Sonnabend, 2. Januar 1988

VfL Oldesloe – MTV Heide 27:15 (12:5)

Zum Jahresauftakt höchster Saisonsieg

Mit glasklarem 27:15-Erfolg wurde der MTV Heide von den VfL-Damen vom zweiten Tabellenplatz verdrängt

(mth). Das Jahr 1987 war für die Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe ja nicht sonderlich erfolgreich zu Ende gegangen. Am Doppelpunktspieltag um den vierten Adventsonntag herum hatte es gegen Schlußlicht Jarplund-Weding/Adelby II zwar mit Ach und Krach zu einem Sieg gereicht (24:23), aber gegen die zweite Mannschaft des KSV Holstein Kiel gab es dann eine 16:17-Heimniederlage, durch die die Aussichten, den TSV Neustadt an der Tabellenspitze noch einholen zu können, auf ein Minimum gesunken waren.

Aber so schlecht das alte Jahr für die VfLerinnen endete, so gut begann das neue. In der Stormarnhalle ging es, kaum hatten die Fußballer das Feld geräumt, immerhin gegen den bisherigen Tabellenzweiten MTV Heide. Die Schützlinge von Trainer Jörg Fischer ließen den Dithmarscherinnen nicht den Hauch einer Chance und landeten mit 27:15 Toren ihren bisher klarsten Erfolg in dieser Saison.

Mit diesem Sieg verdrängten die Stormarnerinnen den MTV Heide vom zweiten Platz. Mit nunmehr 17:9 Punkten hat der VfL nur noch einen Pluspunkt weniger als der TSV Neustadt, immerhin aber drei Minuspunkte mehr. Von denen kann die Truppe aus eigener Kraft ja keine mehr aufholen, denn gegen die Neustädterinnen hat der VfL ja auch schon das Rückspiel bestritten – und verloren.

Aber auch wenn man dabei auf die Schützenhilfe anderer Mannschaften angewiesen ist: So ganz braucht der VfL Oldesloe seine Hoffnungen auf den Gewinn des Meistertitels noch nicht aufzugeben, auch wenn zweifelhaft erscheinen mag, ob der Gewinn des Meistertitels für die Mannschaft, die ja permanent unter Personalmangel leidet, zum rechten Zeitpunkt käme.

Ein kleines Kuriosum am Rande: Mit dem Sieg gegen den MTV Heide – dieses Spiel zielte ja noch zur Hinrunde – hat sich der VfL nachträglich die Halbzeitmeisterschaft (der Volksmund sagt, was für Anfang Januar noch ein wenig kurioser klingt, „Herbstmeisterschaft“) mit 17:5 Punkten vor dem TSV Neustadt (16:6) gesichert. Die aktuelle Lage verdeutlicht zwar, wie wertlos solche inoffiziellen Titel sind, aber immerhin…

Beim Spiel mußten die knapp 100 Zuschauer fünf Minuten warten, ehe Andrea Hasenberg mit dem 1:0 für den VfL das erste Tor erzielte. Beide Mannschaften begannen reichlich nervös und bei den Heiderinnen legte sich diese Nervosität und Hektik eigentlich bis zum Schluß nicht.

Insbesondere ihr Angriffsspiel war zerfahren und drucklos, so daß es nicht verwunderlich war, daß sie bis zu ihrem ersten Treffer bis zur 14. Minute warten mußten. Die VfLerinnen hatten bis dahin immerhin schon fünfmal ins Schwarze getroffen, obwohl auch sie reichlich nervös und unsicher begonnen hatten.

Sie führten im übrigen zum Zeitpunkt des ersten Tores einer Heiderin nicht etwa mit 5:0, sondern „nur“ 4:1. Martina Gliewe nämlich hatte in der 11. Minute das Kunststück fertig gebracht, ihre Torhüterin Doris Ohlhöft, bei dem Versuch einen Torwartabpraller vor einer mitspringenden Heiterin zu ergattern, selbst überlistet. Dabei sind Eigentore im Handball weiß Gott eine Seltenheit…

Unabhängig davon aber fand der VfL langsam aber sicher zu seinem Spiel und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Schon zur Pause mußte man den VfL bei einer 12:5-Führung als sicheren Sieger wähnen, wäre da nicht kürzlich der Spiel gegen Jarplund-Weding/Adelby gewesen, wo man nach einem 14:8- (später gar 15:8) Vorsprung noch in arge Bedrängnis geriet.

Gegen den MTV Heide aber ließen die Stormarnerinnen nichts mehr anbrennen. Dabei geriet ihr diesmal ihr sonstiges Manko, die dünne Personaldecke, zum Vorteil. Da die Mannschaft vom harmlosen Gegner zu Rhythmuswechseln nicht gezwungen wurde, was ihr gegen flexiblere Gegner mangels Auswechslungsmöglichkeiten meist sehr schwer fällt, konnte sie sich im Verlauf der 60 Minuten zu einer harmonischen Einheit zusammenfinden – alle sieben Spielerinnen spielten voll durch –, die gegen einen flatterhaften Gegner eindeutig die Szene bestimmte.

Das Endresultat von 27:15 entsprach dann auch durchaus dem Spielverlauf. Mit sechs Treffern, darunter zwei verwandelte Siebenmeter, war Dörte Knickrehm wieder einmal erfolgreichste VfL-Werferin. An Feldtoren aber wurde sie von Anja Mueller (5) übertroffen, die sich inzwischen mit dem anfangs ebenso ungewohnten wie unbeliebten Rechtsaußenposten merklich angefreundet hat und zur Zeit so gut und erfolgreich wie nie zuvor spielte. Auf fünf Treffer (drei Siebenmeter) brachte es auch Melanie Bernecker.

Aber auch die anderen VfL-Feldspielerinnen standen nicht zurück. Andrea Hasenberg und Martina Gliewe trafen je viermal und Stefanie Bernecker brachte es auf drei Treffer (dabei ein verwandelter Siebenmeter). Nicole Röhrs, zur Zeit etwas von der Rolle, kam nicht zum Einsatz. Im Tor lieferte Doris Ohlhöft eine gute und solide Partie und ließ die verletzte Jeanine Hildebrand zu keinem Zeitpunkt vermissen. Unter anderem parierte sie zwei Siebenmeter.

STORMARNER TGAGEBLATT vom 4.1.1988

 

Freitag, 8. Januar 1988

Zwei Spiele für VfL-Damen

Am Sonnabend gegen TSV Munkrarup und am Sonntag Pokalschlager gegen Union/Bramfeld

(mth). Gleich zwei schwere Aufgaben stellt sich am Wochenende die Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe. Die Truppe von Trainer Jörg Fischer, für die das Jahr 1988 ja am letzten Wochenende mit einem eindrucksvollen 27:15-Erfolg über den MTV Heide (zuvor immerhin Tabellenzweiter) glänzend begann, trifft zunächst am Sonnabend um 16.45 Uhr in der Stormarnhalle in der Punktrunde auf den TSV Munkbrarup.

Können die Oldesloerinnen auch nur einigermaßen an ihre Leistung vom letzten Wochenende anknüpfen, als sie ihr bislang wohl beste Saisonspiel zeigten, sollte es auch gegen den TSV Munkbrarup zum Gewinn zweier Punkte reichen. Die Mannschaft könnte damit sogar – wenigstens vorübergehend – die Tabellenführung in der schleswig-holsteinischen Oberliga übernehmen, den Spitzenreiter TSV Neustadt ist am Wochenende ohne Punktspieleinsatz. Der Rückstand von drei Minuspunkten gegenüber den Ostholsteinerinnen würde dadurch zwar nicht angetastet, aber die Neustädterinnen gerieten in diesem Fall natürlich in ihren Nachholspielen unter Erfolgszwang, was sich natürlich positiv für die Truppe um Mannschaftsführer Andrea Hasenberg auswirken könnte.

Zu unterschätzen allerdings sind die Munkbraruperinnen vom VfL nicht. Im Hinspiel gelang dem VfL nur mit Ach und Krach ein knapper Sieg gegen die zur Zeit an vierter Stelle rangierende Mannschaft und in der Vergangenheit hat der VfL Pokalwettbewerb mit dem TSV Munkbrarup, als dieser noch unter klassisch war, schlechte Erfahrungen gemacht.

Womit wir beim zweiten Thema der VfL-Damen für das Wochenende wären. Am Sonntag um 16 Uhr ist der in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs die SG Union/Bramfeld, ein „alter“ Bekannter aus Regionalliga-Zeiten und früheren Pokalwettbewerben, Gegner der Oldesloer Damen. Im Gegensatz zu früheren Jahren, als die Mannschaft im Pokalwettbewerb oft bis hin zu den Spielen auf Bundesebene für Furore sorgte, hat man beim VfL diese Saison auf den Pokal eigentlich keinen gesteigerten Wert gelegt. Die außerordentlich dünne Spielerdecke, die ja unter normalen Umständen kaum für die Punktspiele ausreicht, verbietet es eigentlich, auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen.

Aber freiwillig Spiele zu verlieren, gehört halt nicht zum Repertoire der VfL-Damen – gottlob – und so kommt es nach ein paar eher überraschenden Pokalerfolgen an diesem Wochenende zur Doppelbelastung. Natürlich hätte der VfL eine Verlegung des Punktspiels beantragen können, aber darauf hat man, um nicht später in der Punktrunde in Termindruck zu kommen, wohlweislich verzichtet.

Priorität, nicht nur vom zeitlichen Ablauf an diesem Wochenende, genießt für die Stormarner Kreisstädterinnen aber in jedem Fall das Oberliga-Punktspiel. Dennoch will sich die Truppe von Trainer Jörg Fischer aber natürlich auch am Sonntag gegen die Regionalliga-Vertretung aus Hamburg achtbar aus der Affaire ziehen. An einen Sieg ist dabei für die Oldesloerinnen gewiß nicht zu denken, auch wenn die Spielgemeinschaft Union 03/Bramfeld in diesem Jahr nicht die gleichstarke Rolle wie in der letzten Saison spielt (spielen kann), als sie nur durch eine Entscheidung vor dem Sportgericht (Punktabzug wegen des Einsatzes einer nicht spielberechtigten Spielerin) um den Gewinn des Meistertitels und den Aufstieg in die 2. Bundesliga gebracht wurde.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.1.1988

 

Sonnabend, 9. Januar 1988

VfL Oldesloe – TSV Munkbrarup 17:9 (9:3)

VfL-Handballdamen in der Oberliga Tabellenführer

(mth). … In der ersten Partie – von den Verantwortlichen als das wichtigere Spiel angesehen – gelang in der Oberliga-Punktbegegnung gegen den TSV Munkbrarup 17:9-Erfolg. Mit diesem doppelten Punktgewinn übernahm der VfL die Tabellenführung in der schleswig-holsteinischen Oberliga.

Die Spielerinnen um Mannschaftsführer Andrea Hasenberg haben zwar noch immer drei Minuspunkte mehr auf dem Buckel als der TSV Neustadt, inzwischen aber auch einen Pluspunkt mehr auf dem Konto. Vielleicht setzt das die Neustädterinnen ja für ihre Spiele ein wenig unter Druck, denn aus eigener Kraft können die Stormarnerinnen ja nicht mehr an die Ostholsteinerinnen herankommen, da sie gegen diesen Gegner ja schon Hin- und Rückspiel absolviert (und verloren) haben. …

Gegen den TSV Munkbrarup stand Trainer Jörg Fischer Auswahltorhüterin Jeanine Hildebrand wieder zur Verfügung. Die war ja glänzend in die Saison gestartet, fiel dann geraume Zeit wegen einer Erkrankung aus, fand danach nicht recht zur guten Form zurück und fehlte zum Auftaktspiel des Jahres gegen den MTV Heide erneut. Und Jeanine Hildebrand präsentierte sich bei ihrem ersten Auftritt in diesem Jahr in wahrer Galaform. Sie brachte die Munkbraruperinnen mit ihren Paraden und Reaktionen schier zur Verzweiflung, und gestützt auf einen solchen Rückhalt, hatte der VfL die Partie jederzeit sicher im Griff.

Insbesondere in der ersten Halbzeit spielte die Truppe dabei äußerst effektiv und bei einem Halbzeitstand von 9:3 war die Partie eigentlich schon gelaufen. Nach elf Minuten hatte es dabei noch 3:3 gestanden. Bis zum vierten Treffer (per Siebenmeter) der Gäste vergingen von diesem Zeitpunkt immerhin 25 Minuten (11:4 in der 36. Minute), und da war das Spiel natürlich längst gelaufen, auch wenn der VfL danach bis etwa zur 50. Minute (14:9) die Zügel ein wenig schleifen ließ.

In den letzten zehn Minuten aber blieb das alles nur Tor wieder „sauber“, und der Vorsprung konnte noch zum zweithöchsten Saisonsieg ausgebaut werden. Die überragende Jeanine Hildebrand hielt in diesem Spiel nicht weniger als vier Siebenmeter und glänzte noch dazu bei zahlreichen Würfen frei vom Kreis und Tempogegenstößen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.1.1988

 

Sonntag, 10. Januar 1988

VfL Oldesloe – SG Union/Bramfeld 17:19 (10:8)

VfL-Handballdamen im Pokal erst nach großem Kampf ausgeschieden

(mth). … Am Sonntag folgte der Pflichtübung „dann die Kür“ im Pokalspiel der ersten Runde auf Regionalebene gegen die klassenhöhere SG Union 03/Bramfeld. Letztendlich verloren die Oldesloerinnen dieses Spiel zwar mit 17:19, aber sie boten gegen den Regionalligisten eine kämpferisch begeisterte Partie und hatten bis wenige Sekunden vor Ende des Spiels eine deftige Überraschung „auf der Pfanne“.

Bei den Oldesloerinnen sollte man nicht traurig sein, nun aus dem Pokalwettbewerb ausgeschieden zu sein, der „Tanz auf zwei Hochzeiten“ überfordert die Mannschaft kräftemäßig ganz gewiß, und für ihre Ambitionen in der Oberliga – ein Platz unter den ersten drei Mannschaften in der Endabrechnung – ist sein Ende nur günstig.

Und die Oldesloerinnen können auch nach ihrem Pokal-Aus mit erhobenen Köpfen durch die (Handball-) Welt laufen. Sie haben sich wahrhaftig teuer und ehrenvoll verkauft und nicht, weil es ihnen ausgeschilderten Gründen gut in den Kram gepaßt hätte, die Partie sang- und klanglos freiwillig verloren zu geben.

Jeanine Hildebrand konnte an die glänzende Leistung vom Vortag dann auch in der ersten Halbzeit des Pokalspiels nahtlos anknüpfen, ja, sie übertraf sie fast noch. Daran drohten auch die höherklassigen Hamburgerinnen zu verzweifeln. Der VfL jedenfalls spielte, obwohl er auf seine Rückraumwerferin Melanie Bernecker – sie wurde vom Verbandstrainer der Juniorinnen im Schleswig-Holsteinischen Handballverband von einem Lehrgang für dieses Spiel nicht freigestellt – verzichten mußte, respektlos auf und führte dank einer überragenden Jeanine Hildebrand bis zur 18. Minute mit 8:2. Diesen Sechs-Tore-Vorsprung behauptete die VfL-Mannschaft bis zur 24. Minute (10:4), ehe man in den letzten Minuten bis zur Pause doch dem Kräfteverschleiß Tribut zollen mußte, so daß die Hamburgerinnen auf 8:10 herankamen.

Innerhalb der ersten sechs Minuten der zweiten Halbzeit konnte Union/Bramfeld mit drei weiteren Treffern dann sogar in Führung gehen (11:10), und viele sahen für den VfL nun doch noch eine klare Niederlage heraufdämmern, zumal die Mannschaft 15 Minuten „am Stück“ ohne Torerfolg blieb. Zudem häuften sich nun die technischen Fehler und auch mit der kurzen Deckung gegen Martina Gliewe bei zugleich aggressiver und offensiver Abwehrarbeit der Gäste konnte man sich lange nicht recht anfreunden.

Mit dem 11:11 von Stefanie Bernecker in der 38. Minute aber erwachten beim VfL wieder die Lebensgeister. Im Tor stand nun – seit Beginn der zweiten Halbzeit – Doris Ohlhöft. Ihr waren die ersten Würfe der Hamburgerinnen nur so um die Ohren gepfiffen, aber dann steigerte auch sie sich in glänzende Form und hatte großen Anteil daran, daß das Spiel bis zu den Schlußsekunden spannend blieb.

Keine Mannschaft führte nun bis wenige Sekunden vor Schluß mit mehr als einem Tor. Bis zum 13:13 konnte jeweils der VfL eine Union-Führung ausgleichen. Dann hatte bis zum 16:16 (57. Minute) zunächst der Gast die Mühe, einem Rückstand hinterherzulaufen, wobei er in der 48. Minute von Glück sagen konnte, nicht noch einmal deutlicher in Rückstand zu geraten, als Dörte Knickrehm mit einem Siebenmeter nur den Pfosten traf.

Die 17:16-Führung der Gäste in der 58. Minute konnte Martina Gliewe postwendend ausgleichen und auch das 18:17 für Union 64 Sekunden vor Schluß hätte noch nicht die Entscheidung bedeuten müssen. Gut 15 Sekunden vor Schluß aber scheiterte Anja Müller noch einmal am Pfosten und den Nachwurf von Nicole Röhrs parierte Union-Torhüterin Anette Sturm mit unwahrscheinlichem Reflex. Im Gegenzug fiel dann die endgültige Entscheidung. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.1.1988

 

Montag, 11. Januar 1988

Strapaziöses, aber erfolgreiches Wochenende

VfL-Damen schlugen sich ganz bravourös

(mth). Ein strapaziöseres, unter dem Strich aber auch sehr erfolgreiches Wochenende hat die Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe hinter sich. Innerhalb von 24 Stunden absolvierte die Truppe von Trainer Jörg Fischer gleich zwei Spiele, was schon für sich gesehen eine bemerkenswerte Leistung war. Schließlich ist die Personaldecke bei den Oldesloerinnen derart dünn, daß fast alle Spielerinnen in beiden Partien durchspielen mußten, also geschlagene 120 Minuten auf dem Parkett standen. …

Gleich fünf VfL-Spielerinnen standen in den beiden Spielen alle 120 Minuten „auf der Platte“. Als Torschützen war dabei Stefanie Bernecker am erfolgreichsten. Sie ließ ihren drei Sonnabend-Treffern am Sonntag gleich sieben folgen. Dörte Knickrehm (5/2) kam ihr am nächsten. Martina Gliewe (2/3), Andrea Hasenberg (1/2) und Anja Müller (3/0) waren die weiteren Marathonspielerinnen.

Melanie Bernecker warf im Spiel am Sonnabend ebenso drei Tore wie Nicole Röhrs am Sonntag. Die kleine Nicole Röhrs machte dabei deutlich, daß sie ihre Formkrise überwunden hat, so daß Trainer Jörg Fischer in Zukunft wohl wieder auf sieben Feldspielerinnen zurückgreifen kann, denn sein „Tiger“ zeigt wieder Krallen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.1.1988

 

Sonntag, 24. Januar 1988

Kaltenkirchener TS – VfL Oldesloe 18:15 (8:9)

15:18 (9:8)-Niederlage

VfL-Handballerinnen wirkten hektisch

Gegen Kaltenkirchen klappte gar nichts

(uff). Eine für den Tabellenstand schmerzhafte Niederlage bezogen die Handballerinnen mit dem 15:19 (9:8) bei der Kaltenkirchener Turnerschaft. Schmerzhaft darum, weil einen Tag vorher Spitzenreiter TSV Neustadt in eigener Halle über ein Unentschieden gegen den Tabellenletzten Jarplund-Weding II nicht hinauskam, wie überhaupt aus der Damen-Oberliga überraschende Ergebnisse gemeldet wurden.

Unter besonders guten Vorzeichen stand das Spiel für den VfL ohnehin nicht. Einmal mußte Trainer Jörg Fischer auf die erkrankte Martina Gliewe verzichten, zum anderen war Nicole Röhrs grippegeschwächt ins Spiel gegangen, während sich Anja Müller im Verlaufe des Spiels am Knie verletzte.

Doch unverständlich die Nervosität und Hektik im Spiel der Oldesloerinnen, von der sich außer der großartig haltenden Jeanine Hildebrand niemand freimachen konnte. Die VfL-Torhüterin muß sich bei der katastrophalen Abwehrleistung ihrer Mannschaftskameradinnen fast wie von ihnen „im Stich gelassen“ vorgekommen sein. Weiteres Merkmal der hektischen Spielweise waren zahlreiche Fehlversuche, die ganz einfach zu früh geworfen wurden oder zu unplaziert kamen. Einen rabenschwarzen Tag hatte in dieser Hinsicht Stefanie Bernecker erwischt, während ihre Schwester Melanie immerhin mit 6/1 Treffern erfolgreichste Werferin war. Fünf dieser Tore erzielte sie aus dem Rückraum.

In der ersten Halbzeit konnte man das Spiel aber immerhin noch offen gestalten. Die Kaltenkirchenerinnen warfen das erste Tor und konnten die Führung zunächst auf 4:2 und 7:4 ausbauen. Zwischen der 16. und 28. Minute hatten die Oldesloerinnen ihre stärkste Phase, als sie fünf Tore in Folge warfen und mit einer 9:8-Führung in die Kabinen gingen.

Den Auftakt zur zweiten Halbzeit bildete ein herrliches Tor von Andrea Hasenberg, die, mit dem Rücken zur Torhüterin stehend, mit einem Rückhandwurf zum 10:8 erfolgreich war. Die Schlüsselszene, die praktisch zum Kippen des Spieles führte, beruhte auf einer Fehlentscheidung der Schiedsrichter, die ein „Foul“ von Susi Müller gesehen hatten. Es gab einen Siebenmeter, der zur 14:13-Führung der Gastgeberinnen führte und eine Zwei-Minuten-Strafe. In Unterzahl lagen die Oldesloerinnen dann plötzlich 13:16 hinten und waren nicht mehr in der Lage, diesen Rückstand zumindest zu egalisieren. Je ein Tor von Andrea Hasenberg und Anja Müller in der Schlußphase änderten daran nichts mehr.

Der VfL spielte mit: Jeanine Hildebrandt, Doris Ohlhöft (kam nicht ins Spiel). Nicole Röhrs, Andrea Hasenberg (4 Tore), Melanie Bernecker (6/1), Anja Müller (1), Dörte Knickrehm(3/2), Stefanie Bernecker und Susi Müller. Die erfolgreichsten Werferinnen bei der Kaltenkirchener Turnerschaft waren Molzahn (8/2) und Katja Leddi, die vier Siebenmeter verwandelte.

Und gleich hier lag ein großes Problem für den VfL, denn die Gastgeberinnen hatten sich darauf spezialisiert, mit vollem Körpereinsatz in die Deckung hineinzugehen, was umgekehrt geahndet wurde. Statt auf Stürmerfoul zu erkennen, entschieden die schwachen Schiedsrichter auf Strafwurf.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.1.1988

 

Mittwoch, 27. Januar 1988

In der Vogler-Halle

Gegen Blau-Weiß Wittorf haben die VfL-Damen etwas gutzumachen

(mth). Die Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe trägt ihr nächstes Heimspiel bereits morgen (Donnerstag) in der Heinrich-Vogler-Halle gegen Blau-Weiß Wittorf aus. Die Partie soll um 20.15 Uhr beginnen.

Die Oldesloerinnen, die in der Tabelle weiterhin den zweiten Platz hinter dem TSV Neustadt einnehmen, haben in diesem Spiel in doppeltem Sinn etwas gutzumachen. Zum einen gilt es natürlich, den wenig guten Eindruck vorn letzten Sonntag zu verwischen, den die Mannschaft bei ihrer überflüssigen Niederlage in Kaltenkirchen hinterließ. Damit vergab sie ja zugleich eine Chance, dem Tabellenführer aus Neustadt näher auf den Pelz zu rücken, denn der mußte sich ja gegen Schlußlicht Jarplund-Weding/Adelby II überraschend mit einem Remis begnügen.

Aber auch mit den Wittorferinnen hat die Truppe von Trainer Jörg Fischer ja noch ein Hühnchen zu rupfen. In der Hinrunde nämlich mußten die Oldesloerinnen beim Drittletzten der Tabelle mit einem mageren Remis zufrieden sein. Die „doppelte Rehabilitation“ aber wird den Oldesloerinnen sicher nur dann gelingen, wenn sich die personellen Probleme bei dem vorgegebenen kleinen Kader in Grenzen halten.

In Kaltenkirchen stand Martina Gliewe (Urlaub) nicht zur Verfügung und Anja Müller und Nicole Röhrs gingen gehandicapt das Spiel. Solche Ausfälle kann man mit einem Kader, der zahlenmäßig ja kaum die Mindestmannschaftsstärke übersteigt, natürlich kaum wettmachen. Nur in Bestbesetzung wird der VfL wohl auch weiterhin den zweiten Platz behaupten können. An mehr wird man beim VfL frühestens in der nächsten Saison denken können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.1.1988

 

Donnerstag, 28. Januar 1988

VfL Oldesloe – Blau-Weiß Wittorf 12:11 (4:7)

Nur ein einziges Mal geführt

VfL-Damen kamen mit viel Glück zu zwei Punkten

(mth). Geführt hat der VfL Oldesloe, immerhin Tabellenzweiter in der schleswig-holsteinischen Handball-Oberliga der Damen, gegen den drittletzten der Tabelle, Blau-Weiß Wittorf, nur ein einziges Mal. Selbst einen Gleichstand hatten die Oldesloerinnen – abgesehen vom Ausgangspunkt (0:0) – nur sehr selten (drei Mal) erreicht. Dennoch reichte es für die Truppe von Trainer Jörg Fischer in der Heinrich-Vogler-Halle mit viel Glück zu einem doppelten Punktgewinn. Mit 12:11 behielt die Mannschaft letztlich die Oberhand, nachdem sie zur Pause noch mit 4:7 zurückgelegen hatte.

Zu diesem Sieg benötigten die Stormarnerinnen eine reichliche Portion Glück und eine überragende Torhüterin Jeanine Hildebrand, die mit vielen guten Paraden und drei gehaltenen Siebenmetern – einen davon in der Schlußsekunde – den den Grundstein zu dem Erfolg legte. Ihr war der Sieg am Ende dann auch doppelt zu gönnen, ausgerechnet ihr war ihr einziger Fehler beim elften Gegentor zum 9:11 (53. Minute) unterlaufen, was dem VfL um ein Haar das Genick gebrochen hätte. Wenn ausgerechnet sie in diesem Sinne verantwortlich für eine Niederlage gewesen wäre, wäre das sicher unverdient gewesen.

Keineswegs unverdient wäre dagegen eine Niederlage für die ganze VfL-Mannschaft gewesen. Sie bot nämlich eine ihrer schwächsten Saisonleistungen überhaupt, obwohl die Mannschaft im Gegensatz zum Spiel am letzten Sonntag in Kaltenkirchen wieder komplett besetzt war. Besonders schwach agierten die Oldesloerinnen dabei in der ersten Halbzeit. Ganze zwei Treffer brachte die Truppe in der ersten Viertelstunde zustande. Da auch der Angriff der Gäste äußerst drucklos agierte, stand es bis zu diesem Zeitpunkt 2:2 und ein torarmes Spiel war damit vorprogrammiert.

Beim VfL besserte sich in dieser Beziehung auch bis zum Pausenpfiff nichts. Da zusätzlich noch die Abwehr förmlich „einschlief“, konnte Blau-Weiß Wittorf bis zur 23. Minute auf 6:2 davonziehen und auch zur Pause führten die Gäste mit 7:4 noch deutlich. Ihr Vorsprung war dabei alles andere als unverdient, ja, er hätte sogar noch höher ausfallen können, wäre nicht Torhüterin Jeanine Hildebrand in so guter Form gewesen.

Als dann in den ersten 50 Sekunden nach dem Seitenwechsel Dörte Knickrehm mit zwei Treffern auf 6:7 verkürzen konnte und die VfL-Torhüterin zwei Minuten später bereits ihren zweiten Siebenmeter in dieser Partie parieren konnte, schien sich in dem Spiel eine Wende anzubahnen. Aber es war offensichtlich nur ein Strohfeuer, das die Mannschaft abgebrannt hatte. Sehr bald verfiel sie wieder in ihren alten Trott und die Gäste konnten wieder auf 9:6 (37. Minute) davonziehen.

Bis vier Minuten vor Schluß sah es dann so aus, als würden sich die Oldesloerinnen an diesem Rückstand die Zähne ausbeißen. Dann aber kamen sie durch zwei Tore von Dörte Knickrehm und Melanie Bernecker innerhalb von 60 Sekunden zum 11:11-Ausgleich und 90 Sekunden vor Spielschluß brachte Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg ihre Truppe erstmalig in Führung.

Die restliche Spielzeit ließ der Schiedsrichtergespann Spohr/Diercks (Lübeck), das immerhin in der Bundesliga zu Hause ist, die Gäste unbehelligt vor dem VfL-Wurfkreis agieren, ohne daß diese ernsthaft in Richtung Tor spielten. Mit der Zeitspielregel hatten sie auch sonst schon auf Kriegsfuß gestanden. In der Schlußsekunde aber entschieden sie dann, als ich endlich eine Wittorferin mit dem Ball an den Kreis traute, prompt auf Siebenmeter und der VfL-Sieg hing damit wieder an einem seidenen Faden. Aber Jeanine Hildebrand ließ ihre Mannschaft nicht verkommen und parierte auch diesen Strafwurf.

Außer Jeanine Hildebrand erreichte nur Nicole Röhrs noch Normalform. Ansonsten hatte nur noch Dörte Knickrehm wenigstens in der zweiten Halbzeit einige Lichtblicke. Das reichte aus, um mit vier Treffern erfolgreichste Torschützin ihrer Mannschaft zu werden. Die restlichen Treffer erzielten Andrea Hasenberg, Nicole Röhrs, Melanie Bernecker (je 2), Stefanie Bernecker und Martina Gliewe. Anja Müller, die nichts von ihrer Gefährlichkeit aus den letzten Heimspielen aufblitzen ließ, ging leer aus. Doris Ohlhöft und Susann Müller wurden nicht eingesetzt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.1.1988

 

Freitag, 5. Februar 1988

Schlüsselspiel für die VfL-Damen beim Vorjahresmeister

(mth). Ein Schlüsselspiel steht am Wochenende für die Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe auf dem Programm. Die Truppe von Trainer Jörg Fischer gastiert am Sonnabend um 16.30 Uhr beim Meister des letzten Jahres, dem Oldenburger SV.

Die VfL-Damen wußten in den letzten beiden Spielen ja nicht sonderlich zu überzeugen. Während es gegen Blau-Weiß Wittorf dennoch zu einem doppelten Punktgewinn reichte, gab es bei TS Kaltenkirchen ja eine klare Niederlage. Dennoch hat sich die Lage für die Stormarnerinnen in der Spitzengruppe nicht verschlechtert. Im Gegenteil: Spitzenreiter TSV Neustadt ist offensichtlich in eine Formkrise hineingeschliddert und gab in den beiden letzten Spielen gegen Abstiegskandidaten gleich drei Punkte ab, so daß der VfL als Zweiter nun nur noch zwei Minuspunkte mehr aufweist. Die Chancen auf den Gewinn des Meistertitels sind also für den VfL noch keineswegs dahin.

Allerdings läßt sich der Kampf an der Tabellenspitze inzwischen nicht mehr als ein purer Zweikampf Neustadt/Oldesloe bezeichnen. Die Konkurrenten bis hin zum Tabellenachten KSV Holstein Kiel II haben mächtig aufgeholt und sitzen dem Spitzenduo im Nacken.

Kann der VfL in Oldenburg gewinnen – auch der Titelverteidiger zählt inzwischen wieder zum Verfolgerkreis – winkt ihm unter Umständen gar der Sprung an die Tabellenspitze. Auf jeden Fall aber könnten die Stormarnerinnen mit einem Sieg ihren zweiten Tabellenplatz festigen.

Sollte die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg aber die Partie bei den Ostholsteinerinnen veriieren, ist der Meisterschaftszug für sie wohl endgültig abgefahren und der Mannschaft droht ein Abfall ins Tabellenmittelfeld. Für einen Sieg in Oldenburg aber wird sich der VfL gegenüber seinen letzten Leistungen erheblich steigern müssen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.2.1988

 

Sonnabend, 6. Februar 1988

Oldenburger SV – VfL Oldesloe 18:19 (12:8)

Sieg in letzter Minute

Auch in Oldenburg lagen die VfL-Damen nur einmal in Führung

(mth). Die Damen-Oberligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe sorgt weiter für Spannung und Dramatik. Beim Auswärtsspiel bei Vorjahresmeister SV Oldenburg gingen die Schützlinge von Trainer Jörg Fischer genau wie beim letzten Heimspiel gegen BW Wittorf nur ein einziges Mal während der gesamten Spielzeit in Führung, aber wieder reichte es für die Stormarnerinnen zu einem doppelten Punktgewinn. Am Ende behielt der VfL mit 19:18 die Oberhand, nachdem er noch zur Pause 8:12 zurückgelegen hatte.

In der ersten Halbzeit war mit den Stormarnerinnen wieder einmal nicht viel Staat zu machen. In der Deckung wurde nachlässig gearbeitet und man ließ sich von den Ostholsteinerinnen den Schneid abkaufen. Der SV Oldenburg operiert dabei – das hat sich in der schleswig-holsteinischen Oberliga inzwischen herumgesprochen – fast nur mit einem Dreier-Team. Anette Tamm, Beatrix Stengel und Andrea Korfmann dominieren die Mannschaft ganz eindeutig, wobei sie es darauf anlegen, den Gegner mit Einzelaktionen förmlich zu überrennen.

Diese Taktik schien auch gegen den VfL Oldesloe aufzugehen, denn auch die VfLerinnen hatten dem Kamikaze-Handball 25 Minuten kaum etwas entgegenzusetzen und bei einem Zwischenstand von 12:6 schien die Partie für die Gastgeberinnen schon entschieden zu sein. Entsprechend war die Stimmung auf den Rängen und kaum einer gab mehr einen Pfifferling für den VfL.

Aber die Mannschaft fing sich dann noch vor der Pause und konnte den Rückstand bis zur Pause noch auf 8:12 abmildern. Trainer Jörg Fischer wusch seinen Schützlingen in der Kabine dennoch gehörig den Kopf. Mit dem Erfolg, daß seine Truppe nun wie verwandelt aufspielte. In der Deckung wurde nun aggressiv gearbeitet und auch das Angriffsspiel des VfL kam nun auf Touren. Entgegen kam dem VfL dabei natürlich, daß die drei Leistungsträgerinnen des Gegners mehr und mehr nachließen, weil sie sich kräftemäßig vor der Pause übernommen hatten.

Bis zur 38. Minute hatte der VfL erstmals den Ausgleich geschafft (12:12), um in der folgenden Viertelstunde wechselseitig erneut zweimal mit zwei Treffern in Rückstand zu geraten (12:14 und 14:16) und zu neuerlichen erfolgreichen Aufholjagden zu blasen Spätestens nach dem 16:16, das Dörte Knickrehm nach herrlichen Anspiel von Anja Müller erzielte, wirkten die Oldenburgerinnen gänzlich kraftlos und gelähmt. Dennoch konnten sie noch zweimal in Führung gehen. Inzwischen aber beherrschte Melanie Bernecker eindeutig die Szenerie. Abgesehen vom 16:16-Ausgleich war sie in den letzten zehn Minuten nur noch für VfL-Tore verantwortlich. Sie glich auch jeweils zum 17:17 und 18:18 aus und hatte mit dem 19:18 60 Sekunden vor Schluß auch das letzte Wort. Die Oldenburgerinnen blieben in der Schlußminute zwar durchgehend im Ballbesitz, aber sie hatten nicht einmal mehr Kraft für einen einzigen Wurfversuch.

Für den VfL, der in der zweiten Halbzeit an seine besten Saisonleistungen anknüpfen konnte, war Melanie Bernecker mit acht Treffern erfolgreichste Torwerferin. Sie übertraf damit auch die Oldenburger Stützen Tamm (6), Stengel (5) und Korfmann (4) eindeutig Für den Sieger waren darüber hinaus noch Dörte Knickrehm (4, davon drei Siebenmeter), Martina Gliewe (3), Andrea Hasenberg – die in der Deckung eine Glanzleistung zeigte – und Stefanie Bernecker (je 2) erfolgreich. Außerdem kamen im Feld noch Anja Müller und Nicole Röhrs zum Einsatz und im Tor war Jeanine Hildebrand wie schon in den letzten Wochen der gewohnt sichere Rückhalt – auch in der ersten Halbzeit im übrigen, als beim VfL sonst noch nicht viel zusammenlief.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.2.1988

 

Dienstag, 16. Februar 1988

(mth). … Für den erfreulichsten Aspekt (Anm.: des letzten Wochenendes) aber sorgten auch ohne Spiel die Oberliga-Damen. Da der TSV Neustadt bei FT Neumünster eine Niederlage kassierte, ist die Truppe von Trainer Jörg Fischer nun alleiniger Tabellenführer. Bei Punktgleichheit mit den Neustädterinnen weisen die Oldesloerinnen die bessere Tordifferenz auf.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.2.1988

 

Donnerstag, 18. Februar 1988

Im Gespräch mit der Oldesloer Handballspielerin Melanie Bernecker

Bleibe 300prozentig beim VfL

(Harald Schaefer). Leezen. Mit Melanie Bernecker (17) steht eine junge Handball-Spielerin des VfL Oldesloe auf dem Sprung in die A-Jugend-Nationalmannschaft, die in jüngster Zeit unfreiwillig in die Schlagzeilen geriet, als ihr Wechselambitionen zum TuS Alstertal und/oder zum VfL Bad Schwartau nachgesagt wurden.

Die sympathische junge Dame setzt sich mit diesen Gerüchten recht gelassen auseinander: „Daß ich zum TuS Alstertal wechseln würde, davon war auch ich total überrascht.“ Sie sei von niemandem angesprochen worden und habe davon aus einer Zeitschrift erfahren.

„Aber der Trainer des VfL Bad Schwartau, Günther Hansen, hat bei mit angerufen“, bestätigt Melanie Bernecker, „doch das ändert nichts daran, daß ich in der nächsten Saison 300prozentig für Oldesloe spielen werde.“

In Oldesloe gefällt es ihr, „auch weil ich hier mit meiner Schwester Stefanie zusammen spielen kann“. Es mache ihr großen Spaß, in der Damenmannschaft zu spielen. „Da ist der Druck nicht so groß wie im letzten Jahr in der A-Jugend. Besonders kommt mir entgegen, daß sich das Spielgeschehen auch auf andere Spielerinnen verteilt“, schildert Melanie ihre Erfahrungen im Seniorenbereich.

Dank ihres guten Abschneidens beim HVSH-Lehrgang in

Eutin und dank ihrer hervorragenden Leistungen in den Reihen des Oldesloer Oberligisten steht die 17jährige auf dem Sprungbrett in die Nationalmannschaft. „Ich würde mich sehr freuen, wenn ich eine Berufung erhalten würde, aber noch ist es nicht soweit. Einmal im Monat fahre ich zum· Stützpunkttraining nach Hamburg. Und bevor der Nationalmannschaftskader nominiert wird, erfolgt

erst noch ein DHB-Lehrgang.“ Ein beschwerlicher Weg, aber Melanie rechnet sich durchaus Chancen aus.

Doch der Handballsport ist für Melanie Bernecker nicht alles. „Man muß sich auch mal erholen können“, und daß mache sie beispielsweise hin und wieder beim Kneipen-Bummel gemeinsam mit Freunden, ein „Bekenntnis“„, das von Klängen „Rocky Horror Picture Show“ untermalt ist.

Daß sich das große Handballtalent aus Leezen in Oldesloe gut aufgehoben fühlt, liegt nicht zuletzt an VfL-Trainer Jörg Fischer. „Mit dem Jörg kann man gut reden und er geht dabei auch auf die persönlichen Belange der einzelnen ein. Ich finde es gut, daß er dabei eine hohe Flexibilität an den Tag legt und den nötigen Humor nicht vergißt.“ Und auch Betreuer Peter Stäcker steht hoch in Melanie Berneckers Achtung: „Der ist unheimlich engagiert und fester Bestandteil der Mannschaft“.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 18.2.1988

 

Freitag, 19. Februar 1988

VfL-Damen müssen beim Schlußlicht aufpassen

(mth). Am Wochenende greift die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe wieder in das Geschehen in der schleswig-holsteinischen Oberliga ein. Die Pause am letzten Wochenende ist der Truppe von Trainer Jörg Fischer ja bestens bekommen. Nicht nur, daß die Mannschaft frische Kräfte tanken konnte, was für sich gesehen ja angesichts der dünnen Personaldecke schon eine ganze Menge ist, sie konnte dazu noch von einer unerwarteten Niederlage des Hauptrivalen im Kampf um den Meistertitel, TSV Neustadt, in Neumünster profitieren.

Die Oldesloerinnen eroberten damit nicht nur die Tabellenspitze – bei Punktgleichheit weisen sie gegenüber den Neustädterinnen die bessere Tordifferenz auf –‚ sie haben es nun auch wieder in der Hand, den Meistertitel aus eigener Kraft zu erobern.

Unbedingt erforderlich ist dafür natürlich am Sonnabend ein Sieg beim Schlußlicht der Tabelle, der zweiten Mannschaft der SG Jarplund-Weding/Adelby. Das ist zweifellos nur auf dem Papier eine leichte Aufgabe für die Stormarnerinnen. Der Gegner steckt zwar in höchster Abstiegsgefahr, aber er hat sich mit einem Absturz in die Bezirksliga noch lange nicht abgefunden, sondern kämpft mit großer Verbissenheit dagegen.

Das bekam im Hinspiel, das wegen verschiedener Verlegungen erst kürzlich stattfand, auch der VfL zu spüren. In eigener Halle schrammte die Mannschaft nur mit Müh und Not an einer Niederlage vorbei, nachdem sie zur Pause noch deutlich geführt hatte. Will sie beim Schlußlicht eine unangenehme Überraschung vermeiden. wird sie 60 Minuten lang konzentriert zur Sache gehen müssen. Längere Schwächephasen kann man sich nämlich ungestraft auch gegen einen solchen Gegner nicht leisten.

Uni so weniger, als der VfL nicht in bester Besetzung antreten kann. Wegen Urlaubs fällt nämlich Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg für dieses und das nächste Spiel aus. Sicherlich gerade bei dem engen Kader, der Trainer Jörg Fischer zur Verfügung steht, ein schmerzlicher Verlust, aber mit der tollen Moral, die die Mannschaft in dieser Saison auszeichnet, sollte auch der zu verschmerzen sein.

Das Spiel in der KGS-Halle in Adelby beginnt um 18.15 Uhr. Die Abfahrt mit dem Bus erfolgt um 14 Uhr an der Stormarnhalle. Für einige Schlachtenbummler besteht noch eine Mitfahrgelegenheit. Interessenten sollten sich rechtzeitig vor Abfahrt des Busses dort einfinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.2.1988

 

Sonnabend, 20. Februar 1988

SG Jarplund-Weding/Adelby II – VfL Oldesloe 20:13 (11:7)

VfL-Damen erlebten einen Einbruch

13:20-Niederlage beim Schlußlicht

(mth). Einen bösen Rückschlag mußte die Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe hinnehmen. Die Truppe von Trainer Jörg Fischer zeigte beim bisherigen Schlußlicht der Tabelle, der zweiten Mannschaft der Spielgemeinschaft Jarplund-Weding/Adelby, ihre wohl schwächste Saisonleistung und kassierte eine 13:20-Niederlage.

Die gute Ausgangsposition, die sich die Mannschaft am Vorwochenende durch die überraschende Niederlage des TSV Neustadt in Neumünster erobert hatte, ist damit natürlich zunächst wieder einmal dahin. Aber die Mannschaft läßt deshalb den Kopf noch nicht hängen und hat auch die Hoffnung, in der Endabrechnung ganz vorne zu landen, noch nicht aufgegeben.

Mit Rückschlägen dieser Art hat die Mannschaft in dieser Saison notgedrungen ja leben gelernt. Die dünne Personaldecke, mit der der Trainer leben und arbeiten muß, zieht solche Rückschläge fast notwendigerweise nach sich. Ausfälle nämlich kann die Mannschaft kaum überbrücken und abfangen. In Adelby mußte wegen Urlaubs Mannschaftsführer Andrea Hasenberg – sie steht auch beim nächsten Auswärtsspiel bei der zweiten Mannschaft des VfL Bad Schwartau noch nicht wieder zur Verfügung – und es wurde überdeutlich, wie wichtig gerade sie im Abwehrverbund der Mannschaft ist. Alle anderen Spielerinnen, die zur Stammformation bei den Stormarnerinnen – es sind ja nur noch sieben weitere – zählen, standen zwar bereit, aber fast die Hälfte der Mannschaft war aus unterschiedlichen Gründen nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, ohne daß der Coach deshalb die Möglichkeit gehabt hätte, dieses Manko durch Auswechselungen zu kompensieren.

Alle sieben anwesenden Spielerinnen mußten 60 Minuten lang durchspielen und das ging nicht lange gut. Nur etwa eine Viertelstunde lang hielt der VfL mit dem hochmotivierten Gegner – die Mannschaft aus den Flensburger Vororten will unter allen Umständen den Klassenerhalt in der Oberliga schaffen und setzte deshalb neben der ohnehin in die Mannschaft integrierte frühere Bundesliga-Spielerin Britta Jaenecke auch noch Jutta Gold ein, die noch am selben Tag (!!) auch in der Bundesliga eingesetzt wurde – mit.

In der 5. Minute ging der VfL das erste und einzige Mal durch Nicole Röhrs mit 2:1 in Führung und zehn Minuten später gelang wiederum Nicole Röhrs mit dem 4:4 zum letzten Mal in der Partie der Gleichstand. Danach zogen die Gastgeberinnen auf 7:4 (22. Minute) davon, wobei sie zwei Treffer sogar in Unterzahl erzielten.

Damit ist schon eine der Hauptursachen für die Niederlage des VfL angesprochen. Nicht weniger als sechs Treffer mußte die Mannschaft in Zeiten hinnehmen als sie zahlenmäßig überlegen war. So viel das Mißverhältnis von acht gegenüber drei Zeitstrafen nicht zu Lasten der Jarplunderinnen aus. Ein Mißverhältnis, das nicht zuletzt aus der aggressiveren, weil engagierteren Spielweise der Gastgeberinnen herrührte.

Hinzu kam als Ursache für die Niederlage der VfLerinnen eine schier unerklärliche Wurfschwäche. Chancen nämlich hatten die Stormarnerinnen auch in diesem Spiel trotz der nicht gerade berauschenden Form genug für einen Sieg, aber statt das gegnerische Tor visierte man immer wieder die gegnerische Torhüterin an, die so leichtes Spiel hatte, ihren Kasten rein zu halten.

Hoffnung kam beim VfL nur kurz nach der Halbzeit auf, als Dörte Knickrehm und Nicole Röhrs innerhalb kurzer Zeit den 7:11-Pausenrückstand auf 9:11 verkürzten. Dann aber vergab Melanie Bernecker eine Siebenmeterchance und der Gegner zog bis zur 39. Minute auf 15:9 davon. Damit war die Entscheidung gegen den VfL endgültig gefallen. Die Truppe hatte weder Kraft noch Nerven, den Spieß noch einmal umzudrehen und ergab sich mehr oder weniger widerstandslos ihrem Schicksal.

Die Tore für den VfL erzielten in diesem Spiel, das möglichst bald in Vergessenheit geraten sollte, Nicole Röhrs, Dörte Knickrehm, Melanie Bernecker (je 3), Stefanie Bernecker (2), Anja Müller und Martina Gliewe. Im Tor stand Jeanine Hildebrand oft einsam und verlassen (von ihren Mitspielerinnen) auf verlorenem Posten, konnte aber auch trotz eines gehaltenen Siebenmeters nicht ganz an die Form der letzten Spiele anknüpfen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.2.1988

 

Freitag, 26. Februar 1988

Fangen sich die VfL-Damen wieder

(mth). … Die Oberliga-Mannschaft der Damen tritt am Sonnabend um 17 Uhr in der Jahnhalle bei der zweiten Mannschaft des VfL Bad Schwartau an.

Nach der überraschenden Niederlage am letzten Wochenende beim vormaligen Schlußlicht, SG Jarplund-Weding/Adelby, darf sich die Truppe von Trainer Jörg Fischer nicht erneut einen Ausrutscher erlauben, will sie nicht ihre letzten Chancen auf den Gewinn des Meistertitels einbüßen. Aber die Aufgabe in Bad Schwartau ist für die Stormarnerinnen nur auf dem Papier leicht.

Der VfL muß auch für dieses Spiel auf seine Mannschaftsführer Andrea Hasenberg verzichten. Wie wichtig – insbesondere für die Abwehr – sie für die Mannschaft ist, wurde zuletzt in Adelby deutlich, wo ohne sie nicht viel zusammenlief. Hinzu kam allerdings, daß gleich mehrere andere Spielerinnen aus unterschiedlichen Gründen nicht in Bestform waren. Das wirkt sich bei dem schmalen Kader, der Jörg Fischer zur Verfügung steht, natürlich besonders verhängnisvoll aus, denn ihm bleiben ja kaum Auswechslungsmöglichkeiten.

In Bad Schwartau wird die Truppe, in der die Stimmung allerdings trotz des letzten Rückschlages und der ja auch in den beiden Spielen davor nicht berauschenden Leistungen noch immer großartig ist, nur dann erfolgreich bestehen können, wenn alle Spielerinnen wieder aus ihrem Formtief heraus sind.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1988

 

Sonnabend, 27. Februar 1988

VfL Bad Schwartau II – VfL Oldesloe 22:20 (12:13)

Die VfL-Damen sind völlig von der Rolle

(mth). Vor zwei Wochen war die Welt für die Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe noch völlig in Ordnung. Ohne Spiel hatte sich die Mannschaft von Trainer Jörg Fischer die Tabellenführung erobert und trotz zuvor nicht gerade überzeugender Leistungen – die beiden Spiele davor hatte der VfL jeweils knapp mit einem Tor Vorsprung gewonnen, wobei er in den Partien außer bei den Endständen niemals in Führung gelegen hatte – und der engen Personaldecke war man eigentlich recht zuversichtlich, den Platz an der Spitze auch behaupten zu können.

Aber man hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Schon am letzten Wochenende hatte die Mannschaft beim damaligen Schlußlicht SG Jarplund-Weding/Adelby II einen desolaten Eindruck hinterlassen und eine völlig verdiente 13:20-Niederlage kassiert. Die Hoffnung, dabei könnte es sich um einen Ausrutscher gehandelt haben, der schnell zu reparieren sein würde, aber trog.

Bei der zweiten Vertretung des VfL Bad Schwartau waren die Stormarnerinnen erneut völlig von der Rolle und kassierten mit 20:22 eine weitere Niederlage, durch die sie wohl alle Hoffnungen auf einen Spitzenplatz am Ende der Saison aufgeben.

Die Vermutung, zu der schon schwachen Leistung in Adelby gäbe es in negativer Hinsicht keine Steigerungsmöglichkeit mehr, erwies sich in Bad Schwartau als Trugschluß. War man in Adelby noch einer Mannschaft unterlegen, die fast über sich selbst hinauswuchs und mit viel Spielwitz und großem Kampfgeist gegen den Abstieg ankämpfte, so unterlag man in Bad Schwartau einer äußerst schwachen Truppe, die Oberliga-Ansprüche in den 60 Minuten eigentlich nie gerecht wurde.

Entsprechendes gilt natürlich auch für die Oldesloer Mannschaft, die ja in der Vergangenheit nicht nur ihre Oberliga-Tauglichkeit mehrfach nachdrücklich unter Beweis gestellt hatte, sondern sogar Ansprüche auf den Meistertitel und Regionalliga-Aufstieg anzumelden schien.

Ein paar Erklärungen gibt es für den dramatischen Leistungsverfall natürlich schon. Das Hauptübel liegt zweifellos in dem viel zu engen Kader. In Adelby war der Ausfall von Mannschaftsführer Andrea Hasenberg (Urlaub) ja schon deutlich spürbar geworden. Sie fehlte ihrer Mannschaft auch in Bad Schwartau, und da auch noch Anja Müller wegen einer Schleimbeutelentzündung ausfiel, bekam man kaum noch eine spielfähige Mannschaft zusammen.

Für Anja Müller kam ihre Schwester Susann zum Einsatz, die sonst in der zweiten VfL-Damenmannschaft zu Hause ist, deren Abstieg aus der Kreisliga gerade versteht. Trotz eifrigen Bemühens wurde bei Susann Müller deutlich, daß die Oberliga für sie ein paar Nummern zu groß ist. Dennoch mußte sie mangels einer Alternative 60 Minuten durchspielen.

Wie auch alle anderen fünf Feldspielerinnen. Von denen hinterließen die Schwestern Melanie und Stefanie Bernecker einen schwachen Eindruck. Melanie Bernecker, von deren Treffern aus dem Rückraum der VfL ansonsten „lebt“, brachte nur ein einziges Feld wird zustande, und ihre Schwester ist mit der Rolle der Spielgestalterin, die sie im letzten Herbst so überzeugend ausfüllte, momentan völlig überfordert.

Da auch Dörte Knickrehm noch ein paar gute Chancen verwarf und Martina Gliewe trotz ihrer vier Rückraumtreffer nicht genügend Selbstbewußtsein aufbrachte, war auch gegen einen schwachen Gegner, wie sie die Schwartauerinnen an diesem Tag darstellten, kein Punktgewinn oder gar ein Sieg möglich. Aktivposten im Feld war eigentlich nur Nicole Röhrs, deren vier herrliche Treffer von der Außenposition allein aber nicht zu einer Wende reichten.

Insgesamt war die Partie beider Mannschaften eher unansehnlich, woran sich auch der Schiedsrichtergespann beteiligte, das sich dem schlechten Niveau anpaßte, aber beide Mannschaften gleichmäßig benachteiligte.

In dem langweiligen Spiel konnte sich keine der beiden Mannschaften jemals um mehr als zwei Treffer vom Gegner lösen. Selbst dies gelang ein paar Mal ausschließlich den Oldesloerinnen. Aber selbst diese Chancen (14:12 und 18:16, 44. Minute) gingen ungenutzt vorüber. Letztmalig führte der VfL Oldesloe in der 54. Minute (20:19), aber damit hatte er sein Pulver auch endgültig verschossen.

Enttäuschend war dann anzusehen, wie widerstandslos sich die Mannschaft in den letzten Minuten die Butter noch vom Brot nehmen ließ. Kampfgeist und Moral, die die Mannschaft sonst so auszeichneten, waren für diese Spiel zu Hause geblieben.

Mit sechs Treffern, davon vier verwandelten Siebenmetern, war Dörte Knickrehm trotz ebenfalls nicht überzeugender Leistung einmal mehr erfolgreichste Werferin. Auf vier Treffer wie Martina Gliewe und Nicole Röhrs brachte es auch Melanie Bernecker, die dazu neben einem Feldtor auch drei Siebenmeter in Anspruch nahm. Zwei Tore schaffte Stefanie Bernecker.

Im Tor löste die angeschlagene Stammtorhüterin Jeanine Hildebrand nach der Halbzeit – die Oldesloerinnen führten 13:12 – Doris Ohlhöft ab. Beide Torhüterrinnen waren zwar nicht in überragender aber doch in guter Form, wurden von ihren Mannschaftskameraden, die lausig schlechte Abwehrarbeit verrichteten, immer wieder im Stich gelassen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.2.1988

 

Freitag, 4. März 1988

Nur die VfL-Herren mit Heimrecht

(mth). Von den Handballmannschaften des VfL Oldesloe, die am Wochenende im Einsatz sind – lange nicht alle Mannschaften der Abteilung, denn die Saison neigt sich langsam ihrem Ende entgegen –. genießt nur die Herren-Bezirksklassen-Mannschaft Heimrecht. …

Eine Steigerung wäre auch bei der Damen-Oberliga-Mannschaft nötig, will sie am Sonntag um 14 Uhr beim MTV Heide erfolgreich bestehen. Ob die Mannschaft dazu allerdings in. dieser Saison noch einmal fähig ist, darf getrost bezweifelt werden. In den letzten Spielen, in denen die letzten Chancen auf den Gewinn der Meisterschaft verspielt wurde, wirkte die Mannschaft ausgebrannt und am Ende ihrer Kräfte.

Daraus sollte der Truppe niemand einen Vorwurf machen. Im Grunde war es mit dem Minimalkader ein kleines Wunder, daß die Mannschaft so lange in der Spitzengruppe der Oberliga mitmischen konnte. In Heide wird Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg ihrer Truppe wieder zur Verfügung stehen. Fraglich ist dagegen der Einsatz von Anja Müller. Sie hat im übrigen Mannschaft und Trainer inzwischen mitgeteilt, daß ihre Karriere am Ende der Saison beenden wird.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.3.1988

 

Sonntag, 6. März 1988

MTV Heide – VfL Oldesloe 15:15 (8:4)

Handball paradox

Nach 7:14-Rückstand noch ein Punkt

(mth). Die Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe ist in dieser Saison wirklich für jede Überraschung und für jeden extremen Spielverlauf gut. Ein Paradebeispiel war dafür das Spiel beim MTV Heide.

Immerhin ging es in dieser Partie um den zweiten Platz hinter Spitzenreiter TSV Neustadt, der im übrigen bei Blau-Weiß Wittorf eine klare Niederlage einstecken mußte und so zwei Spieltage vor Saisonsabschluß unter Umständen noch in Reichweite der Oldesloerinnen ist.

Eine Viertelstunde vor Spielschluß war der zweite Tabellenplatz für die Oldesloerinnen in weite Ferne gerückt. 7:14 lag die Mannschaft zurück und so, wie sie bis dahin gespielt hatte, gab niemand mehr auch nur einen Pfifferling für sie.

Dabei war die Mannschaft vor dem Spiel eigentlich guter Dinge gewesen. Schließlich war Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg wieder mit von der Partie, auch wenn die erst am Morgen aus ihrem Urlaub zurückgekehrt war. Mit dem Anpfiff aber schienen alle guten Vorsätze bei den Oldesloerinnen wie abgeschnitten. Schon nach vier Minuten führten die Heiderinnen mit 4:0 und das erste VfL-Tor von Melanie Bernecker zwei Minuten später sollte bis zur 30. Minute das einzige Feldtor für die Oldesloerinnen im ersten Spielabschnitt bleiben.

In der 18.Minute führte Heide mit 6:1 und bei Halbzeit hätten die Gastgeberinnen bei besserer Chancenauswertung leicht deutlicher als mit 8:4 führen müssen. Für den VfL waren noch Melanie Bernecker mit zwei Siebenmetern und Nicole Röhrs 30 Sekunden vor Halbzeit erfolgreich gewesen.

Aber es kam in der zweiten Halbzeit zunächst noch ärger für den VfL. Über 11:5 (36. Minute) zog der MTV Heide bis zur 45. Minute auf 14:7 davon und jedermann, einschließlich aller Oldesloer, wähnte die Partie entschieden.

Von einer simplen taktischen Umstellung, VfL-Trainer Jörg Fischer ließ nun Melanie Bernecker vor der eigenen Deckung agieren, aber ließen sich die Heiderinnen völlig aus dem Konzept bringen. Ihnen war die Nervosität nun plötzlich geradezu anzusehen und technische Fehler häuften sich bei ihnen in unvorstellbarem Maß.

Der VfL, nun plötzlich wie verwandelt, nahm diese Geschenke dankend an und holte Tor um Tor auf. Ein einziges Mal wurde VfL-Torhüterin Jeanine Hildebrand nun noch bezwungen (zum 15:10 in der 54. Minute) und auch das nur durch einen unglücklich abgefälschten Wurf.

Beim VfL dagegen war nun fast jeder Wurf ein Treffer und es hätte nicht viel gefehlt und die Partie wäre sogar noch gewonnen worden. Aber auch so war das Remis nach dem Spielverlauf natürlich eine deftige Überraschung.

Mit acht Treffern war wieder einmal Melanie Bernecker erfolgreichste VfL-Werferin. Dörte Knickrehm, Andrea Hasenberg, Martina Gliewe (je 2) und Nicole Röhrs erzielten die weiteren Treffer. Stefanie Bernecker ging leer aus. Im Tor spielte Jeanine Hildebrand 60 Minuten lang durch. Anja Müller stand wegen Urlaubs nicht zur Verfügung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.3.1988

 

Freitag, 11. März 1988

Vizemeisterschaft soll abgesichert werden

(mth). Im Handballgeschehen auf Kreis- und Landesebene neigen sich die Punktrunden langsam aber sicher ihrem Ende entgegen. Viele Entscheidungen sind inzwischen schon gefallen oder doch zumindestens vorprogrammiert. Einige besonders spannende Entscheidungen stehen allerdings noch aus, aber davon sind Mannschaften der Handballabteilung des VfL Oldesloe nicht betroffen.

Auch nicht die Damen-Oberliga-Mannschaft. Rein theoretisch kann die Truppe von Trainer Jörg Fischer den Spitzenreiter TSV Neustadt noch abfangen, aber das ist angesichts von drei Punkten Vorsprung und nur zwei noch ausstehenden Spielen sicher graue Theorie. Vielmehr kommt es dem VfL darauf an, den zweiten Tabellenplatz hinter den Neustädterinnen abzusichern. Auch dieser Platz wäre in der Endabrechnung ein großer Erfolg für die Mannschaft, die ja mit dem mit Abstand kleinsten Kader aller Oberliga-Mannschaften auskommen mußte und muß.

Im letzten Heimspiel der Saison haben die Oldesloerinnen am Sonnabend um 17 Uhr in der Stormarnhalle FT Neumünster bei sich zu Gast. Die Gäste, bei denen die frühere VfLerin Anke Petersen das Tor hütet, waren während der Saison lange Zeit im oberen Mittelfeld zu finden, sind aber urplötzlich, wie mehrere andere Mannschaften aus dieser Tabellenregion unvermutet noch in den Abstiegsstrudel geraten. Eine Niederlage in Bad Oldesloe könnte den Neumünsteranerinnen schon das Genick brechen. Sie werden sich also in der Stormarnhalle noch einmal mächtig ins Zeug legen, um dem VfL ein Bein zu stellen. Von einem geruhsamen Ausklang der Saison kann also keine Rede sein, zumal auch die Oldesloerinnen sich mit einer ansprechenden Leistung für diese Saison von ihren Fans verabschieden wollen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.3.1988

 

Sonnabend, 12. März 1988

VfL Oldesloe – FT Neumünster 25:15 (10:5)

Mit kleinem Kader zur Vizemeisterschaft

(rw). Der zweite Tabellenplatz ist der Damen-Oberliga-Mannschaft des VfL Oldesloe nicht mehr zu nehmen. Im letzten Heimspiel der Saison besiegten die Oldesloerinnen den FT Neumünster überlegen mit 25:15. „Wir können locker und befreit trotz unseres kleinen Kaders aufspielen“, meinte der Oldesloer Coach Jörg Fischer vor dem Match.

Der Meister der Oberliga steht bereits fest. TSV Neustadt besiegte zuhause Holstein Kiel II mit 19:17 und kann vom VfL nicht mehr eingeholt werden. Gegen einen weiteren Abstiegskandidaten spielt am kommenden Wochenende der VfL Oldesloe. Im letzten Saisonspiel treten sie auswärts gegen Kremperheide an.

In der ersten Viertelstunde plätscherte das Spiel vor etwa 150 Zuschauern in der Stormarnhalle vor sich hin. Ungenaues Paßspiel führte auf beiden Seiten zu Ballverlusten. Erst nach einer 6:5-Führung in der 23. Minute spielten die Oldesloerinnen konzentrierter. Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg riß ihre Teamkameraden mit und der Vorsprung wuchs bis zur Halbzeitpause auf 10:5 Tore heran. FT Neumünster scheiterte immer wieder an den reaktionsschnellen Paraden der Oldesloer Torwartin Jeanine Hildebrand.

Nach dem Seitenwechsel knüpfte der VfL sofort an seine gute Leistung an. In der 33. Minute erzielte Dörte Knickrehm aus spitzem Winkel das 11:5. Beifall von den Rängen als vier Minuten später Andrea Hasenberg, nachdem sie sich durch die Mitte gekämpft hatte, mit einem gekonnten Heber den VfL mit 14:6 in Führung brachte. Obwohl sie teilweise von zwei Spielerinnen des FT Neumünster in die Zange genommen wurde, erhöhte sie abwechselnd mit Dörte Knickrehm den Vorsprung auf 18:9 (42. Minute).

Dann riß etwas der Konzentrationsfaden bei den Spielerinnen von Trainer Jörg Fischer. Beim Siebenmeter zum 13:22 für die Neumünsteraner war die Oldesloer Torhüterin chancenlos, Der Gegner konnte seine Nervosität über die gesamte Spiellänge nicht ablegen und kam schließlich über ein 15:25-Endergebnis nicht hinaus.

„Obwohl ich nur sieben Spielerinnen zur Verfügung hatte, bin ich sehr zufrieden. Bei unserem Gegner ging es um alles oder nichts und dementsprechend nervös agierten sie!“

Erfolgreichste Werferin beim VfL war mit sieben Treffern Stefanie Bernecker, gefolgt von Dörte Knickrehm und Andrea Hasenberg mit jeweils fünf Treffern. Martina Gliewe steuerte vier Treffer zum letzten Heimsieg der Saison bei, Nicole Röhrs traf dreimal und Jugendnationalspielerin Melanie Bernecker steuerte zwei Treffer zum Sieg bei. Ohne Torerfolg ging dagegen Anja Müller aus.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.3.1988

 

Freitag, 18. März 1988

VfL-Vizemeisterschaft in Gefahr?

Harte Gangart erwartet

(rw). Auf eine harte Gangart stellt sich der Trainer der VfL-Damen-Oberliga-Mannschaft, Jörg Fischer, beim Auswärtsspiel gegen den TSV Kremperheide ein. „Es wird nicht einfach werden, da sie unbedingt in der Liga bleiben wollen“, meinte er gegenüber dem „Stormarner Tageblatt“.

Er wolle auf jeden Fall keine Order für eine harte Spielweise ausgeben, um unnötige Verletzungen zu vermeiden. „Wir können locker und unverkrampft an das Match herangehen“, meinte der Oldesloer Coach.

Anja Müller leidet weiterhin an Kniebeschwerden und Andrea Hasenberg plagt sich zur Zeit mit einer Kieferhöhlenerkrankung herum. Gegen den TSV Kremperheide will der VfL trotz seines kleinen Kaders auf jeden Fall ein Unentschieden erreichen, um nicht noch im letzten Spiel der Saison die Vizemeisterschaft zu verspielen.

Wenn die VfL-Damen so befreit wie beim Heimsieg mit 25:15 am vergangenen Wochenende gegen den FT Neumünster aufspielen, liegt ein Punkt auf jeden Fall drin.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.3.1988

 

Sonnabend, 19. März 1988

TSV Kremperheide – VfL Oldesloe 22:21 (10:12)

Die VfL-Damen verspielten doch noch die Oberliga-Vizemeisterschaft

(mth). Die Freude der Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe, mit einem Mini-Kader doch noch die Vizemeisterschaft erreicht zu haben, war ein wenig verfrüht. Am letzten Saisonspieltag schob sich Vorjahresmeister SV Oldenburg noch hauchdünn an den Stormarnerinnen vorbei.

Die Oldenburgerinnen nämlich kamen beim neuen Meister TSV Neustadt (er stand als solcher schon vorher fest) zu einem überraschend deutlichen Erfolg, während die Oldesloerinnen zum Abschluß beim TSV Kremperheide mit 21:22 (12:10) unterlagen. Bei Punktgleichheit weisen die Oldenburgerinnen in der Endabrechnung gegenüber dem VfL ein minimales Plus in der Tordifferenz auf.

Aber auch der dritte Tabellenplatz ist für den VfL ein Jahr nach dem Abstieg aus der Regionalliga ein großer Erfolg. Trotz riesiger Personalprobleme – die Mannschaft hatte oft Mühe auf Sollstärke (sieben Spielerinnen) zu kommen und Auswechselungsmöglichkeiten gab es für Trainer Jörg Fischer fast nie – hat die Mannschaft nicht etwa Auflösungserscheinungen gezeigt, sondern sich im Gegenteil sogar noch festigen und konsolidieren können.

Bleibt die Truppe zusammen – danach sieht es im Moment aus, sieht man einmal davon ab, daß Anja Müller ihre Karriere wohl beendet (sie hat ihren definitiven Rücktritt allerdings dahingehend relativiert, in dem sie ihrem Coach bedeutet hat, in Zukunft zwar nicht mehr als festes Mannschaftsmitglied,

wohl aber zur Aushilfe zur Verfügung zu stehen) – und gelingt es, den Kader noch um ein paar Spielerinnen aufzustocken, müßte sie in der nächsten Saison eigentlich wieder eine gute Rolle in der schleswig-holsteinischen Oberliga spielen können.

Zum Saisonabschlußspiel in Kremperheide: In der ersten Halbzeit zeigten beide Teams ein ansehnliches, ausgeglichenes Spiel. Bis zum 10:10 in der 25. Minute hatten die Gastgeberinnen stets mit einem Tor in Führung gelegen und der VfL hatte nachgezogen. In den Schlußminuten der ersten Halbzeit konnten die Oldesloerinnen dann durch zwei Treffer von Dörte Knickrehm (29. und 30. Minute) erstmalig in Führung gehen.

Nach der Pause schienen die Oldesloerinnen dann vollends auf die Siegerstraße zu geraten. Über 13:10 und 17:12 zogen sie bis zur 45. Minute auf 18:13 davon. Der Sieg und die Vizemeisterschaft schienen damit perfekt.

Aber ganz unvermutet bekam das Spiel dann doch noch eine Wende. Nicht unbeteiligt daran waren die Unparteiischen. Bis dahin war das Spiel außerordentlich fair und anständig verlaufen, nun aber kam mit einem Mal Hektik auf, an der die Schiedsrichter mit großer Einseitigkeit ihren Anteil hatten, Urplötzlich wurde jede Aktion des VfL von ihnen rigoros unterbunden, während die Steinburgerinnen unbehelligt „hinlangen“ konnten.

Die Folge: Innerhalb von nur fünf Minuten bekamen gleich vier Oldesloer Spielerinnen (Melanie Bernecker, Martina Gliewe, Nicole Röhrs und Andrea Hasenberg) Zwei-Minuten-Strafen zudiktiert und Melanie Bernecker konnte ab der 47. Minute nach einem – ungeahndeten – Ellenbogenstoß in den Unterleib mehr als zehn Minuten nicht mehr eingesetzt werden.

Klar, daß die Oldesloerinnen dadurch von der Rolle kamen. Bis zur 53. Minute glichen die die Gastgeberinnen auf 20:20 aus und in der Schlußphase behielten sie glücklich mit 22:21 die Oberhand.

Für zusätzliche Aufregung sorgten zwei Würfe von Anja Müller, die die Kremperheider Torhüterin am Kopf trafen. Das Publikum und die Bank des Gastgebers gerieten darob in Rage und waren kaum mehr zu halten. Dabei war es wirklich verfehlt, Anja Müller bei diesen Würfen böse Absicht zu unterstellen. Gerade sie hätte sich in ihrem mutmaßlichen Abschiedsspiel zu gerne in die Torschützenliste eingetragen und schon deshalb weit lieber das Tor als die Torhüterin getroffen.

So aber ging sie wie auch Nicole Röhrs leer aus. Die VfL-Treffer teilten sich Martina Gliewe (6), Melanie Bernecker (5), Stefanie Bernecker, Dörte Knickrehm (je 4) und Andrea Hasenberg (2). Im Tor wechselten sich Doris Ohlhöft (1. Halbzeit) und Jeanine Hildebrand (2. Halbzeit) ab.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.3.1988

 

Mittwoch, 27. April 1988

Zuschauertabelle: VfL Oldesloe an dritter Stelle

Eine gute Zuschauerresonanz verzeichneten die Handballdamen des VfL Oldesloe in der Oberliga. In der Zuschauerstatistik (nur zahlende Besucher sind erfaßt) belegen die Travestädterinnen mit 1270 Besuchern in elf Spielen Rang drei.

1. Oldenburger SV 1730, 2. FT Neumünster 1645, 3. VfL Oldesloe 1270, 4. TSV Kremperheide 1160, 5. TSV Neustadt 1117, 6. Kaltenkirchener TS 1010, 7. MTV Heide 820, 8. Blau-Weiß Wittorf 680, 9. KSV Holstein II 650, 10. TSV Munkbrarup 593, 11. VfL Bad Schwartau II 470, 12. SG JaWe/Adelby II 386.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 27.4.1988

 

Freitag, 29. April 1988

Statt Handball will Anja Müller künftig Tennis und Squash spielen

(Harald Schaefer) Mit Anja Müller (25) hat sich eine langjährige Handballspielerin aus der Oberliga-Mannschaft des VfL Oldesloe verabschiedet. Die Rückraumspielerin kann in ihrer zwölfjährigen Handballaufbahn beim VIL auf einige bemerkenswerte Erfolge zurückschauen.

Höhepunkte waren in der A-Jugend die Gewinne der deutschen Meisterschaft (1979 und 1980) und im Seniorenbereich der Aufstieg in die Regionalliga (1985). „Wir hatten immer ein gutes Mannschaftsgefüge,

eine gesunde Kameradschaft“, stellt Anja Müller rückblickend im Gespräch mit den „LN/Stormamer Nachrichten“ fest.

Anja Müller zählte nie zu den herausragenden Torschützinnen beim VfL, machte aber immer wieder durch einen unbändigen Kampfgeist auf sich aufmerksam und war ausgesprochen beständig in ihren Leistungen.

„Mit dem Leistungssport ist nun endgültig Schluß“, betont die in einer kieferorthopädischen Doppelpraxis Beschäftigte. Die gelernte Zahnarzthelferin, sie arbeitet in Ahrensburg: „Für meinen Rücktritt sind gesundheitliche und berufliche Gründe ausschlaggebend.“ Anja Müller laboriert seit Ende 1987 an einer schmerzhaften Knieverletzung. Diese läßt einen intensiven Leistungssport nicht mehr zu.

Doch möchte die 25jährige sich in Zukunft mit Tennis und Squash fit halten. Auch ihren Hobbys, Konzerte, Kino und Tanzen, will sie sich nun stärker widmen. Im Laufe des Gespräches wird deutlich, daß ihr der Rücktritt vom Handballsport keineswegs leichtfällt. „Es tut mir auch ein bißchen leid, weil ich mit allen sehr gut auskam.“ Mit Blick auf ihre letzte Saison meint Anja Müller: „Wir konnten dieses Jahr froh sein, einen Trainer wie Jörg Fischer zu bekommen, und daß wir trotz der dünnen Personaldecke so gut durchgehalten haben, war schon toll.“

Mit dem Spielabpfiff beim TSV Kremperheide ist die sympathische Handballspielerin endgültig vom Parkett getreten, doch die Spiele ihrer VfL-Mannschaft wird Anja Müller auch in Zukunft in der Stormarnhalle verfolgen.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 29.4.1988

 

Freitag, 3. Juni 1988

Abschiedsspiel für Anja Müller

Ferencvaros Budapest kommt wieder nach Bad Oldesloe

(mth). Die Damenhandballmannschaft des ungarischen Staatsligisten Ferencvaros Budapest ist in der kommenden Woche, wie schon im letzten Jahr einmal, Gegner der Oberlig-Mannschaft des VfL Oldesloe. Die Stormarnhalle in Bad Oldesloe ist am Donnerstag kommender Woche ab 19.30 Uhr Schauplatz dieses sicherlich interessanten Freundschaftsspieles.

Beim VfL wird mit diesem Spiel Anja Müller aus der Mannschaft verabschiedet. Sie hängt bekanntlich ihre Handballkarriere, innerhalb derer sie mit der weiblichen A-Jugend des VfL Deutscher Meister wurde und in der sie mit den VfL-Damen den Weg von der Bezirksliga über die Oberliga bis in die Regionalliga und wieder zurück in die Oberliga mitmachte, an den Nagel, hat aber zugesagt, im Notfall für Aushilfen noch einmal zur Verfügung zu stehen.

Die Budapesterinnen werden bereits am kommenden Montag in Schleswig-Holstein erwartet und werden Gäste des SC Rönnau sein. Vor dem Spiel am Donnerstag in Bad Oldesloe treten sie am Dienstag bei Riemann Eutin und am Mittwoch in Bad Segeberg an.

Nach dem Spiel in der Stormarnhalle sind die Ungarinnen am Freitagmorgen zunächst Gast der Oldesloer Kornbrennerei August Ernst, dem Sponsor der VfL-Damen, und am Abend geben sie bei TSV Reinbek ein weiteres Gastspiel im Kreis Stormarn. Am Sonntag (12. Juni) treffen sie dann bei einem Turnier in Segeberg noch einmal auf alle Gegnerinnen, mit denen sie zuvor schon die Klingen kreuzten, also auch dem VfL Oldesloe, und außerdem auf die Bundesliga-Crew des TSV Jarplund-Weding.

In den Reihen der Ungarinnen stehen zur Zeit fünf aktuelle Nationalspielerinnen und 14 Spielerinnen aus dem derzeitigen Kader waren auch schon beim letztjährigen Gastspiel in Bad Oldesloe (im Februar 1987) dabei. In der abgelaufenen Saison hat Ferencvaros in der Staatsliga – vergleichbar der eingleisigen Bundesliga – den dritten Tabellenplatz belegt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.6.1988

 

Mittwoch, 8. Juni 1988

Oberliga-Damen des VfL morgen gegen Budapest

(Har). Die Oberliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe erwarten am morgigen Donnerstag um 19.30 Uhr eine der international erfolgreichsten Damenmannschaften. Mit dem Team von Ferencvaros Budapest stellt sich in der Stonnarnhalle eine Mannschaft vor, die mit Nationalspielerinnen nur so gespickt ist.

Schon zahlreiche Landeserfolge haben sich die Damen vom Balkan auf ihre Fahnen geschrieben. Doch in der abgelaufenen Saison reichte es für die Ungarinnen nur zum dritten Platz in der 1. Staatsliga. So wurde auch die Teilnahme am IHF-Pokal knapp verpaßt.

Gegen Teams aus Ungarn spielte der VfL in den letzten Jahren zweimal, und das mit wechselndem Erfolg. Gerne erinnert man sich an den Sieg gegen Veszprem vor fast 800 Zuschauern in der Stormarnhalle. Vor drei Jahren, als das Team noch von Ulli Meyer (inzwischen Trainer der SG Union Bramfeld) gecoacht wurde, boten die VfLerinnen eine Leistung, die ihnen kaum zugetraut wurde.

Im vergangenen Jahr gab es in der Heinrich-Vogler-Halle vor nur 30 Zuschauern unter der Leitung von Ralph-Erhard Gericke (heute Masseur beim SCT Weißenhäuser Strand) eine deprimierende Niederlage gegen Budapest. Dafür möchte man sich beim VfL ein wenig revanchieren und das Ergebnis nun freundlicher gestalten.

Betreut wird die Mannschaft am Donnerstag von Peter Stäcker. Er vertritt VfL-Coach Jörg Fischer, der sich mit seiner Schulklasse auf Klassenfahrt befindet. Beim VfL sind alle Spielerinnen an Bord, auch Anja Müller. Für sie wird es das nunmehr endgültig letzte Spiel im Oldesloer Trikot sein.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 8.6.1988

 

Mittwoch, 8. Juni 1988

Handballturnier des SC Rönnau

(Har). Die Oberliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe und die Bezirksliga-Sieben des TSV Reinbek werden am Sonntag in der Bad Segeberger KSV-Halle an einem Handballturnier teilnehmen. Außerdem am Start sind Bundesligist SG Jarplund-Weding/Adelby, der ungarische Staatsligist Ferencvaros TC Budapest und der SC Rönnau 74 als Veranstalter.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 8.6.1988

 

Donnerstag, 9. Juni 1988

VfL Oldesloe – Ferencvaros Budapest 13:27 (6:11)

Den VfL einfach überrannt

Ferencvaros brannte Handball-Feuerwerk ab

(ha). Chancenlos war der „harte Kern“ der Handballerinnen des VfL Oldesloe – momentan gehören nur noch neun Spielerinnen dem Kader an – beim internationalen Freundschaftsspiel gegen Ferencvaros Budapest. In der Stormarnhalle unterlag der VfL den zaubernden Ungarinnen 13:27 (6:11).

Die Gäste erlaubten sich sogar den Luxus, auf ihre drei aktuellen Nationalspielerinnen – hatten im Nationalteam zu tun – zu verzichten. Doch auch so kamen die 130 Zuschauer voll auf ihre Kosten.

Nachdem Anja Müller von Handballobmann Jürgen Dorn offiziell verabschiedet worden war ging es los.

Der VfL erwischte einen Blitzstart. Gerade fünf Minuten waren gespielt, und zu aller Verwunderung lagen die Gastgeberinnen nach Treffern von Dörte Knickrehm und Melanie Bernecker (2) mit 3:0 in Front. Lebhaften Anteil daran hatte vor allem VfL-Torhüterin Jeanine Hildebrand, die kaum zu überwinden war. Doch dann wendete sich das Blatt.

Die in allen Belangen überlegenen Staatsligistinnen aus Budapest zogen ein grandioses Tempospiel – 80 Prozent aller Treffer beruhten auf Tempogegenstößen – auf. Peter Stäcker, er vertrat VfL-Trainer Jörg Fischer, und seine Sieben hatte dem nichts entgegenzusetzen. Vor allem die pfeilschnelle Erika Fiedler (11) war zu keiner Zeit an die Kette zu legen. Und wenn sie mal nicht zum Zuge kam, dann bewies sie Übersicht, paßte zur trickreichen Tünde Bajczi (5), die dann sicher vollstreckte.

So bauten die Ungarinnen unermüdlich ihren Vorsprung aus, zogen über 6:3 (16.), 11:5 (25.) auf 24:10 (54.) davon. Erst als sie es etwas betulicher angehen ließen – Fiedler verzeichnete in der Schlußphase ihren einzigen Fehlwurf – konnte der VfL noch leichte kosmetische Korrekturen vornehmen.

In dieser Phase hatte Andrea Hasenberg ihren großen Auftritt. Sie traf dreimal ins Schwarze, begeisterte die Fans dabei mit einem klugen Heber über die herausgeeilte Budapester Keeperin. Die weiteren VfL-Treffer erzielten: Stefanie Bernecker, Martina Gliewe, Anja Müller und Nicole Röhrs (je 1).

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.6.1988

 

Sonntag, 12. Juni 1988

Melanie Bernecker beste Torwerferin

VfL-Damen in Segeberg Dritte

(mth). Drei Tage nach ihrem Freundschaftsspiel gegen die ungarische Staatsliga-Mannschaft von Ferencvaros Budapest, das die Stormarnerinnen ja glatt mit 13:27 verloren, beteiligte sich die Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe an einem Turnier in Bad Segeberg und wurde dabei achtbarer Dritter unter sechs Mannschaften.

Der SC Rönnau, der ja Gastgeber für den Schleswig-Holstein-Aufenthalt der Ungarinnen war, hatte alle Gegner, die in der Woche gegen Ferencvaros Freundschaftsspiele bestritten hatten, zu diesem Turnier eingeladen und noch dazu die Bundesliga-Mannschaft der SG Jarplund-Weding, um den Gästen aus dem Ostblock noch eine echte Belastungschance zu geben.

Diese Rechnung ging dann auch auf. Ferencvaros und Jarplung/Weding standen sich im letzten Spiel gegenüber und das wurde, da beide vorher verlustpunktfrei geblieben waren, zu einem echten Endspiel um den Turniersieg. Nach harter Gegenwehr des Bundesligisten wurde schließlich der Gast aus Ungarn mit einem 7:5-Erfolg Sieger des Wettbewerbs.

Die Oldesloerinnen mußten sich nur den beiden Turnierfavoriten geschlagen geben. Gegen Ferencvaros unterlag der VfL bei verkürzter Spielzeit mit 6:12 und gegen Jarplund-Weding verlor man weit weniger deutlich mit 5:8. Dafür hielten sich die Oldesloerinnen mit Siegen über TSV Reinbek – wird jetzt vom früheren VfL-Trainer CIaus Schilk gecoacht – (10:2), SC Rönnau (16:5) und Riemann Eutin (9:4) schadlos.

Mit Melanie Bernecker, die in den fünf Spielen 14 Treffer erzielte, stellte der VfL noch dazu die beste Torwerferin des Turniers.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.6.1988

 

Dienstag, 14. Juni 1988

Steffi Bernecker macht Schluß

(Har). Handball-Oberligist VfL Oldesloe verzeichnet nach dem Rücktritt von Anja Müller einen zweiten Abgang: Stefanie Bernecker, eine feste Größe in den Planungen von Trainer Jörg Fischer, kehrt dem Leistungssport ganz überraschend den Rücken. „Doch ich höre mit dem Handball vorerst auf“, bestätigte Stefanie im Gespräch mit den „Lübecker Nachrichten“. Die 20jährige Arzthelferin möchte mehr Zeit für sich selbst haben und auch nach neuen beruflichen Perspektiven Ausschau halten. Stefanie Bernecker hat zunächst vor, die Fachhochschulreife nachzuholen. Dem VfL und seinen Fans zum kleinen Trost: Stefanie schließt einen späteren Neubeginn in Oldesloe keineswegs aus.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 14.6.1988

 

Freitag, 1. Juli 1988

VfL traf 40mal in Gegners Maschen

(Har). Ein statistischer Handball-Rückblick auf die Oberliga-Saison 1987/88 aus Sicht des VfL Oldesloe.

·          Abgänge während der Saison: Martina Pusch (VfL Oldesloe II), Martina Winkler (SC Rönnau 74).

·          Zugänge während der Saison: Doris Ohlhöft (SV Sülfeld).

·          Eingesetzte Spielerinnen: 10. Jeanine Hildebrandt und Doris Ohlhöft im Tor. Hinzu kommen acht Feldspielerinnen, welche 401 Tore erzielten, die sich wie folgt verteilen: 1. Melanie Bernecker 99/21, 2. Dörte Knickrehm 99/47, 3. Martina Gliewe 57, 4. Stefanie Bernecker 53/7, 5. Andrea Hasenberg 44, 6. Anja Müller 28, 7. Nicole Röhrs 21. Susann Müller ging leer aus.

·          Abschlußplazierung: 3. Rang. 22 Spiele, 12 Siege, 2 Unentschieden, 8 Niederlagen, 401:374 Tore, 26:18 Punkte.

·          Hinrundenbilanz: 11 Spiele, 8 Siege, 1 Unentschieden, 2 Niederlagen, 209:185 Tore, 17:5 Punkte.

·          Rückrundenbilanz: 11 Spiele, 4 Siege, 1 Unentschieden, 6 Niederlagen, 192:189 Tore, 9: 13 Punkte.

·          Heimbilanz: 11 Spiele, 9 Siege, 2 Niederlagen, 219:180 Tore, 18:4 Punkte.

·          Auswärtsbilanz: 11 Spiele, 3 Siege, 2 Unentschieden, 6 Niederlagen, 182:194 Tore, 8:14 Punkte.

·          Höchster Heimsieg: 27:15 gegen den MTV Heide.

·          Höchster Auswärtssieg: 15:11 gegen den TSV Munkbrarup.

·          Höchste Heimniederlage: 12:18 gegen den TSV Neustadt.

·          Höchste Auswärtsniederlage: 13:20 gegen die SG Jarplund-Weding/Adelby II.

·          Zahlende Zuschauer: 1270.

·          Durchschnittliche Zuschauerzahl: 115.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 1.7.1988

 

Mittwoch, 6. Juli 1988

Mit einem Minikader das Saisonziel geschafft

Oldesloer Trainer Fischer ist mit seinen Handballerinnen zufrieden

(Harald Schaefer) Eine zufriedene Bilanz zog er Trainer der Oberliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe, Jörg Fischer. Man habe eigentlich das erreicht was vor Saisonbeginn realistisch erschien, auch wenn es während der Punktspielserie bisweilen so ausgesehen hätte, als ob mehr dringewesen wäre.

„Wir wollten vor Saisonbeginn unter die ersten drei“, erinnert Jörg Fischer, „und dieses Ziel haben wir erreicht.“ Dieses sei um so erstaunlicher, als daß der VfL im Gegensatz zur Konkurrenz mit einem Minikader von neun Spielerinnen habe auskommen müssen. Verletzungen durften da kaum auftreten, „aber wenn man eine Mannschaft qualifiziert vorbereitet und technisch gut ausbildet, dann ist die Verletzungsgefahr geringer“, so Fischer.

Schon zu Saisonbeginn zeigten die Oldesloerinnen in den Spielen gegen die ambitionierten Teams Kaltenkirchener TS (23:18) und Oldenburger SV (21:16), daß sie konditionell gut gerüstet und zu einer Einheit geworden waren.

Danach bot die Mannschaft eine konstante Leistung, baute jedoch zum Saisonende ein wenig ab. „Dennoch ist der Neuaufbau mit der Mannschaft gelungen“, meint Fischer, „die gemeinschaftliche Geschlossenheit zeichnet dieses Team aus. Dadurch ergibt sich, daß kaum etwas auf Einzelaktionen abgestellt ist.“

Fischer wundert sich heute noch über die Ausgeglichenheit der Liga. Schließlich ergab sich die kuriose Situation, daß der VfL Oldesloe und der TSV Neustadt den Titel ausspielten und der Rest gegen den Abstieg kämpfte. Selbst Vizemeister Oldenburger SV geriet kurzfristig in die Abstiegszone.

So war es nicht verwunderlich, daß im direkten Vergleich zwischen dem VfL Oldesloe und dem TSV Neustadt – das Hinspiel endete 12:18, das Rückspiel 19:21 – die Meisterschaftsentscheidung fiel. Der VfL gab vier Punkte ab und Neustadt war Meister. Von möglicherweise zu großer Nervosität seiner Mannschaft in diesem Vergleichen will Jörg Fischer nichts wissen: „Nein, nervös waren wir nicht. Aufgrund des kleinen Kaders fehlte die taktische Abwehrvariante, insbesondere gegen Margret Holz.“

Inzwischen ist der VfL auf Suche nach Verstärkungen gegangen. Diese sollten in das familiäre Mannschaftsgefüge passen und auch in das athletische Spiel, mit welchem die Mannschaft oft zu begeistern wußte.

Mit 27:15 (gegen den MTV Heide) und mit 25:15 (gegen die FT Neumünster) bot der VfL seinen Zuschauern die höchsten Saisonsiege. Dennoch blieb es meist ruhig in der Stormarnhalle. So wünscht sich der Trainer für künftige Auftritte vor heimischer Kulisse: „Es wäre schön, wenn das Publikum stets hinter der Mannschaft stünde und den VfL lautstark unterstützen würde. Dabei sollte natürlich auch die Leistung des Gegners honoriert werden.“

Auch Kuriositäten wurden dem Oldesloer Publikum in der vergangenen Spielzeit geboten. Martina Gliewe erzielte ein Eigentor, und einmal kassierte der VfL vom Anwurf weg einen Gegentreffer. „Aber das muß man wegstecken“, lacht Fischer. „Wir sind jedenfalls alle mit ein mit dem Saisonverlauf zufrieden und es macht Spaß, mit dieser Truppe zu arbeiten.“

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 6.7.1988

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