Freitag, 13. Januar 1989
Handball-Oberliga der Damen startet in die Rückrunde
Oldesloe spielfrei
(kx). … Verzichten müßte auch Jörg Fischer, Trainer des VfL Oldesloe, und zwar auf Melanie Bernecker. Sie wurde für das Wochenende zu einem Auswahllehrgang einberufen. Aus diesem Grund kommen ihre Mitspielerinnen zu einem weiteren spielfreien Wochenende. Die für Sonntag angesetzte Begegnung beim TSV Neustadt wurde verlegt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 13.1.1989
Mittwoch, 18. Januar 1989
Oldesloer Handballdamen erwarten Kaltenkirchen
(kx). Wenn die Handballspielerinnen vom VfL Oldesloe an ihren nächsten Gegner, die Kaitenkirchener TS, denken, dann werden mit Sicherheit Erinnerungen an die kurzfristig abgesetzte Partie des letzten Jahres wach. Damals sagte die KTS die Begegnung zum einen spät und zum anderen mit einer etwas undurchsichtigen Begründung ab. Einige ihrer Spielerinnen waren an Grippe erkrankt, und deshalb wollten die Kaltenkirchenerinnen nicht antreten. Ersatz aus ihren unteren Mannschaften konnten sie nicht beschaffen.
Die Staffelleitung entsprach dem Wunsch nach Spielverlegung. Nun kommt es am morgigen Donnerstag zum zweiten Anlauf. Um 20 Uhr wird die Oberliga-Partie in der Heinrich-Vogler-Halle angepfiffen. „Es ist entscheidend, wie schnell wir nach der langen Punktspielpause zu unserem Spiel finden“, sagte Betreuer Peter Stäcker.
In einem ersten Test hatten die Oldesloerinnen noch einige Anlaufschwierigkeiten. Bei Eintracht Groß Grönau siegten die Damen zwar mit 21:19, doch gab es noch Abstimmungsprobleme. Die sollen jedoch bis morgen abend abgestellt sein.
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.1.1989
Donnerstag, 19. Januar 1989
VfL Oldesloe –Kaltenkirchener TS 17:15 (6:8)
Oldesloer Damen kämpfen Kaltenkirchen mit 17:15 nieder
Die Provokationen des Tabellenletzten
(kx). Sie war geschoben und gestoßen worden. Immer wieder hatten die Kaltenkirchener Handballspielerinnen der Oldesloerin Melanie Bernecker in den Wurfarm gegriffen, oder sie mit einer Umklammerung des Halses am Sprung gehindert. „Die waren von Beginn an darauf aus, meine Spielerinnen zu provozieren“, ärgerte sich VfL-Trainer Jörg Fischer über die Spielweise der Gäste, die offensichtlich Einsatz mit Härte verwechselt hatten. Und um Haaresbreite hätten die Kaltenkirchenerinnen mit diesem Rezept sogar Erfolg gehabt.
Zur Pause führte der Tabellenletzte aus dem Kreis Segeberg überraschend mit 8:6. Letztendlich wurde aber doch die Mannschaft belohnt, die Handball spielte: Mit 17:15 setzten sich die Damen vom VfL Oldesloe durch. Und „Melli“ Bernecker, die meist das Opfer der KTS-Attacken war, bestrafte ihre Gegnerinnen mit fünf Toren.
„Ihr müßt ruhiger spielen und dürft überhaupt nicht auf die Provokationen eingehen“, sagte Jörg Fischer seinem Team, als es zur Halbzeit mit zwei Toren im Rückstand lag. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte die KTS nämlich ihr Ziel erreicht. Erst mußte Nicole Röhrs auf die Strafbank, wenige Sekunden später folgte ihr Heinke Juds. Nachdem Heinke über 29 Minuten alle Fouls wortlos weggesteckt hatte, warf sie ihrer Gegenspielerin nach einem Zusammenprall etwas mehr als böse Blicke zu. Doch auch mit zwei Spielerinnen weniger auf dem Feld kassierten die Oldesloerinnen kein Gegentor.
Dabei steuerten die Gastgeberinnen in den ersten Spielminuten einem sicheren Sieg entgegen. Mit 3:0 führten sie, und als sie nach zehn Minuten den ersten Gegentreffer kassierten, nahm das wohl kaum eine Spielerin ernst, Doch mit Fangfehlern und schlechten Abspielen brachten die Stormarnerinnen ihre Gegner immer wieder in Ballbesitz. Die Quittung: Nach einer halben Stunde führte der Außenseiter Kaltenkirchen mit 8:6.
Ein erneutes Foul leitete die Wende ein. Martina Gliewe wurde in den eigenen Kreis gestoßen und mußte sich einige Minuten auf der aus Wechselbank erholen. Als sie wieder auf dem Feld war, bekamen die Kaltenkirchenerinnen ihre „Rache“ zu spüren. Mit zwei Treffern in Folge warf Martina ihre Mannschaft erstmals mit 11:10 in Führung. Im Oldesloer Tor wehrte Jeanine Hildebrand sogar plazierte Würfe sicher ab. Und auf der anderen Seite sah die sicherste Abwehrspielerin der Gäste nach ihrer dritten Zeitstrafe die rote Karte.
Den Ein-Tore-Vorsprung gaben die Oldesloerinnen bis zum Schlußpfiff nicht mehr ab. Bei Würfen von Nicole Röhrs und Martina Gliewe verhinderte der Torpfosten weitere Treffer. Und als ein Wurfversuch der Gäste in den Schlußsekunden bereits in den Armen der VfL-Abwehrreihe hängenblieb, schnappte sich Dörte Knickrehm den Ball. Unter dem Jubel ihrer Mitspielerinnen vollendete sie den Gegenstoß mit dem 17:15. „Super“, lobte Fischer die Steigerung seiner Spielerinnen – und machte einen meterhohen Luftsprung von seiner Bank.
Aufregung gab es trotz des Sieges nach Spielschluß. Der 125 Mark teure Spielball war plötzlich verschwunden, keiner hatte etwas gesehen. So machte sich Dörte Knickrehm nach einem aufregenden Abend noch einmal auf die Suche – vergeblich.
Mit sechs Treffern war Dörte erfolgreichste Werferin, gefolgt von Melanie Bernecker (5), Martina Gliewe (4), Andrea Hasenberg und Nicole Röhrs (beide 1).
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.1.1989
Freitag, 27. Januar 1989
(kx). … Erneut pausieren dürfen – oder müssen – die Damen des Tabellenzweiten VfL Oldesloe. Die ursprüngliche angesetzte Begegnung gegen die FT Neumünster wurde auf den 9. Februar verlegt. So können sich die Oldesloerinnen in aller Ruhe auf das Spitzenspieler bei Tabellenführer DJK Kiel am nächsten Wochenende vorbereiten.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.1.1989
Mittwoch, 1. Februar 1989
Wer will mitfahren?
(kx). Auf lautstarke Unterstützung hoffen die Handballspielerinnen vorn VfL Oldesloe im Oberliga-Spitzenspiel bei Tabellenführer DJK Kiel. Deshalb bieten die Oldesloer ihren Fans am Sonnabend eine Mitfahrgelegenheit im Mannschaftsbus an. Wer die in der Tabelle nach Minuspunkten führenden Oldesloerinnen begleiten möchte, kann sich einen Platz bei Oliver Nowak (Telefon 04531/85831) oder Holger Orlowski (04531/81479) reservieren lassen. Der Bus fährt am Sonnabend um 16 Uhr vorn Parkplatz am Exer ab, die Fahrt kostet 10 Mark.
STORMARNER TAGEBLATT vom 1.2.1989
Sonnabend, 4. Februar 1989
Oldesloer Handballdamen reisen zum Spitzenspiel nach Kiel
Der Tag der Entscheidung
(kx). Der Tag der Entscheidung, das könnte für die Handballspielerinnen des VfL Oldesloe der Sonnabend an diesem Wochenende werden. Denn um 19 Uhr treten die Oldesloerinnen, zur Zeit Oberliga-Dritter, beim Tabellenführer DJK Kiel an.
Zwar können die VfL-Mädchen den Spitzenreiter (noch) nicht vom Thron stürzen, doch mit einem Sieg könnten sie sich selbst in eine hervorragende Position im Kampf um die Oberliga-Meisterschaft bringen. Die Erklärung: Mit ihren sechs Minuspunkten liegen die Stormarnerinnen (20:6 Punkte) bereits jetzt einen Zähler besser im Rennen als die Kielerinnen (23:7 Punkte). Nur aufgrund zweier mehr ausgetragener Spiele rangieren die DJK-Damen auf dem ersten Rang.
Mit einem Erfolg würden sich die Oldesloer Damen ein komfortables Drei-Punkte-Polster zum Gastgeber und zum Zweiten TSV Altenholz (21:9 Punkte) schaffen. Bei einer Niederlage müßten sie allerdings auf einen Ausrutscher der Kielerinnen in den ausstehenden Begegnungen hoffen. Am letzten Wochenende waren beide Teams spielfrei.
Eine Tatsache spricht jedoch gegen den VfL Oldesloe. Im Hinspiel in der Stormarnhalle siegten die Kielerinnen, Doch dies dürfte mit Sicherheit Grund genug sein, diesmal den Spieß umzudrehen. Dann würde sicherlich auch die Rückreise im Mannschaftsbus viel lustiger werden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 4.2.1989
Sonnabend, 4. Februar 1989
DJK Kiel – VfL Oldesloe 16:17 (7:6)
Oldesloer Handballdamen siegten im Spitzenspiel bei DJK Kiel mit 17:16
Der Irrtum von Torhüterin Jeanine Hildebrand
(kx). Jeanine Hildebrand, Handballtorhüterin beim VfL Oldesloe, war wütend. Zu Beginn der zweiten Halbzeit im Oberliga-Spitzenspiel bei DJK Kiel kassierte sie einen Treffer nach dem anderen, die Kielerinnen zogen nach einer 7:6-Halbzeitführung bis auf 15:11 davon. „Ich halte keinen einzigen Ball mehr“, ärgerte sich Jeanine und spielte mit dem Gedanken, sich auswechseln zu lassen.
Doch die Torhüterin ehrte sich – glücklicherweise – gewaltig. In den verbleibenden zwölf Minuten mußte sie nur noch einen Ball aus dem Netz holen – und leitete mit ihren Paraden die Wende ein. Nach Martina Gliewes Ausgleichstreffer zum 16:16 wehrte Jeanine Hildebrand einen beinahe unerreichbaren Ball mit der Fußspitze ab (56.). Und nach Dörte Knickrehms 17:16 (58.) parierte Jeanine zehn Sekunden vor dem Abpfiff auch den letzten Wurfversuch der Kielerinnen. Der VfL-Sieg war perfekt.
Der Dank ihrer Mitspielerinnen ließ nicht lange auf sich warten. Die Torhüterin war natürlich Mittelpunkt der anschließenden Jubeltraube. Und da die Oldesloerinnen ein schon verloren geglaubte Spiel doch noch aus dem Feuer gerissen hatten, war die Freude natürlich doppelt groß.
„Ein ungemein wichtiger Sieg. Allerdings müssen wir nun auch unsere beiden kommenden Heimspiele gewinnen“, dachte Trainer Jörg Fischer im Moment des Triumphs schon an die nächste Woche. Nach dem 17:16-Erfolg beim Tabellenführer haben die Oldesloerinnen drei Minuspunkte Vorsprung vor DJK Kiel. Da Verfolger TSV Altenholz überraschend zwei Punkte in Neustadt ließ, sind die VfL-Damen ihrem Saisonziel einen großen Schritt näher gekommen: dem Aufstieg in die Regionalliga.
Während Jeanine Hildebrand in Kiel zum Rückhalt der Mannschaft wurde, brachte die eingewechselte Stefanie Bernecker im zweiten Durchgang neuen Schwung in den VfL-Angriff. Heinke Juds und Martina Gliewe, die sich in der zweiten Halbzeit gewaltig steigerte, warfen die Stormarnerinnen Tor um Tor heran.
Mit fünf Treffern führte Heinke Juds auch die Torschützenliste an. Martine Gliewe traf viermal. Die restlichen Tore warfen Melanie Bernecker (3), Dörte Knickrehm (2), Andrea Hasenberg, Stefanie Bernecker und Nicole Röhrs (alle 1).
Der Schlußpfiff ging im Jubel der Spielerinnen und der etwa 20 mitgereisten Oldesloer Zuschauer, die die Übermacht in der Halle hatten, unter. Die ersten Sektkorken knallten durch die Luft, in der Kabine wurde der Erfolg gefeiert. Und während Heinke Juds ihren Gegenspielerrinnen auf dem Feld meist entwischt war, war sie in der Kabine nicht schnell genug. Im Trikot wurde sie von Martina Gliewe unter die Dusche gestellt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.2.1989
Montag, 6. Februar 1989
Kiel hin und zurück
Peters Geburtstag und eine Tante aus Marokko
„Meine Tante aus Marokko“, hallte es durch den Mannschaftsbus der Handballdamen vom VfL Oldesloe. Ausgelassen feiern die Medien auf der Rückfahrt ihren Sieg in Kiel. Als „Vorsängerin“ stimmt Andrea Hasenberg, die schon bald auf dem Gang steht, immer wieder neue Lieder an. Gelegentlich steigen die Jüngeren der mitgereisten Fans ein, doch die meisten zungenbrechenden Texte kennen nur die Handballerinnen.
Kaum hat der Bus die Kieler Stadtgrenze passiert, gibt es ein Problem: Sekt und Bier sind alle. „Nachschub“, fordern die Fans. Mit einem schnell gesammelten Trinkgeld – in dieser Situation ein sehr passender Name – wird der Fahrer „bestochen“, damit er an der nächsten Tankstelle anhält: erste Hilfe für die trockenen Kehlen.
„Peeeter, Peeeter“, klingt es plötzlich durch den Gang. Gemeint ist eindeutig Betreuer Peter Stäcker, der dem Ruf der Damen folgt und sich auf den Weg zu den hinteren Sitzreihen macht. Dort wartet eine Überraschung auf ihn: sein Geburtstagsgeschenk. Die gesamte Mannschaft hat ein weißes Sweatshirt mit bunten Namenszügen bemalt, um ihm nachträglich zu gratulieren.
Der Bus hält am Segeberger ZOB, um Jeanine Hildebrand, Steffi und Melanie Bernecker abzusetzen. Zum zweitenmal sind die Getränkevorräte aufgebraucht, doch ist keine Tankstelle in Sicht. Trotzdem wird weiter gesungen, mit verkleinerter Mannschaft und doppelter Lautstärke, bis der Bus auf dem Parkplatz an der heimischen Stormarnhalle anhält.
Dort, wo die Oldesloerinnen vor sechs Stunden gestartet waren. Und Andrea Hasenberg machte sich gleich auf den Weg. Schließlich hatte sie ihren Mitspielerinnen auf der Hinfahrt den Grund ihrer schwarz lackierten Fingernägel erklärt: „Gestern Abend war ich auf einer Faschingsfeier, heute ist die nächste. Da lohnt es sich nicht, den Nagellack zu entfernen.“
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.2.1989
Donnerstag, 9. Februar 1989
VfL-Damen können heute Tabellenführer werden
(mth). Der VfL Oldesloe könnte heute in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handballdamen mit einem Sieg im Nachholspiel gegen FT Neumünster die Tabellenführung übernehmen. Die Mannschaft mit den wenigsten Minuspunkten in der Klasse ist die Truppe von Trainer Jörg Fischer ja nun schon geraume Zeit und spätestens seit dem letzten Wochenende, als sie das Spitzenspiel bei DJK Kiel knapp für sich entschied, ist sie auch erklärter Meisterschaftsfavorit.
Aber natürlich darf die Mannschaft, die zuletzt acht Siege in Folge schaffte, nun die Zügel nicht schleifen lassen. Auch nicht gegen die Neumünsteranerinnen, die mit 14:16 Punkten im Mittelfeld der Tabelle rangieren, die aber noch ein paar Punkte benötigen, um den Klassenerhalt ganz sicher zu haben, denn in der unteren Tabellenhälfte liegen die Mannschaften außerordentlich dicht zusammen, so daß sich noch sechs oder gar sieben Mannschaften Gedanken über den Abstieg machen müssen.
Als Favorit aber gehen Andrea Hasenberg und Co. allemal in die Partie, die heute um 20.15 Uhr in der Stormarnhalle beginnen soll. Kann die Truppe auch nur annähernd an ihre letzten Leistungen anknüpfen, müßte der neunte Sieg in Folge und damit die Übernahme der Tabellenführung fällig sein. Ein solcher Sieg wäre natürlich auch zusätzlicher Rückenwind für das Stormarnderby am Sonntag an gleicher Stelle um 14.45 Uhr.
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.2.1989
Donnerstag, 9. Februar 1989
VfL Oldesloe – FT Neumünster 21:13 (9:5)
Glatter Erfolg über FT Neumünster
In dieser Form winkt den VfL-Damen der Meistertitel
(mth). Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe ist auf dem besten Wege zurück zu alten Glanzzeiten. In einem Nachholspiel besiegte die Truppe von Trainer Jörg Fischer FT Neumünster mit 21:13 (9:5) und übernahm mit diesem ungefährdeten Erfolg, dem neunten in Folge, erstmals in dieser Saison die Tabellenführung in der Oberliga.
Das Team um Mannschaftsführer Andrea Hasenberg zeigte dabei über weite Phasen des Spiels eine glänzende Leistung. In dieser Form hat die Mannschaft alle Chancen, ihre glänzende Ausgangsposition – der nächste Verfolger, DJK Kiel, hat schon drei Minuspunkte mehr auf dem Buckel – in einen Titelgewinn in der schleswig-holsteinischen Oberliga und in den Wiederaufstieg in die Regionalliga umzumünzen.
Für das Storm einer Kreisderby am Sonntag um 14.45 Uhr gegen die SG Großensee/Möhnsen ist der VfL bestens gerüstet und klarer Favorit, auch wenn man berücksichtigt, daß Nachbarschaftsderbys gelegentlich ihre eigenen Gesetze haben.
Gewiß: Die die Mannschaft hatte wieder ein paar schwächere Phasen, in denen die Konzentration deutlich nachließ. Aber die Mannschaft ist in ihrer Grundaufstellung – Jeanine Hildebrand, Nicole Röhrs (2 Treffer), Heinke Juds (3), Andrea Hasenberg (2), Martina Gliewe (2), Melanie Bernecker (6/4), Dörte Knickrehm (4) und Stefanie Bernecker (2/1) als erster Auswechselspielerin – derart kompakt besetzt, daß sie auch Schwächeperioden gut überbrücken und wegstecken kann.
Mit diesen acht Spielerinnen aber hat es inzwischen beim VfL nicht mehr sein Bewenden. Neuerdings kann man, was weit mehr als zwei Jahre lang nicht der Fall war, das erlaubte Kontingent auf dem Spielberichtsbogen (zwölf Spielerinnen) wieder voll ausschöpfen.
Annabel Hartmann, Beate Juds, Alexandra Bartels (bis zur B-Jugend im VfL Oldesloe, dann zum VfL Rethwisch und zum FC St. Pauli gewechselt, jetzt zu ihrem Stammverein zurückgekehrt) und Doris Ohlhöft komplettieren den Kader von Jörg Fischer.
Gegen Neumünster wurden bis auf Doris Ohlhöft, die als zweite Torhüterin durch die anhaltende Hochform ja von Jeanine Hildebrand etwas im Schatten steht, alle Spielerinnen auch eingewechselt und es wurde dabei deutlich, daß sie nicht mehr Welten von der Stammformation trennen. Mit der nötigen Ausdauer und Trainingsfleiß können sie durchaus bald Anschluß finden.
Im Spiel geriet der Sieg der Oldesloerinnen eigentlich nie in Gefahr. Die Neumünsteraner Rennen gingen zwar in der 1. Minute mit 1:0 in Führung, aber als der VfL dann nach fünf Minuten richtig warm geworden war, ging der Zug bald in die andere Richtung ab.
Über 4:1 (13. Minute) zog der VfL auf 7:2 (17. Minute) davon. Danach legte man eine längere Ruhepause ein (bis zum 7:5 in der 24. Minute), ehe man das Pausenergebnis auf 9:5 ausbaute.
Auch nach dem Seitenwechsel benötigte der VfL erst eine kurze Anlaufzeit (bis zum 9:7 in der 34. Minute), aber dann beherrschte er ganz sicher die Partie und baute den Vorsprung bis zum Schluß kontinuierlich aus. Dabei konnte es sich die Mannschaft erlauben, die Deckung, die in den ersten 30 Minuten ganz hervorragend stand, in der zweiten Halbzeit phasenweise zu lockern. Die Neumünsteranerinnen, das soll den VfL-Sieg weiß Gott nicht schmälern, waren nicht Varianten reich genug, um daraus viel Kapital zu schlagen.
Um so weniger, als sie ihre sämtlichen fünf Siebenmeter nicht in Tore ummünzen konnten. Drei hielt Jeanine Hildebrand, zwei verfehlten das VfL-Tor. Ganz optimal war auch die Strafwurfausbeute bei den Oldesloerinnen nicht. Zu den drei verwandelten Siebenmetern der Bernecker-Schwestern kamen zwei Fehlwürfe von Dörte Knickrehm und Melanie Bernecker.
STORMARNER TAGEBLATT vom 10.2.1989
Sonntag, 12. Februar 1989
VfL Oldesloe – SG Großensee/Möhnsen 14:14 (6:4)
Am Ende Jubel nur bei SG Großensee/Möhnsen
(mth). Am Ende jubelte nur der Gast im Stormarner Kreisderby der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handballdamen in der Oldesloer Stormarnhalle über das 14:14 Unentschieden. Von der Ausgangsposition her war das verständlich. Schließlich war die SG Großensee/Möhnsen, die sich in akuter Abstiegsgefahr befindet, als krasser Außenseiter zum Spitzenreiter VfL Oldesloe gefahren.
Einen Punkt beim frischgebackenen Spitzenreiter der Spielklasse zu holen, war deshalb für sie ein Traumergebnis. Zieht man aber dem Spielverlauf nach nüchtern Bilanz, dann hatten die Schützlinge von Trainer Ingo Nahts allen Grund, sich über einen verschenkten Punkt zu ärgern.
Drei Minuten vor Schluß nämlich führten sie noch mit 13:11 und waren nicht nur ergebnismäßig in Führung, sondern hatten auch zwei Spielerinnen (Andrea Hasenberg und Heinke Juds saßen Zwei-Minuten-Strafen ab) mehr auf dem Parkett.
Aber trotz doppelter Unterzahl konnte der VfL auf 12:13 verkürzen (Melanie Bernecker) und in einfacher Unterzahl gelang Martina Gliewe sogar der Ausgleich. Das nervte 120 Sekunden vor dem Abpfiff den Außenseiter so sehr, daß er 25 Sekunden vor Schluß sogar noch einmal in Rückstand geriet (Dörte Knickrehm), aber nur 15 Sekunden später markierte Andrea Ketzel mit ihrem zweiten Feldtor dann doch den Ausgleichstreffer und natürlich war es dieser Treffer, der die Großenseerinnen am Ende so sehr jubeln ließ.
Im Mittelpunkt der Ovationen stand dabei Torhüterin Martina Havemann, die in der Tat eine ganze Serie von Würfen entschärfte. Allerdings: Die Oldesloerinnen warfen über weite Strecken auch bedenklich ungenau und drucklos.
Gegenüber dem Spiel am Donnerstag (21:13 gegen FT Neumünster) war die Truppe von Trainer Jörg Fischer einfach nicht wiederzuerkennen. Sie spielte um Klassen schlechter und hatte bei Licht besehen, den zehnten Sieg in Folge auch nicht verdient.
Als Ursache dafür reichen die „besonderen Gesetze“, die Lokalderbys haben, sicher nicht aus. Gewiß, reichlich Hektik und Unruhe war 60 Minuten lang nicht zu verleugnen, aber das betraf beide Mannschaften gleichermaßen.
Phasenweise glich das Geschehen auf dem Parkett eher dem ehrwürdigen Völkerball denn Oberliga-Handball, so sehr hatten die Spielerinnen beider Mannschaften die Übersicht verloren. VfL-Coach Jörg Fischer wollte in der besonderen Atmosphäre des Nachbarduells denn auch nicht die alleinige Ursache für den Leistungsabfall in seiner Mannschaft sehen. „Spiele am Sonntag liegen meiner Mannschaft überhaupt nicht, denn der Sonnabend ist für viele meiner Spielerinnen Feten-Tag, egal, was für ein Spiel am nächsten Tag ansteht“, suchte er eine außersportliche Erklärung für den Knick.
Im Spiel selbst ging der VfL erst Mitte der ersten Halbzeit erstmalig in Führung (4:3). Vorher hatte stets der Gast ein Tor vorlegt, der sogar eine höhere Führung einmal vergab, als Margitta Koops mit einem Siebenmeter an Jeanine Hildebrand scheiterte (7. Minute).
Die hatte auch großen Anteil daran, daß der VfL trotz wenig überzeugenden Spiels zur Pause mit 6:4 führte. Nach 27 Minuten allerdings mußte sie eine Zwangspause einlegen, als sie von Sabine Schäfer am Kopf getroffen wurde. Gleiches passierte aber auch auf der Gegenseite zweimal Martina Havemann (jeweils nach Würfen von Dörte Knickrehm), aber sie konnte jeweils sofort weiterspielen.
Jeanine Hildebrand dagegen wurde erst wieder in der 48. Minute eingewechselt. Daß die SG bis dahin auf 8:8 gleichgezogen hatte, lag aber keineswegs an Hildebrand-Vertreterin Doris Ohlhöft. Sie zeigte eine ordentliche Leistung, auch wenn sie – natürlich – mangelnde Spielpraxis offenbarte.
Bis zur 55. Minute (11:11) stand die Partie dann auf des Messers Schneide, schien sich durch die Zeitstrafen von Andrea Hasenberg und Heinke Juds – ansonsten gab es da ein Übergewicht für die Großenseerinnen, bei denen Karen Willers wegen dreier Zeitstrafen in der 49. Minute sogar Rot sah – zugunsten des Gastes zu wenden, ehe es zur oben geschilderten dramatischen Schlußphase kam.
Mit fünf Treffern war die SG-Spielerin Kathrin Schönberger erfolgreichste Werferin des Kreisderbys. Für ihre Mannschaft trafen außerdem noch Andrea Ketzel (3/1), Karen Willers, Catrin Ketzel (je 2), Maren Willers (1) und Margitta Koops (1/1).
Beim VfL teilten sich Melanie Bernecker (4/2), Martina Gliewe (3), Dörte Knickrehm (3/1), Heinke Juds, Andrea Hasenberg, Nicole Röhrs und Stefanie Bernecker die 14 Tore. Ein Übergewicht hatte der VfL nur bei Treffern gegen Pfosten und Latte (7:4). Dafür allein aber gab es keinen Punktsieg, doch trotz des Remis konnte die Fischer-Truppe den ersten Tabellenplatz und ihren Drei-Punkte-Vorsprung (nach Minuspunkten) behaupten, denn DJK Kiel und TSV Altenholz trennten sich im Verfolgerduell ebenfalls mit einem Remis.
STORMARNER TAGEBLATT vom 13.2.1989
Freitag, 17. Februar 1989
Auswärtsspiel für Oldesloe
Punkte für den Aufstieg
(kx). Nach dem Unentschieden vom letzten Wochenende trennen sich nun wieder die Wege für die Handballspielerinnen vom VfL Oldesloe und der SG Großensee/Möhnsen. Während die Oldesloerinnen weitere Punkte im Kampf um die Oberliga- Meisterschaft sammeln wollen, möchten sich die Großenseerinnen aus der Abstiegszone absetzen.
Die Damen vom VfL Oldesloe treten bereits am Sonnabend bei einem ihrer ärgsten Verfolger an, dem Tabellendritten TSV Altenholz. „Das Spiel gegen Großensee ist keine Bemessungsgrundlage“, glaubt Trainer Jörg Fischer an eine deutliche Leistungssteigerung in seinem Team. Wenn die Partie beim Regionalliga-Absteiger aus Altenholz, der vier Minuspunkte hinter dem VfL liegt, um 19.30 Uhr angepfiffen wird, möchte Fischer aus einer verstärkten Deckung zum Erfolg kommen. „Wir müssen 60 Minuten konzentriert verteidigen“, warnt er vor den cleveren Gastgeberinnen.
Da die Handballerinnen wieder auf Unterstützung durch ihre Fans hoffen, bitten Sie erneut eine Mitfahrgelegenheit im Mannschaftsbus an. Anmeldungen nimmt Holger Orlowski an. Der Bus fährt am Sonnabend um 16.30 Uhr vom Parkplatz am Exer ab. Fahrpreis: 10 Mark. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 17.2.1989
Sonnabend, 18. Februar 1989
TSV Altenholz – VfL Oldesloe 23:19 (13:6)
Damen verschliefen erste Halbzeit
(mth). Mit einer Serie von neun Siegen in Folge hatte sich die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe in der schleswig-holsteinischen Oberliga die Tabellenführung erobert und bei mindestens drei Minuspunkten Vorsprung vor den Verfolgern hatte die Truppe von Trainer Jörg Fischer alle Chancen auf den Gewinn der Meisterschaft.
Aber die Höhenluft ist den VfL-Damen offensichtlich nicht gut bekommen. Eine Woche nach dem (für sie) so enttäuschenden Remis im Kreisderby gegen die SG Großensee/Möhnsen kassierten sie beim TSV Altenholz nun eine 19:23 (6:13)-Niederlage und wurden damit zunächst einmal die Tabellenführung an DJK Kiel los.
Allerdings hat der VfL noch immer alle Chancen, am Ende der Saison ganz vorne zu landen, denn er hat weiterhin die wenigsten Minuspunkte in der Klasse.
In Altenholz konnten die Oldesloerinnen praktisch nur eine Minute, nach der es 1:1 stand, mithalten. Danach zeichnete sich das Spiel des VfL für weit mehr als eine Halbzeit nur noch durch Fahrigkeit, Pech und fehlende Konzentration aller Spielerinnen.
Über 4:1 (5. Minute), 6:2 (10. Minute) zog der TSV Altenholz – die wohl technisch beste Mannschaft der Klasse, die fast alle ihre Tore über den Kreis herausspielt – bis zur Pause auf 13:6 davon. Die Lethargie der Stormarnerinnen dauerte sogar noch bis zur 43. Minute und einem Spielstand von 15:6.
20 Minuten war der VfL dabei ohne jeden Torerfolg geblieben, obwohl er glasklare Chancen für ein gutes Dutzend Treffer hatte. Erst danach, als die Partie natürlich gelaufen war, traf auch der VfL ins Schwarze, aber zu einer Wende reichte es bei dieser Aufholjagd natürlich nicht mehr.
Die Tore für den VfL teilten sich Heinke Juds (6), Martina Gliewe (3), Stefanie Bernecker (3), Melanie Bernecker (2), Nicole Röhrs (2), Dörte Knickrehm (2/1) und Andrea Hasenberg. Im Tor blieb Jeanine Hildebrand hinter ihrer Glanzform ein gutes Stück zurück. Ohne Torerfolg blieb Beate Juds und Annabel Hartmann wurde nicht eingesetzt.
Schon am Donnerstag dieser Woche (Spielbeginn 20.30 Uhr) kann sich der VfL aber die Spitzenposition zurückerobern, Dafür aber muß er sein Nachholspiel beim abstiegsgefährdeten TSV Neustadt unbedingt gewinnen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.2.1989
Donnerstag, 23. Februar 1989
TSV Neustadt – VfL Oldesloe 16:14 (8:6)
14:16 in Neustadt
Die VfL-Damen fast ohne Titelchance
(mth). Gerade zwei Wochen ist es erst her: Mit dem neunten Sieg in Folge setzte sich die erste Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe an die Tabellenspitze der schleswig-holsteinischen Oberliga. Da sie zu dem Zeitpunkt mindestens drei Minuspunkte besser im Rennen lag, als ihre Verfolger, sah alles nach einem Meisterschaftsgewinn der Truppe von Trainer Jörg Fischer aus.
Aber dem Höhenflug, mit dem vor Saisonbeginn niemand hatte ernsthaft rechnen können, folgte ganz unvermittelt der Absturz. Es fing an mit dem Unentschieden im Kreisderby gegen die abstiegsgefährdete SG Großensee/Möhnsen. Eine Woche später folgte eine derbe Abfuhr beim TSV Altenholz und seit heute nun sind die Hoffnungen des VfL, die Meisterschaft zu erringen und in die Aufstiegsrunde zur Regionalliga zu ziehen, fast auf den Nullpunkt gesunken.
Beim Tabellenvorletzten TSV Neustadt nämlich kassierten die Stormarnerinnen im Nachholspiel eine 14:16 (6:8)-Niederlage. Aus eigener Kraft kann die Mannschaft, das ist sicher, nun vorerst nicht mehr den Titel holen, denn DJK Kiel hat nun die wenigsten Minuspunkte in der Liga und gegen diesen Gegner hat der VfL seine beiden Spiele ja schon absolviert.
Der Absturz der Mannschaft ist für Außenstehende kaum nachzuvollziehen. Am Ende der Siegesserie (bei den Siegen bei DJK Kiel und gegen FT Neumünster) hinterließ die Truppe einen so gefestigten Eindruck, so daß man eigentlich annehmen durfte, ihr könnte in der Oberliga nicht mehr viel passieren.
Das aber ist nun wie weggewischt. Andrea Hasenberg und Co. spielen plötzlich ohne jedes Selbstvertrauen und die gute Form ist wie Schnee im Sonnenschein zerschmolzen. Am Wochenende sind die VfL-Damen spielfrei. Wir sind einmal gespannt, ob die Mannschaft bis zum nächsten Heimspiel am kommenden Donnerstag um 20 Uhr in der Stormarnhalle gegen den Oldenburger SV wieder zu alter Leistungsstärke zurückfinden kann. Nur wenn das unverzüglich gelingt, bleibt vielleicht doch noch eine Chance auf den Titelgewinn, vorausgesetzt, DJK Kiel stolpert im Rest der Serie mindestens noch einmal. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 24.2.1989
Montag, 27. Februar 1989
Eklat bei Oberliga-Damen
Jörg Fischer legt das Training beim VfL ab sofort nieder
(mth). Die Handball-Oberliga-Mannschaft des VfL Oldesloe steht kurz vor Abschluß der Saison, in der sie bis Mitte letzter Woche ja noch erster Meisterschaftsanwärter war und in der sie trotz des neuerlichen Ausrutschers am Donnerstag in Neustadt (die Mannschaft verlor dort 14:16) noch Chancen auf den Gewinn der Meisterschaft hat, seit Sonnabend ohne Trainer da.
Jörg Fischer, der das Traineramt bei den VfL-Damen seit zwei Jahren inne hatte – er übernahm es kurz vor dem Regionalliga-Abstieg von Claus Schilk – hat seine Tätigkeit mit sofortiger Wirkung beendet. Er begründet seinen Schritt wie folgt: „Das Vertrauensverhältnis zwischen einem Teil der Mannschaft und mir, insbesondere aber zwischen Betreuer Peter Stäcker und mir ist so nachhaltig gestört, daß mir die Basis für eine gedeihliche Zusammenarbeit nicht mehr gegeben erscheint. Eigentlich wollte ich dennoch mit der Mannschaft wenigstens die Saison abschließen. Inzwischen aber habe ich erfahren, daß ohne mein Wissen und ohne Wissen einiger Spielerinnen schon geraume Zeit über meine Nachfolge verhandelt wird. Das hat mich bewogen, nun meinen Rücktritt unmittelbar zu vollziehen.“
Mannschaftsbetreuer Peter Stäcker zeigte sich von dem Schritt Fischers gestern überrascht. „Davon, daß eine Zusammenarbeit bis zum Saisonende nicht mehr möglich gewesen sei, kann von meiner Seite keine Rede sein. Ich wehre mich mit aller Entschiedenheit dagegen, als Buhmann in dieser Angelegenheit hingestellt zu werden.
Richtig ist, daß es gelegentlich in dieser Saison Reibungspunkte zwischen dem Trainer und mir und zwischen dem Trainer und einigen Spielerinnen gegeben hat. Bei Jörg Fischer habe ich die Bereitschaft vermißt, über entstandene Probleme offene Gespräche zu führen. Darüber haben sich bei mir auch mehrere Spielerinnen beklagt, ja, einige wollten deswegen sogar – nach dem Freundschaftsspiel gegen die HT 16 und vor dem Spiel bei DJK Kiel – ihre Mitwirkung in der Mannschaft unter diesem Trainer aufkündigen. Das habe ich in Gesprächen abgewendet, mit der Vorgabe, für die nächste Saison nach einem anderen Trainer Ausschau zu halten. Ich halte das für das legitime Recht eines jeden Vereins und jeder Mannschaft.“
Anfang dieser Woche will Stäcker nun zusammen mit der Mannschaft klären, wie man die Saison zu einem guten Ende bringt. Eile ist geboten, denn das nächste Spiel steht schon am Donnerstag dieser Woche um 20 Uhr in der Stormarnhalle gegen den Oldenburger SV auf dem Spielplan.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.2.1989
Donnerstag, 2. März 1989
Oldesloer Handballdamen heute gegen Oldenburger SV
Ohne Trainer in die letzten Punktspiele
(kx). Wenn die Handballdamen vom VfL Oldesloe heute abend gegen den Oldenburger SV antreten (20 Uhr, Stormarnhalle), werden zwei Plätze auf der Auswechselbank leer bleiben. Nachdem Trainer Jörg Fischer sein Amt niederlegte, trat auch Ersatztorhüterin Doris Ohlhöft aus dem Verein aus.
Während eines Treffens am Montag unterhielt sich die Mannschaft über ihre Zukunft. „Wir werden erst einmal keinen neuen Trainer engagieren“, faßte Betreuer Peter Stäcker das Ergebnis der Aussprache zusammen. Gegen Oldenburg wird Stäcker selbst das Kommando am Spielfeldrand übernehmen.
Seine Taktik steht bereits fest. „Wir dürfen die Oldenburgerinnen nicht in ihr Tempospiel kommen lassen.“ Im Hinspiel hatten die Oldesloerinnen damit wenig Probleme. Sie siegten mit drei Toren Vorsprung. Wollen sich die Stormarnerinnen ihre kleine Chance auf die Oberliga-Meisterschaft erhalten, dürfen sie sich am heutigen Abend keinen weiteren Punktverlust erlauben.
STORMARNER TAGEBLATT vom 2.3.1989
Donnerstag, 2. März 1989
VfL Oldesloe – Oldenburger SV 18:21 (11:10)
18:21 gegen SV Oldenburg
Titelhoffnungen zu den Akten legen
(mth). Der Meisterschaftszug in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handballdamen ist für den VfL Oldesloe endgültig abgefahren. Schon nach der Niederlage vor einer Woche beim TSV Neustadt waren die Hoffnungen ja auf ein Minimum gesunken. Die Trennung von Trainer Jörg Fischer, er legte ja am letzten Wochenende sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder, hat ganz offensichtlich nicht dazu beigetragen, der Mannschaft neues Selbstvertrauen – und sei es aus einer Trotzreaktion heraus – zu geben.
Gegen den Oldenburger SV zeigte die nun trainerlose Mannschaft – auf der Bank saß nur noch Betreuer Peter Stäcker, der er ohnmächtig („Zum Trainer eigne ich mich ja nun wirklich nicht“) das Verhängnis seinen Lauf nehmen sah – über weite Strecken eine schwache Leistung und kassierte mit 18:21 (11:10) ihre dritte Niederlage in Folge.
Damit kann man nun getrost alle Meisterschaftshoffnungen „beerdigen“. Drei Punkte Rückstand sind gegenüber DJK Kiel bei nur drei noch ausstehenden Spielen mit Sicherheit nicht mehr aufzuholen, zumal die Kielerinnen ein eher leichtes Restprogramm haben. Aber auch unabhängig von solchen theoretischen Überlegungen kommen einem neutralen Beobachter bei Vorstellungen, wie sie die VfL-Damen gegen Oldenburg zeigten, ohnehin keine Gedanken an Meisterschaft und Aufstieg.
Die Truppe begann reichlich zerfahren und nervös und sah sich nach anfänglicher Führung (1:0 und 2:1) Mitte der ersten Halbzeit mit 2:5 (14. Minute) und 3:6 (17. Minute) im Rückstand. Erst dann folgte eine starke Periode der Mannschaft. Nun glaubte man doch eine Trotzreaktion bei Andrea Hasenberg und Co. zu spüren.
Der Rückstand wurde nicht nur aufgeholt, man ging sogar wieder selbst in Führung (8:7 und 10:9) und konnte sogar einen Vorsprung (11:10) mit in die Pause nehmen. Der war zweifellos ein wenig glücklich, vielleicht sogar ungerecht, denn man konnte durchaus Zweifel haben, ob denn der 11. Treffer für den VfL durch Heinke Juds noch vor der Halbzeitsirene gefallen war.
Nach dem Seitenwechsel war es mit der Herrlichkeit im VfL-Spiel dann wieder schnell vorbei. Aber daß die Mannschaft schlecht startet – auch nach der Pause –‚ ist ja nicht ganz neu. So mußte man die Sache bis zur 37. Minute bei einer 14:13-Führung der Gäste noch nicht unbedingt ernstnehmen, wenn auch schon offensichtlich wurde, daß der VfL kein Mittel fand, Beatrix Stengel und besonders Petra Brunow, die beiden mit Abstand besten Oldenburger Spielerinnen, zu neutralisieren.
Dann aber bekam das VfL-Spiel einen entscheidenden Knacks. In kurzer Folge bekamen zwei Gäste-Spielerinnen Zeitstrafen, aber in deutlicher Überzahl konnte der VfL den Spieß nicht etwa umdrehen, sondern er geriet noch weiter in Rückstand. Von da an war Hektik im Oldesloer Spiel angesagt und die Gäste konnten ihren Vorsprung ausbauen – streckenweise auf fünf Tore – und sicher über die Zeit bringen.
Die 18 Tore der Oldesloerinnen teilten sich Melanie Bernecker (4), Dörte Knickrehm (4/2), Heinke Juds (3), Stefanie Bernecker, Martina Gliewe, Andrea Hasenberg (je 2) und Beate Juds (ihr ersten Treffer für den VfL überhaupt). Außerdem kamen noch Nicole Röhrs, Annabel Hartmann und Alexandra Bartels im Feld zum Einsatz. Im Tor stand 60 Minuten lang Jeanine Hildebrand, die nach dem Austritt von Doris Ohlhöft nun ja auch einzige VfL-Torhüterin ist, ohne je ihre Glanzform, die sie in den letzten Monaten so oft gezeigt hatte, zu erreichen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 3.3.1989
Donnerstag, 9. März 1989
VfL-Damen heute bei BW Wittorf
(mth). Eilig hat es die Damen-Oberligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe, die Saison abzuschließen. Heute um 20.15 Uhr bestreitet sie ihre vorletzte Auswärtspartie bei Blau-Weiß Wittorf (20.15 Uhr) und am Sonnabend um 17 Uhr steht in der Stormarnhalle dann schon das letzte Heimspiel der Saison an (gegen VfL Bad Schwartau II).
Der Meisterschaftszug ist für die Oldesloerinnen inzwischen ja abgefahren. Dennoch will die Truppe, die bis zum Saisonende ja ohne Trainer auskommen muß – über eine Nachfolge von Jörg Fischer wird inzwischen verhandelt, entschieden aber ist noch nichts – alles daransetzen, die Saison ordentlich zu beenden und nicht als Punktelieferant für abstiegsgefährdete Mannschaften (auch Wittorf zählt noch zu diesem Kreis) herzuhalten.
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.3.1989
Donnerstag, 9. März 1989
Blau-Weiß Wittorf – VfL Oldesloe 9:14 (2:6)
VfL-Damen wieder auf dem zweiten Rang
(mth). Die kleine Krise, in der der Meistertitel in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handballdamen des VfL Oldesloe leichtfertig verspielt wurde und in die dann ja auch der Rücktritt von Trainer Jörg Fischer fiel, hat ein Ende gefunden. Im Nachholspiel bei Blau-Weiß Wittorf gelang der Mannschaft ein 14:9 (6:2)-Erfolg, mit der sie sich den zweiten Tabellenplatz zurückeroberte.
In der Partie in Wittorf fiel das erste Tor erst nach acht Minuten zum 1:0 für den VfL. Das Spiel blieb auch weiter torarm, was daran lag, daß die Gastgeberinnen, die praktisch ohne Rückraumwerferinnen spielen, gegen die kompakte VfL-Deckung nicht zum Zuge kam und die Oldesloerinnen ihrerseits ihre bekannten Schwierigkeiten mit Deckungsreihen zeigten, die mit vorgezogenen Spielerinnen agiert.
Erst in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit zog der VfL auf 6:2 davon. Als dann Dörte Knickrehm in der 32. Minute gar auf 7:2 erhöhte, schien die Partie gelaufen zu sein. Aber dann warfen die Stormarnerinnen 15 Minuten lang überhaupt kein Tor und Wittorf kam bis zur 49. Minute auf 6:7 heran. Stefanie und Melanie Bernecker aber sorgen dann in der Schlußphase mit ihren Treffern dafür, daß der Vorsprung des VfL bis zum Schluß wieder deutlicher wurde.
Beste VfL-Spielerin war Jeanine Hildebrand, die die Wittorferinnen schier zur Verzweiflung brachte. Die 14 Tore teilten sich Melanie Bernecker (4/2), Andrea Hasenberg (3), Stefanie Bernecker, Martina Gliewe, Heinke Juds (je 2) und Dörte Knickrehm. Außerdem kamen noch Beate Juds und Annabel Hartmann zum Einsatz.
STORMARNER TAGEBLATT vom 10.3.1989
Freitag, 10. März 1989
(mth). … Bereits morgen steht in der Handball-Oberliga der nächste (vorletzte) Spieltag auf dem Programm. Der VfL erwartet um 17 Uhr in der Stormarnhalle die zweite Mannschaft des VfL Bad Schwartau. Mit einem Sieg wollen die Oldesloerinnen ihren zweiten Platz festigen und sich bei ihren Zuschauern mit einer guten Leistung für die beiden letzten schwächeren Vorstellungen rehabilitieren.
STORMARNER TAGEBLATT vom 10.3.1989
Sonnabend, 11. März 1989
VfL Oldesloe – VfL Bad Schwartau II 19:11 (12:5)
19:11 gegen Schwartau II
VfL-Damen haben die Vizemeisterschaft sicher
(mth). Die Damen-Oberligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe hat die Formkrise, die kurz vor und kurz nach dem Rücktritt von Jörg Fischer als Trainer die Mannschaft entscheidend zurückwarf, endgültig überwunden. Zwei Tage nach dem 14:9-Erfolg in Wittorf besiegte die Truppe um Mannschaftsführer Andrea Hasenberg die zweite Mannschaft des VfL Bad Schwartau mit 19:11 (12:5) und hat nun die Vizemeisterschaft fast sicher.
Der Meistertitel allerdings ist für den VfL endgültig verloren gegangen, denn Tabellenführer DJK Kiel besiegte die damit zum Abstieg verurteilte Turnerschaft aus Kaltenkirchen mit 24:16. Vor dem letzten Spieltag ist der Aufsteiger aus der Landeshauptstadt bei zwei Punkten Vorsprung und einer deutlich besseren Tordifferenz von den Stormarnerinnen nicht mehr einzuholen.
Beim letzten Heimspiel der VfL-Damen in der Stormarnhalle hielten die Schwartauerinnen nur knapp 18 Minuten lang mit. Nur mit 5:4 führte der VfL, der allerdings nie in Rückstand geriet, bis zur 18. Minute. Dann aber spielte die Mannschaft bis zur Pause wie entfesselt auf und zog auf 12:5 davon.
Nach dem Seitenwechsel legte der VfL wie so oft erst einmal eine längere Ruhepause ein und ließ die Schwartauerinnen auf 8:12 (24. Minute), 9:13 (40. Minute) und 10:14 (42. Minute) herankommen. Damit aber hatten die Gäste ihr Pulver bis zur Schlußminute, in der ihr nächster und letzter Treffer gelang, verschossen.
Der VfL konnte seinen Vorsprung wieder fast nach Belieben ausbauen, wobei zwischen dem 17:10 in der 46. und dem 18:10 in der 55. Minute fast zehn Minuten „Sendepause“ war.
Erfolgreichste Torwerferinnen beim VfL waren Martina Gliew und Heinke Juds mit je vier Treffern. Stefanie und Melanie Bernecker waren je dreimal erfolgreich. Andrea Hasenberg steuerte zwei Treffer zum Sieg bei und schaltete dazu in der Abwehr die ansonsten gefährlichste Werferin der Schwartauerinnen, Karin Sommer aus.
Auf einen Treffer brachte es neben Dörte Knickrehm (saß lange nach einem Schlag ins Gesicht auf der Bank) und Nicole Röhrs auch Alexandra Bartels. Ihr Treffer zum 19:10 wurde dabei besonders lautstark beklatscht, denn es war ihr erstes Oberliga-Tor überhaupt. Beate Juds, die außerdem noch zum Einsatz kam, hatte diese Premiere ja schon im vorletzten Heimspiel gehabt. Im VfL Tor zeigte Jeanine Hildebrand nicht nur wegen zweier gehaltener Siebenmeter eine hervorragende Leistung.
STORMARNER TAGEBLATT vom 14.3.1989
Freitag, 17. März 1989
Letzter Spieltag in der Handball-Oberliga der Damen …
(kx). … Mit dem Oldenburger SV stehen die Damen vom VfL Oldesloe im Fernduell. Allerdings sind beide Teams weit vom Abstieg entfernt, denn sie kämpfen um die Vizemeisterschaft. Mit einem Unentschieden beim MTV Heide (Sonnabend, 17.30 Uhr) wäre den Oldesloerinnen dieser Titel nicht mehr zu nehmen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 17.3.1989
Sonnabend, 18. März 1989
MTV Heide – VfL Oldesloe 14:20 (6:10)
VfL-Damen Vizemeister
Ingrid Fietz neue Trainerin
(mth). Mit einem ungefährdeten 20:14 (10:6)-Erfolg beim MTV Heide sicherte sich der VfL Oldesloe in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handballdamen endgültig die Vizemeisterschaft. So ganz sicher ist man sich bei den VfLerinnen aber nicht, ob man über diese Placierung nun glücklich oder unglücklich sein soll.
Vor Saisonbeginn hat in der Mannschaft oder in ihrem Umfeld niemand ein solches Abschneiden für möglich gehalten. Zwischendurch aber haben die Zeichen ja sogar ganz eindeutig in Richtung Meisterschaft gezeigt, aber ein unerklärliches Formtief mit Punktverlusten selbst gegen Mannschaften aus der Abstiegszone (SG Großensee/Möhnsen und TSV Neustadt) haben die Truppe von diesem Ziel wieder abgebracht.
Der Rückzug von Trainer Jörg Fischer in eben dieser Phase hat sicher ein übriges dazu getan, daß der Meisterschaftszug ohne den VfL abfuhr. Aber bei Andrea Hasenberg und Co. sollte man sich darob nicht allzu sehr grämen. Die Mannschaft kann stolz sein auf das Erreichte. Dieses Gefühl hat inzwischen auch offensichtlich die Oberhand gewonnen. Alle Spielerinnen des augenblicklichen Kaders – Torhüterin Doris Ohlhöft hatte der Mannschaft ja schon mit Jörg Fischer den Rücken gekehrt – haben grundsätzlich erklärt, der Mannschaft auch für die nächste Saison zur Verfügung zu stehen.
Fündig ist Mannschaftsbetreuer Peter Stäcker inzwischen auch bei der Suche nach einem neuen Trainer geworden. Es ist, erstmalig im VfL Oldesloe, soweit wir uns erinnern, eine Trainerin. Ingrid Fietz, früher in der Bundesliga für die SG Jarplund-Weding aktiv, zuletzt Spielerin bei der TSV Reinbek und Trainerin beim SC Norderstedt, wird am 4. April die Nachfolge von Jörg Fischer – die letzten vier Saisonspiele coachte Stäcker ja zusätzlich zu seinen sonstigen Aufgaben – antreten und mit den Vorbereitungen für die nächste Saison beginnen.
Beim letzten Spiel der Saison in Heide kam der VfL auch ohne Glanzleistung zu einem ungefährdeten Erfolg. Das 1:0 der Heiderinnen in der 1. Minute war ihre einzige Führung im gesamten Spiel. Bis zum 2:22 in der 8. Minute konnten die Dithmarscherinnen noch einigermaßen mithalten, aber dann bestimmte der VfL ganz eindeutig die Richtung.
Über 4:2 (10. Minute) und 6:3 (18. Minute) zogen die Stormarnerinnen auf 9:4 (22. Minute) davon. Von diesem Vorsprung zehrte der VfL bis zum Spielschluß. Gelegentlich kamen die Heiderinnen etwas dichter heran, aber die Kraft der Oldeslorinnen reichte stets aus, dann das Tempo ein wenig anzuziehen und den Vorsprung wieder auszubauen.
Bemerkenswert noch die 59. Minute: Da wurde dem VfL abermals ein Siebenmeter zugesprochen. Nachdem Dörte Knickrehm (2) und Melanie Bernecker vorher schon drei Siebenmeter verwandelt hatten und der Sieg bei einem Zwischenstand von 18:14 schon feststand, wurde Annabel Hartmann zur Ausführung beordert.
Aus besonderem Grund natürlich, denn sie hatte, selten genug ja bislang zum Einsatz gekommen, als einzige Spielerin des Kaders noch kein Oberliga-Tor in dieser Saison erzielt. Und Annabel, auf ihrem anderen sportlichen Betätigungsfeld ja beste Nachwuchs-Bahnengolferin in Deutschland, bewies auch mit dem Handball Nervenstärke und Ballgefühl. Von der Auswechselbank kommend überwand sie die Heider Torhüterin mit einem gut getimten Heber.
Schützenkönigin ihrer Mannschaft wurde sie damit natürlich nicht – die weiteren Treffer teilten sich Dörte Knickrehm (7), Melanie Bernecker (5), Stefanie Bernecker, Andrea Hasenberg, Martina Gliewe (je 2) und Heinke Juds –, aber kaum ein anderer Treffer wurde so umjubelt. Außerdem kamen in Heide für den VfL noch Jeanine Hildebrand (hielt unter anderem zwei Siebenmeter), Beate Juds und Alexandra Bartels zum Einsatz.
STORMARNER TAGEBLATT vom 21.3.1989
Dienstag, 25. April 1989
Unverhoffte Chance
Handballdamen des VfL Oldesloe doch noch in die Regionalliga?
(mth). Eigentlich hatte man bei den Handballdamen des VfL Oldesloe die Saison 1988/89 schon zu den Akten gelegt. Der verpaßten Meisterschaft in der schleswig-holsteinischen Oberliga hatte man nicht mehr lange nachgetrauert. Auch an der „Trainerfront“ war wieder Ruhe eingekehrt. Jörg Fischer hatte sein Amt ja gut vier Wochen vor Beendigung der Punktspiele niedergelegt und an seine Stelle war in den letzten Spielen Betreuer Peter Stäcker getreten.
Schließlich war man mit der Vizemeisterschaft, weit mehr als man vor Saisonbeginn erwarten konnte, auch ganz zufrieden. Ingrid Schilk (geborene Fietz), die am 1. April offiziell die Nachfolge von Jörg Fischer antrat, verstand ihre Arbeit, in die sie sich mit viel Elan stürzte, naturgemäß als Sichtung und Vorbereitung für die nächste Saison. Jetzt aber hat unverhofft die letzte Saison noch ein Nachspiel für die VfL Damen.
Die HSG Langeisheim, stolzer Fünfter in der Abschlußtabelle der Regionalliga, hat seine Mannschaft für die kommende Saison zurückgezogen. Damit wird dort natürlich ein zusätzlicher Platz frei. Als erste Folge davon können die Meister der Oberligen Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Nordsee auf ihre geplante Aufstiegsrunde verzichten. Alle vier steigen automatisch auf.
Das wäre sonst nur der Fall gewesen, wenn Regionalliga-Vizemeister Hastedter TSV Meister TuS Walle Bremen in die 2. Bundesliga begleitet. Diese Möglichkeit ist natürlich noch immer gegeben, und um für den Fall gerüstet sein, hat der Verband kurzfristig und vorsorglich eine Aufstiegsrunde der vier Vizemeister angesetzt. Ganz unverhofft kommt damit der VfL Oldesloe zu der – noch etwas vagen – Chance, doch noch den Sprung in die Regionalliga zu schaffen.
Die Aufstiegsrunde beginnt schon am kommenden Wochenende. Für den VfL voraussichtlich am Sonnabend um 17 Uhr bei Eintracht Lüneburg, den Vizemeister aus Niedersachsen. Gegen die läuft allerdings noch ein Einspruch, der noch in dieser Woche entschieden wird. Wird ihm stattgegeben, spielt der VfL stattdessen am Sonntag um 17 Uhr beim SV Tostedt. Gegen Blau-Weiß Schenefeld hat der VfL am 5. Mai (20.15 Uhr) dann Heimrecht und zum Abschluß der Runde gibt es am 7. Mai in einer Hamburger Halle als neutralem Ort ein Wiedersehen mit dem alten Bekannten TV Oyten (Bremen).
Die Oldesloer Spielerinnen, die das Training unter ihren neuen Trainerin mit viel Schwung und Begeisterung aufgenommen haben, sind heiß auf die Aufstiegsrunde und wollen ihre unverhoffte Chance entschlossen wahrnehmen. Ein Kuriosum am Rande: Vor 14 Tagen stellte sich der VfL Landesmeister DJK Kiel als Sparringspartner für dessen Aufstiegsspiele bei einem kleinen Turnier (zusätzlich noch mit dem SV Oldenburg) zur Verfügung. Durch den Lauf der Dinge haben sich im Nachhinein nun die Rollen umgedreht. Vielleicht ja ein gutes Omen für die Oldesloerinnen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 25.4.1989
Donnerstag, 27. April 1989
VfL Oldesloe startet in Lüneburg
(kx). Der erste Gegner für die Handballdamen des VfL Oldesloe in der Regionalliga-Aufstiegsrunde steht fest: Am Sonnabend um 17 Uhr treten die Oldesloerinnen beim niedersächsischen Oberliga-Zweiten Eintracht Lüneburg an. Der Protest gegen die Wertung einiger Lüneburger Spiele wurde abgewiesen,
„Wenn wir die sportliche Aufstiegschance geboten bekommen, wollen wir sie auch nutzen“, sieht VfL-Betreuer Peter Stäcker der Runde voller Optimismus entgegen. Auch die Mannschaft, die seit dem Abschluß der Punktspiele zweimal wöchentlich unter der neuen Trainerin Ingrid Schilk trainiert, möchte in die höhere Klasse.
Die Gegner in der Aufstiegsrunde sind für die Oldesloerinnen jedoch meist „unbeschriebene“ Blätter. Zwar treffen sie mit dem TV Oyten und Eintracht Lüneburg zwei Bekannte aus gemeinsamen Regionalliga-Zeiten wieder, doch haben sich alle Teams personell sehr verändert.
In Lüneburg wird Ingrid Schilk auf Beate Juds verzichten müssen, sie verletzte sich im Training am Knie. Ob Beates Schweste Heinke (Bronchitis) spielen kann, entscheidet sich erst am Wochenende. Alle anderen Damen sind topfit.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.4.1989
Sonnabend, 29. April 1989
Eintracht Lüneburg – VfL Oldesloe 20:11 (9:6)
VfL-Damen verloren glatt
Aufstieg? Der Traum war wohl von kurzer Dauer
(mth). Die unvermutet gekommene Chance für Handballdamen des VfL Oldesloe, über eine Runde der Vizemeister der Oberligen Hamburg, Niedersachsen, Nordsee und Schleswig-Holstein doch noch den Aufstieg in die Regionalliga zu schaffen, dürfte, kaum das die Spiele begonnen haben, schon dahin sein.
Bei Eintracht Lüneburg unterlagen die Oldesloerinnen glatt mit 11:20 (6:9), und damit sind ihre Chancen, aus eigener Kraft den ersten Platz in der Aufstiegsrunde, die ja als einfache Runde ohne Hin-und Rückspiel angesetzt ist, praktisch null und nichtig. Natürlich gibt es noch denkbare Konstellationen, mit denen es der VfL dennoch schaffen kann, aber arg realistisch sind Hoffnungen, das es noch so kommt, nicht.
Vage sind auch die Erfolgsaussichten eines Protestes, den der VfL gegen die Wertung des Spiels einlegen will. Der Protestgrund: In der 40. Minute wurde dem VfL eine Zeitstrafe (Stefanie Bernecker) wegen angeblich falscher Einwechselung zudiktiert. Das stellen die Verantwortlichen des VfL energisch in Abrede und sie monieren dabei das Fehlen von Markierungen der Wechselzone. Bleibt abzuwarten, ob man beim VfL bereit ist, 700 Mark Protestgebühren beim Verband zu hinterlegen, die man nur im Erfolgsfall vollständig zurückbekommen würde.
Die Partie in Lüneburg war zu diesem Zeitpunkt im übrigen bei einem Stand von 12:6 für die Eintracht schon so gut wie entschieden. Vor der Begegnung waren die Oldesloerinnen noch tatendurstig und locker gewesen, aber die Lockerheit wich mit dem Anpfiff einer schier greifbaren Nervosität, die im Laufe des Spiels in Hektik überging.
Da gingen auch die einfachsten Dinge daneben – wohl eine Folge mangelnder Spielpraxis in den letzten fünf Wochen –‚ so daß es die keineswegs überragenden Lüneburgerinnen vergleichsweise einfach hatten, davonzuziehen. Besonders versagte der VfL-Rückraum, dem im ganzen Spiel nur ein einziger Treffer (Martina Gliewe) gelang und glatte Ausfälle waren die sonstigen Leistungsträgerinnen Heinke Juds und Dörte Knickrehm. Während bei Heinke Juds fehlende Kraft nach einer Erkrankung dafür als Erklärung dienen kann, war der Leistungsabfall von Dörte Knickrehm, die kaum einmal das Tor traf, geschweige denn einen Treffer erzielte, unerklärlich.
In das Bild passen dann auch noch sechs (Melanie Bernecker, Dörte Knickrehm je 2, Martina Gliewe und Stefanie Bernecker) verworfene Siebenmeter. Lediglich zwei Strafwürfe konnte Stefanie Bernecker für den VfL im Tor unterbringen. Hinzu kamen noch fünf aberkannte Tore von Andrea Hasenberg, neben Torhüterin Jeanine Hildebrand einzige VfL Spielerin in guter Form, wegen angeblichen oder tatsächlichen Kreiseintritts.
All das summierte sich zu der glatten 11:20-Niederlage bei der sich Stefanie Bernecker, Andrea Hasenberg (je 3), Melanie Bernecker (2). Heinke Juds, Nicole Röhrs und Martina Gliewe die karge Torausbeute teilten.
STORMARNER TAGEBLATT vom 2.5.1989
Freitag, 5. Mai 1989
Heute 20.15 Uhr Stormarnhalle
Nur bei einem hohen Sieg noch Chancen für die VfL-Damen
(mth). Die Hoffnungen der Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe, durch eine Hintertür doch noch den Aufstieg in die Regionalliga zu schaffen, sind ja gleich zu Beginn der vorsorglich angesetzten Runde der norddeutschen Oberliga-Zweiten auf ein Minimum geschrumpft.
Gleich mit 11:20 zogen die Oldesloerinnen bei Eintracht Lüneburg den kürzeren. Dagegen kann man in einer einfachen Runde kaum noch anspielen. Allerdings: Theoretisch ist der erste Platz noch immer möglich. Dazu muß der VfL heute um 20.15 Uhr in der Stormarnhalle gegen Blau-Weiß Schenefeld (verlor die erste Partie 11:14 gegen TV Oyten) deutlich gewinnen, muß ferner darauf hoffen, daß Oyten gegen Lüneburg gestern gewonnen hat und muß schließlich dann am Sonntag um 10.30 in der Sporthalle Tegelsbarg in Hamburg (neutrale Halle) gegen Oyten erneut ganz deutlich gewinnen.
So sehr auch die Wahrscheinlichkeit gegen eine solche Rechnung sprechen mag, unversucht will die Truppe von Neu-Trainerin Ingrid Schilk nichts lassen. Klar ist dabei, daß die Mannschaft ihre Form radikal wird steigern müssen und daß sie die Nervosität und Hektik, die sie in Lüneburg an den Tag legte, vollkommen abstreifen muß.
Aus, wie Abteilungsleiter Jürgen Dorn ausdrücklich betont, sportlichen und nicht aus finanziellen Gründen hat der VfL im übrigen nun doch keinen offiziellen Protest gegen die Wertung des Spiels in Lüneburg eingelegt, sondern es bei einer inoffiziellen Beschwerde belassen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 5.5.1989
Freitag, 5. Mai 1989
VfL Oldesloe – Blau-Weiß Schenefeld 27:14 (13:10)
(mth). … Am Freitag in der Stormarnhalle überrannte der VfL den Zweiten der Hamburger Oberliga, Blau-Weiß Schenefeld, Ende der ersten Halbzeit und zu Beginn der zweiten Halbzeit in einem wahren Sturmlauf. Bis zur 23. Minute stand es 8:8, aber dann zog der VfL unwiderstehlich davon. 13:10 führte er zur Pause, gar 22:10 nur 15 Minuten später. Am Ende hieß es dann 27:14 für die Oldesloerinnen, die, das soll nicht verschwiegen werden und kann ihre Leistung nicht schmälern, auch großzügige Unterstützung vom Schiedsrichtergespann Clasen/Meyer aus Achim erfuhren. Aber auf „Heimschiedsrichter“ konnten in dieser Runde alle Favoriten bauen. Der TV Oyten bei seinem 21:13-Erfolg am Himmelfahrtstag ebenso wie Eintracht Lüneburg seinerzeit beim 20:11-Erfolg gegen den VfL.
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.5.1989
Sonntag, 7. Mai 1989
TuS Oyten – VfL Oldesloe 12:15
Aufstiegsrunde zur Handball-Regionalliga
Ein Tor fehlte zum möglichen Aufstieg
VfL-Damen in letzter Minute noch abgefangen
(mth). Die Ausgangsposition vor dem letzten Spiel der Aufstiegsrunde zur Regionalliga der Handballdamen zwischen dem VfL Oldesloe und dem TV Oyten war klar. Da hatte es nicht viel zu rechnen gegeben. Bei einem Sieg mit vier Toren Differenz oder mehr würde der VfL Oldesloe den ersten Platz in dieser Runde einnehmen und, wenn denn der Hastedter TSV durch einen Aufstieg in die 2. Bundesliga (dessen Aufstiegsrunde steigt erst nach Pfingsten) einen Platz freimacht, in die Regionalliga aufsteigen.
Bei allen anderen Ergebnissen hätten die Oytenerinnen die Nase vorn. Die Lüneburger Eintracht, bei der der VfL eine Woche zuvor ja so sang- und klanglos mit 11:20 „eingegangen“ war, war da schon aus dem Rennen. Ihre 4:2 Punkte und 49:43 Tore würden am Ende nicht reichen. Mindestens eine Mannschaft des Schlußspiels, das damit zum echten Endspiel der Runde geriet, würde sie unter allen Umständen überholen. Die Chancen, daß dies zu allererst dem VfL Oldesloe gelingen könnte, waren im Verlauf der hochdramatischen Partie über weite Strecken denkbar günstig und bis zwei Minuten vor dem Abpfiff reichte der Vorsprung. Aber das bessere Ende hatten dann doch die jungen Damen aus der Bremer Vorstadt für sich. Sie verloren „nur“ mit 12:15 und dürfen deshalb weiter auf den Aufstieg hoffen.
Den VfL-Damen dagegen bleibt nur der Trost, sich in der Aufstiegsrunde nach total verkorkstem Start glänzend verkauft zu haben. In der Verfassung, in der sich die Truppe der neuen Trainerin Ingrid Schilk am Sonntag, aber auch schon am Freitag, als mit einem 27:14-Erfolg über Blau-Weiß Schenefeld die Voraussetzung für das dramatische Finale erst geschaffen wurde, präsentierte, hätte sie sich auch in der Regionalliga nicht zu verstecken brauchen. …
Die merkwürdigste Entscheidung hatte der Norddeutsche Handballverband getroffen, als er die beiden Schlußspiele am Sonntag in der Halle Tegelsbarg in Hamburg ansetzte. Dort wußte man nichts von einer solchen Ansetzung und so standen die vier Mannschaften am Sonntagvormittag vor verschlossener Halle.
Erst nach einigem Hin und Her hatte man dann telefonisch eine freie Halle im Bereich des Hamburger Verbandes ausgemacht, im holsteinischen Ellerbek in der Nähe Pinnebergs. Natürlich konnten dort die Spiele erst mit reichlicher Verspätung beginnen, aber von dieser nervtötenden Warterei waren ja alle vier Mannschaften gleichermaßen betroffen.
Zunächst mußte die Lüneburger Eintracht, die ja auch noch eine Chance hatte, gegen Schenefeld ran. Ihr 16:11-Erfolg aber war nicht hoch genug, um sich für das Schlußspiel zwischen Oyten und dem VfL etwas ausrechnen zu können. Jetzt wußte der VfL endgültig, daß ihm ein Sieg mit vier Toren Differenz unter allen Umständen reichen würde.
Das aber setzte den VfL nicht etwa unter Druck sondern animierte ihn zu einer tollen, konzentrierten Leistung. Schon nach 18 Minuten hatte man bei einer Führung von 6:2 erstmals alle Trümpfe in der Hand. Die VfL-Deckung hatte bis dahin großartig gearbeitet und Torhüterin Jeanine Hildebrand brachte die Oytenerinnen schier zur Verzweiflung.
Der „magische“ Vier-Tore-Vorsprung wurde dann vom VfL mit Klauen und Zähnen verteidigt. Gelegentlich kamen die Oytenerinnen etwas auf (7:5/24.Minute; 11:9/45. Minute), aber ein paar Mal sah es auch so aus, als könnte der VfL endgültig davonziehen. So in der 38. Minute, als Melanie Bernecker das 11:6 erzielte und so nach der 49. Minute nach dem 14:9 von Nicole Röhrs, als zunächst Heinke Juds mit einem Tempogegenstoß scheiterte und dann Martina Gliewe nur das Lattenkreuz traf.
Das Schicksal des TV Oyten schien sich dann endgültig zwischen der 55. und 56. Minute zu erfüllen. Erst verwandelte Stefanie Bernecker einen Siebenmeter im Nachwurf zum 15:10 und als dann Jeanine Hildebrand einen Siebenmeter von Michaela Kurp parierte, schien alles gelaufen. Aber in den hektischen Schlußminuten – der Ball ging wie beim Völkerball hin und her – hatten dann doch noch die Oytenerinnen das bessere Ende für sich. Zwei Treffer durch Silke Perkuhr (57. Minute 15:11) und Silke Corus (58. Minute 15:12) brachen dem VfL das Genick.
Aber geschlagen gab sich der VfL erst mit dem Schlußpfiff, wobei er noch 20 Sekunden vor Schluß die Chance zu einem Tempogegenstoß hatte, aber in der Hektik sprang der (zu ungenaue) Paß von Heinke Juds Nicole Röhrs aus der Hand ins Seitenaus.
Natürlich ließen die Oldesloerinnen danach die Köpfe hängen. Aber sie haben kein Grund, sich ihrer Leistung zu schämen. Im Gegenteil: Die Mannschaft hat sich teuer verkauft und in dieser Verfassung darf sie mit Optimismus in der nächsten Oberliga-Saison einen neuen Anlauf in Richtung Regionalliga nehmen.
Für die Statistiker noch die VfL-Torschützen in den bei Spielen: Melanie Bernecker (10 gegen Schenefeld/3 gegen Oyten), Nicole Röhrs (3/3), Dörte Knickrehm (3/2), Martina Gliewe (4/2), Stefanie Bernecker (3/2), Andrea Hasenberg (3/2) und Heinke Juds (1/1).
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.5.1989
Mittwoch, 14. Juni 1989
Ferencvaros Budapest beim VfL Oldesloe
Ein „Leckerbissen“ zum Saisonschluß
(kx). Mit einem „Leckerbissen“ verabschieden sich die Handballdamen vom VfL Oldesloe aus dieser Saison: Am Donnerstag um 20 Uhr erwarten die Oldesloerinnen den ungarischen Erstligisten Ferencvaros Budapest zum Freundschaftsspiel in der Stormarnhalle. Die Ungarinnen, die den sechsten Platz in der 1. Staatsliga belegten, werden sicherlich mit einigen Handball-Kabinettstückchen aufwarten.
So hat VfL-Trainerin Ingrid Schilk das Ziel für ihre Mannschaft nicht allzu hoch angesetzt. „Aus solchen Begegnungen kann man nur lernen“, hofft sie auf ein achtbares Ergebnis. Bis auf Andrea Hasenberg (Urlaub) stehen alle Spielerinnen zur Verfügung.
Dagegen dürfen die Neuzugänge nicht eingesetzt werden, Sie sind noch nicht spielberechtigt. Bis zum Ende des Monats werden die Handballerinnen noch trainieren. Danach legen sie eine Pause ein, ehe im August die Vorbereitung auf die Oberliga-Saison beginnt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 14.6.1989
Donnerstag, 15. Juni 1989
VfL Oldesloe – Ferencvaros Budapest 18:29 (9:11)
Ferencvaros Budapest siegte nach Belieben
(mth). Die lange Handballsaison 1988/89 neigt sich nun definitiv ihrem Ende entgegen. Zum Saisonabschluß präsentierte die Damenmannschaft des VfL Oldesloe ihren Anhängern in der Stormarnhalle noch einmal einen Leckerbissen. Die mit zahlreichen National- und Junioren-Nationalspielerinnen gespickte ungarische Erstligamannschaft Ferencvaros Budapest weilt zur Zeit wieder einmal in Schleswig-Holstein und der VfL nutzte seine seit einigen Jahren bestehenden Kontakte zu einer Verpflichtung für ein Freundschaftsspiel.
Die rund 150 Zuschauer brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Die Budapesterinnen zogen zwar nicht alle Register ihres Könnens, aber sie demonstrierten doch Damenhandball erster Güte. Dabei ist ihnen filigranes und nur an technischen Finessen orientiertes Spiel, das sicher größere Showeffekte in sich birgt, eher abhold.
Ihre Trümpfe sind Tempo, Kraft, Ausdauer und Durchsetzungsvermögen im Zweikampf. Es war schon imponierend, wie sich ihre erfolgreichste Werferin, Monika Dejtari (11 Tore, davon drei Siebenmeter) am Kreis und von der Linksaußenposition Respekt und Platz verschaffte. Auch Agnes Hesz (7/3) verschaffte sich Respekt, wenn sie „hinlangte“ und bei Eva Szarka (liefen) alle Fäden zusammen.
Der VfL zog sich gegen diesen übermächtigen Gegner nicht schlecht aus der Affaire. Die Mannschaft verkaufte sich, so lange die Kraft reichte, so teuer wie möglich. Bis zur Pause hielt sie den Abstand zum Gegner in engen Grenzen.
Die Gäste zogen zwar schnell auf 4:1 (9. Minute) davon, aber der VfL konnte diesen Abstand dann bis zur Pause behaupten. Ihre höchste Führung vor dem Wechsel hatten die Ungarinnen in der 21. Minute mit 11:5, aber dann warfen die Schützlinge von Trainerin Ingrid Schilk vier Tore in Folge bis zum 9:11 in der 27. Minute.
Nach dem Wechsel mußten die Oldesloerinnen dann dem hohen Tempo, das sie mitgegangen waren, Tribut zollen. Das hatte seine Ursache natürlich auch darin, daß der VfL wieder einmal über eine nur dünne Spielerdecke verfügen konnte. Urlauberin Andrea Hasenberg und Beate Juds standen nicht zur Verfügung und von den Neuzugängen konnte nur Torhüterin Annette Schümann (vom SV Henstedt/Ulzburg), die nach der Pause Stammtorhüterin Jeanine Hildebrand ablöste, eingesetzt werden.
So standen acht Oldesloer Feldspielerinnen, von denen Alexandra Bartels nur in den Schlußminuten zum Einsatz kam, gegenüber zehn durchtrainierten Ungarinnen kräftemäßig natürlich auf verlorenem Posten. Die Gäste konnten so in der zweiten Halbzeit ihren Vorsprung fast nach Belieben ausbauen bis zum Endstand von 29:18.
Dabei ließen sie sich auch von drei Zeitstrafen, zu denen sich die ansonsten nachsichtigen Schiedsrichter Holger Winkler und Dieter Kunze in der zweiten Halbzeit des fairen Spiels genötigt sahen, nicht aus dem Konzept bringen.
Die unter dem Strich ja doch ganz beachtliche Torausbeute für den VfL teilten sich Dörte Knickrehm (6/1), Stefanie Bernecker (4/3), Melanie Bernecker (3), Heinke Juds, Martina Gliewe (je 2) und Nicole Röhrs. Annabel Hartmann und Alexandra Bartels gingen leer aus.
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.6.1989
Freitag, 16. Juni 1989
(mth). … Am Sonntag trifft der VfL im Rahmen eines Turnieres des SC Rönnau in Bad Segeberg noch einmal auf die Ungarinnen. Danach aber geht die Mannschaft dann endgültig in die Sommerpause. Die allerdings will Trainerin Ingrid Schilk kurz halten. Schon in vier Wochen soll das Training für die nächste Saison, für die man sich allerlei vorgenommen hat, wieder aufgenommen werden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.6.1989
Sonntag, 18. Juni 1989
Turnier um den Rönnau-Cup
VfL-Damen durch schwächere Tordifferenz Zweiter
(mth). Mit einer wirklich beachtlichen Leistung, aber ohne das nötige Quentchen Glück, das Sieger nun einmal brauchen, schloß die Damenhandballmannschaft des VfL Oldesloe die Saison 1988/89 ab. Beim 2. Internationalen Frauen-Handballturnier um den Rönnau-Cup, eine gläserne Trophäe, die der Rönnauer Bürgermeister, der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Kurt Würzbach gestiftet hat, hatte die Truppe von Trainerin Ingrid Schilk am Ende das gleiche Punktekonto wie der ungarische Erstligist Ferencvaros Budapest – gegen diese Klassemannschaft hatten die Oldesloerinnen am Donnerstag ja in der Stormarnhalle nach beachtlicher Gegenwehr mit 18:29 ein Freundschaftsspiel verloren – ‚ verfehlte aber wegen der schlechteren Tordifferenz (14 gegenüber 19 der Magyarinnen) den Turniersieg.
Der VfL begann das – wegen der hochsommerlichen Temperaturen – strapaziöse Turnier (alle Mannschaften hatten fünf Spiele von 20 Minuten Dauer zu absolvieren) mit einem glatten 9:4-Erfolg gegen den Bezirksligisten TSV Travemünde.
Danach folgten für die Oldesloerinnen, bei denen neben den Neuzugängen noch Beate Juds (verletzt) und Annabel Hartmann fehlten, dafür aber wirkte Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg im Gegensatz zu Donnerstag wieder mit, die beiden härtesten Brocken unmittelbar hintereinander. Gegen Ferencvaros gab es eine 4:7-Niederlage, dafür aber konnte dann der Oberliga-Rivale SV Oldenburg mit 9:7 geschlagen werden.
Hätte der VfL geahnt, daß im Schlußspiel die Oldenburgerinnen die Ungarinnen 13:5 schlagen würden, wären sie ja vielleicht gegen Gastgeber SC Rönnau und TS Riemann Eutin (beide Teams spielen in der Bezirksklasse) noch energischer auf Torjagd gegangen. Aber damit konnte eigentlich niemand rechnen, zumal sich die Oldenburgerinnen selbst durch eine 4:5-Niederlage gegen TSV Travemünde (deren einzige Punkte) um alle Chancen auf den Turniersieg gebracht hatten.
So aber brachten es die Oldesloerinnen nach den 8:5- (Rönnau) und 8:1-Siegen (Eutin) bei 8:2 Punkten auf 38:24 Tore, während die Budapesterinnen 42:23 Tore auf ihrem Konto stehen hatten. Aber die Erfahrung, an der Tordifferenz zu scheitern, ist für die Schilk-Schützlinge ja nicht mehr ganz neu in dieser Saison. Noch knapper waren sie ja in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga gegenüber dem TV Oyten gescheitert. Damals hatte dem VfL ja nur ein Tor gefehlt.
Mit dem Turnier um den Rönnau-Cup haben die Oldesloerinnen die Saison nun endgültig abgeschlossen. Die Sommerpause aber wird nicht übermäßig lange dauern. Schon am 14. Juli wird das Training – zunächst mit reiner Konditionsarbeit – wieder aufgenommen. Im August folgen dann reichlich Testspiele und Turniere und auch ein Trainingslager (über ein langes Wochenende) ist geplant.
Schließlich hat man sich für die kommende Saison einiges vorgenommen. Zum ersten Oberliga-Punktspiel am 17. September bei Regionalliga-Absteiger VfL Bad Schwartau soll die Mannschaft topfit sein.
Die Spiele in der höchsten schleswig-holsteinischen Klasse aber sind im Herbst nur ein Höhepunkt für die VfL-Damen. Ganz besonders freut sich die Mannschaft schon auf den Trip nach Budapest vom 12. bis zum 22. Oktober zum Gegenbesuch bei den Ferencvaros-Damen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.6.1989
