Sonntag, 25. März 1979
Halbfinale Norddeutsche Meisterschaft
TuS Bergen – VfL Oldesloe wJA 6:10 (4:7)
Andrea Güldenpfennig war einfach nicht zu stoppen
(mth). Beim ersten Spiel um die Norddeutsche Meisterschaft beim Niedersachsen-Meister TuS Bergen begann die weibliche A-Jugend der Handballabteilung des VfL Oldesloe das Spiel vor gut 300 Zuschauern reichlich nervös. Insbesondere in der Deckung des VfL klappte in den ersten Minuten fast gar nichts, so daß die Gastgeberinnen durch zwei Tore vorn Kreis mit 2:0 in Führung gehen konnten.
Angefeuert von den rund 40 Oldesloer Schlachtenbummlern fing sich die Truppe von Ulli Meyer dann aber und fand langsam zu ihrem Spiel. Zu einer Glanzform lief dabei Auswahlspielerin Andrea Güldenpfennig auf, die nicht weniger als sieben Tore für ihre Mannschaft warf und damit entscheidenden Anteil daran hatte, daß der VfL zunächst bis zur Halbzeit auf 7:4, später dann sogar auf 9:4 und 10:5 davonzog. Gegen Ende der Begegnung ließ auf beiden Seiten die Kondition merklich nach, so daß nur noch ein Treffer für die Gastgeberinnen fiel,
Mit dem herausgespielten Vier-Tore-Vorsprung hat sich der VfL für das Rückspiel am kommenden Sonntag um 16 Uhr in der Stormarnhalle natürlich eine glänzende Ausgangsposition geschaffen. Es müßte nun schon mit dem Teufel zugehen, wenn die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer nun noch das Endspiel, das ebenfalls in Hin- und Rückrunde am 7./8. und 21./22. April ausgetragen wird, verpassen sollten.
Dann würden die drei verworfenen Siebenmeter aus dem Spiel in Bergen natürlich nachträglich noch besonders schmerzen. Neben Andrea Güldenpfennig konnten sich noch Andrea Hasenberg, Jeanette Müller und Jeanette Warncke in die Torschützenliste eintragen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.3.1979
Freitag, 30. März 1979
Zwischen zwei Ehrungen wird es wieder ernst
Rückspiel der VfL-Handballmädchen gegen TuS Bergen
(mth). Zweiter Höhepunkt neben dem ersten Trave-Marathonlauf im Sportgeschehen des Wochenendes in unserem Kreis ist ohne jeden Zweifel das Rückspiel um die Norddeutsche Meisterschaft der weiblichen Handball-A-Jugend am Sonntag zwischen dem VfL Oldesloe und TuS Bergen.
Das Hinspiel am letzten Sonntag in Bergen konnte die Truppe von Trainer Ulli Meyer mit 10:6 für sich entscheiden, wodurch natürlich eine glänzende Ausgangsbasis für das Erreichen des Finales geschaffen wurde. Gegner in diesem Endspiel wird dann voraussichtlich der Hamburger Meister TSV Sasel sein, der sein Rückspiel gegen den SV Werder Bremen ebenfalls mit einem Vier-Tore-Vorsprung im Rücken beginnen kann.
Trotz des Sieges im Hinspiel haben sich die Oldesloerinnen vorgenommen, den Gegner keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen. Durch Überheblichkeit will man den angestrebten Erfolg keineswegs auf's Spiel setzen.
Mit Gudrun Noack, Andrea Hasenberg, Renate Warncke, Susanne Paetz, Martina Ivens, Anja Müller, Andrea Güldenpfennig, Jeanette Müller, Christiane Buck, Antje Schütt und Andrea Struppek hat Trainer Ulli Meyer sein bestes Aufgebot für dieses Spiel zur Verfügung.
Für das Spiel, das um 16 Uhr in der Stormarnhalle angepfiffen wird, erhoffen sich die VfL-Handballer eine Rekordkulisse. Das Hinspiel in Bergen war von gut 300 Zuschauern besucht, eine Zahl, die in Oldesloe doch wenigstens erreicht, wenn nicht gar überboten werden müßte.
Vor der Begegnung wird im übrigen die Mädelwartin des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes, Eva Moers (Kiel), die Ehrung für die bereits errungene Landesmeisterschaft nachholen. Im Anschluß an das Spiel werden die Spielerinnen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg vom Vorsitzenden des VfL, Walter Busch, für ihre tollen Erfolge ausgezeichnet: Eine Niederlage würde sich zwischen diesen beiden Ehrungen natürlich nicht gut ausmachen. Hoffen wir also, daß die Truppe von Trainer Ulli Meyer die in sie gesetzten – hochgeschraubten – Erwartungen erfüllen kann.
STORMARNER TAGEBLATT vom 30.3.1979
Sonntag, 1. April 1979
Halbfinale Norddeutsche Meisterschaft
VfL Oldesloe wJA – TuS Bergen 8:11 (5:7)
Bis zum Schlußpfiff wurde gezittert
TuS Bergen hätte den Oldesloer Handballmädchen fast noch die Tour vermasselt
(mth). Die Ausgangsposition für das Aushängeschild des Stormarner Handballs, die weibliche A-Jugendmannschaft des VfL Oldesloe, vor dem Rückspiel gegen den Niedersachsen-Meister TuS Bergen war eigentlich denkbar günstig. Der 10:6-Erfolg aus dem Hinspiel schien für die Truppe von Trainer Ulli Meyer ein hinreichendes Polster für das sichere Erreichen des Finales zu sein.
Die vor dem Spiel durch die Mädelwartin des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes, Eva Moers (Kiel), vorgenommene Ehrung für die kürzlich errungene Landesmeisterschaft und eine beachtliche Zuschauerkulisse – die Sitzplätze in der Stormarnhalle waren restlos ausgebucht und viele, viele Anhänger mußten mit Stehplätzen vorlieb nehmen –, so meinte man vorher, könnten dazu angetan sein, den Mädchen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg Rückhalt für das Spiel zu geben. Aber es kam am dann alles ganz anders.
Zunächst lief es für die Oldesloerinnen ganz nach Plan. Jeanette Müller und Andrea Güldenpfennig schüttelten die Nervosität als erste ab und brachten mit herrlichen Treffern den VfL mit 2:0 in Führung. Auch die ersten Gegentore schienen dem Spiel noch keine Wende zu geben, denn durch weitere Treffer von Jeanette Müller (2) und Renate Warncke hatte der VfL auch Mitte der ersten Halbzeit beim Stande von 5:3 noch zwei Tore Vorsprung. Zusammen mit den vier Toren aus dem Hinspiel sah man auch als objektiver Betrachter den VfL schon mit beiden Beinen im Finale der norddeutschen Meisterschaft.
Dann aber bekam das Spiel der Truppe von Ulli Meyer einen Riß. Die Misere begann damit, daß Andrea Güldenpfennig, Jeanette Müller und Renate Warncke drei Siebenmeter bis zum Pausenpfiff nicht im Tor der immer stärker werdenden Bergenerinnen unterbringen konnten, während die Gäste Tor um Tor erzielten. Hinzu kam, daß Andrea Güldenpfennig, die das Hinspiel mit sieben Treffern fast allein entschieden hatte, in konsequente Manndeckung genommen wurde und kaum noch Wirkung erzielte. Ein 7:5-Halbzeitvorsprung der Niedersachsen war das ernüchternde Resultat.
Nach dem Seitenwechsel gab es für die Oldesloer Anhänger zunächst ein wenig Entspannung, denn Andrea Struppek und Antje Schütt, die endlich einen Siebenmeter im Tor unterbringen konnten, glichen zum 7:7 aus. Aber auch in dieser Spielphase war unverkennbar, daß beim VfL spielerisch nicht viel zusammenlief. Zusätzlich erfreute sich nun auch noch Jeanette Müller einer Sonderbewachung, was dem Spielfluß der Stormarnerinnen natürlich weiteren Abbruch tat.
Auch die Siebenmeter-Misere riß wieder ein. Als TuS Bergen erneut mit 8:7 in Führung gegangen war, scheiterte Antje Schütt am Torpfosten und beim Stande von 9:7 fand die gleiche Spielerin in der Bergener Torhüterin ihren Meister. Den Abpraller von diesem verworfenen Siebenmeter erwischte Andrea Hasenberg und verkürzte auf 8:9. Wie wertvoll gerade dieser Treffer war, zeigte sich dann am Schluß.
Die Gäste warfen noch zwei weitere Treffer und hatten ihren aus dem Hinspiel mitgebrachten Rückstand bis auf ein Tor aufgeholt. Obwohl der VfL die letzten 60 Sekunden dann mit nur fünf Feldspielerinnen auskommen mußte – Antje Schütt war wegen Foulspiels mit einer Zwei-Minuten-Strafe belegt worden – konnte er das 8:11-Endergebnis über die Zeit retten.
Trotz der Niederlage war der Jubel bei der Oldesloer Truppe nach dem Spiel natürlich riesengroß. Das Erreichen eines Endspiels um die Norddeutsche Meisterschaft ist ja schließlich auch kein Pappenstiel. Bleibt nur zu hoffen, daß das Spiel nicht zu viel an Substanz und Nervenkraft für das erste Finale am Sonnabend um 16 Uhr in der Stormarnhalle gegen den Hamburger Meister TSV Sasel gekostet hat. Da wird die Truppe von Trainer Ulli Meyer dann hoffentlich auch spielerisch wieder etwas mehr zu bieten haben, sonst sind die Aussichten, den schon jetzt errungenen Erfolg noch zu vergrößern, bei aller Wertschätzung sicherlich nicht allzu rosig.
STORMARNER TAGEBLATT vom 4.4.1979
Dienstag, 3. April 1979
Kommentar
Erfolg durch Teamarbeit
(Horst Gassmann). Die Handball-Mädchen des VfL Oldesloe sind nicht nur frisch gebackene Landesmeister, sondern stehen nun auch im Finale um die norddeutsche Meisterschaft der weiblichen Jugend. Im Hin· und Rückspiel waren die Oldesloerinnen insgesamt um ein einziges Tor besser als der Niedersachsenmeister TuS Bergen!
Sieggewohnt sind eigentlich die so erfolgreichen Mädchen des VfL Schon im Vorjahr wurden sie Landesmeister und immerhin Zweite bei den norddeutschen Meisterschaften. Diesmal wollen die Oldesloerinnen auch diesen Meistertitel holen, auch wenn sie wissen, daß es sehr, sehr schwer wird.
Wer sind nun die Erfolgsgaranten dieser VfL-Truppe? Sicherlich sollte hier an erster Stelle Ulli Meyer, ihr ehrgeiziger Trainer, stehen, der mit Fleiß und Ausdauer aus dieser Gruppe talentierter Handhallerinnen so ein durchschlagskräftiges Team formte.
Aber auch Spartenleiter Jürgen Dorn hat Anteil am sportlichen Erfolg. Er ist nicht nur die gute „Seele“ dieser Abteilung, mit vielfältigen Aufgabenbereichen, sondern ohne ihn kann sich kaum einer die Handballsparte des VfL vorstellen. Er ist nun einmal Dreh- und Angelpunkt und immer zur Stelle, wenn es heißt, zu organisieren, zu beraten oder einfach Notnagel in allen Situationen zu sein:
Bleibt natürlich zu erwähnen die Mannschaft selbst. Die Aktiven um Andrea Hasenberg, der Spielführerin, sind mit einer solchen Begeisterung bei der Sache, daß sie selbst sich antreiben, wenn es gilt, Spieltechnisches zu verbessern oder einfach die Kameradschaft untereinander zu pflegen.
LÜBECKER NACHRICHTEN vom 3.4.1979
Freitag, 6. April 1979
Erstes Nordfinale in der Stormarnhalle:
VfL-Handballmädchen: Heimsieg soll eine gute Ausgangsbasis schaffen
Gegner TSV Sasel (Hamburger Meister) gilt als tempo- und kampfstark
(mth). Der Jubel über die erfolgreich verteidigte Landesmeisterschaft und den knappen Sieg – Hin und Rückspiel zusammengenommen – über den Niedersachsen-Meister TuS Bergen in der Vorrunde um die Norddeutsche Meisterschaft ist um die weibliche A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe noch kaum verklungen, da steht der Truppe von Trainer Ulli Meyer eine weitere, noch wichtigere Aufgabe ins Haus.
Bereits morgen um 16 Uhr steigt in der Stormarnhalle das erste Finale um die Norddeutsche Meisterschaft. Gegner der Oldesloerinnen ist der Hamburger Meister TSV Sasel, der sich in der anderen Vorrunde durch 13:9- beziehungsweise 12:8-Erfolge qualifizierte.
Die Saselerinnen gelten als eine Mannschaft, die ihre Erfolgschance über Tempospiel sucht. In Normalformation schicken sie zwei Spielerinnen an den Kreis und agieren mit vier Rückraumspielerinnen. Zupackendes aggressives Spiel in der Abwehr wird für das Team um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg geboten sein, um hier die Hamburgerinnen entscheidend zu stören und damit die Basis für einen Erfolg zu legen.
Denn darüber ist man sich im Lager der Oldesloerinnen klar: Im Hinspiel muß unbedingt ein gutes Ergebnis erzielt werden. wenn man mit guten Aussichten in das Rückspiel, das am 22. April um 16 Uhr in der Sporthalle am Tegelsbarg in Hamburg-Poppenbüttel ausgetragen wird, gehen will.
Trainer Ulli Meyer kann allerdings für das morgige Spiel nicht ganz auf seine Bestbesetzung zurückgreifen. Renate Warncke hat einen Urlaub in Italien angetreten und steht nicht zur Verfügung. Andrea Güldenpfennig dagegen wird von dem DHB-Lehrgang in Kamen (Westfalen), den sie in dieser Woche besuchte, rechtzeitig zurück sein. Bleibt nur zu hoffen, daß sie auf dem Lehrgang nicht zu sehr „geschlaucht“ wurde und statt dessen noch mit neuen Tricks und Fertigkeiten an die Trave zurückkommt.
Trotz der am Sonntag nicht immer berauschenden spielerischen Leistung herrscht im Lager der Oldesloerinnen im übrigen Optimismus vor. Wenn nur irgend eine Chance besteht, den „großen Wurf“ zu landen, will man diese mit allen Mitteln beim Schopfe packen.
Trainer Ulli Meyer wird voraussichtlich folgende Mannschaft aufs Feld schicken: Gudrun Noack (Tor), Andrea Hasenberg, Andrea Güldenpfennig, Jeanette Müller, Martina Ivens, Andrea Struppek, Anja Müller, Susanne Paetz, Antje Schütt und Christiane Buck.
Da schon bei der Begegnung gegen TuS Bergen die Stormarnhalle fast vollständig mit Zuschauern gefüllt war, rechnen wir fest damit, daß sie morgen aus den Nähten platzt. Rechtzeitiges Kommen wird auch hier gewiß die besten Plätze sichern und durch frühzeitiges Lösen der Eintrittskarte entgeht man bei dem nur schmalen Einlaß der Gefahr, Wichtiges von dem Spiel zu versäumen.
Und noch ein Appell an die Zuschauer: Man kann sich durchaus vorstellen, daß die VfL-Mädchen aus so vielen Kehlen lautstärker unterstützt werden, als es am letzten Sonntag der Fall war. Da jedenfalls machten die wenigen Schlachtenbummler aus Bergen weit mehr Spektakel als die vielen Oldesloer Besucher. So leichtfertig sollte der Heimvorteil eigentlich doch nicht aus den Händen gegeben werden…
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.4.1979
Sonnabend, 7. April 1979
Finale Norddeutsche Meisterschaft
VfL Oldesloe wJA – TSV Sasel 13:10 (5:2)
VfL-Mädchen trumpften wieder auf:
Drei-Tore-Vorsprung ist kein „Freifahrtschein“, aber ein gutes Polster für das Rückspiel
Die Abwehr der Oldesloer Mädchen stand beim 13:10-Sieg felsenfest
(mth). Die weibliche A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe hat alle Aussichten, ihren vielen Erfolgen aus der Vergangenheit in diesem Jahr die Krone aufzusetzen. Die Truppe von Trainer Ulli Meyer gewann in der mit gut 350 Zuschauern bis zum Bersten gefüllten Stormarnhalle das erste Endspiel um die Norddeutsche Meisterschaft gegen den Hamburger Meister TSV Sasel mit 13:10. Der Drei-Tore-Vorsprung ist für das Rückspiel am 22. April in Hamburg zwar beileibe kein Freifahrtschein, aber die Aussichten der Stormarnerinnen, den ganz großen Wurf zu landen, sind doch hervorragend.
Unter der Leitung der beiden Unparteiischen Schneider und Gierke aus Lübeck, die mit ihren Entscheidungen nicht immer auf Verständnis bei Spielerinnen und Zuschauern stießen, legten beide Mannschaften zu Beginn des Spiels eine begreifliche Nervosität an den Tag. Fangfehler und leichtsinnige Ballverluste waren hüben und drüben an der Tagesordnung, ohne daß die jeweils gegnerische Mannschaft daraus Kapital, schlagen konnte.
Als Andrea Hasenberg dann in der 4. Spielminute endlich das erste Tor warf, konnten die Oldesloerinnen ihre Nervosität wenigstens teilweise ablegen. Insbesondere die Abwehrarbeit wurde konzentriert erledigt, so daß die als tempo- und kampfstark angekündigte Saseler Mannschaft kein Bein an die Erde bekam.
Aber auch im Oldesloer Angriffsspiel war immer noch viel Sand im Getriebe. Erst nach elf Spielminuten fiel in dieser Begegnung der zweite Treffer. als Andrea Güldenpfennig einen Siebenmeter verwandelte. Zuvor hatte Jeanette Müller einen Strafwurf zwar ebenfalls verwandeln können, wegen eines Fußfehlers wurde dieser Treffer jedoch nicht anerkannt.
Auch den dritten Treffer markierten wieder die Stormarnerinnen. Torschützin war erneut die kampfstarke Kreisläuferin Andrea Hasenberg. Erst dann dann – nach genau 17 Spielminuten – konnte auch der Hamburger Meister erstmals in Torjubel ausbrechen, zu dem Pia Kellner einen Siebenmeter benötigte.
Durch zwei weitere Treffer von Andrea Güldenpfennig und Andrea Hasenberg schraubte der VfL das Ergebnis auf 5:1, ehe in der 23. Minute den Hamburgerinnen durch ihre Mannschaftsführerin Christiane Schulze-Jena das erste und einzige Feldtor der ersten Spielhälfte gelang. Mit 5:2 für den VfL wurden dann die Seiten gewechselt.
Wie in der vergangenen Punkt-Spielsaison so häufig ‚‚nahm“ sich die Truppe von Trainer Ulli Meyer unmittelbar nach dem Seitenwechsel ihre „drolligen zehn Minuten“. Die bis dahin so konzentrierte Abwehr war plötzlich überhaupt nicht mehr im Bilde und unversehens hatten die Gäste auf 5:5 ausgeglichen.
Der Schock über diese nicht geplante Entwicklung dauerte aber glücklicherweise nicht lange, denn nun lief Andrea Güldenpfennig zu einer wahren Glanzform auf. Mit vier Treffern zwischen der 34. und 39. Minute – als herrlich langgezogene Sprungwürfe – brachte sie ihre Mannschaft mit 9:5 wieder klar in Front.
Die Hamburgerinnen, die nun streckenweise besser ins Spiel kamen, konnten bei einem weiteren Gegentor von Andrea Hasenberg dann bis zur 44. Minute noch einmal auf 8:10 verkürzen, aber Antje Schütt und wiederum Andrea Güldenpfennig stellten postwendend den alten Abstand wieder her.
Bedauerlicherweise verwarf bei diesem Spielstand ausgerechnet die überragende Andrea Güldenpfennig einen weiteren Siebenmeter (Christiane Buck war in der ersten Halbzeit das gleiche „Kunststück“ gelungen). Ein weiterer Treffer zu diesem Zeitpunkt, diesen Eindruck hatte man als Betrachter, wäre für die Hamburgerinnen gewiß der „Fangschuß“ gewesen. So aber rappelten sie sich noch einmal auf und verkürzten auf 10:12, ehe Antje Schütt mit einem verwandelten Siebenmeter den Endstand besorgte.
Auch wenn beim VfL in dieser Begegnung sicher nicht alles nach Plan lief, kann die Mannschaft ruhigen Gewissens in das Rückspiel gehen. Kann die Truppe insbesondere ihre hervorragende Abwehrleistung in Hamburg noch einmal wiederholen – wenn möglich sogar ohne die „drolligen zehn Minuten“ – wird der Griff nach dem norddeutschen Meistertitel nicht vergebens sein.
Außer den schon genannten Spielerinnen kamen noch Jeanette Müller, Andrea Struppek, Gudrun Noack und Anja Müller zum Einsatz. Mit Ausnahme von Anja Müller und Antje Schütt, die sich gegenseitig abwechselten und je etwa die Hälfte der Spielzeit auf dem Parkett waren, spielten alle anderen Spielerinnen voll durch, was natürlich für die ausgezeichnete Kondition der Mannschaft spricht.
STORMARNER TAGEBLATT vom 10.4.1979
Freitag, 20. April 1979
Sonntag fällt die Entscheidung:
Die VfL-Handballmädchen greifen nach den Sternen
Reicht der Drei-Tore-Vorsprung für die Meyer-Truppe?
(mth). Am Sonntag um 16 Uhr ist es soweit: In der Halle Meissenredder am Tegelsbarg im Hamburger Stadtteil Poppenbüttel steigt das zweite Finale um die Norddeutsche Meisterschaft im Handball der weiblichen A-Jugend zwischen dem Hamburger Meister TSV Sasel und dem Titelträger Schleswig-Holsteins, dem VfL Oldesloe.
Die Stormarnerinnen haben dabei die besseren Karten in ihren Händen, den vor zwei Wochen beim Hinspiel hatten sie in der Stormarnhalle mit 13:10 die Oberhand behalten. Dieser Drei-Tore-Vorsprung ist für die Truppe von Ulli Meyer sicher groß genug, um ohne Angst und allzu große Nervenbelastung in die entscheidende Partie zu gehen.
Es reicht allerdings natürlich nicht aus, die Angelegenheit auf die leichte Schulter zu nehmen. Ein böses Erwachen könnte sonst die Folge sein, denn insbesondere in der zweiten Spielhälfte des Hinspiels haben die Saselerinnen gezeigt, daß sie sehr wohl etwas von ihrem „Handwerk“ verstehen und keineswegs geneigt sind, für die Mädchen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg kampflos das Feld zu räumen.
Gelingt es den Oldesloerinnen allerdings, die konzentrierte Abwehrleistung – abgesehen von zehn konfusen Minuten – aus der Oldesloer Begegnung zu wiederholen, sollte der „Griff nach den Sternen“ nicht vergeblich sein. Trainer Ulli Meyer baut im übrigen darauf, daß seine Mannschaft in der Vergangenheit gerade in auswärtigen Hallen weit weniger nervenschwach aufgetreten ist als zu Hause und dort ihre besten Leistungen vollbracht hat.
Darüber hinaus gibt ihm die Tatsache Zuversicht, daß er auf sein stärkstes Aufgebot zurückgreifen kann. Auch Renate Warncke, die im ersten Finale wegen eines Italien-Urlaubs nicht mit von der Partie war, von Anja Müller und Antje Schütt aber glänzend vertreten wurde, gehört wieder mit der Mannschaft.
Beim TSV Sasel rechnet man für diese Partie mit einer für ein Mädchen-Handballspiel imponierenden Kulisse. Man hat mächtig die Werbetrommel gerührt und geht selbst in vorsichtigen Vorausschätzungen von wenigstens 500 Zuschauern aus. Da würden sich möglichst viele Stormarner Anhänger des VfL natürlich nicht schlecht machen, damit die Mädchen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg in der akustischen Unterstützung nicht auf verlorenem Posten stehen.
Angesagt hat sie für das Spiel auch ein Team der NDR-Sportschau. Ausschnitte aus der Begegnung sollen am Montag ab 18 Uhr in der Regional-Sportschau im ersten Programm zu sehen sein.
Die Truppe von Trainer Ulli Meyer hat im übrigen das pflichtspielfreie Osterwochenende nicht nutzlos verstreichen lassen. Zusammen mit drei anderen Mädchen Handballmannschaften des VfL unternahm man über die Feiertage eine Reise nach Stuttgart, wo man sich an einem Pokalturnier des TSV Schmieden beteiligte. Und das tat man mit durchschlagendem Erfolg.
Nicht nur die Parademannschaft des VfL, eben die weibliche A-Jugend, auch die B-, C- und D-Jugendmannschaften der Oldesloer Handballmädchen sicherten sich in überzeugender Manier die Turniersiege. Der Rahmen um diese Turniere sagte den Oldesloerinnen so zu, daß sie an den gastgebenden TSV Schmieden spontan eine Gegeneinladung für das kommende Jahr aussprachen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.4.1979
Sonntag, 22. April 1979
Finale Norddeutsche Meisterschaft
TSV Sasel – VfL Oldesloe wJA 10:11 (4:5)
Spannend war es bis zum Schlußpfiff:
Trotz merklicher Nervosität: Den VfL-Mädchen gelang der „Griff nach den Sternen“
Mit einem 11:10-Sieg beim TSV Sasel wurde der Nordtitel unter Dach und Fach gebracht
(mth). Den Oldesloer Handballmädchen ist der „Griff nach den Sternen voll geglückt. Die Truppe von Trainer Ulli Meyer gewann auch das zweite Finale um die Norddeutsche Meisterschaft gegen den TSV Sasel mit 11:10, nachdem zwei Wochen zuvor in der Stormarnhalle mit 13:10 gewonnen worden war.
Die Sporthalle am Tegelsbarg im Hamburger Stadtteil Poppenbüttel war mit mehr als 500 Zuschauern für ein Handballspiel der weiblichen A-Jugend glänzend besetzt. Man spürte es schon vorher: Die Hamburgerinnen gaben sich trotz ihres Drei-Tore-Rückstandes noch keineswegs auf und die Zuschauer waren bereit, durch lautstarke Unterstützung ihr Scherflein dazu beizutragen.
Aber auch im Oldesloer Lager herrschte Zuversicht vor. Hier hatte man dann auch als erster Grund zum Jubel, denn Andrea Güldenpfennig schloß schon den ersten Angriff mit einem herrlichen Tor vom Kreis ab, in den folgenden Minuten zeigte sich dann aber, daß die Spannung, die über dem Spiel lag, an den Spielerinnen beider Teams nicht spurlos vorübergegangen war. Nervosität war nun Trumpf, die sich ganz im übrigen bis zum Schluß nicht legte.
Als Christiane Buck – ebenfalls mit einem herrlichen Tor vom Kreis – die Oldesloerinnen dann nach zehn Minuten erneut in Führung brachte kam eine Phase, in der der VfL schon frühzeitig alles klar hätte machen können. Antje Schütt aber hatte mit einem Siebenmeterwurf viel Pech, als der Ball von Innenpfosten zu Innenpfosten sprang, ohne die Linie zu passieren und Anja Müller vergab übernervös eine hundertprozentige Torchance nach einem Tempogegenstoß.
So konnten die Saselerinnen wieder gleichziehen und mit 3:2 gingen sie dann erstmals sogar in Führung. Auch dem 3:3 durch Renate Warncke ließen die Hamburgerinnen prompt einen weiteren Treffer folgen. Ein von Andrea Güldenpfennig verwandelter Siebenmeter bescherte den Oldesloerinnen den erneuten Ausgleich und in der Schlußphase der ersten Halbzeit brachte Antje Schütt den VfL, obwohl sich dieser durch eine Zwei-Minuten-Strafe von Jeanette Müller in der Minderzahl befand, mit 5:4 wieder in Front.
Mit Antje Schütt ist dann auch die Spielerin genannt, die in der zweiten Spielhälfte zur spielentscheidenden Figur werden sollte. Zunächst erzielte sie die Treffer zum 6:5 und 76 für die Stormarnerinnen, nachdem die Gastgeberinnen jeweils ausgeglichen hatten.
Glücklicherweise stellte sich beim VfL in diesem Spiel die zuletzt schon obligatorische Schwäche bei Siebenmeterwürfen nicht ein. Nachdem Sasel erneut ausgeglichen hatte, war Andrea Güldenpfennig auch bei ihrer zweiten Exekution erfolgreich.
Danach wurde es für die Stormarnerinnen dann allerdings noch einmal kritisch. Nach dem erneuten Ausgleich rissen die Hamburgerinnen bei 9:8 und 10:9 die Führung erneut an sich, aber Jeanette Müller und Andrea Struppek konnten mit ungemein wichtigen Toren nach großem Kampfeinsatz ausgleichen.
Aber auch damit war noch nicht alles gelaufen. Die Gastgeberinnen mobilisierten noch einmal die letzten Kräfte und hätte nicht ihre Spielführerin eine ähnliche Torchance wie in der ersten Halbzeit Anja Müller ausgelassen, wäre der Gesamterfolg des VfL möglicherweise noch ins Wackeln geraten, denn wenig später wurde den Hamburgerinnen ein Siebenmeter zugesprochen. Mit einem hervorragenden Reflex konnte Gudrun Noack diesen Wurf von Pia Kellner, die zuvor drei Strafwürfe verwandelt hatte und einmal am Pfosten gescheitert war, abwehren.
Damit war die Nordmeisterschaft endgültig für den VfL gelaufen! Nicht aber das zweite Endspiel. Das besorgte unmittelbar vor dem Abpfiff dann Antje Schütt mit ihrem vierten Treffer.
Im Oldesloer Lager war der Jubel nach dem Schlußpfiff natürlich riesengroß. Er steigerte sich noch, als Eva Moers. die Mädelwartin des Schleswig-Holsteinischen Handballverbandes, die Mannschaft mit der Nordmeister-Plakette auszeichnete. Neben den schon erwähnten Spielerinnen war beim VfL noch Andrea Hasenberg mit von der Partie, die wie gewohnt am Kreis ackerte, und ebenso großen Anteil am Erfolg hatte, wie alle anderen Spielerinnen, obwohl ihr ein Torerfolg an diesem Tag verwehrt blieb.
Erwähnung verdient aber auch noch Martina Ivens und Susanne Paetz, auch wenn sie von Trainer Ulli Meyer an diesem Tag nicht eingesetzt wurden, und Ersatztorhüterin Martina Pusch, die lediglich bei zwei Siebenmetern eingewechselt wurde.
Mit dem Gewinn der Nordmeisterschaft hat sich der VfL für die Spiele um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Bereits am nächsten Sonntag müssen die Oldesloerinnen beim Berliner Meister, den Reinickendorfer Füchsen, zu einem ersten Qualifikationsspiel antreten. Am 13. Mai sind die Berlinerinnen dann in der Stormarnhalle zu Gast. Der Sieger aus diesen beiden Spielen trifft anschließend im Halbfinale auf den Westmeister. Auch diese Runde wird wieder mit Hin, und Rückspiel ausgetragen, ebenso wie das Endspiel, das die beiden Halbfinalsieger – im anderen Halbfinale trifft der Süd- auf den Südwestmeister – in der ersten Junihälfte bestreiten. Hoffen wir, daß die Truppe von Trainer Ulli Meyer auch dann noch mit von der Partie ist.
STORMARNER TAGEBLATT vom 25.4.1979
Freitag, 27. April 1979
Nach dem Nordtitel winkt nun die Deutsche Meisterschaft
VfL-Mädchen Sonntag bei den Reinickendorfer Füchsen
(mth). Der weiblichen A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe wird in diesem Jahr wirklich keine Pause gegönnt. Nur eine Woche nach dem Gewinn der Nordmeisterschaft kommt auf die Mädchen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg eine neue, noch größere Aufgabe zu.
Im Spiel gegen den Berliner Meister, die Reinickendorfer Füchse, geht es für die Oldesloerinnen um die Qualifikation für das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Auch die Qualifikationsrunde wird, wie die gesamte Endrunde mit Hin- und Rückspielen ausgetragen, was heißen will, daß der VfL auch im Fall einer Niederlage in Berlin die Chance hat, zwei Wochen später in der Stormarnhalle den Spieß noch herumzudrehen.
Aber von einer Niederlage spricht man im Oldesloer Lager eigentlich gar nicht. Die großen Erfolge in den letzten Wochen haben der Mannschaft von Trainer Ulli Meyer so viel Selbstvertrauen gegeben, daß man eigentlich vor keinem Gegner mehr Angst hat. Was natürlich nicht ausschließt, daß man dem Berliner Meister durchaus Respekt entgegenbringt.
Genauere Kenntnis über die Spielstärke der Reinickendorfer Füchse besitzt man beim VfL zwar nicht, aber man weiß doch, daß in diesem Verein immer eine glänzende Nachwuchsarbeit betrieben wurde, Seit zehn Jahren haben die Reinickendorfer Mädchen ein Abonnement auf den Berliner Meistertitel und auch bei Deutschen Meisterschaften haben sie sich stets achtbar aus der Affäre gezogen.
Trainer Ulli Meyer geht in diese Begegnung, die am Sonntag um 15 Uhr in einer Halle im Berliner Stadtteil Charlottenburg angepfiffen wird – die genaue Bezeichnung der Halle war leider nicht in Erfahrung zu bringen –‚ ohne personelle Sorgen. Er hat alle Stammspielerinnen an Bord und wird in der gewohnten Formation antreten.
Sorgen hatte es im Laufe der Woche nur um Andrea Güldenpfennig gegeben, die ursprünglich am Sonnabend eine Klassenreise antreten sollte. Es ist dem VfL jedoch gelungen, Eltern und Schule von der Wichtigkeit dieses Spiels zu überzeugen, so daß Ulli Meyer seine wohl beste Spielerin erst nach Beendigung des Spiels in Berlin zum Ziel der Klassenreise (Berchtesgaden) bringen braucht.
Der VfL wird die Reise nach Berlin am Sonnabend um 10 Uhr mit einem Bus antreten. In diesem Bus sind zur Zeit noch gut 20 Plätze für Schlachtenbummler frei. Wer Interesse hat, die Mannschaft nach Berlin zu begleiten, sollte sich umgehend mit Ulli Meyer, Bad Oldesloe, Pölitzer Weg 9, in Verbindung zu setzen. An reinen Fahrtkosten entstehen den Schlachtenbummlern 30 Mark. Für eine preisgünstige Übernachtungsmöglichkeit in Berlin ist gesorgt. Der Bus fährt am Sonnabend um 10 Uhr von der Jugendherberge Im Bürgerpark ab und wird am Sonntag gegen 22 Uhr in Oldesloe zurückerwartet.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.4.1979
Sonntag, 29. April 1979
Qualifikation Deutsche Meisterschaft
Reinickendorfer Füchse – VfL Oldesloe wJA 9:14 (4:4)
Jetzt ist das Halbfinale dem VfL fast sicher
Fünf-Tore-Vorsprung sollte für das Rückspiel reichen
(mth). Die weibliche A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe weiter schwimmt auf einer Erfolgswelle. Im ersten Qualifikationsspiel um die Teilnahme am Halbfinale der Deutschen Meisterschaft gewann der frischgebackene Norddeutsche Meister bei den Reinickendorfer Füchsen (Meister des Berliner Verbandes) in überzeugender Manier mit 14:9, nachdem es zur Halbzeit noch 4:4 gestanden hatte.
Die Mannschaft von Trainer Ulli Meyer, die begleitet von 14 treuen Fans schon am Sonnabend in die frühere deutsche Hauptstadt gefahren war, um sich in aller Ruhe auf das wichtige Spiel vorbereiten zu können, erwischte in dem Spiel den besseren Start und ging durch Tore von Andrea Hasenberg und Andrea Güldenpfennig mit 2:0 in Führung.
Noch aber hatte man sich nicht richtig auf den bis dahin unbekannten Gegner eingestellt. Die Berlinerinnen konnten zum 2:2 ausgleichen und auch die erneuten Führungstreffer der Stormarnerinnen, die jeweils von Andrea GüIdenpfennig herausgeworfen wurden, wurden noch bis zum Halbzeitpfiff egalisiert.
Bis zu diesem Zeitpunkt aber hatte Trainer Ulli Meyer beim Gegner aber doch einige Schwachstellen ausgemacht, so daß er sein Team besser eingestellt für die zweite Hälfte auf das Parkett schicken konnte. Die Mannschaft um Spielführerin Andrea Hasenberg wurde nun immer konzentrierter und nutzte konsequent jede Torchance aus.
Über 10:5, wo erstmalig ein Fünf-Tore-Vorsprung herausgeholt wurde, zog die Oldesloer Mannschaft schließlich zum 14:9-Endstand davon. Andrea Güldenpfennig, die ihren drei Treffern aus der ersten Spielhälfte drei weitere Tore hinzufügte, Antje Schütt, die in diesem Spielabschnitt gleich viermal erfolgreich war, Andrea Hasenberg, Renate Warncke und Antje Müller besorgten in der zweiten Halbzeit die Oldesloer Tore.
Gudrun Noack, Anke Petersen, Christiane Buck, Jeanette Müller, Andrea Struppek, Martina Ivens und Susanne Paetz vervollständigten die Mannschaft, ohne wegen der fehlenden Torerfolge etwa geringeren Anteil am tollen Sieg zu haben.
Mit dem herausgeholten Fünf-Tore-Vorsprung kann der VfL natürlich beruhigt in das Rückspiel gehen, das am 13. Mai um 14.45 Uhr in der Stormarnhalle in Bad Oldesloe angepfiffen wird. Es müßte schon arg schlimm für den VfL kommen, wenn er sich mit dieser Ausgangsbasis im Rücken den Weg in das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft noch verbauen wollte.
Wir jedenfalls können uns einen solchen Rückschlag bei dem ungeheuren Engagement, das Spielerinnen und Trainer ihrem Sport entgegenbringen, nicht vorstellen, auch wenn wir damit etwaigem Übermut natürlich nicht das Wort reden wollen.
Bezeichnend für den Einsatzwillen aller Beteiligten war eine Episode am Rande des Berliner Spiels. Andrea Güldenpfennig hatte mit ihrer Schulklasse am Sonnabend eigentlich eine Klassenreise antreten müssen. Sie war für das Spiel in Berlin nur unter der Vorbedingung freigegeben worden, daß sie noch am Sonnabend zu ihren Klassenkameraden nachreisen könnte.
Trainer Ulli Meyer fuhr deswegen nach Berlin nicht mit dem Mannschaftsbus mit, sondern er benutzte seinen privaten Pkw. Gleich nach dem Spiel lud er dann Andrea in den Wagen und lieferte sie am späten Abend in Berchtesgaden ab. Den Montag hatte er sich freigenommen, um die gut 1000 Kilometer von Berchtesgaden nach Bad Oldesloe zurück zu bewältigen. Wenn das kein beispielhafter Einsatz ist! Wie wir den Ulli im übrigen kennen, waren ihm die sechs Tore von Andrea in Berlin Rechtfertigung – und Lohn – für die außergewöhnliche Strapaze genug.
STORMARNER TAGEBLATT vom 2.5.1979
Sonnabend, 5. Mai 1979
Begegnung im Alltag
Alles kein Problem
(mth). Da sage noch einer, der Sport – insbesondere der Spitzensport – sei total kommerzialisiert und kenne keine Idealisten mehr! Ulli Meyer, der Trainer, der erfolgreichen weiblichen A-Jugend-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe, die sich anschickt, nach dem Gewinn der Schleswig-Holsteinischen Landesmeisterschaft und der Norddeutschen Meisterschaft nun auch bei den Spielen um die Deutsche Meisterschaft für Furore zu sorgen, ist der schlagende Beweis dafür, daß dieser Satz zumindest nicht verallgemeinert werden kann.
Bezeichnend für die Einstellung Meyers – im übrigen ein echter Oldesloer Junge, der am 2. April 1953 hier geboren wurde, die Realschule absolvierte und seither beim Finanzamt Bad Oldesloe, wo er es in fast zehnjähriger Tätigkeit zum Steuerobersekretär gebracht hat, beschäftigt ist – zu seinem Sport ist eine Episode um das erste Qualifikationsspiel zum Halbfinale der Deutschen Meisterschaft am letzten Sonntag gegen die Reinickendorfer Füchse aus Berlin.
Wegen einer Klassenreise mußte er um den Einsatz seiner wohl besten Spielerin, Andrea Güldenpfennig, bangen. In mühsamen Verhandlungen erreichte Ulli Meyer es, daß sein Schützling doch an dieser wichtigen Begegnung teilnehmen konnte, unter der Bedingung allerdings, daß Andrea noch am Sonntag zum Ziel der Klassenreise – Berchtesgaden – nachreisen würde.
Für den Ulli stellte diese Bedingung kein überwindliches Problem da. Er machte die Reise nach Berlin statt im Mannschaftsbus in seinem privaten Pkw mit, lud unmittelbar nach Spielschluß – die Begegnung war nicht zuletzt durch sechs Tore von Andrea Güldenpfennig mit 14:9 für die Oldesloerinnen gewonnen worden – seine Spielerin in seinen Wagen und machte sich auf den Weg in Deutschlands Süden.
Nachts um 1.30 Uhr am Ziel wohlbehalten angekommen, war dann die folgende Nachtruhe nicht übermäßig üppig, denn schließlich galt es noch, die mehr als 1000 Kilometer lange Rückreise nach Bad Oldesloe zu bewältigen. Endlich nach Hause zurückgekehrt, zeigte sein Tachometer 2000 Kilometer mehr an als vor dem Wochenende.
Daß es für ihn dafür vom Verein – die VfL-Handballer sind schließlich keine Krösusse – keine Entschädigung gab, ist für Ulli Meyer nicht einen Moment der Rede wert gewesen. Die Hauptsache war, seine Mannschaft hatte keine Schwächung hinnehmen müssen.
So gesehen ist es natürlich kaum noch verwunderlich, daß der Handballbesessene ohne mit der Wimper zu zucken, auch seinen schon gebuchten Griechenland-Urlaub wird „sausen“ lassen, wenn seine Mannschaft in der Deutschen Meisterschaft noch weiter vorankommt – und wer wollte das nach dem hohen Sieg in Berlin noch ernsthaft bezweifeln? Wir können vor soviel Idealismus nur den Hut ziehen und drücken ihm beide Daumen, daß seine Arbeit auch weiterhin so viele
Früchte tragen möge.
STORMARNER TAGEBLATT vom 5.5.1979
Freitag, 11. Mai 1979
Vor dem Rückspiel in der Stormarnhalle:
Die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer sind gelassen und zuversichtlich
Fünf-Tore-Vorsprung sollte den VfL-Handballmädchen reichen
(mth). Mit Zuversicht und der nötigen Gelassenheit geht die weibliche A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe am Sonntag in das Rückspiel um die Qualifikation zum Halbfinale der Deutschen Meisterschaft in der Stormarnhalle gegen den Berliner Meister Reinickendorfer Füchse. Diese Zuversicht beim norddeutschen Titelträger gründet sich natürlich in erster Linie auf den Fünf-Tore-Vorsprung, der vor 14 Tagen beim Hinspiel in Berlin herausgeholt wurde. 14:9 hatten die Oldesloer Mädchen dieses Spiel nach einer wirklich glänzenden Leistung gewonnen.
Natürlich ist man sich im Oldesloer Lager darüber im klaren, daß man auch das Rückspiel gegen die Berliner Meister nicht auf die leichte Schulter nehmen darf, aber ernsthaft denkt bei den Stormarnern natürlich niemand mehr an ein Ausscheiden. Selbst eine Niederlage mit vier Toren Differenz – im Extremfall, wenn die Berlinerinnen nur 13 oder weniger Tore erzielen, darf, weil darin die „Europapokal-Regelung“ mit den Auswärtstoren einsetzt, die Differenz sogar fünf Tore betragen – würde für die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg noch für ein Weiterkommen genügen.
Da der VfL-Trainer UIli Meyer aber alle Spielerinnen seines Aufgebots zur Verfügung hat, rechnen wir allerdings keineswegs mit einer Niederlage der Oldesloerinnen. Im Gegenteil: Der klare Vorsprung müßte nach unserer Ansicht auf die VfL-Spielerinnen doch sehr beruhigend wirken, daß sie auch in eigener Halle endlich einmal ohne jede Nervenbelastung und die daraus resultierenden Fehler auftrumpft.
Zwei Spielerinnen, Andrea Hasenberg und Jeanette Müller, haben in der kurzen Pause zwischen Hin- und Rückspiel gegen die Reinickendorfer Füchse noch weiteren sportlichen Ruhm an ihre Fahnen geheftet. Beim Endkampf des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ am letzten Wochenende in Berlin mischten sie kräftig in der Mannschaft der Handelsschule Lübeck mit und hatten erheblichen Anteil an der Vizemeisterschaft dieses Teams.
Das Zuschauerinteresse für das Spiel am Sonntag – es beginnt bereits um 10 Uhr und nicht wie ursprünglich angesetzt um 14.45 Uhr – ist, wie man uns vom VfL versichert, riesengroß. Da es einen Kartenvorverkauf nicht gibt, können wir allen Interessenten nur raten, rechtzeitig zur Stormarnhalle zu kommen. Viel mehr als 350 Plätze wie beim Endspiel um die norddeutsche Meisterschaft gegen den TSV Sasel, werden, wenn man vom Spiel etwas mitbekommen möchte. nicht zur Verfügung stehen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 11.5.1979
Sonnabend, 12. Mai 1979
Hein Büttelbars und die VfL-Sternen-Mädchen
Büttelbars hat jüngst geschwitzt,
als er da beim Handball sitzt,
zu dem unsre jungen Damen
eigens selbst nach Hamburg kamen.
Antje Schütt, ein Girl von Rasse,
war im „Greifen“ große Klasse –
nicht nach Sternen. Hier im Fall
ging es um den Lederball.
Manchmal war Nervosität,
ohne die es wohl nicht geht,
dann jedoch mit einem Zuck
traf ins Tor Christiane Buck.
Ach, ihr „Sternenmädchen" alle,
wenn ihr in der Stormarnhalle
morgen hier bei uns im Städtchen
gegen die Berliner Mädchen
wieder greifet nach den Sternen
in den himmelweiten Fernen,
denkt daran auf jeden Fall:
erstmal greifet nach dem BaIl!
Hein Büttelbars.
STORMARNER TAGEBLATT vom 12.5.1979
Sonntag, 13. Mai 1979
Qualifikation Deutsche Meisterschaft
VfL Oldesloe wJA – Reinickendorfer Füchse 11:9 (5:2)
VfL-Mädchen gerieten nie in Gefahr
Nach dem 11:9-Erfolg über den Berliner Meister im Halbfinale nun gegen RSV Mülheim
(mth). Mit annähernd 400 Zuschauern war die Stormarnhalle beim Rückspiel um die Qualifikation für das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft der weiblichen Handball-A-Jugend zwischen dem VfL Oldesloe und den Reinickendorfer Füchsen aus Berlin wieder bis zum Bersten gefüllt. Und die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer enttäuschten ihre vielen Fans nicht. Ohne irgendwann einmal in Gefahr zu geraten, das Spiel zu verlieren oder gar den Fünf-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel einzubüßen, siegten die Oldesloerinnen weit klarer als es das 11:9 (5:2)-Endergebnis ausdrückt, Die VfL-Mädchen haben sich damit ganz eindeutig für das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und man darf wirklich gespannt sein, wohin der Weg dieser prächtigen Truppe in diesem Jahr noch führt,
Der Spielverlauf ist in wenigen Sätzen geschildert. Die Oldesloerinnen gingen sehr konzentriert in die Begegnung und zeigten ihren Berliner Gästen sehr schnell, daß sie sich auch in eigener Halle nicht die Butter vom Brot nehmen lassen würden. Die Reinickendorfer Füchse boten zwar ein sehr gefälliges Kornbinationsspiel, aber ihre Angriffe hatten einfach nicht den nötigen Druck, um die sattelfeste Abwehr der Stormarnerinnen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg in Gefahr zu bringen. Die VfLerinnen konnte sehr schnell die Führung an sich reißen, die sie bis zum Seitenwechsel auf 5:2 ausbauten.
Auch nach der Pause hielt die eindeutige Überlegenheit der Oldesloer Mädchen lange Zeit an, auch wenn Trainer Ulli Meyer nun schon nicht mehr ständig seine Stammformation auf das Feld schickte. Bis zehn Minuten vor dem Abpfiff baute der VfL seinen Vorsprung fast nach Belieben aus und hatte bei 11:4 den höchsten Vorsprung erreicht. Erst dann, als die Gastgeberinnen fast sämtliche Auswechselspielerinnen auf einmal einsetzten, kamen die Berlinerinnen, die lobenswerterweise nie aufsteckten und immer um eine Resultatsverbesserung bemüht waren, besser ins Spiel. Das Angriffsspiel des VfL wurde nun auch zerfahrener und auch in der Abwehr der Stormarnerinnen, die bis dahin fast fehlerfrei gearbeitet hatte. ergaben sich nun große Lücken. Durch fünf Treffer hintereinander konnte der Berliner Meister das Endresultat dann noch erheblich freundlicher gestalten, aber der VfL, dessen Qualifikation für das Halbfinale ja schon feststand, konnte diese Entwicklung mit großer Gelassenheit betrachten.
Auf den VfL Oldesloe, der in Antje Schütt (4). Andrea Güldenpfennig (2), Andrea Hasenberg. Jeanette Müller, Andrea Struppek, Anja Müller und Martina Ivens seine Torschützen hatte, warten nun an den beiden kommenden Wochenenden neue große Aufgaben. Gegner im Halbfinale, das ebenfalls in Hin- und Rückspiel ausgetragen wird, ist der Westmeister RSV Mülheim. Die Mülheimerinnen sicherten sich den Westtitel durch einen 10:6-Sieg bei VfR Köln 99, nachdem die Kölnerinnen das Hinspiel in Mülheim noch mit 12:9 gewonnen hatten.
Die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer müssen das erste Spiel am nächsten Sonntag in Mülheim austragen. Spielbeginn wird voraussichtlich um 11 Uhr sein. Eine Woche später steigt dann in der Stormarnhalle (der genaue Spielbeginn steht noch nicht fest) das Rückspiel, in dem die endgültige Entscheidung fällt, welche der beiden Mannschaften das Finale um die Deutsche Meisterschaft erreicht. Der zweite Endspielteilnehmer wird zu den gleichen Terminen zwischen dem Süd- und dem Südwestmeister ermittelt.
Nach dem Spiel am Sonntag können die Oldesloerinnen auch in diese große Aufgabe mit Ruhe und Selbstvertrauen hineingehen. Die Mannschaft ist, das haben beide Spiele gegen die Reinickendorferinnen klar gezeigt, in Topform und braucht sich vor keinem Gegner zu verstecken. Daß sich Trainer Ulli Meyer dabei vor allem auf seine Stammformation wird verlassen müssen, wurde im Rückspiel am Sonntag noch einmal klar unter Beweis gestellt. Der zweite Anzug ist bei allem Eifer und Ehrgeiz noch nicht so weit.
Zum Spiel in Mülheim wird der VfL wie schon nach Berlin mit einem Reisebus fahren. Für Schlachtenbummler sind da noch einige Plätze frei. Interessenten können sich bei Ulli Meyer melden. Die Abfahrt wird am Sonnabend gegen 14 Uhr erfolgen, mit der Rückkehr nach Bad Oldesloe ist am Sonntag gegen 20 Uhr zu rechnen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 15.5.1979
Freitag, 18. Mai 1979
Vor dem ersten Halbfinale zur Deutschen Meisterschaft:
Nach dem „Spiel ohne Grenzen“ will der VfL RSV Mülheim in seine Grenzen weisen
Die VfL-Handballmädchen fahren in Bestbesetzung In den Westen
(mth). Auf nach Mülheim, heißt es für die weibliche A-Jugend der Handballabteilung des VfL Oldesloe an diesem Wochenende. Im ersten Halbfinale um die deutsche Meisterschaft trifft der Nordmeister nach erfolgreich überstandener Qualifikation gegen den Berliner Meister Reinickendorfer Füchse auf den RSV Mülheim, der sich durch einen Sieg über VfR Köln 99 die Meisterschaft im Regionalverband West sicherte.
Die Truppe von Trainer Ulli Meyer tritt die Reise in den Westen in bester Besetzung und – natürlich – in bester Stimmung an. Nach den tollen Erfolgen in den letzten Wochen und Monaten hat die Mannschaft nichts zu verlieren, sondern nur noch alles zu gewinnen. Niemand kann von der Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg nun auch in Zukunft lauter Wunderdinge verlangen und erwarten, die Siegesserie würde bis in alle Ewigkeit fortgesetzt.
Womit wir allerdings keineswegs ausschließen wollen, daß die prächtigen Oldesloer Mädchen auch die Mülheimer Hürde überwinden. Uns ist über die Spielstärke der Westdeutschen nichts bekannt und wir befinden uns damit in absoluter Übereinstimmung mit VfL-Trainer Ulli Meyer. Das gleiche Handicap haben im übrigen die Mülheimer Mädchen zu tragen, wodurch der sportliche Verlauf der Partie, die am Sonntag um 11 Uhr in der Sporthalle am Schulzentrum Boverstraße/Nordstraße angepfiffen wird, natürlich völlig offen ist.
Für VfL-Trainer Ulli Meyer ist die Marschroute dennoch völlig klar. Er wird sich nach Möglichkeit ganz auf seine Stammformation verlassen – die letzten Minuten des Spiels gegen die Reinickendorfer Füchse haben gezeigt. daß sein „zweiter Anzug“ noch nicht ganz paßt – und hofft auf eine ähnlich konzentrierte Leistung seiner Schützlinge wie in den Spielen gegen den Berliner Meister.
Wunschtraum ist natürlich ein Erfolg in der Halle des Gegners, aber auch mit einem Unentschieden wäre man im Lager der Oldesloerinnen schon sehr zufrieden. Sollte sich aber eine Niederlage nicht vermeiden lassen, auch diese Möglichkeit ist ja nicht auszuschließen, hofft man heim VfL, den Rückstand möglichst knapp halten zu können, um mit guten Chancen in das Rückspiel, das eine Woche später um 10.30 Uhr in der Stormarnhalle steigt, gehen zu können. Drücken wir den Oldesloerinnen die Daumen, daß sich ihre Hoffnungen erfüllen mögen.
Die Truppe von Trainer Ulli Meyer nimmt für die Anreise nach Mülheim einen Umweg in Kauf. Da Antje Schütt dazu ausersehen wurde, beim Fernsehwettstreit „Spiel ohne Grenzen“ am Sonnabend ab 14.15 Uhr in Bad Segeberg die einheimische Mannschaft zu verstärken, fährt die Oldesloer „Karawane“ zunächst in die Nachbar-Kreisstadt. Sie wurde von der Stadt Segeberg eingeladen, als Zuschauer an diesem Spektakel teilzunehmen. Nach Abschluß der Fernsehsendung wird man sich von Bad Segeberg dann direkt auf den Weg in die Stadt an der Ruhr begeben.
Für Schlachtenbummler besteht nach wie vor die Gelegenheit, die Fahrt nach Mülheim im Mannschaftsbus mitzumachen. Interessenten können sich bei Ulli Meyer melden. Abfahrt ist am Sonnabend um 13 Uhr an der Jugendherberge im Bürgerpark, mit der Rückkehr nach Bad Oldesloe wird am Sonntag gegen 20 Uhr gerechnet.
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.5.1979
Sonntag, 20. Mai 1979
Halbfinale Deutsche Meisterschaft
RSV Mülheim – VfL Oldesloe wJA 8:8 (4:4)
Endspiel ist jetzt greifbar nahe
Der RSV Mülheim klammerte alles, was sich bewegte
Dennoch gelang ein 8:8
Die VfL-Mädchen fühlten sich verschaukelt und brennen auf das Rückspiel
(mth). Mit einem 8:8 (4:4)-Unentschieden verschaffte sich die weibliche A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Bad Oldesloe beim Westmeister RSV Mülheim im Hinspiel um das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel am nächsten Sonntag in der Stormarnhalle. Die Aussichten der Oldesloer Mädchen, nun auch noch den Einzug in das Finale zu schaffen, sind damit riesengroß. Schon ein Sieg mit nur einem einzigen Tor Vorsprung würde jetzt für die Truppe von Ulli Meyer reichen.
Das Spiel in Mülheim begann für den VfL insofern mit einer Überraschung, als Antje Schütt von den Gastgeberinnen sofort mit einer engen und harten Manndeckung bedacht wurde. Der Trainer der Westdeutschen hatte beim Spiel gegen die Reinickendorfer Füchse in der Stormarnhalle – ohne daß man im Oldesloer Lager davon etwas wußte – „spioniert“ und glaubte, so das Spiel der Stormarnerinnen am besten stören zu können.
Und in der Tat fand sich der VfL mit dieser Variante nicht gut zurecht und kam eigentlich in keiner Phase des Spiels zum gewohnten Rhythmus. So gingen die Mülheimerinnen dann auch mit 1:0 in Führung. Als VfL-Torhüterin Gudrun Noack bei diesem Spielstand dann aber einen Siebenmeter der Gastgeberinnen abwehren konnte, bekam aber der Nordmeister dann Auftrieb.
Mit zwei verwandelten Siebenmetern und einem Feldtor trotz der Manndeckung brachte Antje Schütt bis zur 15. Spielminute den VfL bei nur einem Gegentor mit drei Treffern seinerseits in Führung, und Andrea Güldenpfennig konnte wenig später den Vorsprung sogar auf 4:2 ausbauen.
In den letzten Minuten vor dem Seitenwechsel aber stellte sich bei den Schützlingen von Trainer Ulli Meyer wieder die schon abgelegt geglaubte Siebenmeter-Misere ein. Nacheinander scheiterten Antje Schütt, Andrea Güldenpfennig und Renate Warncke mit ihren Strafwürfen, und so war es nicht verwunderlich, daß die Mülheimerinnen bis zur Pause wieder auf 4:4 ausgeglichen hatten.
In der Halbzeitpause drehte sich in der VfL-Kabine das Gespräch dann auch in erster Linie um diese verworfenen Siebenmeter und Trainer Ulli Meyer war höchst zufrieden, daß sich Andrea Struppek auf seine Rundfrage spontan für nervenstark genug erklärte, etwaige noch folgende Exekutionen ausführen zu können.
Zunächst aber wurde im zweiten Spielabschnitt Andrea Struppek in diesem Sinne noch nicht gefordert. Dennoch gelang es dem VfL, die Führung wieder an sich zu reißen. Renate Warncke, an diesem Tag eine der stärksten Oldesloer Spielerinnen, konnte sich zwei Mal mit feinen Einzelaktionen am Kreis durchsetzen und brachte ihre Mannschaft damit mit 6:4 in Front.
Als den Mülheimerinnen anschließend dann wieder der Ausgleich gelang, kam dann aber doch noch die große Zelt von Andrea Struppek. Sie hatte sich nicht zuviel zugemutet und verwandelte nacheinander zwei Siebenmeter zur erneuten 8:6-Führung für die Oldesloerinnen.
In der folgenden sehr hektischen Schlußphase des Spiels haderten die Stormarnerinnen dann sehr mit dem Schiedsrichtergespann. Die Mülheimerinnen, die schon vorher äußerst aggressiv und unfair zu Werke gegangen waren – sie klammerten rücksichtslos alles was sich bewegte – steigerten ihren körperlichen Einsatz nun noch, ohne daß die Unparteiischen, die bei den Oldesloerinnen jede Kleinigkeit abpfiffen, energisch durchgriffen.
So konnten die Gastgeberinnen auf 7:8 verkürzen und in der Schlußminute fiel dann der 8:8-Ausgleich. Damit aber noch nicht genug. Als im folgenden – letzten- Gegenangriff VfL-Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg ein völlig reguläres Tor erzielte, gaben sie diesen Treffer aus unerfindlichen Gründen nicht.
So kam es, daß die Oldesloer Truppe beim Schlußpfiff trotz der günstigen Ausgangsposition, die sie sich erspielt hatten, nicht gerade in bester Stimmung waren. Entsprechend „geladen“ werden sie am kommenden Sonntag in das Rückspiel gehen. Sie und ihr Trainer hoffen darauf, daß es den Mülheimerinnen nicht noch einmal gelingt – oder gestattet wird – jegliche Spielansätze mit übertriebenem körperlichen Einsatz zu ersticken.
Mit gleichem Kampfgeist wie in Mülheim, alle eingesetzten Spielerinnen kämpften förmlich bis zum Umfallen, sind die Aussichten des VfL, die tolle Erfolgsserie mit dem Einzug in das Endspiel zu krönen, sicherlich riesengroß.
Unterstützung erhofft sich Trainer Ulli Meyer dann auch von den sicherlich wieder sehr zahlreichen Zuschauern. In Mülheim jedenfalls war die kleine Gruppe Oldesloer Schlachtenbummler eine wertvolle Unterstützung für den VfL. Bleibt zu hoffen, daß die Bereitschaft der Oldesloer Zuschauer, die in den letzten Spielen immer äußerst zurückhaltend waren, die eigene Mannschaft lautstark zu unterstützen, auch in heimischer Halle einmal groß genug ist, um der eigenen Mannschaft echt den Rücken zu stärken.
STORMARNER TAGEBLATT vom 22.5.1979
Freitag, 25. Mai 1979
Bei Sieg im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft:
Die VfL-Handballmädchen wollen ihren vielen Erfolgen die Krone aufsetzen
Anpfiff zum Rückspiel gegen RSV Mülheim am Sonntag in der Stormarnhalle
(mth). Am Sonntag um 10.30 Uhr ist es wieder soweit. Dann wird sich entscheiden, ob die weibliche A-Jugend der Handballabteilung des VfL Oldesloe ihren bisher schon imponierenden Erfolgen die Krone aufsetzen kann und in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft einzieht. Gegner der Oldesloerinnen ist wie am letzten Sonntag der Westmeister RSV Mülheim. Das Hinspiel war mit einem 9:8-Unentschieden ausgegangen, so daß die Partie in der Stormarnhalle alles entscheiden muß.
Im Lager der Oldesloerinnen herrscht vor dem Rückspiel Zuversicht vor. Die Mannschaft hat am Dienstag und Mittwoch dieser Woche noch intensiv trainiert und geht nach Auskunft von Trainer Ulli Meyer in bester körperlicher Verfassung in die wichtige Begegnung. Die Mädchen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg brennen im übrigen darauf, den Mülheimerinnen zu zeigen, daß sie weit besser Handball spielen können, als ihnen in Mülheim möglich war.
Durch die unglaublich harte Gangart des Westmeisters, die nach Ansieht der Oldesloerinnen bei weitem nicht streng genug von den Schiedsrichtern geahndet wurde, war in Mülheim nämlich jeglicher spielerischer Ansatz im Keim erstickt worden. Nun haben die VfL-Mädchen weiß Gott nichts gegen aggressive und harte Deckungsarbeit – sie selbst sind in dieser Hinsicht ja auch keine Waisenkinder –‚ nur wollen sie dabei gewisse Grenzen nicht überschritten sehen, und eben das machen sie ihrem Gegner vom Hinspiel zum Vorwurf.
Wenn die Oldesloer Mädchen deshalb auf Revanche sinnen, wollen sie das keineswegs in dem Sinne verstanden wissen, daß sie im Rückspiel vor eigener Kulisse nun mit gleicher Münze zurückzahlen. Sie bauen vielmehr darauf, daß den Mülheimerinnen eine derartige Gangart nicht noch einmal ungestraft erlaubt wird, sondern daß das technische Spiel besser zum Tragen kommt. In dieser Hinsicht, da sind sie sich nach dem Hinspiel sicher, brauchen sie sich vor ihrem Gegner nicht zu verstecken.
Ein anderes Handicap, mit dem die Truppe von Trainer Ulli Meyer im Hinspiel nicht zurecht kam – die überraschende „Manndeckung“ von Antje Schütt –, hofft man durch taktische Manöver ausgleichen zu können. Der Oldesloer Coach hat mit seinen Schützlingen Gegenmaßnahmen gegen solche Varianten intensiv durchgesprochen und hofft natürlich, daß seine Rechnungen aufgehen. Wie diese taktischen Maßnahmen im einzelnen aussehen werden, wollte Ulli Meyer aus verständlichen Gründen natürlich noch nicht preisgeben. Ein paar Überraschungsmomente sollen schließlich auch für den Gegner noch übrigbleiben.
Bei der Handballabteilung des VfL Oldesloe rechnet man für dieses Spiel natürlich wieder mit einem vollen Haus. Vorsichtige Schätzungen gehen von rund 500 Zuschauern aus. Um allen gute Sichtmöglichkeiten zu gewährleisten, wird man vorsorglich in der Halle noch einige Stuhlreihen aufstellen.
Hinsichtlich der Zuschauer hat das Oldesloer Team den Wunsch, daß ihnen endlich einmal auch in eigener Halle lautstarke Unterstützung zuteil wird. In den bisherigen Spielen gegen TuS Bergen, TSV Sasel und die Reinickendorfer Füchse waren die Oldesloer Zuschauer immer höchst zurückhaltend und ließen sich nicht selten von kleinen Schlachtenbummlergruppen der Gäste übertönen.
Solches sollte sich, wenn man der prächtigen Oldesloer Truppe gut gesonnen ist, nicht wiederholen. Schließlich ist nicht erst seit den Europapokalerfolgen des VfL Gummersbach bekannt – ohne daß wir in umziemliche Vergleiche einsteigen wollen –‚ daß eine massive Zuschauerunterstützung für die Heimmannschaft ein paar Tore wert sein kann.
Und noch ein Hinweis für die Zuschauer: Da es auch für dieses Spiel keinen Vorverkauf gibt, empfiehlt sich wieder rechtzeitiges Erscheinen in der Stormarnhalle. Zu langweilen brauchen sich Frühankommer im übrigen nicht, denn ab 8.45 Uhr bestreiten die männlichen A-Jugendmannschaften des VfL und des RSV Mülheim ein interessantes Vorspiel.
Der Endspielpartner des Siegers der Partie in der Oldesloer Stormarnhalle wird schon am Sonnabend in Pfullingen (Baden-Württemberg, südlich von Stuttgart) ermittelt. Dort trifft der Südmeister VfL Pfullingen auf den Südwestmeister TG Niederroden. Das erste Spiel am letzten Sonntag gewann der Südwestmeister knapp mit 12:11, so daß auch in dieser Begegnung – wie im Oldesloer Spiel – noch alles offen ist.
Die beiden Endspiele – auch das Finale wird mit Hin- und Rückspiel ausgetragen – steigen dann schon an den beiden nächsten Wochenenden. Der VfL Oldesloe, vorausgesetzt, er erreicht sein großes Ziel, wozu wir ihm alle verfügbaren Daumen drücken, hätte dann wiederum zunächst auswärts anzutreten und dadurch den Vorteil, in 14 Tagen in eigener Halle die letzte Chance nutzen zu können. Aber das ist selbstverständlich noch alles Zukunftsmusik. Erst einmal gilt es, das Spiel gegen den RSV Mülheim unbeschadet zu überstehen!
STORMARNER TAGEBLATT vom 25.5.1979
Sonntag, 27. Mai 1979
Halbfinale Deutsche Meisterschaft
VfL Oldesloe wJA – RSV Mülheim 13:11 (6:4)
Es ist geschafft!
Die VfL-Mädchen sind im Endspiel
Nach einem Nervenkitzel ohnegleichen schlug die Truppe von Trainer Ulli Meyer RSV Mülheim vor 700 Zuschauern mit 13:11
(mth). Nach 44 von 50 Spielminuten schien beim Rückspiel des Halbfinales der Deutschen Meisterschaft der weiblichen Handball-A-Jugend zwischen dem VfL Oldesloe und dem Westmeister RSV Mülheim alles gelaufen zu sein. Durch einen von Andrea Struppek eiskalt verwandelten Siebenmeter waren die Oldesloerinnen gerade mit 12:7 in Führung gegangen. Das 8:8-Unentschieden aus dem Hinspiel in Mülheim eine Woche zuvor mit eingerechnet konnte man als Beobachter, der auf einen VfL-Sieg hoffte und rechnete, den restlichen sechs Minuten eigentlich mit Ruhe und Gelassenheit entgegensehen.
Fünf Tore Vorsprung, so war man sicher, würde sich die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg in einem so kurzen Zeitraum nicht mehr entreißen lassen, zumal man besonders im zweiten Spielabschnitt den Gegner über weite Strecken fest im Griff gehabt hatte.
Aber es sollte dann doch alles ganz anders kommen. Jetzt hinterher – nach gerade doch noch glücklichem Ausgang – mag man es so interpretieren, als wollten die Oldesloerinnen den vielen Zuschauern – die Stormarnhalle war mit 700 Zuschauern brechend voll – für das Eintrittsgeld doch noch ein wenig Nervenkitzel bieten.
Jedenfalls klappte das Spiel der Truppe von Trainer Ulli Meyer urplötzlich völlig zusammen. Im Angriff häuften sich die unüberlegten Anspiele und überhasteten Torwürfe, die natürlich zu Ballverlusten führten, und auch in der Abwehr des VfL, die zuvor ein festes Bollwerk gewesen war, klafften nun riesige Lücken. Insbesondere auf den Außenpositionen wurde nun kaum noch gedeckt, so daß der Westmeister innerhalb von nur drei Minuten – zwischen der 45. und 49. Minute – vier Treffer aufholen konnte.
Für die Stormarnerinnen war beim Spielstand von 12:11 damit die Lage für die letzten 120 Sekunden oberkritisch. Noch einen weiteren Gegentreffer durften sie sich unter keinen Umständen erlauben, denn bei einem ausgeglichenen Spielausgang hätten die auswärts mehr erzielten Tore den Ausschlag für Mülheim gegeben.
Aber wer sollte beim VfL nun noch die brechenden Deiche wieder zuschütten? Gewiß, Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg und Jeanette Müller, die routiniertesten Spielerinnen, hatten auch in dieser Spielphase noch vergleichsweise kühlen Kopf bewahrt, aber es waren doch Zweifel angebracht, ob sie allein die nun wie aufgedreht spielenden Westdeutschen würden bremsen können.
Immerhin wurde der nächste Angriff der Gäste abgefangen und dem VfL bot sich mit Ballbesitz eine neue Chance. Mehrfach schlugen nun Versuche fehl, eine günstige Wurfposition zu erlangen, aber die Freiwürfe, die sie erbrachten, hatten ja auch ihr Gutes, denn sie gaben Zeitgewinn und beließen den Ball in den Reihen des VfL. Endlich, exakt 50 Sekunden vor Spielschluß, löste sich dann die Spannung. Renate Warncke, bis dahin noch ohne Torerfolg, aber schon mit einigen Fehlversuchen belastet, faßte sich ein Herz, ging energisch zum Kreis durch und warf das alles entscheidende Tor zum 13:11.
Damit war die Entscheidung gefallen! Die Truppe von Trainer Ulli Meyer hatte ihren vielen Erfolgen die Krone aufgesetzt. Durch den Erfolg über den Westmeister war das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft war erreicht. Gegner der Oldesloerinnen ist an den beiden nächsten Wochenenden in Hin- und Rückspiel der Südmeister VfL Pfullingen, der Sonnabend den Südwestmeister TG Niederroden durch einen 8:7-Erfolg (Hinspiel 11:12) ausgeschaltet hatte. Der VfL muß zunächst wieder auswärts antreten und hat dann in 14 Tagen in der Stormarnhalle Gelegenheit, vor eigenem Publikum alles zu entscheiden.
Und hier noch kurz der Spielbericht bis zur oben geschilderten dramatischen Zuspitzung. Die Mülheimerinnen waren schon nach knapp 30 Sekunden mit 1:0 in Führung gegangen, aber diese Führung sollte für sie die einzige des ganzen Spiels sein. Jeanette Müller und Andrea Struppek, die einen Siebenmeter verwandelte, machten daraus bis zur 6. Minute einen 2:2-Vorsprung. Der folgende Ausgleich war für die Gäste dann gleichzeitig der letztmalige Gleichstand in diesem Spiel, denn anschließend brachten Andrea Struppek, Antje Schütt (beide verwandelten sie einen Siebenmeter) und Jeanette Müller ihr Team beruhigend mit 5:2 in Front.
Bis zum Seitenwechsel änderte sich dann am Ergebnis nicht mehr sehr viel. Die Gäste erzielten noch zwei Treffer, denen Andrea Güldenpfennig den sechsten Oldesloer Treffer entgegensetzte. Zwischenzeitlich gab es auf beiden Seiten verworfene Siebenmeter zu registrieren. Die Gäste scheiterten dabei gleich zweimal und auch Antje Schütt hatte mit ihrem zweiten Versuch kein Glück.
Nach der Pause hatte der VfL dann seine beste Phase. Durch Tore von Andrea Hasenberg (3), Andrea Güldenpfennig und Jeanette Müller schraubten sie das Ergebnis bis zur 42. Minute auf 11:6 und mit dem prompten Gegentreffer der Westdeutschen ließ, wie oben schon erwähnt, Andrea Struppek mit ihrem dritten verwandelten Siebenmeter postwendend das 12:7 folgen.
Der Truppe von Trainer Ulli Meyer kann man für eine große kämpferische Leistung nur ein riesiges Kompliment machen. Spielerisch waren gewiß einige Schwächen zu erkennen, aber wer will den Mädchen angesichts der großen Nervenbelastung die aufgetretenen Fehler anlasten. Neben den schon erwähnten Spielerinnen kamen beim VfL noch Torhüterin Gudrun Noack, die bei zwei, drei Gegentoren nicht besonders glücklich aussah, dafür aber eine Reihe schwerster Würfe parierte, Anja Müller und Christiane Buck zum Einsatz.
Die Gäste aus Mülheim wurden in Bad Oldesloe ihrem Ruf als überaus harte Mannschaft voll gerecht. Auch der VfL ist gewiß nicht zimperlich – drei Zeitstrafen von Jeanette Müller, Andrea Struppek und Renate Warncke zeigen dieses deutlich – aber was einige Mülheimerinnen, allen voran Monika Fenten (Nr. 8) und Helga Koslowski (Nr. 11), zeigten, hatte mit Sport nicht mehr viel zu tun. Dabei hatten die Westdeutschen eine solche Gangart nicht nötig, denn auch spielerisch hatten sie einiges zu bieten. Mit etwas mehr Glück hätten sie die Partie in Oldesloe sogar gewinnen können und das nicht nur in der dramatischen Schlußphase, wofür nicht weniger als sechs „Holztreffer“ – die Oldesloer hatten nur zwei – sprechen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 28.5.1979
Dienstag, 29. Mai 1979
Kommentar
Das Ziel ist abgesteckt
(Horst Gassmann). Landesmeister, norddeutscher Meister und nun auf dem Wege zur deutschen Meisterschaft: das sind die Handball-Mädchen des VfL Oldesloe.
Den Titel eines deutschen Vizemeisters der weiblichen Jugend A hat der VfL schon sicher. Aber nun wollen die Blau-Weißen noch mehr, greifen sie nach den „Sternen“. Sie wollen den Titel eines deutschen Meisters in die Travestadt holen.
Wer diese energiegeladene VfL-Mannschaft einige Male gesehen hat, der traut ihr auch den Meistertitel zu. Trainer Meyer hat ein Team, das aus einer Reihe echter Kämpfernaturen besteht, das nur das Angriffsspiel kennt und sich bis zur Erschöpfung verausgabt.
Angefangen über die reaktionsschnelle Torsteherin Gudrun Noack, die schon tolle Paraden zeigte, über Andrea- Hasenberg, der dynamischen Mannschaftsführerin, die trickreiche und blitzschnelle Andrea Güldenpfennig, oder Jeanette Müller, die wurfstarke Torjägerin aus der Angriffsmitte, bis hin zur kleinen Andrea Struppek mit dem großen Kämpferherzen und dem Talent einer nervenstarken. Siebenmeter-Spezialistin: Alle Mädchen, auch die hier nicht. genannten, sie bilden eine Einheit, stehen ihren „Mann“.
Trainer Ulli Meyer hat in kontinuierlicher Fleißarbeit eine Truppe zusammengeschweißt; die keinen Gegner in ihrer· Altersgruppe zu fürchten braucht. Er hat es verstanden, aus einem runden Dutzend Solistinnen ein gutes Ensemble aufzubauen.
LÜBECKER NACHRICHTEN vom 29.5.1979
Freitag, 1. Juni 1979
Zum ersten Endspiel morgen in Pfullingen:
Eine gute Ausgangsbasis ist das Ziel der VfL-Handball-Mädchen
Die Truppe von Trainer Ulli Meyer reist schon heute zum Südmeister
(mth). Daß dem Erfolgreichen nichts geschenkt wird, und er sich seine Sporen durch Fleiß und rastloses Schaffen verdienen muß, ist nicht nur im Sport keine ganz neue Weisheit. Auch der weiblichen Handball-A-Jugend des VfL Oldesloe, zur Zeit sportliches Paradestück des Stormarner Sports schlechthin, wird keine Atempause gegönnt. Nicht einmal acht Tage nach dem Triumpf im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft über den Westmeister RSV Mülheim steigt am Sonnabend um 20 Uhr in Pfullingen bereits das erste von zwei Endspielen.
Eine Woche später, genau am Sonntag. dem 10. Juni um 10.30 Uhr, wird sich dann wohl die Stormarnhalle als zu klein erweisen, wenn im Rückspiel die endgültige Entscheidung über den Deutschen Meister der weiblichen Handball-A-Jugend fällt.
Die Truppe von Trainer Ulli Meyer tritt die Reise nach Pfullingen, einem kleinen Ort in unmittelbarer Nähe von Reutlingen, unter den gleichen Voraussetzungen an wie zuletzt nach Berlin oder nach Mülheim. Der Süddeutsche Meister, der sich im Halbfinale knapp gegen den Südwestmeister TG Niederroden durchsetzte – PfulIingen verlor das erste Spiel mit 11:12, gewann die zweite Begegnung mit 8:7 und kam nur wegen der Regel, daß auswärts erzielte Tore bei Punkt- und Torgleichheit höher eingestuft werden, in das Finale – ist für die Stormarnerinnen ein ebenso unbeschriebenes Blatt, wie es die Reinickendorfer Füchse und der RSV Mülheim vor der ersten Begegnung waren.
Illusionen gibt man sich dabei im VfL-Lager nicht hin. Wer in ein Endspiel um eine Deutsche Meisterschaft einzieht, muß schon etwas „auf dem Kasten“ haben, und nur in bester Form und bei voller Konzentration wird man gegen einen solchen Gegner eine Chance haben.
Ziel der Spielerinnen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg ist natürlich die Schaffung einer möglichst guten Ausgangsbasis für das Rückspiel. Ein Sieg, in welcher Höhe auch immer, ist natürlich das höchste Ziel aller Wünsche, mit einem Remis wäre man hei den Verantwortlichen des VfL sicherlich auch noch sehr zufrieden, und sollte sich der Gegner als zu stark erweisen. hofft man natürlich, eine eventuelle Niederlage so knapp halten zu können, daß sie eine Woche später für die Oldesloer Mädchen vor eigenem Publikum noch aufzuholen ist.
Trainer Ulli Meyer kann im ersten Finale aller Voraussicht nach auf seine Stammbesetzung zurückgreifen. Lediglich hinter dem Einsatz von Christiane Buck steht noch ein kleines Fragezeichen. Es steht noch nicht fest, ob Christiane die gemeinsame Anreise – Abfahrt ist heute um 14 Uhr von der Stormarnhalle – mitmachen kann, weil sie eventuell von ihrem Arbeitgeber nicht freigestellt wird. In diesem Fall soll sie aber, wie uns Trainer Ulli Meyer versicherte, nachgereist kommen.
Nicht ganz glücklich ist man bei den Oldesloern über die Terminfestlegung. Viel lieber hätte man erst am Sonntag gespielt. Dann hätte man am Sonnabend in aller Ruhe anreisen können und den „dicksten“ Pfingstverkehr vermieden. Ein Einspruch gegen den von den Pfullingern festgesetzten Termin erwies sich aber als erfolglos, da der Deutsche Handballbund ihn schon abgesegnet hatte.
Hoffen wir, daß die Oldesloer Mädchen bis zum Spielbeginn die Reisestrapazen abgeschüttelt haben und ohne Beeinträchtigung zu ihrem Spiel finden, Dann ist uns um ein ehrenvolles Abschneiden des prachtvollen Teams um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg nicht bange.
STORMARNER TAGEBLATT vom 1.6.1979
Sonnabend, 2. Juni 1979
Finale Deutsche Meisterschaft
VfL Pfullingen – VfL Oldesloe wJA 15:16 (9:9)
Der Meistertitel ist jetzt greifbar nahe:
VfL-Mädchen bestanden auch in der „Höhle des Löwen“
16:15 Sieg
Die Truppe von Trainer Ulli Meyer zeigte in Pfullingen einen tollen Kampf
Rückspiel verspricht Spannung
(mth). Das kleine Städtchen Pfullingen in der schwäbischen Alb in unmittelbarer Nachbarschaft von Reutlingen ist vor allem, wie deren Bürgermeister Kurt App auf einem Empfang für die beiden Finalistinnen der Deutschen Meisterschaft der weiblichen Handball-A-Jugend betonte, für seine Tropfsteinhöhlen bekannt, die zu den größten in Deutschland zählen. Die größte und schönste davon ist die „Bärenhöhle“. Aber die Mädchen des VfL Oldesloe hatten ihre strapaziöse Reise in den Süden ja nicht aus touristischen Ambitionen angetreten.
Wenn die Zeit es zugelassen hätte, hätten sie der „Bärenhöhle“ sicher gern einen Besuch abgestattet, aber da dieses nicht möglich war, blieb nur das Gastspiel in der „Höhle des Löwen“, der Sporthalle in Pfullingen, wo das erste Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den Südmeister VfL Pfullingen stattfand.
Der bildliche Begriff „Höhle des Löwen“ erscheint da nicht einmal übertrieben, denn noch nie hatte die Truppe von Trainer Ulli Meyer gegen eine solch starke Mannschaft antreten müssen und noch nie hatte sie in fremder Halle vor einer solchen Zuschauerkulisse – es waren gut 500 Zuschauer in der modernen Sporthalle, die begeistert mit ihrer Mannschaft mitgingen – spielen müssen.
Aber das prächtige Team um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg überstand auch dieses sportliche "Fegefeuer" mit Glanz und Gloria. Nach der mit Abstand besten Leistung dieser an Höhepunkten für sie ja nicht gerade armen Saison holten sich die Oldesloerinnen nach einer glänzenden Mannschaftsleistung einen 16:15 Erfolg, der ihnen für das Rückspiel am kommenden Sonntag um 10.30 Uhr in der Stormarnhalle eine glänzende Ausgangsposition beschert.
Anders als in den letzten Begegnungen geriet der Nordmeister nicht unmittelbar nach Spielbeginn in einen Rückstand. Im Gegenteil: Schon der erste Angriff führte durch Andrea Hasenberg zum Erfolg. Aber dieser 1:0-Vorsprung sollte für lange Zeit der letzte für den VfL gewesen sein.
Angetrieben von der mit Abstand besten Spielerin ihrer Mannschaft, Jugendnationalspielerin Marion Schnurnberger, übernahmen die Süddeutschen dann eindeutig das Kommando. Bis zur 6. Minute hatten die Pfullingerinnen aus dem Rückstand einen 3:1-Vorsprung gemacht, wobei die Oldesloerinnen zwischenzeitlich mit einem Lattenwurf von Jeanette Müller viel Pech entwickelten.
Und die Gastgeber behaupteten diesen Vorsprung hartnäckig. Dem Anschlußtreffer von Anja Müller ließ Marion Schnurnberger mit ihrem dritten Treffer in kürzester Zeit das 4:2 folgen und auch der von Andrea Struppek sicher zum 3:4 verwandelte Siebenmeter wurde prompt mit einem weiteren Gegentor beantwortet. Als die eingewechselte Antje Schütt in der 13. Minute mit ihrem ersten Wurfversuch gleich auf 4:5 verkürzte, kam bei den gut 30 Oldesloer Schlachtenbummlern, die sich mit pausenlosen Sprechchören gegen die Pfullinger Übermacht behaupteten, wieder neue Hoffnung auf.
Aber schon zu diesem Zeitpunkt war erkennbar, daß es in der Abwehr der Truppe von Trainer Ulli Meyer in der ersten Halbzeit nicht zum besten bestellt war. Torhüterin Gudrun Noack war gänzlich von der Rolle, die gelegentlich eingewechselte Nachwuchstorhüterin Martina Pusch machte deutlich, daß sie in solchen Spielen noch überfordert ist, und auch sonst gab es in der VfL-Abwehr (Andrea Güldenpfennig) besonders auf den Außenpositionen Lücken. So zogen die Gastgeberinnen bis zur 16. Minute auf 7:4 davon und auch die folgenden Gegentore durch Renate Warncke und Antje Schütt wurden wieder prompt mit Treffern auf der anderen Seite beantwortet.
Der Drei-Tore-Rückstand in der 20. Minute (6:9) ließ Böses ahnen, aber die Oldesloerinnen dachten einfach nicht daran, aufzustecken. Antje Schütt und Andrea Struppek, die wiederum einen Siebenmeter verwandelte, verkürzten innerhalb von zwei Minuten auf 9:8 und eine Minute vor dem Halbzeitpfiff bot sich mit einem Siebenmeter die Ausgleichschance. Antje Schütt trat zur Exekution an, scheiterte mit ihrem Wurf aber an der gegnerischen Torhüterin. Bei dem abgeprallten Ball zeigte Renate Warncke die beste Reaktion, ihr versuchter Torwurf wurde aber durch ein erneutes Foul unterbunden. Das ausgezeichnete Schiedsrichtergespann Hoffmann/Brause (Offenburg) zögerte keine Sekunde, erneut auf Siebenmeter zu entscheiden.
Trainer Ulli Meyer wollte nun erneut Andrea Struppek mit der Ausführung betrauen, er drang in dem Lärm in der Halle mit seiner Anweisung aber nicht durch. So griff sich erneut Antje Schütt das Leder und mit der ganzen Wut über den zuvor verworfenen Siebenmeter warf sie so energisch, daß der Ball zum 9:9-Halbzeitstand im Netz zappelte.
In der Halbzeitpause war es erste Aufgabe von Trainer Ulli Meyer, seiner Torhüterin neues Selbstvertrauen einzuflößen und auch sonst nach Möglichkeiten zu suchen, die Abwehrarbeit zu stabilisieren. Beides gelang ihm, wie sich nach Wiederanpfiff zeigte, ausgezeichnet. Gudrun Noack hatte nun endlich Normalform und die Abwehrkette ließ dem Gegner kaum noch aussichtsreiche Schussmöglichkeiten.
Bis zur 31. Minute waren die Pfullinger dann zwar doch wieder auf 11:9 davongezogen, aber die Stormarnerinnen ließen sich dadurch nicht mehr aus dem Spielrhythmus bringen. Andrea Güldenpfennig, die sich nach verbesserter Abwehrleistung nun auch im Angriff mehr zutraute, und Andrea Hasenberg glichen bis zur 35 Minute aus und Andrea Güldenpfennig brachte nach der erneuten Führung der Gastgeberinnen durch zwei weitere Tore hintereinander den VfL Oldesloe erstmals mit 13:12 wieder in Front. Wiederum Andrea Hasenberg baute diesen Vorsprung in der 42. Minute sogar auf 14:12 aus.
Erst in der 46 Minute erzielten die Pfullingerinnen durch einen verwandelte Siebenmeter wieder einen Treffer, den Renate Warncke aber postwendend mit dem 15:13 beantwortete. In den beiden letzten Spielminuten wurde es dann noch hochdramatisch. Die Gastgeberinnen schalteten nun auf Manndeckung um und erzielten innerhalb von 60 Sekunden den Ausgleich. Renate Warncke, die schon im Halbfinale den letzten entscheidenden Treffer erzielt hatte, ließ sich dadurch aber nicht beirren und warf in der 49. Minute zum 16:15-Endstand ein.
Aufregung gab es dann noch im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Schlußpfiff. Dieser erfolgte ohnehin schon 15 Sekunden zu spät, und als er schon ertönt war, warfen die Pfullingerinnen noch einmal auf das Tor von Gudrun Noack. Diese hielt zunächst den Ball, ließ ihn dann aber, weil sie die Schlusssirene gehört hatte, wieder fallen, um sich dem Jubel ihrer Mitstreiterinnen anzuschließen. Der Ball rollte dann ins Tor und auf Seiten der Gastgeberinnen wollte man es so gar nicht verstehen, dass die Unparteiischen solch einen „Treffer“ nicht mehr anerkannte.
Die leichte Aufregung darüber aber war der einzige kleine Schatten, der auf die Begegnung fiel. Alles andere viel ganz eindeutig unter die Rubrik „erfreulich“. Das Spiel war jederzeit vier und anständig – ganz im Gegensatz zu den Halbfinalspielen des VfL Oldesloe gegen den RSV Mülheim – und stand sportlich auf einem hohen Niveau. Hier standen sich wirklich die beiden besten Handball-Nachwuchsmannschaften Deutschlands gegenüber.
Trotz des auswärts erzielten Erfolges darf sich die Truppe von Trainer Ulli Meyer noch keineswegs schon jetzt als Deutscher Meister fühlen. Auch im Rückspiel am kommenden Sonntag wird der prächtigen Truppe ganz sicher noch einmal alles abverlangt werden. Wie aber auch immer das zweite Endspiel in Bad Oldesloe ausgehen mag – wir wollen uns hier keineswegs als Zweckpessimisten ausgeben und glauben an eine gute Chance für die Stormarnerinnen –, wer die Mannschaft in Pfullingen hat spielen und kämpfen sehen, kann vor ihr nur den Hut ziehen. Neben den schon genannten Spielerinnen waren auch Christiane Buck, Susanne Paetz und Martina Ivens mit von der Partie.
Zu Christiane Buck noch eine Bemerkung zu unserem Vorbericht am Freitag, der zu einem Mißverständnis geführt hatte. Christiane Buck konnte am Freitag in der Tat die gemeinsame Anreise mit der Mannschaft nicht mitmachen. Sie war von ihrem Arbeitgeber für den Sonnabend, an dem sie sonst auch hätte arbeiten müssen, freundlicherweise freigestellt worden. Am Freitagnachmittag, so versicherte uns Christiane, sei eine solche Freistellung aus ihr völlig verständlichen Gründen nicht möglich gewesen. Eine böse Absicht von irgendeiner Seite – wie interpretiert wurde – habe also nicht vorgelegen. Sie erreichte das Ziel – ein Hotel in Reutlingen – im übrigen in einem privaten Pkw nur zehn Minuten nach der Mannschaft, obwohl sie erst vier Stunden später hatte aufbrechen können.
STORMARNER TAGEBLATT vom 5.6.1979
Freitag, 8. Juni 1979
Am Sonntag muß die Entscheidung fallen
Reicht ein Tor Vorsprung den VfL-Mädchen zur Meisterschaft?
Zum Rückspiel gegen VfL Pfullingen werden 800 Zuschauer in der Stormarnhalle erwartet
(mth). Die Handballfreunde in Bad Oldesloe sind von der weiblichen A-Jugendmannschaft des VfL Oldesloe ja nun wirklich verwöhnt worden. Erst verteidigte die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg nach einer imponierenden Serie erfolgreich ihren Landesmeistertitel, dann sicherte sie sich nach hochdramatischen Spielen gegen TuS Bergen und TSV Sasel den Nordmeistertitel und schließlich schaffte sie durch Erfolge nach nicht weniger dramatischen Spielen über die Reinickendorfer Füchse und den RSV Mülheim den Einzug in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den Südmeister VfL Pfullingen, bei dem sie am Pfingstsonnabend im Hinspiel ihren bisherigen Erfolgen die Krone mit einem 16:15-Sieg aufsetzte. Am Sonntag könnte nun diese beispiellose Erfolgsserie in der Stormarnhalle ihren Höhepunkt erfahren, wenn um 10.30 Uhr das alles entscheidende Rückspiel angepfiffen wird.
Die Ausgangslage für dieses Rückspiel ist klar: Bei jedem Sieg, bei jedem Unentschieden und sogar bei Niederlagen mit nur einem Tor Differenz – sofern die Pfullingerinnen nicht mehr als 15 Tore werfen – heißt der Deutsche Meister der weiblichen Handball-A-Jugend VfL Oldesloe!
Nun sollte niemand in den Fehler verfallen, aus dem knappen Hinspiel-Sieg der Stormarnerinnen den voreiligen Schluß zu ziehen, der Mannschaft von Trainer Ulli Meyer könnte nun in eigener Halle und vor eigenem Publikum nichts mehr passieren. Das Spiel in Pfullingen hat deutlich gemacht, daß sich im Finale zwei absolut gleichwertige Mannschaften gegenüberstehen, so daß der Ausgang noch völlig offen ist.
Gewiß, nach dem 16:15-Erfolg im Hinspiel hat der VfL Oldesloe ein paar Trümpfe mehr in der Hand, aber jeder, der sich im Handballsport ein wenig auskennt, weiß, wie leicht ein Tor aufgeholt werden kann und wieviele Unwägbarkeiten ein Spiel, in dem die Nerven der jungen Mädchen eine große Rolle spielen, beeinflußen können.
Beide Trainer haben aus dem Hinspiel mit Sicherheit ihre Schlüsse gezogen und werden versuchen, das Spiel ihrer Mannschaft noch besser auf den Gegner einzustellen. Ulli Meyer, der mit seinen Schützlingen am Mittwoch und Donnerstag noch intensiv trainiert hat, baut natürlich darauf, daß seine Truppe im Spiel am Sonntag insbesondere in der Abwehr an die geschlossene Leistung aus der zweiten Spielhälfte anknüpfen kann.
Er wird sein Hauptaugenmerk sicher darauf richten, die mit Abstand beste Gäste-Spielerin, Marion Schnurnberger, weitgehend zu neutralisieren, aber auch Monika Winker und Sonja Friz, die seinem Team in Pfullingen oft zu schaffen machten, verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Bei den Oldesloerinnen sind alle Spielerinnen „an Bord“, so daß Ulli Meyer mit Gudrun Noack, Marion Pusch, Susanne Paetz, Renate Warncke, Martina Ivens, Andrea Hasenberg, Anja Müller, Andrea Güldenpfennig, Jeanette Müller, Christiane Buck, Antje Schütt und Andrea Struppek seine Stammformation auf das Feld schicken kann.
Schiedsrichter der Begegnung in der Stormarnhalle werden die erfahrenen Bundesliga-Schiedsrichter Reimers und Schunke aus Hamburg sein. Hoffen wir, daß das Spiel ähnlich fair und sportlich verläuft wie das Hinspiel in Pfullingen, so daß sie nicht übermäßig viel Arbeit bekommen,
Die Vorbereitungen organisatorischer Art für dieses Spiel sind die ganze Woche auf Hochtouren gelaufen. Durch Ausräumen der Geräteunterstände wird man das Fassungsvermögen der Stormarnhalle auf knapp 800 Plätze erweitern. Man ist sich im Lager des VfL sicher, daß diese Zuschauerzahl leicht erreicht wird, denn das Interesse an diesem Spiel ist riesengroß.
Einen Kartenvorverkauf gibt es wie schon zu allen Spielen zuvor nicht. Wer also sicher sein will, dem Spiel beiwohnen zu können, wird gut daran tun, den Weg in die Stormarnhalle rechtzeitig anzutreten. Zu langweilen braucht er sich auch diesmal nicht, denn ab 8.30 Uhr, wenn die männliche A-Jugend des VfL Oldesloe gegen eine Stormarner Kreisauswahl antritt, ist etwas los in der Halle. Anschließend werden noch die Minimädchen des VfL Oldesloe und des SV Rümpel Proben ihres Könnens abgeben.
Der VfL erwartet auch eine Reihe prominenter Ehrengäste. Bundesmädelwartin Marga Ohse (Cuxhaven), Landesmädelwartin Eva Moers (Kiel) haben ihre Anwesenheit ebenso zugesagt, wie zahlreiche Vertreter vom Kreis, von der Stadt, vom KSV und vom Kreishandballverband.
Last not least wird auch das NDR-Fernsehen in der Stormarnhalle erwartet. NDR-Redakteur Gert Girschkowski, in Oldesloe ja kein ganz unbekannter Mann, war schon beim Mittwochtraining mit einem Kamerateam in der Halle, um für den Bericht, der am Montag ab 18 Uhr in der Sportschau der Nordschau gesendet werden soll, erste Aufnahmen zu schießen.
Oldesloes Bürgermeister Gottfried Baethge wird nach dem Endspiel in der Stormarnhalle für die Pfullinger Gäste – vom Südmeister hat sich eine rund 50köpfige Delegation angesagt, die am Sonnabend in der Stormarner Kreisstadt eintreffen wird – und die VfL-Mannschaft einen Empfang geben. Im Gegensatz zu seinem Pfullinger Amtskollegen, der einen Empfang vor dem Hinspiel für beide Teams gab, hat Baethge den Vorteil, den Deutschen Meister dann schon zu kennen. Er kann dann einem frischgebackenen Titelträger seine Glückwünsche aussprechen, von dem bisher nur feststeht, daß er „VfL“ heißen wird.
Wie man ein Endspiel gewinnt. davon können sich die Oldesloer Mädchen heute in der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg überzeugen. Auf Einladung des Finalisten Grün-Weiß Dankersen werden sie heute Zuschauer beim Pokalspiel der Männer zwischen dem THW Kiel und eben Grün-Weiß Dankersen sein,
STORMARNER TAGEBLATT vom 8.6.1972
Sonnabend, 9. Juni 1979
Die Spannung vor dem Finale wächst weiter
(mth). Nun sind es kaum noch 24 Stunden, dann wird sich entschieden haben, ob die Oldesloer Handballmädchen ihre tolle Erfolgsserie mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft krönen können. Das Spiel in der Stormarnhalle gegen den Südmeister VfL Pfullingen beginnt – wie schon mehrfach berichtet – um 10.30 Uhr. Da kein Kartenvorverkauf besteht, wiederholen wir unseren Ratschlag für alle Zuschauer, sich möglichst rechtzeitig in die Stormarnhalle zu begeben, denn es ist mit einem ausverkauften Hans zu rechnen. Zu den schon angekündigten Ehrengästen wird sich im übrigen neben Mädelwartin Marga Ohse auch der Männerspielwart Heinz Jacobsen (Kiel) gesellen. Der Plan, auch noch den Kapitän des frischgebackenen Deutschen Fußballmeisters HSV, Peter Nogly, der ja schon häufiger bei Spielen der VfL-Mädchen zu Gast war, für das Finale zu gewinnen, mußte leider aufgegeben werden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.6.1979
Sonntag, 10. Juni 1979
Finale Deutsche Meisterschaft
VfL Oldesloe wJA – VfL Pfullingen 13:9 (9:2)
Es ist geschafft:
Die Oldesloer Handballmädchen sind Deutscher Meister
(mth). „Wegen seiner überragenden Leistung in der ersten Halbzeit ist der VfL Oldesloe ein verdienter und würdiger Deutscher Meister und wegen des furiosen Endspurts in der zweiten Halbzeit trotz eines deprimierenden Rückstandes ist der VfL Pfullingen ein nicht weniger würdiger Vizemeister.“ Mit diesen kurzen Sätzen traf der Spielwart des Deutschen Handball-Bundes, Heinz Jacobsen (Kiel), der die Siegerehrung vornahm, den Nagel auf den Kopf. In der mit gut 800 Zuschauern restlos ausverkauften Stormarnhalle gewann die weibliche Jugend A der Handballabteilung des VfL Oldesloe auch das zweite Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den Südmeister VfL Pfullingen mit 13:9 (9:2) Toren und holte nach dem 16:15 im Hinspiel sicherer als erwartet den Deutschen Meistertitel an die Trave.
Nach dem Schlußpfiff des Schiedsrichtergespannes Reimers/Schunke (Hamburg) kannte der Jubel in der Stormarnhalle natürlich keine Grenzen mehr. Die prächtige Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg krönte mit diesem Erfolg ihre tolle Siegesserie. Sie hatte sich den Titel mit phantastischen Leistungen – nicht nur in den beiden Endspielen – redlich verdient.
Die ersten Handballfans erkennen sich schon vor acht Uhr, also mehr als zweieinhalb Stunden vor Beginn des Endspiels, auf den Weg in die Stormarnhalle gemacht. Während der beiden Vorspiele – VfL-A-Jugend (männlich) gegen eine Stormarner Kreisauswahl (5:15) und VfL-Minimädchen gegen SV Rümpel (5:3) – stieg in der Halle die Stimmung und die Spannung.
Gegen zehn Uhr ging für die immer noch anströmenden Zuschauermengen nichts mehr. In die Stormarnhalle paßte nun keine Maus mehr hinein. Viele der Spätankommer wußten aber einen Ausweg. Sie stellten sich an die Glasfront außerhalb der Halle und konnten so, wie sie uns versicherten, doch das Spiel in allen Einzelheiten verfolgen. Zum Anpfiff des Spiels konnte man mit Fug und Recht von 1000 Zuschauern sprechen, die Augenzeuge eines begeisternden Handballspiels wurden.
Doch nun zum Spiel selbst. Der Truppe von Trainer Ulli Meyer gelang ein Start nach Maß. Schon der erste Angriff wurde von Jeanette Müller mit dem Treffer zum 1:0 abgeschlossen. Das gab den Stormarnerinnen mächtig Auftrieb und vor allen Dingen Jeanette Müller, die in den letzten Spielen als Torschützin ein wenig glücklos geblieben war, wußte sich glänzend in Szene zu setzen.
Die Pfullingerinnen dagegen fanden einfach nicht zu ihrem Spiel. Auch die Tatsache, daß Andrea Struppek in der 2. Minute einen Siebenmeter nicht verwerten konnte – sie warf den Ball an den Pfosten – gab ihnen keinen Auftrieb. Die Oldesloerinnen aber ließen sich in ihrer Spiellaune von dem vergebenen Siebenmeter nicht aus der Bahn werfen. Renate Warncke erhöhte in der 4. Minute den Vorsprung auf 2:0 und dann war wieder Jeanette Müller an der Reihe. Mit zwei Treffern innerhalb von 60 Sekunden, darunter ein sicher verwandelt er Siebenmeter, schraubte sie den Vorsprung bis zur 7. Minute auf 4:0 und als zwei Minuten später Andrea Güldenpfennig sogar das 5:0 erzielte, konnte man getrost schon von einer Vorentscheidung sprechen.
Aber die VfL-Mädchen ließen es damit noch lange nicht genug sein. Erwähnung verdient allerdings nicht nur ihr zügiges und temporeiches Angriffsspiel, auch die Abwehrarbeit klappte vorzüglich. Angefangen bei Torhüterin Gudrun Noack, die im Gegensatz zum Hinspiel sofort voll im Bilde war, erwies sich die Oldesloer Deckung als ein dichter Sperrriegel, durch den es für die Süddeutschen kein Durchkommen gab. Sie hatten ihr Spiel allerdings zu sehr auf ihre beste Spielerin Marion Schnurnberger ausgerichtet, so daß sie vergleichsweise gut auszurechnen waren. In der 13. Minute konnte Andrea Güldenpfennig nach einem Pfostenwurf von Jeanette Müller den Vorsprung auf 6:0 ausdehnen, ehe eine Minute später den Gästen durch Schnurnberger dann endlich der erste Gegentreffer gelang.
Sieben Minuten lang wogte das Spiel dann hin und her. Die Pfullingerinnen hatten sich nun besser auf den Angriffswirbel der Stormarnerinnen eingestellt, ihr eigener Angriff allerdings wurde auch weiterhin erfolgreich abgeblockt. Dem 7:1 von Jeanette Müller in der 21. Minute ließen die Gäste durch Susanne Rösch in der 22. Minute zwar das zweite Gegentor folgen, die letzten Minuten der ersten Halbzeit gehörten dann wieder ganz und gar dem VfL Oldesloe. Andrea Güldenpfennig warf mit ihrem dritten Treffer das 8:2 heraus und unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff schraubte Antje Schütt den Vorsprung gar auf 9:2.
Zusammen mit dem Ein-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel hatte die Truppe von Ulli Meyer für die letzten 25 Minuten ein Polster von acht Toren Vorsprung angesammelt und jeder war sich darüber im klaren, daß nun nur noch ein Wunder oder ein völliger Zusammenbruch ihr den Titel würde nehmen können. Die Pfullingerinnen allerdings hat sich mit ihrem Los, nur zweiter Sieger zu sein, noch keineswegs abgefunden. Trotz des deprimierenden Rückstandes gingen sie mit vollem Elan in die zweite Spielhälfte. Sie zeigten eine unglaublich gute Moral und waren zu keiner Minute bereit aufzustecken.
Nach dem 9:3 durch Marion Schnurnberger in der 26. Minute konnte Antje Schütt in der 28. Minute den Halbzeitstand zwar noch einmal wieder herstellen, dann aber wurde der Vorsprung der Oldesloerinnen langsam aber doch geringer. Susanne Rösch mit einem verwandelten Siebenmeter und noch einmal Marion Schnurnberger verkürzten bis zur 31. Minute auf 10:5 und nach dem 11:5, das wiederum Jeanette Müller mit einem Siebenmeter erzielte, kam umgehend das 11:6 durch Marion Löffler.
Die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg mußte nun zwar ein wenig ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen, ernsthaft in Gefahr aber, den Vorsprung noch gänzlich zu verlieren, geriet sie nie. Der 12:6-Führungstreffer von Antje Schütt in der 38. Minute machte dieses deutlich, auch wenn anschließend bis zur 45. Minute die Gäste durch zwei Treffer von Marion Löffler und einem verwandelten Siebenmeter von Susanne Rösch drei Tore hintereinander erzielte. Bei nur noch drei Toren Vorsprung hätte es für die letzten fünf Minuten vielleicht doch noch einmal spannend werden können, aber Anja Müllers Treffer zum 13:9 beruhigte die Gemüter dann doch wieder.
In der Schlußphase fiel dann auf beiden Seiten kein Treffer mehr. In der 47. Minute mußte Marion Schnurnberger, die von allen Spielerinnen die wohl größte physische Leistung vollbracht hatte, für ein eher harmlos Foul auf die Strafbank, worüber man auf Pfullinger Seite zu Recht ein wenig erbost war, aber spielentscheidend war die Entscheidung der sonst souveränen Unparteiischen ebenso wenig, wie der von Susanne Rösch in der Schlußminute verworfene Siebenmeter. Pech hatte auf der anderen Seite die gerade erstmals eingewechselte Christiane Buck, die mit einem herrlichen Wurf beide Pfosten des gegnerischen Tores traf, ohne daß der Ball die Torlinie überschritt.
Nach dem Schlußpfiff kannte der Jubel bei den Oldesloer Mädchen und den Zuschauern keine Grenzen mehr. Anders als am Vortag im Volksparkstadion aber bewahrten die Anhänger eine lobenswerte Disziplin, so daß auch die Siegerehrung, die von DHB-Spielwart Heinz Jacobsen und der DHB-Mädelwartin Marga Ohse (Cuxhaven) vorgenommen wurde, in geordneten Bahnen vor sich ging. Wir können uns den vielen Glückwünschen, die der Mannschaft nach dem Spiel ausgesprochen wurden, nur anschließen.
Die Mannschaft mit Gudrun Noack, Susanne Paetz, Renate Warncke, Martina Ivens, Andrea Hasenberg, Anja Müller, Andrea Güldenpfennig, Jeanette Müller, Christine Buck, Antje Schütt, Martina Pusch, Andrea Struppek und ihr Trainer Ulli Meyer, dessen Anteil am Erfolg gar nicht zu unterschätzen ist, hat sich diesen Triumph wahrlich redlich verdient. Der VfL Oldesloe und die Stadt Bad Oldesloe können, und dieses wurde auf einem Empfang von Bürgermeister Gottfried Baethge und dem VfL-Vorsitzenden Walter Busch unmittelbar nach dem Spiel hervorgehoben, stolz auf diese prächtige Truppe sein.
Stolz dürfen aber auch die Pfullingerinnen auf ihre Mannschaft sein. Die Art und Weise, wie die Mannschaft in Bad Oldesloe aufgetreten ist und mit welch prächtiger Moral sie in der zweiten Halbzeit trotz des aussichtslosen Rückstands gekämpft hat, hat mächtig imponiert. Auch sie, daran kann kein Zweifel bestehen, wären ein würdiger Deutscher Meister geworden.
Wer keine Gelegenheit hatte, das hervorragende Finale in der Stormarnhalle direkt mitzuerleben – zahlreiche prominente Gäste, unter ihnen Landrat Dr. Hans-Henning Becker-Birck, Kreis Präsident Hubert Priemel, Bürgermeister Gottfried Baethge, der Vorsitzende des Kreissportverbandes Stormarn, Hansjoachim Berg, und viele, viele andere hatten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen –, kann dieses heute in Ausschnitten nachholen. In der Sportschau der Nordschau im Ersten Fernsehprogramm wird heute ab 18 Uhr ein Bericht über das Spiel gezeigt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 11.6.1979
Dienstag, 12. Juni 1979
Kommentar
Großartige Leistung
(Horst Gassmann). Nach 54 Jahren hat der VfL Oldesloe wieder einen deutschen Meister in seinen Reihen. 1925 holte Peter Frandsen den Titel eines 5000-Meter-Meisters in die Travestadt, diesmal gelang den VfL-Handball-Mädchen der große Titelgewinn.
Die weibliche Jugend A gewann auch das zweite Endspiel gegen den VfL Pfullingen und holte sich somit hochverdient den Meisterwimpel.
Jubel über Jubel gab es in der bis auf den letzten Platz überfüllten Stormarnhalle. Freudetrunken, weinend und lachend bildeten die Mädchen um ihren verdienstvollen Trainer Ulli Meyer ein Knäuel, lagen auf dem Boden, tanzten und jubelten.
Die Strapazen der letzten schweren Wochen waren vergessen. Die ungeheure Nervenbelastung fiel von den Oldesloerinnen, von ihren Funktionären ebenfalls.
Nach einer zweimaligen Landesmeisterschaft in Reihenfolge, dem Gewinn der norddeutschen Meisterschaft gelang den VfL-Mädchen jetzt auch der Griff zur größten Trophäe. Eine wirklich ganz großartige Leistung, die ihresgleichen sucht.
Ganz Oldesloe war in den vergangenen Wochen im „Handballfieber“. Die vielen, vielen Fans feierten „ihre Mädchen“ schließlich euphorisch – wie es einem deutschen Meister gebührt. Sie sagten dem VfL ein ganz dickes Dankeschön, den Mädchen, ihrem Trainer Ulli Meyer, Manager Manfred Fandrey für seine glänzende Organisation und nicht zuletzt Spartenleiter Jürgen Dorn.
LÜBECKER NACHRICHTEN vom 12.6.1979
Dienstag, 19. Juni 1979
Die Zukunft hat schon begonnen
VfL-Handball-A-Jugend gewann Turnier in Eutin
(mth). Was kümmert uns der Schnee von gestern, interessant ist nur noch die Zukunft. Nach diesem Motto verfährt die weibliche A-Jugendmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe. Nur eine Woche nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft beteiligte sich das Team am letzten Wochenende an einem Turnier der TS Riemann Eutin. Trainer Ulli Meyer setzte dabei nur die Spielerinnen ein, die ihm von der Meistermannschaft auch im nächsten Jahr zur Verfügung stehen.
Mit Renate Warncke, Christiane Buck, Jeanette Müller und Andrea Hasenberg wechseln nämlich vier Stammspielerinnen in die Damenklasse über. Renate Warncke und Christiane Buck werden in der nächsten Saison die Damenmannschaft des VfL verstärken, Jeanette Müller und Andrea Hasenberg wechseln zum Bundesligisten Union Hamburg, wo sie ihre ehemalige Mannschaftskameradin Martina Scheel wiedertreffen.
Aber auch mit der neuformierten Mannschaft, die sich für die im September beginnende Saison noch durch einige Neuzugänge aus anderen Vereinen verstärken wird, schlugen sich die Oldesloerinnen gegen allerdings nicht übermäßig starke Konkurrenz prächtig. Durch Siege über MTV Ahrensbök (17:1) und VfB Lübeck (5:2) qualifizierte sich die Truppe von Trainer Ulli Meyer sicher für das Endspiel, in dem der Gastgeber Riemann Eutin, der in der nächsten Saison in der schleswig-holsteinischen Oberliga mitspielen wird, der Gegner war. Die Eutinerinnen gingen zwar zunächst mit 3:1 in Führung. doch noch bis zum Halbzeitpfiff konnte der VfL ausgleichen. Im zweiten Spielabschnitt dominierten die Stormarnerinnen um die überragende Andrea Güldenpfennig ganz eindeutig und gewannen noch sicher mit 9:4.
An der Torausbeute waren mit Andrea Güldenpfennlg (11), Anja Müller (6), Susanne Paetz (4), Antje Schütt (3), Birgit Kelch, Andrea Struppek, Wiebke Rickert (2) und Martina Ivens alle eingesetzten Feldspielerinnen beteiligt. Im Tor wechselten sich Gudrun Noack und Martina Pusch ab.
STORMARNER TAGEBLATT vom 19.6.1979
Sonntag, 24. Juni 1979
Wieder ein totaler Erfolg
Die VfL-Handballmädchen gönnen sich keine Pause
(mth). Die weibliche A-Jugend-Mannschaft der Handballer des VfL Oldesloe ist auch weiterhin voll im Streß. Am Wochenende beteiligten sich die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer gleich mit zwei Teams an einem großen Kleinfeld-Turnier des SV Schülp (bei Rendsburg), und der Erfolg, den sie dabei errangen, war total. Beide Vertretungen wurden Gruppensieger und standen sich damit im Endspiel gegenüber. Die erste Mannschaft entschied dieses Finale mit 4:2 Toren für sich. Erstmalig eingesetzt wurden in diesem Turnier Katrin und Maike Schäfer (früher TSV Reinbek), die in der kommenden Punktspielsaison die Mannschaft verstärken sollen. Beide fügten sich gleich gut in das Team ein.
· VfL I: Katrin Schäfer (Tor), Andrea Güldenpfennig, Martina Ivens, Susanne Paetz, Meike Schäfer, Antje Schütt, Andrea Struppek; Betreuer: Ulli Meyer.
· VfL II: Martina Pusch (Tor), Kerstin Henning, Anja Müller, Kerstin Peters, Wiebke Rickert, Monika Rummelhagen, Jutta Wothe; Betreuer: Helmut Danger.
Aber auch nach diesem erneuten Turniersieg ist die Saison für die erfolgreichen Oldesloer Handballerinnen noch nicht gelaufen. Am Freitag dieser Woche geht es zunächst bei den Feiereien des Deutschen Meistertitels eine Runde weiter. In der Oldesloer Festhalle steigt ab 20 Uhr mit geladenen Gästen der „Ball der Handballer“. Für diesen Abend sind einige Überraschungen vorgesehen. So wird der Film, den das NDR-Fernsehen vom Endspiel gedreht hat und der in Ausschnitten in der NDR-Sportschau zu sehen war, voraussichtlich vorgeführt werden können und dem Vernehmen nach haben einige offizielle Stellen Überraschungen für die VfL-Mädchen vorgesehen.
Am Sonntag stehen dann in Reinbek Bezirkspokalspiele auf dem Programm, für die der VfL einige Spielerinnen für die Kreisauswahl abstellt und am gleichen Tag beteiligt sich der Deutsche Meister mit zwei Mannschaften an einem Turnier in Harrislee.
Noch ein Wochenende später (6. bis 8. Juli) kommt es zum absoluten Saisonabschluß vor der bis zum 15. August währenden Sommerpause noch einmal knüppeldick. Am 6. Juli bestreitet die Meistermannschaft ein Freundschaftsspiel in Oldenburg/Holstein anläßlich des dortigen Stadtfestes, am 7. Juli wird ein Turnier in Mölln wahrgenommen und am 8. Juli sind wiederum gleich zwei VfL-Vertretungen bei einem Turnier in Hamburg-Poppenbüttel aktiv.
STORMARNNER TAGEBLATT vom 27.6.1979
Mittwoch, 27. Juni 1979
Wieder ein totaler Erfolg
Die VfL-Handballmädchen gönnen sich keine Pause
(mth). Die weibliche A-Jugend-Mannschaft der Handballer des VfL Oldesloe ist auch weiterhin voll im Streß. Am Wochenende beteiligten sich die Schützlinge von Trainer Ulli Meyer gleich mit zwei Teams an einem großen Kleinfeld-Turnier des SV Schülp (bei Rendsburg), und der Erfolg, den sie dabei errangen, war total. Beide Vertretungen wurden Gruppensieger und standen sich damit im Endspiel gegenüber. Die erste Mannschaft entschied dieses Finale mit 4:2 Toren für sich. Erstmalig eingesetzt wurden in diesem Turnier Kathrin und Maike Schäfer (früher TSV Reinbek), die in der kommenden Punktspielsaison die Mannschaft verstärken sollen. Beide fügten sich gleich gut in das Team ein.
Aber auch nach diesem erneuten Turniersieg ist die Saison für die erfolgreichen Oldesloer Handballerinnen noch nicht gelaufen. Am Freitag dieser Woche geht es zunächst bei den Feiereien des Deutschen Meistertitels eine Runde weiter. In der Oldesloer Festhalle steigt ab 20 Uhr mit geladenen Gästen der „Ball der Handballer“. Für diesen Abend sind einige Überraschungen vorgesehen. So wird der Film, den das NDR-Fernsehen vom Endspiel gedreht hat und der in Ausschnitten in der NDR-Sportschau zu sehen war, voraussichtlich vorgeführt werden können und dem Vernehmen nach haben einige offizielle Stellen Überraschungen für die VfL-Mädchen vorgesehen.
Am Sonntag stehen dann in Reinbek Bezirkspokalspiele auf dem Programm, für die der VfL einige Spielerinnen für die Kreisauswahl abstellt und am gleichen Tag beteiligt sich der Deutsche Meister mit zwei Mannschaften an einem Turnier in Harrislee.
Noch ein Wochenende später (6. bis 8. Juli) kommt es zum absoluten Saisonabschluß vor der bis zum 15. August währenden Sommerpause noch einmal knüppeldick. Am 6. Juli bestreitet die Meistermannschaft ein Freundschaftsspiel in Oldenburg/Holstein anläßlich des dortigen Stadtfestes, am 7. Juli wird ein Turnier in Mölln wahrgenommen und am 8. Juli sind wiederum gleich zwei VfL-Vertretungen bei einem Turnier in Hamburg-Poppenbüttel aktiv.
STORMARNNER TAGEBLATT vom 27.6.1979
Freitag, 29. Juni 1979
VfL-Handballer zahlen am Ende doch nichts
Benutzungsentgelte werden als Zuschuß gewährt
(rr). Bekanntlich ist die weibliche Handball-A-Jugend des VfL Oldesloe Deutscher Meister geworden. Eine Seltenheit für Bad Oldesloe, derart Geehrte in den städtischen Mauern zu wissen. Um so erstaunlicher war es, daß dem VfL für die Benutzung der Stormarnhalle für Spiele um die Norddeutsche und Deutsche Meisterschaft eine saftige Gebührenrechnung der Stadt ins Haus flatterte.
Im Kassieren sei die Stadt noch schneller als beim Gratulieren, meinten manche, und nahmen krumm. Am Mittwoch beschloß der Magistrat, bevor der Vorgang Stoff für weitere Glossen liefern konnte, die Benutzungsentgelte dem Verein in Form eines Zuschusses zu gewähren. Das gilt auch für die Benutzung der Festhalle anläßlich des HandbalIer-Festballs.
Auf diese Weise ist der Satzung Genüge getan, aber der Verein braucht unter dem Strich nichts zu zahlen. Der Interpretation, daß Spiele um regionale und nationale Meisterschaften die logische Folge eines guten Abschneidens bei den Punktspielen sind, konnte der Magistrat sich nicht anschließen, was – wie Bürgermeister Baethge sagte – auch der VfL akzeptiere.
Im übrigen kündigte der Bürgermeister geheimnisvoll ein Ehrengeschenk für die Handballerinnen an, das während des Festballs überreicht werden soll.
STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1979
