten herauswarf, konnte der VfL nie mehr entscheidend verkürzen, geschweige denn aufholen.
Im Gegenteil: Die Bremerinnen bauten ihre Führung kontinuierlich weiter aus, und in der Schlußviertelstunde, nachdem der VfL beim Stande von 11:16 selbst eine doppelte Überzahl – gleich zwei HTSV-Spielerinnen bekamen gleichzeitig eine Zwei-Minuten-Strafe – nicht zu einer Aufholjagd nutzen konnte, wurden die Oldesloerinnen in eigener Halle förmlich vorgeführt. Den Gästen gelang nun wirklich alles, dem VfL, bei dem schon vorher nicht arg viel zusammengelaufen war, gar nichts mehr.
Daß die Spannung praktisch schon nach wenig mehr als 20 Minuten heraus war, konnte man während der Partie noch kaum ahnen. Von einem 6:9-Rückstand hat sich der VfL in der Vergangenheit zumeist bestenfalls aufschrecken, nie aber schrecken oder gar schocken lassen.
Auch gegen Hastedt hatten zu diesem Zeitpunkt noch die Optimisten Oberwasser, denn schließlich hatte der VfL aus einem 0:2-Rückstand nach drei Minuten binnen 100 Sekunden (zwischen der 5. und 7. Minute) eine 3:2-Führung gemacht und auch der 4:6-Rückstand (18. Minute) hatte kaum 60 Sekunden Bestand, ehe die Oldesloerinnen gleichzogen.
Aber es gab ein paar Indizien dafür, die einer ständigen Wiederholung solcher Kraftakte entgegenstanden. Da war einmal die Unzahl technischer Fehler, die Ball- und Kraftverluste zur Folge hatten. Da war zum anderen die Ungefährlichkeit der meisten VfL-Spielerinnen im Angriff. Lediglich drei Spielerinnen konnten sich am Ende in die Torschützenliste eintragen.
Andrea Güldenpfennig erfüllte dabei mit neun Treffern wahrlich ihr Soll. Auch mit den drei Treffern von Andrea Hasenberg, die sich hautnaher Bewachung erfreute, konnte man zufrieden sein. Ansonsten gelang nur noch Maren Schröder – auch sie wurde, nach schlechten Erfahrungen im Hinspiel von den Bremerinnen besonders eng gedeckt – ein Treffer. Alle anderen Oldesloer Spielerinnen gingen leer aus.
Schließlich die Misere bei Siebenmeterwürfen. Fünf von neun Siebenmetern des VfL gingen nicht ins Tor. Gleich drei (Andrea Güldenpfennig, Dörte Knickrehm, Susanne Paetz) davon konnte die glänzende Birgit Addix im Bremer Tor halten. Zwei weitere (Maren Schröder, Dörte Knickrehm) gingen an Pfosten und Latte. Die Ausnahme war auch in dieser Beziehung Andrea Güldenpferinig, die vier von fünf Siebenmetern verwandelte.
Mit all diesen Mängeln konnte man gegen einen hochmotivierten Gegner, der in Angriff und Abwehr dazu noch weitaus flexibler als der VfL wirkte, natürlich nicht bestehen, obwohl die Zuschauer bis weit in die Schlußphase hinein wie ein Mann hinter dem VfL standen.
Die Oldesloerinnen, für die außer den genannten Spielerinnen noch Gudrun Fandrey, Anke Petersen, Susanne Paetz, Anja Müller, Dörte Knickrehm, Petra Payka, Kirstin Timm und Sonja Plath zum Einsatz kamen, sollten aber auch nach diesem Rückschlag die Köpfe nicht hängen lassen. Gewiß, die ganz großen Ziele werden sie sich für diese Saison wohl „abschminken“ müssen, aber die Erfolge aus dem Herbst kann ihnen niemand mehr nehmen, und unter dem Strich wird am Saisonende – davon sind wir überzeugt – eine Placierung herauskommen, auf die ein Neuling allemal stolz sein kann.
STORMARNER TAGEBLATT vom 24.2.1986
Freitag, 28. Februar 1986
Bei Schlußlicht Kronshagen soll es endlich wieder einen Sieg geben
(mth). … Die Damen-Regionalligamannschaft, das durch drei Niederlagen hintereinander ein wenig in Mitleidenschaft geratene „Flaggschiff“ der Handballabteilung des VfL Oldesloe, müßte am Sonntag eigentlich ihre Negativserie beenden können.
Die Truppe von Trainer Ulli Meyer tritt um 16 Uhr bei Schlußlicht TSV Kronshagen an. Nun dürfen die Oldesloerinnen auch diesen Gegner gewiß nicht unterschätzen. Dazu waren die letzten eigenen Leistungen wahrlich nicht angetan, insbesondere nicht am letzten Wochenende gegen den TSV Hastedt.
Außerdem hatte man mit den Kielerinnen im Hinspiel erstaun-lich viele Schwierigkeiten. Letztendlich gewann der VfL zwar mit 28:25 relativ sicher, aber nie zuvor und nie später haben die Kronshagenerinnen so viele Tore in einem Spiel geworfen und nie in dieser Saison hat der VfL so viele Gegentore kassiert.
Dennoch: Läßt die Mannschaft es nicht an der nötigen Konzentration fehlen, müßte der VfL die Partie sicher für sich entscheiden können.
Der VfL wird mutmaßlich in der selben Besetzung wie am letzten Sonnabend gegen den TSV Hastedt antreten. Nur hofft Trainer Ulli Meyer natürlich, daß seine Spielerinnen eine erheblich bessere Form an den Tag legen. Für Schlachtenbummler besteht auch bei dieser Partie wieder die Gelegenheit, die Mannschaft zu begleiten. Der Reisebus fährt am Sonntag um 14 Uhr von der Stormanhalle ab. Interessenten sollten sich bei Betreuer Manfred Fandrey unter der Oldesloer Telefonnummer 7988 anmelden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 28.2.1986
Sonntag, 2. März 1986
TSV Kronshagen – VfL Oldesloe 14:15 (6:6)
Noch immer nicht in Bestform
Die VfL-Damen hatten auch in Kronshagen Mühe, siegten aber 15:14
(mth). Zu behaupten, die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe hätte plötzlich zu ihrer Glanzform aus der Hinrunde gefunden, wäre sicher eine ziemliche Übertreibung. Immerhin aber konnte die Truppe von Trainer Ulli Meyer ihre Negativserie, die ihr ja drei Niederlagen in Folge beschert hatte, beenden. Beim Schlußlicht der Klasse, dem als Absteiger so gut wie feststehenden TSV Kronshagen, denn die Oldesloerinnen mit Mühe und Not mit 15:14 (6:6).
Mit diesem doppelten Punktgewinn bewahrten die Stormarnerinnen zwar ihre Chancen, in der Tabelle in der Endabrechnung doch noch wieder ganz nach oben zu kommen. Allerdings hat sie die Zweifel, die daran in den letzten Wochen aufkamen und mit spielerischen Schwächen begründet wurden, noch nicht ausräumen können. Auch in Kronshagen war die Truppe um Mannschaftsführer Anja Müller weit von ihrer Bestform entfernt. Ungeschoren wird sie in der derzeitigen Verfassung das Restprogramm gewiß nicht überstehen können und das wäre ja die Grundvoraussetzung, um an TuS Alstertal und TSV Hastedt, auf die man beide ja nicht mehr selbst trifft, noch heranzukommen.
So ganz überzeugt ist man von dieser Hoffnung im übrigen auch innerhalb der Mannschaft und deren Führung nicht mehr. Man will zwar nicht in „Pessimismus“ machen, aber erklärtes Hauptziel ist nun, diese Saison, die ja in den ersten Monaten reichlich Höhepunkte brachte, ordentlich und mit Anstand über die Bühne zu bringen. Allen personellen Problemen, von denen die Mannschaft ja nun schon geraume Zeit geplagt wird, zum Trotz. Eine ehrenvolle Placierung, die für einen Klassenneuling allemal Grund zum Stolz ist, wird am Ende für die Oldesloerinnen herausspringen.
Das Spiel in Kronshagen war zwar alles andere als hochklassig, verlief dafür aber außerordentlich ausgeglichen. Bis zum 5:4 in der 20. Minute war jeweils der VfL mit einem Tor in Führung gegangen. Andrea Güldenpfennig mit drei Treffern (davon zwei verwandelte Siebenmeter) und Andrea Hasenberg mit zwei Toren zeichneten dafür verantwortlich, ehe dann Kronshagen den Spieß umdrehte und in der 23. Minute mit 6:5 erstmals selbst die Nase vorn hatte.
Anke Petersen verhinderte dann in der 26. Minute, als sie einen Siebenmeter abwehrte, eine Zwei-Tore-Führung der Gastgeberinnen und im Gegenzug warf Maren Schröder zum 6:6-Halbzeitstand ein.
Als der VfL nach dem Wechsel dann innerhalb von zwei Minuten durch Susanne Paetz und Dörte Knickrehm auf 8:6 davonzog, schien sich eine Entscheidung zugunsten der VfLerinnen anzubahnen. Aber dann hatte die Mannschaft fünf schwache Minuten, in denen Kronshagen vier Treffer in Folge erzielen konnte und damit in der 38. Minute mit 10:8 führte.
Ursache dafür war nicht zuletzt eine Auseinandersetzung von Andrea Güldenpfennig mit den Schiedsrichtern, was ihr prompt eine Zeitstrafe einbrachte, in der Kronshagen die Treffer zum 9:8 und 10:8 erzielte. Noch in Unterzahl erzielte die sehr gut aufgelegte Susanne Paetz den Anschlußtreffer zum 9:10 und nur wenig später markierte Andrea Hasenberg gar das 10:10. Bis zur 47. Minute aber war Kronshagen erneut mit zwei Toren (13:11) in Führung gegangen, wobei wiederum Susanne Paetz zwischendurch ausgeglichen hatte.
Andrea Güldenpfennig aber, die nun wieder konzentrierter zur Sache ging, schaffte innerhalb von 60 Sekunden mit zwei Treffern den Ausgleich zum 13:13. Noch einmal ging Kronshagen in der 52. Minute mit 14:13 in Führung, aber als die VfL-Deckung darin auf 5:1 umgestellt wurde, Anja Müller und Kirstin Timm deckten nun abwechselnd die gefährlichste Werferin der Kronshagerinnen, Gesche Zöllkau, kurz, hatte der Abstiegskandidat sein Pulver verschossen.
Petra Payka schaffte in der 55. Minute den 14:14-Ausgleich und mit einem verwandelten Siebenmeter besorgte Andrea Güldenpfennig in der 56. Minute den 15:14-Endstand. In den restlichen vier Minuten hatten beide Mannschaften zwar noch reichlich Chancen, aber weitere Treffer fielen nicht mehr.
STORMARNER TAGEBLATT vom 3.3.1986
Freitag, 7. März 1986
Können die VfL-Damen ohne Güldenpfennig genug Tore werfen, um Buxtehude zu schlagen?
(mth). Ein volles Programm haben am Wochenende die Handballmannschaften des VfL Oldesloe. Fast alle Spiele, auch die der drei höherklassig spielenden Mannschaften, finden dabei in der Stormarnhalle statt.
Höhepunkt ist mit Sicherheit wieder das Spiel der Damen-Regionalligamannschaft am Sonnabend um 16.45 Uhr gegen den SV Buxtehude. In der Spitzengruppe der Damen-Regionalliga hat sich die Situation am Anfang dieser Woche wieder zugespitzt. Der TuS Alstertal verlor nämlich am Montag gegen Wandsbek 72 mit 10:14, so daß die Alstertalerinnen, der TSV Hastedt und der VfL Oldesloe nun jeweils elf Minuspunkte aufweisen.
Mit dem besseren Torverhältnis gegenüber TuS Alstertal hat nun der TSV Hastedt die Tabellenführung übernommen. Der VfL ist gegenüber den Mitkonkurrenten nicht nur im Torverhältnis im Nachteil, die Truppe von Trainer Ulli Meyer hat ja auch ein Spiel weniger ausgetragen und somit noch einen Rückstand von zwei Pluspunkten
Zweifellos aber sind die Chancen des VfL, am Ende doch noch ganz oben zu stehen, wieder gewachsen. Im Weg steht dem eigentlich „nur“ die Form der Mannschaft selbst. In den letzten Wochen hat die Truppe keine überzeugende Leistung mehr gebracht. Auch nicht am letzten Sonntag, als in Kronshagen nach drei Niederlagen in Folge endlich wieder ein Sieg gelang. Dort aber machte die Truppe wieder einen ausgelaugten Eindruck. Die vielen Kraftakte im Herbst, als die Mannschaft auf einer Euphoriewelle von Erfolg zu Erfolg eilte, haben ihre Spuren hinterlassen und die vielen Ausfälle tun ein übriges dazu.
Auch für die morgige Partie sieht es auf personellem Sektor für den VfL nicht sonderlich gut aus. Wegen Urlaubs nämlich ist Andrea Güldenpfennig, nach wie vor Hauptleistungsträgerin in der Mannschaft, nicht mit von der Partie. Ob der VfL ohne sie die nötigen Tore werfen kann, um die angriffs- und tempostarken Buxtehuderinnnen zu schlagen, erscheint eher zweifelhaft.
Auf jeden Fall müßte sich die Mannschaft gegenüber den letzten Spielen enorm steigern. Erstmalig in dieser Saison wird vermutlich Elsbeth Hein (geborene Fahrenkrog) zum Einsatz kommen. Sie ist nach Hochzeit und erfolgreicher Entbindung im letzten Jahr seit vier Wochen wieder im Training.
STORMARNER TAGEBLATT vom 7.3.1986
Sonnabend, 8. März 1986
VfL Oldesloe – Buxtehuder SV 20:25 (12:11)
Niederlage für die VfL-Damen
(mth). … Nur eine Halbzeit lang konnte die Damen-Regionalligamannschaft des VfL Oldesloe, das Aushängeschild des Stormarner Handballs, gegen den Buxtehuder SV mithalten. 12:11 führte die Oldesloer Mannschaft, die ohne ihre Torjägerin und Spielmacherin Andrea Güldenpfennig auskommen mußte – Andrea weilt auf einem Ski-Urlaub – noch zur Halbzeit, um am Ende relativ deutlich mit 20:25 zu verlieren.
Mit dieser zweiten Heimniederlage, die den VfL in der Tabelle auf den vierten Rang zurückwarf, dürften nun auch die letzten Hoffnungen auf einen eventuellen Gewinn der Meisterschaft und damit auf einen Aufstieg in die 2. Bundesliga beseitigt sein. Meisterschaft und erneuter Aufstieg, zu diesem Schluß muß man bei nüchterner Betrachtung kommen, wären für die Mannschaft ganz gewiß auch zu früh gekommen.
Diese Einschätzung soll und kann die großartigen Erfolge der Truppe im letzten Herbst nicht schmälern, aber es ist unverkennbar, daß die Truppe im Verlauf der Saison an Substanz verloren hat. Die Mannschaft, die sich gegen Buxtehude in der Stormarnhalle redlich mühte, wirkt zurzeit ausgelaugt und spielerische Mängel – individuelle bei einzelnen Spielerinnen und solche im Zusammenspiel der Mannschaft gleichermaßen – können mit Elan und Kampfgeist nicht mehr ausgeglichen werden.
Das Fehlen von Andrea Güldenpfennig – außer ihr fehlten ja auch noch ein paar andere Spielerrinnen (Stefanie Bernecker, Antje Schütt und Sonja Taut), die zum Saisonbeginn zum Mannschaftskader gehörten – machte sich in der ersten Halbzeit noch einmal übermäßig bemerkbar. Vielmehr zeigten einige der VfL-Spielerinnen mehr Selbstbewußtsein als in jüngster Vergangenheit, in der man, weil man sich nicht hundertprozentig in Form fühlte, immer gern die Verantwortung auf die überragende Andrea Güldenpfennig abgeschoben hatte, womit man diese natürlich auch noch überforderte.
Das machte sich unter anderem darin bemerkbar, daß sich letztendlich sämtliche VfL-Feldspielerinnen in der Torschützenliste eintragen konnten. So etwas hat es bei den Oldesloer Damen schon geraume Zeit nicht mehr gegeben. Die 12:11-Führung der Oldesloerinnen zur Pause – sie hatten bis zu diesem Zeitpunkt nur einmal (beim 0:1) im Rückstand gelegen – ging dann auch durchaus in Ordnung.
Anteil daran hatte auch Torhüterin Gudrun Fandrey, die unter anderem zwei Siebenmeter glänzend parieren konnte. Anke Petersen, die sie nach der Pause im VfL-Tor ablöste, hatte da weniger Glück. Sie machte selbst zwar keine entscheidenden Fehler, konnte bei riesigen Lücken in der VfL-Abwehr eine wahre Torflut aber nicht verhindern und sie ließ sich später gegen Gudrun Fandrey auswechseln.
Praktisch war die Partie schon nach sechs Minuten im zweiten Durchgang gelaufen, als Buxtehude den Pausenrückstand in eine 15:12-Führung umwandelte. Bis zur 45. Minute hätte der VfL bei etwas mehr Abgebrühtheit in hektischer Atmosphäre durchaus noch einmal gleichziehen können, aber dann zog der Gast, der in Anja Ivers, Catrin Köhnken (je 7) und Jutta Dzschikowski (6) gleich drei überragende Torwerferinnen hatte, innerhalb von fünf Minuten von 16:14 auf 22:15 davon.
Das schien nun wirklich die endgültige Entscheidung zu sein. Aber noch einmal bäumte sich der VfL auf, warf bis zur 57. Minute nun fünf Tore in Folge und schien noch einmal die Chance zu einem Punktgewinn zu haben, zumal nun auch endlich die rund 350 Zuschauer aufwachten. Aber ein Siebenmeter in der 58. Minute zum 20:13 brach ihnen dann endgültig das Genick. In der Schlußminute erzielten die Buxtehuderinnen dann sogar noch zwei weitere Treffer.
Für den VfL war in diesem Spiel Maren Schröder mit sieben Toren (davon drei verwandelte Siebenmeter) erfolgreichste Werferin, obwohl sie über weite Strecken in kurze Deckung genommen wurde. Je drei Treffer markierten Anja Müller und Dörte Knickrehm. Auf zwei Treffer brachte es Elsbeth Hein bei ihrem ersten Einsatz in dieser Saison. Je einen Treffer erzielten Susanne Paetz, Andrea Hasenberg, Wiebke Rickert, Kirstin Timm und Petra Payka.
STORMARNER TAGEBLATT vom 10.3.1986
Freitag, 14. März 1986
Die VfL-Damen werden in Lüneburg aufpassen
(mth). … Noch nicht am Ende der Saison ist die Damen-Regionalligamannschaft des VfL Oldesloe angelangt, obwohl gerade sie den Abschluß der Serie besonders herbeisehnt. Morgen tritt die Mannschaft von Trainer Ulli Meyer um 17 Uhr bei der abstiegsgefährdeten Eintracht Lüneburg an und anschließend warten noch drei weitere Spiele (zwei auswärts, eines daheim) auf die Mannschaft.
In Lüneburg hofft der VfL-Coach wieder auf seine Spielmacherin und Torjägerin Andrea Güldenpfennig zurückgreifen zu können. Sicher ist das nicht, Andrea ist zwar aus dem Urlaub zurück, hatte sich aber eine Grippe mitgebracht und es ist unsicher, ob die schon wieder völlig auskuriert ist. Mit ihr würden die Chancen für den zuletzt ziemlich gebeutelten VfL, der kaum noch etwas von der Spritzigkeit der Hinrunde hat, in Lüneburg sicherlich steigen.
Schwer aber wird es für die Mannschaft, ob mit ohne ohne Andrea aber auf jeden Fall, denn die Lüneburgerinnen werden „wie die Löwen“ kämpfen, denn sie brauchen dringend jeden Punkt, um den Klassenerhalt zu schaffen.
Der VfL setzt auch zu dieser Partie einen Reisebus ein, in dem auch Schlachtenbummler mitfahren können. Abfahrt von der Stormarnhalle ist am Sonnabend um 14.45 Uhr. Interessenten können sich unter der Oldesloer Telefonnummer 7988 bei Betreuer Manfred Fandrey für diese Fahrt anmelden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 14.3.1986
Freitag, 14. März 1986
Kreis ehrte beste Sportler
Stormarns Sport braucht Vergleich nicht zu scheuen
(mth). „Sport und Politik müssen sauber voneinander getrennt bleiben. Deshalb hat der Kreis Stormarn die Ehrung der erfolgreichsten Sportler des Kreises für das Jahr 1985 bewußt auch auf einen Termin nach der Kommunalwahl gelegt, um jegliche Gefahr, den Sport mit in den Wahlkampf zu ziehen, auszuschließen.“ So begann Kreispräsident Hubert Priemel am seine Ansprache zu dieser inzwischen zur Tradition gewordenen Sportlerehrung (sie fand bereits zum 11. Mal statt).
Geehrt wurden 128 Sportler aus 17. Disziplinen.
· Handball: Gudrun Fandrey, Anke Petersen, Martina Pusch, Andrea Güldenpfennig, Andrea Hasenberg, Elsbeth Hein, Kerstin Henning, Susanne Kirschning, Dörte Knickrehm, Anja Müller, Jeanette Müller, Susanne Paetz, Petra Payka, Wiebke Rickert, Katja Schoppenhauer, Antje Schütt, Kirstin Timm, Hannelore Tresemer, Ernst-Ulrich Meyer (alle VfL Oldesloe).
STORMARNER TAGEBLATT vom 17.3.1986
Sonnabend, 15. März 1986
Eintracht Lüneburg – VfL Oldesloe 17:17 (10:9)
VfL-Damen haben das Siegen verlernt
Auch bei Eintracht Lüneburg kam die Truppe von Trainer Meyer über ein Remis nicht hinaus
(mth). Die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe hat das Siegen einfach verlernt. Auch bei Eintracht Lüneburg kam die Truppe von Trainer Ulli Meyer über ein 17:17 (9:10)-Unentschieden nicht hinaus. Durch diesen neuerlichen Punktverlust fielen die Stormarner Kreisstädterinnen nun auf den fünften Rang zurück. Allerdings haben sie die gleiche Anzahl von Minuspunkten wie der Tabellenzweite und der Tabellendritte und -vierte sind gar mit einem Minuspunkt mehr belastet.
In der nächsten Woche haben es die Spielerinnen in der Hand, in der Tabelle wieder ein gutes Stück nach oben zu klettern, denn innerhalb der nächsten sechs Tage hat die Truppe gleich zwei Spiele auszutragen. Gegner ist dabei am Mittwoch und am Sonnabend jeweils Mitaufsteiger TV Oyten.
Zunächst wird am Mittwoch die Anfang Dezember wegen Glatteises ausgefallene Partie in dem Bremer Vorort ausgetragen, am Sonnabend ist dann die Stormarnhalle letztmalig in dieser Saison Schauplatz des Regionalligapunktspiels.
Für das Spiel in Oyten hat die Handballabteilung wieder einen Bus organisiert, in dem auch Schlachtenbummler mitfahren können. Abfahrt ist um 18 Uhr an der Stormarnhalle. Wer die Mannschaft nach Oyten auf diesem Wege begleiten möchte, sollte sich mit Betreuer Manfred Fandrey unter der Oldesloer Telefonnummer 7988 in Verbindung setzen.
In Lüneburg begann die Partie für die Oldesloerinnen nicht sehr günstig. Nach vier Minuten lagen die Stormarnerinnen mit 0:2 zurück und als eine Minute später Dörte Knickrehrn den ersten Siebenmeter für den VfL nur an die Querlatte setzte, mußte man schon ein neuerliches Debakel befürchten.
Aber dann fing sich die Mannschaft doch, obwohl ihr das Pech bei Würfen weiter treu blieb. Insgesamt trafen die Oldesloerinnen in dieser Partie nicht weniger als neun Mal Pfosten und Latte des Lüneburger Tores. Nicht zuletzt das kostete in der Endabrechnung einen Punkt.
Die Begegnung wurde, nachdem der VfL den Anschluß hergestellt hatte, in der ersten Halbzeit sehr ausgeglichen. Die beste Rückraumwerferin der Lüneburgerinnen, Iris Klemm, wurde vom VfL schon nach zehn Minuten kurz gedeckt, was die Torgefährlichkeit der Gastgeberinnen doch ziemlich einschränkte. Aber dem VfL gelang es nie, den Gegner auf Distanz zu halten. Mit mehr als einem Tor Vorsprung konnten die Oldesloerinnen nie in Führung gehen.
Sie führten auch zur Halbzeit mit 10:9, hatten nach dem Seitenwechsel dann aber eine reichliche Durststrecke. Eintracht Lüneburg glich schnell zum 10:10 aus und ging seinerseits wieder mit 11:10 in Führung (32. Minute). In der 34. Minute konnte Maren Schröder dann zwar noch einmal ausgleichen, aber dann zog der Gastgeber bis zur 39. Minute auf 14:11 davon und es sah schlecht für den VfL aus.
Erst in der 43. Minute gelang der Anschlußtreffer zum 12:14 (Anja Müller). Dann konnten die Stormarnerinnen zwar innerhalb von 120 Sekunden auf 14:14 gleichziehen, aber es folgte gleich die nächste „Sendepause“ bis zur 56. Minute. Bis dahin war Lüneburg wieder mit 17:14 in Führung gegangen, wobei Ex-Nationalspielerin Sigrid Berndt mehr und mehr die Regie übernahm.
Erst als der VfL auch ihr noch eine kurze Deckung verpaßte, lief es wieder besser für die Oldesloerinnen. Andrea Güldenpfennig schaffte per Tempogegenstoß das 15:17 (56. Minute), eine Minute später verkürzte Kirstin Timm auf 16:17 und in der 58. Minute gelang Maren Schröder mit ihrem fünften ver-wandelten Siebenmeter doch noch der kaum erhoffte Ausgleich.
14 Sekunden vor Schluß hatte Maren „Buffy“ Schröder bei einem weiteren Siebenmeter sogar noch den Siegtreffer in der Hand, ihren Wurf aber konnte Lüneburgs Torhüterin Iris Müller parieren und den Abpraller setzte Anja Müller am leeren Tor vorbei.
Erfolgreichste Werferin beim VfL war in dieser Partie Maren Schröder mit sieben Treffern. Auf drei Tore brachte es Andrea Güldenpfennig, die von einer Grippe in der letzten Woche noch reichlich geschwächt war und deshalb nicht die gewohnte Gefährlichkeit ausstrahlte. Die restlichen VfL-Treffer teilten sich Susanne Paetz (2), Andrea Hasenberg, Anja Müller, Petra Payka, Kirsten Timm und Elsbeth Hein.
Außerdem kamen noch Dörte Knickrehm und die Torhüterinnen Gudrun Fandrey und Anke Petersen zum Einsatz. Gudrun Fandrey zeigte dabei ein paar Schwächen in beiden Halbzeiten, wurde aber in der Schlußphase zum großen Rückhalt für ihre Mannschaft.
STORMARNER TAGEBLATT vom 17.3.1986
Dienstag, 18. März 1986
(mth). Langsam aber sicher neigt sich die Punktspielsaison im Handball ihrem Ende entgegen. …
Noch nicht abgeschlossen hat die Regionalligamannschaft des VfL Oldesloe die Serie, Sie hat im Gegenteil in dieser Woche nach dem 17:17-Unentschieden bei Eintracht Lüneburg sogar eine „englische Woche“ zu absolvieren. Morgen gastiert die Mannschaft von Trainer Ulli Meyer um 20.30 Uhr beim TV Oyten und der gleiche Gegner ist am Sonnabend um 16.45 Uhr Gast in der Stormarnhalle. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.3.1986
Mittwoch, 19. März 1986
TV Oyten – VfL Oldesloe 16:20
Sieg auch ohne Andrea Güldenpfennig
De VfL-Damen nach dem 20:16-Sieg wieder auf dem dritten Platz
(mth). Die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe hat das Siegen doch noch nicht ganz verlernt. Beim TV Oyten siegte die Truppe von Trainer Ulli Meyer in einem Nachholspiel – die Begegnung, die noch zur Hinrunde zählt, war Anfang Dezember ja wegen Glatteises abgesagt worden – mit 20:16.
Damit hat sich der VfL wieder auf den dritten Tabellenplatz vorgearbeitet und ist punktgleich mit dem Tabellenzweiten SV Buxtehude, der aber über das erheblich bessere Torverhältnis verfügt. Beide Mannschaften haben gegenüber Spitzenreiter TuS Alstertal einen Rückstand von drei Punkten, der natürlich zu groß ist, als daß man ihn bei nur zwei noch ausstehenden Spielen aufholen könnte,
Der VfL mußte die Reise nach Oyten ohne Torjägerin Andrea Güldenpfennig antreten. Sie erlitt einen Grippe-Rückfall, und es ist unsicher, ob sie am Sonnabend, wenn in der Stormarnhalle der Gegner erneut TV Oyten heißt – Spielbeginn ist um 16.45 Uhr –, wieder einsatzbereit ist.
Aber auch mit diesem Handicap erwischten die Stormarnerinnen einen guten Start. Bis zur 6. Minute warfen Maren Schröder und Susanne Paetz, die beiden wohl stärksten VfL-Spielerinnen an diesem Tag, einen 2:0-Vorsprung heraus und diese Führung mit zwei Treffern hatte bis zur 13. Minute Bestand. Dann aber glich der TV Oyten; dessen erste drei Treffer sämtlich aus verwandelten Siebenmetern resultierten, bis zur 15. Minute aus, und von da an wogte das Spiel hin und her.
In den folgenden 40 Minuten gelang es keiner Mannschaft, irgendwann einmal mit mehr als einem Tor Vorsprung in Führung zu gehen. Die Führung wechselte dabei mehrfach, wobei der VfL häufiger die Vorreiterrolle übernahm, Oyten aber immer wieder gleichzog.
Als zwischen der 46. und 48. Minute mit Anja Müller und Dörte Knickrehm gleich zwei Oldesloer Spielerinnen gleichzeitig Zeitstrafen absitzen mußten und der Gastgeber aus einem 14:15-Rückstand wieder einmal eine 16:15-Führung machte, schien sich für den VfL eine neuerliche Niederlage anzubahnen. Aber die Mannschaft riß sich noch einmal gehörig zusammen. Die Deckung wurde vom 6:0 nun auf 5:1 (Kirstin Timm spielte vorgezogen) umgestellt und damit brachte man die Oytenerinnen, die nun auch kräftemäßig nachließen, durcheinander.
Innerhalb von zwei Minuten (51. und 53.) hatten Susanne Paetz und Maren Schröder den Spieß wieder umgedreht, Die Vorentscheidung fiel dann nur eine Minute später, als Maren Schröder bei einem neuerlichen Tempogegenstoß unsanft gestoppt wurde, wofür ihre Gegenspielerin gleich eine rote Karte gezückt bekam.
Den fälligen Siebenmeter verwandelte Dörte Knickrehm zum 18:16 und noch beim selben Überzahlspiel konnte Anja Müller auf 19:16 erhöhen. Den Schlußpunkt setzte dann in der Schlußminute Susanne Paetz mit verwandeltem Siebenmeter, nachdem zuvor Maren Schröder mit einem Strafwurf nur die Querlatte getroffen hatte.
Mit sieben Treffern, davon zwei verwandelten Siebenmetern, war Maren Schröder dennoch erfolgreichste Werferin des VfL in dieser Partie. Ihr folgte Susanne Paetz mit 5/1 Treffern. Auf je drei Treffer brachten es Andrea Hasenberg und Dörte Knickrehrn, wobei es sich bei letzterer ausschließlich um verwandelte Siebenmeter handelte. Je ein Tor markierten Anja Müller und Kirstin Timm.
Außerdem kamen noch die Torhüterinnen Gudrun Fandrey (erste Halbzeit) und Anke Petersen (zweite Halbzeit) – „Schlappi“ konnte dabei ihre Vorgängerin noch übertreffen – Wiebke Rickert, Petra Payka, Marion Leihe und Martina Gliewe zum Einsatz.
Außerordentlich unzufrieden war man in Oyten mit dem Bundesliga-Schiedsrichtergespann Rauhut/Zoerger (Nordhorn/Osnabrück), das die Partie mit kleinlichen und bisweilen seltsamen Entscheidungen regelrecht zerpfiff. Beide Seiten hatten dabei unter den Unparteiischen etwa gleich stark zu leiden und beide waren am Ende entsprechend unzufrieden mit ihnen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.3.1986
Freitag, 21. März 1986
Letztes Heimspiel der VfL-Damen
Die Oldesloerinnen wollen sich bei ihrem Anhang mit einem Sieg bedanken
(mth). Mehr und mehr geht die Punktspielsaison im Handball ihrem Ende entgegen. Von den höherklassig spielenden Mannschaften des VfL Oldesloe haben die Herren-Bezirksligatruppe und die A-Jugend-Oberligamannschaft ihre Pflichtspiele ja schon am letzten Wochenende abgeschlossen.
Am Sonnabend nun bestreitet auch die Damen-Regionalligamannschaft, das Aushängeschild der Abteilung, um 16.45 Uhr ihr letztes Heimspiel in dieser Saison. Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer in der Stormarnhalle ist der TV Oyen. Erst am Mittwoch standen sich diese beiden Mannschaften ja im Hinspiel im Bremer Vorort gegenüber und da errang der VfL mit 20:16 ja seinen ersten Sieg nach längerer Durststrecke.
Natürlich will die Mannschaft, die nun wieder gute Aussichten hat, in der Endabrechnung den zweiten oder dritten Platz zu holen, sich bei ihrem treuen Publikum am liebsten mit einem Sieg im letzten Heimpunktspiel bedanken.
Die Voraussetzungen dafür sind sicherlich nicht schlecht. denn Trainer Ulli Meyer kann in dieser Partie wieder auf Andrea Güldenpfennig zurückgreifen und auch Elsbeth Hein, die in Oyten ebenfalls fehlte, wird wieder mit von der Partie sein. Dazu wird Martina Gliewe erstmals in einem Heimspiel in der VfL-Damenmannschaft zum Einsatz kommen, nachdem sie ihren Einstand ja schon in Oyten gegeben hat.
Die Saison ist für die VfL-Damen aber auch mit diesem Heimspiel noch nicht beendet. Am Wochenende nach Ostern müssen die Stormarnerinnen zum Saisonabschluß dann noch zur SG Schortens reisen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 21.3.1986
Sonnabend, 22. März 1986
VfL Oldesloe – TV Oyten 23:18 (8:8)
Andrea Güidenpfennig war wieder voll da
VfL-Damen schlugen den TV Oyten zum zweiten Mal und haben die Vizemeisterschaft im Visier
(mth). Die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe schickt sich zum Saisonende an, doch noch den Vizemeistertitel oder den dritten Platz zu erobern, nachdem sie zwischenzeitlich ja bis auf den fünften Rang abgesackt war. Nimmt man den Gewinn der Herbstmeisterschaft mit einem Vorsprung von drei Punkten als alleinigen Maßstab, so ist eine solche Placierung in der Endabrechnung sicher keine Offenbarung.
Im Kreis der Fans der Mannschaft gibt es gar eine ganze Menge Leute, die dieses offensichtlich als eine Enttäuschung ansehen. Im letzten Heimspiel gegen den TV Oyten jedenfalls fanden schon erheblich weniger Zuschauer den Weg in die Stormarnhalle als bei allen Spielen zuvor. Waren es sonst zumeist rund 400 oder mehr, so füllten nun nur noch etwa 250 Zuschauer die Tribüne.
Die wurden Zeuge, wie die Oldesloerinnen den Mitaufsteiger aus dem Bremer Vorort zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen in die Knie zwangen. In Oyten hatten die Stormarner Kreisstädterinnen mit 20:16 die Oberhand behalten, in Oldesloe lautete das Endergebnis 23:18.
Wie in Oyten fiel der Sieg dem VfL dabei aber nicht so leicht, wie es das Ergebnis vermuten läßt. Das Hinspiel hatte der VfL ja dank seiner besseren Kondition in den letzten zehn Minuten für sich entschieden. Jetzt reichten den Oldesloerinnen praktisch wieder zehn Minuten zum Sieg. Nur waren es diesmal nicht die letzten, sondern die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit. In ihnen machte der VfL aus einem 8:8-Halbzeitstand eine 13:9-Führung und von diesem Zwischenspurt konnte die Truppe bis zum Schlußpfiff, allen Bemühungen der gewiß ehrgeizigen Oytener Truppe zum Trotz, zehren.
Die Oldesloerinnen konnten sich also für diese Saison von ihrem Publikum mit einem Sieg verabschieden. Mit solchen Erfolgserlebnissen hatte die Mannschaft in der Hinrunde, in der sie in eigener Halle ohne Punktverlust geblieben war, ihre Anhänger ja dauernd verwöhnt. In der Rückrunde waren VfL-Siege dann auch in eigener Halle rarer geworden, was ja auch das Absacken in der Tabelle zur Folge hatte.
Es spricht aber eindeutig für die Mannschaft, daß sie sich von diesen Rückschlägen nicht hat entmutigen lassen. Ihre Placierung in der Endtabelle – egal ob es nun der zweite oder dritte Platz ist nach dem Spiel in Schortens, das ja erst nach Ostern stattfindet –, und damit kommen wir auf den Anfang zurück, ist denn auch bei Licht betrachtet, alles andere als eine Enttäuschung. Vielmehr kann die Mannschaft stolz auf das Erreichte sein. Sie hat sich als Neuling wahrhaftig als eine Bereicherung der Regionalliga erwiesen und darf getrost den Blick in die Zukunft richten.
Zum Spiel: Der VfL konnte wieder nicht in Bestbesetzung antreten, wobei unberücksichtigt bleiben soll, daß mit den Langzeitverletzten Antje Schütt und Stefanie Bernecker – beider Fehlen in den letzten Wochen und Monaten hat sicher auch einiges zum Abflachen der Erfolgskurve beigetragen – und Sonja Taut, deren Kurzgastspiel in Oldesloe schon lange vorbei zu sein scheint (Genaues ist da nicht in Erfahrung zu bringen), ohnehin nicht gerecht worden war.
Andrea Güldenpfennig konnte zwar nach überstandener Krankheit wie angekündigt wieder mitwirken, dafür fiel aber plötzlich – ebenfalls wegen Erkrankung – Maren Schröder aus, die in den letzten Spielen Andrea als Haupttorwerferin vertreten hatte.
Zum Glück aber war Andrea Güldenpfennig offensichtlich von ihrer Krankheit vollständig genesen. Sie spielte 60 Minuten voll durch und hatte im VfL-Spiel auch wieder alle Fäden in der Hand. Sie war es auch, die den verkorksten Start der Oldesloerinnen – die Gäste waren schon nach 14 Sekunden mit 1:0 in Führung gegangen und hatten diese bei nur einem Gegentreffer von Petra Payka (3. Minute) auf 3:1 bis zur 8. Minute ausgebaut – auffing.
Mit drei Toren hintereinander machte sie daraus innerhalb von 120 Sekunden eine 4:3-Führung und als Petra Payka und Susanne Paetz innerhalb der nächsten zwei Minuten den Vorsprung gleich auf 6:3 ausbauten, deutete alles auf ein eher leichtes Spiel für den VfL hin.
Aber die Mannschaft wurde nun plötzlich hektisch und leistete sich wieder einmal leichtfertig jede Menge Ballverluste und hatte so, was Torerfolge angeht, 14 Minuten „Sendepause“. Zwischenzeitlich hatten die Oytenerinnen, die ja auch nicht gerade Bäume ausrissen, nicht nur ausgeglichen, wobei der Treffer zum 6:6 durch Renate Meding, die mit einem Hechtsprung in den Kreis einen abgefälschten Wurf ins Tor verlängerte, sicher das schönste Tor des Tages war, sondern waren mit 7:6 (23. Minute) sogar wieder in Führung gegangen.
Dann drehte mal wieder Andrea Güldenpfennig mit zwei Toren hintereinander den Spieß um, aber zur Halbzeitführung für den VfL reichte es dennoch nicht, denn in der Schlußminute der ersten Spielhälfte gelang Birgit Pokrandt noch der 8:8-Halbzeitstand.
Der schon beschriebene Zwischenspurt, an dem Anke Petersen mit einem gehaltenen Siebenmeter auch ihren Anteil hatte (sie hielt später noch einen Strafwurf und war Gudrun Fandrey, die in der ersten Halbzeit das VfL-Tor gehütet hatte, sicherlich ebenbürtig), mischte die Karten dann schon endgültig zugunsten des VfL. Der TV Oyten steckte zwar noch nicht auf, aber entscheidend kam er nicht mehr an die Oldesloerinnen heran.
Kritisch hätte es für den VfL eigentlich nur in den Schlußminuten noch einmal werden können, als Dörte Knickrehm von dem nicht immer einigen Schiedsrichtergespann Böss/Möller (Hamburg) eine Zwei-Minuten-Strafe bekam und es nach 57 Minuten 20:17 für den VfL stand. Als aber Silke Perkuhn, mit sieben Treffern, davon drei verwandelte Siebenmeter, erfolgreichste Oytener Werferin, den in gleicher Situation zugesprochenen Siebenmeter nur an den Pfosten warf, und Andrea Hasenberg im Gegenzug auf 21:17 erhöhte, war auch diese Gefahr schnell vorbei.
Den Schlußpunkt setzte schließlich Sekunden vor Spielende Mannschaftsführerin Anja Müller, die ansonsten nicht ihren besten Tag hatte, mit ihrem ersten und einzigen Treffer, dem die schönste Oldesloer Kombination des ganzen Spiels vorangegangen war.
Mit neun Toren war Andrea Güldenpfennig auch in dieser Partie herausragende VfL-Torwerferin. Drei ihrer Treffer resultierten dabei aus verwandelten Siebenmetern. Ihr am nächsten kam Petra Payka mit nicht weniger als fünf Treffern – so vielen wie nie zuvor – von der Rechtsaußenposition. Vier Treffer, darunter wie bei Andrea Güldenpfennig auch drei verwandelte Siebenmeter, verbuchte Susanne Paetz.
Zu drei Siebenmetern trat auch Dörte Knickrehm an. Sie brachte aber nur einen davon im Tor unter, setzten einen neben den „Kasten“ (6. Minute) und traf in der 52. Minute mit einem besonders gewaltigen Wurf den Innenpfosten. Außerdem erzielte sie aber auch noch ein Feldtor und kam damit ebenso auf zwei Treffer wie Andrea Hasenberg.
Ein Tor erzielte, wie gesagt, Antje Müller. Außerdem kamen noch Kirstin Timm, die trotz fehlender Tore in ansteigender Form ist, Elsbeth Hein, Martina Gliewe und die beiden Torhüterinnen zum Einsatz.
STORMARNER TAGEBLATT vom 24.3.1986
Donnerstag, 27. März 1986
Turnier der der Oldesloer Handballdamen
(mth). Die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe veranstaltet am Sonnabend in der Stormarnhalle ein-Osterturnier, zu dem sie Mannschaften eingeladen hat, bei denen sie in den letzten Jahren selbst Gast bei Turnieren waren. Nicht alle eingeladenen Mannschaften haben letztendlich eine Zusage geben können, aber immerhin werden vier auswärtige Mannschaften in der Stormarner Kreisstadt erwartet.
Es sind dieses die TG Oberlahnstein aus der Regionalliga West – gegen diesen Verein spielte der VfL ja auch 1980 im Halbfinale um die Deutsche Jugendmeisterschaft, die TSG Obereschbach (Frankfurt) aus der Oberliga Hessen, zu der die Oldesloerinnen schon lange Zeit Kontakte pflegen, der SC Langenhagen/Hannover aus der Bezirksliga Niedersachsen und der Jenfelder SV aus der Hamburger Bezirksliga, bei dem der VfL ebenso wie in Oberlahnstein Turniersieger wurde.
Das Turnier, bei dem gegen jeden spielt, beginnt um 10.30 Uhr. Das letzte Spiel wird um 16.30 Uhr angepfiffen. Gegen 17 Uhr erfolgt dann die Siegerehrung, bei der ein Wanderpokal für den Turniersieger und außerdem Anerkennungspokale für alle Mannschaften verteilt werden.
Außerdem ist ein umfangreiches Rahmenprogramm vorbereitet worden. Die auswärtigen Gäste werden nämlich schon am Karfreitag in Oldesloe erwartet und treten erst am Ostermontag die Heimreise an.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.3.1986
Sonnabend, 29. März 1986
Vier Siege in vier Spielen
Die VfL-Handballdamen siegten deutlich bei ihrem eigenen Osterturnier
(mth). Die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe ist in den letzten Jahren außerhalb der Punktspielsaison oft Gast auf Turnieren gewesen. Um sich für die dabei in Anspruch genommene Gastfreundschaft einmal zu bedanken, hatte die Truppe von Trainer Ulli Meyer über die Osterfeiertage ein paar der Vereine, bei denen man im letzten Jahr weilte, nach Bad Oldesloe eingeladen.
In erster Linie natürlich, um Kontakte zu pflegen und auszubauen – dafür hatte man von Karfreitag (Anreisetag) bis Ostermontag (Rückreisetag) ein umfangreiches Programm erstellt –‚ aber natürlich auch, um bei einem Turnier sportlich die Kräfte zu messen.
Gäste des VfL waren die TSG Obereschbach (Oberliga Hessen), der SC Langenhagen (Bezirksliga Hannover), die TG Oberlahnstein (Regionalliga West) und der Jenfelder SV (2. Division in Hamburg). Beim Turnier in der Stormarnhalle erwischte der VfL mit einem deutlichen 15:4-Erfolg über den SC Langenhagen einen hervorragenden Start.
Die Oldesloerinnen, die bei diesem Turnier ohne Andrea Güldenpfennig und Maren Schröder antraten, übernahmen mit diesem Sieg gleich die Spitze des Feldes, denn die vermeintlich schärfsten Rivalen, TSG Obereschbach und TG Ober-lahnstein, trennten sich im nächsten Spiel 8:8.
Weit mehr Mühe hatte die Truppe von Trainer Ulli Meyer dann in ihrer zweiten Begegnung gegen die Oberlahnsteinerinnen, auf die man ja 1980 im Halbfinale um die Deutsche Jugendmeisterschaft getroffen war. Mit 10:9 aber behielt der VfL schließlich auch in dieser Partie die Oberhand
Leicht fiel den Oldesloerinnen dann im dritten Spiel gegen den SV Jenfeld der Erfolg. Mit 21:9 sprang der höchste Sieg des Turniers heraus, wobei 21 Treffer bei einer Spieldauer von nur 30 Minuten wirklich eine beachtliche Ausbeute sind.
Das letzte Spiel mußte dann den Ausschlag über den Turniersieg geben. Die TSG Oberlahnstein, schon mit einem Minuspunkt belastet und mit dem schwächeren Torverhältnis ausgestattet, mußte das Schlußspiel gegen den VfL unbedingt gewinnen, um noch Turniersieger zu werden, denn den Oldesloerinnen hätte dagegen auch ein Remis gereicht. Die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer führten aber schon beim Seitenwechsel mit 6:4 und hatten am Ende mit 9.5 ziemlich deutlich die Nase vorn.
Mit 8:0 Punkten und 55:28 Toren gewannen sie den von der Firma „Schuh-Karton“ (Bargteheide) gestifteten Wanderpokal sehr deutlich vor TSG Obereschbach (5:3/41:32), SC Langenhagen (4:4/35:48), TSG Oberlahnstein (3:5/38:38) und SV Jenfeld (0:8/38:62).
Auch alle placierten Mannschaften bekamen Pokale, die vom Lederhaus Schulz (Oldesloe) gestiftet waren. Als beste Spielerin des Turniers wurde Sibylle Arras (TSG Obereschbach) ebenso gesondert ausgezeichnet wie Gudrun Fandrey (VfL) als beste Torhüterin und Angelika Moskopp (Oberlahnstein) und Ute Saust (Langenhagen), die mit je 17 Treffern die erfolgreichsten Torwerferinnen des Turniers waren.
STORMARNER TAGEBLATT vom 2.4.1986
Freitag, 4. April 1986
Mit einem Sieg in Schortens könnten die VfL-Damen noch Zweiter werden
(mth). Die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe beschließt am Sonnabend mit dem Auswärtsspiel bei der SG Schortens ihre erste Saison in der Regionalliga. Mit einem Erfolg in Schortens, bei einem Gegner, der als Absteiger schon feststeht, könnte sich die Truppe von Trainer Ulli Meyer noch die Vizemeisterschaft sichern.
Allerdings wäre sie dafür noch auf Schützenhilfe des schon feststehenden Meisters TuS Alstertal angewiesen. Der nämlich tritt am letzten Spieltag der Saison beim SV Buxtehude an, der punktgleich mit dem VfL wegen der erheblich besseren Tordifferenz zur Zeit den zweiten Platz belegt.
Damit die Oldesloerinnen die Buxtehuderinnen überholen können, muß der Meister mindestens einen Punkt holen. Bleibt abzuwarten, ob die Alstertalerinnen, nachdem sie ihr Schäfchen schon im Trockenen haben, noch genügend Ehrgeiz besitzen, die Saison mit einem Erfolgserlebnis abschließen zu wollen.
Aber egal, ob der VfL in der Endabrechnung nun Zweiter, Dritter oder Vierter – auf diesen Rang könnte er bei einer Niederlage in Schortens im schlechtesten Fall zurückfallen – wird, als eine erfolgreiche Saison kann er sein erstes Regionalligajahr in jedem Fall abbuchen. Die Mannschaft hat als Klassenneuling wirklich alle Erwartungen erfüllt. Sie hat monatelang den ersten Platz inne gehabt, war Herbstmeister geworden und ist gegen keinen einzigen Gegner in dieser Saison – nimmt man Hin-und Rückspiele zusammen – leer ausgegangen.
Natürlich hat die Mannschaft in der Rückrunde auch Rückschläge hinnehmen müssen. Aber das war nur natürlich, denn der Überraschungseffekt, mit dem die Mannschaft im letzten Herbst so manchen Gegner düpierte, nutzte sich mit der Zeit
natürlich ab.
Ohne die vielen verletzungsbedingten Ausfälle hätte der VfL dennoch bis zum Saisonende unter Umständen die Tabellenspitze behaupten können. So gesehen hat er sicherlich in der zweiten Saisonhälfte ein wenig Pech gehabt.
Aber für die Gesamtentwicklung der Mannschaft ist es sicher eher günstig, daß sie nun ein weiteres Jahr in der Regionalliga spielt und nicht in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist. Dieser Anzug nämlich wäre ihr mutmaßlich doch erheblich zu groß gewesen.
Morgen in Schortens – der Mannschaftsbus, in dem auch Schlachtenbummler wieder mitreisen können, fährt um 15 Uhr von der Stormarnhalle – wollen sich die VfL-Damen noch einmal gehörig ins Zeug legen, um die Serie mit einem Sieg abzuschließen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 4.4.1986
Sonnabend, 5. April 1986
SG Schortens – VfL Oldesloe 17:21 (7:9)
Zum Saisonabschluß noch ein Auswärtserfolg
Die VfL-Damen setzten Schlußpunkt unter eine erfolgreiche Saison
Über ihre Zukunft herrscht aber noch Ungewißheit
(mth). Die Damen-Regionalligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe schloß die Saison mit einem 21:17 (9:7)-Erfolg bei der SG Schortens ab. Ob man deswegen zu der bewährten Formulierung „Ende gut, alles gut!“ greifen kann und soll, ist nicht ganz sicher.
Natürlich fällt das sportliche Fazit, hält man einmal nüchtern Rückschau, überaus positiv aus. Die Mannschaft hat in ihrer ersten Saison in der Regionalliga weit mehr geleistet, als man ihr vorher zutrauen durfte, und auch bei weitem mehr, als man von ihr verlangen konnte. Sie hat im Herbst letzten Jahres eine begeisternde Siegesserie hingelegt, wurde mit drei Punkten Vorsprung vor der verblüffenden Konkurrenz Herbstmeister, und hat sich auch die der Rückrunde, obwohl nun die eigentlich viel früher zu erwartenden Rückschläge häufiger in Kauf genommen werden mußten, achtbar aus der Affaire gezogen.
Lange Zeit blieb man ein Anwärter auf den Gewinn des Meistertitels und ein toller Platz in der Spitzengruppe, wie er am Ende ja auch heraussprang, war nie ernsthaft in Gefahr. Das alles verdient um so mehr Beachtung, als die Mannschaft im Verlauf der Saison doch mit reichlich Schwierigkeiten auf personellem Sektor zu kämpfen hatte.
Zahlreiche Ausfälle durch Verletzungen, wobei die Langzeitverletzungen von Antje Schütt, die schon nach dem ersten Saisonviertel ganz ausfiel, und Stefanie Bernecker, die im gesamten Schlußdrittel nicht mehr zur Verfügung stand, besonders ins Gewicht fielen, zehrten an der Substanz der Mannschaft.
Dazu wurde die Integration der beiden Neuzugänge aus Kiel-Altenholz, die vor der Saison als große Verstärkung gefeiert wurden, mehr und mehr zu einem Problem. Das Gastspiel von Sonja Taut, die verspätet in die Saison einstieg und dann sang- und klanglos schon zur Rückrunde wieder von der Bildfläche verschwand, war nicht mehr als ein Intermezzo. Maren Schröder war zwar über viele Wochen die erhoffte Verstärkung, aber in den letzten Wochen und Monaten konnte (wollte?) sie kaum noch am gemeinsamen Training teilnehmen, und auch zu den Spielen stand sie nur noch unregelmäßig zur Verfügung. So fehlte sie auch bei der letzten Begegnung in Schortens, ohne daß die Mannschaftsführung von ihrem Fernbleiben unterrichtet war.
Das alles ist an der Mannschaft nicht spurlos vorübergegangen. Es ist dabei zu Spannungen gekommen, die nun in nächster Zukunft zu Klärungen und Konsequenzen führen werden. In welche Richtung exakt die Entwicklung gehen wird, ist im einzelnen jetzt noch nicht abzusehen, aber es scheint sicher, daß die Truppe, so wie sie die vielen Oldesloer Fans aus dieser Saison kennen, in Schortens zum letzten Mal in dieser Besetzung zusammen gespielt hat.
Zum Spiel in Schortens selbst: Der VfL begann sehr verhalten und lag bis zur 6. Minute mit 1:2 im Rückstand. Schon bis zu diesem Zeitpunkt war abzusehen, daß die als Absteiger schon feststehende SG Schortens Gefährlichkeit, wenn überhaupt, nur im Rückraum entwickeln könnte. Also schaltete der VfL von der anfänglichen 6:0-Deckung auf eine 5:1-Formation um – Kirstin Timm spielte mit viel Erfolg die vorgezogene Rolle –‚ die bisweilen (auch Andrea Güldenpfennig löste sich oft vom eigenen Kreis) sogar in ein 4:2-System überging.
Der Erfolg stellte sich prompt ein. Schon bis zur 10. Minute hatte der VfL mit einer 5:2-Führung den Spieß deutlich umgedreht und bis zur 20. Minute – Gudrun Fandrey hatte zwischenzeitlich einen Siebenmeter halten können – waren die Oldesloerinnen auf 8:3 davongezogen.
Dann aber lief beim VII. zehn Minuten lang gar nichts. Es häuften sich die Abspielfehler und so konnte Schortens bis auf 7:8 verkürzen, ehe Andrea Güldenpfennig, die auch in diesem Spiel wieder Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft war, in der 30. Minute der 9:7-Halbzeitstand gelang.
Im zweiten Durchgang erhöhte der VfL bis zur 34. Minute wieder auf 11:7 und von da an geriet der Sieg nie mehr ernsthaft in Gefahr. Schortens kam gelegentlich zwar noch wieder etwas dichter an den VfL heran – auf 9:11 (37. Minute) und 15:18 (53. Minute), nachdem der VfL zuvor bis zur 49. Minute auf 18:12 davongezogen war –‚ aber die Oldesloerinnen konnten dann schnell immer wieder ihren Vorsprung vergrößern.
Bemerkenswert war noch, daß Wiebke „Zwiebel“ Rickert in den letzten sechs Minuten gleich vier Siebenmeter herausholte. Andrea Güldenpfennig, Susanne Paetz und Kirstin Timm verwandelten davon die ersten drei zum 19., 20. und 21. Oldesloer Treffer in dieser Partie, aber in der der Schlußminute hatte „Zwiebel“ selbst dann Pech, als sie ihren in doppeltem Sinne eigenen Siebenmeter nur an den Pfosten setzte.
Sie blieb damit, wie auch Petra Payka, ohne Torerfolg im Sai-sonabschlußspiel. Am erfolgreichsten war wieder einmal Andrea Güldenpfennig mit sieben Treffern (darunter ein verwandelter Siebenmeter). Ein Siebenmetertor war auch unter den fünf Treffern von Andrea Hasenberg, die sich in Schortens in ganz hervorragender Form vorstellte. Kirstin Timm (3/2), Susanne Paetz (3/1), Dörte Knickrehm (2/1) – sie fährt zu einem einwöchigen Lehrgang der deutschen Juniorinnen-Ländermannschaft – und Anja Müller erzielten die restlichen VfL-Tore. Im Tor spielten Gudrun Fandrey und Anke Petersen je eine Halbzeit lang.
STORMARNER TAGEBLATT vom 7.4.1986
Donnerstag, 10. April 1986
Heute werden die Würfel fallen
Das Aushängeschild des VfL, die Handballdamen. steht vor einer nichtsportlichen Zerreißprobe
(mth). Wie von uns nach dem letzten Spiel der ersten Regionalliga-Saison am letzten Wochenende in Schortens angekündigt, tun sich bei der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe noch in dieser Woche entscheidende Dinge. Die Weichen werden dabei wohl endgültig heute auf einer Mannschaftsversammlung gestellt.
Der überwiegende Teil der Mannschaft – zehn (elf) Spielerinnen – wird dabei Trainer Ulli Meyer bitten, seinen Posten zur Verfügung zu stellen. Die Damen wehren sich dabei entschieden gegen den Vorwurf, der schon öffentlich erhoben worden ist, sie hätten eine Verschwörung ausgebrütet und wollten eine Meuterei anzetteln.
Gerade um diesen Eindruck zu vermeiden, hätten sie das Ende der Saison abgewartet und auf Aktionen vorher verzichtet, obwohl sie Spannungen und Differenzen schon vorher ausgemacht hatten. Um auch der Öffentlichkeit, in der sie in Bad Oldesloe und Umgebung ja eine Menge Anhänger haben, die sie nicht verprellen wollen – schon weil sie (fast) alle weiter für den VfL erfolgreich Handball spielen wollen und damit auch für die Zukunft Unterstützung brauchen – Aufschluß über ihren immerhin ja Aufsehen erregenden Schritt zu geben und nicht im falschen Licht dazustehen, haben sie einen Brief an ihren Trainer, der auch dem VfL-Vereinsvorstand und der Handballabteilungsleitung vor der heutigen Versammlung zugegangen ist, zu einem offenen Brief deklariert. Der hat den folgenden Wortlaut:
„Wir möchten Dich auf der Mannschaftsversammlung, die diese Saison abschließen wird, ganz offiziell bitten, Deinen Posten als Trainer der ersten Damenmannschaft zur Verfügung zu stellen.
Wir, die Unterzeichnenden, sind der Meinung, daß unsere langjährige Zusammenarbeit leider nicht den Gesetzen der Zeit standgehalten hat, und nun schwere Abnutzungserscheinungen aufweist. Dies äußert sich vor allem in krassen Motivationsdefiziten sowohl auf unserer als auch auf Deiner Seite und in gegenseitigem Nicht-Ernstnehmen. Man kennt sich einfach zu gut. Für eine effektive sportliche Zusammenarbeit reicht die Autorität eines Trainers, die bloß künstlich gegen offene Widersprüche von seiten der Mannschaft aufrecht erhalten wird, nicht aus. Um es noch einmal zu betonen: Der Verlust Deiner Autorität hängt weder mit plötzlichem Mangel Deiner trainerischen Qualitäten noch mit zu geringem sportlichen Erfolg, noch mit plötzlicher Meuterstimmung unter uns zusammen, es ist beinahe natürlich, daß man sich nach so langer Zeit „auf den Geist geht“.
Wir haben als Mannschaft durchaus unseren Leistungswillen und wollen nach unserem Aufstieg in die Regionalliga, den wir nicht zuletzt Dir zu verdanken haben, unser Leistungsvermögen als Mannschaft noch ein wenig unter Beweis stellen, vor allem für uns selbst. Wir brauchen neue Impulse, um weiterhin mit Spaß und Erfolg Handball spielen zu können.
Wir wissen, daß eine Trennung zu diesem Zeitpunkt für Dich wie für uns erhebliche Schwierigkeiten verschiedener Natur aufwerfen wird. Laß uns einander darin unterstützen, mit diesen Schwierigkeiten fertig zu werden, indem wir vor der Öffentlichkeit und vor dem Verein weiterhin zueinander und zu unserer Arbeit der vergangenen Jahre stehen. Gerade der Erfolg legt Einsicht noch zur rechten Zeit nahe! Uns verbindet auch dann, wenn Du eine andere Mannschaft trainierst, und wir einen anderen Trainer haben, sehr viel. Laß uns im Bewußtsein dessen auseinandergehen!“
Unterzeichnet haben diesen Brief: Stefanie Bernecker, Dörte Knickrehm, Andrea Hasenberg, Antje Schütt, Kirstin Timm, Wiebke Rickert, Elsbeth Hein, Anke Petersen, Maren Schröder und Anja Müller. Andrea Güldenpfennig hat den Brief so nicht unterschrieben mit der Begründung, sie würde in der nächsten Saison wahrscheinlich nicht mehr für den VfL Handball spielen und hätte deswegen kein Recht, an Entscheidungen für die Zukunft mitzuwirken. Hinzugefügt hat sie diesem Unterschriftsverzicht aber die Bemerkung, daß auch sie es für richtig und notwendig hält, sich für einen neuen Trainer auszusprechen, wenn weiter in der Regionalliga erfolgreich Handball gespielt werden soll.
VfL-Trainer Ulli Meyer sieht der heutigen Mannschaftsversammlung mit großer Gelassenheit entgegen: „Eine Entscheidung wird und muß heute fallen. So oder so! Sicher ist schon jetzt, daß die Mannschaft in der Zusammensetzung der gerade beendeten Saison nicht mehr geben wird. Die Spielerinnen nämlich, die den Brief an mich nicht unterzeichnet haben, sehen die für eine Mannschaft notwendige Vertrauensbasis als nicht mehr gegeben an. Sie wollen deshalb in keinem Fall weiter mit einem Großteil der Mannschaft zusammenspielen.“
Wie er sich auf der heutigen Sitzung zu der an ihn herangetragenen Forderung verhalten wird, ließ er offen. Er ist sich aber sicher, daß es keine langatmigen Diskussionen mehr geben wird, denn „Die Fronten sind abgesteckt, da kann es nur noch knallharte Entscheidungen geben!“
STORMARNER TAGEBLATT vom 10.4.1986
Freitag, 11. April 1986
Bei den VfL-Damen noch keine Entscheidung
(mth). Als zu vorschnell erwies sich die von Ulli Meyer, Trainer der Damen-Regionalligadamen der Handballabteilung des VfL Oldesloe, geäußerte und von uns veröffentlichte Vermutung, die Würfel über Zukunft und Zusammensetzung der Renommiermannschaft des VfL würden noch in dieser Woche fallen. Die gestrige Mannschaftssitzung, an der auch Mitglieder des Vereinsvorstandes teilnahmen, brachte noch keine endgültigen Beschlüsse. Die wurden nun für die kommende Woche – nach einer Sitzung des Vereinsvorstandes – angekündigt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 11.4.1986
Montag, 14. April 1986
Ulli Meyer stellt Amt zur Verfügung
(mth). Ulli Meyer, der Trainer der Oldesloer Handballdamen, hat aus den Auseinandersetzungen um seine Person – elf seiner Spielerinnen hatten ihn in der letzten Woche in einem offenen Brief, sein Amt zur Verfügung zu stellen –‚ die Konsequenzen gezogen. Nachdem am letzten Donnerstag auf einer Sitzung, auf der die Mannschaft, die Abteilungsleitung und der Vorstand des VfL vertreten waren, eine Entscheidung entgegen den Hoffnungen und Erwartungen von Ulli Meyer vertagt worden war – sie war vom VfL-Vorstand für Dienstagabend nach einer Sitzung des höchsten VfL-Gremiums angekündigt worden –‚ hat er sich nun entschlossen, sein Amt aus freien Stücken zur Verfügung zu stellen.
Ulli Meyer scheidet dabei nach vielen erfolgreichen Jahren nicht ohne Groll aus der Verantwortung für die zur Zeit wohl populärste Stormarner Sportmannschaft.
„Entgegen der Behauptung der elf Spielerinnen, es handele sich bei ihrer Bitte um keine Verschwörung, bin ich der festen Überzeugung, mein „Abschuß“ ist schon seit Monaten von Kräften, die auch außerhalb von Mannschaft und Verein zu suchen sind, vorbereitet worden“, meint Meyer zu seinem Abschied.
STORMARNER TAGEBLSATT vom 14.4.1986
Sonnabend, 19. April 1986
Auf den dritten Platz hinter den Oberligisten SV Oldenburg und VfL Kassel kam die Regionalliga-Mannschaft der Damen des VfL Oldesloe bei einem Turnier des VfB Lübeck. Masseur Ralph Gericke fungierte dabei als Interimstrainer, denn ein Nachfolger für den zurückgetretenen Ulli Meyer ist noch nicht gefunden. Kerstin Brunthaler, Sonja Taut (!), Wiebke Rickert, Dörte Knickrehm, Andrea Hasenberg, Maren Schröder, Anke Petersen, Martina Pusch (!) und Kerstin Timm vertraten den VfL auf diesem Turnier. Außerdem war auch noch Elsbeth Hein mit von der Partie. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 22.4.1986
Mittwoch, 7. Mai 1986
Die VfL-Handballdamen holten Turniersieg in Oberlahnstein
(st) Zum zweiten Mal in Folge gewannen die Damen des VfL den Wanderpokal der Stadt Oberlahnstein bei Koblenz. Durch die Initiative der Mannschaft wurde die Teilnahme an diesem Turnier doch noch möglich gemacht, nachdem die bisherige Mannschaftsleitung die Einladung ohne Kenntnis der Mannschaft abgesagt hatte.
Zum Turnier selbst: In der Vorrunde wurde der hessische Oberligist TV Flörsheim mit 9:4 besiegt. Dem folgte ein schwaches 7:7 gegen den rheinischen Oberligisten TV Moselweiß. Die zweite Mannschaft des Gastgebers war im letzten Vorrundenspiel beim 9:1 nur ein Trainingspartner und somit hatte der VfL den Gruppensieg errungen. In der Zwischenrunde war dann die erste Mannschaft der TG Oberlahnstein der Gegner. Noch nie hatte der VfL gegen dieses Team verloren, entsprechend kampfbetont war die Begegnung, die der VfL letztlich mit 7:5 für sich entschied.
Die Endrunde bestritten der TV Aldekerk, Wandsbek 72 und der VfL. Erster Gegner war der Niederrhein-Oberligist TV Aldekerk, der seine Kräfte in den Vor- und Zwischenrundenspielen verbraucht hatte. Mit 14:8 wurde ein deutliches Ergebnis erreicht, auch Wandsbek gewann sein Spiel sehr hoch und so kam es zu einem echten „Endspiel“. Für den VfL war es das beste Spiel des Turniers. Ruhiger Spielaufbau, wunderschöne Anspiele an den Kreis und herrliche Tore. Die vielen Zuschauer spendeten Beifall auf offener Szene.
Bis zur Halbzeit war Wandsbek 72 mit 7:2 entzaubert. In den zweiten 15 Minuten kamen die Hamburgerinnen dicht heran, der VfL entwickelte jetzt viel Pech bei Würfen aus der zweiten Reihe und Wandsbek hatte mit Dagmar Rindelaub eine Nationalspielerin im Kasten. So reichte am Ende das 9:8 zum Turniersieg.
STORMARNER TAGEBLATT vom 7.5.1986
Mittwoch, 21. Mai 1986
Die Oldesloer Damen erst im Halbfinale von Holstein gestoppt
(st) Traditionell zu Pfingsten veranstaltet der Sportclub Weißenhäuser Strand das Ostseepokalturnier. Dieses Kleinfeldturnier, das schon zum neuntenmal durchgeführt wurde, wird auf acht Rasenplätzen parallel ausgespielt. In diesem Jahr nahm zum erstenmal auch die erste Damenmannschaft des VfL Oldesloe an diesem Riesenturnier teil. Insgesamt waren 80 Mannschaften anwesend, davon 37 Damenmannschaften. Alle Spielklassen waren vertreten, von der 1. Bundesliga bis zur Kreisklasse und alles, was in Schleswig-Holstein Rang und Namen hat, war zur Stelle.
Aufgeteilt in sieben Gruppen qualifizierten sich jeweils zwei Mannschaften für das Achtelfinale. Der VfL wurde in seiner Staffel nach vier Spielen Zweiter hinter Holstein Kiel. In diesen Vorrundenspielen blieben schon Teams wie der VfL Bad Schwartau, TuS Alstertal und die Regionalliga-Aufsteiger HT 16 aus Hamburg und die TSG Ober-Eschbach auf der Strecke.
Im Achtelfinale hieß der Gegner BW Wittorf aus der Oberliga Schleswig-Holstein. 4:2 setzte sich der VfL durch und qualifizierte sich für die Runde der letzten Acht, wo der Oldenburger SV (ebenfalls Oberliga Schleswig-Holstein) im besten Turnierspiel des VfL klar mit 9:4 bezwungen wurde. Es war gleichzeitig eine eindeutige Revanche für die beiden letzten Niederlagen gegen diesen Verein. Somit mußte man am Pfingstmontag noch einmal im Halbfinale antreten.
Die beiden Spielpaarungen lauteten TSV Jarplund-Weding gegen SV Adelby (Endergebnis 7:4) und Holstein Kiel gegen den VfL. Der VfL knüpfte an die guten Leistungen des Vortages gegen Oldenburg an und führte nach zehn Minuten verdient mit 4:1 Toren (Spielzeit zweimal 12,5 Minuten). Im Gefühl eines sicheren Vorsprunges ließ man die Zügel etwas schleifen und prompt nutzten es die routinierten Kielerinnen. Sie glichen aus und übernahmen auch die Führung. Noch einmal egalisierte der VfL, doch zwei ganz unglückliche Entscheidungen der wirklich schwachen Schiedsrichter brachten Holstein mit 7:5 in Front. Es reichte nur noch zum Anschlußtreffer und somit war Holstein glücklich im Finale.
Im Spiel um Platz drei war beim VfL erst einmal die Luft raus und zur Pause führte Adelby deutlich mit 7:2 Toren. Es sah nach einem Debakel aus. Um sich nicht vollends zu blamieren, kämpfte die Mannschaft im zweiten Abschnitt enorm. Tor um Tor wurde aufgeholt und wären da nicht die drei vergebenen Siebenmeter gewesen, hätte es noch zum dritten Platzgereicht. So gewann Adelby letztlich knapp mit 8:7. Sieger des Turnieres wurde Jarplund-Weding durch einen verwandelten Siebenmeter in der Schlußsekunde mit 8:7 gegen Holstein Kiel.
Insgesamt betrachtet war es ein hervorragend organisiertes Turnier. Die Mannschaften wohnten in Appartements, in denen jeweils zwei bis drei Personen übernachten konnten. So gesehen war auch die Kurverwaltung Sieger dieser Veranstaltung, denn auf Schlag konnten über Pfingsten ca. 500 Appartements vermietet werden. Wer von den Kurgästen allerdings ein ruhiges Wochenende mit herrlichem Wetter erwartet hatte, wurde schwer enttäuscht. Jubelnde, singende und feiernde Sportler beherrschten die Szenerie. Es soll sogar Mannschaften gegeben haben, die direkt von der Feier zum Spiel auf dem Sportplatz erschienen.
Für die VfL-Damenmannschaft ist hiermit die Saison 1985/86 endgültig beendet. Nach Klärung der Trainerfrage in den nächsten Tagen beginnt dann schon die Vorbereitung für die kommende Saison. Das erste Punktspiel steigt dann um 13. September in Lüneburg.
STORMARNER TAGEBLATT vom 21.5.1986
Freitag, 6. Juni 1986
(st) … Bei den Handballern des VfL Oldesloe ist in den letzten Wochen einiges in Bewegung geraten. Nach sorgfältiger Suche ist ein neuer Trainer für die Damen-Regionalligamannschaft gefunden worden. Claus Schilk, der zuletzt bei Eintracht Lüneburg tätig war und Erfahrung aus der Oberliga und Regionalliga bei Damen und bei der weiblichen A-Jugend mitbringt, wird die Nachfolge von Ulli Meyer antreten. Schilk wohnt in Trittau, ist also Stormarner, und sieht es als reizvolle Aufgabe an, der Mannschaft neue Impulse zu geben um mit ihr eine erfolgreiche zweite Regionalliga-Saison anzustreben.
Nicht mehr zum Kader der-VfL-Damen wird dann Torhüterin Gudrun Fandrey gehören. Sie hat, nachdem sie 14 Jahre im VfL Handball gespielt und sich am Saisonende im Gegensatz zu der überwiegenden Mehrheit ihrer bisherigen Mannschaftskameradinnen für eine Weiterverpflichtung von Trainer Ulli Meyer ausgesprochen hat, den VfL inzwischen verlassen und sich dem Zweitbundesligisten TH Eilbek angeschlossen. Sie hat damit den Aufstieg, den die Mannschaft ja nur knapp verpaßt hatte, für sich persönlich nun doch noch geschafft.
Eine neue Mannschaft hat inzwischen auch Ulli Meyer gefunden. Er wird in der kommenden Saison die Herrenmannschaft des SV Großhansdorf trainieren, die in der 4. Division des Hamburger Handballverbandes spielt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.6.1986
Freitag, 20. Juni 1986
Seine Arbeit aufgenommen hat inzwischen der neue Trainer der Damen-Regionalmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe, der Trittauer Claus Schilk. Bis zum Beginn der neuen Saison Anfang September, die Oldesloerinnen werden dann auf Eintracht Lüneburg treffen, jenen Verein also, bei dem Schilk zuletzt tätig war, wird die Mannschaft hart und intensiv arbeiten müssen. Bedingt durch Trainerwechsel und Trainersuche nämlich sind die Oldesloerinnen gegenüber der Konkurrenz in gezielter Saisonvorbereitung in Rückstand und den gilt es natürlich aufzuholen, wenn auch die zweite Regionalligasaison so erfolgreich wie die erste verlaufen soll.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.6.1986
Freitag, 20. Juni 1986
Stadionfest des VfL Oldesloe
(gg). Bereits zum dritten Mal veranstaltet der Platzwart im Travestadion des VfL Oldesloe, Horst Strauß, zusammen mit der Fußballabteilung des VfL ein Saisonabschlußfest im Travestadion. Diesmal als besonderer Gag: Ab 18.30 Uhr am Freitag spielen die Handballdamen und die Fußballherren des VfL gegeneinander – eine Halbzeit Handball, die andere Fußball. Anschließend gibt es Musik von den Alster-Trave-Kanal-Jazzmen und bei der Disco am Abend mit Udo „Ede“ Lorenz. Bei Tanz, Musik, Gegrilltem und Faßbier können sich die VfLer und alle Freunde des VfL vom Saisonstreß erholen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.6.1986
Freitag, 20. Juni 1986
Wettergott Petrus hielt sich leider etwas zurück
200 kamen ins Travestadion
(gg). Von Fair-play hat Wettergott Petrus ganz offensichtlich noch nicht viel gehört. Während er am Mittwoch, Donnerstag und auch am Wochenende alle Feste, Feiern und Veranstaltungen mit reichlich Sonne versah, hatte er das Stadionfest des VfL Oldesloe am Freitag diesbezüglich nicht berücksichtigt.
Zwar war das Wetter beim Stadionfest, das nun schon zum drittenmal stattfand und wieder von Platzwart Horst Strauß und dessen Familie organisiert und ausgerichtet wurde, nicht gerade schlecht. Doch die Sonne schien nicht, und am Ende wurde es sogar richtig kühl.
Vielleicht war das der Grund, daß zum dritten Stadionfest nur etwa 200 Oldesloer kamen. Im Vorjahr waren es noch rund 350. Dabei hatte sich Horst Strauß zusammen mit den Fußballern und Handballern des VfL etwas ganz originelles ausgedacht: Die Handballdamen maßen sich mit den Fußballherren erst im Fußball und dann im Handball.
Nach dem Fußballspiel lagen die Herren erwartungsgemäß mit 5:2 in Front, mußten aber bald einsehen, daß sie beim Handball trotz größter Mühen gegen die Damen keine Chance hatten. Mit größtem Vergnügen betrachtete Claus Schilk, der ja die Trainer-Nachfolge von Ulli Meyer antritt, wie „seine“ Damen die robusten Kicker ausspielten und am Ende mit dem Ergebnis aus dem Fußballspiel zusammen mit 15:7 gewannen.
Mit einiger Skepsis beobachtete Platzwart Horst Strauß jedoch, daß neben Mitgliedern der Handball-, Fußball- und Leichtathletiksparte kaum Vertreter aus den anderen Sportarten des VfL zum Stadionfest kamen. „Vielleicht müssen wir das nächste Mal auch andere Sparten wie zum Beispiel Judo mit ins Programm einbeziehen.“
Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von den Alster-Trave-Kanal-Jazzmen und auch von Udo „Ede“ Lorenz mit seiner Disco, der erst um halb drei Uhr morgens seine Anlage wieder einpacken konnte.
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.6.1986
