Freitag, 7. Januar 1983
VfL-Damen wollen sich rehabilitieren
(mth). Von den drei Renommiermannschaften der Handballabteilung des VfL Oldesloe nehmen am Wochenende die erste Damenmannschaft und die erste Herrenmannschaft nach der kurzen Weihnachtspause die Punktspiele wieder auf.
Die Oldesloer Damenmannschaft, die in den letzten Spielen des alten Jahres stets stark ersatzgeschwächt antreten mußte, kann am Sonntag um 16.30 Uhr in der Lübecker Meesenhalle bei TuS Lübeck 93 wieder auf fast alle Stammspielerinnen zurück reifen. Nach mehrmonatiger Verletzungspause stehen Trainer Ulli Meyer Katja Schoppenhauer und Jeanette Müller wieder zur Verfügung.
Beide Spielerinnen sind zwar noch nicht wieder voll einsatzfähig und vor allem wird ihnen die Spielpraxis fehlen, aber immerhin haben sie schon einige Trainingseinheiten erfolgreich hinter sich gebracht und werden so zur Entlastung ihrer zuletzt doch etwas überforderten Kameradinnen beitragen können. Noch nicht wieder dabei ist aber Martina Scheel. Ihre Fingerverletzung wird noch geraume Zeit zur Rekonvaleszenz beanspruchen.
Die Oldesloer Damen, die durch ihre Niederlage bei Schlußlicht FT Neumünster ins Tabellenmittelfeld zurückgefallen sind, wollen alles daransetzen, um mit einer Wiederholung des 14:13-Hinspielerfolges gegen die Lübeckerinnen wieder Anschluß an die Spitzengruppe zu finden. Leicht wird ihnen dieses sicherlich nicht fallen, auch wenn die Lübeckerinnen, in deren Reihen auch die frühere Oldesloerin Renate Warncke mitspielt, sich bisher unter Wert geschlagen haben. Geht der VfL aber konzentriert in das Spiel, trauen wir ihm einen Sieg zu. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 7.1.1983
Sonntag, 9. Januar 1983
TuS Lübeck 93 – VfL Oldesloe 14:22 (5:10)
VfL-Damen hatten in Lübeck nur zu Beginn etwas Mühe
(mth). Auch für die Oberliga-Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL begann das Jahr 1983 erfolgreich. Bei TuS Lübeck 93 kam die Truppe von Trainer Ulli Meyer zu einem ungefährdeten 22:14 (10:5)-Erfolg.
Schwierigkeiten mit den Lübeckerinnen hatte der VfL nur in der Anfangsphase. Bis zum 4:3 lagen stets die Gastgeberinnen, in deren Reihen auch die frühere Oldesloerin Renate Warncke mitwirkte, in Führung. Erstmals zum 5:4 übernahm dann der VfL, bei dem entgegen der Ankündigung Jeanette Müller doch noch nicht mitwirken konnte, die Führung.
Bis zur Halbzeit wurde der Vorsprung auf 10:5 ausgebaut und die Stormarnerinnen gaben das Heft nun nie wieder aus der Hand. Im zweiten Spielabschnitt baute der VfL den Vorsprung bis auf 21:10 aus, ehe man in der Schlußphase die Zügel etwas schleifen ließ. Der klare 22:14-Erfolg aber geriet deshalb nicht mehr in Gefahr.
Mit sechs Treffern war in dieser Partie Anja Müller erfolgreichste Torwerferin des VfL. Auf je drei Tore kamen Andrea Güldenpfennig, Petra Payka und Katja Schoppenhauer, die damit nach langer Verletzungspause ein gelungenes Comeback feierte. Wiebke Rickert, Andrea Hasenberg, Hannelore Tresemer (je 2) und Susanne Paetz erzielten die restlichen Tore. Damit waren alle eingesetzten Feldspielerinnen am Torsegen beteiligt. Im Tor wechselten sich Gudrun Fandrey, die unter anderem zwei Siebenmeter parierte, und Martina Pusch ab.
Die Tabelle der schleswig-holsteinischen Oberliga hat nun folgendes Aussehen:
TSV Kronshagen 12 185:152 20:4
Bramstedter TS 12 159:152 18:6
TSV Neustadt 12 186:173 17: 7
TSV Breiholz 12 154:138 16:8
VfL Oldesloe 11 185:162 13: 9
MTV Itzehoe 12 172:168 13:11
MTV Heide 11 123:125 11:11
Holstein Kiel 12 165:166 10:14
TuS Lübeck 93 12 165:173 9:15
TSV Ellerau 12 179:203 8:16
TSV Kremperheide 12 120:151 4:20
FT Neumünster 12 161:190 3:21
STORMARNER TAGEBLATT vom 12.1.1983
Freitag, 21. Januar 1983
Pokalknüller der Damen
(mth). … Die VfL-Damen müssen zwei Spiele bestreiten. Am Sonnabend treffen sie um 18.45 Uhr zunächst im Punktspiel auf den MTV Heide. Wollen die Oldesloerinnen weiterhin im Verfolgerfeld von Spitzenreiter Kronshagen, der sich mit 22:4 Punkten schon recht deutlich von der Konkurrenz abgesetzt hat, mitmischen, müssen sie dieses Spiel unbedingt gewinnen.
Zur Zeit rangiert der VfL mit 13:9 Zählern auf dem fünften Platz, nur zwei Minuspunkte getrennt vom TSV Neustadt (19:7) und nur je einen von TSV Breiholz und TS Bad Bramstedt (je 18:8). Leicht wird die Aufgabe für die Oldesloerinnen aber gewiß nicht, denn die Heiderinnen sitzen ihnen mit 13:13 Punkten dicht auf dem Pelz.
Einen ausgesprochenen Leckerbissen gibt es dann am Sonntag ab 14.45 Uhr ebenfalls in der Stormarnhalle zu sehen. In der ersten Runde des Pokalwettbewerbs auf Regionalebene treffen die VfL-Damen dann auf den Regionalligavierten SV Friedrichsort. Die Kielerinnen, die sich noch Hoffnungen auf den Meistertitel in ihrer Klasse machen können, sind für die Partie natürlich eindeutig in der Favoritenrolle, nicht zuletzt auch, weil sie den VfL im September letzten Jahres bei einem Turnier klar bezwangen, aber die Oldesloer Handballfreunde erinnern sich noch lebhaft an das Pokalspiel im letzten Jahr gegen den TSV Nord-Harrislee (ebenfalls Regionalliga), als die Truppe von Trainer Ulli Meyer nach tollem Spiel erst in letzter Sekunde verlor.
Auch wenn der VfL mit Sicherheit noch auf Martina Scheel verzichten muß und auch der Einsatz von Jeanette Müller noch nicht ganz sicher ist, hoffen die Fans natürlich auf eine Wiederholung einer solchen Leistung. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 21.1.1983
Sonnabend, 22. Januar 1983
VfL Oldesloe – MTV Heide 26:13 (8:3)
… und auch das Punktspiel gegen MTV Heide wurde gewonnen
(mth). Die VfL-Damen schlugen im Oberligaspiel den MTV Heide mit 26:13, womit man eigentlich rechnen konnte
Exakt die gleichen elf Spielerinnen (Anm.: wie im Pokalspiel gegen Friedrichsort am Sonntag) setzte Trainer Ulli Meyer auch im Punktspiel gegen Heide ein. Da aber klappte es beiden Oldesloerinnen keineswegs so gut, auch wenn letztendlich der 16:23-Erfolg nie ernsthaft In Gefahr geriet. Trotz einer ganzen Serie von technischen Fehlern und schlechten Abspielen führte der VfL schon zur Halbzeit sicher mit 8:3.
Im zweiten Durchgang kannte der Vorsprung trotz noch immer nicht sonderlich überzeugender Leistung auf 16:9 ausgebaut werden. Trotz dieser klaren Führung ließ sich der VfL, der sich wegen des 20 Stunden später folgenden Pokalspiels sichtlich Schonung auferlegte, in der Schlußviertelstunde zu hektischem Spiel verleiten, was zur Folge hatte, daß die Heiderinnen noch vier Tore In Folge erzielten konnten und das Ergebnis mit 13:16 noch erträglicher gestalteten.
Andrea Güldenpfennlg (5), Jeanette Müller, Andrea Hasenberg (je 3), Anja Müller (2), Petra Payka, Wiebke Rickert und Hannelore Tresemer erzielten in diesem Spiel die Tore für den VfL. Mit fünf von sieben (drei durch Andrea Güldenpfennig, zwei von Jeanette Müller) verwandelten Siebenmetern war die Strafwurfausbeute des VfL (Jeanette Müller und Anja Müller verwarfen je einen) in diesem Spiet erheblich besser als am Tage später. Mit nun 15:9 Punkten bleiben die VfL-Damen weiter im Verfolgerfeld von Spitzenreiter TSV Kronshagen, bei dem sie am nächsten Wochenende anzutreten haben. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 24.1.1983
Sonntag, 23. Januar 1983
VfL Oldesloe – SV Friedrichsort 14:12 (7:6)
Toller 14:12-Erfolg der VfL-Damen über Friedrichsort
(mth). … Die VfL-Damen schafften in der ersten Pokalrunde auf Regionalebene eine ausgesprochene Sensation. Gegen den Tabellenvierten der Regionalliga, den SV Friedrichsort, wuchsen die Oldesloer Damen förmlich über sich hinaus und siegten nach hochdramatischer Partie mit 14:12. …
Wie immer gegen starke Gegner waren die Oldesloerinnen hoch motiviert und von vornherein konzentriert bei der Sache. Gegenüber dem Vortag steigerte sich die Truppe von Trainer Ulli Meyer um mehr als 100 Prozent. Das Ergebnis war ein hochklassiges und hochdramatisches Spiel, denn auch die Friedrichsorterinnen nahmen das Spiel von Anbeginn an ernst und gingen voll zur Sache.
Sie gingen in der dritten Minute auch mit 1:0 in Führung und niemand konnte ahnen, daß dieses die vorletzte Führung für die Gäste aus der Landeshauptstadt in der gesamten Begegnung war. Andrea Güldenpfennig, in großartiger Form, erzielte anschließend den Ausgleich und auch die 2:1. Führung.
Wichtig war dann, daß Martina Pusch einen Siebenmeter der Kielerinnen halten kannte. Das entnervte die Gäste doch sehr, denn ihr nächster Treffer ließ bis zur 15. Minute auf sich warten. Bis dahin führte der VfL durch Tore von Petra Payka und Andrea Güldenpfennig (Siebenmeter) aber schon mit 4:1.
Anschließend nahmen die Friedrichsorterinnen Andrea Güldenpfennig in kurze Deckung und der VfL hatte doch ein wenig Mühe, um sich daran zu gewöhnen. Bis zur 19. Minute hatten die Kielerinnen auf 4:4 ausgeglichen. zumal Jeanette Müller inzwischen mit einem Siebenmeter gescheitert war.
In der 23. Minute gelang Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg zwar die erneute Führung (6:5), aber innerhalb von 60 Sekunden drehten die Gäste den Spieß um, und führten durch zwei Treffer mit 6:5. Aber der VfL ließ in seinem Einsatz nie nach. Anja Müller glich zum 6:6 aus (26. Minute) und nachdem zunächst Katja Schoppenhauer einen Siebenmeter verwarf und anschließend Martina Pusch einen zweiten Strafwurf hielt, brachte Andrea Güldenpfennig in den Schlußsekunden der ersten Halbzeit mit einem Kreistor – dorthin war sie wegen der kurzen Deckung ausgewichen – ihre Mannschaft mit 7:6 in Front.
Die Dramatik ließ in der zweiten Halbzeit zu keinem Augenblick nach. Zunächst war Wiebke Riekert zum 8:6 erfolgreich, dann verkürzten die Gäste auf 7:8, Andrea Güldenpfennig traf mit einem Siebenmeter nur den Pfosten, doch Jeanette Müller hatte in der 37. Minute bei einem Strafwurf wieder mehr Glück und erhöhte auf 9:7. Dem 9:8 in der 42. Minute ließ Susanne Paetz in der 44. Minute das 10:8 folgen, womit ihre Negativserie aus der ersten Halbzeit, als ihre Würfe schlecht getimt waren, endlich beendet war.
Das sollte sich für den weiteren Verlauf noch als wichtig erweisen. Zunächst aber kamen für den VfL wieder Rückschläge. In der 47. Minute verwarf der VfL durch Jeanette Müller schon den vierten Siebenmeter in diesem Spiet und prompt kamen die Gäste durch zwei Treffer in kurzer Folge bis zur 48. Minute auf den 10:10-Gleichstand, aber schon 60 Sekunden später brachte eben Susanne Paetz mit herrlichem Wurf unter der Deckung durch ihre Mannschaft wieder in Führung.
Das Pendel aber schlug weiter gleichmäßig hin und her. Dem 11:11-Ausgleich in der 50. Minute ließ Anja Müller das 12:11 folgen. Wieder nur eine Minute später kam dann eine Schlüsselszene. Beim ersten und einzigen Siebenmeter der Gäste in der zweiten Halbzeit wechselte Trainer Ulli Meyer wieder Martina Pusch, die im ersten Spielabschnitt ja schon zwei Strafwürfe abgewehrt hatte, ein, obwohl sich auch Gudrun Fandrey großartig geschlagen hatte. Und Martina Pusch rechtfertigte das in sie gesetzte Vertrauen und parierte auch diesen Siebenmeter.
In den nächsten vier Minuten fiel dann kein Treffer mehr, bis dann Susanne Paetz's Treffer in der 57. Minute zum 13:11 eine Vorentscheidung brachte. Aber es sollte in den Schlußminuten noch dramatischer werden. In der 58. Minute verkürzten die Gäste auf 12:13 und anschließend mußte Gudrun Fandrey noch zweimal großartig reagieren, um den Ausgleich zu vermeiden.
Den dramatischen Schlußpunkt setzte dann wieder Andrea Güldenpfennig. 45 Sekunden vor dem Abpfiff wurde der vermeintlich letzte VfL-Angriff wegen Zeitspiels – eine richtige Entscheidung – unterbunden, den hastig ausgeführten Freiwurf der Gäste aber fing Andrea Güldenpfennig gedankenschnell ab. Sie ging mit dem Ball auf und davon, und ihr Treffer zum 14:12 beendete dann auch die Spannung bei den gut 300 Zuschauern und löste riesengroßen Jubel aus. In der VfL-Truppe, die man für ihre tolle Leistung wirklich nur loben kann, kam außer den schon erwähnten Spielerinnen noch Hannelore Tresemer zum Einsatz. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 24.1.1983
Freitag, 21. Januar 1983
VfL-Damen morgen bei Spitzenreiter Kronshagen
(mth). Die Damen-Oberliga-Mannschaft hat nach der schweren Doppelbelastung am letzten Wochenende, aus der sie sich so glänzend aus der Affäre zog, gleich wieder einen dicken Brocken.
Die Truppe von Trainer Ulli Meyer muß am Sonnabend um 16 Uhr beim TSV Kronshagen antreten, der souverän die Tabelle anführt. Nur wenn der VfL dieses Spiel gewinnt, besteht vielleicht noch die Möglichkeit, die Kronshagenerinnen an einem Durchmarsch zu hindern. In der Form vom letzten Sonntag trauen wir dem VfL, der sich gegen starke Gegner ja eigentlich immer zu steigern weiß, durchaus eine Überraschung zu.
Ausgelost wurde in dieser Woche im übrigen die nächste Pokalrunde. Am 5./6. Februar müssen die Oldesloer beim Regionalliga-Schlußlicht TuS Bremen-Walle antreten. Bei einem neuerlichen Sieg würde der VfL dann sogar in die erste Hauptrunde auf Bundesebene einziehen. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 28.1.1983
Sonnabend, 22. Januar 1983
TSV Kronshagen – VfL Oldesloe 19:19 (10:7)
VfL-Damen trotzten auch dem Oberliga-Spitzenreiter
(mth). Die Damenmannschaft um VfL Trainer Ulli Meyer befinden sich weiter auf Erfolgskurs. Beim Meisterschaftsfavoriten holten sie in einem tollen Endspurt ein 19:19-Unendschieden. Trotzdem spielte alles für den Tabellenführer. Verfolger TSV Neustadt verlor beim Bramstedter TS mit 16:17 und TSV Breiholz verlor bei TuS Lübeck 93 mit 11:12. Den Aufsteigerinnen aus Kronshagen scheint der Durchmarsch zu gelingen.
Bereits nach zwei Spielminuten führte Kronshagen durch eine neue Spielerin vom Bundesligisten VfL Engelskirchen mit 3:0! Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg und Andrea Güldenpfennig brachten den VfL auf 2:3 heran. Per Siebenmeter (Güldenpfennig) und durch einen Aufsetzer von Susanne Paetz verkürzte der VfL auf 4:5. Doch Kronshagen baute die Führung bis auf 8:4 aus. Jeanette Müller verwarf einen Siebenmeter, konnte aber anschließend mit einem Sprungwurf zum 5:8 verkürzen. Wiebke Rickert erzielte von Außen das 6:8. Beim Stand von 7:10 konnte Andrea Güldenpfennig kurz vor der Pause einen Siebenmeter nicht verwandeln.
Katja Schoppenhauer gelangen von der Linksaußenposition drei Tore zum 10:13. Die Oldesloerinnen zeigten jetzt eine hervorragende kämpferische Leistung. Anja Müller, Susanne Paetz (mit einem Freiwurftrick) und Petra Payka erzielten die Tore bis zum 16:19. Die Schlußphase war dramatisch. Die nervenstarke Andrea Güldenpfennig erzielte ein Feldtor und verwandelte zwei Siebenmeter zum vielumjubelten 19:19. Weiter spielten: Martina Pusch, Gudrun Fandrey und Hannelore Tresemer.
Die Tabelle hat nun folgendes Aussehen:
TSV Kronshagen 14 223:187 23: 5
Bramstedter TS 14 184:178 20: 8
TSV Neustadt 14 222:196 19: 9
TSV Breiholz 14 191:162 18:10
VfL Oldesloe 13 220:194 16:10
MTV Itzehoe 14 202:200 15:13
MTV Heide 14 151:158 13:15
Holstein Kiel 13 174:172 12:14
TuS Lübeck 93 14 185:193 11:17
Kremperheide 14 151:179 8:20
TSV Ellerau 14 198:236 8:20
FT Neumünster 14 191:237 3:25
STORMARNER TAGEBLATT vom 2.2.1983
Freitag, 4. Februar 1983
Wieder ein Pokalknüller
Die VfL-Damen sind auch in Bremen nicht ohne Chance
(mth). Ein volles Programm haben am Wochenende die Handballmannschaften des VfL Oldesloe zu erledigen. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei wieder einmal die Damenmannschaft, die in der zweiten Runde des Pokalwettbewerbs beim Regionalligisten TuS Bremen-Walle anzutreten hat. Überspringt die Truppe von Trainer Ulli Meyer auch diese Hürde, qualifiziert sie sich erstmals in der Vereinsgeschichte sogar für die erste Pokalrunde auf Bundesebene und dann könnte, hei etwas Losglück, sogar eine Bundesliga-Mannschaft nächster Gegner des VfL sein.
Der Gegner der VfL-Damen, TuS Bremen-Walle, nimmt in der Regionalliga zur Zeit den letzten Platz ein, ist also spielerisch sicherlich nicht so stark einzuschätzen wie der letzte Pokalgegner SV Friedrichsort, der in der gleichen Klasse in der Spitzengruppe mitmischt.
Die Mannschaft tritt die Reise nach Bremen am Sonnabend um 13.15 Uhr von der Stormarnhalle aus an. Schlachtenbummler können nach telefonischer Rücksprache mit Ulli Meyer mitreisen. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 4.2.1983
Sonnabend, 5. Februar 1983
TuS Bremen-Walle – VfL Oldesloe 16:22 (4:13)
Die VfL-Damen spielten in Bremen zeitweise wie im Rausch
(mth). Die Handball-Damenmannschaft des VfL Oldesloe errang am Wochenende ihren bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Mit einem tollen 22:16-Erfolg beim Regionalligisten TuS Bremen-Walle zogen sie in die erste Runde des Pokalwettbewerbs auf Bundesebene ein. …
Die höchste Hürde hatten die Oldesloer Damen bei der Anfahrt nach Bremen zu bewältigen, als sie sich mit ihrem Bus mehr als drei Stunden über schnee- und eisglatte Straßen quälen mußten. Im Spiel dann aber war der VfL sofort hellwach und schon nach fünf Minuten führte er mit 4:0. Erst als dann Susanne Paetz eine Zeitstrafe absitzen mußte, kamen die Gastgeberinnen zu ihrem ersten Gegentreffer. Davon aber ließen sich die Oldesloerinnen aber nicht beeindrucken. Über 6:1 und 9:4 zogen sie auf 12:4 davon, ehe Andrea Hasenberg nach einem Rückhandanspiel aus dem Sprung von Andrea Güldenpfennig mit dem schönsten Tor des Tages der 13:4-Halbzeitstand gelang. Zwischenzeitlich hatte Torhüterin Martina Pusch zwei Siebenmeter hintereinander abgewehrt.
In der zweiten Spielhälfte ließ es der VfL dann wesentlich ruhiger angehen. Die Gastgeberinnen wurden nun gelegentlich mit Tempospiel auch etwas gefährlicher, aber sie machten einfach zu viele technische Fehler, um noch einmal bedrohlich an den VfL heranzukommen. Die größte Tordifferenz holte der VfL eine Viertelstunde vor Schluß mit 20:10 heraus, ehe die Bremerinnen dann in der Schlußphase das Ergebnis noch etwas erträglicher für sich gestalten konnten.
Mit sechs Treffern war diesmal Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg die erfolgreichste Werferin beim VfL. Andrea Güldenpfennig (5), Wiebke Rickert (4), Susanne Paetz, Petra Payka (je 2), Jeanette Müller, Anja Müller und Katja Schoppenhauer warfen die restlichen Tore, so daß von den eingesetzten Feldspielerinnen nur Hannelore Tresemer leer ausging. Im Tor wechselten sich wie gewohnt Martina Pusch und Gudrun Fandrey ab. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 8.2.1983
Sonnabend, 12. Februar 1983
TSV Ellerau – VfL Oldesloe 15:25 (6:12)
(mth). … Mit zwei Siegen und einer Niederlage endeten am Wochenende die Spiele der drei ranghöchsten Mannschaften der Handballabteilung des VfL Oldesloe. Für die Siege zeichneten die Oberliga-Damen, die beim TSV Ellerau sicher mit 25:15 gewannen, und die erste Herrenmannschaft, die mit 16:15 bei VfL Bad Schwartau II endlich den ersten Auswärtssieg der Saison feierte, verantwortlich, während die weibliche A-Jugend das Oberliga-Spitzenspiel bei TS Riemann Eutin mit 15:20 verlor. …
Mit dem TSV Ellerau hatten die VfL-Damen nur in der Anfangsphase ein wenig Mühe. Der Gegner aus dem Kreis Segeberg konnte bis zum 4:4 mithalten, als der VfL dann aber auf 8:4 davonzog, war die Partie schon entschieden. Über einen 12:6-Halbzeitstand erreichte die Truppe von Trainer Ulli Meyer bei einem Zwischenstand von 20:8 ihren deutlichsten Vorsprung, ehe man es beim Endstand von 25:15 wieder etwas erträglicher für den harmlosen Gegner machte.
Mit sieben Kreistreffern war Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg wie schon beim Pokalspiel in Bremen erfolgreichste Oldesloer Torschützin. Andrea Güldenpfennig (5) und Susanne Paetz (4) folgen dichtauf. Aber auch alle anderen Feldspielerinnen gingen nicht leer aus. Katja Schoppenhauer, Jeanette Müller, Petra Payka (alle je 2), Anja Müller, Wiebke Rickert und Hannelore Tresemer teilten sich den Rest. Im Tor wechselten sich wie gewohnt Martina Pusch (erste Halbzeit) und Gudrun Fandrey (zweite Halbzeit mit zwei gehaltenen Siebenmetern) ab.
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.2.1983
Mittwoch, 16. Februar 1983
(mth). … Bereits heute müssen die Oldesloer Damen, die wegen ihrer vielen Pokalerfolge bei den Punktspielen gegenüber der Konkurrenz mit Spielen ins Hintertreffen geraten sind, erneut antreten. Gegner um 20 Uhr in der Stormarnhalle ist die zweite Mannschaft des KSV Holstein Kiel, die in der Tabelle zur Zeit den siebenten Rang einnimmt und sich des Klassenerhalts noch nicht ganz sicher sein kann. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.2.1983
Mittwoch, 16. Februar 1983
VfL Oldesloe – Holstein Kiel II 18:12 (8:5)
Andrea Hasenberg verletzt
Die VfL-Damen mußten den 18:12-Sieg teuer bezahlen
(mth). Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe schob sich in der schleswig-holsteinischen Oberliga mit einem sicheren 18:12 (8:5)-Erfolg über die zweite Mannschaft des KSV Holstein Kiel in einem Nachholspiel in der Stormarnhalle auf den vierten Tabellenplatz vor.
Möglicherweise aber mußten die Oldesloerinnen diesen Sieg aber zu teuer bezahlen, denn Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg, ohnehin eine Stütze der Mannschaft und zuletzt in bestechender Form, zog sich in der 32. Minute eine Fußverletzung zu, so daß sie mit Sicherheit für das Punktspiel am kommenden Wochenende beim MTV Heide und möglicherweise noch darüber hinaus, also auch beim Pokalspiel eine Woche später beim TV Oyten, ausfallen wird
Im Spiel gegen die Kielerinnen brauchte der VfL gut eine Viertelstunde, ehe er sich auf den Gegner eingestellt hatte. Bis dahin waren die Kielerinnen mit 1:0, 2:1 und 3:2 jeweils in Führung gegangen und der VfL hat sich ziemlich schwer, jeweils den Ausgleich zu erzwingen.
Als dann aber Andrea Hasenberg die Oldesloerinnen erstmals mit 4:3 in Führung brachte und gleich noch zwei weitere herrliche Kreistreffer hinzufügte, hatte der VfL das Spiel fest im Griff. Der Vorsprung wurde durch Petra Payka und Jeanette Müller noch auf 8:3 ausgebaut, ehe den Kielerinnen durch zwei verwandelte Siebenmeter bis zur Pause noch eine Resultatsverbesserung auf 8:5 gelang.
Im zweiten Spielabschnitt ließ der VfL dann nichts mehr anbrennen und ließ sich auch durch die frühzeitige Verletzung von Andrea Hasenberg nicht von der Siegesstraße abbringen. Der Vorsprung wurde schnell auf 12:5 ausgebaut, ehe den Gästen die nächsten Treffer gelangen. Die Kielerinnen kamen zwar noch einmal auf 8:12 heran, aber der Sieg des VfL geriet dadurch nicht mehr in Gefahr. Schließlich gewannen die Stormarnerinnen mit 18:12, woran Andrea Güldenpfennig, die unter anderem zwei herrliche Tore mit gekonnten Hebern erzielte, wieder einmal besonderen Anteil hatte.
Mit sechs Treffern war sie auch wieder erfolgreichste Torwerferin des VfL, gefolgt von Andrea Hasenberg, Jeanette Müller, Petra Payka (je drei), Wiebke Rickert (2) und Anja Müller. Außerdem kamen beim VfL noch Susanne Paetz, Katja Schoppenhauer, Hannelore Tresemer und die beiden Torhüterinnen Martina Pusch und Grudrun Fandrey, die sich in der Halbzeit wieder ablösten, zum Einsatz.
STORMARNER TAGEBLATT vom 17.2.1983
Freitag, 18. Februar 1983
Ganz dicke Brocken für die VfL-Mannschaften
(mth). Durchweg Auswärtsspiele haben auch am Wochenende wieder die Handballmannschaften des VfL Oldesloe. Dabei kommen gerade auf die Spitzenmannschaften des VfL schwere Aufgaben zu. …
In hervorragender Form hat sich zuletzt die Oldesloer Damenmannschaft präsentiert, die vor der Begegnung am Sonntag um 10.45 Uhr beim MTV Heide aber dennoch vor großen Problemen steht. Probleme, die weniger mit der Spielstärke des Gegners zu tun haben, ohne daß die Dithmarscherinnen etwa zu unterschätzen wären, sondern vielmehr aus eigenen Aufstellungsschwierigkeiten herrühren.
Nach Martina Scheel, die verletzungsbedingt ja schon seit einigen Monaten nicht dabei ist und noch zwei weitere Monate pausieren muß, also in der Punktspielrunde gar nicht mehr zum Einsatz kommen wird, fallen für das Spiel am Sonntag auch noch Andrea Hasenberg, deren Verletzung vom Mittwochspiel sich als Bänderdehnung im Knöchel herausgestellt hat, und die deswegen vermutlich für mehrere Wochen ausfallen wird, und Jeanette Müller aus. Diese Lücken werden für Trainer Ulli Meyer sicherlich nur schwer zu schließen sein, aber dennoch wollen sich die VfL-Damen in Heide natürlich nicht kampflos die Butter vom Brot nehmen lassen. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.2.1983
Sonntag, 20. Februar 1983
MTV Heide – VfL Oldesloe 12:15 (8:10)
VfL-Damen siegten auch in Heide überlegen
(mth). Von den drei ranghöchsten Mannschaften der Handballabteilung des VfL Oldesloe kam nur die Damenmannschaft zu einem Erfolg. Mit einem 15:12-Erfolg beim MTV Heide schloß die Truppe von Trainer Ulli Meyer ihre „englische Woche“ mit 6:0 Punkten ab und stieß in der Tabelle auf den vierten Platz vor.
Obwohl der VfL in Heide auf die Stammspielerinnen Martina Scheel, Andrea Hasenberg und Jeanette Müller verzichten mußte, ließ er in seinem dritten Spiel innerhalb von acht Tagen nichts anbrennen. Nach anfänglicher Führung (2:0 und 3:1) lagen die Oldesloer Damen zwar zwischenzeitlich mit 3:5 zurück, aber schnell war wieder der Ausgleich hergestellt und zur Halbzeit führten die Stormarnerinnen mit 10:8. Im zweiten Durchgang konnte der Vorsprung über 12:8 dann bald auf 15:9 ausgebaut werden. In der Schlußphase ließ der VfL die Sache dann ruhiger angehen, so daß die Heiderinnen durch drei verwandelte Siebenmeter noch auf 12:15 verkürzen konnten.
Das gesamte Spiel litt unter denkbar schwachen Schiedsrichterleistungen, durch die aber beide Teams benachteiligt wurden. Mit sechs Toren war Susanne Paetz erfolgreichste Torwerferin beim VfL. Andrea Güldenpfennig (4), Petra Payka, Anja Müller (je 2) und Hannelore Tresemer teilten sich die restliche Ausbeute. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.2.1983
Freitag, 25. Februar 1983
VfL-Damen in Oyten: Im Pokal noch weiter voran?
(mth). Am Wochenende ist für die Handballmannschaften des VfL Oldesloe wieder Großkampftag. Die reizvollste Aufgabe kommt dabei wieder einmal auf die VfL-Damen zu, die in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs auf Bundesebene beim TV Oyten antritt.
Über diese Auslosung ist man im Lager der Oldesloer nicht sonderlich glücklich gewesen. Die Mannschaft aus der Bremer Vorstadt ist der einzig noch im Wettbewerb verbliebene Verbandsligist und schon allein deshalb kam ihm automatisch das Heimrecht zu. Dem VfL wäre es sicherlich lieber gewesen, einen stärkeren Gegner zugelost zu bekommen, dafür dann aber in eigener Halle spielen zu dürfen.
Womit aber keineswegs gesagt sein soll, daß es sich beim TV Oyten um einen schwachen Gegner handelt. Im Gegenteil: Die Mannschaft führt in der Bremer Verbandsliga ohne Punktverlust die Tabelle an und hat den Aufstieg in die gemeinsame Oberliga Niedersachsen/Bremen schon so gut wie in der Tasche. Die Pokalerfolge der jungen Mannschaft sprechen dazu noch für sich. Drei Oberligisten haben die Oytenerinnen zunächst nacheinander ausgeschaltet und in der letzten Runde mußte mit dem TSV Nord Harrislee, der mit 17:15 geschlagen wurde, sogar eine Spitzenmannschaft der Regionalliga dran glauben.
Aber auch die VfL-Damen haben zuletzt ja nichts mehr anbrennen lassen, und wenn die Mannschaft an ihre besten Spiele aus jüngster Vergangenheit anknüpfen kann, trauen wir ihr auch in dem Spiel in Oyten das am Sonntag um 17.30 Uhr beginnt, einiges zu. Die Mannschaft, in der Jeanette Müller und eventuell auch Andrea Hasenberg wieder mitwirken werden – dafür muß aber auf Wiebke Rickert verzichtet werden –; tritt die Reise am Sonntag um 14.30 Uhr mit einem Reisebus von der Stormarnhalle aus an. Für einige wenige Schlachtenbummler sind noch Plätze frei. Interessenten sollten sich möglichst umgehend mit Trainer Ulli Meyer in Verbindung setzen. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 25.2.1983
Sonntag, 27. Februar 1983
TV Oyten – VfL Oldesloe 25:18 (9:5, 18:18) n.V.
Sieg erst in der Verlängerung
25:18-Sieg in Oyten nach hochdramatischem Spiel
(mth). Die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe erwies sich wieder einmal als Pokalschreck. Nach einem hochdramatischen Spiel setzte sich die Truppe von Trainer Ulli Meyer in der ersten Hauptrunde auf Bundesebene beim Bremer Verbandsligisten TV Oyten mit 25:18 durch und zog damit in die zweite Hauptrunde ein. In dieser Runde greifen auch die Bundesliga-Mannschaften in das Pokalgeschehen ein und mit ein wenig Losglück kann der VfL dann in der Stormarnhalle einen ausgesprochenen Leckerbissen servieren.
Das klare Endergebnis des Spiels täuscht mit Sicherheit über den hochdramatischen Verlauf hinweg. Der VfL nämlich sah nach einer Halbzeit schon wie der sichere Verlierer aus, raffte sich In der zweiten Halbzeit dann aber zu einer großartigen Energieleistung auf und schaffte bis zum Ende der regulären Spielzeit ein 18:18-Unentschieden. In der dadurch notwendigen Verlängerung über zweimal fünf Minuten waren die konditionsstarken Oldesloerinnen von dem tapferen Bremer Verbandsligisten, der rangniedrigsten verbliebenen Mannschaft im Wettbewerb, dann nicht mehr zu stoppen. Der VfL spielte nun traumhaft sicher auf, erzielte noch sieben Treffer und ließ keinen Gegentreffer mehr zu, so daß am Ende doch noch ein deutlicher Sieg heraussprang.
Das Spiel in Oyten in einer mit fast 400 Zuschauern, darunter eine lautstarke Schlachtenbummlergruppe aus Bad Oldesloe, restlos gefüllten Sporthalle begann für den VfL, der außer auf die noch immer verletzte Martina Scheel auch auf Wiebke Rickert verzichten mußte, dafür aber Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg wieder einsetzen konnte, wenig glücklich.
Schon in der ersten Minute traf Katja Schoppenhauer mit einem Wurf von der Außenposition nur den Pfosten. Augenblicke später bekam sie durch einen krassen Fehlpaß der Oytenerinnen erneut eine Chance, aber bei ihrem Wurf frei vom Kreis stand mit der Querlatte erneut Holz einem Treffer entgegen.
Von diesem doppelten Pech erholte sich der VfL eine ganze Halbzeit lang nicht mehr. Allerdings war es in der Folgezeit kaum noch Wurfpech, was die Stormarnerinnen in ihrer Entwicklung hemmte. Die Mannschaft war, wie es so schön heißt, gänzlich von der Rolle. Serienweise gab es nun Fehlpässe zu sehen, die technischen Fehler häuften sich, und auch aus den besten Chancen wußte man kein Kapital zu schlagen.
So war es kein Wunder, daß der Gastgeber ständig in Führung lag. Über 4:1 (11. Minute) und 6:3 (21. Minute) wurde dieser Vorsprung bis zur 30. Minute auf 9:4 ausgebaut, ehe Jeanette Müller mit einem verwandelten Siebenmeter in der Schlußsekunde der ersten Halbzeit noch auf 5:9 verkürzen konnte. Ganze zwei Feldtore hatte der VfL bis zu diesem Zeitpunkt zustande gebracht und eigentlich war angesichts dieser Leistung schon Hopfen und Malz verloren.
Aber der VfL warf noch lange nicht das Handtuch. In der Halbzeitpause schwor sich die Mannschaft, allen Widrigkeiten zum Trotz bis zur letzten Minute zu kämpfen, und diese vorbildliche Einstellung sollte sehr schnell Früchte tragen. Wie verwandelt kamen die Oldesloerinnen aus der Kabine heraus und schon nach zehn Minuten in der zweiten Halbzeit hatte man den Spieß herumgedreht.
Fünf Tore hintereinander erzielten nun die Oldesloerinnen ohne ein Gegentor zu kassieren, und aus dem 5:9-Rückstand war bis zur 40. Minute ein 11:9-Vorsprung geworden. Großen Anteil an diesem Umschwung hatte Torhüterin Gudrun Fandrey, die zur Pause die gewiß nicht schlechte Martina Pusch ablöste und sich in eine prächtige Form steigerte.
Aber auch die Oytenerinnen gaben sich, nun erstmals in Rückstand geraten, noch lange nicht geschlagen. Schnell hatten sie wieder ausgeglichen und bis zum 13:13 in der 48. Minute wogte das Spiel hin und her. Als der VfL dann in den folgenden sechs Minuten auf 17:14 davonziehen konnte, schien die Partie endgültig für den schleswig-holsteinischen Oberligisten gelaufen zu sein.
Aber wieder hielt der TV Oyten, eine junge Mannschaft mit guter Zukunftsperspektive, dagegen. Bis zur 57. Minute hatten sie wieder zum 17:17 ausgeglichen und auch dem neuerlichen VfL-Führungstreffer durch Jeanette Müller (58. Minute) setzten sie in der Schlußminute den 18:18-Ausgleich entgegen.
Damit war eine Verlängerung von zweimal fünf Minuten notwendig geworden, die den Spielerinnen, die sich ohnehin schon bis zur Erschöpfung ausgegeben hatten, noch einmal alles abverlangte. Immerhin drei Minuten dauerte es, bis dann Andrea Güldenpfennig mit dem ersten Treffer in der Verlängerung den Bann brach. Und durch dieses Tor brachen dann alle Dämme.
Der VfL spielte nun traumhaft sicher auf und die Widerstandskraft der Oytenerinnen brach förmlich zusammen. Fast nach Belieben warfen die Oldesloerinnen nun Tor um Tor, ohne daß der Gastgeber noch etwas entgegenzusetzen hätte. Mit sieben Toren Vorsprung schließlich fiel der Erfolg für den VfL dann noch überaus deutlich aus. Ein verdienter Lohn ganz sicher für eine großartige kämpferische Leistung, auch wenn der TV Oyten am Ende sicherlich ein wenig unter Wert geschlagen wurde.
Mit neun Treffern war in Oyten Jeanette Müller die herausragende Torwerferin beim VfL. Beeindruckend war dabei die Sicherheit, mit der sie nicht weniger als sieben Siebenmeter eiskalt verwandelte. Dichtauf lag mit sieben Treffern Andrea Güldenpfennig, die dabei drei Siebenmeter verwandelte, mit einem weiteren Strafwurf aber einmal nur den Pfosten traf. Andrea Hasenberg, die trotz kaum überstandener Fußverletzung glänzend durchhielt mit drei Toren, Anja Müller und Petra Payka mit je zwei Treffern, Katja Schoppenhauer und Iris Stäcker mit je einem Tor waren für die restliche Trefferausbeute verantwortlich. Außerdem kamen noch die beiden Torhüterinnen, Martina Pusch und die überragende Gudrun Fandrey, sowie Hannelore Tresemer und Susanne Paetz zum Einsatz.
Wir sind einmal auf den weiteren Weg der VfL-Damen im Pokalwettbewerb gespannt. Mit der großartigen Einstellung kann die Mannschaft es ganz sicherlich noch weit bringen!
STORMARNER TAGEBLATT vom 28.2.1983
Mittwoch, 2. März 1983
VfL-Damen sind im Streß
Gegen TSV Breiholz gilt es Revanche zu nehmen
(mth). Nicht zur Ruhe kommt zur Zeit die Damenhandballmannschaft des VfL Oldesloe. Bereits heute um 20.30 Uhr trifft sie in der Stormarnhalle in einem Nachholspiel der schleswig-holsteinischen Oberliga auf den TSV Breiholz. Die Ursache für diesen Streß ist in den vielen Pokalerfolgen der VfL-Damen zu sehen, denn jeweils wenn der VfL im Pokal im Einsatz war, waren auch Punktspiele angesetzt gewesen, die dann verschoben werden mußten. Aber diesen Streß nimmt man bei so tollen Erfolgen wie in der jüngsten Vergangenheit natürlich gerne in Kauf.
Gegen den TSV Breiholz haben die Oldesloerinnen, die auch in der Oberliga noch vorankommen wollen – bis auf den Meistertitel, der an den TSV Kronshagen schon fast vergeben sein sollte, ist noch alles möglich – etwas gut zu machen. Im Hinspiel nämlich war der VfL ziemlich von der Rolle und bezog mit 6:12 seine bisher deutlichste Niederlage. Hat die Mannschaft den enormen Kraftverbrauch vom letzten Sonntag beim Spiel in Oyten gut überwunden und kann sie an ihre letzten spielerischen Leistungen anknüpfen, so trauen wir ihr für heute eine erfolgreiche Revanche zu. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 2.3.1983
Mittwoch, 2. März 1983
VfL Oldesloe – TSV Breiholz 24:21 (15:11)
VfL-Damen weiter obenauf 24:21-Sieg über Breiholz
(mth). Die Erfolgsserie der Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe hält weiter an. In einem Nachholspiel der schleswig-holsteinischen Oberliga schlugen die Oldesloerinnen den TSV Breiholz mit 24:21 (15:11) und nahmen damit erfolgreich Revanche für die im Herbst letzten Jahres erlittene 6:12-Niederlage. Der VfL behauptete damit seinen Platz in der Spitzengruppe der höchsten schleswig-holsteinischen Spielklasse und besitzt nach wie vor gute Chancen auf den Gewinn des Vizemeistertitels.
In der Begegnung ließ der VfL eigentlich nie die Frage nach dem späteren Sieger im Unklaren. Schon nach fünf Minuten führte er durch drei Treffer von Andrea Güldenpfennig und ein Tor von Petra Payka mit 4:1. Zwischenzeitlich kamen die Breiholzerinnen im ersten Spielabschnitt zwar noch dreimal zum Ausgleich (4:4, 6:6 und 7:7), aber die Stormarnerinnen zogen dann jeweils die Gangart ein wenig an und hatten nie ernstliche Mühe, wieder die Führung klar an sich zu reißen. Kurz vor dem Seitenwechsel führte der VfL dann schon mit 15:9, ehe den Gästen in der für den Mittwochabend mit rund 250 Zuschauern recht gut besetzten Stormarnhalle noch zwei Treffer zum 15:11-Halbzeitstand gelangen.
In der zweiten Halbzeit beherrschte der VfL das Geschehen dann noch deutlicher. Über 17:11 und 19:12 erreichte der Vorsprung bei 21:14 und 22:15 seinen höchsten Stand und der VfL, der ja noch Nachwirkungen des schweren Pokalspiels vom Sonntag verspürte, konnte es sich leisten, die Sache zum Schluß ruhiger angehen zu lassen. Als die Breiholzerinnen vier Minuten vor Schluß auf 19:22 herangekommen waren, machte man aber kurzzeitig noch einmal ernst und erhöhte durch Andrea Hasenberg und Anja Müller blitzschnell auf 24:19, ehe in der Schlußminute den Gästen noch zwei Tore gelangen.
Der letzte Treffer war dabei ein freigiebiges Gastgeschenk, denn Sekunden vor Spielschluß bekam der VfL einen Siebenmeter zugesprochen, den Trainer Ulli Meyer zur Gaudi seiner Spielerinnen von Torhüterin Martina Pusch ausführen ließ. Diese traf aber nur den Innenpfosten und in den verbleibenden wenigen Sekunden gelang dem TSV Breiholz noch ein Weitwurf in das verwaiste VfL-Tor.
Am Torsegen der Oldesloerinnen waren alle eingesetzten Feldspielerinnen beteiligt. Die Trefferausbeute im einzelnen: Andrea Güldenpfennig (5), Anja Müller (4), Jeanette Müller, Susanne Paetz (je 3), Andrea Hasenberg, Petra Payka, Katja Schoppenhauer, Hannelore Tresemer (je 2) und Iris Stäcker (1). Der Treffer von Iris Stäcker zum 22:15 war zugleich der 300. Treffer des VfL in dieser Saison. Im Tor wechselten sich wie gewohnt Martina Pusch und Gudrun Fandrey ab. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 3.3.1983
Donnerstag, 3. März 1983
Ein tolles Pokallos
(mth). … Für den Hauptgesprächsstoff bei den VfL-Handballerinnen sorgte gestern nicht das Spiel gegen den TSV Breiholz sondern die am Vorabend erfolgte Auslosung der zweiten Pokalrunde auf Bundesebene. Für den VfL kam dabei ein „Traumlos“ heraus. Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer ist am 12. März in der Stormarnhalle der Hamburger Bundesligist SC Union, jene Mannschaft also, in der mit Andrea Hasenberg, Martina Scheel und Jeanette Müller drei Oldesloerinnen für mehr oder weniger lange Zeit mitwirkten. Wir sind uns sicher, daß die Stormarnhalle zu diesem Tag bis zum Bersten gefüllt sein wird und so ganz chancenlos wird der VfL auch gegen diese zwei Klassen höher spielende Mannschaft sicherlich nicht sein.
STORMARNER TAGEBLATT vom 3.3.1983
Freitag, 4. März 1983
(mth). … Die Damen treten am Sonnabend um 16 Uhr beim TSV Kremperheide an und hoffen, auch dort ihre imponierende Erfolgsserie fortsetzen zu können. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 4.3.1983
Sonnabend, 5. März 1983
TSV Kremperheide – VfL Oldesloe 18:12
Die Generalprobe der VfL-Damen mißlang gründlich
(mth). … Eine Niederlage leistete sich die Damen-Oberliga-Mannschaft, die beim Drittletzten der Tabelle, TSV Kremperheide, auf der ganzen Linie enttäuschte und mit einer 12:18-Niederlage die Generalprobe für das Pokalschlagerspiel am Sonnabend um 17.15 Uhr in der Stormarnhalle gegen den Bundesligisten SC Union 03 Hamburg total verkorkste. …
Der VfL ging in Kremperheide in den ersten fünf Minuten mit 3:0 in Führung, hatte dann aber sein Pulver total verschossen. Anschließend ging der Mannschaft so gut wie alles daneben. Technische Fehler häuften sich nun und auch die klarsten Torchancen wurden kläglich vergeben. Keine Spielerin erreichte ihre Normalform und so war es kein Wunder, daß die Gastgeberinnen noch zu einem klaren Erfolg kamen. Die Tore für den VfL warfen Andrea Güldenpfennig (6), Jeanette Müller (2), Petra Payka, Anja Müller, Andrea Hasenberg und Susanne Paetz.
Diese schlechte Leistung, die der Mannschaft angesichts der hohen Belastung in den letzten Wochen niemand ankreiden sollte, wollen die Oldesloerinnen am Sonnabend im Pokalspiel unbedingt vergessen machen. Wir sind uns ganz sicher, daß Andrea Güldenpfennig und Co. dann ganz anders auftrumpfen werden.
Die Oberligatabelle hat nun folgenden Stand:
TSV Kronshagen 19 304:258 32:8
Bramstedter TS 19 265:235 29:9
TSV Neustadt 19 302:266 25:13
VfL Oldesloe 18 314:272 24:12
TSV Breiholz 19 265:233 24:14
MTV Itzehoe 18 254:248 19:17
TuS Lübeck 93 19 248:257 16:22
MTV Heide 19 209:225 15:23
KSV Holstein Kiel 19 240:259 14:24
TSV Kremperheide 19 216:240 13:25
TSV Ellerau 19 265:328 10:26
FT Neumünster 19 259:320 5:33
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.3.1983
Freitag, 11. März 1983
Handball-Knüller in der Stormarnhalle
Gegen den Bundesligisten Union Hamburg hat der VfL morgen nichts zu verlieren
(mth). Bis zum Bersten wird am Sonnabendnachmittag ganz sicher die Stormarnhalle gefüllt sein, wenn um 17.15 Uhr die Damenhandballmannschaft des VfL Oldesloe in der zweiten Hauptrunde auf Bundesebene auf den Bundesligisten SC Union 03 Hamburg trifft. Die sensationelle Erfolgsserie der Oldesloer Damen, am Ende der letzten Saison erst von der Bezirksliga in die Oberliga aufgestiegen, findet damit ihren vorläufigen Höhepunkt.
Sieben Gegner hat die Truppe von Trainer Ulli Meyer im laufenden Wettbewerb schon ausgeschaltet. Auf Landesebene mußten zunächst der MTV Itzehoe, KSV Holstein Kiel II, der TSV Jörl und FT Neumünster „dran glauben“, anschließend wurden dann mit dem SV Friedrichsort und TuS Bremen-Walle zwei Regionalligisten aus dem Rennen geworfen, und noch ganz frisch in Erinnerung ist den Oldesloer Handballfreunden der dramatische 25:18-Sieg nach Verlängerung beim Bremer Verbandsligisten TV Oyten.
Aber es sind nicht ausschließlich gute Erinnerungen, die der VfL mit dem Pokalwettbewerb verbindet. Bei dem Spiel in Jörl Ende November 1982 zog sich Martina Scheel einen Sehnen-abriß im rechten Ringfinger zu, und seither stand sie ihrer Mannschaft weder in Punkt- noch in Pokalspielen zur Verfügung.
Aber vielleicht schließt für Martina Scheel diese Misere gerade morgen mit einem Happy-End ab. Seit Beginn dieser Woche nämlich kann sie endlich wieder am Training ihrer Mannschaft teilnehmen und Trainer Ulli Meyer schließt nicht aus, sie für das Pokalspiel schon wieder ins Aufgebot zu nehmen. Gerade gegen SC Union 03 Hamburg würde Martina Scheel natürlich überaus gerne mit von der Partie sein, hat sie doch vier Jahre lang in der Bundesligacrew der Hamburger mitgemischt.
Und Martina Scheel ist nicht die einzige Spielerin in der VfL-Mannschaft, die den Gegner aus eigener Erfahrung kennt. Andrea Hasenberg (zwei Jahre) und Jeanette Müller (ein Jahr) waren nach dem ersten Gewinn einer Deutschen Meisterschaft für die VfL-A-Jugend beim SC Union 03 aktiv und schnupperten dort Bundesligaluft. Auch sie gehen natürlich mit ganz besonderem Ehrgeiz in das morgige Schlagerspiel, aber an der nötigen Motivation wird es ohnehin allen Oldesloer Spielerinnen ohnehin ganz gewiß nicht fehlen.
Und die Ausgangsposition für den VfL für dieses Spiel ist denkbar gut. Die Mannschaft hat nichts, aber auch gar nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Schon jetzt hat sie im Pokalwettbewerb weit mehr erreicht, als man je von ihr verlangen konnte. Niemand würde ihr böse sein können, wenn sie nun die Segel streichen muß, zumal es gegen einen Bundesligisten geht.
Die Hamburgerinnen liegen in der höchsten deutschen Spielklasse zur Zeit auf dem letzten Platz, aber diese Ausgangsposition ist ihnen nicht ganz neu. Stets hat die Mannschaft in den letzten Jahren in Abstiegsnot gesteckt, aber stets ist letztendlich doch der Klassenerhalt noch geschafft worden. Auch in diesem Jahr rechnet man sich, da noch einige Heimspiele gegen vermeintlich schwächere Mannschaften auf dem Programm stehen, noch gute Chancen aus.
Ein Ausscheiden im Pokal, zumal gegen einen um zwei Klassen tiefer spielenden Gegner wie den VfL, wollen sie sich um keine Preis leisten, schon allein, um das Selbstvertrauen der Mannschaft nicht anknacksen zu lassen. Die Oldesloer Truppe kann sich also auf einen Gegner gefaßt machen, der kein Pardon geben wird.
Aber im Lager des VfL ist man keineswegs gewillt, nun etwa vor Ehrfurcht zu erstarren. Auch der Hamburger Bundesligist kocht nur mit Wasser und wenn die Mannschaft, wie schon so oft in der Vergangenheit, wieder einmal über sich hinauswächst, ist uns um ein ehrenvolles Abschneiden des VfL nicht bange. Zu verlieren, wie gesagt, hat die Mannschaft nichts, aber wir stehen mit unserer Meinung sicherlich nicht alleine, wenn wir meinen, daß vor Ablauf des Spiels noch nichts verloren ist, ja, hei entsprechender Unterstützung durch das eigene Publikum sogar eine neue Sensation nicht ausgeschlossen ist.
Da es keinen Kartenvorverkauf gibt, sollten sich die Fans rechtzeitig auf den Weg in die Stormarnhalle machen, um einen der begehrten Plätze zu ergattern. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 11.3.1983
Sonnabend, 12. März 1983
VfL Oldesloe – Union 03 Hamburg 22:20 (11:7)
Mehr als 700 Zuschauer waren begeistert
Die VfL-Handballdamen wuchsen wieder einmal über sich hinaus und schlugen SC Union 03 22:20
(mth). Die Stimmung in der Oldesloer Stormarnhalle am späten Sonnabendnachmittag beim Spiel in der zweiten Pokalrunde auf Bundesebene zwischen dem Handball-Oberligadamen des VfL und dem Bundesligisten SC Union 03 Hamburg glich der der beiden Endspiele um die Deutsche Meisterschaft der weiblichen A-Jugend vor drei und vier Jahren.
Und wie bei den beiden Finalspielen, die der VfL ja gegen VfL Pfullingen (1979) und die Reinickendorfer Füchse (1980) für sich entscheiden konnte, schlug auch am Sonnabend die stimulierende Anfeuerung der mehr als 700 Zuschauer am Ende des Spiels in schier grenzenlosen Jubel um. Die VfL-Damen hatten die Sensation perfekt gemacht und den Bundesligisten nach einer tollen spielerischen und kämpferischen Leistung mit einem hochverdienten 22:20 (11:7)-Erfolg aus dem Rennen geworfen.
Und der Parallelen zu den beiden Triumpfen der Vergangenheit der VfL-Handballabteilung damit nicht genug. Nicht weniger als acht Spielerinnen standen am Sonnabend im Oldesloer Team, die auch an den Erfolgen der A-Jugend entscheidenden Anteil hatten. Andrea Güldenpfennig, Susanne Paetz und Martina Pusch waren an beiden Meistertiteln mitbeteiligt, Gudrun Fandrey (damals Noack), Andrea Hasenberg, Jeanette Müller und Anja Müller trugen zum ersten Titelgewinn mit bei und Wiebke Rickert war bei der zweiten Meisterschaft mit von der Partie. Und, last not least, schließlich stand auch Ulli Meyer, damals Trainer und Betreuer der Mädchen, jetzt Trainer und Betreuer der Damen, wieder im Mittelpunkt von unbeschreiblichen Jubelstürmen.
Aber diese Aufzählung für den tollen Pokaltriumpf am Sonnabend, die ganz gewiß einen Höhepunkt in der Handballgeschichte des VfL beschreibt – und dieses muß nicht der letzte gewesen sein –, ist natürlich unvollständig, wiewohl sie ein guter Fingerzeig für die gesunde Entwicklung zu dieser Leistungsexplosion der VfL-Handballdamen ist. Natürlich gehören gleichrangig jene vier Spielerinnen erwähnt, die nicht in den Meistermannschaften der A-Jugend mitgewirkt haben, jetzt aber unverzichtbar mit zum Gesicht der Damenmannschaft gehören. Martina Scheel, Petra Payka, Katja Schoppenhauer und Hannelore Tresemer brauchen sich hinter ihren Mannschaftskameradinnen weiß Gott nicht zu verstecken und hatten an dem Erfolg über Union Hamburg gleichwertigen Anteil.
Zum Spielverlauf selbst: der erste Angriff des Hamburger Bundesligisten wurde mit einem Siebenmeterpfiff des Schiedsrichtergespanns Beeck (Schleswig)/Schaak (Rendsburg) abgeschlossen, aber die stämmige Kreisläuferin Thiele scheiterte am Lattenkreuz, und von da an wurde der SC Union förmlich überlaufen. Andrea Güldenpfennig eröffnete in der zweiten Minute den Torreigen für den VfL, und obwohl sie von da an bis zum Schlußpfiff kurz gedeckt wurde, kam das VfL-Spiel niemand mehr ernsthaft ins Stocken.
Bis zur zehnten Minute hatten Andrea Hasenberg, Jeanette Müller und Andrea Güldenpfennig (die beiden letztgenannten mit verwandelten Siebenmetern) auf 4:0 erhöht, ehe den Hamburgerinnen der erste Gegentreffer gelang. Aber davon ließ sich der VfL nicht beeindrucken. Mit konsequentem Tempospiel und sicherem Zupacken in der Abwehrrunde wurde der Vorsprung bis zur 15. Minute auf 8:2 ausgebaut. Jeanette Müller mit zwei Treffern (davon erneut ein verwandelter Siebenmeter), Andrea Hasenberg und Petra Payka hatten dazu die weiteren VfL-Treffer beigetragen.
Diesen Sechs-Tore-Vorsprung hielt der VfL bis zur 28. Minute bei einem Spielstand von 11:5, für den auf VfL-Seite Susanne Paetz, Andrea Hasenberg und Jeanette Müller, die auch ihren dritten Siebenmeter sicher verwandelte, die Treffer beisteuerten. Erst in den Schlußsekunden der ersten Halbzeit kamen die Hamburgerinnen zu zwei weiteren Treffern.
Der zweite Spielabschnitt begann für den VfL wieder nach Maß, denn schon nach knapp 15 Sekunden hatte Petra Payka auf 12:7 erhöht. Dann aber trat für eine Weile „Funkstille“ beim VfL ein, und bis zur 35. Minute hatte Union auf 10:12 verkürzt. In diesem einzigen kritischen Moment des ganzen Spiels für den VfL, in dem das Spiel durchaus noch hätte „kippen“ können, aber bewies wieder einmal Andrea Güldenpfennig ihren unschätzbaren Wert für die Mannschaft. Innerhalb von 60 Sekunden setzte sie sich zweimal trotz Manndeckung energisch auf dem linken Flügel durch und erzielte aus spitzem Winkel trotz unfairer Behinderung zwei sagenhafte Treffer, und weil's so schön war, fügte Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg unmittelbar danach noch ein herrliches Kreistor zum 15:10 hinzu.
Damit war die Partie für den VfL dann so gut wie gelaufen. Über 17:12 (Tore von Andrea Hasenberg und Anja Müller) und 19:13 (zwei Tore von Andrea Güldenpfennig, davon ein Siebenmeter) in der 48 Minute hielt der VfL den zwei Klassen höher spielenden Gegner bis zum 22:18 in der 57. Minute immer sicher auf Abstand.
Dem 20:15 von Anja Müller ließ Martina Scheel, kaum 20 Sekunden nach ihrer monatelangen Verletzung erstmals im Spiel, in der 53. Minute das 21:15 folgen, und den Schlußpunkt setzte Andrea Güldenpfennig in der 57. Minute mit einem verwandelten Siebenmeter zum 22:18. Langsam hatten den VfL inzwischen ein wenig die Kräfte verlassen – was Wunder bei dem tollen Einsatz und den vielen „englischen Wochen“, die hinter der Mannschaft liegen –, aber in Gefahr gerie der großartige Erfolg deshalb nicht mehr.
Nicht zuletzt auch, weil Gudrun Fandrey in der 58. Minute einen Siebenmeter von Grünfeld abwehren konnte. Überhaupt ist der Anteil der beiden Torhüterinnen, Martina Pusch und Gudrun Fandrey, die je eine Halbzeit lang zwischen den Pfosten standen, nicht hoch genug einzuschätzen. Durch zwei Treffer in den Schlußminuten, ähnlich wie vor der Pause, konnte Union zwar noch das Ergebnis etwas verbessern, ohne aber den vor VfL am Triumpf hindern zu können.
Der VfL, der gegen den SC Union Hamburg wirklich eine tadelsfreie Leistung bot, ist nun in die dritte Runde des Pokalwettbewerbs auf Bundesebene vorgedrungen. 16 Mannschaften sind nun noch mit von der Partie, wobei auch noch die nächste Runde in zwei Gruppen – einmal Bereich Bundesliga Nord, einmal Bereich Bundesliga Süd – ausgelost wird. Diese Auslosung wird am Dienstag in der Zentrale des Deutschen Handball-Bundes in Dortmund vorgenommen.
Die Oldesloe hoffen dabei natürlich auf ein attraktives Spiel, wenn möglich in eigener Halle.
Automatisch Heimrecht bekommt der VfL als klassentiefste Mannschaft in dieser Runde nicht mehr. Aber egal, wie der kommende Gegner auch heißt und wo gespielt wird: Wir sind uns sicher, daß die tolle Oldesloer Mannschaft sich auch weiterhin im Pokalwettbewerb teuer verkaufen wird. Übermütig wird in der Mannschaft nach den tollen Erfolgen sicherlich niemand, aber Furcht hat der VfL auch von niemandem.
STORMARNER TAGEBLATT vom 14.3.1983
Dienstag, 15. März 1983
(mth). … Die Damenmannschaft des VfL hat wenig Zeit, sich auf den Lorbeeren des großartigen Pokalerfolgs gegen den Bundesligisten Union Hamburg auszuruhen. Bereits morgen hat sie das Oberligapunktspiel gegen den TSV Neustadt nachzuholen, das eben wegen des Pokalspiels verschoben werden mußte. Die VfL-Damen konzentrieren sich, da in der Oberliga der Meisterschaftszug ohne sie abgefahren ist, zur Zeit natürlich hauptsächlich auf den Pokalwettbewerb, aber einen guten Platz visieren sie natürlich auch noch in der höchsten schleswig-holsteinischen Spielklasse an. Ob sie das Spiel, das morgen um 20 Uhr in der Stormarnhalle beginnt, für sich entscheiden können, wird sicherlich nicht zuletzt davon abhängen, wie sie den hohen Kraftaufwand des Pokalspiels verdaut haben. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 15.3.1983
Mittwoch, 16. März 1983
Wieder „Traumlos“ für die VfL-Damen
Mit VfL Engelskirchen kommt Deutschlands zweitbeste Mannschaft in die Stormarnhalle
(mth). Der Wunsch der Handballdamen des VfL Oldesloe, nach dem Sensationssieg am letzten Wochenende über SC Union 03 Hamburg auch für die dritte Runde des Pokalwettbewerbs einen attraktiven Gegner zugelost zu bekommen, ist gestern bei der Auslosung in Dortmund in Erfüllung gegangen und auch das erhoffte Heimrecht ist den Oldesloerinnen beschert worden. Gegner des VfL ist am 9. oder 10. April in der Stormarnhalle – der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest – ist der VfL Engelskirchen.
Die Westdeutschen gelten zur Zeit hinter Meister Bayer 04 Leverkusen als zweitbeste Damen-Handballmannschaft in Deutschland. In der Tabelle der Bundesliga Nord rangieren sie zur Zeit mit 20:4 Punkten hinter Leverkusen (24:0 Punkte) auf dem zweiten Platz. Zusammen mit Leverkusen stellen sie auch das Gerippe der Nationalmannschaft.
Herausragende Spielerinnen sind die frühere Herzhornerin Kerstin Jönßson, die mit 77 erzielten Toren zur Zeit die Bundesliga-Torschützenliste vor ihrer Mannschaftskameradin Dagmar Stelberg (76 Treffer) anführt, Dagmar Stelberg und Sigrid Bierbaum, die alle drei Stammspielerinnen in der Nationalmannschaft sind.
Engelskirchen, im letzten Jahr Pokalfinalist gegen Leverkusen und trotz der Endspielniederlage Teilnehmer am Europapokal der Pokalsieger, da Leverkusen den Wettbewerb der Meister vorzog, zog durch einen 20:9-Erfolg über den Bundesligasiebenten, TV Stemmer, in diese Pokalrunde ein.
Wie hoch sie einzuschätzen sind, wird nicht zuletzt dadurch deutlich, daß sie ihr letztes Bundesligaspiel bei SC Union Hamburg, dem Gegner des VfL am letzten Sonntag, vor 14 Tagen mit 28:10 gewannen. Für die Truppe von Trainer Ulli Meyer gibt es gegen einen solch attraktiven Gegner natürlich nur eine minimale Außenseiterchance. Die Stormarnhalle, da sind wir uns ganz sicher, wird wieder bis zum Bersten gefüllt sein, und alle Stormarner Handballfans können sich schon jetzt wieder auf einen tollen Leckerbissen freuen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.3.1983
Mittwoch, 16. März 1983
VfL Oldesloe – TSV Neustadt 17:14 (12:8)
Die VfL-Handballdamen siegten auch in Neustadt
(mth). Nach dem schweren und kräftezehrenden Pokalspiel am letzten Sonnabend mußten die Handballdamen des VfL Oldesloe in der schleswig-holsteinischen Oberliga wieder „ran“. Beim (Anm.: Das Spiel fand in Oldesloe statt) TSV Neustadt ließ die Truppe von Trainer Ulli Meyer dabei nichts anbrennen und bewahrte mit einem 17:14 (12:8)-Erfolg ihre Chance auf den Gewinn des Vizemeistertitels hinter dem als Meister schon feststehenden TSV Kronshagen.
Die Oldesloerinnen gestalteten in Neustadt die erste Halbzeit klar überlegen. Über 5:2 und 10:4 gingen sie mit 12:7 in Führung, hatten dann aber ihr Pulver verschossen. 25 Minuten hintereinander gelang dem VfL nun kein Treffer mehr, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen war, daß Trainer Ulli Meyer mehrere Spielerinnen seiner Stammformation auf der Bank beließ.
Als dann aber die Neustädterinnen mit 13:12 in Führung gingen, machte der VfL in den letzten Minuten noch einmal ernst und mit fünf Toren hintereinander warf Andrea Güldenpfennig noch einen sicheren 17:14-Erfolg heraus.
Sie war mit acht Treffern auch erfolgreichste Werferin des VfL. Die restlichen Tore teilten sich Jeanette Müller (3), Petra Payka (2), Andrea Hasenberg, Iris Stäcker, Martina Scheel und Katja Schoppenhauer. Außerdem kamen noch Hannelore Tresemer, Susanne Paetz und die beiden Torhüterinnen Gudrun Fandrey und Martina Pusch zum Einsatz.
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.3.1983
Freitag, 18. März 1983
(mth). … Bereits für den kommenden Sonntag um 15.30 Uhr ist das nächste Oberligapunktspiel für den VfL angesetzt. Die Oldesloerinnen müssen dann ohne Andrea Güldenpfennig (Urlaub) beim derzeitigen Tabellenzweiten TS Bad Bramstedt antreten. Aber auch ohne ihre Haupttorjägerin rechnen sich die VfLerrinnen gute Chancen aus. sich gut aus der Affäre zu ziehen. …
Festgelegt ist inzwischen auch der genaue Zeitpunkt für das nächste große Pokalspiel der VfL-Damen. Der Bundesligazweite VfL Engelskirchen wird am 9. April ab 18 Uhr seine Visitenkarte in der Stormarnhalle abgehen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.3.1983
Sonntag, 20. März 1983
Bramstedter TS – VfL Oldesloe 11:14 (4:7)
VfL-Damen haben nun alle Chancen für Vizemeisterschaft
(mth). Die erste Damenmannschaft des VfL Oldesloe kam zu tollem Auswärtserfolg. Nach dem 14:11-Erfolg bei TS Bad Bramstedt haben die Oldesloer Damen nun alle Chancen, in ihrer ersten Oberligasaison den Vizemeistertitel zu holen. Ein wirklich großartiger Erfolg der Truppe von Trainer Ulli Meyer, die darüber hinaus ja auch noch im Pokal für Ansehen gesorgt hat und weiter sorgt. …
Die VfL-Damenmannschaft, deren Spiel in der letzten Woche gegen den TSV Neustadt wir in einem Anfall „Geistigen Weggetretenseins“ nach Neustadt verlegt hatten – das Spiel fand in Oldesloe statt und wurde (wie berichtet) vom VfL mit 17:14 gewonnen –, mußte in Bad Bramstedt ohne ihre Spielmacherin Andrea Güldenpfennig, die im Urlaub weilt, auskommen.
Dennoch bestimmte der VfL nach anfänglichem Rückstand (0:2) in der ersten Halbzeit klar das Geschehen. Er führte bis zum Seitenwechsel mit 7:4 und baute diesen Vorsprung bis auf 10:6 aus, Dann aber kamen die Bramstedterinnen besser ins Spiel und lagen bei 10:11 dichtauf, aber ein Treffer von Iris Stäcker bei Unterzahl (Anja Müller saß gerade eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe ab) wendete das Blatt wieder zu Gunsten der Oldesloer, die dann auch am Ende sicher mit 14:11 gewannen.
Die Tore für den VfL warfen: Martina Scheel, Petra Payka (je 3), Susanne Paetz, Jeanette Müller, Andrea Hasenberg (je 2), Katja Schoppenhauer und Iris Stäcker. Außerdem kamen noch Wiebke Rickert, Hannelore Tresemer, Anja Müller und die beiden Torhüterinnen Martina Pusch, die zwei Siebenmeter hielt, und Gudrun Fandrey (ein gehaltener Siebenmeter) zum Einsatz.
Die Tabelle in der Oberliga hat nun folgendes Aussehen:
TSV Kronshagen 21 338:289 34:8
Bramstedter TS 21 287:263 29:13
VfL Oldesloe 20 347:297 28:12
TSV Neustadt 21 329:295 27:15
TSV Breiholz 21 296:267 24:18
MTV Itzehoe 20 280:271 22:18
TuS Lübeck 93 21 281:282 20:22
MTV Heide 21 230:247 16:26
KSV Holstein Kiel 21 269:288 16:26
TSV Kremperheide 21 245:267 16:26
TSV Ellerau 21 293:359 12:30
FT Neumünster 21 284:352 6:36
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.3.1983
Freitag, 25. März 1983
VfL-Damen mit Ersatz, dennoch Sieg möglich
(mth). Die Punktspielsaison im Hallenhandball im VfL Oldesloe neigt sich langsam aber sicher ihrem Ende entgegen. An diesem Wochenende aber sind noch einmal zahlreiche VfL-Mannschaften im Einsatz.
Darunter auch die VfL-Damenmannschaft, die am Sonnabend in der Stormarnhalle um 19 Uhr auf das Schlußlicht der schleswig-holsteinischen Oberliga, FT Neumünster, trifft. Die Oldesloerinnen wollen diesen Gegner aber trotz der großen Erfolge in den letzten Wochen nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Nach dem Sieg am letzten Wochenende bei TS Bad Bramstedt winkt dem VfL in seiner ersten Saison in der höchsten schleswig-holsteinischen Spielklasse noch der Vizemeistertitel, den man sich durch einen ähnlichen Ausrutscher wie im Hinspiel, als man in Neumünster mit 16:18 verlor, nicht verscherzen will.
Der VfL wird auch in diesem Spiel auf Andrea Güldenpfennig verzichten müssen, da die Spielmacherin in Urlaub weilt, aber auch ohne sie lief es zuletzt in Bad Bramstedt ja prächtig. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 25.3.1983
Sonnabend, 26. März 1983
VfL Oldesloe – FT Neumünster 16:8 (11:4)
VfL-Damen brauchen noch einen Punkt zum Vizemeistertitel
(mth). Mit einem leichten Sieg für die Damen-Oberliga-Mannschaft und einer knappen Niederlage der ersatzgeschwächten Herren-Bezirksliga-Mannschaft endeten am letzten Wochenende die beiden wichtigsten Spiele der Handballabteilung des VfL Oldesloe. …
Mit Schlußlicht FT Neumünster machten die VfL-Damen auch ohne ihre Spielmacherin Andrea Güldenpfennig nicht viel Federlesens. Schon nach fünf Minuten führen sie mit 4:0 und bis zur Pause wurde dieser Vorsprung auf 11:4 ausgebaut. Nach dem Seitenwechsel tat der VfL dann nicht mehr viel, ohne daß allerdings die schwachen Neumünsteranerinnen in der Lage gewesen wären, entscheidend aufzuholen. Am Ende hatte der VfL deutlich mit 16:8 gewonnen. Nach den Leistungen vom Sonnabend blieb unverständlich, wie der VfL das Hinspiel in Neumünster hatte verlieren können.
Mit sechs Treffern war Andrea Hasenberg in diesem Spiel erfolgreichste Torwerferin beim VfL. Die restlichen Tore teilten sich Jeanette Müller (3), Anja Müller, Katja Schoppenhauer (je 2), Petra Payka, Hannelore Tresemer und Wiebke Richert. Martina Scheel und Iris Stäcker gingen leer aus. Im Tor wechselten sich wie gewohnt Martina Pusch und Gudrun Fandrey ab.
Die Tabelle hat nun folgenden Stand:
TSV Kronshagen 22 343:306 34:10
Bramstedter TS 22 300:275 31:13
VfL Oldesloe 21 363:305 30:12
TSV Neustadt 22 342:305 29:15
TSV Breiholz 22 306:280 24:10
MTV Itzehoe 21 297:290 22:20
TuS Lübeck 93 22 300:297 22:22
Holstein Kiel II 22 286:303 18:26
TSV Kremperheide 22 270:289 18:28
MTV Heide 22 242:260 16:28
TSV Ellerau 22 315:374 12:32
FT Neumünster 22 292:368 6:38
Der VfL benötigt in seinem Nachholspiel gegen Itzehoe nun nur noch einen Punkt, um den Vizemeistertitel zu holen. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 29.3.1983
Freitag, 8. April 1983
Morgen steigt der große Handball-Knüller
Mit VfL Engelskirchen kommt eins der besten deutschen Handball-Teams zum Pokalspiel zu den VfL-Damen
(mth). Die großartige Saison der Handballdamen des VfL Oldesloe, die ihr in der ersten Saison in der schleswig-holsteinischen Oberliga einen hervorragenden Spitzenplatz – im Moment den dritten, wird aus dem Nachholspiel am 16. April gegen den MTV Itzehoe noch ein Punkt geholt, sogar den zweiten Platz – bescherte und die ihr vor allem im Pokalwettbewerb sensationelle Erfolge brachte, findet morgen um 18 Uhr in der Stormarnhalle ihren Höhepunkt.
Im Achtelfinale des Pokalwettbewerbs auf Bundesebene ist dann mit dem VfL Engelskirchen eine der besten deutschen Mannschaften Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer. Der VfL Engelskirchen belegt in der Bundesliga Nord zur Zeit hinter Abonnementsmeister Bayer Leverkusen (20:0-Punkte) mit 26:4-Punkten und 334:221 Toren den zweiten Platz.
Dieser Rang, der zur Teilnahme an der Endrunde der deutschen Meisterschaft berechtigt, ist den Engelskirchenerinnen allerdings noch nicht ganz sicher, denn der VfL Oldenburg weist nur zwei Punkte weniger auf. Drei Punkte aus den Spielen bei Südwest Berlin und zu Hause gegen Spitzenreiter Leverkusen benötigt die Mannschaft noch, um ihr vordringliches Ziel in dieser Saison zu erreichen.
Sie ist dafür bestens gerüstet, wie ihre letzten Bundesligasiege – 29:13 gegen TSV Jarplund-Weding, 28:10 gegen SV Union 03 Hamburg, 30:15 gegen TV Greven 09 und 16:10 gegen KSV Holstein Kiel – deutlich zeigten.
Aber auch für den Pokalwettbewerb hat die Mannschaft noch großen Ehrgeiz. Im letzten Jahr drang sie in diesem Wettbewerb bis ins Finale vor und qualifizierte sich auch für den Europapokalwettbewerb, da Leverkusen das „Double“ – Gewinn von Meisterschaft und Pokal – schaffte und nur an einem europäischen Wettbewerb teilnehmen konnte.
Herausragender Mannschaftsteil der Engelskirchenerinnen ist der Rückraum, der durchweg mit aktuellen Nationalspielerinnen besetzt ist. An der Spitze Dagmar Stelberg, die 1982 zur Handballerin des Jahres gewählt wurde. Sie belegt In der Bundesliga-Torschützenrangliste mit 83 Treffern zur Zeit den zweiten Rang.
Übertroffen wird sie nur noch von ihrer Mannschaftskameradin Kerstin Jönßon, die es schon auf 86 Treffer gebracht hat. Die gebürtige Herzhornerin ist auch in Bad Oldesloe kein unbeschriebenes Blatt. Sie kreuzte als A-Jugendspielerin ihres Stammvereins (MTV Herzhorn) mehrfach mit früheren VfL-Mannschaften die Klingen und zusammen mit VfL-Spielmacherin Andrea Güldenpfennig war sie in Auswahlmannschaften bis hin zur deutschen Jugend-Nationalmannschaft. Auch sie ist inzwischen Stammspielerin in der Damen-Nationalmannschaft.
Dritte feste Größe im Engelskirchener Team ist Sigrid Bierbaum. Auch sie Nationalspielerin und Rückraumwerferin und auch sie ist in der Rangliste der erfolgreichsten Torschützinnen unter den ersten Zehn zu finden.
Wenn man dann noch weiß, daß der VfL Engelskirchen eine Mannschaft ist, die ein hohes Tempo zu gehen pflegt und spezialisiert ist auf Tempogegenstöße, kann man ermessen, was morgen auf den VfL zukommt.
Im Lager der Oldesloerinnen gibt man sich dann auch keinen Illusionen hin. Siegchancen kann man sich gegen diesen nun wirklich übermächtigen Gegner wahrlich nicht ausrechnen. Aber die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg geht dennoch mit großem Ehrgeiz in das morgige Spiel. Sie hat sich fest vorgenommen, auch diesem Bundesligisten das Leben so schwer wie möglich zu machen. Trainer Ulli Meyer wird für das morgige Spiel alle Stammspielerinnen zur Verfügung haben. Auch Andrea Güldenpfennig ist fit und bei besten Kräften aus dem Urlaub zur Mannschaft zurückgekehrt und steht wieder zur Verfügung.
Ziel des VfL ist es, nicht so hoch gegen den Bundesligazweiten „einzugehen“ wie zuletzt die meisten Bundesligisten. Um noch einmal die Maßstäbe zurechtzurücken: Schon eine Niederlage mit nur zehn Treffern Differenz wäre für die Oldesloerinnen ein riesiger Erfolg, sollte es noch knapper kommen, käme es einer Sensation gleich.
Ganz besonders schwere Prüfungen werden bestimmt auf die beiden Torhüterinnen Gudrun Fandrey und Martina Pusch zukommen, aber gerade sie haben sich in jüngster Vergangenheit ja in glänzender Form präsentiert, so daß uns um ein ehrenvolles Abschneiden des VfL eigentlich nicht bange ist. Ganz besonders dann nicht, wenn die Zuschauer in der Stormarnhalle die Mannschaft wieder so unterstützen wie beim letzten Spiel gegen Union Hamburg.
Die Stormarnhalle wird mit Sicherheit wieder bis zum Bersten gefüllt sein. Vorverkaufsmöglichkeiten gibt es auch für dieses Spiel nicht. Rechtzeitiges Kommen sichert, wie bei den VfL-Handballern gewohnt, die besten Plätze. Im Vorprogramm ist im übrigen für Kurzweil gesorgt. Um 15 Uhr trifft die zweite Damenmannschaft des VfL zu einem Pokalspiel auf Kreisebene auf TuS Aumühle und ab 16.45 Uhr bestreiten die Mini-Minis vom VfL und vom SV Preußen Reinfeld ein Vorspiel. Unmittelbar vor dem großen Pokalspiel wird dann noch die Vizelandesmeisterschaft der VfL-A-Jugend vom Verein geehrt.
Angesagt haben sich für das große Spiel neben zahlreichen Prominenten auch ein Fernsehteam des NDR, das von dem Spiel in der Regional-Sportschau am Montag ab 18.05 Uhr berichten wird und ein NDR-Hörfunkteam.
STORMARNER TAGEBLATT vom 8.4.1983
Sonnabend, 9. April 1983
VfL Oldesloe – VfL Engelskirchen 16:28 (8:11)
Im Achtelfinale kam erwartungsgemäß das Aus
16:28 gegen VfL Engelskirchen, aber die Oldesloer Handballdamen hielten auch gegen das Bundesliga-Spitzenteam lange prächtig mit
(mth). Die großartige Erfolgsserie der Handballdamen des VfL Oldesloe im deutschen Pokalwettbewerb fand in der mit gut 700 Zuschauern bis zum Bersten gefüllten Stormarnhalle im Achtelfinale erwartungsgemäß ihr Ende. Gegen die deutsche Spitzenmannschaft VfL Engelskirchen verlor die Truppe von Trainer Ulli Meyer mit 16:28.
Aber die Mannschaft um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg hat wirklich nicht den geringsten Grund, sich ihrer Niederlage zu schämen. Im Gegenteil: Gegen den vorjährigen Vizepokalsieger und derzeitigen Tabellenzweiten der Bundesliga Nord haben sich die Oldesloerinnen ganz prächtig aus der Affäre gezogen. Mehr als eine Halbzeit lang – nach einem Halbzeitstand von 8:11 und einem Zwischenstand von 10:13 nach knapp 40 Minuten – behielt man Tuchfühlung zu dem übermächtigen Gegner (eine Leistung, zu der Zweidrittel der Bundesligisten nicht in der Lage sind), und erst dann wurde der Bundesligist dank seiner überragenden Kondition und seines unglaublich starken Rückraumes, der identisch ist mit dem der deutschen Nationalmannschaft, so stark, daß er den Vorsprung fast noch nach Belieben ausbauen konnte.
Allen voran setzte sich dabei Nationalspielerin Dagmar Stelberg in Szene. Die „Handballerin des Jahres 1982“, die vor dem Spiel von VfL-Trainer Ulli Meyer als Anerkennung dieser hohen Auszeichnung einen Pokal überreicht bekam, war mit ihrem rasanten Antritt, ihren unglaublich geschickten Körpertäuschungen und ihrem gewaltigen Sprung- und Wurfvermögen von den tapfer bis zum Abpfiff kämpfenden Stormarnerinnen überhaupt nicht mehr in den Griff zu bekommen. Sie allein warf ein Dutzend herrlichster Treffer, am Ende also gerade so viele Tore, die im Endergebnis den Unterschied zwischen dem schleswig-holsteinischen Oberligisten und der Bundesliga-Spitzenmannschaft ausmachten.
Der eine Wunsch des VfL, die ja schon vorher einkalkulierte Niederlage auf einen Rückstand von zehn oder weniger Treffer Differenz zu begrenzen, war in der Schlußphase doch noch knapp verpaßt worden, das Vorhaben aber, gegen VfL Engelskirchen besser abzuschneiden als das Schlußquartett der Bundesliga – TV Stemmer, MTV Herzhorn, SC Greven 09 und SC Union 03 Hamburg –, das gegen diesen Gegner stets mit Rückständen von 15 oder mehr Treffern Differenz „eingeht“, wurde verwirklicht.
Und das nicht etwa, weil der Bundesligist etwa versucht hätte, den VfL „mit links“ und quasi im Vorübergehen aus dem Pokalwettbewerb zu eliminieren. Nein, der VfL Engelskirchen ging 60 Minuten „volle Pulle“, was auch vier Zeitstrafen (keine für die Stormarnerinnen) und zahlreiche gelbe Karten zeigten, war zwischenzeitlich allerdings ein wenig konsterniert, weil die Oldesloerinnen gar nicht daran dachten, „klein beizugeben“. Das Erstaunen der Westdeutschen über den erbitterten Widerstand des VfL ging sogar so weit, daß man sich Mitte der ersten Halbzeit genötigt sah, bis zum Ende des ersten Spielabschnittes Andrea Güldenpfennig in kurze Deckung zu nehmen, weil gerade sie mit einer tollen Leistung einer frühzeitigen Weichenstellung zugunsten der Engelskirchenerinnen entgegenstand.
Andrea Güldenpfennig, die auch in kurzer Deckung nicht ganz auszuschalten war, unterstrich gerade in diesem Spiet wieder einmal ihr überragendes Talent. Einmal abgesehen von Dagmar Stelberg, die eine Klasse für sich darstellt, braucht sie sich selbst vor den anderen Nationalspielerinnen wie Kerstin Jönßon und Sigrid Bierbaum weiß Gott nicht zu verstecken. Bei diesen beiden mag zwar die konditionelle Basis ausgeprägter sein, und da sie sich mehr auf spezielle Aufgaben konzentrieren können als Andrea, die beim VfL „Mädchen für alles“ – Spielmacherin, Torjägerin, Abläuferin von Tempogegenstößen und auch im Abwehrblock fester Bestandteil – ist, ist auch ihre prozentuale Trefferausbeute im Verhältnis zu den Wurfversuchen höher, spielerisch und technisch aber kann Andrea Güldenpfennig ihnen allemal das Wasser reichen, Daß sie mit sieben Torerfolgen hinter Dagmar Stelberg erfolgreichste Werferin des Spiels war, kam sicher nicht von ungefähr.
Aber so sehr auch die tolle Leistung von Andrea Güldenpfennig herausgehoben verdient, so soll damit in keiner Weise der Einsatz und die Leistung aller anderen VfL-Spielerinnen geschmälert werden., Alle, von der ersten bis zur letzten Spielerin, wuchsen wieder einmal über sich hinaus und imponierten mit großartigem kämpferischen Einsatz. Bezeichnend dafür, daß bis auf Anja Müller und Katja Schoppenhauer, die beide mehrfach nur knapp an der ausgezeichneten Gästetorhüterin Bockemühl scheiterten, alle VfL-Feldspielerinnen wenigstens einen Treffer erzielten. Von den beiden Oldesloer Torhüterinnen unterstrich Martina Pusch in der ersten Halbzeit, als sie nicht weniger als neun zum Teil schwerste Würfe abwehrte, ihr großes Talent. Gudrun Fandrey, in der letzten Zeit wenigstens ebenso stark, hatte in der zweiten Halbzeit einen undankbaren Part. Auch sie wußte sich anfangs ein paarmal gut in Szene zusetzen, aber als dann in den letzten 20 Minuten die „Schleusen“ geöffnet waren, pfiffen ihr die Würfe von Dagmar Stelberg und Co. nur so um die Ohren, so daß sie keine Möglichkeit mehr fand, sich auszuzeichnen.
Nun aber zum Verlauf der Begegnung, die wahrlich zu einer Werbung für den Damenhandball wurde. Die Stimmung In der Stormarnhalle war schon vor dem Anpfiff des Schiedsrichtergespanns Hünecke/Hünecke aus Achim und Oyten, die im wesentlichen das Spiel gut im Griff hatten, prächtig und sie sollte es bis zum Schlußpfiff bleiben, auch als im Laufe der zweiten Halbzeit der Vorsprung der Gäste immer größer wurde. Der kämpferische Einsatz der Oldesloerinnen wurde stets mit großem Beifall bedacht, der sich bei besonders gelungenen Aktionen zum Orkan steigerte.
Obwohl die Gäste Anwurf hatten, war es dem VfL Oldesloe vorbehalten, schon in der ersten Minute mit 1:0 in Führung zu gehen. Jeanette Müller verwandelte einen Siebenmeter mit der von ihr in letzter Zeit gewohnten Sicherheit.
Und diese Führung sollte für die Stormarnerinnen nicht die einzige im Spiel bleiben. Kerstin Jönßon und Dagmar Stelberg warfen zwar zunächst den Gast programmgemäß in Führung, aber Andrea Güldenpfennig erzwang den 2:2-Ausgleich und nach der erneuten Gästeführung durch Kerstin Jönßon – wieder mit einem Gewaltwurf, der manchen männlichen Handballer neidisch machen mußte – erzielte Jeanette Müller mit einem weiteren Siebenmeter den umjubelten 3:3-Ausgleich, und nach zwei tollen Paraden von Martina Pusch war es dann Susanne Paetz, die die Truppe von Trainer Ulli Meyer mit 4:3 ein zweites Mal in Führung brachte.
Zuvor hatte es einen bedauerlichen Zusammenprall zwischen Andrea Güldenpfennig und Kerstin Jönßon gegeben, als beide bei einem Versuch von Andrea zum Tempogegenstoß mit den Köpfen zusammenprallten. Beide blieben für Minuten benommen auf dem Hallenboden liegen, aber gottlob konnten beide dann das Spiel doch fortsetzen, wobei Andrea Güldenpfennig – wie auch Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg – voll von der ersten bis zur letzten Minute durchspielte, während der Engelskirchener Trainer Kerstin Jönßon dann doch etwas sporadischer einsetzte.
Als nach zwei weiteren Treffern der Gäste Petra Payka in der 19. Minute erneut zum 5:5 ausgleichen konnte, wurden die Engelskirchenerinnen langsam doch nervös. Wie angemerkt, verpaßten sie Andrea Güldenpfennlg nun eine kurze Deckung, mit dem Erfolg, daß sie auf 9:5 davonziehen konnten. Aber der VfL gab noch lange nicht klein bei. Wiebke Rickert (mit tollem Heber von der Außenposition), Jeanette Müller und Andrea Güldenpfennig – je mit verwandeltem Siebenmeter – verkürzten bei zwei weiteren Gegentreffern bis zur Halbzeit auf 8:11.
Bei etwas mehr Glück – alleine drei Holztreffer hatte der VfL zu verzeichnen – hätte dieses mehr als ehrenhafte Halbzeitergebnis sogar noch knapper ausfallen können. Diesen Drei-Tore-Rückstand hielt der VfL dann auch noch rund acht Minuten In der zweiten Halbzeit bis zum 10:13, wobei Andrea Güldenpfennig mit zwei Treffern nachdrücklich unterstrich, daß auch sie mit Distanzwürfen aus dem Rückraum zu treffen versteht.
Dann aber kam die ganz große Zeit von Dagmar Stelberg. Von den sieben Treffern innerhalb der nächsten zwölf Minuten für ihre Mannschaft bis zum Spielstand von 20:11 erzielte sie nicht weniger als sechs Tore, Der VfL, bei dem die Kräfte durch das hohe Tempo der Gäste nun doch nachließen, konnte dem nur einen verwandelten Siebenmeter durch Andrea Güldenpfennig entgegensetzten. Zwei weitere Treffer verpaßte Andrea Güldenpfennig nur knapp, als sie einen weiteren Siebenmeter knapp neben das Tor setzte, und einen Heber nach einem Tempogegenstoß auf die Torlatte setzte.
Durch Tore von Hannelore Tresemer, Martina Scheel (Siebenmeter) und natürlich Andrea Güldenpfennig, als sie mit einem Dribbling, das jedem Basketballspieler zur Ehre gereicht hätte, die gesamte Engelskirchener Deckung düpierte, ließen den VfL noch einmal auf 14:21 herankommen, so daß sechs Minuten vor Spielschluß noch berechtigte Hoffnung auf eine Niederlage mit weniger als zehn Toren Differenz bestand, aber dann zogen vor allem Kerstin Jönßon und Doris Blumberg (mit vier Treffern hinter dem Nationalspielerinnentrio einzige torgefährliche Werferin) noch einmal an und schraubten das Ergebnis noch auf 28:16. Die beiden letzten Oldesloer Tore warfen dabei Andrea Hasenberg (15:22), die es in der Kreismitte gegen die kompakte Engelskirchener Abwehr besonders schwer hatte, und Andrea GüIdenpfennig (16:26).
Für den VfL, für den für seinen tollen Weg im Pokalwettbewerb wirklich kein Lob zu hoch ist,kamen Andrea Güldenpfennig (7 Tore), Jeanette Müller (3), Andrea Hasenberg, Wiebke Rickert, Martina Scheel, Hannelore Tresemer, Petra Payka, Susanne Paetz (je 1), Anja Müller, Katja Schoppenhauer und die beiden Torhüterinnen Martina Pusch und Gudrun Fandrey zum Einsatz.
Wir sprechen der Mannschaft dafür unsere uneingeschränkte Anerkennung aus und drücken ihr die Daumen, daß sie auch ihre erste Punktspielrunde in der schleswig-holsteinischen Oberliga erfolgreich abschließen kann. Holt sie am kommenden Sonnabend im Nachholspiel gegen den MTV Itzehoe auch nur einen Punkt, ist sie hinter dem TSV Kronshagen Vizelandesmeister. Ein Titel, den die weibliche A-Jugend des Vereins ja schon in der Tasche hat. Sie wurde dafür vor dem Pokalknüller vom Verein vor großer Kulisse geehrt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 11.4.1983
Freitag, 15. April 1983
VfL-Damen brauchen noch einen Punkt
(mth). Die Handball-Damenmannschaft des VfL Oldesloe beendet am Sonnabend um 19 Uhr in der Stormarnhalle ihre erste Saison in der schleswig-holsteinischen Oberliga. Gegner der Truppe von Trainer Ulli Meyer ist der MTV Itzehoe. Holt der VfL aus diesem Nachholspiel auch nur einen Punkt, kann er sich noch den Vize-Landesmeistertitel sichern, denn die TS Bad Bramstedt, mit der man in diesem Fall punktgleich wäre, hat gegenüber den Oldesloerinnen das bei weitem schlechtere Torverhältnis.
Kann der VfL, der seine Bestbesetzung aufbieten kann, auch nur in etwa an die große Leistung vom Pokalspiel am letzten Sonnabend anknüpften, müßte dieser eine Punkt, ja sogar ein Sieg, eigentlich leicht zu holen sein. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 15.4.1983
Sonnabend, 16. April 1983
VfL Oldesloe – MTV Itzehoe 16:13 (8:5)
VfL-Damen sind Vize-Landesmeister
(mth). Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe hat es geschafft! Mit einem 16:13 (8:5)-Erfolg über den MTV Itzehoe sicherte sich die Truppe von Trainer Uli Meyer den Vize-Landesmeistertitel in der schleswig-holsteinischen Oberliga. Die Oldesloerinnen konnten damit ihre erste Saison in der höchsten Spielklasse des Landes mit einer tollen Placierung abschließen. Zusammen mit dem großartigen Abschneiden im Pokalwettbewerb können die Oldesloer Handballdamen, nach wie vor eines der großen Aushängeschilder des Stormarner Sports, damit wahrlich auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken.
Im letzten Punktspiel in der schleswig-holsteinischen Oberliga gegen den MTV Itzehoe hatten die Handballdamen des VfL Oldesloe einen sehr schlechten Start. Nach fünf Minuten lag der VfL mit 0:2 zurück und hatte bis zu diesem Zeitpunkt durch Jeanette Müller und Susanne Paetz schon zwei Siebenmeter verworfen.
Danach gelang dann zwar der Ausgleich, aber es dauerte doch noch einige Minuten, ehe die Oldesloerinnen beim 4:3 erstmalig selbst in Führung gingen. Bis zur Halbzeit aber stand das Spiel weiter auf des Messers Schneide und der VfL, der durch Martina Scheel einen weiteren Siebenmeter verwarf, konnte froh sein, wenigstens weiterhin knapp mit 6:5 zu führen.
Nach dem Seitenwechsel aber zog der VfL dann schnell auf 11:5 davon und nach Zwischenständen von 12:7 und 14:8 sah es beim 16:10 nach einem deutlichen Sieg für den VfL aus, zumal inzwischen Anja Müller auch das „Kunststück“ gelungen war, einen Siebenmeter im gegnerischen Tor unterzubringen.. In den Schlußminuten ließ der VfL es dann aber wieder sehr ruhig angehen, so daß die Itzehoerinnen das Ergebnis noch auf 16:13 verkürzen konnten.
Mit fünf Toren war Anja Müller in diesem Spiel erfolgreichste Torwerferin knapp gefolgt von Andrea Güldenpfennig, die es auf vier Treffer brachte. Bis auf Susanne Paetz konnten sich auch alle anderen VfL-Feldspielerinnen in die Torschützenliste eintragen. Es waren dieses: Petra Payka (2), Andrea Hasenberg, Katja Schoppenhauer, Jeanette Müller, Martina Scheel und Iris Stäcker. Im Tor wechselten sich in gewohnter Weise und in gewohnt guter Form Martina Pusch und Gudrun Fandrey ab.
Mit diesem Sieg sicherte sich der VfL in seiner ersten Saison in der höchsten schleswig-holsteinischen Spielklasse den Vizemeistertitel ganz knapp hinter dem TSV Kronshagen. Ein großartiger Erfolg ganz gewiß, in den man ja auch noch die großartigen Pokalsiege einbeziehen muß. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.4.1983 und 19.4.1983
