Sonnabend, 6. Januar 1990

Oldesloer Handballerinnen empfangen Bad Schwartau

Tabellenführung verteidigen

(kx). Auf dem Papier ist es eine Pflichtaufgabe: Heute um 20 Uhr empfangen die Handballspielerinnen vorn VfL Oldesloe in der Stormarnhalle den VfL Bad Schwartau. Der Oberliga-Spitzenreiter gegen den Drittletzten, eigentlich eine klare Sache. Doch nach der Punktspielpause während der Weihnachtsferien gibt es einige Fragezeichen.

So taten sich die Oldesloerinnen in ihrer letzten Partie beim Vorletzten TSV Altenholz schwer, siegten äußerst glücklich mit 13:12. Dagegen hielten die Schwartauerinnen heim 12:15 gegen den Oldenburger SV, dem einzig ernsthaften Verfolger der VfL-Damen, lange Zeit mit.

Um nicht ganz aus dem Schwung zu kommen, trainierten die Oldesloerinnen in den letzten Wochen dreimal in der Realschul-Sporthalle. Die ersten „Gehversuche“ machte auch Torhüterin Annette Schümann, der nach ihrem Bänderriß angelegte Gips ist ihr abgenommen worden. Alle anderen Spielerinnen sind fit.

So macht Trainerin Ingrid Schilk einzig die Luft in der Sporthalle Sorgen. Denn das Handballspiel wird im Anschluß an das große Fußball-Hallenturnier ausgetragen, zu dem mehrere hundert Zuschauer erwartet werden. „Danach ist es sicher sehr stickig“, glaubt Ingrid Schilk, „aber damit müssen ja beide Mannschaften zurechtkommen.“ Ihr Ziel für die Rückrunde ist klar abgesteckt: „Wir wollen da bleiben, wo wir sind – auf dem ersten Platz.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.1.1990

 

Sonnabend, 6. Januar 1990

VfL Oldesloe – VfL Bad Schwartau 17:13 (8:5)

Oldesloer Handballerinnen verteidigten Oberliga-Führung

Später Start, sicherer Sieg

(kx). Startprobleme hatten die Handballspielerinnen vom VfL Oldesloe in der Partie gegen den VfL Bad Schwartau. Allerdings kamen auch die Schwartauerinnen nicht in Schwung, so daß nach sechseinhalb Minuten immer noch kein Treffer gefallen war. Oldesloes Melanie Bernecker war es schließlich, die per verwandeltem Siebenmeter den Auftakt zum 17:13 (8:5) ihrer Mannschaft machte.

Bis zum Halbzeitpfiff bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung vor rund 150 Zuschauern in der Stormarnhalle Tor um Tor aus. Zu harmlos agierten die Schwartauerinnen und zu durchsichtig war ihr Spiel, als daß sie die Oldesloerinnen hätten gefährden können. Bezeichnend: Alle fünf Gästetreffer vor der Pause erzielte Rückraumspielerin Anke Thomsen.

Auf der anderen Seite setzte Melanie Bernecker mit plazierten Würfen aus dem Rückraum die Akzente. Auch Ingrid Schilk ließ sich auf der Außenposition kaum stoppen, warf nach zwei Fehlversuchen zu Beginn noch drei schöne Tore. Trotz der klaren Überlegenheit war Ehemann und Betreuer Claus Schilk, der mittlerweile das Kommando auf der Auswechselbank übernommen hat, nicht immer ruhig. So sah er nach einer lautstarken Reklamation eine Minute vor dem Pausenpfiff von den Schiedsrichtern die gelbe Karte.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Die Schwartauerinnen fanden in der stabilen und von Andrea Hasenberg gut organisierten VfL-Abwehr nur selten Lücken, zudem scheiterten sie mehrmals in aussichtsreicher Position an Torhüterin Nicole Greve. So verteidigten die Oldesloerinnen unter den Augen einiger Spielerinnen vom Verfolger Oldenburg, die auf einen Ausrutscher hofften, mit dem 17:13-Erfolg die Tabellenführung. Doch mehr als ein Pflichtsieg auf dem Weg in die Regionalliga-Aufstiegsrunde war es nicht.

Beste Werferin auf Oldesloer Seite war Melanie Bernecker mit sieben Treffern, die restlichen Tore teilten sich Ingrid Schilk (3), Martina Gliewe (2), Dörte Knickrehm (2), Alexandra Bartels, Stefanie Bernecker und Nicole Röhrs (alle 1).

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.1.1990

 

Sonnabend, 13. Januar 1990

Ein Satz sorgte für Aufregung

(kx). Für Aufregung beim Stormarner Oberliga-Rivalen VfL Oldesloe hat eine Äußerung von SGM-Trainer Ingo Naths gesorgt. Nach dem 16:16 seiner Mannschaft gegen den MTV Heide zog Naths einen Vergleich zum Spiel des VfL Oldesloe gegen den VfL Bad Schwartau (17:13), das der Trainer am Vorabend beobachtet hatte. „Wir haben in den ersten 15 Minuten mehr gezeigt, als die Damen des VfL Oldesloe gegen Schwartau in 60 Minuten“. hatte Naths gesagt.

Die Resonanz aus dem Oldesloer Lager ließ nicht auf sich warten „Ingo Naths soll sich um seine eigene Mannschaft kümmern“, war VfL-Betreuer Claus Schilk erbost, „er braucht keine anderen Spiele zu analysieren.“ Mit einem Hinweis auf die Tabelle schmetterte Schilk den seiner Meinung nach unzulässigen Vergleich ab. Mit 17:3 rangieren die Oldesloerinnen an der Spitze, sieben Zähler vor dem Sechsten SG Großensee/Möhnsen.

„Schlecht war unsere Leistung gegen Schwartau nicht“, sagte Schilk, der beim Kreisrivalen „Neidgefühle“ erkannt zu haben glaubt. Und so steht sie schon zwei Monate vor dem 17. März, an dem beide Teams in der Oldesloer Stormarnhalle aufeinandertreffen, im Raum: die Frage nach der „Nummer eins“ im Stormarner Damenhandball.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.1.1990

 

Sonnabend, 20. Januar 1990

VfL mit Revanchegelüsten

(mth). Die beiden Stormarner Mannschaften in der schleswig-holsteinischen Handball-Oberliga der Damen, VfL Oldesloe und SG Großensee/Möhnsen (SGM), müssen am Wochenende auswärts antreten. Der Spitzenreiter aus der Kreisstadt tritt am Sonntag um 15 Uhr beim TSV Munkbrarup an, die Großenseerinnen sind 70 Minuten später (16.10 Uhr) zu Gast beim VfL Bad Schwartau.

Beide Stormarner Teams treten die Reisen mit Revanchegelüsten an, denn die Heimspiele gegen die gleichen Gegner wurden in der Hinrunde verloren. Für den VfL war die Niederlage gegen den TSV Munkbrarup bislang sogar der einzige doppelte Punktverlust in der laufenden Serie.

Dabei stellte sich der Neuling in der Stormarnhalle als kompakte und gut eingespielte Mannschaft vor, die gegen einen VfL, der allerdings noch weit von seiner Bestform entfernt war, völlig verdient gewann. Seither aber ist die Entwicklung beider Teams konträr verlaufen.

Der Aufsteiger hat das Niveau vorn Saisonstart nicht ganz halten können, liegt aber noch immer auf dem dritten Rang. Allerdings beträgt der Abstand zum VfL Oldesloe schon sechs Punkte, denn die Schützlinge von Spielertrainerin Ingrid Schilk haben seit dem Ausrutscher am 22. September nicht mehr anbrennen lassen und nur gegen Verfolger SV Oldenburg noch einen Punkt abgegeben.

Klar, daß Ingrid Schilk zuversichtlich ist, die Scharte von der Hinrunde ausmerzen zu können. Allerdings wird der VfL nicht in Bestbesetzung antreten können. Martina Gliewe macht aus. Beruflichen Gründen – sie steht unmittelbar vor einer wichtigen Prüfung – die Reise in den Norden nicht mit und auch der Einsatz von Andrea Hasenberg, die sich im Training eine Zerrung zuzog, ist noch ungewiß.

Weiterhin fehlt natürlich auch noch Stammtorhüterin Annette Schümann, die nun doch erst in der nächsten Woche ihren Gips abbekommt. Erst dann wird abzusehen sein, wann sie nach ihrem Bänderriß wieder einsatzfähig ist. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.1.1990

 

Sonntag, 21. Januar 1990

TSV Munkbrarup – VfL Oldesloe 10:20 (5:10)

VfL-Damen bleiben Spitzenreiter

20:10-Erfolg in Munkbrarup

Revanche gelang eindrucksvoll

(mth). Der VfL Oldesloe ist auf dem Weg in die Aufstiegsrunde zur Damenhandball-Regionalliga nicht zu stoppen. Die Mannschaft behauptete mit einem eindrucksvollen 20:10 (10:5)-Erfolg beim TSV Munkbrarup ganz klar die Tabellenführung in der schleswig-holsteinischen Oberliga.

Damit nahmen die Schützlinge von Spielertrainerin Ingrid Schilk eindrucksvoll Revanche für die bislang einzige Saisonniederlage, die sie im Hinspiel in der Stormarnhalle gegen den Aufsteiger hatten hinnehmen müssen.

Auch ohne die beruflich verhinderte Martina Gliewe bot der VfL in Munkbrarup eine seiner bislang besten Saisonleistungen. Nur in den ersten Minuten leistete sich die Mannschaft ein paar Leichtsinnsfehler. So konnte der Gastgeber nach anfänglichem Rückstand (0:1 und 1:2) bis zur 12. Minute mit 5:4 in Führung gehen.

Als dann aber der VfL die beste Munkbraruper Werferin in kurze Deckung nahm, hatte der Aufsteiger, der nach einem Trainerwechsel zu Beginn der Woche hochmotiviert in die Partie gegangen war, sein Pulver verschossen. Fast eine halbe Stunde lang (bis zur 38. Minute) blieb der Gastgeber nun ohne Torerfolg und in dieser Zeit zog der VfL über eine 10:5-Pausenführung auf 12:5 davon.

Damit war die Partie natürlich gelaufen. Der VfL vergrößerte seinen Vorsprung kontinuierlich weiter und hätte er mit seiner Stammformation, in der Heinke Juds auf der Position von Martina Giewe eine Glanzleistung zeigte, durchgespielt, wäre die Niederlage für den Aufsteiger wohl noch deutlicher ausgefallen.

In der homogenen VfL-Truppe taten sich neben Heinke Juds noch Stefanie Bernecker, die mit sechs Treffern erfolgreichste Torwerferin vor ihrer Schwester Melanie (5/1) und Spielertrainerin Ingrid Schilk (4) war, Torhüterin Nicole Greve und Dörte Knickrehm (2/1) hervor.

Stark auch trotz ihrer Trainingsverletzung (besonders in der Abwehr) Andrea Hasenberg. Außerdem kamen noch Nicole Röhrs (1), Alexandra Bartels und Christine Bohnhoff zum Einsatz bei diesem überzeugenden Sieg.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.1.1990

 

Freitag, 26. Januar 1990

Damen des VfL voller Zuversicht

(mth). Von den beiden Stormarner Mannschaften in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handball-Damen ist am Wochenende nur Spitzenreiter VfL Oldesloe im Einsatz. Die Truppe von Spielertrainerin Ingrid Schilk hat am Sonnabend um 20 Uhr in der Stormarnhalle den Tabellendritten MTV Heide zu Gast.

Neben dem VfL (3) und dem Oldenburger SV (5) weist allein der MTV Heide noch ein einstelliges Minuspunkte-Konto auf. Gelingt den Storrnarnerinnen auch in dieser Partie noch ein Sieg, hätten sie den Einzug in die Aufstiegsrunde zur Regionalliga praktisch geschafft. Kaum vorstellbar nämlich, daß der VfL sich einen Vorsprung von acht Punkten in der Restsaison noch einmal nehmen ließe.

In dieser Saison sind es ja erstmalig zwei Mannschaften, die sich automatisch für die Aufstiegsrunde qualifizieren. Im Grunde ist es deswegen egal, ob der VfL am Ende Erster oder Zweiter wird, sein Saisonziel kann er so oder so erreichen. Auf taktische Überlegungen will sich Ingrid Schilk in dieser Hinsicht aber nicht einlassen. „Wir wollen Meister werden und machen an dieser Zielsetzung keine Abstriche“, gibt sie eine klare Parole aus.

Recht wäre es ihr dabei schon, wenn der Einzug in die Aufstiegsrunde so früh wie möglich feststünde. Deshalb will sich die Mannschaft am Sonnabend auch tüchtig ins Zeug legen, um den vermeintlich letzten Konkurrenten, der diese Suppe noch versalzen könnte, aus dem Weg zu räumen.

Mannschaft und Trainerin gehen dabei voller Zuversicht an die Partie mit den Dithmarscherinnen heran. De Glanzleistung der Mannschaft am letzten Sonntag im Rücken gibt dazu auch Anlaß, zumal zusätzlich auch Martina Gliewe nach (erfolgreich) absolvierter Prüfung wieder mit von der Partie ist.

Fehlen wird allein Stammtorhüterin Annette Schümann. Sie ist ihren Gips nach dem Bänderriß zwar inzwischen wieder los und hat auch das Training bereits aufgenommen, aber bis sie wieder einsatzfähig für die Oberliga ist, wird wohl noch ein wenig dauern.

Ihre Verletzung zog sie sich im übrigen im Hinspiel in Heide zu. Dort hatte sie bis zu ihrem Ausscheiden mit tadelloser Leistung verhindert, daß ihre Mannschaft nicht aussichtslos ins Hintertreffen geriet. Für sie ging dann ja Dörte Knickrehm ins Tor und der VfL konnte das Spiel noch sicher für sich entscheiden.

Inzwischen aber ist Dörte Knickrehm ja lange wieder auf ihren Stammplatz am Kreis zurückgekehrt, denn für das Tor konnte mit der Verpflichtung von Nicole Greve glänzender Ersatz besorgt werden.

Die kleine Keeperin jedenfalls hat bei allen bisherigen Einsätzen hervorragend ausgesehen. Sollte ihr das Glück, das sie dafür natürlich auch benötigte, weiterhin hold sein, könnte sie auch wieder Garant für einen doppelten Punktgewinn gegen den MTV Heide sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.1.1990

 

Sonnabend, 27. Januar 1990

VfL Oldesloe – MTV Heide 18:18

Viel Hektik im Oldesloer Spiel

VfL konnte mit einem Punkt gegen MTV Heide sehr zufrieden sein

(mth). In fremden Hallen ist die Damen-Oberliga-Mannschaft des VfL Oldesloe in dieser Saison ganz offensichtlich stärker als vor heimischer Kulisse. Vier Punkte hat die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk in dieser Saison bislang abgeben müssen.

Alle vier büßte sie dabei in der Stormarnhalle ein. Einer Niederlage gegen den TSV Munkbrarup und einem Remis gegen den Oldenburger SV im ersten Saisondrittel ließ der Oberliga-Spitzenreiter in der Stormarnhalle ein 18:18-Unentschieden gegen den MTV Heide folgen. Damit hat der VfL vorerst die Chance verpaßt, auch den letzten ernsthaften Rivalen, den er zusammen mit dem Oldenburger SV im Kampf um die beiden Plätze in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga noch hat, vorzeitig abzuschütteln.

Aber noch immer ist die Ausgangslage für die Stormarnerinnen glänzend. Der Vorsprung vor den Heiderinnen, die mit dem Remis in Bad Oldesloe ihren dritten Rang verteidigten, beträgt immer noch sechs Punkte und das müßte eigentlich bis zum Saisonende reichen.

Leicht allerdings hätte dieser Vorsprung schrumpfen können. Das 18:18 nämlich schmeichelte am Ende eher den Stormarnerinnen denn dem Gast. Darüber konnte auch nicht hinwegtäuschen, daß nach dem Schlußpfiff des recht umsichtigen Schiedsrichtergespanns Klemt/Müller (Neumünster) die Dithmarscherinnen wahre Freudentänze aufführten, während beim VfL überwiegend Kopfschütteln angesagt war.

Diese, nimmt man den gesamten Spielverlauf als Maßstab, eher abwegigen Reaktionen – eigentlich hätten sich die Heiderinnen über einen Punktverlust ärgern, die Oldesloerinnen über einen Punktgewinn freuen müssen –‚ hatten ihre Ursache im Verlauf der letzten zehn Minuten. Erst nach 50 Minuten nämlich war der VfL zum Gleichstand (15:15) gekommen, was ihm vorher nur ganz selten gelungen war.

Über 17:15 (52. Minute) führte die Schilk-Truppe bis zur 55. Minute dann sogar mit 18:16, nachdem sie vorher nur beim 1:0 (4. Minute) einmal in Front gelegen hatte. Trotz doppelter Überzahl – gleich zwei Heiderinnen büßten Zwei-Minuten-Strafen ab – aber gab der VfL noch einmal das Heft aus der Hand. Mit nur vier Feldspielerinnen gelang den Gästen innerhalb von sechs Sekunden der Ausgleich zum 18:18 und das Ergebnis hielt die letzten vier Minuten stand.

Der VfL hat sich diesen ersten Punktverlust nach langer Zelt selbst zuzuschreiben. Sein Spiel war 60 Minuten lang von reichlich viel Hektik und Nervosität gekennzeichnet. Ein größerer Teil davon geht auf die Kappe von Betreuer Claus Schilk. Da fehlte häufig eine klare Linie bei zahllosen Auswechselmanövern und auch taktisch waren nicht alle Operationen von der VfL-Bank glücklich.

Gewiß richtig war dabei der Versuch, dem Heider Rückraum die Wirkung zu nehmen, denn deren Werferinnen aus der zweiten Reihe hatten Schwächen von VfL-Keeperin Nicole Greve in der ersten Halbzeit bei hohen Bällen erkannt und rigoros ausgenutzt. Aber die Maßnahme, zeitweilig gleich drei Gäste-Spielerinnen kurz zu decken, überforderte die VfL-Mannschaft doch sichtlich. Weniger wäre da mehr gewesen.

Hinzu kam, daß die beiden Bernecker-Schwestern ein gutes Stück von ihrer Bestform entfernt waren und auch Martina Gliewe bedingt durch ihren Trainingsrückstand nur sporadisch glänzte. Zum Glück war wenigstens Heinke Juds in guter Form, so daß Dörte Knickrehm, Andrea Hasenberg und Ingrid Schilk auf Außen und am Kreis nicht ganz in der Luft hingen.

Die 18 Tore für den VfL teilten sich Dörte Knickrehm (5/1), Melanie Bernecker (4/2), Heinke Juds, Martina Gliewe (je 3), Andrea Hasenberg (2) und Ingrid Schilk. Stefanie Bernecker und Nicole Röhrs gingen leer aus. Christine Bohnhoff und Alexandra Bartels wurden nicht eingesetzt,

Im Tor wußte sich Nicole Greve in der zweiten Halbzeit zu steigern Auch sie hatte damit Anteil an der Punkteteilung, die während des Spiels – beispielsweise beim 1:4 (8. Minute), 7:10 (26.) und 11:14 (42.) – oft meilenweit entfernt schien.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.1.1990

 

Sonnabend, 10. Februar 1990

Schock für den VfL

Sechs Punkte werden aberkannt

(mth). Die Aufstiegsrunde zur Regionalliga hatte die Damen-Oberliga-Mannschaft des VfL Oldesloe in Gedanken eigentlich schon fest gebucht – auch wenn theoretisch die Angelegenheit noch nie perfekt war – und auch mit dem Meistertitel hatte die Truppe von Spielertrainerin Ingrid Schilk geliebäugelt.

Das kann sie sich nun wohl abschminken. Der Rechtsausschuß des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes hat ihr die Siege gegen den TSV Neustadt, den TSV Altenholz und den VfL Bad Schwartau – die ersten drei Spiele, in denen Nicole Greve für die verletzte Annette Schümann das Tor hütete – am grünen Tisch aberkannt.

Die Begründung: Der VfL habe für die vom TSV Bornhöved gekommene Torhüterin keine Spielberechtigung vom Verband gehabt. Beim VfL sieht man die Angelegenheit anders. Dort glaubt man, daß man die Torhüterin sehr wohl hat einsetzen können, weil man den Spielerpaß von Nicole Greve mit gültiger Freigabe schon vor dem ersten Spiel von ihr in Händen hatte.

Der VfL will deshalb auch alle Möglichkeiten ausschöpfen, sich die am grünen Tisch verlorenen Punkte zurückzuholen. Vorerst aber muß man davon ausgehen, daß sie „futsch“ sind. Das wird für die Mannschaft sicher nicht leicht zu verkraften sein. Aber vielleicht schweißt sie der Trotz ja noch enger zusammen.

Alle Hoffnung braucht sie schließlich noch nicht fahren zu lassen. Der Meisterschaftszug dürfte zwar, wenn es bei dem Punktabzug bleibt, zugunsten des SV Oldenburg abgefahren sein, aber der zweite Platz, der ja am Saisonende auch zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt ist noch immer greifbar nahe. Der Vorsprung des VfL war so groß, daß er auch nach Abzug von sechs Punkten – Zähler im übrigen, die auch im Abstiegskampf der Klasse von großer Bedeutung sind – noch punktgleich mit dem MTV Heide, dem Tabellendritten alter Rechnung, liegt.

Aber natürlich darf die Mannschaft nun nichts mehr anbrennen lassen. Sie muß möglichst alle ihre Spiele gewinnen, um aus eigener Kraft die Aufstiegsrunde zu erreichen. Erste Hürde auf diesem Weg ist am Sonnabend um 20 Uhr die zweite Mannschaft des KSV Holstein Kiel. Die war glänzend in die Saison gestartet und machte dem VfL beim Hinspielsieg in der Stormarnhalle auch reichlich zu schaffen, ist inzwischen aber ein gutes Stück abgefallen und liegt mit negativem Punktekonto im unteren Tabellenmittelfeld,

Schafft es der VfL, den Schock schnell zu vergessen, sollte einem Sieg in der Landeshauptstadt eigentlich nichts im Wege stehen, denn gerade auswärts weiß die Mannschaft, in der Annette Schümann möglicherweise erstmals nach ihrer Verletzung wieder eingesetzt werden kann, ja besonders aufzutrumpfen. In fremden Hallen nämlich hat der VfL in dieser Saison noch nicht einen Zähler abgegeben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.2.1990

 

Sonnabend, 10. Februar 1990

Holstein Kiel II – VfL Oldesloe 16:21 (8:11)

21:16 in Kiel

Die VfL-Damen lassen sich nicht beirren

(mth). Die Ankündigung des Rechtsausschusses des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes, der Damen-Oberliga-Mannschaft des VfL Oldesloe sechs Punkte abzuerkennen – die Stormarner werden gegen diese Entscheidung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln protestieren und sind zuversichtlich bei Verhandlung des Falles (frühestens Ende des Monats) die Punkte wieder zu bekommen – hat die Truppe von Spielertrainerin Ingrid Schilk zumindestens sportlich nicht aus der Bahn werfen können.

Bei der zweiten Mannschaft des KSV Holstein Kiel siegten die Stormarnerinnen sicher mit 21:16 (11:8) und wahrten damit selbst für den für sie ungünstigsten Fall, daß die sechs Punkte verloren bleiben, ihre Chance, aus eigener Kraft in die Aufstiegsrunde zur Regionalliga einzuziehen. Dann zwar sicherlich nicht mehr als Meister, wohl aber als Zweiter, denn diese Position ist noch aus eigener Kraft in der Endabrechnung zu erreichen.

Der Sieg der VfLerinnen in der Landeshauptstadt war zu keinem Zeitpunkt gefährdet, obwohl die Mannschaft 60 Minuten lang wie mit „angezogener Handbremse“ spielte. Mit voller Konzentration und vollem Einsatz wären in Kiel leicht auch 30 Tore für den VfL drin gewesen. Aber es reichte ja auch so.

In Gefahr geriet der VfL auch nicht, als Andrea Hasenberg nach 40 Minuten wegen dreier Zwei-Minuten-Strafen ausscheiden mußte. Diesem Ausschluß lagen im übrigen die einzigen Fehler des ansonsten glänzenden Schiedsrichtergespanns aus Eutin zugrunde. Zweimal nämlich waren nicht die VfL-Mannschaftsführerin sondern Mitspielerinnen die „Übeltäter“ gewesen.

Herausragend war beim VfL in Kiel Kreisläuferin Dörte Knickrehm, die mit 7/3 Treffern auch die meisten Tore erzielte. Den Rest teilten sich Melanie Bernecker (4/2), Stefanie Bernecker, Andrea Hasenberg (je 3), Ingrid Schilk und Heinke Juds (je 2). Martina Gliewe und Nicole Röhrs gingen leer aus. Alexandra Bartels zog sich im Training eine Bänderdehnung zu und konnte nicht eingesetzt werden.

Ebensowenig Torhüterin Nicole Greve. Um ihre Spielberechtigung (oder auch nicht) geht es ja beim Punkteabzug. Sie ist nun erst einmal vom 7. Februar (Tag der Rechtsausschuß-Entscheidung) bis zum 2. März gesperrt. Für sie wagte Annette Schümann ein vorgezogenes Comeback nach ihrer Verletzungspause. Mit großem Erfolg: Sie hielt trotz des erheblichen Trainingsrückstandes hervorragend und konnte in jeder Halbzeit einen Siebenmeter parieren.

In den letzten zwei Minuten wurde sie von Martina Pusch abgelöst. Die hilft der Mannschaft jetzt als zweite Torhüterin – solange Nicole Greve gesperrt ist – aus und steht auch danach für den Notfall dem VfL zur Verfügung

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.2.1990

 

Freitag, 23. Februar 1990

VfL in Oldenburg

(mth). Die beiden Stormarner Mannschaften in der schleswig-holsteinischen Handball-Oberliga der Damen, der VfL Oldesloe und die SG Großensee/Möhnsen (SGM), haben am Wochenende schwere Auswärtsspiele zu bestreiten, gehen aber mit Zuversicht und Selbstvertrauen an ihre Aufgaben.

Zum Schlagerspiel der Klasse sucht der VfL Oldesloe am Sonnabend um 16.30 den Oldenburger SV auf. Wer in dieses Spiel tatsächlich als Tabellenführer geht, war bei Redaktionsschluß dieser Ausgabe noch nicht „amtlich“. Nach dem Punktstand, der in sportlichem Wettkampf errungen wurde, ist das mit drei (Minus-)Punkten Vorsprung zwar unzweifelhaft der VfL Oldesloe, aber dem hat ja erstinstanzlich der Rechtsausschuß des Landesverbandes sechs Punkte aberkannt.

Dieses Urteil aber steht offenkundig auf tönernen Füßen. Die Tendenz: Der VfL wird die Punkte wohl zurück bekommen und auch die Sperre für Torhüterin Nicole Greve dürfte hinfällig werden. Ein diesbezügliches Schreiben ist dem VfL auch schon avisiert, aber bislang noch nicht angekommen.

Solange muß man wohl den Oldenburger SV noch als Tabellenführer ansehen. Dessen Selbstbewußtsein aber ist mit der Rolle als – vorübergehender? – Spitzenreiter nicht gewachsen. Bei der SGM jedenfalls bekamen die Ostholsteinerinnen am letzten Sonnabend Senge (13:23), wie schon lange nicht mehr. Ob sie sich davon bis zum Spiel gegen die Oldesloer schon erholt haben?

Für den VfL, der bis auf Alexandra Bartels und (eventuell) Nicole Greve alle Spielerinnen zur Verfügung hat, spricht außerdem, daß die Mannschaft auswärts in dieser Saison noch keinen Punkt abgegeben hat. Ehrgeizig genug wird die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk dazu in dieses Spiel gehen, denn mit einem Sieg in Oldenburg und den sechs Punkten dürfte ihr die Meisterschaft dann kaum noch zu nehmen sein. …

(Anm.: die SG Großensee/Möhnsen muß bei der zweiten Mannschaft von Holstein Kiel antreten)

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.2.1990

 

Sonnabend, 24. Februar 1990

Oldenburger SV – VfL Oldesloe 21:17 (8:8)

Im Endspurt ging dem VfL die Puste aus

(mth). Die Handball-Damen des VfL Oldesloe unterlagen im Spitzenspiel der schleswig-holsteinischen Handball-Oberliga beim Mitfavoriten Oldenburger SV vor fast 300 Zuschauern mit 21:17 (8:8). Für die VfL-Damen um Spielertrainerin Ingrid Schilk, die trotz einer Mandelentzündung auflief, war es die erste Auswärtsniederlage der Saison.

Vor dem schweren Auswärtsspiel sorgte das bereits telefonisch avisierte Schreiben des Landesverbandes für positive Stimmung beim VfL. „Nun haben wir es auch schriftlich,“ erklärte Claus Schilk, Betreuer der Oldesloer Oberliga-Handballerinnen. Dem VfL Oldesloe waren vom Rechtsausschuß des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes zunächst sechs Punkte abgezogen worden.

Jetzt schickte der Rechtswart des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes, Hans-Peter Voß, den VfL-Verantwortlichen ein Schriftstück mit der Zusage, daß der VfL die sechs Punkte zurückbekommt und die Sperre für Torhüterin Nicole Greve aufgehoben ist.

„Wir waren über 26 Minuten die bessere Mannschaft“, resümierte VfL-Betreuer Claus Schilk, denn die VfL-Damen führten im Schlagerspiel beim Oldenburger SV kurz vor der Pause mit 7:5. Eigenes Unvermögen, Disziplinlosigkeit und spielentscheidene Abwehr-und Abspielfehler in den Reihen des VfL führten zur 8:7-Führung des Oldenburger SV.

Die Stormarner Oberliga-Damen des VfL Oldesloe vergaben vor der Pause die sich bietenden Torchancen gleich reihenweise. „Es ging einfach nichts“, so Claus Schilk. Die Oldenburgerinnen präsentierten sich deutlich stärker als am Samstag zuvor bei ihrem Gastspiel bei der Spielgemeinschaft Gro ßensee/Möhnsen. Dennoch blieb der VfL dran, führte im zweiten Spielabschnitt mit 10:8 und 16:15.

Erst im Schlußspurt zog der OSV auf 19:16 (57.) davon und landete einen verdienten Erfolg. Ein Trost bleibt dem VfL Oldesloe dennoch, er bleibt mit einem Minuspunkt Vorsprung Oberliga-Spitzenreiter vor den Oldenburgerinnen. Der VfL trat ohne die verletzte Alexandra Bartels (Bänderdehnung im Knöchel) an.

Der VfL versuchte es mit einer Offensiv-Deckung, nahm die OSV-Spielerinnen Petra Bruno und Beatrix Stengel in Manndeckung. „Wir hätten das spielen sollen, was wir am besten können, die Sechs-Null-Deckung“, erkannte Claus Schilk nach dem Abpfiff. Für Melanie Bernecker war das Spiel nach einer Viertelstunde „gelaufen“, sie erzielte ihre vier Treffer innerhalb der ersten siebzehn Minuten, hatte danach noch zwölf (!) Fehlversuche.

„Vielleicht wäre es besser gelaufen, wenn Nicole Röhrs früher gekommen wäre“. gestand Claus Schilk. Die starke Außenstürmerin ragte neben der vierfachen Torschützin Heinke Juds in der VfL-Mannschaft heraus.

Gerade im ersten Spielabschnitt wurde der VfL durch die Schiedsrichter Schlüter/Schlüter (Kiel) benachteiligt und OSV-Spielerin Petra Bruno fiel permanent durch schauspielerische Glanzleistungen auf.

Rückraumspielerin Heinke Juds und Melanie Bernecker waren mit jeweils vier Toren beste Werferinnen des VfL Oldesloe beim Oldenburg SV. Die restlichen VfL-Treffer erzielten Spielertrainerin Ingrid Schilk (3). Dörte Knickehm, Martina Gliewe und Stefanie Bernecker (je 2). Außerdem kamen noch Annette Schümann, Nicole Greve. Christine Bohnhoff. Andrea Hasenberg und Nicole Röhrs zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1990

 

Freitag, 2. März 1990

Stefanie Bernecker fällt lange aus

(mth). Von den beiden Stormarner Mannschaften in der Handball-Oberliga der Damen ist am Wochenende nur der VfL Oldesloe im Einsatz. Die Mannschaft um Spielertrainerin Ingrid Schilk tritt am Sonnabend um 16.45 Uhr beim MTV Marne an. Nach der Niederlage am letzten Wochenende im Spitzenspiel in Oldenburg will und muß der VfL dieses Spiel unbedingt gewinnen, will er seinen Platz in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga nicht in der letzten Phase der Oberliga-Saison nicht noch aufs Spiel setzen.

Die sechs Punkte, die ihm am grünen Tisch genommen werden sollten, hat der VfL zwar inzwischen wieder bekommen und mit sechs Minuspunkten hat die Mannschaft trotz der Niederlage in Oldenburg noch die wenigsten in der Klasse, aber der Abstand zum MTV Heide (10 Minuspunkte) ist nicht mehr riesengroß.

Hinzu kommt, daß der VfL bis zum Saisonende (einschließlich der ja noch nicht endgültig erreichten Aufstiegsrunde) auf Stefanie Bernecker verzichten muß. Die ältere der beiden Bernecker-Schwestern laboriert ja schon seit längerer Zeit an einer Handverletzung. Die hat sich jetzt so verschlimmert, daß ihr der Arzt für acht Wochen einen Gips verpaßt hat.

Heinke Juds, in den letzten Wochen immer besser in Fahrt gekommen, nachdem es für sie lange Zeit in dieser Saison nicht recht lief, wird dafür als Spielgestalterin verstärkt in Erscheinung treten müssen. Ansonsten sind beim VfL alle Spielerinnen an Deck. Auch Alexandra Bartels wird wieder dabei sein und Spielertrainerin Ingrid Schilk hat ihre Grippe, die sie im Spitzenspiel doch arg behinderte, überwunden.

Leichtes Spiel aber werden die Oldesloerinnen in Marne gewiß nicht haben. Das haben sie im Pokalspiel im Herbst an gleicher Stelle erfahren, als sie nach hoher anfänglicher Führung dort noch knapp verloren. Um gleiches am Sonnabend zu vermeiden, wird die Mannschaft 60 Minuten lang voll konzentriert zu Werke gehen müssen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.3.1990

 

Sonnabend, 3. März 1990

MTV Marne – VfL Oldesloe 9:19 (5:10)

Sieg der VfL-Damen nie in Gefahr

(mth). Die Niederlage im Spitzenspiel der schleswig-holsteinischen Handball-Oberliga der Damen vor einer Woche beim Oldenburger SV hat die Damen des VfL Oldesloe schon ein wenig gefuchst – mit einem Sieg beim ärgsten Rivalen hätten sie schließlich den Meistertitel schon so gut wie in der Tasche gehabt –, aber aus der Bahn haben sie sich dadurch nicht werfen lassen.

Beim MTV Marne war die Mannschaft um Spielertrainerin Ingrid Schilk wieder voll auf dem Posten und zeigte mit einem ungefährdeten 19:9 (10:5)-Erfolg, daß sie weiter klaren Kurs auf die Aufstiegsrunde steuert. Auch den Meistertitel kann die Mannschaft noch immer aus eigener Kraft erreichen. Sie liegt zur Zeit weiter auf dem zweiten Rang, da auch die Oldenburgerinnen zu einem Erfolg (17:13 über den TSV Altenholz) kamen, weist aber einen Minuspunkt weniger als der Spitzenreiter auf.

In Marne hatte der VfL in dieser Saison ja schon einmal gespielt und war dabei nach sicherer Führung noch ausgeschieden. Entsprechend konzentriert ging die Mannschaft in die Neuauflage. Eine sichere Führung strebte sie auch diesmal wieder an, aber noch einmal wollte sie sich die im Endspurt nicht entreißen lassen.

Den ersten Teil des Vorhabens erfüllte sich der VfL schon nach 17 Minuten. 3:3 hieß es noch nach zwölf Minuten, wobei die Oldesloerinnen stets einen Treffer vorgelegt hatten. Fünf Minuten später war die Schilk-Truppe dann schon auf 7:3 davongezogen und davon konnten sich die Dithmarscherinnen nie wieder so recht erholen.

Der Gastgeber kam dem VfL dabei mit offensiver Deckungsarbeit sehr entgegen. Kurz wurde dabei Melanie Bernecker gedeckt, aber daran nahm das Oldesloer Spiel keinen Schaden. Im Gegenteil: Melanie Bernecker, die sonst in dieser Situation häufig dazu neigt, sich dann auf „Kleinkriege“ einzulassen und dabei (unbeabsichtigt) auch das Spiel der eigenen Mannschaft zu stören, spielte diesmal sehr diszipliniert und mannschaftsdienlich. Das war nicht nur zum Nutzen ihres Teams, das bis zur Pause 10:5 führte, in der zweiten Halbzeit die Marnerinnen noch einmal auf 7:11 (38. Minute) herankommen ließ, um dann über 14:7 (41.) den Vorsprung bis zum 18:8 in der 55, Minute kontinuierlich auszubauen, sondern auch zu ihrem eigenen.

Trotz kurzer Deckung nämlich kam sie auf fünf Treffer und war damit zusammen mit Andrea Hasenberg erfolgreichste Werferin ihrer Mannschaft. Die weiteren Tore teilten sich Dörte Knickrehm, Martina Gliewe (je 3), Heinke Juds (2) und Ingrid Schilk. Ohne Treffer blieben Nicole Röhrs und Christine Bohnhoff. Im Tor bot Annette Schümann eine rundherum starke Leistung, so daß kein Grund bestand sie während der 60 Minuten auszuwechseln.

Der VfL war in Marne auch in der letzten Viertelstunde die bessere Mannschaft, obwohl Dörte Knickrehm, die gegen Marnes Haupttorwerferin Ilse Petereit bis zur 45. Minute ein glänzendes Spiel gemacht atte. Die Marnerin blieb ohne Feldtor und verwandelte lediglich einen Siebenmeter.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.3.1990

 

Dienstag, 6. März 1990

VfL fordert Aufklärung

(har). Der „Fall Nicole Greve“ hat, wenn es nach dem Willen des VfL Oldesloe geht, ein Nachspiel für den Vorsitzenden des TSV Quellenhaupt Bornhöved, John Fieder. In einem Folgeschreiben an den Handballverband Schleswig-Holstein (HVSH) hält der VfL Oldesloe seinen Antrag ausdrücklich aufrecht, die Vorgehensweise von John Fieder nachhaltig aufzuklären. Zum einen weist der Antrag des VfL auf die Ämterhäufung (Geschäftsführer des KHV Segeberg inklusive paßführende Stelle und 1. Vorsitzender des TSV Quellenhaupt Bornhöved in Personalunion) des John Fieder hin. Zum anderen meint der VfL, daß Fieder die Oldesloer vorsätzlich schädigen wollte.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 6.3.1990

 

Freitag, 9. März 1990

VfL-Damen bei Blau-Weiß Wittorf

Voll konzentriert auch beim Schlußlicht

(mth). Eine nach der Papierform leichte Aufgabe wartet am Wochenende auf die Damen-Oberliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe. Die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk tritt am Sonntag um 16.30 Uhr beim Tabellenletzten Blau-Weiß Wittorf an.

Die Einstufung der Wittorferinnen als Schlußlicht ist dabei relativ. Deren Lokalrivale FT Neumünster hat sein Team ja unmittelbar vor Saisonbeginn zurückgezogen, taucht deshalb natürlich in keiner Tabelle auf, ist aber auf dem Papier offiziell Letzter im Klassement und zählt als erster Regelabsteiger.

Bleibt es bei zwei Regelabsteigern, hat also durchaus auch Blau-Weiß Wittorf noch eine Chance auf den Klassenerhalt. Nicht zuletzt deshalb mahnt Ingrid Schilk ihre Schützlinge, auch diesen Gegner nicht zu unterschätzen und voll konzentriert in das Spiel zu gehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.3.1990

 

Sonntag, 11. März 1990

Blau-Weiß Wittorf – VfL Oldesloe 13:16 (6:10)

Titelchance gewahrt

Arbeitssieg bei Schlußlicht Wittorf

(mth). Der VfL Oldesloe hat weiterhin alle Chancen, aus eigener Kraft den Meistertitel in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handball-Damen zu holen. Bei Schlußlicht Blau-Weiß Wittorf gewann die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk mit 16:13 (10:6).

Bäume hat der VfL in dieser Partie wahrlich nicht ausgerissen. „Darauf aber kam es uns auch gar nicht an“, wollte Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg Partie und Ergebnis nicht überbewertet wissen. „Wir waren nach Neumünster gefahren, um zwei Punkte zu holen, nicht um den Gegner, auch wenn der am Tabellenende steht, womöglich zu deklassieren. Wenn man sich so etwas vornimmt und in Gedanken einen Sieg schon als Selbstverständlichkeit ansieht, kann man leicht böse Überraschungen erleben“, gab „Hasi“ die Parole wieder, mit der die Oldesloerinnen ins Spiel gegangen waren.

Der Sieg der Stormarnerinnen geriet dabei nie wirklich in Gefahr. Mit einem Blitzstart – 4:0 nach neun Minuten – sorgte der VfL schnell für klare Verhältnisse. Dieser Vier-Tore-Vorsprung hielt bis zur Halbzeit (10:6). Bis dahin hatte der Meisterschaftsanwärter recht flüssig und harmonisch gespielt.

Das änderte sich nach dem Wechsel, wobei der VfL bis zum 15:10 (48. Minute) den Vorsprung sogar noch leicht ausbauen konnte. Dann aber wurde sein Spiel, nicht zuletzt durch unsichere Schiedsrichter, die mit Zwei-Minuten-Strafen plötzlich um sich warfen, zunehmend zerfahren und Wittorf konnte auf 13:15 herankommen, ehe kurz vor Schluß der 16:13-Endstand perfekt gemacht wurde.

Mit fünf Toren (davon drei Siebenmeter) war Dörte Knickrehm erfolgreichste VfL-Werferin. Ihr am nächsten kam Nicole Röhrs mit vier blitzsauberen Treffern. Sie war in Neumünster in besonders guter Spiellaune. Die restlichen Tore teilten sich Melanie Bernecker (3), Andrea Hasenberg (2), Martina Gliewe und Ingrid Schilk.

Außerdem kamen Heinke Juds, Alexandra Bartels und Christine Bohnhoff zum Einsatz. Im Tor spielte zunächst Nicole Greve, die Mitte der zweiten Halbzeit von Annette Schümann abgelöst wurde.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.3.1990

 

Freitag, 16. März 1990

Oberliga-Kreisderby in der Storrnarnhalle

Naths: Wir sind mit Sieg dran

Schilk: Wollen Meister werden

(mth). Kreis- und Lokalderbys haben es eigentlich in allen Sportarten in sich. Die Rivalität ist dabei oft besonders groß und der Ehrgeiz, dem Nachbarn zu zeigen, wer Herr im Haus ist, ist besonders ausgeprägt.

Ein Blick auf die Tabelle in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Damen zeigt dabei, daß diese Frage unabhängig vom Ausgang der Partie am Sonnabend um 20 Uhr in der Stormarnhalle zwischen dem VfL Oldesloe und der SG Großensee/Möhnsen (SGM) eigentlich für diese Saison beantwortet ist. Die Mannschaft aus der Kreisstadt ist nach wie vor die Nummer eins im Stormarner Damenhandball.

Aber das tut der Spannung und der prickelnden Atmosphäre vor dem Stormarnderby keinen Abbruch. Daraus machen auch die Trainer beider Teams – hier Spielertrainerin Ingrid Schilk (VfL), dort der engagierte Coach Ingo Naths (SGM) – keinen Hehl. „Natürlich haben Derbys ihren besonderen Reiz“, erklären beide übereinstimmend und leugnen nicht, mit gesteigertem Ehrgeiz in das Spiel zu gehen.

„Die letzten Punktspiele gegeneinander sind immer sehr eng, von den Ergebnissen und von den Leistungen, gewesen. Letztlich ist uns dabei noch kein doppelter Punktgewinn gelungen. Irgendwann aber sind auch wir einmal mit einem Sieg an der Reihe. Warum soll das nicht morgen der Fall sein“, macht Naths in Optimismus.

Aber Ingrid Schilk hält dagegen: „Wir wollen Meister werden und benötigen deshalb auch gegen den Kreisrivalen einen Sieg. Im Hinspiel in Trittau hat die größere Routine für uns den Ausschlag gegeben. So soll es auch diesmal wieder sein.“

Beide Mannschaften gehen nicht ganz ohne Sorgen in die Partie, die eigentlich mal wieder für vollbesetzte Ränge in der Stormarnhalle sorgen müßte. Beim VfL fällt möglicherweise nach Stefanie Bernecker mit Martina Gliewe eine zweite Rückraumspielerin aus. Sie vertrat sich beim Dienstagtraining den Knöchel.

Bei der SGM werden zwar vermutlich alle Spielerinnen an Deck sein, wobei sich nach Marion Werner, die am Donnerstag von einem DHB-Lehrgang zurückkehrte und sich nun Hoffnung macht, bald zu einem Jugend-Länderspiel eingeladen zu werden, mit Nicole Jesse eine zweite freigeholte A-Jugend-Spielerin zum Kader gesellt. Aber die Mannschaft hat, so Naths, wegen Erkrankungen zwischendurch nicht optimal trainieren können, was natürlich zu Abstimmungsproblemen führen könnte.

Ganz sicher wird auch in diesem Spiel, wie in allen Kreisderbys zuvor, Kampfgeist auf beiden Seiten die Szene beherrschen und beide Teams werden sich voll ausgeben. Auch die SG Großensee/Möhnsen, obwohl die am Sonntag um 17.45 Uhr noch ein weiteres Oberliga-Punktspiel zu bestreiten hat. Der Verband hat die am 11. Februar ganz kurzfristig abgesagte Partie der Stormarneninnen beim TSV Munkbrarup für Sonntag neu angesetzt.

Die Großenseerinnen, die der Meinung sind, daß ihnen die Punkte für dieses Spiel kampflos zustehen müßten, haben diesbezüglich auch einen Protest. laufen. Den wollen sie für den Fall, daß sie am Sonntag verlieren, auch aufrecht erhalten, müssen aber, da über den Einspruch noch nicht entschieden werden konnte, zunächst einmal die weite Reise antreten. Chancengleichheit für das Spiel ist immerhin in soweit gegeben, als auch die Munkbraruperinnen am Sonnabend (bei Holstein Kiel II) ein Spiel zu bestreiten haben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.3.1990

 

Sonnabend, 17. März 1990

VfL Oldesloe – SG Großensee/Möhnsen 14:12 (8:9)

Meistertitel ist näher gerückt

14:12-Sieg: Die Deckung des VfL entschied das Kreisderby

(mth). Dem Gewinn des Meistertitels in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handball-Damen ist der VfL Oldesloe in der Stormarnhalle ein gutes Stück näher gekommen. Die Oldesloerinnen entschieden auch das zweite Kreisderby in dieser Saison gegen die Spielgemeinschaft Großensee/Möhnsen (SGM) mit 14:12 für sich.

Sie übernahmen damit wieder die Tabellenführung vor dem Oldenburger SV, der am Wochenende spielfrei war. In den restlichen drei Spielen warten auf den Vorfeld durchweg lösbare Aufgaben. Gegen den MTV Marne und den TSV Altenholz hat er Heimreicht und auswärts muß er noch beim Neustart antreten.

Die SGM hat nach der Niederlage zunächst ein ausgeglichenes Punktekonto und nimmt weiter einen Platz im Mittelfeld ein. Natürlich ärgerte sich die Truppe von Trainer Ingo Naths über die neuerliche Niederlage gegen den Kreisrivalen. Zu gerne hätte man endlich auch in diesem Prestigeduell einmal einen Sieg geholt.

Im Bereich des Möglichen lag der, wie schon im Hinspiel im Herbst in Trittau, durchaus. In der ersten Halbzeit – auch das eine Parallele zum Hinspiel – nämlich war der Gast aus Großensee spielerisch die bessere, weil harmonischere Mannschaft.

Beim VfL lief bis dahin kaum etwas zusammen. Die Spielerinnen verzettelt sich in Einzelaktionen und Gäste-Torhüterin Martina Havemann wurde von ihnen regelrecht warm geschossen. Aber die Nahts-Truppe versäumte es, ihre Überlegenheit auch in den entsprechenden Vorsprung umzusetzen.

Das gelang immer nur streckenweise. Der Mannschaft fehlt Routine und Abgeklärtheit, solche Vorsprünge auch über Durststrecken hinweg zu retten. Nach acht Minuten sah es so aus, als wolle die SGM den VfL überrennen. Karen Willers, Bettina Kreidenberg und Birgit Podratz (2, davon ein Siebenmeter) legten einen 4:1-Vorsprung vor, denn nur Heinke Juds konnte mit einem Glückstreffer dagegenhalten.

Aber bis zur 14. Minute war der VfL dank zweier Treffer von Andrea Hasenberg und einem Tor von Dörte Knickrehm bei nur einem weiteren Gegentor der SGM (Siebenmeter Margitta Koops) auf 4:5 herangekommen. Noch dreimal zog der Gast auf drei Tore davon – 4:7 (16. Minute), 5:8 (22.) und 6:9 (27.) – aber Unaufmerksamkeiten in den Schlußminuten ließen den VfL bis zur Halbzeit noch auf 8:9 herankommen.

Dieses knappe Halbzeitresultat entsprach sicher nicht den gezeigten Leistungen, und Kenner der Szene ahnten, daß nun alles für den VfL sprach. Der hatte schon ab Mitte der ersten Halbzeit seine Deckungsarbeit stabilisieren können, was nicht zuletzt damit zusammenhing, daß Alexandra Bartels mit der quirligen Marion Werner weit besser zurechtkam, als vorher Nicole Röhrs.

Die Abwehr des VfL entschied dann auch in der Tat die Partie. Gestützt auf eine hervorragende Torhüterleistung von Annette Schümann, die auch zwei Siebenmeter von Birgit Podratz und Margitta Koops glänzend parieren konnte, ließ sie in den zweiten 30 Minuten nur noch drei Gegentore zu. Im Spiel nach vorne lief es beim VfL zwar auch weiterhin noch nicht optimal, aber mit Routine und ein paar guten Einzelleistungen reichte es zu sechs Toren, die genügten, den Spieß umzudrehen.

Den Ausgleich von Dörte Knickrehm unmittelbar nach der Pause konnten Bettina Kreidenberg und Margitta Koops bis zur 39. Minute zwar nochmals in eine 11:9-Führung umwandeln, aber innerhalb von 60 Sekunden machten daraus Ingrid Schilk und Melanie Bernecker ein 11:11.

In den nächsten zwölf Minuten fiel nur ein einziges Tor: Das 12:11 und damit die erste Führung für den VfL durch Melanie Bernecker. Das 12:12 durch Karen Willers, als Alexandra Bartels und Annette Schümann nach einem Tempogegenstoß von Marion Werner benommen im VfL-Torraum lagen, war schon das letzte Tor der Gäste.

Ihr Schicksal besiegelte sich, als Birgit Podratz in der 54. Minute die einzige Zwei-Minuten-Strafe des fairen Derbys bekam und Margitta Koops nach dem 13:12 von Dörte Knickrehm (55.) in der 57. Minute mit einem Siebenmeter an der VfL-Keeperin scheiterte. Der Schlußpunkt in der 59. Minute war dann Spielertrainerin Ingrid Schilk vorbehalten.

Sie hatte, abgesehen von Stefanie Bernecker, die ja bis zum Saisonende ausfällt, ihren gesamten Kader zur Verfügung. Also auch Martina Gliewe, deren Trainingsverletzung dennoch einen Einsatz zuließ. Auf der anderen Seite aber mußte Trainier Ingo Naths mit Andrea Ketzel auf eine Leistungsträgerin verzichten. Sie hatte sich im Spiel gegen Neustadt eine Bänderverletzung zugezogen, die sich gegen Wochenende plötzlich verschlimmerte, so daß ihr Fuß eingegipst werden mußte. Sicherlich war es nicht zuletzt ihr Ausfall, daß die SGM weiter auf ihren ersten Punktspielerfolg gegen den VfL warten muß.

Die Mannschaftsaufstellungen:

VfL Oldesloe: Schümann, Röhrs, Hasenberg (2 Tore), Melanie Bernecker (3/1), Bartels. Knickrehm (4/1), Gliewe, Juds (2) und Schilk (3). Nicole Greve und Christine Bohnhoff kamen nicht zum Einsatz.

SG Großensee/Möhnsen: Havemann, Werner (2), Höppner, Kreidenberg (2), Willers (3), Koops (3/1), Schäfer und Podratz (2/1). Ramona Grau wurde nur für einen Siebenmeter (den sie hielt) eingewechselt; Nicole Jesze kam nicht zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.3.1990

 

Freitag, 23. März 1990

Oldesloer Handball-Damen zweimal im Einsatz

Erst in Freundschaft, dann um wichtige Punkte

(kx). Gleich zweimal müssen die Handballspielerinnen vom VfL Oldesloe an diesem Wochenende antreten. Bereits heute abend sind die Oldesloerinnen zum erstenmal im Einsatz: Um 19.15 spielt die Oberliga-Mannschaft in der Heinrich-Vogler-Halle gegen die BSG Post Leipzig. Mit Kirsten Holmer wird auch eine Spielerin von Union Oldesloe in den Reihen der Gastgeber auflaufen. Dagegen lehnte der VfL Rethwisch das Angebot rigoros ab, Spielerinnen für eine gemeinsame Auswahl abzustellen.

Die Leipziger sind mit einer Damen- und einer Herrenmannschaft zu Besuch in der Kreisstadt. Im Anschluß an das Damenspiel tritt die Leipziger Herrentruppe gegen die Männer vom SV Rümpel an, die sich mit drei Akteuren vom VfL Oldesloe II verstärkt haben. Das Eintrittsgeld (Erwachsene 4 Mark, Jugendliche 2 Mark) stellen die Klubs einem Leipziger Kindergarten zur Verfügung.

Bereits am Vormittag werden die DDR-Gäste von den Bürgermeistern in Rümpel und Bad Oldesloe begrüßt. In Rümpel empfängt Helmut Brüggernann die Herren um 10.30 Uhr, in Oldesloe erwartet Ulrich Gudat die Damen um 11 Uhr.

Am Sonntag steht dann wieder der Ernst der Punktspiele auf dem Programm. Um 14.45 Uhr tritt der Marner TV in der Stormarnhalle an. „Unser Ziel ist die Meisterschaft“, sagte Spielertrainerin Ingrid Schilk, „deshalb wollen wir konzentriert in die Partie gehen.“ Einige Handballerinnen sind jedoch erkältet, und auch Martina Gliewe (Bänderdehnung) kann nur sporadisch eingesetzt werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.3.1990

 

Freitag, 23. März 1990

VfL Oldesloe – BSG Post Leipzig 22:14 (11:6)

Sport als Zwischenspiel

(mth). Der Sport war wirklich nur Nebensache bei der Begegnung der Handballer(innen) aus Leipzig und Rümpel/Bad Oldesloe. Aber zwischen Empfängen bei leibhaftigen Bürgermeistern, gemeinsamen Essen und anderem bunten Beiprogramm maß man auch sportlich die Kräfte.

Die freundschaftliche Atmosphäre geriet dabei auch während der Spiele in der Heinrich-Vogler-Halle nie in Gefahr. Man tat sich vor kaum mehr als zwei/drei Dutzend Zuschauern – für den guten Zweck, die Unterstützung eines Kindergartens in Leipzig, sprang so nur ein bescheidenes Sümmchen heraus – nicht weh.

Beim Spiel der VfL-Damen mit Gastspielerin Kirsten Holmer (vom SC Union) ließ schon ein reichlicher Klassenunterschied nie Spannung aufkommen. 22:14 (11:6) gewannen die Oldesloerinnen, ohne sich dabei für das Oberliga-Spiel am Sonntag verausgaben zu müssen.

Etwas ausgeglichener verlief die anschließende Herrenbegegnung. 8:7 führte die BSG Post Leipzig noch zur Pause, aber am Ende hatte der Rümpeler SV, dem Uwe Trennt, Karl-Heinz Wriedt und Joachim Berndt von der zweiten Mannschaft des VfL Oldesloe zur vollen Mannschaftsstärke verhalfen, mit 18:15 gewonnen.

STORMMARNER TAGEBLATT vom 26.3.1990

 

Sonntag, 25. März 1990

VfL Oldesloe – MTV Marne 25:24 (12:13)

Dem Meistertitel sehr nahe

(mth). Der VfL Oldesloe ist dem Gewinn des Meistertitels in der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handball-Damen am Wochenende einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk schlug den MTV Marne nach spannendem Schlagabtausch in der Stormarnhalle mit 25:24 (12:13).

Da der Oldenburger SV zur gleichen Zeit dem MTV Heide mit 18:19 unterlag, haben die Stormarnerinnen zwei Spieltage vor Saisonschluß nun drei Punkte Vorsprung vor dem Konkurrenten. Das müßte ausreichen, zumal auf den VfL in Neustadt und gegen Altenholz lösbare Aufgaben warten.

Die Oldesloerinnen erwischten einen glänzenden Start und führten nach sechs Minuten 4:0. Dann aber schlichen sich in der Abwehr Schwächen ein, was auch mit der schwächeren Tagesform der Torhüterinnen Annette Schümann und Nicole Greve zu tun hatte. Marne konnte nicht nur ausgleichen (erstmalig zum 5:5 in der 13. Minute) sondern ging gelegentlich sogar in Führung. Einmal – kurz nach der Pause – sogar mit zwei Toren Vorsprung (14:12), aber das war zugleich die letzte Führung der Gäste.

Dank starker Angriffsleistungen vor allem von Heinke Juds, die ihr bestes Saisonspiel zeigte und mit 8 Treffern erfolgreichste Torwerferin ihrer Mannschaft war, und Andrea Hasenberg (5 Tore vom Kreis) hatte dann wieder der VfL die Nase vorn. Der Gast aus Dithmarschen, dessen Rückraumschützin Britta Peterat (9/1) der VfL nie in den Griff bekam, steckte aber nicht auf, so daß die Partie bis zur Schlußsekunde spannend blieb.

Für die Stormarnerinnen kamen noch zum Einsatz: Melanie Bernecker (5/1), Martina Gliewe (3), Dörte Knickrehm (3/3), Ingrid Schilk (1), Nicole Röhrs, Alexandra Bartels und Christine Bohnhoff.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.3.1990

 

Montag, 26. März 1990

Handballteams der BSG Post Leipzig zu Besuch in Oldesloe und Rümpel

Beinahe wären sie nicht losgekommen

(kx). Die Handball-Damen vom VfL Oldesloe und die Handballherren vom SV Rümpel standen ratlos im Dunkel auf dem Parkplatz vor der Oldesloer Stormarnhalle. „Wo bleiben nur unsere Gäste?“, fragten sich die Stormarner. Zur gleichen Zeit waren die beiden Handballteams der BSG Post Leipzig noch auf der Autobahn – und wechselten einen defekten Reifen ihres Reisebusses.

Mit zweistündiger Verspätung – es war schon nach Mitternacht – trafen die DDR-Gäste schließlich in der Kreisstadt ein. Die Probleme der Leipziger hatten schon in ihrer Heimatstadt begonnen. Die beiden Vereinsbusse waren nämlich defekt, kurzfristig wurde ein Bus bei der Stadt gechartert. Der Fahrer, der so auf sein freies Wochenende verzichten mußte, fuhr zunächst zur Tankstelle. Dort wartete bereits das nächste Problem: Es gab kein Diesel mehr.

So ging's weiter zur nächsten Tankstelle, wo sich bereits meterlange Schlangen an den Zapfsäulen gebildet hatten. Die Reifenpanne warf den Zeitplan schließlich vollends über den Haufen. Die Verspätung hielt jedoch zumindest die Leipziger Herren nicht davon ab, ihre Rümpeler Gastgeber noch kennenzulernen. Bis spät in die Nacht saßen die Handballer beim Bier zusammen.

So waren bei einigen Sportlern die Folgen der langen Nacht nicht zu übersehen, als sie am nächsten Tag von Rümpels Bürgermeister Helmut Brüggemann mit einem Apfelkorn empfangen wurden. Nach einigen Informationen über die Gemeinde wünschte Brüggemann den Gästen „einen angenehmen Aufenthalt“, und lud zu einem zünftigen Schinkenbrot ein. Rümpels Vereinsvorsitzender Uwe Eckhardt stellte noch einmal die Bemühungen von „Organisationstalent“ Claus Schilk heraus, der maßgeblich an der Planung des Besuchs beteiligt war.

Zur gleichen Zeit begrüßte Oldesloes Bürgermeister Ulrich Gudat die Leipziger Damen bei Kaffee und Keksen. Anschließend stand die Besichtigung der Meddewader Bäckerei „Wendeln“ auf dem Programm, ehe sich die Sportler auf den Weg nach Lübeck machten. Ein sportlicher Vergleich, ein Besuch des enttäuschenden Hamburger Fußballderbys und ein anschließender Bummel durch die Hansestadt vervollständigten die gemeinsamen Unternehmungen, ehe sich die Gäste am Sonntagmittag auf den Rückweg machten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.3.1990

 

Freitag, 30. März 1990

VfL-Damen wollen klare Verhältnisse

(mth). Unter Druck steht die Damen-Oberligamannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe bei ihrem vorletzten Punktspiel am Sonnabend um 17 Uhr beim TSV Neustadt nicht gerade. Bei drei Punkten Vorsprung vor dem Oldenburger SV ist die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk auf einen Sieg in Neustadt nicht unbedingt angewiesen, um den erstrebten Meistertitel unter Dach und Fach zu bringen.

Dazu würde auch ein Erfolg im letzten Heimspiel gegen den TSV Altenholz noch reichen. Aber die VfL-Damen wollen für klare Verhältnisse sorgen und streben auch in Neustadt einen doppelten Punktgewinn an. Nicht zuletzt, um Torjägerin Melanie Bernecker einen Gefallen zu erweisen.

Die nämlich würde wegen eines anderen privaten Termins das Altenholz-Spiel gern „schwänzen“, was von ihren Mannschaftskameradinnen aber nur verstanden würde, wenn der Meistertitel schon vorher unter Dach und Fach wäre.

Nimmt der VfL den TSV Neustadt nicht auf die leichte Schulter – die Ostholsteinerinnen sind nicht ausschließlich an ihren schlechten Ergebnissen in der jüngeren Vergangenheit zu messen, denn morgen steht mutmaßlich ihre beste Werferin Margret Holst wieder zur Verfügung was die Mannschaft um eine Klasse besser macht –, sollte ein Sieg im Bereich des Möglichen sein. Schließlich hat die Truppe in dieser Saison auswärts bisher nur zwei Punkte abgegeben und bis auf Stefanie Bernecker, die ja schon geraume Zeit ausfällt, kann der Tabellenführer mit komplettem Kader antreten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.3.1990

 

Sonnabend, 31. März 1990

TSV Neustadt – VfL Oldesloe 14:23 (7:12)

23:14-Sieg in Neustadt

Der VfL holte den Titel im Schongang

(mth). Die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe hatte keine Mühe, den Gewinn des Meistertitels in der schleswig-holsteinischen Oberliga schon am vorletzten Spieltag der Saison perfekt zu machen. Die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk gewann beim TSV Neustadt ungefährdet mit 23:14 (12:7) und geht damit auch dann vor dem SV Oldenburg ins Ziel, wenn sie ihr letztes Saisonspiel gegen den TSV Altenholz am Sonnabend dieser Woche um 17 Uhr in der Heinrich-Vogler-Halle verlieren sollte.

In Neustadt begannen die Oldesloerinnen, wohl auch, weil der Meistertitel so greifbar nahe war, ein wenig nervös. Das hatte zur Folge, daß der TSV Neustadt in der Anfangsphase sogar einmal in Führung gehen (2:1 in der 4. Minute) und bis zur 16. Minute (5:5) das Ergebnis ausgeglichen halten konnte.

Dann aber zeigte sich, daß zwischen dem Tabellenführer und dem Zehnten der Oberliga wenigstens ein Klassenunterschied besteht. Der VfL spielte nun wie aus einem Guss und setzte sich immer weiter von den nun hilflos wirkenden Ostholsteinerinnen ab. 12:7 führten die Stormarnerinnen schon zur Pause und gar 21:8 stand es nach 50 Minuten.

Erst in den letzten zehn Minuten ließ der VfL dann die Zügel ein wenig schleifen.so daß der TSV Neustadt das Endergebnis für sich noch ein wenig freundlicher gestalten konnte. Bis auf Spielertrainerin Ingrid Schilk konnten sich alle Feldspielerinnen des VfL in die Torschützenliste eintragen.

Am erfolgreichsten waren einmal mehr Melanie Bernecker (6) und Dörte Knickrehm (5). Beide verwandelten je einen Siebenmeter, scheiterten aber auch jeweils mit einem Strafwurf. Die restlichen Tore teilten sich Martina Gliewe (3), Andrea Hasenberg, Nicole Röhrs, Heinke Juds, Alexandra Bartels (alle 2) und Christine Bohnhoff (1/1).

Im Tor konnte Annette Schümann unter anderem zwei Siebenmeter parieren, ehe sie in der letzten Viertelstunde für Nicole Greve Platz machte.

Da in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga – sie beginnt für den VfL am 22. April mit einem Heimspiel in der Stormarnhalle (Hallenwart-Ehepaar Raap beendet deshalb extra vorzeitig den Urlaub) – „englische Wochen“ angesagt sind, müht sich der VfL schon jetzt, in den neuen Rhythmus zu kommen.

Am letzten Donnerstag hatte er sich deshalb den Bundesligisten TuS Alstertal zu einem Trainingsspiel eingeladen. In einer von beiden Seiten locker geführten Partie unterlag der VfL dabei dem drei Klassen höher spielenden Gegner, in dessen Reihen mit Torhüterin Gudrun Fandrey auch eine frühere VfL-Spielerin steht, nur mit 23:25. Auch das sicher ein Zeichen für die augenblicklich gute Verfassung der Schilk-Truppe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.4.1990

 

Freitag, 6. April 1990

VfL-Wunsch: Ein Sieg auch im letzten Spiel

(mth). Von Bedeutung für die Abschlußtabelle der schleswig-holsteinischen Oberliga der Handball-Damen ist die Partie des VfL Oldesloe gegen den TSV Altenholz am Sonnabend um 17 Uhr in der Heinrich-Vogler-Halle – die Stormarnhalle ist anderweitig besetzt und eine Spielverlegung kam nicht in Frage, da der Verband darauf besteht, daß der letzte Spieltag zeitgleich an allen Spielorten stattfindet – nicht mehr.

Der VfL steht als Meister ja schon seit dem letzten Wochenende endgültig fest und die Truppe aus dem Kieler Vorort ist dem Abstieg, der ihr lange Zeit drohte, entgangen. Ganz ohne Ehrgeiz aber geht die Mannschaft um Spielertrainerin Ingrid Schilk auch in dieses Spiel nicht. „Wir wollen auch das letzte Punktspiel gewinnen. Schließlich soll es bei der Meisterehrung nach dem Spiel durch den Schleswig-Holsteinischen Handballverband nach Möglichkeit nur lachende Gesichter geben.“

Der VfL wird in das Spiel mit der gleichen Aufstellung wie zuletzt gehen. Auch Melanie Bernecker wird – entgegen ihren ursprünglichen Plänen – voraussichtlich mit von der Partie sein. Die Meisterehrung will sie, die zum Titel ja auch einiges beitrug, dann doch nicht versäumen.

Gefeiert soll die Meisterschaft schließlich auch noch werden. Allerdings in kleinem Rahmen. Mit dem Titel ist ja für die Saison ja erst ein, wenn auch wesentliches, Ziel erreicht. Die Krönung aber soll ja noch in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga, die eine Woche nach Ostern beginnt, folgen und der gilt auch jetzt schon ein großer Teil der Konzentration und Aufmerksamkeit der Mannschaft. Erst wenn die erfolgreich abgeschlossen ist, wird man so richtig einen „draufmachen“.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.4.1990

 

Sonnabend, 7. April 1990

VfL Oldesloe – TSV Altenholz 23:15 (13:8)

Oldesloer Handball-Damen feierten die Landesmeisterschaft

Nun peilen sie den Regionalliga-Aufstieg an

(kx). Was für einige Handballspielerinnen vom VfL Oldesloe noch neu und aufregend war, war für Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg schon fast Routine. „Davon habe ich doch schon soviel“, lächelte die Kreisläuferin, als Landesfrauenwart Klaus Parczany ihr die Urkunde zum Gewinn der Oberliga-Meisterschaft überreichte.

Mit einem deutlichen 23:15 (13:8) im letzten Saisonspiel gegen den TSV Altenholz warfen sich die Oldesloerinnen für die Aufstiegsrunde zur Regionalliga ein. „Die Mannschaft erreicht ihre Bestform genau zum richtigen Zeitpunkt“, sieht Betreuer Claus Schilk den Aufstiegsspielen nach den guten Leistungen der letzten Wochen beruhigt entgegen.

Wahrend die Handballerinnen mit Spielertrainerin Ingrid Schilk die Landesmeisterschaft in einem Oldesloer Lokal feierten, nahm Claus Schilk bereits einen Aufstiegskontrahenten unter die Lupe. Direkt nach Spielschluß hatte er sich ins Auto gesetzt und war nach Tostedt gefahren. Dort erlebte er, wie sich der MTV mit einem 22:11-Sieg die niedersächsische Oberliga-Meisterschaft sicherte, mit einem Tor Vorsprung vor Eintracht Hildesheim.

„Eine starke Truppe“, zollte Schilk den Tostedtern Respekt „das ist wohl unser härtester Gegner.“ Neben dem Niedersachsen-Meister treffen die Oldesloerinnen noch auf Rot-Weiß Damme (Zweiter Nordseeliga) und den FSV Harburg (Zweiter Oberliga Hamburg), der am 22. April der erste Gegner in der Stormarnhalle ist.

Gegen den TSV Altenholz hatten die Oldesloerinnen nur zu Beginn Schwierigkeiten, nach einer Viertelstunde hatten sie den Gegner im Griff. Rechtzeitig fand Rückraumspielerin Heinke Juds zu ihrer alten Form zurück, mit sechs Treffern war sie auch beste VfL-Werferin. Die restlichen Tore erzielten Andrea Hasenberg, Melanie Bernecker (beide 5), Dörte Knickrehm, Nicole Röhrs, Martina Gliewe (alle 2) und Ingrid Schilk.

Über die Osterfeiertage können sich die Handballerinnen erholen, ehe am kommenden Dienstag ein letztes Testspiel bei der SG Großensee/Möhnsen auf dem Programm steht (20.30 Uhr, Trittau). Und dann wird es ernst.

Sie holten die Landesmeisterschaft nach Oldesloe: AIexandra Bartels, Melanie Bernecker, Stefanie Bernecker, Christine Bohnhoff, Martina Gliewe, Nicole Greve, Andrea Hasenberg, Heinke Juds, Dörte Knickrehm, Nicole Röhrs, Annette Schümann, Spielertrainerin Ingrid Schilk, Betreuer Claus Schilk, Masseur Reinhard Prömper.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.4.1990

 

Freitag, 20. April 1990

Guter Start gegen FSV Harburg wäre für die VfL-Damen die „halbe Miete“

(mth). Die Pause seit Abschluß der Saison in der Oberliga bis zum Beginn der Aufstiegsrunde zur Regionalliga ist für die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe nur kurz gewesen. Aber das ist der Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk nur recht, ist dadurch die Gefahr, aus dem gewohnten Rhythmus zu kommen, doch recht gering.

14 Tage nach dem letzten Oberliga-Punktspiel beginnt am Sonntag die Aufstiegsrunde zur Regionalliga. Um 16.30 Uhr in der Stormarnhalle – Hallenwartehepaar Raap beendet eigens dafür vorzeitig den verdienten Osterurlaub, was die VfL-Damen als besonderes Entgegenkommen zu schätzen wissen – trifft der VfL auf den FSV Harburg, den Zweiten der Hamburger Oberliga.

Natürlich wollen die Oldesloerinnen, wenn irgend möglich die Aufstiegsrunde, mit einem Sieg beginnen. Das ist in Aufstiegsspielen stets die „halbe Miete“ und gäbe für die weiteren Spiele in der Runde, die mit sechs Spielen innerhalb von 18 Tagen eine harte Bewährungsprobe wird, sicher enorm Auftrieb und Selbstvertrauen.

Eigenschaften, die der VfL natürlich auch in der langen Oberliga-Saison hat sammeln können. Die Mannschaft hat die Serie, von kleinen Schwankungen abgesehen, praktisch ohne Durchhänger durchgestanden und ist am Ende ganz souverän Meister geworden. Nun will sie die Saison auch mit dem Aufstieg in die Regionalliga, den sie vor einem Jahr ja nur um einen Treffer verpaßte, krönen.

Personell können Trainerin Ingrid Schilk und ihr Mann Claus, der als Betreuer ja auch das „Coaching“ von der Bank besorgt, weil sie zumeist mit „auf der Platte“ steht, für die Runde aus dem Vollen schöpfen. Möglicherweise greift selbst Stefanie Bernecker, die im letzten Saisondritten ja mit einer Handverletzung ausfiel, im Lauf der Runde noch in das Geschehen ein.

Die weiteren Gegner des VfL in der Gruppe A sind Niedersachsenmeister Eintracht Hildesheim und Rot-Weiß Damme (Zweiter der Nordsee-Oberliga). Heimspiele hat der VfL dabei noch am 1. (Hildesheim) und 5. Mai (Damme/jeweils um 16.30 Uhr). Nach Damme geht es am Mittwoch nächster Woche, nach Hildesheim am 28. April und zum Abschluß der Runde geht es am 9. Mai zum Rückspiel nach Harburg.

Automatisch steigt nur der Sieger der Gruppe in die Regionalliga auf. Der Zweite trägt am 12. Und 16. Mai vorsorglich noch Ausscheidungsspiele gegen den Zweiten der B-Gruppe aus, falls es durch die „gleitende Skala“ noch einen dritten Aufsteiger gibt.

Beim VfL hofft man, ohne diese vage Möglichkeit und ohne diese zusätzlichen Strapazen auskommen zu können. Zahlreiche und lautstarke Unterstützung – natürlich auch in den Auswärtsspielen – aber, insbesondere natürlich in den Heimspielen, würde dabei sicher nicht schaden und ist deshalb herzlich willkommen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.4.1990

 

Sonntag, 22. April 1990

VfL Oldesloe – FSV Harburg 21:17 (9:6)

21:17-Erfolg der Oldesloer Damen

Deutlicher Sieg zum Auftakt der Regionalliga-Aufstiegsrunde

(nu) Riesenstimmung in der Oldesloer Stormarnhalle! Die Meister-Damen des VfL Oldesloe besiegten im ersten Spiel der Aufstiegsrunde zur Handball-Regionalliga den Hamburger Oberliga-Vizemeister FSV Harburg deutlich mit 21:17 (9:6) vor 230 begeisterten Zuschauern. Die VfL-Handballerinnen waren den körperlich großgewachsenen Harburgerinnen spieltechnisch überlegen.

„Wir wollen versuchen, die Kreise von Rückraumspielerin Melanie Bernecker und Heinke Juds einzuengen“, sagte FSV-Trainer Gerd Lawrenz noch vor dem Anpfiff. Doch daraus wurde nichts, denn gerade Melanie Bernecker und Heinke Juds (2) schossen den VfL Oldesloe mit 3:1 in Führung.

45 Minuten spielte der schleswig-holsteinische Oberliga-Meister mit dem „ersten Sechser“ durch, stabilisierte damit die eigene Abwehr. „In der Anfangsphase wollen wir versuchen etwas Ruhe in den Rückraum reinzukriegen, damit wir sicher werden“, erklärte VfL-Betreuer Claus Schilk.

Auch wenn die VfL-Damen ihre Nervosität nie ganz ablegen konnten, der kompakte Rückraum stand sicher. Kreisläuferin Andrea Hasenberg (2) und Martina Gliewe besorgten in einem kurzen Zwischenspurt die Tore zum 7:4.

In der 20. Spielminute scheiterte Dörte Knickrehm mit einem Siebenmeter an der guten FSV-Torhüterin Beate Stüven. Bessere Nerven zeigte Melanie Bernecker, sie traf per Siebenmeter zum 8:4 (23.). Den Halbzeitstand von 9:6 besorgte die vierfache Torschützin Andrea Hasenberg.

„Ich habe mir die FSV-Damen im Konterspiel wesentlich besser vorgestellt“, urteilte Ex-VfL-Coach Ulli Meyer, er trainiert derzeit den Hamburger Regionalliga-Absteiger SG Union Bramfeld.

Die FSV-Handballerinnen erzielten zwar vor dem Pausenpfiff vier ihrer sechs Tore im Tempogegenstoß, blieben aber trotz ihrer körperlichen Größe – Beate Thiele, Constanze Wysocki, Valerie Tomm und Dörte Siewert messen mindestens 1,80 Meter – im Rückraum wirkungslos.

Auch im zweiten Spielabschnitt änderte sich nichts. Trotz lautstarker Unterstützung der etwa 50 mitgereisten FSV-Fans, sie feuerten ihre Damen mit rhythmischem Applaus ständig an, kam die von FSV-Trainer Gerd Lawrenz zitierte „erste und zweite Welle im Tempospiel“ auch in den zweiten 30 Minuten nicht zum tragen.

In der zweiten Halbzeit lief das VfL-Spiel wesentlich besser. Die VfL-Handballerinnen bauten ihre Führung auf 17:9 (!) aus. Die FSV-Damen steckten jedoch nicht auf, kamen nochmals auf 19:14 heran. Den Schlußpunkt setzte Dörte Knickrehm mit ihrem einzigen Tor zum 21:17-Endstand.

„Die Chancen müssen künftig noch konsequenter ausgenutzt werden“, resümierte VfL-Betreuer Claus Schilk freudestrahlend nach der Schlußsirene, denn seine Damen trafen allein siebenmal Holz.

„Wenn wir jedes Spiel 21:17 gewinnen sind wir aufgestiegen“, flachste Claus Schilk. „Dennoch schätze ich Eintracht Hildesheim und Rot-Weiß Damme schwächer ein als den FSV Harburg“, so der VfL-Betreuer, der als Beobachter der Partie zwischen Eintracht Hildesheim und RW Damme (12:12) auf der Tribüne saß. Uneinig in ihren Entscheidungen wirkte das Schiedsrichtergespann Becker/Melerski (TSV Verden).

Am Mittwoch dieser Woche (25. April) gastieren die VfL-Damen (20 Uhr) bei Rot-Weiß Damme (Vizemeister Oberliga Bremen). Die VfL-Tore erzielten Melanie Bernecker (7/2), Martina Gliewe (5), Andrea Hasenberg (4), Heinke Juds (3), Dörte Knickrehm und Nicole Röhrs. Zum Einsatz kamen außerdem Ingrid Schilk, Stefanie Bernecker, Annette Schümann, Nicole Greve, Alexandra Bartels und Christine Bohnhoff.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.4.1990

 

Mittwoch, 25. April 1990

Aufstiegsrunde zur Regionalliga

Eine anstrengende Reise

(kx). Ein anstrengender Abend steht den Handballspielerinnen vom VfL Oldesloe am heutigen Mittwoch bevor. In der Aufstiegsrunde zur Regionalliga müssen die Oldesloerinnen nämlich bei Rot-Weiß Damme antreten, dem Zweiten der Nordsee-Liga. Die Partie wird in der Sporthalle der Damme Hauptschule um 20 Uhr an gepfiffen.

Nach dem 21:17-Auftaktsieg gegen die FSV Harburg ist VfL-Betreuer Claus Schilk vor der langen Fahrt nach Damme (bei Osnabrück) optimistisch. „Die Mannschaft ist nicht so stark wie das Harburger Team“, erwartet Schilk eine durchaus lösbare Aufgabe. Der Mann von Spielertrainerin Ingrid Schilk beobachtete Rot-Weiß Damme im ersten Aufstiegsrundenspiel bei Eintracht Hildesheim, in dem die Gäste nicht über ein mageres 12:12 hinauskamen.

So könnten sich die Oldesloerinnen mit einem weiteren Erfolg schon am zweiten Spieltag von den Konkurrenten absetzen, da zur gleichen Zeit die FSV Harburg in eigener Halle auf Eintracht Hildesheim trifft.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.4.1990

 

Mittwoch, 25. April 1990

Rot-Weiß Damme – VfL Oldesloe 14:16 (8:10)

Annette Schümann Garant des 16:14-Sieges in Damme

(mth). Der schleswig-holsteinische Meister der Handball-Damen, der VfL Oldesloe, ist dem Aufstieg in die Regionalliga ein weiteres Stück näher gekommen. Die Truppe von Spielertrainerin Ingrid Schilk siegte beim Zweiten der Nordsee-Oberliga, Rot-Weiß Damme, mit 16:14 (10:8) und bleibt damit in der Aufstiegsrunde weiter ohne Punktverlust. Mit 4:0 Punkten führt der VfL nach zwei von sechs Spieltagen die Tabelle der Gruppe A an.

Vor dem Spiel in Damme hatten die Oldesloerinnen mit leichten Komplikationen fertig zu werden. Die Anfahrt nach Damme (kurz vor Osnabrück) gestaltete sich im Feierabendverkehr langwieriger als befürchtet. So traf man erst eine Dreiviertelstunde vor Spielbeginn in der Halle ein und konnte erst 30 Minuten vor dem Anpfiff mit dem Aufwärmen beginnen.

Aber das beeindruckte die Mannschaft so wenig wie plötzlicher erneuter Ärger auf dem Torhüterposten. Nicole Greve fühlte sich am Sonntag beim Auftakt der Aufstiegsrunde zurückgesetzt, als sie „nur“ in den letzten zehn Minuten zum Einsatz kommen sollte. Sie weigerte sich, dafür noch ins Spiel zu gehen und aus dem Disput darum mit Betreuer Claus Schilk hat sie offenbar für sich Konsequenzen gezogen. Auf jeden Fall stand sie der Mannhaft in Damme nicht zur Verfügung und es scheint fraglich, ob es da noch eine Rückkehr geben kann.

Es hat deswegen in Damme aber kein Torhüterproblem beim VfL gegeben. Im Gegenteil: Annette Schümann, die 60 Minuten durchspielte – als zweite Torhüterin war Martina Pusch mitgefahren –, steigerte sich in eine prächtige Form und hat, so Claus Schilk, das Spiel für die Mannschaft fast allein entschieden. Sie hielt was zu halten war und war gerade in kritischen Phasen, die der VfL in Damme durchaus zu überstehen hatte, der entscheidende Rückhalt.

Die Oldesloerinnen erwischten einen guten Start und gingen mit 2:0 in Führung. Das 2:2 wenige Minuten später war dann für lange Zeit der letzte Gleichstand für den Gastgeber. Über 4:2 zog der VfL auf 8:4 (21.) davon und sah schon wie der sichere Sieger aus. Dann aber kam ein Bruch in das VfL-Spiel, so daß Rot-Weiß Damme bis zum Pausenpfiff auf 8:10 herankommen konnte. Bei diesem Abstand blieb es ganze Weile. Zehn Minuten lang blieben beide Teams, die reichlich nervös wirkten, ohne Tor, dann erst schraubten sie das Torkonto auf 9:11. Danach wurde es für den VfL noch einmal eng, denn Damme konnte zum 11:11 ausgleichen (44.). Aber die Stormarnerinnen gerieten dank Annette Schümann auch jetzt nicht in Rückstand. Sie zogen ihrerseits noch einmal das Tempo an und spätestens beim 15:12 in der 52. Minute war die Partie gelaufen, auch wenn sich der Gastgeber nie aufgab und bis zum Schlußpfiff fightete.

Die 16 Tore für den VfL teilten sich Melanie Bernecker (5), Dörte Knickrehm (4), Andrea Hasenberg, Heinke Juds, Ingrid Schilk (je 2) und Martina Gliewe. Außerdem waren noch Nicole Röhrs, Alexandra Bartels, Stefanie Bernecker und Christine Bohnhoff mit von der Partie, in der sich die Oldesloerinnen vom Schiedsrichtergespann aus Niedermark reichlich benachteiligt fühlten. Während nämlich dem VfL jede Kleinigkeit abgepfiffen wurde – was ja angehen mag –‚ konnten die Dammerinnen schalten und walten wie sie wollten.

Nächste Aufgabe für den VfL ist nun am Sonnabend um 16.30 Uhr das Spiel beim Meister der Niedersachsen-Oberliga Eintracht Hildesheim. Die Oldesloerinnen werden zu diesem Spiel mit einem großen Reisebus fahren. Für Schlachtenbummler besteht die Möglichkeit, die Mannschaft auf dieser Fahrt (Fahrpreis etwa zehn Mark) zu begleiten. Sie sollten sich rechtzeitig vor Abfahrt des Busses am Sonnabend um 11.30 Uhr an der Stormarnhalle einfinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.4.1990

 

Freitag, 27. April 1990

Fans können mitreisen

(mth). Nach zwei Spieltagen in der Aufstiegsrunde zur Handball-Regionalliga hat die Damenmannschaft des VfL Oldesloe in der Gruppe A schon zwei Punkte Vorsprung. Der nächste Gegner der Schilk-Truppe, Eintracht Hildesheim, verlor am Mittwoch nämlich beim FSV Harburg mit 13:14 und hat damit wie Rot-Weiß Damme 1:3 Punkte.

Zum Spiel des VfL am Sonnabend um 16.30 Uhr in Hildesheim können auch Schlachtenbummler die Reise im Mannschaftsbus mitmachen. Interessenten sollten sich rechtzeitig vor Abahrt des Busses um 11.30 Uhr an der Stormarnhalle einfinden. Der Fahrpreis wird etwa zehn Mark betragen. Das Rückspiel gegen den Meister der Oberliga Niedersachsen steigt dann bereits am 1. Mai um 16.30 Uhr in der Stormarnhalle.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.4.1990

 

Sonnabend, 28. April 1990

Eintracht Hildesheim – VfL Oldesloe 11:12 (6:6)

12:11-Sieg in Hildesheim

VfL weiter auf Aufstiegskurs

(mth). Die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe segelt weiter auf Aufstiegskurs. Sie gewann auch das dritte Spiel der Aufstiegsrunde bei Niedersachsenmeister Eintracht Hildesheim mit 12:11 (6:6) und hat damit weiter alle Trümpfe in der Hand.

Im zweiten Spiel der Gruppe A siegte der FSV Harburg bei Rot-Weiß Damme mit 22:15. Einiges spricht dafür, daß die letzte Partie des VfL in der Runde am 9. Mai um 20 Uhr in Harburg die Entscheidung über den Aufstieg bringen wird. Bis dahin aber haben die Oldesloerinnen noch zwei Heimspiele zu bestreiten. Eintracht Hildesheim kommt bereits am 1. Mai zum Rückspiel in die Stormarnhalle, Rot-Weiß Damme gastiert dort am nächsten Sonnabend.

Gewinnt der VfL diese beiden Heimspiele gegen Gegner, die mit je 1:5 Punkten schon jetzt praktisch aus dem Aufstiegsrennen sind, ginge er auf jeden Fall mit der besseren Ausgangsposition in ein solches „Endspiel“, das nur dann eines ist, wenn unter diesen Voraussetzungen auch die Harburgerinnen vorher ihre beiden Spiele (Mittwoch gegen Damme, Sonnabend in Hildesheim) unbeschadet überstehen.

So ganz selbstverständlich aber sind Siege der beiden Konkurrenten gerade gegen die Hildesheimerinnen nicht. Das hat der FSV Harburg am letzten Mittwoch in eigener Halle zu spüren bekommen, als er mühevoll mit 14:13 gewann, und das erfuhr auch der VfL am eigenen Leibe. Bis der 12:11-Erfolg unter Dach und Fach war, hatte die Mannschaft ein hartes Stück Arbeit zu leisten.

Die Eintracht erwies sich als unbequemer und unangenehmer Gegner. Die Truppe ist stark defensiv eingestellt und spielt ihre eigenen Angriffe sehr lange und sehr konsequent aus. Dabei übt sie dennoch viel Druck auf die gegnerische Deckung aus, so daß sie selten Gefahr läuft, wegen Zeitspiels abgepfiffen zu werden.

Schon gar nicht, wenn sie noch die Schiedsrichter – wie in der zweiten Halbzeit – auf ihrer Seite weiß. Das Göttinger (!!) Gespann jedenfalls legte nach sehr neutraler Leistung in der ersten Halbzeit im zweiten Durchgang fast alles zugunsten der Truppe aus ihrer Nachbarschaft aus.

Von den 60 Spielminuten war der VfL keine 20 im Angriff. Mehr als Zweidrittel der Spielzeit spielte sich das Geschehen vor dem VfL-Tor ab. Aber im Defensivbereich wuchsen die Oldesloerinnen über sich hinaus. Toll der Kampfgeist der gesamten Truppe, wobei in der Defensive Andrea Hasenberg und Ingrid Schilk ihre ganze Routine in die Waagschale warfen.

Glänzend disponiert war auch wieder Torhüterin Annette Schümann. Sie kassierte ganze sechs Tore aus dem Spiel heraus. Die fünf weiteren Gegentore resultierten aus verwandelten Siebenmetern. Höhepunkt der tollen Defensivarbeit waren die letzten vier Minuten. Nach 56 Minuten war der VfL mit 12:11 in Führung gegangen – die Führung hatte in der zweiten Halbzeit mehrfach gewechselt, ohne daß ein Team je mit mehr als einem Tor geführt hätte – und diesen Vorsprung hielt die Mannschaft bis zum Schluß ohne noch einmal in Ballbesitz zu kommen.

Vor der Halbzeit war die Ausgeglichenheit nur am Endergebnis der 30 Minuten abzulesen. Die ersten 20 Minuten hatten dabei die Niedersachsen dominiert, die bis dahin auch mit 5:2 führten. Dann drehte der VfL acht Minuten auf und ging seinerseits mit 6:5 (28. Minute) in Führung, ehe kurz vor dem Seitenwechsel der Ausgleich fiel.

Genau die Hälfte der Oldesloer Tore (6) erzielte Melanie Bernecker, den Rest teilten sich Dörte Knickrehm, Heinke Juds (je 2), Martina Gliewe und Ingrid Schilk. Andrea Hasenberg. Nicole Röhrs, Stefanie Bernecker, Alexandra Bartels, Christine Bohnhoff und Martina Pusch vervollständigten die Mannschaft, die von gut 30 mitgereisten Fans lautstark unterstützt wurden. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.4.1990

 

Dienstag, 1. Mai 1990

VfL Oldesloe – Eintracht Hildesheim 17:12 (9:4)

Der Aufstieg rückt immer näher

17:12 gegen Eintracht Hildesheim

VfL ist reif für die Regionalliga

(mth). Die Hoffnung bei Oldesloes Handballfans wächst, die Zweifel schwinden: Die Damenmannschaft des VfL gewann in der Stormarnhalle auch ihr viertes Spiel in der Aufstiegsrunde und kam damit dem ersehnten Saisonziel einen Riesenschritt näher.

Eintracht Hildesheim, Meister der Niedersachsen-Oberliga, den der schleswig-holsteinische Meister am Sonnabend nur denkbar knapp und auch mit einer Portion Glück im Hinspiel mit 12:11 geschlagen hatte, wurde souverän und überzeugend mit 17:12 (9:4) aus der Halle gefegt.

In der ersten Halbzeit bot die Mannschaft die vielleicht beste, weil konzentriertes Leistung, die je von einer VfL-Damenmannschaft in einem Heimspiel gezeigt wurde. Natürlich haben auch wir nicht die begeisterten Spiele vergessen, die Anfang und Mitte der achtziger Jahre in der Stormarnhalle zu sehen waren, als die Regionalliga ja schon einmal für zwei Jahre erreicht wurde und im Pokalwettbewerb aufsehenerregende Erfolge heraussprangen.

Aber die waren, rückblickend betrachtet, zumeist das Ergebnis überragender Einzelleistungen. Nicht nur, aber vor allem von Andrea Güldenpfennig. Die VfL-Mannschaft, die sich jetzt anschickt, an diese Erfolge anzuknüpfen, trägt dagegen auf mehr Schultern. Die „erste Sieben“ ist ausgeglichen besetzt, wirkt spielerisch reifer als ihre Vorgängerinnen und zeichnet sich, obwohl der Großteil der Mannschaft noch blutjung ist, durch taktische Flexibilität und Abgeklärtheit aus.

Überragende Einzelleistungen sind deswegen nicht ausgeschlossen. Das beste Beispiel ist Torhüterin Annette Schümann. Ursprünglich war sie ja nur als Nummer zwei für die Saison hinter Jeanine Hildebrand vorgesehen gewesen. Als diese dann kurz vor Saisonbeginn die Mannschaft verließ, weil sie ein Angebot bekam, in Ungarns zu studieren und dort in der Staatsliga zu spielen, stieg Annette Schümann zur Nummer eins auf und wuchs an dieser Aufgabe, obwohl sie rund zwei Monate in der Sitzung mit schwerer Bänderverletzung aussetzen mußte.

Jetzt in der Aufstiegsrunde spielt sie geradezu sensationell. Nicht zuletzt sie brachte die Hildesheimerinnen schier zur Verzweiflung. Drei gehaltene Siebenmeter – zwei davon waren an den Pfosten gegangen und sie glänzte dann bei den nach Würfen – und ein spektakulär abgewehrter Tempogegenstoß (18. Minute) waren dabei sicher besondere Höhepunkte, die aber nur eine auch sonst überragende leistungsgekrönten.

Sprechchöre von der Tribüne, die wohl wegen des hochsommerlichen Wetters mit knapp 250 Zuschauern nicht ganz so toll wie erhofft besetzt war, waren dafür der verdiente Lohn.

In toller Form in der Aufstiegsrunde ist aber auch Melanie Bernecker. Sie warf zunächst die ersten der Tore (bis zum 4:2 in der 13. Minute) für den VfL ganz allein und sorgte so dafür, daß die Oldesloerinnen von Anfang an nie in Bedrängnis kamen. Am Ende standen auf dem Konto von „Melli“ neun Treffer (darunter vier sicher verwandelte Siebenmeter), also erneut mehr als die Hälfte aller Tore ihrer Mannschaft.

Aber auch alle anderen VfL-Spielerinnen spielten in Bestform oder nahe daran. Dabei war zu verschmerzen, daß Martina Gliewe mit ihren Würfen kein Glück hatte. Und natürlich ließ die Konzentration bei der Mannschaft in der zweiten Halbzeit angesichts des sicheren Vorsprungs – am höchsten war er beim 14:7 (39. Minute) und 17:10 (56.) – gelegentlich etwas nach.

Alles andere wäre unnatürlich gewesen, denn schließlich war es schon das vierte schwere Spiel innerhalb von zehn Tagen und in den nächsten acht Tagen folgen ja noch zwei weitere.

Die weiteren Tore für den VfL teilten sich Spielertrainerin Ingrid Schilk (3), Heinke Juds (2), Nicole Röhrs, Andrea Hasenberg und Alexandra Bartels. Außerdem gehörten noch Dörte Knickrehm (ohne Tor zwar, aber am Kreis vorn und hinten enorm fleißig), Martina Gliewe, Stefanie Bernecker und Martina Pusch zum VfL-Team.

Im zweiten Spiel der Gruppe A besiegte der FSV Harburg Rot-Weiß Dame mit 18:14. es spricht also noch immer einiges dafür, daß erst das Spiel des VfL am nächsten Mittwoch in Harburg die Entscheidung bringt. Ein „Endspiel“, in das zur Zeit der VfL mit den besseren Karten ginge. Er hat nach vier Spieltagen vor den Harburgerinnen einen Vorsprung von zwei Punkten und vier Toren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.5.1990

 

Freitag, 4. Mai 1990

Rot-Weiß Damme morgen in der Stormarnhalle

VfL-Damen wollen nächsten Schritt in Richtung Regionalliga tun

(mth). Die Aufstiegsrunde zur Handball-Regionalliga der Damen neigt sich, kaum daß sie so richtig begonnen hat, schon wieder ihrem Ende und damit der Entscheidung zu. Nebenbei: Es ist wirklich eine gehörige Strapaze, die man den Mannschaften mit sechs Spielen innerhalb von 18 Tagen nach einer strapaziösen Oberliga-Saison zumutet. Immerhin handelt es sich dabei ja um lupenreine Amateursportler.

Aber die Erfolgreichen stören solche Belastungen ja wenig. So geht es auch dem VfL Oldesloe. Der Schleswig-Holstein-Meister präsentiert sich in der Aufstiegsrunde wahrhaft in Galaform. Alle ihre Spiele hat die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk für sich entschieden. Morgen soll ab 16.30 Uhr im letzten Heimspiel der Runde der fünfte Streich folgen.

Gegner ist der Zweite der Nordsee-Oberliga, Rot-Weiß Damme. Das Hinspiel in Niedersachsen haben die Oldesloerinnen knapp mit 16:14 für sich entschieden. Klar, daß sie sich für das Rückspiel auch wieder gute Chancen ausrechnen. So kurz vor Toresschluß wollen sie sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen.

Erreicht die Mannschaft auch nur annähernd die Form vom Dienstag dieser Woche, als Eintracht Hildesheim mit 17:12 sicher geschlagen wurde, spricht alles dafür, daß der VfL im fünften Spiel auch den fünften Sieg landen kann. Darauf will man sich bei den Oldesloern auch ausschließlich konzentrieren.

Spekulationen, daß zur gleichen Zeit der einzig verbliebene Mitbewerber um den direkten Aufstiegsplatz, der FSV Harburg, bei Eintracht Hildesheim, womöglich die schwerere Aufgabe hat, dort Federn lassen könnte, so daß der VfL schon am Ziel sein könnte, ist Wunschdenken, das nur ablenken und irritieren kann.

Ebenso wie an die Mannschaft herangetragene Forderungen, gegen Damme auf Teufel komm raus auf Torjagd zu gehen, um über die Tordifferenz das vermeintliche „Endspiel“ am Mittwoch in Harburg vorzuentscheiden. Der VfL ist, wenn er weiter so stark wie bisher in der Aufstiegsrunde spielt, reif genug, den Aufstieg aus eigener Kraft zu schaffen und auf verwegene Rechenkunststücke nicht angewiesen.

Umso weniger im übrigen, wenn die Mannschaft auch morgen mindestens so zahlreich und lautstark wie am Dienstag – eine Portion mehr von beidem würde nicht schaden – von den Zuschauerrängen unterstützt wird.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.5.1990

 

Sonnabend, 5. Mai 1990

Doppelter Anreiz für den Handballschlager

(mth). Für Stormarns Handballfans gibt es heute doppelten Anreiz zum Aufstiegsschlagerspiel gegen Rot-Weiß Damme um 16.30 Uhr in die Stormarnhalle zu kommen. Im Vordergrund steht natürlich der Sport. Die Damen des VfL Oldesloe können mit einem weiteren Sieg das Tor zum Aufstieg in die Regionalliga ganz weit aufstoßen, oder gar, wenn Eintracht Hildesheim und der FSV Harburg „mitspielen“, den Triumph perfekt machen.

Dazu gibt es für sechs Zuschauer etwas zu gewinnen. Die Meddewader Backwarenfirma Wendel hat einen großen Präsentkorb gestiftet, der unter den Eintrittskartenbesitzern ebenso verllost wird, wie fünf Sitzplatzkarten für das letzte Bundesliga-Heimspiel des Hamburger SV in dieser Saison gegen den SV Waldhof Mannheim.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.5.1990

 

Sonnabend, 5. Mai 1990

VfL Oldesloe – Rot-Weiß Damme 17:14 (7:6)

17:14-Sieg gegen Rot-Weiß Damme gab den Ausschlag

Riesenjubel in der Stormarnhalle

VfL-Damen schafften vorzeitig den Regionalliga-Aufstieg

(mth). Jubel und Applaus gab es in der Stormarnhalle schon, als das Schiedsrichtergespann Möller/Böss aus Hamburg nach 60 Minuten das Aufstiegsspiel zur Handball-Regionalliga der Damen zwischen dem VfL Oldesloe und Rot-Weiß Damme abpfiff. 17:14 (7:6) hatte der VfL nach schwerem Kampf auch das fünfte Spiel der Runde für sich entschieden, und damit war klar, daß der Schleswig-Holstein-Meister allerbeste Chancen hatte, den Aufstieg zu schaffen.

Wenige Sekunden später aber steigerte sich der Jubelsturm in einen Orkan und die Begeisterung bei der Mannschaft auf der „Platte“ kannte keine Grenzen mehr: Viktor Bernecker, Vater der VfL Spielerinnen Melanie und Stefanie und seit Jahren ständiger Begleiter der Truppe, hatte einen kurzen Draht nach Hildesheim, wo zur gleichen Zeit das zweite Spiel der Gruppe A der Aufstiegsrunde zwischen Eintracht Hildesheim und FSV Harburg stattgefunden hatte.

„Ingrid, ihr seid aufgestiegen“, rief er von der Tribüne VfL-Spielertrainerin Ingrid Schilk zu. Die konnte ihr Glück zunächst gar nicht fassen, aber als dann als Information nachgereicht wurde, das Spiel in Hildesheim sei 12:12 ausgegangen, war der Triumph perfekt. Damit hat der VfL vor dem letzten Spiel der Runde am Mittwoch beim FSV Harburg drei Punkte Vorsprung und das „Endspiel“ um den Gruppensieg, auf das so vieles in der Aufstiegsrunde hingedeutet hatte, war geplatzt.

Bei den Oldesloerinnen aber war darob niemand böse. „Wir sind natürlich überglücklich, den Aufstieg in die Regionalliga, den wir im letzten Jahr nur um ein Tor verpaßt hatten, geschafft zu haben. Natürlich war es ein schweres Stück Arbeit – auch heute noch –, aber ich glaube, wir haben uns diesen Erfolg redlich verdient“, gab Ingrid Schilk die Stimmung der ganzen Mannschaft wieder.

Vor der Regionalliga ist ihr nicht bange: „Wir müßten mit unserer homogenen Truppe auch in der höheren Klasse bestehen können. Vielleicht können wir uns auf der einen oder anderen Position ja sogar noch verstärken oder ergänzen.“

Aber das ist noch Zukunftsmusik. Zurück zum Spiel: Ein Spaziergang ist das dritte und letzte Heimspiel für den VfL weiß Gott nicht geworden. Obwohl mit nur acht Spielerinnen in de Stormarner Kreisstadt angereist und mit 1:7 Punkten ja schon vorher im Kampf um den Aufstieg chancenlos, verkaufte sich Rot-Weiß Damme so teuer wie irgend möglich. Alle Achtung vor der sportlichen Einstellung des Zweiten der Nordsee-Oberliga, die im übrigen ja auch die Hildesheimer Eintracht, die gegen Harburg in der gleichen aussichtslosen Ausgangsposition war, an den Tag legte.

Der unverminderte Ehrgeiz des Gegners aber war nicht der einzige Grund, warum das Spiel in der Stormarnhalle lange auf der Kippe stand. Das hing auch damit zusammen, daß beim VfL nicht alle Spielerinnen ihre Bestform aus den letzten Spielen halten konnten. Auffällig war das insbesondere bei Melanie Bernecker und Torhüterin Annette Schümann.

„Melli“, die vorher mehr als die Hälfte der VfL-Tore in der Aufstiegsrunde geworfen hatte, faßte während des gesamten Spiels nicht recht Tritt und blieb ohne jeden Treffer. Die VfL-Keeperin ließ nur ganz sporadisch ihre Superform der letzten Spiele aufblitzen und kassierte ein paar unglückliche Gegentore.

Dazu war Martina Gliewe aus der Stamm-Sieben, wie schon zuletzt, ein gehöriges Stück von ihrer Bestform entfernt. Aber es zeichnet die Mannschaft gerade aus, wie sie schwächere Leistungen auch von Leistungsträgerinnen wegsteckt und kompensiert. Dafür sprangen vor allem Heinke Juds, Ingrid Schilk und Dörte Knickrehm in die Bresche.

35 Minuten war das Spiel absolut ausgeglichen. 8:8 stand es zu diesem Zeitpunkt, wobei bis zum 5:4 (17. Minute) zumeist der Gast einen Treffer vorgelegt hatte, danach dann stets der VfL. Innerhalb von 120 Sekunden machten dann Dörte Knickrehm und Ingrid Schilk (2) aus dem 8:8 ein 11:8. Dieser Drei-Tore-Vorsprung hielt bis zur 46. Minute (12:9), obwohl Ingrid Schilk sich beim 11:8 verletzte, Andrea Hasenberg wenig später eine Zwei-Minuten-Strafe bekam und ein von Dörte Knickrehm verwandelter Siebenmeter wegen Übertritts nicht als Tor gegeben wurde.

Dann aber drohte es für den VfL noch einmal eng zu werden. Plötzlich meinten es die Schiedsrichter gar nicht mehr gut mit dem VfL. Innerhalb von Sekunden gab es Zeitstrafen für Dörte Knickrehm und Andrea Hasenberg. Zusätzlich bei „Hasis“ vermeintlichem Foul einen Siebenmeter, den Dammes Haupttorwerferin Claudia Forth (8/4) zum 10:12 verwandelte.

Jetzt aber holte Heinke Juds, schon vorher in toller Form, zum ganz großen Schlag aus. In doppelter Unterzahl (vier gegen sechs Feldspielerinnen) baute sie mit zwei tollen Toren den Vorsprung auf 14:10 aus. Sie hatte vorher auch schon – unter anderem – das 12:9 erzielt, und setzte mit dem 15:10, als die Mannschaft wieder vollzählig war, noch einen drauf.

Damit war die Partie endgültig gelaufen, der Rest nur noch Formsache. Heinke Juds war mit sieben Treffern auch erfolgreichste Werferin ihrer Mannschaft gefolgt von Ingrid Schilk (5) und Dörte Knickrehm (4). Außerdem gelang nur noch Martina Gliewe ein Treffer.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.5.1990

 

Montag, 7. Mai 1990

Das VfL-Erfolgsteam

Andrea Hasenberg: Die Mannschaftsführerin ist die „Seele“ der Mannschaft. Kämpferisch unübertroffen und in der Abwehr und am Kreis.

Ingrid Schilk: Obwohl nur ein paar Wochen vor Saisonbeginn Mutter geworden, kam sie wegen Personalproblemen gleich nach Beginn der Punktspiele auch als Spielerin in die Mannschaft und war, auch als es keine Engpässe mehr gab, daraus nicht mehr wegzudenken.

Annette Schümann: Die VfL-Torhüterin hat eine tolle Entwicklung hinter sich. Sie füllte schnell die Lücke die Jeanine Hildebrand hinterließ und wuchs nach zweimonatiger Pause (Bänderverletzung) über sich hinaus.

Melanie Bernecker: In der Punktspielrunde schon Haupttorschützin, aber da, was man der jungen Spielerin nachsehen muß, noch Schwankungen unterworfen. In der Aufstiegsrunde, als es um die Wurst ging, dann voll da.

Dörte Knickrehm: Neben Andrea Hasenberg die größte Kämpferin im Team. Ist physisch und konditionell von allen Oldesloer Spielerinnen wohl am besten drauf.

Heinke Juds: In der Oberliga-Hinrunde lief es bei ihr nicht nach Wunsch. Sie wurde aber gegen Saisonende aber immer stärker und war in der Aufstiegsrunde ein Trumpf-Ass.

Martina Gliewe: Sie hat von allen VfL-Spielerinnen wohl den härtesten Wurf. Aber sie setzt ihre Hauptwaffe oft nicht trickreich und variabel genug ein. Bei ihr liegen für die Zukunft sicher noch Reserven brach.

Stefanie Bernecker: Führte in der Mannschaft in der Saison lange Zeit Regie, ehe sie eine Fingerverletzung aus der Bahn brachte und zur Pause zwang. War aber zum Ende der Aufstiegsrunde wieder fit.

Nicole Röhrs: Die drahtige Außenspielerin ist Spezialistin für schnelle Tempogegenstöße. „Tiger“, die kleinste VfL-Spielerin, hat auch in der Abwehr große Fortschritte gemacht.

Alexandra Bartels: Hat sich mächtig herausgemacht. In der letzten Saison noch ein „Notnagel“, hat sie jetzt Anschluß an das Leistungsvermögen ihrer Mannschaftskameradinnen gefunden.

Christine Bohnhoff: Die Reinbekerin kam nur sporadisch zum Einsatz, hat dann aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten meist Optimales geleistet.

Der Kreis der Personen, die Anteil am Erfolg der Mannschaft hatten, ist damit noch nicht abgerundet. Dazu gehören natürlich auch noch Claus Schilk, der sich offiziell Betreuer nennt, aber als Coach während der Spiele und „Mädchen für Alles“ sicher mehr als nur „heimlicher“ Trainer der Mannschaft ist, die Mannschaftsbetreuer Peter Stärker (mußte nach Ende der Oberliga-Saison aufhören, da er sich beruflich nach Frankfurt verändert), und Reinhard Prömper, der Masseur des Teams.

Und auch der Kreis der Spielerinnen, die in der Saison dabei waren, ist nicht komplett. Minigolf-Europameisterin Annabel Hartmann stieg im letzten Spätherbst aus und wechselte zum VfL Rethwisch. Nicole Greve, um die es so viel Wirbel gab, leistete tüchtige Arbeit, als Annette Schümann verletzt war, verschaffte sich am Beginn der Aufstiegsrunde dann aber einen unrühmlichen Abgang.

Für sie sprang als Ersatztorhüterin – ohne aber zum Einsatz zu kommen – noch einmal Martina Pusch ein, die ihre Laufbahn eigentlich schon abgeschlossen hatte, ihrem Club sich aber in sportlich toller Geste noch einmal zur Verfügung stellte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.5.1990

 

Mittwoch, 9. Mai 1990

Spiel ohne Bedeutung

(mth). Auf den heutigen Tag hatten die Handball-Damen des VfL Oldesloe eigentlich hingefiebert. In der Aufstiegsrunde zur Regionalliga hatte vieles darauf hingedeutet, daß die Partie des Schleswig-Holstein-Meisters beim FSV Harburg um 20 Uhr in der Halle an der Kerschensteinerstraße in Hamburg 90 die Entscheidung in der Gruppe A bringen würde, also einem Endspiel fast gleich käme. Aber es kommt ja gerade im Sport anders, als man denkt. So auch in dieser Runde. Der VfL hat sein großes Saisonziel, den Aufstieg in die Regionalliga, schon vorzeitig erreicht. Er machte mit dem 17:14-Erfolg am letzten Sonnabend gegen RW Damme den Aufstieg schon perfekt, weil FSV Harburg zur gleichen Zeit bei Eintracht Hildesheim nur 12:12 spielte. Die heutige Partie ist deshalb ohne Bedeutung, da der VfL den ersten und de Harburgerinnen den zweiten Platz nicht mehr verlieren können. Entsprechend locker werden beide Teams in das Spiel gehen. Nicht nur der VfL, bei dem Melanie Bernecker wegen einer Klassenreise fehlen wird – hätte das Spiel noch Bedeutung gehabt, wäre sie von der vorzeitig zurückgekehrt –, auch die Harburgerinnen werden es ruhig angehen lassen. Sie haben noch mehr Grund, sich zu schonen, denn für sie geht der strapaziöse Kampf um den Aufstieg ja noch weiter. Innerhalb der nächsten Woche folgen für sie noch zwei Ausscheidungsspiele gegen den Oldenburger SV (Zweiter in der Gruppe B), in denen vorsorglich ein möglicher dritter Aufsteiger ausgespielt wird.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.5.1990

 

Mittwoch, 9. Mai 1990

FSV Harburg – VfL Oldesloe 13:16 (6:9)

16:13: VfL gewann auch sechstes Spiel

(mth). Für den Aufstieg in die Regionalliga war das letzte Spiel der Handball-Damen des VfL Oldesloe beim FSV Harburg zwar ohne Bedeutung – die Oldesloerinnen hatten ihr Ziel ja schon vorher erreicht –‚ aber die Truppe um Spielertrainerin Ingrid Schilk brachte dennoch genug Ehrgeiz auf, um auch das sechste Spiel der strapaziösen Runde mit einem Sieg zu beenden.

16:13 (9:6) hieß es am Ende für die Oldesloerinnen. Der Sieg geriet dabei auch ohne Torjägerin Melanie Bernecker (Klassenreise) nie in Gefahr. Nur einmal – zum 1:0 in der Anfangsphase – führten die Harburgerinnen, ansonsten bestimmte stets der VfL das Geschehen.

Die 16 Tore teilten sich dabei Heinke Juds, Martina Gliewe (je 4), Dörte Knickruhm (3), Ingrid Schilk (2), Nicole Röhrs, Alexandra Bartels und Stefanie Bernecker. Außerdem kamen noch Andrea Hasenberg, Christine Bohnhoff und Torhüterin Annette Schümann (wieder mit sehr guter Leistung) zum Einsatz.

Als weit weniger gut empfanden die Oldesloer die Leistung des Schiedsrichtergespanns Schwark/Tschirne (Büdelsdorf). Insbesondere nicht Betreuer Claus Schilk. Der verließ nach rund 50 Minuten deshalb auch die Bank. Er hatte sich vorher beim Kampfgericht abgemeldet, dennoch wurde sein Fortgang von den Unparteiischen als Unsportlichkeit ausgelegt und mit einer roten Karte bedacht.

Gegen die haben die Oldesloer entschieden Einspruch eingelegt, so daß die Aufstiegsrunde noch ein kleines Nachspiel haben wird.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.5.1990

 

Mittwoch, 13. Juni 1990

Rückblick auf die Handball-Saison der Frauen des VfL Oldesloe

Alle Handicaps bewältigt

(Harald Schaefer). „Wir mußten eigentlich immer mit einem Handicap leben!“ Dieses meint die Spielertrainerin der Handballerinnen des VfL Oldesloe, Ingrid Schilk, als sie die angelaufene Saison Revue passieren läßt. Daß am Ende ein souveräner Titelgewinn in der Oberliga stand und der Aufstieg in die Regionalliga reibungslos geschafft wurde, freut sie umso mehr.

„Das war alles nur möglich, weil die Mannschaft in dieser Saison gut mitgezogen hat und auch den Willen bewiesen hat, Rückschläge zu verkraften“, erklärt die sympathische Trainerin. Und vor Saisonbeginn ereilten den VfL auch wahrlich allerlei Hiobsbotschaften.

Verließ doch zunächst Stammtorfrau Jeanine Hildebrand den Verein in Richtung Ungarn und dann verletzte sich auch noch Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg in der Vorbereitung so schwer, daß sie die ersten sechs Spiele aussetzen mußten. Die VfL-Abwehr war dermaßen geschwächt, daß das zunächst gesteckte Saisonziel – Erreichen der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord – nur noch schwer erreichbar schien.

Doch mit 9:3 Punkten kam der VfL auch ohne die beiden überraschend gut aus den Startlöchern. Als dann Andrea Hasenberg in Heide ihr Comeback bestritt, verletzte sich Torfrau Annette Schümann so stark, daß sie für Wochen ausfiel. Der VfL stand zunächst ohne Torfrau da. Nun sprangen Nicole Greve und Martina Pusch ein.

Doch dann gab es (unberechtigten) Ärger um Nicole Greve. Es drohte der Abzug von sechs Punkten, doch es kam nicht dazu. Als die Stormarnerinnen sich davon erholt hatten, kam das „Aus“ für Rückraumspielerin Stefanie Bernecker. Doch auch dieses steckte der VfL weg. Vielleicht ist das auch ein Beweis dafür, daß die erfolgreichen Oldesloerinnen im Laufe der Oberliga-Serie immer ausgeglichener geworden sind.

So übernahm am Saisonanfang Melanie Bernecker, mit 97 Toren VfL-Torschützenkönigin, den Spielaufbau, in der Mitte Martina Gliewe und zum Schluß und in der Aufstiegsrunde war Heinke Juds die überragende Spielerin. Am meisten beeindruckt zeigt sich die Trainerin in dieser Saison allerdings von der Entwicklung von Rechtsaußen Alexandra Barteis. ,,Einen großen Sprung nach vorn hat in dieser Saison in ihrer Entwicklung Alexandra Bartels gemacht. Zudem bewies sie einen großen Trainingsfleiß“, meint die ehemalige Nationalspielerin Ingrid Schilk.

Mit der Trainingsbeteiligung in dieser Saison zeigt sie sich indes auch sehr zufrieden. Auch schlug Torfrau Annette Schümann gut im Oldesloer Team ein. Und das, obwohl sie ins „kalte Wasser“ geworfen wurde. Alles in allem ist man beim VfL ·Oldesloe mit dem Saisonablauf natürlich sehr zufrieden und deshalb meint VfL-Spielertrainerin Ingrid Schilk zum Abschluß auch: „Ich finde es super, daß wir trotz der ganzen Schikanen und Hindernisse das alles so souverän geschafft haben.“

Veränderungen beim VfL Oldesloe während der Saison: Zugänge: Nicole Greve (TSV Bornhöved), Christine Bohnhoff (TSV Reinbek), Martina Pusch (reaktiviert). Abgänge: Annabell Hartmann (VfL Rethwisch).

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 13.6.1990

 

Dienstag, 19. Juni 1990

Ferencvaros Budapest morgen Gast in der Stormarnhalle

(mth). Nach den großen Erfolgen in der Oberliga-Punktspielsaison und der Aufstiegsrunde zur Regionalliga – die Mannschaft um Spielertrainerin Ingrid Schilk wurde bekanntlich mit großem Vorsprung vor dem Oldenburger SV Meister der schleswig-holsteinischen Oberliga und steigt nach makelloser Aufstiegsrunde (sechs Siege in sechs Spielen) zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte in die Regionalliga Nord auf – hat die Handball-Damenmannschaft des VfL Oldesloe es ruhig angehen lassen.

Natürlich hat man die Triumphe ausgiebig und zünftig gefeiert, ansonsten sich aber weitgehend auf dem frischen Lorbeer ausgeruht. Trainiert wurde nur noch sporadisch. Ehe sie nun aber endgültig eine Sommerpause einlegt, präsentiert sich die Truppe morgen in der Stormarnhalle noch einmal ihrem Publikum mit einem internationalen Freundschaftsspiel.

Um 20 Uhr ist der ungarische Staatsligist Ferencvaros Budapest Gegner in der Stormarnhalle. Die Beziehungen der Oldesloerinnen zu dem Team aus der ungarischen Hauptstadt währen ja schon ein paar Jahre. Die Budapesterinnen, die in der abgelaufenen Saison in der Staatsliga auf dem vierten Rang landeten, weilen fast in jedem Jahr zu einem Trainingsaufenthalt in Rönnau und haben dann in der Regel auch ein Spiel gegen den VfL bestritten. Einmal ist der VfL auch schon zu einem Gegenbesuch in der ungarischen Hauptstadt gewesen.

Gewonnen aber hat der VfL gegen Ferencvaros, in deren Reihen auch die Nationalspielerinnen Hesz und Fiedler sowie Junioren-Nationalspielerin Budai mitwirken, noch nie. Am Sonntag allerdings verloren die Stormarnerinnen im Rahmen des Rönnau-Cups in Bad Segeberg mit 8:9 nur denkbar knapp gegen ihren morgigen Gegner. Allerdings steckte den Ungarinnen, die am Vortag in Rönnau angekommen waren (sie bleiben noch bis zum nächsten Sonntag) noch die lange Anreise und die anschließende Begrüßungsfeier in den Gliedern.

Dafür aber konnte der VfL nicht in kompletter Besetzung antreten. Vom Kader der abgelaufenen Saison fehlten Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg und Christine Bohnhoff (beide im Urlaub) und die am Knöchel verletzte Torhüterin Annette Schümann.

Für sie stand erstmalig wieder Jeanine Hildebrand zwischen den Pfosten. Sie ist nach einjährigem Ungarn-Aufenthalt wieder zurückgekehrt und steht als definitiver Neuzugang für die Regionalliga fest. Sie wird auch morgen wieder das Tor hüten, denn Annette Schümann steht wie die beiden Urlauberinnen erneut nicht zur Verfügung.

Nach der Sommerpause wird der VfL am 23. Juli das Training wieder aufnehmen. Dann hoffen Trainerin Ingrid und Betreuer Claus Schilk auch den kompletten Kader für die Regionalligasaison beisammen zu haben. Ein paar Neuzugänge sind dafür zur Zeit noch im Gespräch.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.6.1990

 

Mittwoch, 20. Juni 1990

Rückkehr ins VfL-Tor

Im September letzten Jahres wurde Jeanine Hildebrand aus der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe verabschiedet. Sie folgte einem Angebot, ein Jahr lang in Ungarn zu studieren und gleichzeitig in der ungarischen Staatsliga zu spielen. Jetzt hat sie ihr Gastspiel in Ungarn beendet und kehrt zum VfL zurück. Stark genug wäre sie sicherlich, um in der 1. oder 2. Bundesliga zu spielen, aber die Torhüterin hat zu ihrer alten Mannschaft immer weiter Kontakt gepflegt und diese Verbundenheit und Geborgenheit wertet sie höher als rein leistungssportliche Kriterien. Heute um 20 Uhr wird sie erstmals für ihre alte/neue Mannschaft wieder in der Stormarnhalle im Tor stehen. Dabei ist sicher von besonderem Reiz – für sie und für die Zuschauer –‚ daß es gegen eine ungarische Mannschaft geht. Der Vierte der ungarischen Staatsliga, Ferencvaros Budapest, weilt nämlich heute – ja nicht zum ersten Mal – zu einem Freundschaftsspiel in der Stormarner Kreisstadt. Sicherlich eine interessante Partie und ein würdiger Abschluß einer Saison, die für die VfL-Damen ja mit reichlich Erfolgen (Meisterschaft in der Oberliga und Aufstieg in die Regionalliga) gespickt war.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.6.1990

 

Mittwoch, 20. Juni 1990

VfL Oldesloe – Ferencvaros Budapest 19:23 (9:11)

Gelungener Saisonabschluß

Oldesloe Handball-Damen hielten mit den Budapesterinnen lange gut mit

(mth). Es „Etikettenschwindel“ zu nennen, ist gewiß zu hoch gegriffen. Schließlich handelt es sich nur um eine Namensänderung – verbunden wohl mit dem politischen Umschwung im Ostblock und speziell in Ungarn (ganz genau war das nicht zu eruieren) und damit um eine Nebensächlichkeit.

Tatsächlich hat die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe ihr internationales Saisonabschlußspiel in der Stormarnhalle gegen jene Budapester Staatsliga-Mannschaft bestritten, die auch schon in den letzten Jahren – eigentlich immer, wenn sie zu einem Trainingslager beim befreundeten SC Rönnau weilte – in Bad Oldesloe zu Gast war.

Nur heißt diese Mannschaft nun nicht mehr „Ferencvaros“ sondern jetzt „Herz STC“. Der Klasse der Truppe hat das keinen Abbruch getan. Wie in der Vergangenheit auch immer behielt sie am Ende die Oberhand. Nach 60 temporeichen Minuten unter der Leitung des Rethwischer Schiedsrichtergespanns Kunze/Voss siegte der Gast aus Budapest schließlich mit 23:19 (11:9).

Für den VfL ist diese Niederlage sicherlich keine Schande. Die Mannschaft um Spielertrainerin Ingrid Schilk bot auch im letzten Spiel dieser so erfolgreich verlaufenen Saison eine ansprechende Leistung.

Die Stormarnerinnen waren in der Partie zwar nur ein einziges Mal selbst in Führung gegangen (in der 16. Minute zum 6:5) und zwischendurch führte der Gast mehrfach deutlich (4:1/6.Minute; 14:10/37. Minute und 20:16/49.Minute), aber bis drei Minuten vor Spielschluß, als Stefanie Bernecker per Siebenmeter auf 19:21 verkürzte, war durchaus noch ein Erfolg oder Teilerfolg des VfL – es wäre der erste gegen diesen Gegner, der in der abgelaufenen Saison immerhin vierter der ungarischen Staatsliga war, gewesen – im Bereich des Möglichen.

Daß es für den VfL auch ohne Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg, Christine Bohnhoff (beide Urlaub) und die verletzte Torhüterin Annette Schümann so gut lief, war vor allem ein Verdienst von Dörte Knickrehm, die mit 7/2 Toren nicht nur erfolgreichste Werferin ihres Teams war, sondern auch in Angriff und Abwehr besondere Akzente setzen konnte.

Nach ihr waren die Bernecker-Schwestern Melanie (5/2) und Stefanie (4/2) am erfolgreichsten. Zwei Tore steuerte Heinke Juds bei, einen Ingrid Schilk. Die beiden letzteren hatten mit vielen weiteren Würfen – Heinke Juds dabei trotz sonst immer noch glänzender Form – ebensowenig Glück wie Martina Gliewe, Nicole Röhrs und Alexandra Bartels.

Besonders gespannt war man in Oldesloe natürlich auf die Rückkehr von Jeanine Hildebrand im VfL-Tor. Nach neunmonatigem Abstecher nach Ungarn lief es für die langaufgeschossene Keeperin zwar nicht durchweg nach Wunsch, aber in ein paar Szenen deutete sich schon an, daß sie in der Regionalliga in der nächsten Saison zu einem großen Rückhalt für den VfL werden kann.

Dort sind sicher nicht alle Mannschaften so stark wie die Budapesterinnen, die, so hatten die nur knapp 100 Zuschauer den Eindruck, immer dann das Tempo anzogen und in der Konzentration zulegten, wenn sie in Bedrängnis gerieten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.6.1990

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