Frauen-Handball im VfL Oldesloe
Spielzeit 1989/90 – Oberliga
Mittwoch, 16. August 1989
Oldesloer Handball-Damen wollen in die Regionalliga
Schweißtropfen fließen für den Aufstieg
(kx). Wer die Handballspielerinnen vom VfL Oldesloe in der Vorbereitung beobachten möchte, muß weite Wege zurücklegen. Denn die Damen trainieren nicht in der Kreisstadt, sondern in Segeberg. „In Oldesloe sind alle Sporthallen während der Ferien gesperrt“, nennt Betreuer Claus SchiIk, der das Training in der Vorbereitung für seine Frau Ingrid leitet, den Grund für den „Umzug“ in den Nachbarkreis.
So fließen die Schweißtropfen für den Regionalliga-Aufstieg, den sich die Mannschaft als Ziel gesetzt hat, auf dem Leezener Sportplatz. In Ausdauerläufen soll die konditionelle Basis für eine erfolgreiche Saison geschaffen werden, zur Abwechslung wird Fußball gespielt.
Zum Handballtraining fahren die Oldesloerinnen regelmäßig nach Bad Segeberg. Auch die ersten Testspiele müssen ausschließlich in fremden Hallen ausgetragen werden. So tritt der Stormarner Oberligist morgen Abend bei der HG Norderstedt III und am Sonnabend beim VfL Geesthacht an.
Erste Prüfsteine warten mit dem Hamburger Oberligisten TH Eilbek II (Montag, 21. August) und dem Regionalligisten Wandsbek 72 (Sonnabend, 26. August). Auch zu diesen Spielen müssen die Oldesloerinnen reisen. Turniere in Ratekau und beim AMTV sowie die Partie beim Bundesligisten Jarplund-Weding (3. September) runden das umfangreiche Programm ab.
Nur die Oldesloer Handballfans müssen sich in Geduld üben, ehe sie „ihre“ Mannschaft in der Stormarnhalle zu sehen bekommen: Das erste Heimspiel der Punktrunde ist am 23. September gegen Aufsteiger TSV Munkbrarup angesetzt.
Dann werden die Zuschauer auch erstmals Werbetransparente in der Stormarnhalle sehen. „Uns ist es gelungen. einige Firmen für den Handballsport zu interessieren“, freut sich Claus Schilk. Mit den Einnahmen sollen die weiten Reisen zu den Auswärtsspielen finanziert werden, die bei einem möglichen Aufstieg noch stärker ins Gewicht fallen würden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.8.1989
Donnerstag, 17. August 1989
?????HG Norderstedt III – VfL Oldesloe ?????
Sonnabend, 19. August 1989
VfL Geesthacht – VfL Oldesloe 13:24
Montag, 21. August 1989
?????TH Eilbek II – VfL Oldesloe
Dienstag, 22. August 1989
Jeanine Hildebrand wechselt nach Ungarn
(kx). Einen herben Verlust müssen die Oberliga-Handballspielerinnen vom VfL Oldesloe einen Monat vor dem Saisonstart hinnehmen: Torhüterin Jeanine Hildebrand wechselt am 1. Oktober in die erste ungarische Liga. Für ein Jahr möchte die Abiturientin ihr Glück in der dortigen Staatsliga versuchen.
„Der Wechsel so kurz vor dem Saisonstart ist natürlich bitter für uns“, sagte Co-Trainer Claus Schilk, „doch böse ist ihr niemand.“ Den Kontakt zu der Oldesloer Torsteherin knüpfte die frühere Trainerin vom Erstligisten Ferencvaros Budapest, dem Verein, den die VfL-Damen seit einigen Jahren regelmäßig besuchen.
„Nun brauchen wir unbedingt eine zweite Torhüterin“, sieht Schilk Probleme vor dem Oberliga-Start. So ist Neuzugang Annette Schümann vorerst die Nummer Eins zwischen den Pfosten.
Im ersten Testspiel beim VfL Geesthacht überzeugte sie bereits mit einigen guten Paraden. Nach 60 Minuten führten die Oldesloerinnen mit 18:11, in der freiwilligen Verlängerung bis zur 75. Minute stand es dann 24:13 für die Gäste. „In den Punktspielen brauchen wir die Kondition“, sagte Schilk zu der ungewöhnlichen Spieldauer.
Mit einem vollen Programm geht es für die VfL-Damen am Wochenende weiter. Am Sonnabend um 16 Uhr treten sie beim Regionalligisten Wandsbek 72 an. Sonntag folgt erst das Turnier beim TSV Ratekau, ehe am Abend ein Spiel beim Bundesligisten TuS Alstertal den Abschluß bildet.
STORMARNER TAGEBLATT vom 22.8.1989
Sonnabend, 26. August 1989
MTV Wandsbek 72 – VfL Oldesloe 16:11
Sonntag, 27. August 1989
Turnier beim TSV Ratekau
Sonntag, 27. August 1989
TuS Alstertal – VfL Oldesloe 27:14
Oldesloer Handball-Damen im Konditionstest
(kx). Die Handballspielerinnen vom VfL Oldesloe sehnten den Schlußpfiff herbei. Nach vier anstrengenden Tagen mit dreimaligem Training, einem Turnier und zwei Spielen war der Kräfteverschleiß in der abschließenden Partie beim Aufsteiger in die 1. Bundesliga TuS Alstertal nicht zu übersehen.
Trotz des anstrengenden Härtetests zog sich der Stormarner Oberligist auch beim Hamburger Erstligisten achtbar aus der Affäre. Beim 14:27 leisteten sich die Oldesloerinnen sogar den Luxus, fünf Siebenmeter zu verwerfen. So war Betreuer Claus Schilk zufrieden. „Einfach toll“, lobte er die Einstellung seiner Sportlerinnen, „alle haben hervorragend mitgezogen.“
Nach dem abendlichen Training an den ersten beiden Tagen stand am dritten Tag nach dem Vormittagstraining die Partie beim Regionalligisten Wandsbek 72 an. Da Heinke Juds (verletzt), Alexandra Bartels (Urlaub) und Nicole Röhrs (Arbeit) fehlten, traten die Gäste ohne Auswechselspielerinnen an. Mit 11:16 kassierten sie die erwartete Niederlage.
Den Abschluß des viertägigen „Handball-Marathons“ bildeten das Turnier beim TSV Ratekau und das Spiel in Alstertal. Standesgemäßen Turniersiegen über Riemann Eutin (12:2), den VfL Rethwisch (13:4) und den SV Todesfelde (13:3) folgte eine unerwartete 6:7-Niederlage gegen Gastgeber TSV Ratekau. In der Begegnung zeichnete sich bereits der Konzentrationsverlust ab, sechs Tempogegenstöße wurden vergeben.
In dieser Woche stehen drei weitere Testspiele auf dem Programm der VfL-Damen. Am Mittwoch treten sie beim Oberligisten TH Eilbek II an, am Sonnabend reisen sie als Jubiläumsgegner zum Gettorfer Sportverein. Die weiteste Reise folgt am Sonntag zum Bundesligisten Jarplund-Weding nach Flensburg.
STORMARNER TAGEBLATT vom 29.8.1989
Mittwoch, 30. August 1989
VfL-Torhüterin Jeanine Hildebrand wechselt zu ungarischem Erstligisten
Erheblicher Verlust
(har). Jeanine Hildebrand (19), seit dem Abstieg aus der Regionalliga herausragende Stammtorfrau des VfL Oldesloe, hat den Handball-Oberligisten in Richtung Ungarn verlassen. Eine Hiobsbotschaft für VfL-Trainerin Ingrid Schilk (29).
Ausschlaggebend für den Wechsel seien persönliche Gründe gewesen. „Jeanine möchte Land und Leute näher kennenlernen und sich auch sportlich weiterentwickeln“, so VfL-Trainerin Schilk. Jeanine Hildebrand wird in der bevorstehenden Saison beim ungarischen Erstligisten Misklc das Tor hüten.
Ingrid Schilk hat sich derweil auf Torwart-Suche begeben. Wer Interesse hat, kann sie unter der Rufnummer 04532/21754 erreichen.
Überraschenderweise scheint auch der Wechsel von Rückraumspielerin Stefanie Nowatzki (18) zu platzen. Die Ex-Henstedterin hat ein Angebot vom Zweitligisten Holstein Kiel. Positiv läuft es immerhin bei der Hallenwerbung in Bad Oldesloe: Es scheint, als käme man auf 20 Werbepartner.
LÜBECKER NACHRICHTEN vom 30.8.1989
Mittwoch, 30. August 1989
TH Eilbek II – VfL Oldesloe ?????
Donnerstag, 31. August 1989
Oldesloes Handballerinnen streben neues Saisonziel an
Harald Schäfer – Unter der Leitung von Ex-Nationalspielerin Ingrid Schilk (29) unternehmen die Handballerinnen des VfL Oldesloe einen neuen Anlauf in der Oberliga. Eigentlich hieß das Saisonziel Aufstieg in die Regionalliga. Doch nach dem überraschenden Weggang von Torfrau Jeanine Hildebrand wurde dieses Ziel relativiert.
„Zunächst einmal möchten wir uns im oberen Tabellendrittel etablieren“, so die Trainerin, „außerdem soll die Stormarnhalle wieder zur Festung ausgebaut werden, um die Zuschauer zurückzugewinnen.“ Aber hier gibt es ihrer Meinung nach noch ein großes Handikap. „Wir sind der einzige Verein in der Oberliga, der nicht in seiner Punktspielhalle trainieren kann.“
Hallenprobleme gab es schon in der Vorbereitung. Aufgrund der Sommerferien waren die Sporthallen in der Kreisstadt geschlossen. Dennoch gab es eine intensive Vorbereitung auf die neue Saison. Bisher stand ein intensives Konditionstraining auf dem Programm und eine Festigung der Muskulatur. Dabei kamen die VfL-Damen bei einem abwechslungsreichen Programm mächtig ins Schwitzen. Gleichzeitig hofft man im VfL-Lager, so etwaigen Verletzungen während der Saison vorzubeugen.
„Wenn Verletzungen ausbleiben und meine Spielerinnen ihre mannschaftliche Geschlossenheit behalten, dann können wir in der Endabrechnung durchaus einen Aufstiegsrundenplatz belegen“, gibt sich Ingrid Schilk optimistisch. Bis auf die Torposition verfügt sie über eine eingespielte Mannschaft.
Leicht angeschlagen sind derzeit Kreisläuferin Andrea Hasenberg und Rückraumspielerin Heinke Juds. „Aber bis zum Saisonauftakt in Bad Schwartau sind die wieder fit“, so Ingrid Schilk. Dort kommt es dann freilich auch auf die Leistung von Neuzugang Annette Schümann im VfL-Gehäuse an.
„Annette hat im Training eine gute Leistung geboten, da habe ich gar keine Bedenken“, spricht die Trainerin der neuen Nr. 1 ihr vollstes Vertrauen aus. „Trotzdem suchen wir dringend eine zweite Torfrau.“
LÜBECKER NACHRICHTEN vom 31.8.1989
Sonnabend, 2. September 1989
SC Gettorf – VfL Oldesloe 7:28 (2:12)
Sonntag, 3. September 1989
TSV Jarplund-Weding – VfL Oldesloe 23:17 (13:6)
Freitag, 8. September 1989
Letzter Test für die Damen
(mth). … Noch eine Woche Zeit hat bis zum ersten Punktspiel die Damen-Oberliga-Mannschaft der Oldesloer. Aber sie legt die Hände nicht etwa in den Schoß, sondern unterzieht sich letzten Tests vor dem Punktspielstart. Am Sonnabend überprüft sie die Kondition mit einem Triathlon in Trittau und am Sonntag tritt sie zum Abschluß ihres Vorbereitungsprogramms bei einem gut besuchten Turnier des AMTV Rahlstedt in Hamburg an.
In der Vorrunde trifft der VfL dabei auf die Oberliga-Rivalen SV Oldenburg, die beiden Hamburger Oberligisten SV Jenfeld und SV Ellerbek und die erste Mannschaft des Gastgebers. Sollte die Mannschaft weiterkommen, könnte sie unter anderem erneut auf Bundesliga-Absteiger SG Jarplund-Weding treffen.
Gegen den zog sich die Truppe von Ingrid Schilk am letzten Sonntag glänzend aus der Affaire. Nach einem 6:13-Halbzeitrückstand konnte sie die zweite Halbzeit ausgeglichen gestalten – nicht nur vom Ergebnis, sondern auch spielerisch und konditionell –, so daß die Niederlage mit 17:23 sehr glimpflich ausfiel. Einen Tag vorher hatte der VfL beim SC Gettorf – der Kreisligist feierte sein 65jähriges Bestehen – deutlich mit 28:7 (12:2) gewonnen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 8.9.1989
Sonntag, 10. September 1989
Turnier beim AMTV Rahlstedt
Mittwoch, 13. September 1989
Letzter Test der VfL-Damen
Ohne Andrea Hasenberg Platz drei in Rahlstedt
(mth). Eine Woche vor dem ersten Punktspiel in der schleswig-holsteinischen Oberliga bei Regionalliga-Absteiger VfL Bad Schwartau verlief der letzte Test für die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe befriedigend. Beim Turnier des AMTV Rahlstedt holten die Stormarnerinnen gegen starke Konkurrenz den dritten Platz.
In der Vorrunde blieb der VfL mühelos ohne Punktverlust. Glanzleistungen gegen den Oldenburger SV (11:6) und den SV Ellerbek (13:8) folgten gegen SV Jenfeld und AMTV Rahlstedt weniger starke Spiele, aber mit 8:5 und 7:5 entschieden die Oldesloerinnen auch die für sich.
Im Halbfinale stand die Mannschaft gegen KSV Holstein Kiel dann auf verlorenem Posten, auch wenn die Niederlage mit 6:12 sicherlich nicht ganz dem Spielverlauf entsprach. Im Spiel um Platz drei war die von Claus Schilk betreute Mannschaft, in der die „Seele der Truppe“, Andrea Hasenberg, fehlte, wieder voll da. Sie gewann gegen den MTV Marne mit 13:9.
Turniersieger wurde durch einen 12:9-Erfolg über Holstein Kiel die SG Jarplund-Weding, die zuvor die Marnerinnen mit 12:8 besiegt hatte. In bestechender Form beim VfL war Kreisläuferin Dörte Knickrehm, aber auch bei den anderen VfL-Spielerinnen stimmte acht Tage vor dem Punktspielstart vieles.
Davon konnte sich Anfang der Woche auch Oldesloes Bürgermeister Ulrich Gudat überzeugen, der das Handball-Aushängeschild der Kreisstadt zu einem Gespräch empfing. Ein Gespräch, bei dem die Handball-Damen ein offenes Ohr für ihre Probleme fanden, so der Eindruck von Claus Schilk.
Das erste Heimspiel der VfL-Damen ist verlegt worden. Um eine Überschneidung mit dem Fußball-Pokalspiel TuS Hoisdorf gegen 1860 München zu vermeiden, findet die Partie statt am 23. September nun schon am 22. September um 20.30 Uhr in der Stormarnhalle statt. Unter den – hoffentlich zahlrechen – Zuschauern werden dann zweimal zwei Karten für das Fußball-Pokalspiel ausgelost.
STORMARNER TAGEBLATT vom 13.9.1989
Sonntag, 17. September 1989
VfL Bad Schwartau – VfL Oldesloe 13:17 (8:8)
Auftakt nach Maß für die VfL-Damen
(mth). Ein Auftakt nach Maß gelang der Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe. Bei Regionalliga-Absteiger VfL Bad Schwartau gewannen die Oldesloerinnen mit 17:13 (8:8). Dabei waren die Voraussetzungen für die Truppe von Trainerin Ingrid Schilk alles andere als gut.
Am Mittwoch letzter Woche nämlich hatte sich Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg bei einem Trainingsspiel in Norderstedt einen Trümmerbruch in einem Finger zugezogen. Wenigstens zwei Monate wird sie nun ihrer Mannschaft nicht zur Verfügung stehen.
Damit ihre Spielerinnen wenigstens gelegentlich Verschnaufpausen einlegen konnten – nur acht Spielerinnen (sieben für das Feld, eine für das Tor) standen zur Verfügung – sprang die Trainerin selbst gelegentlich ein und überließ das Coaching dem Betreuer, ihrem Mann Claus.
Die VfL-Spielerinnen aber ließen sich durch die Personalknappheit nie aus der Ruhe und aus dem Konzept bringen. Sie gerieten während der Partie nicht ein einziges Mal in Rückstand. Bis zum 4:4 (12. Minute) war das Spiel ausgeglichen. Dann zogen die Oldesloerinnen erstmals davon (7:4 nach 19 Minuten).
Unter Mithilfe des schwachen Schiedsrichtergespanns Grage (Eutin)/Petersen(Kiel), die gegen die streckenweise brutale Härte der Schwartauerinnen kaum einschritten, gelang es den Gastgeberinnen bis zur Pause noch einmal heranzukommen.
Nach dem Seitenwechsel aber bestimmten dann nur noch die Oldesloerinnen das Geschehen. Das schnelle 9:8 konnte Schwartau zwar noch ausgleichen, aber dann zogen die Oldesloerinnen bis zur 42. Minute auf 13:9 davon. Damit war das Spiel praktisch entschieden, denn der Gast hatte auch die bei weitem bessere Kondition, so daß der Vorsprung nie wieder in Gefahr geriet.
Mit sechs Treffern (davon vier Siebenmeter) war Dörte Knickrehm, die als Kreisläuferin eine herausragende Leistung bot, erfolgreichste Werferin. Die weiteren Tore teilten sich Melanie Bernecker (3), Nicole Röhrs, Martina Gliewe, Stefanie Bernecker und Heinke Juds (je 2). Alexandra Bartels ließ gegenüber der letzten Saison eine deutliche Leistungssteigerung erkennen, verwertete aber ihre Chancen nicht. Im Tor bot Annette Schümann nach der Pause eine famose Leistung, nachdem vorher bei ihr Licht und Schatten wechselten.
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.9.1989
Donnerstag, 21. September 1989
Verlosungen bei Verlegungen
(kx). Das Fußball-Pokalspiel des TuS Hoisdorf wirkt sich bis in die Handball-Oberliga der Damen aus. So wurde das Spiel der Damen vom VfL Oldesloe, von denen einige auch Fußball-Fans sind, um einen Tag vorverlegt. …
Der VfL Oldesloe hat vier Eintrittskarten für das Fußballspiel, die während der Begegnung mit dem TSV Munkbrarup (morgen, 20.30 Uhr, Stormarnhalle) verlost werden. Zusätzlich ist ein Präsentkorb der Firma „Wendeln-Brot“ als Preis ausgesetzt.
„Es wird schon gehen“, ist VfL-Trainerin Ingrid Schilk trotz der Blessuren optimistisch, die einige Spielerinnen im ersten Saisonspiel davontrugen, „wir heißen die Zähne zusammen.“ So ist auch Martina Gliewe trotz einer Jochbeinprellung mit von der Partie. Endgültig verabschiedet werden dagegen Torhüterin Jeanine Hildebrand (geht ein Jahr nach Ungarn) und Beate Juds (hört auf).
Ein „Dankeschön“ halten die Oldesloerinnen auch für ihre Gegnerinnen bereit. Da der TSV Munkbrarup der Spielverlegung auf den morgigen Abend zustimmte, sind die Gäste-Spielerinnen nach dem Abpfiff zu einem gemeinsamen Essen mit den VfL-Sponsoren eingeladen. Das soll allerdings das einzige Geschenk für die Gäste bleiben, die Punkte möchten die Oldesloerinnen behalten.
STORMARNER TAGEBLATT vom 21.9.1989
Donnerstag, 21. September 1989
Oldesloe meldet einen Neuzugang
(Har). Verstärkt durch Christine Bohnhoff (19) hat sich Handball-Oberligist VfL Oldesloe. Christine Bohnhoff kommt vom TSV Reinbek. Dort sagte sie am Dienstag ihrem Trainer Dietmar Pawlak ab. VfL-Trainerin Ingrid Schilk bestätigte gegenüber den LN den Neuzugang, der sich schon von der Tribüne in Bad Schwartau aus das Spiel seiner neuen Mannschaft ansah.
LÜBECKER NACHRICHTEN vom 21.9.1989
Freitag, 22. September 1989
VfL Oldesloe – TSV Munkbrarup 16:18 (6:8)
Heimpremiere ging daneben
Fehler beim Überzahlspiel
(mth). Die Heimpremiere für die Oberliga-Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe ging gründlich daneben. Gegen den TSV Munkbrarup verloren die Stormarnerinnen in der Stormarnhalle mit 16:18 (6:8). In entscheidender Phase zwischen der 45. und 55. Minute versagten die Oldesloerinnen dabei gerade dann, als sie vermeintlich die größeren Vorteile hatten.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der VfL vor gut 150 Zuschauern nach schwacher erster Halbzeit den Pausenrückstand (6:8) nicht nur aufgeholt, sondern war erstmalig seit dem 2:1 in der 4. Minute mit 12:11 wieder in Führung gegangen. Nun häuften sich plötzlich die Zeitstrafen für die Gäste, aber gerade in Überzahl gelang dem VfL nichts.
Nicht einmal Siebenmeter konnten die Stormarnerinnen verwandeln (Stefanie Bernecker und Dörte Knickrehm scheiterten) und dazu kassierte die weiß Gott selten sattelfeste Abwehr in Überzahl einen Gegentreffer nach dem anderen.
16:14 führten so die Gäste nach 54 Minuten und diesen Vorsprung ließ sich der Aufsteiger aus Schleswig-Holsteins Norden nicht noch einmal entreißen. Sie gewannen am Ende mit 18:16.
Wie der kommende Sieger sahen die Munkbraruperinnen auch schon vor dem Wechsel aus. Die Mannschaft war ausgeglichen besetzt und drückte immer wieder auf die Nahtstellen in der VfL-Deckung. Nur in den ersten Minuten hielt der VfL dank zweier Treffer von Stefanie Bernecker dagegen. Dann herrschte fast 20 Minuten „Funkstille“, ehe Heinke Juds der dritte VfL-Treffer (23. Minute) gelang.
Inzwischen aber führte der Gast mit 4:2. Bis zur 29. Minute wurde der Vorsprung sogar auf 8:5 ausgebaut, ehe wiederum Heinke Juds (in Unterzahl) noch das 6:8 gelang. Die gleiche Spielerin hatte unmittelbar danach sogar die Chance, mit einem Tempo Gegenstoß weiter zu verkürzen, aber sie scheiterte damit am Pfosten.
Vielleicht hätte ein zweites Gegentor in Überzahl den Gast ja entnervt. So aber fing sich die Mannschaft wieder und hatte – siehe oben – nicht unverdient das bessere Ende für sich.
Beim VfL wurde die verletzte Mannschaftsführer Andrea Hasenberg vor allem in der Abwehr, wo es oft an Unterstützung für die Nebenspielerin mangelte, schmerzlich vermißt. Aber letztendlich wurde die Partie nicht in der Abwehr, sondern im Angriff verloren. Die Bernecker-Schwestern liefen immer wieder zu dicht auf die Gäste-Abwehr auf und über die Außenpositionen und den Kreis lief fast nichts. Dazu war Martina Gliewe, von einer Verletzung kaum erholt, von der Rolle (dazu mit Pech bei drei Holztreffern) und Heinke Juds leistete sich vor der Pause eine unglaublich hohe Zahl von Fehlabgaben.
Als erfolgreichste Torwerferin mit vier Treffern war sie dennoch eine der effektivsten VfL-Spielerinnen. Die restlichen Tore teilten sich Melanie Bernecker, Stefanie Bernecker (je 3), Dörte Knickrehm, Nicole Röhrs (je 2), Martina Gliewe und Ingrid Schilk.
Im Tor zeigte Annette Schümann Licht- und Schattenseiten. Alexandra Bartels konnte an ihre gute Leistung in Bad Schwartau nicht anknüpfen und ging leer aus.
Vor dem Spiel, das mit einer Viertelstunde Verspätung begann, weil die Gäste im dichten Verkehr stecken geblieben waren, wurden Jeanine Hildebrand (geht für ein Jahr nach Ungarn) und Beate Juds (beendet aus gesundheitlichen Gründen den Handballsport) mit Geschenken offiziell aus der VfL-Mannschaft verabschiedet.
STORMARNER TAGEBLATT vom 25.9.1989
Freitag, 6. Oktober 1989
VfL und SGM stehen schon unter Druck
(mth). Die Saison in der schleswig-holsteinischen Handball-Oberliga der Damen hat noch kaum richtig begonnen, da stehen die beiden Stormarner Mannschaften, die am Wochenende jeweils ihr zweites Heimspiel haben, schon ein wenig unter Druck.
Allerdings weht der Wind bei den beiden Mannschaften aus unterschiedlichen Richtungen. Der VfL Oldesloe ist ja mit dem erklärten Ziel in die Serie gegangen, nach der Vizemeisterschaft in der letzten Saison und dem knapp verpaßten Aufstieg in die Regionalliga nun wieder mindestens in der Spitzengruppe mitzumischen, ja , wenn irgend möglich den Titelgewinn anzupeilen.
Darauf war die Saisonvorbereitung zugeschnitten und nicht von ungefähr wurde die Mannschaft von der Konkurrenz auf den Favoritenschild gehoben. Aber es hat auf dem bislang ja noch kurzen Weg schon ein paar Rückschläge gegeben. Dazu gehört sicher der Wechsel kurz vor Saisonbeginn von Jeanine Hildebrand nach Ungarn.
Mit Annette Schümann steht Trainerin Ingrid Schilk nun nur noch eine Torhüterin zur Verfügung. Die hat ihre Aufgaben bislang zwar zufriedenstellend gelöst, aber ein Risiko ist es für eine Oberliga-Mannschaft allemal, nur über eine Torhüterin zu verfügen.
Nicht weniger hart traf den VfL der Ausfall von Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg. Sie steht nach kompliziertem Fingerbruch noch für Wochen ihrer Mannschaft nicht zur Verfügung und fehlt der Mannschaft mit ihrer Kampfkraft und Routine hinten und vorne.
Das merkte man nicht zuletzt im Heimspiel gegen den TSV Munkbrarup vor 14 Tagen, das sicher auch deswegen am Ende knapp verloren ging. Will der VfL seine Ambitionen in dieser Saison nicht frühzeitig zurückstecken müssen, darf es am Sonnabend ab 16.45 Uhr in der Stormarnhalle gegen die zweite Mannschaft des KSV Holstein Kiel nicht erneut eine Niederlage geben.
Das ist sicher leichter gesagt als getan, denn die Kielerinnen hatten einen glänzenden Saisonstart und sind wie der Oldenburger SV und der TSV Munkbrarup noch ohne Punktverlust. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.10.1989
Sonnabend, 7. Oktober 1989
VfL Oldesloe – Holstein Kiel II 23:20 (11:11)
Die VfL-Damen mußten um ihren ersten Heimsieg bis zum Schluß zittern
(mth). Claus Schilk, Betreuer der Oberliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe und während der Spiele inzwischen quasi Chefcoach, da Trainerin Ingrid Schilk wegen Personalnot auf dem Feld als Spielerin dringender als auf der Bank benötigt wird, rief 50 Sekunden vor Schluß der Begegnung seiner Mannschaft gegen KSV Holstein Kiel II, laut und vernehmlich „Nicht!“
Er wollte, daß seine Mannschaft ihren letzten Angriff bis zum Schlußpfiff ausspielt und den mühsam erkämpften 22:20-Vorsprung in den Schlußsekunden – auch 50 Sekunden können im Handball eine lange Zeit sein – nicht mehr aufs Spiel setzt. Aber Heinke Juds scherte sich nicht um den energischen Zuruf. Sie zog aus halbrechter Position ab und hatte Glück.
Mit ihrem vierten Treffer stellte sie den 23:20 (11:11)-Sieg des VfL endgültig sicher. Erst jetzt gab sich die Kieler Mannschaft geschlagen. Die hatte sich vorher wahrlich teuer verkauft und in der ungemein fairen Partie – das ausgezeichnete Schiedsrichtergespann Nagel/Speer (Kremperheide) verhängte nicht eine einzige Zwei-Minuten-Strafe – dem VfL alles abverlangt.
Dabei war dem VfL, bei dem neben der verletzten Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg auch Martina Gliewe (Urlaub) fehlte, ein guter Start gelungen. Nach neun Minuten führte er mit 4:2, nach 13 Minuten mit 5:3.
Als dann aber eine Minute später Dörte Knickrehm mit einem Siebenmeter scheiterte, tat sich ein Loch im Oldesloer Spiel auf. Erst zehn Minuten später gelang (durch Dörte Knickrehm) dem Gastgeber vor gut 150 Zuschauern in der Stormarnhalle der nächste Treffer, aber inzwischen war der Gast auf 8:5 davongezogen.
Die neuerliche Wende wurde durch eine taktische Umstellung eingeleitet. Trainerin Ingrid Schilk, inzwischen lange selbst auf dem Feld, spielte nun vor der Deckung, um Gesche Zöllkau als Torschützin (bis dahin drei Treffer) und Spielmacherin abzuschirmen. Das gelang fast hundertprozentig. Gesche Zöllkau warf kein weiteres Tor mehr und ihre Mannschaftskolleginnen taten sich schwer, ihr Spiel ohne ihre Regisseurin aufzuziehen.
Innerhalb von fünf Minuten wandelte der VfL den 5:8-Rückstand in eine 11:9- Führung (28. Minute) um, aber in den letzten 100 Sekunden vor der Pause glich der Gast wieder aus.
Der zeigte auch nach dem Seitenwechsel eine tolle Moral. 13:13 stand es nach 37 Minuten, 18:14 für den VfL nach 45 Minuten, weil Melanie Bernecker und Ingrid Schilk nun immer sicherer trafen. Aber auch damit gaben sich die Kielerinnen noch lange nicht geschlagen. Spätestens nach dem 21:20 in der 55. Minute wurde bei den Oldesloerinnen wieder mächtig gezittert. Das Bangen wurde – siehe oben – dann erst in der Schlußminute durch Heinke Juds endgültig beendet.
Die 23 VfL-Tore, die zurecht für eine gute Angriffsleistung sprechen, teilten sich Melanie Bernecker (8), Ingrid Schilk (5), Heinke Juds (4), Dörte Knickrehm (4/1) und Stefanie Bernecker (2/1). Nicole Röhrs und Alexandra Bartels (beide nicht in Bestform) gingen leer aus. Im Tor zeigte Annette Schümann wieder ein paar Schwächen (vor allem bei Würfen von den Außenpositionen), hielt auf der anderen Seite aber auch eine ganze Reihe schwieriger Würfe.
Mit Gisela Haacks aus der zweiten VfL Mannschaft saß im übrigen erstmals in dieser Saison eine zweite Torhüterin auf der VfL-Bank. Sie hat sich bereiterklärt, einzuspringen, wenn Not am Mann ist, mußte aber gottlob nicht eingreifen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.10.1989
Freitag, 27. Oktober 1989
Oldesloer Handball-Damen empfangen Tabellenführer Oldenburger SV
Hickhack im Vorfeld: „Jetzt erst recht“
(kx). Die Telefonleitungen liefen heiß, die Ereignisse überschlugen sich. Eigentlich war die Oberliga-Begegnung der Handball-Damen vom VfL Oldesloe gegen den Oldenburger SV für den morgigen Sonnabend angesetzt. Doch eine Disco in der Stormarnhalle machte den Termin zunichte, das Spitzenspiel wurde am Wochenende abgesagt.
Dies paßte jedoch den Oldenburgerinnen überhaupt nicht. Sie wollten unbedingt spielen, boten eine Verlegung in die eigene Halle an. „Unser Gegner weiß genau, daß unsere Leistungsträgerin Andrea Hasenberg verletzt ist“, glaubt VfL-Betreuer Claus Schilk den Grund für die hektische Betriebsamkeit erkannt zu haben. Und verweigerte wegen „Wettbewerbsverzerrung“ das Einverständnis zur Umlegung.
Nun waren wieder die Oldenburger an der Reihe. Sie fanden heraus, daß in der VfL-Halle am Sonntag gespielt werden kann. Die Staffelleitung reagierte auf den OSV-Wunsch sofort, setzte die Begegnung der Titelaspiranten neu an. Anpfiff ist nun am Sonntag um 15.15 Uhr in der Stormarnhalle.
Nach dem Hickhack im Vorfeld wollen sich die Oldesloerinnen auf dem Spielfeld für das mangelnde Entgegenkommen revanchieren. „Jetzt erst recht“, gibt Trainerin Ingrid Schilk die Stimmung in der Mannschaft wieder. „Zu uns soll noch einmal jemand mit dem Wunsch nach einer Spielverlegung kommen“, ist auch Ehemann Claus Schilk sauer.
In einem Vorbereitungsspiel beim Hamburger Regionalligisten Eimsbütteler TV zeigten die Stormarnerinnen, daß sie ihre zehntägige Ungarnreise gut überstanden haben. Zwar unterlagen die VfL-Damen, die ohne Heinke Juds (beruflich verhindert) antraten, mit 18:21 (97), lagen jedoch lange Zeit in Führung. Erst zehn Minuten vor dem Abpfiff hatten die klassenhöheren Hamburgerinnen einen Vier-Tore-Rückstand zum 16:16 ausgeglichen.
Trainerin Ingrid Schilk nutzte den Test zu Experimenten in der Abwehrformation. Eine gute Leistung bot Torhüterin Annette Schümann, die mehrere Tempogegenstöße abwehrte. Erstmals dabei war Neuzugang Christine Bohnhoff (TSV Reinbek), die in der Abwehr schon sicher stand.
Das ganze Hin und Her um den Termin des Spiels gegen Oldenburg erwies sieh im Nachhinein übrigens als völlig überflüssig. Der Finger von Kreisläuferin Andrea Hasenberg ist schief zusammengewachsen, mußte von den Ärzten noch einmal aufgebrochen werden. Damit fällt „Hasi“ erneut sechs bis acht Wochen aus.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.10.1989
Sonntag, 29. Oktober 1989
VfL Oldesloe – Oldenburger SV 19:19 (8:8)
Der Traum vom Sieg endete am Pfosten
(mth). Ein Siebenmeter als letzte Aktion im Spitzenspiel der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handball-Damen zwischen dem VfL Oldesloe und dem Oldenburger SV mußte die Entscheidung bringen. 19:19 stand es nach 60 spannenden, ja, in der Schlußphase dramatischen Minuten und nun hatte es der VfL, der bis zur 50. Minute stets in Führung gelegen hatte, in der Schlußphase aber viermal einem Ein-Tor-Rückstand nachlaufen mußte, in der Hand, den Spitzenreiter zu stürzen.
Alexandra Bartels war zwei Sekunden vor Schluß bei einem Tempogegenstoß unsanft gebremst worden. Die Chancen, daß der Siebenmeter verwandelt würde, waren, nimmt man die Statistik zur Hand, in der Partie sehr groß. Hüben wie drüben waren bis zu dem Zeitpunkt alle Strafwürfe verwandelt worden. Beim VfL hatte Melanie Bernecker drei Siebenmeter verwandelt, Dörte Knickrehm einen.
Aber natürlich war die Nervenbelastung bei diesem Siebenmeter besonders groß und es dauerte eine ganze Weile, bis man sich beim VfL auf die Schützin geeinigt hatte. Dörte Knickrehm war es schließlich, die die Verantwortung übernahm. Aber die Nervenbelastung erwies sich als zu groß. OSV-Torhüterin Dagmar Jensen, ohnehin glänzend aufgelegt, bekam noch eine Fußspitze an den Ball und lenkte ihn an den Pfosten.
Die Ostholsteinerinnen brachen in Riesenjubel aus, beim VfL beeilte man sich, die unglückliche Werferin, der sicher kein Vorwurf gelten darf, zu trösten. Unter dem Strich war das Remis sicher kein ungerechtes Resultat einer wirklichen gutklassigen Oberliga-Partie.
In der ersten Halbzeit dominierten dabei die Deckungsreihen. Den besseren Start hatten die Oldesloerinnen, die nicht zuletzt dank einer tollen Leistung ihrer Spielertrainerin Ingrid Schilk bis zur 16. Minute mit 5:2 führten. Das war zugleich die deutlichste Führung, die sich je eine Mannschaft in diesem Spiel erkämpfte.
Aber diesen Vorsprung konnte de der VfL nicht halten. In der 24. Minute hatten die robusten Gäste ausgeglichen (6:6) und auch eine neuerliche 8:6-Führung (27. Minute durch das erste Oberliga-Tor von Alexandra Bartels) hielt nicht bis zur Pause (8:8).
Auch nach dem Seitenwechsel war es 20 Minuten lang immer der VfL, der mit Toren in Vorlage ging, aber die Ostholsteinerinnen zogen immer wieder nach. Das Blatt wendete sich nach 50 Minuten. Eben noch hatten die Stormarnerinnen, bei denen Andrea Hasenberg weiter fehlt, mit 15:13 (47.) geführt, da hatte plötzlich Oldenburg mit 16:15 den Spieß umgedreht (51.).
Von nun an war es der VfL, der jeweils einem Rückstand hinterherlaufen mußte, aber auch er zeigte dabei Nervenstärke und Durchsetzungsvermögen. Wenig schön an dieser Spitzenbegegnung war allein, daß die Robustheit der Oldenburgerinnen in der Schlußphase mehr und mehr in übertriebene Härte – allen voran die bullige Mannschaftsführerin Petra Brunow, die nach 58 Minuten (dritte Zeitstrafe) auch Rot sah – überging.
Auch das hatte den VfL gehindert, den Vorsprung zwischen der 40. und 50. Minute entscheidend auszubauen. Merkwürdig war dabei, daß in dieser Zeitspanne der VfL mehr Zeitstrafen als der Gegner bekam. Allein, an den Schiedsrichtern – Stiebitz (Kiel) und Borkert (Neustadt) – lag es sicher nicht, daß es für den VfL nicht zu einem Sieg reichte.
Die 19 VfL-Tore teilten sich im wesentlichen Melanie Bernecker (7/3), Ingrid Schilk (4) und Dörte Knickrehm (5/1). Je einmal trafen Stefanie Bernecker, Martina Gliewe und Alexandra Bartels. Nicole Röhrs und Heinke Juds waren jeweils nur kurz im Spiel und gingen leer aus. Im Tor zeigte Annette Schümann viele gute Paraden und nur wenige Schwächen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 30.10.1989
Freitag, 3. November 1989
Schlagbare, aber unbequeme Gegner für die Stormarner Mannschaften
(mth). Nach Tabellenstand und Papierform warten auf die beiden Stormarner Mannschaften in der schleswig-holsteinischen Handball-Oberliga der Damen lösbare Aufgaben. Die SG Großensee/Möhnsen muß am Sonnabend mit dem TSV Neustadt den Drittletzten der aktuellen Tabelle aufsuchen, der VfL Oldesloe hat am Sonntag um 14.45 Uhr mit Blau-Weiß Wittorf einen Gegner in der Stormarnhalle, der punktgleich mit den Neustädterinnen auch nur einen Platz besser liegt.
Aber durch diese Ausgangspositionen darf man sich nicht täuschen lassen. Die Oberliga scheint in dieser Saison so ausgeglichen besetzt zu sein, daß fast jeder jeden schlagen kann. Die Wittorferinnen beispielsweise, denen wir nach zahlreichen Abgängen nach der letzten Saison den sicheren Abstieg vorausgesagt hatte, haben in ihrer letzten Partie vor 14 Tagen Spitzenreiter SV Oldenburg die erste Niederlage beigefügt und auch der TSV Neustadt spielt bisweilen so, als hätte er in der Oberliga nichts zu suchen, um anschließend die vermeintlich stärksten Mannschaften der Klasse zu schlagen.
Beide Stormarner Mannschaften dürfen also auf keinen Fall ihre Gegner unterschätzen. Das wird vielleicht am ehesten gelingen, wenn sie sich nicht so sehr auf den Gegner konzentrieren, sondern versuchen, ihr eigenes Spiel zu machen, soll heißen, die eigenen Stärken auszuspielen.
Dazu sollten die Voraussetzungen nicht schlecht sein, denn mutmaßlich werden beide Trainer – hier Ingrid Schilk, dort Ingo Nahts – auf alle Stammspielerinnen zurückgreifen können.
Beim VfL mit der Einschränkung, daß natürlich Mannschaftsführer Andrea Hasenberg noch nicht wieder zur Verfügung steht. Sie wird der Truppe vermutlich noch geraume Zeit fehlen. Dafür aber wird Neuzugang Christine Bohnhoff (vorher TSV Reinbek) erstmalig im VfL-Kader auftauchen, was die Auswechselmöglichkeiten ein Stück verbessert. Auch bei der Suche nach einer zweiten Torhüterin – Annette Schümann ist auf Dauer mit der Rolle als „Alleinunterhalterin“ ganz gewiß überfordert, abgesehen davon, daß sie auch einmal ausfallen könnte – hofft man beim VfL, in nahe Zukunft „fündig“ zu werden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 3.11.1989
Sonntag, 5. November 1989
VfL Oldesloe – Blau-Weiß Wittorf 22:13 (11:3)
Gala-Vorstellung der Oldesloer Handball-Damen
Gegner förmlich aus der Halle „gefegt“
(kx). Während des Trainings der letzten Woche hatten es die Handball-Damen vom VfL Oldesloe geübt: eine defensive 6:0-Deckung am eigenen Kreis. Die Fruchte der Trainingsarbeit blieben nicht aus, das taktische Konzept von Trainerin Ingrid Schilk ging im Punktspiel gegen Blau-Weiß Wittorf voll auf. Mit 22:13 (11:3) „fegten“ die Oldesloerinnen ihren Gegner buchstäblich aus der Stormarnhalle.
„Wir hatten die Wittorfer beobachtet“, verriet Betreuer Claus Schilk nach dem Spiel, „und wußten, daß sie gefährliche Außenstürmer und eine gute Kreisläuferin haben.“ Deshalb bauten die Oldesloer auf eine kompakte Abwehrreihe. Und tatsächlich wies die Deckung in der ersten Halbzeit keine Lücken auf. Nach 14 Minuten warfen die Gäste ihr erstes Tor, und erst zwei Minuten vor dem Pausenpfiff mußte VfL-Torhüterin Annette Schümann den zweiten Ball nach dem 9:2 aus dem Netz holen.
„Das war die stärkste Vorstellung“, war Claus Schilk zur Pause begeistert, „die diese Mannschaft bisher gezeigt hat.“ Besonders Alexandra Bartels lief zu Hochform auf. So war die Partie mit dem 11:3-Pausenvorsprung praktisch schon entschieden.
Nach dem Seitenwechsel zogen die Oldesloerinnen über 15:3 bis auf 17:5 davon. Dann stellten sie ihr Team einige Male um, probierten verschiedene Abwehr- und Angriffsformationen aus. So durften die Wittorferinnen auch einige Tore werfen, ohne den Rückstand jedoch verringern zu können. Auf der Gegenseite kam VfL-Neuzugang Christine Bohnhoff zu ihrem ersten Oberliga-Tor: Sie verwandelte einen Siebenmeter.
Am nächsten Wochenende sind die Handballerinnen spielfrei, dann folgt das mit Spannung erwartete Kreisderby bei der SG Großensee/Möhnsen. „Um nicht aus dem Rhythmus zu kommen, würden wir allerdings gerne ein Freundschaftsspiel absolvieren“. sagte Claus Schilk. Doch das ist in der Kreisstadt nicht so einfach. „Wir bekommen keine Hallenzeiteiten“, fügte der Betreuer hinzu.
Gegen Blau-Weiß Wittorf trugen sich außer Torhüterin Annette Schümann sämtliche Spielerinnen in die Torschützenliste ein: Melanie Bernecker (7), Stefanie Bernecker (4), Ingrid Schilk (3), Alexandra Bartels (2), Martina Gliewe (2), Nicole Röhrs, Heinke Juds, Christine Bohnhoff und Dörte Knickrehm (je 1) trafen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 7.11.1989
Freitag, 17. November 1989
Kreisderby in der Handball-Oberliga der Damen
Zuversicht auf beiden Seiten
(mth). Die Spannung und der Pulsschlag sind bei den beiden Stormarner Mannschaften in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handball-Damen sicher ein wenig höher als vor „normalen“ Punktspielen. Am Sonnabend um 17 Uhr kommt es in Trittau zum ersten Kreisderby dieser Saison.
„Diese Spiele sind für uns immer etwas Besonderes“, macht Ingo Naths, Trainer von Gastgeber SG Großensee/Möhnsen, keinen Hehl daraus, daß es für ihn eine besondere Genugtuung wäre, dem Kreisrivalen ein Bein stellen zu können.
„Eine direktere Rivalität als zu anderen Oberliga-Mannschaften“, sieht zwar auch Claus Schilk, Betreuer der Damen des VfL Oldesloe, als gegeben an, aber für ihn ist das Kreisderby dennoch eigentlich ein „normales Spiel“. „Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnen müssen, daß sich alle Konkurrenten gegen uns besonders ins Zeug legen. Wir sind als einer der Anwärter auf den Gewinn der Meisterschaft in die Saison gegangen, bekennen uns auch selbst zu diesem Ziel und müssen damit leben, daß alle Gegner uns deshalb besonders gern ein Bein stellen würden“, wiegelt Claus Schilk ab, gibt aber im selben Atemzug zu, daß diese Zusatzmotivation bei den Großenseerinnen besonders ausgeprägt. ist.
Dennoch geht er mit seiner Truppe zuversichtlich in die Partie. „Wer vorne mitmischen will, muß durch solche Situationen durch. Wir haben zwar Respekt vor dem Kreisrivalen, den ich in dieser Saison zweimal beobachten konnte und der dabei jeweils einen starken Eindruck hinterließ, aber keine Angst. Wenn wir ein Tor mehr als der Gegner erzielen (wie im Vorjahr in Trittau), sind wir zufrieden.“
Der VfL kann bis auf Andrea Hasenberg, die inzwischen das Lauftraining wieder aufgenommen hat, aber nach ihrem Fingerbruch mit dem Ball erst wieder in zwei oder drei Wochen anfangen kann, auf alle Spielerinnen des Kaders zurückgreifen.
Ausfälle hat auch Ingo Naths nicht zu beklagen. Lediglich Katharina Schönberger ist nicht hundertprozentig fit, wird aber, wie schon in den letzten Spielen als Joker auf der Ersatzbank sitzen. Unbedingt als Außenseiter – wie in den beiden Spielen in der letzten Serie, als die Großenseerinnen ein Abstiegskandidat‚ die Oldesloerinnen dagegen ein Meisterschaftsanwärter waren – sieht der SGM-Trainer seine Truppe nicht.
„Wir sind jetzt Tabellennachbarn und gehen mit gleichen Chancen in das Spiel.“ Naths hofft nicht zuletzt auf massive Unterstützung durch die Zuschauer. „Wenigstens 300 erwarte ich in der Trittauer Sporthalle, und wenn die uns den Rücken stärken, können wir noch besser als im Rückspiel der letzten Saison abschneiden“, ist er sich sicher.
Das Spiel im Februar in der Stormarnhalle endete – nicht zuletzt wegen einen überragenden Martina Havemann im SGM-Tor, die auch morgen wieder den Vorzug vor Ramona Grau erhalten wird – mit einem 17:17-Unentschieden, nachdem der VfL zwischenzeitlich schon wie der sichere Sieger ausgesehen hatte.
STORMARNER TAGEBLATT vom 17.11.1989
Sonnabend, 18. November 1989
SG Großensee/Möhnsen – VfL Oldesloe 16:18 (8:8)
Spannendes Kreisderby in der Handball-Oberliga
18:16 in Trittau
VfL-Damen bleiben vorerst die Nummer eins in Stormarn
(mth). Der VfL Oldesloe bleibt im Damenhandball im Kreis Stormarn vorerst die Nummer eins. An dieser Vormachtstellung der Kreisstädterrinnen hatte ja zuletzt die SG Großensee/Möhnsen, die sich in ihrer zweiten Oberliga-Saison nicht mehr nach unten, sondern nach oben in der Tabelle orientieren möchte, gekratzt.
Um aber eine Wachablösung in naher Zukunft möglich zu machen, hätte die Truppe um den ehrgeizigen Coach Ingo Nahts das Kreisderby in heimischer Halle in Trittau für sich entscheiden müssen. Aber dazu kam es nicht.
Der VfL, der erstmals gegen den Kreisrivalen nicht als eindeutiger Favorit ins Spiel gegangen war, hatte nur über weite Strecken der ersten Halbzeit Schwierigkeiten mit dem hochmotivierten Gegner. Dann spielte die Mannschaft um Spielertrainerin Ingrid Schilk ihre größere Erfahrung aus und siegte nach allerdings bis zum Schlußpfiff spannendem Spiel 18:16 (8:8).
„Matchwinnerin“ war dabei Melanie Bernecker. Sie war in der zweiten Halbzeit von den Großenseerinnen einfach nicht mehr zu stoppen. Ihre große Zeit kam in der letzten Viertelstunde. 12:12 stand es nach 44 Minuten. Der VfL war dabei eine Minute vorher durch Ingrid Schilk erstmals in der Partie, die mehr als 300 Zuschauer angelockt hatte, mit 12:11 in Führung gegangen.
Den besseren Start hatte eindeutig die SGM gehabt. Die Vorgabe von Ingrid und Claus Schilk, sich auf Andrea Ketzel, Margitta Koops und Birgit Podratz beim Gegner zu konzentrieren, schien ins Auge zu gehen. Für den Gastgeber sprangen Bettina Kreidenberg, Karen Willers und zum Auftakt sogar Mannschaftsführerin Sabine Schäfer, die ja nur ganz selten Torwürfe riskiert, in die Bresche.
4:1 führte die Nahts-Truppe schon nach neun Minuten. Der VfL biß sich bis dahin an einer sehr offensiven 5:1-Deckung die Zähne aus und scheiterte dazu immer wieder an Martina Havemann im SGM-Tor, die gegen den Kreisrivalen wieder in Glanzform war.
Etwa nach zehn Minuten aber stabilisierte sich das VfL-Spiel und bis zur 14. Minute gelang der 4:4-Gleichstand. Bis zur 42. Minute aber waren es die Oldesloerinnen, die ständig einem Rückstand hinterher laufen mußten. Allerdings schwoll der Vorsprung der Gastgeber nie wieder auf mehr als ein Tor an.
Das machte die SGM zunehmend nervöser. Als dann die Gäste in der 43. Minute durch Ingrid Schilk erstmals in Führung gingen (12:11) konnte Karen Willers im Gegenzug zwar noch ausgleichen, aber dem Endspurt von Melanie Bernecker konnten die Großenseerinnen dann nicht mehr widerstehen.
Fünf der letzten sechs Tore für den VfL erzielte die jüngere der beiden Bernecker-Schwestern. Sie war dabei in den Schlußminuten auch durch enge Deckung von Andrea Ketzel nicht mehr zu halten. Die Auswahlspielerin profitierte dabei natürlich auch davon, daß sie in der zweiten Halbzeit nur im Angriff eingesetzt wurde. Sie konnte Kraft tanken, während Christine Bohnhoff für sie hervorragend die Deckungsarbeit erledigte.
Im Angriff der Gastgeberinnen hatte in der Schlußphase nur Andrea Ketzel noch etwas hinzuzusetzen. Sie warf drei ihrer vier Tore in diesem Spielabschnitt, fand aber zu wenig Unterstützung, um den VfL noch aufzuhalten.
Der war zwischen der 45. und 48. Minute auf 15:12 davon gezogen, hielt den Drei-Tore-Vorsprung bis zur 55. Minute (17:14), mußte nach zwei Ketzel-Toren innerhalb von 60 Sekunden (56. Minute) noch einmal bangen, ehe Melanie Bernecker mit ihrem achten Tor 100 Sekunden vor Schluß den Sack endgültig zuband.
Sie war natürlich auch erfolgreichste Werfer Rennen ihrer Mannschaft. Die weiteren Treffer teilten sich Dörte Knickrehm (5/2), Ingrid Schilk (2), Nicole Röhrs, Alexandra Bartels und Stefanie Bernecker. Martina Gliewe und Heinke Juds waren nicht in Bestform und blieben ebenso ohne Torerfolg wie die nur in der Deckung eingesetzte Christine Bohnhoff.
Im Tor bot Annette Schümann von ein, zwei Schnitzern abgesehen eine gute Leistung. Mit auf der VfL-Bank erstmalig auch Andrea Hasenberg, aber sie begnügte sich damit, als Kapitänin Begrüßung und Seitenwahl aktiv zu absolvieren.
Die 16 Tore der Großenseerinnen waren ein wenig gleichmäßiger verteilt. Andrea Ketzel und Karen Willers waren mit je vier Treffern am erfolgreichsten. Mit je drei Toren folgten Bettina Kreidenberg und Birgit Podratz dichtauf. Je ein Tor steuerten Margitta Koops und Sabine Schäfer bei. Als „Joker“ kam in den letzten vier Minuten Katharina Schönberger zum Einsatz, aber sie traf ebenso wenig wie Ilona Höppner. Torhüterin Martina Havemann war an der Niederlage neben Andrea Ketzel gewiß am wenigsten „schuld“.
Die Partie verlief erfreulicherweise ausgesprochen fair. Gegen den VfL gab es nicht eine Zeitstrafe und nicht einen Siebenmeter. Bei der SGM mußten Birgit Podratz und Sabine Schäfer für zwei Minuten auf die Bank. Von den vier Siebenmetern gegen sie konnte Martina Havemann einen Strafwurf von Melanie Bernecker halten.
Das Schiedsrichtergespann Hans-Jürgen Nowatzki und Wolfgang Utsch (Henstedt) hatte die Partie stets im Griff, wobei die Großenseerinnen sich – nicht zuletzt wegen der genannten Statistik – in der ersten Halbzeit ein wenig benachteiligt fühlten.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.11.1984
Dienstag, 21. November 1989
Keine leichten Lose für den VfL und die SGM
(mth). Keine Atempause gibt es nach dem spannenden Kreisderby am Sonnabend in Trittau für die beiden Stormarner Handball-Oberligisten der Damen. Morgen aber stehen für den VfL Oldesloe und die SG Großensee/Möhnsen (SGM) nicht Punkt-, sondern Pokalspiele auf dem Programm. Für die einzige Runde auf Landesebene – die Sieger sind bereits für die Pokalspiele im Bereich des Norddeutschen Handballverbandes (NHV) qualifiziert – haben die Stormarner Teams nicht gerade Traumlose erwischt.
Beide müssen lange Reisen antreten und treffen auf Gegner, die nicht zu unterschätzen sind. Auf der Hand liegt das beim VfL Oldesloe, denn der TV Marne spielt ebenfalls in der Oberliga. Dort treffen die Oldesloerinnen eine alte Bekannte. Beim TV Marne spielt Susanne Paetz, die beim VfL mit zur Deutschen Meistermannschaft der A-Jugend gehörte und später auch am Siegeszug der Damen von der Bezirksliga in die Regionalliga Anteil hatte.
Nach dem Sieg im Kreisderby aber geht der VfL zuversichtlich in das Pokalspiel, zumal alle Spielerinnen das Prestigeduell unbeschadet überstanden haben. Auch „Matchwinnerin“ Melanie Bernecker, deren Leistung in Trittau um so mehr Beachtung verdient, weil sie dort mit einer Mittelohrentzündung antrat. Das Spiel in Marne beginnt morgen um 16 Uhr.
Erst eineinhalb Stunden später wird die Partie der SG Großensee/Möhnsen bei der HSG Kropp/Tetenhusen in Kropp (zwischen Rendsburg und Schleswig) angepfiffen. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 21.11.1989
Mittwoch, 22. November 1989
MTV Marne – VfL Oldesloe 20:19 (10:13)
Handball-Pokal der Damen
Der VfL flog in Marne raus, die SGM kam mühelos weiter
(mth). Sieg und Niederlage brachten die beiden Stormarner Handball-Oberligisten von ihren Auswärtsspielen in der ersten Runde des Damen-Pokalwettbewerbs auf Landesebene mit. Der VfL Oldesloe unterlag beim Oberliga-Rivalen TV Marne mit 19:20 (13:10), die SG Großensee/Möhnsen (SGM) dagegen setzte sich beim Spitzenreiter der Bezirksliga Nord, HSG Kropp/Tetenhusen in Kropp mühelos mit 20:13 durch und hofft nun auf ein gutes Los für die nächste Runde. …
TV Marne – VfL Oldesloe 20:19 (10:13)
Der VfL sah schon früh wie der sichere Sieger aus. 5:0 führte er nach neun Minuten. 9:3 nach einer Viertelstunde. Als dann aber der Gastgeber seine vorher chaotische Deckung ordnete und einen Torhüterinnenwechsel vornahm, war es mit der Herrlichkeit des VfL bald vorbei. Dazu trug natürlich auch bei, daß die Mannschaft im Vorgefühl eines vermeintlich sicheren Sieges die Partie auf die leichte Schulter nahm.
Bis zur Halbzeit rettete sie noch einen 13:10-Vorsprung über die Runden. Aber auch der war nach drei Minuten in der zweiten Halbzeit dahin. Dem 14:13 durch Spielertrainerin Ingrid Schilk in der 34. Minute folgte dann eine Flaute bis zur 53. Minute. Bis dahin hatten die Dithmarscherinnen die Partie mit 19:14 lange für sich entschieden. In der Schlußphase kam der VfL zwar noch ein wenig heran, aber eine Chance zur neuerlichen Wende hatte er nicht mehr, denn seine letzten drei Tore erzielte er allesamt in der Schlußminute.
Auf je fünf Tore brachten es beim VfL Melanie und Stefanie Bernecker und Ingrid Schilk. Den Rest teilten sich Dörte Knickrehm, Alexandra Bartels, Heinke Juds und Martina Gliewe. Außerdem kamen noch Christine Bohnhoff und erstmals nach langer Verletzungspause Andrea Hasenberg zum Einsatz. Die Leistung von Annette Schümann im VfL-Tor beurteilten die beiden VfL-Betreuer denkbar unterschiedlich. Claus Schilk fand sie „eher gut“, Peter Stäcker „fast indiskutabel“.
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.11.1989
Dienstag, 28. November 1989
Hartmann nicht mehr beim VfL
(har). Verkleinert hat sich der Kader des Frauen-Handball-Oberligisten VfL Oldesloe. Ausgeschieden aus der von Ingrid Schilk geführten Mannschaft ist Außenspielerin Annabell Hartmann. Die Bahnengolf-Europameisterin hat den Verein verlassen.
LÜBECKER NACHRICHTEN vom 28.11.1989
Freitag, 1. Dezember 1989
MTV Heide – VfL Oldesloe 12:16 (6:7)
16:12 in Heide, aber der VfL ist nun ohne Torhüterin
(mth). 16:12 (7:6) gewann die Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballer des VfL Oldesloe beim MTV Heide – immerhin ein Konkurrent aus dem oberen Tabellendrittel – ein Nachholspiel, aber Freude wollte bei den Stormarnerinnen darüber nach dem Spiel nicht aufkommen.
Der Grund: In der 47. Minute schied ausgerechnet Torhüterin Annette Schümann mit einer schweren Verletzung aus. Beim Treffer zum 9:11 prallte sie mit einer Heider Spielerin unglücklich zusammen. Die ersten Diagnosen, die noch im Heider Krankenhaus erstellt wurden, sehen düster aus. Ein Bänderriß im Knöchel oder möglicherweise gar ein Bruch wird die VfL-Torhüterin voraussichtlich monatelang ausfallen lassen.
Das trifft den VfL natürlich ganz besonders bitter. Weniger, weil Annette Schümann in Heide bis zu ihrem Ausscheiden ihre bislang beste Saisonleistung bot. Aber nach dem Abgang kurz vor Saisonbeginn von Jeanine Hildebrand nach Ungarn ist sie die einzige Torhüterin, die im Moment für die VfL-Oberliga-Mannschaft zur Verfügung steht.
Nun ist guter Rat teuer und dringlich, denn das nächste Spiel der Mannschaft ist schon am 10. Dezember (gegen den TSV Neustadt). In Heide ging nach dem Zwischenfall dann Dörte Knickrehm ins Tor. Sie hielt bei ihrem ersten Einsatz sensationell gut und blieb sogar zehn Minuten lang ohne Gegentor. Dabei entwickelte sie auch eine Portion Glück – ein paarmal wurde sie regelrecht „auf der Flucht“ angeschossen –, aber eine Dauerlösung ist das natürlich nicht. Schließich wird sie in der Mannschaft auch dringend in der Abwehr und am Kreis benötigt.
Toll aber nicht nur die Leistung von Dörte Knickrehm auf ungewohnter Position. Toll auch, wie sich die gesamte Mannschaft nach dem Schock zusammenriß und steigerte. Geführt hatte sie in der Partie auch vorher stets. 4:1 schon nach zehn Minuten. Eine Durststrecke brachte bis zur 17 Minute das 4:4, aber dann dominierte wieder der VfL. 11:8 lautete das Zwischenresultat bis zu dem angesprochenen Zwischenfall.
Dann kam die große Zeit von Martina Gliewe. Sie sprang für die indisponiert wirkende Melanie Bernecker (nur drei Tore, davon ein Siebenmeter) in die Bresche und machte mit fünf Toren – die meisten davon in der kritischen Phase – alles klar. 15:9 führte der VfL bis zur 57. Minute, ehe Heide der erste Treffer gegen Dörte Knickrehm gelang, aber da war die Partie natürlich endgültig gelaufen.
Die weiteren Tore für den VfL teilten sich Andrea Hasenberg (3) mit hervorragender Leistung nach ihrer langen Verletzungspause, Stefanie Bernecker, Dörte Knickrehm, Ingrid Schilk und Nicole Röhrs. Zum Aufgebot zahlten außerdem noch Alexandra Bartels, Heinke Juds und Christine Bohnhoff.
STORMARNER TAGEBLATT vom 4.12.1989
Dienstag, 5. Dezember 1989
Fieberhafte Suche nach einer Torhüterin
(mth). Auf der Suche nach einer Torhüterin ist die Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe schon seit Ende August, als bekannt und akut wurde, daß Jeanine Hildebrand die Mannschaft in Richtung Ungarn verlassen würde. Mit Annette Schümann verfügte man seither nur noch über eine Torhüterin und daß man damit nicht allein eine ganze Oberliga-Saison erfolgreich bestreiten kann, war allen Verantwortlichen klar.
Ihre Befürchtungen sind am Freitag letzter Woche ja auf schmerzliche Weise (für Annette Schümann) bestätigt worden. Die VfL-Torhüterin fällt mit einer schweren Knöchelverletzung monatelang aus und nun muß auf dem schnellsten Weg Ersatz her, soll die gute Ausgangsbasis – der VfL hat als Zweiter die wenigsten Minuspunkte der Liga – nicht verspielt werden.
Seit Freitagabend setzt die Mannschaftsführung alle Hebel in Bewegung und läßt die Telefondrähte glühen. Erste Hoffnungsschimmer zeichnen sich inzwischen ab. Am heutigen Training werden Nicole Greve und Martina Pusch teilnehmen. Martina Pusch ist in der Oldesloer Handballszene ja weiß Gott kein unbeschriebenes Blatt. Sie gehörte zur Deutschen Jugendmeistermannschaft zu Beginn dieses Jahrzehnts und hatte auch an vielen Erfolgen der VfL-Damen erheblichen Anteil, ehe sie vornehmlich aus beruflichen Gründen in der Versenkung verschwand und den Handballsport an den Nagel hängte.
Sie wäre für den VfL, sollte sie sich zu einem Comeback entschließen, sofort spielberechtigt. Das wäre bei Nicole Greve noch fraglich. Sie hat in der letzten Saison beim TSV Bornhöved gespielt, im Sommer beim VfL vorgesprochen und mittrainiert, dann aber von einem Übertritt abgesehen, da sie sich beruflich nach Husum verändert hat. Sie hat seither nicht gespielt und nicht trainiert, dennoch ist ungewiß, ob der VfL sofort über sie und ihren Spielerpaß verfügen kann.
Ein drittes „Eisen“ hat der VfL möglicherweise auch noch im Feuer. Sabine Lemmermann von Eintracht Lüneburg – dorthin hat VfL-Betreuer Claus Schilk enge Kontakte – ist aus der Oberliga-Mannschaft der Niedersachsen durch zwei jüngere Torhüterinnen verdrängt worden, arbeitet nach einer Verletzungspause aber auf ein Comeback hin und wird auf Sicht – in der nächsten Saison – wohl auch in Lüneburg wieder in der Mannschaft benötigt.
Die Chance, in Oldesloe wieder Spielpraxis für sich selbst zu bekommen und zugleich dem VfL aus der Patsche zu helfen, läßt sie nach einer Anfrage Schilks überlegen, einen solchen Schritt zu tun. Eine Entscheidung allerdings hat sie noch nicht gefällt.
„Wir werden auf jeden Fall weitersuchen, denn wir haben trotz des Rückschlages noch lange nicht die Hoffnung aufgegeben, uns für die Aufstiegsrunde zur Regionalliga im kommenden Frühjahr zu qualifizieren“, macht Claus Schilk deutlich. „Dort aber könnten wir natürlich nur mit zwei starken Torhüterinnen bestehen. Eine solche ist sicher auch Angelika Britz vom VfL Rethwisch. Die werden wir von uns aus niemals ansprechen, um das nachbarschaftliche Verhältnis nicht zu stören. Sollte sie aber Ambitionen haben, Oberliga- und – womöglich – Aufstiegsrundenluft zu schnuppern, wäre bei uns immer ein Platz frei.“
STORMARNER TAGEBLATT vom 5.12.1989
Sonnabend, 9. Dezember 1989
Aufatmen: Der VfL Oldesloe hat wieder zwei Torhüterinnen
(mth). Die Handball-Oberliga-Mannschaft VfL Oldesloe hat bei ihrer fieberhaften Suche nach einer oder besser zwei Torhüterinen Erfolg gehabt. Annette Schümann, die bei den VfL-Damen in dieser Saison nach dem plötzlichen Weggang von Jeanine Hildebrand ja allein die Aufgabe zwischen den Pfosten wahrnahm, hatte sich vor einer Woche in Heide erheblich am Knöchel verletzt und fällt für längere Zeit aus. Ersatz mußte nun auf dem schnellsten Weg besorgt werden, denn das nächste Punktspiel ist schon am Sonntag um 14.45 Uhr in der Stormarnhalle gegen den TSV Neustadt. Nach dem Tabellenstand müßte das für den VfL kein großes Problem sein, auch wenn die Neustädterinnen zuletzt gegen Blau-Weiß Wittorf haushoch (26:16) gewannen.
Aber ohne echte Torhüterin, soviel ist klar, kann ein Sieg kaum gelingen. Doch eine Lösung hat sich nun gefunden. Plötzlich hat der VfL sogar wieder zwei Torhüterinnen. Martina Pusch wagt für den Verein, mit dem sie früher so viele Erfolge feierte, ein Comeback und auch Nicole Greve, die schon im Sommer vom TSV Bornhöved zu den Stormarnerinnen wechseln wollte, dann aber auf einen Wechsel verzichtete, weil sie beruflich nach Husum (Meisterschule) umsattelte, stößt nun zum VfL.
Beide sind auch sofort für den Tabellenzweiten der Oberliga spielberechtigt. Natürlich, darüber ist sich Spielertrainerin Ingrid Schilk im Klaren, haben beide noch Trainingsrückstand und fehlende Spielpraxis, so daß man von ihnen keine Wunderdinge erwarten darf. Steine aber sind ihr und der Mannschaft durch die Bereitschaft der beiden, nun mitzutun, dennoch vom Herzen gefallen. Mit solider, konzentrierter Deckungsarbeit möchte man ihnen den Einstand gerne so leicht wie möglich machen.
Unterstützung kann den Torhüterinnen sicher auch das Publikum mit freundlicher Unterstützung und ein wenig Geduld angedeihen lassen. Um die Zuschauer bei Laune zu halten, haben sich auch die Sponsoren der Mannschaft etwas einfallen lassen. Die Werbepartner Jeans-Passage Ahrensburg, die Coca-Cola-Niederlassung Seidel und Lingner aus Ratzeburg und die Meddewader Backwarenfabrik Wendeln verlosen Gutscheine, Getränke und Weihnachtstollen unter den Besuchern.
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.12.1989
Sonntag, 10. Dezember 1989
VfL Oldesloe – TSV Neustadt 19:16 (11:7)
Gelungenes Debüt von Nicole Greve im Oldesloer Handballtor
Die Anspannung löste sich nur langsam
(kx). Dörte Knickrehm, Handballspielerin beim VfL Oldesloe, und Betreuer Claus Schilk gingen auf Nicole Greve zu. Beide nahmen die Torhüterin in ihre Arme, klopft mir anerkennend auf die Schulter. Da huschte zum erstenmal ein kleines Lächeln über das Gesicht der Torsteherin: die Anspannung der vorherigen 60 Minuten löste sich nur langsam auf.
Doch Nicole Greve wußte, daß sie ihr Oberliga-Debüt bestanden hatte. Mit 19:16 (11:7) hatten die Oldesloer Handballerinnen den TSV Neustadt besiegt, und die neue Torhüterin hatte von den rund 100 Zuschauern mehrmals Szenenapplaus bekommen – so auch nach zwei abgewehrten Tempo Gegenstößen.
„Eine erstaunliche Leistung“, freute sich Betreuer Peter Stäcker mit der Torhüterin, „schließlich hat sie in dieser Saison noch nicht gespielt.“ Und trainieren konnte Nicole Greve, die nach der Verletzung von Stammtorhüterin Annette Schümann in der letzten Woche vom TSV Bornhöved nach Oldesloe gewechselt war, auch erst einmal mit ihrem neuen Team.
Äußerlich war Nicole Greve so ruhig, als stände sie bereits
seit Jahren in der Oberliga zwischen den Pfosten. Ob nach Gegentoren oder nach Paraden, ihr Gesicht zeigte kaum eine Regung. „Das täuscht allerdings“, gab sie nach Spielschluß zu, „natürlich war ich aufgeregt.“ Viel Arbeit nahm ihr die stabile VfL-Abwehrreihe ab.
Von Anfang an bestimmten die Gastgeberinnen das Geschehen auf dem Parkett. Schnell lagen sie mit zwei Toren in Führung, die sie bis zur Pause ständig ausbauten. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nicht, die Neustädterinnen schafften den Anschluß nicht mehr.
Und auch als die Gäste in der Schlußphase auf eine offensive Deckung umstellten, kamen die Oldesloerinnen nicht aus dem Konzept. Mit viel Ruhe und Cleverness brachten die VfL-Damen den Vorsprung ins Ziel. Der Schlußpunkt war der besten Feldspielerin vorbehalten: Martina Gliewe setzte sich energisch durch und traf zum 19:16.
Mit sechs Treffern war Martina Gliewe auch beste Werferin in ihrem Team. Die restlichen Tore erzielten Dörte Knickrehm, Ingrid Schilk (beide 4), Melanie Bernecker (3) und Andrea Hasenberg (2).
STORMARNER TAGEBLATT vom 11.12.1989
Montag, 11. Dezember 1989
Schüttelfrost
(kx). In letzter Minute fiel das Comeback von Martina Pusch ins Wasser. Die Torhüterin, die vor einigen Jahren in der Regionalliga-Mannschaft zwischen den Pfosten des VfL-Tores stand, mußte drei Stunden vor dem Anpfiff der Partie gegen den TSV Neustadt absagen: Schüttelfrost und ein grippaler Infekt verhinderten ihre Rückkehr.
STORMARNER TAGEBLATT vom 11.12.1989
Freitag, 15. Dezember 1989
Siege der Stormarner Teams sind Pflicht
(kx). Nur Siege zählen am Wochenende für die beiden Stormarner Vertreter in der Handball-Oberliga der Damen. Während Tabellenführer VfL Oldesloe am Sonnabend um 16.30 Uhr beim Tabellenvorletzten TSV Altenholz antreten muß, empfängt die SG Großensee/Möhnsen am Sonntag um 17 Uhr das Schlußlicht Blau-Weiß Wittorf. …
Trotz einiger beachtlicher Ergebnisse in den letzten Begegnungen und einem unverkennbaren Aufwärtstrend sollte sich der VfL Oldesloe auch beim TSV Altenholz nicht stoppen lassen. Mit Erfolgen könnten beide Stormarner Mannschaften beruhigt in die Weihnachtspause gehen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 15.12.1989
Sonnabend, 16. Dezember 1989
TSV Altenholz – VfL Oldesloe 12:13 (8:7)
Tabellenspitze behauptet
VfL fief in Altenholz das Glück hinterher
(mth). Als Tabellenführer geht der VfL Oldesloe in die kurze Weihnachtspause der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handball-Damen. Die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk beanspruchte bei ihrem Gastspiel beim TSV Altenholz aber eine gehörige Portion Glück, um den ersten Tabellenplatz mit einem 13:12 gegen die abstiegsbedrohten Altenholzerinnen zu festigen.
Mit dem 13. Treffer, den Melanie Bernecker in der 59. Minute erzielte, ging der VfL erstmals und letztmalig in der Partie in Führung, aber das reichte für einen doppelten Punktgewinn.
Anfangs kamen die Oldesloerinnen nur schwer in Gang. Der TSV Altenholz führte nach neun Minuten mit 3:0, ehe auch die Stormarnerinnen erstmalig trafen. In Führung aber blieb stets der Gastgeber. Zum Ausgleich (7:7) kamen die Oldesloerinnen erstmalig in der 30. Minute, aber dabei blieb es nicht bis zur Pause, weil das bisweilen recht unsichere Kampfgericht einen weiteren Treffer für den TSV Altenholz noch gab, obwohl der gut zehn Sekunden nach Ablauf von 30 Minuten fiel.
Im zweiten Durchgang, in dem Torerfolge hüben wie drüben noch rarer wurden, war das Ergebnis nie deutlich. Es waren aber immer die Kieler Vorstädterinnen, die in Führung gingen, Beim Stande von 10:8 in der 37. Minute sogar noch einmal mit zwei Treffern.
Der VfL mußte also immer einem Rückstand hinterherlaufen und stellte sich dabei nicht immer geschickt an. Schon gar nicht, wenn er selbst einmal die Chance hatte, in Führung zu gehen. Aber es reichte letztlich dann ja doch zum Sieg. Allerdings: Spielerisch wird sich die Mannschaft im neuen Jahr schnell wieder steigern müssen, will sie ihre glänzende Ausgangsbasis nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.
Die 13 Tore in Altenholz teilten sich Melanie Bernecker (5/1), Dörte Knickrehm (3/2), Martina Gliewe (3), Heinke Juds und Stefanie Bernecker. Außer dem kamen noch Ingrid Schilk, Andrea Hasenberg, Nicole Röhrs, Alexandra Bartels und Christine Bohnhoff im Feld zum Einsatz.
Im Tor mußte Nicole Greve durchspielen, da Martina Pusch erneut wegen Erkrankung absagen mußte. Sie bot auch in ihrem zweiten Oberliga-Spiel eine runde Leistung.
Kontakt hat die VfL-Mannschaft inzwischen zur DDR-Zweitliga-Mannschaft BSG (Betriebssportgemeinschaft) Post Halle aufgenommen. Mutmaßlich wird das DDR-Team Anfang Februar zu einem Gastspiel in die Stormarner Kreisstadt kommen. Ein Gegenbesuch an der Saale ist für den Monat April ins Auge gefaßt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.12.1989
